Der Junge und die Einsamkeit

Gesellschaft, Kritik, Philosophisches

Der Junge und die Einsamkeit

Beitragvon Arya007 » 09.10.2015, 21:06

Liebe Leser,
eigentlich arbeite ich ja ununterbrochen an meinem großen Romanprojekt, aber wie da so saß ohne meinen Laptop und nichts zu tun hatte, habe ich einfach mal improvisiert.
Inzwischen habe ich ihn immer und immer wieder durchgelesen und bin echt dankbar für eure Tipps. Das ist jetzt sozusagen meine Übung in Sachen Korrektur :girl:

Also:
Der Junge und die Einsamkeit

Es war ein windiger Herbstnachmittag.
Als der Regen einsetzte, fielen die orange, roten Blätter in Scharen auf den Asphalt. Weiter bewegte sich nichts auf den Straßen, bis auf den kleinen Jungen.
Er war fünf, vielleicht sechs Jahre alt und vollkommen allein. Trotzdem wirkte es, als ob er zu jemanden gehören würde.
Denn seine Kleider waren weder dreckig noch zerrissen, seine senfgelbe Winterjacke war in tadellosem Zustand, ebenso wie seine quietschroten Gummistiefel. Er störte sich nicht im Mindesten am Regen, während er die fallenden Blätter auflas. Ganz im Gegenteil, wandte er sein kleines, vom Glanz seiner blauen Augen erleuchtetes Gesicht, dem Himmel zu, um die Tropfen zu spüren.
Sie saß am Fenster des herrschaftlichen Hauses und beobachtete ihn unglücklich.
Am liebsten wäre sie jetzt draußen, bei dem fremden Jungen. Aber ihre Mutter pflegte stets zu sagen: "Das ziemt sich nicht für eine junge Lady", wann immer sie danach fragte.

Als der erste Schnee fiel, sah sie ihn wieder.
Er hatte sich nicht verändert, nur seine Gummistiefel gegen warme Winterstiefel getauscht und seine Lippen waren blau von Kälte. Wieder war er allein und diesmal baute er einen Schneemann.
Ihr junges Gesicht verzog sich vor Trauer, als die Mutter ihr sagte: "Du willst dich doch nicht erkälten", und sie wieder nach oben schickte, anstatt nach draußen.
Aus purem Trotz fanden ihre blonden Locken an diesem Tag den Weg in den Mülleimer. Von nun an trug sie ihre Haare kurz und hatte Hausarrest.

An ihrem ersten Schultag sah sie ihn zum dritten Mal.
Er hatte seinen gelben Wintermantel gegen eine schicke, schwarze Jacke getauscht und trug neue Schuhe.
Sie entdeckte ihn in einer Gruppe von Jungen und lief sogleich zu ihm. Endlich bot sich ihr eine Gelegenheit ihn kennen zu lernen.
Schon von weitem hörte sie, dass die Jungen sich über Handys unterhielten. "Du hast doch WhatsApp oder?", fragte ihn jemand. "Was ist das?", entgegnete er verwirrt. Sie begannen augenblicklich über ihn zu lachen. Gerne wäre sie ihm zur Hilfe geeilt, aber sie konnte ihn nicht rechtzeitig erreichen. Er rannte an ihr vorbei und sie konnte gerade noch sehen, wie eine einsame Träne über seine Wange ran. Das Glimmen, der einst so strahlenden Augen war erloschen.
In diesem Moment, das wusste sie genau, wäre er nichts lieber, als wieder allein!


So das wars! Ich weiß noch nicht was ich von dem Text halten soll, deswegen hoffe ich auf hilfreiche Rückmeldungen. Auf euch aus der Schreibwerkstatt ist schließlich immer Verlass :D
-> Mir fällt immer noch keine perfekte Lösung für den Schluss ein. Ideen sind herzlich willkommen :wink:

Auf Nachfrage hier mal noch der ursprüngliche Text:
Leider hab ich das mit dem Ursprungstext noch nicht raus, deswegen findet ihr den einfach unter dem Spoiler :oops:
Spoiler: Anzeigen
Es war ein windiger Herbstnachmittag. Die orangenen und roten Blätter fielen scharenweise zu Boden. Keiner bewegte sich auf den Straßen, bis auf einen kleinen Jungen.
Er war fünf, vielleicht sechs Jahre alt und alleine.
Seine Kleider waren weder zerrissen noch dreckig, denn seine knallgelbe Winterjacke war in tadellosem Zustand ebenso wie seine roten Gummistiefel. Er kümmerte sich nicht im Mindesten um den Regen, während er Blätter sammelte.
Das kleine Gesicht ganz von seinen blauen Augen erleuchtet, scherte sich nicht um die Nässe.
Sie saß am Fenster ihres herrschaftlichen Hauses und beobachtete ihn unglücklich. Am liebsten wäre sie jetzt draußen bei ihm, aber ihre Mutter pflegte zu sagen: "Das ziehmt sich nicht für eine junge Lady", wenn sie es wagte zu fragen.

Als der erste Schnee fiel, sah sie ihn wieder. Er hatte sich fast gar nicht verändert nur seine Gummistiefel hatte er gegen warme Winterschuhe getauscht und seine Lippen waren blau von Kälte.
Wieder war er allein, aber diesmal baute er einen Schneemann. Und wieder verzog sich ihr kleines Gesicht vor Trauer, als die Mutter ihr sagte: "Du willst dich doch nicht erkälten" und sie wieder nach oben schickte, anstatt nach draußen. Ihre blonden Haare fanden an diesem Tag ihren Weg in den Mülleimer, aus purem Trotz. Von nun an trug sie ihre Haare kurz und hatte Hausarrest.

Als sie ihn das nächste Mal sah, war es ihr erster Schultag.
Er hatte seinen gelben Wintermantel gegen eine schicke schwarze Jacke getauscht und trug neue Schuhe. Sie beendete ihr Gespräch so schnell wie möglich und lief zu ihm hinüber. Gerade noch rechtzeitig um mitzubekommen, wie sie über ihn lachten, als er von seiner Blättersammlung und dem Schneemann erzählte.
Eine einsame Träne rollte ihm über die Wange und das Glimmen in seinen Augen erlosch.
In diesem Moment, dass wusste sie genau, wäre er gerne wieder alleine.


Lg Arya
Zuletzt geändert von Arya007 am 28.10.2015, 21:10, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Der Junge und die Einsamkeit

Beitragvon lilomartha » 09.10.2015, 22:07

Ich finde deinen Text sooo wunderschön! Ich möchte auch gar nichts groß verbessern, weil ich ihn so schön finde, wie er ist.
Du beschreibst alles sehr bildlich, ich hatte alles vor meinem innerem Auge -sehr schön!

Man kann mit den Figuren gut mitfühlen, obwohl es so ein kurzer Text ist.

Es sind 1-2Rechtschreibfehler und Grammatikfehler drin, die du aber bestimmt selber entdecken wirst, wenn du nochmal drüber gehst, sind nicht viele. :)

Also wie gesagt, wunderschöner kurzer Text, toll geschrieben, so toll, dass ich nichts bemängeln möchte.

LG
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Re: Der Junge und die Einsamkeit

Beitragvon orangelunar » 09.10.2015, 22:54

Der Junge und die Einsamkeit

Es war ein windiger Herbstnachmittag.
Die orangenen und roten Blätter fielen scharenweise auf den Asphalt. Sonst bewegte sich nichts auf den Straßen, als der Regen einsetzte, bis auf den kleinen Jungen. Über das Wort "scharenweise" bin ich gestolpert, passt nicht so recht da hinein. Würde ein anderes wählen.
Er war fünf, vielleicht sechs Jahre alt und vollkommen allein.
Seine Kleider waren weder dreckig noch zerrissen, denn seine senfgelbe Winterjacke war in tadellosem Zustand, ebenso wie seine quietschroten Gummistiefel. Er störte sich nicht im Mindesten am Regen Komma während er die fallenden Blätter auflas. Im Gegenteil Komma er wandte sein kleines, von den blauen Äuglein erleuchtetes Gesicht dem Himmel zu Komma um die Tropfen zu spüren.
Sie saß am Fenster ihres herrschaftlichen Hauses und beobachtete ihn unglücklich.
Am liebsten wäre sie jetzt draußen, bei dem fremden Jungen, aber ihre Mutter pflegte zu sagen: "Das ziemt sich nicht für eine junge Lady wie dich", wenn sie es wagte zu fragen.

Als der erste Schnee fiel, sah sie ihn wieder.
Er hatte sich fast gar nicht verändert, nur seine Gummistiefel hatte er gegen warme Winterstiefel getauscht und seine Lippen waren blau von Kälte. Wieder war er allein, aber diesmal baute er einen Schneemann.
Und wieder verzog sich ihr junges Gesicht vor Trauer, als die Mutter ihr sagte: "Du willst dich doch nicht erkälten" Komma und sie wieder nach oben schickte, anstatt nach draußen.
Ihre blonden Locken fanden an diesem Tag ihren Weg in den Mülleimer, aus purem Trotz.
Von nun an trug sie ihre Haare raspelkurz und hatte Hausarrest. "Raspelkurz" passt auch hier nicht zum Text, finde ich.

Das dritte Mal, als sie ihn sah, war ihr erster Schultag.
Er hatte seinen gelben Wintermantel gegen eine schicke Komma schwarze Jacke getauscht und hatte neue Schuhe.
Bei seinen Anblick unterbrach sie ihr Gespräch und lief so schnell wie möglich zu ihm hinüber.
Sie erreichte ihn gerade noch rechtzeitig, um mitzubekommen, wie sie über ihn lachten, nachdem er von seiner Blättersammlung und dem Schneemann erzählt hatte.
Eine einsame Träne rollte ihm über die Wange und das Glimmen in seinen Augen erlosch.
In diesem Moment, das wusste sie genau, wäre er nichts lieber, als wieder allein!



Habe ein paar Fehler korrigiert und zwei Wörter markiert, über die ich beim Lesen gestolpert bin.
Die Formulierung "sein kleines, von den blauen Äuglein erleuchtetes Gesicht" würde ich ändern. Das klingt (sorry) etwas kitschig und umständlich.
Ein interessanter Text, der Lust auf mehr macht. Was wird aus den beiden Kindern? Freunden sie sich an? Warum spielt der Junge immer allein? Wie sind die Hintergründe der beiden Kinder? All diese Fragen schwirren mir nach dem Lesen im Kopf herum und machen klar - bitte mehr davon. :mrgreen:
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Re: Der Junge und die Einsamkeit

Beitragvon Arya007 » 10.10.2015, 10:40

Hey Leute,
Wow! Das ging ja verdammt schnell! Vielen, vielen Dank für die Rückmeldungen :girl:
Orangenlunar: Du hast so verdammt recht
Ich weiß das scharenweise nicht passt, aber mir fällt nichts besseres ein. Massenweise? Klingt auch nicht besser
Hast du vielleicht eine Idee?
Und Entschuldige, dass du meine miserable Kommasetzung korrigieren musstest :oops:
Noch mal vielen Dank :XD:
Liebe Lilomartha Danke für das ganze Lob! Das ist total nett von dir :oops: :D

Mal sehen vielleicht wird aus dieser Improvisation ja doch noch mehr als nur der eine Text :dasheye:

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Re: Der Junge und die Einsamkeit

Beitragvon RebeccaMaria » 10.10.2015, 11:53

Hallo Arya,

das ist eine schöne Idee, finde ich. Aber für mich ist die Geschichte etwas "unfertig". (Vielleicht liegts daran, dass du sie sehr spontan geschrieben hast.) Mir fehlt ein Ende, also z.B. wie das Mädchen den Jungen tröstet. So heißt es nur: "Sie weiß, er wäre jetzt lieber allein." und ich denke mir: "Aha? Und jetzt?" Ich hoff, du verstehst, was ich meine.

So, noch ein paar Gedanken:

Sonst bewegte sich nichts auf den Straßen, als der Regen einsetzte, bis auf den kleinen Jungen.

Die Satzstellung finde ich nicht so gut. Ich würde z.B. schreiben: "Sonst bewegte sch nichts auf den Straßen. Nur der kleine Junge." Das mit dem Regen würde ich da ganz rausnehmen und vllt. woanders platzeren.

Seine Kleider waren weder dreckig noch zerrissen, denn seine senfgelbe Winterjacke war in tadellosem Zustand, ebenso wie seine quietschroten Gummistiefel.

Wieso sollte die Kleidung auch zerissen sein? Laufen Kinder normalerweise sonst in zerissenen, dreckigen Kleidern herum?

Am liebsten wäre sie jetzt draußen, bei dem fremden Jungen, aber ihre Mutter pflegte zu sagen: "Das ziemt sich nicht für eine junge Lady wie dich", wenn sie es wagte zu fragen.

Das ist auch wieder so ein Schachtelsatz.

Als der erste Schnee fiel, sah sie ihn wieder.

den Satz find ich schön irgendwie :mrgreen:

Er hatte sich fast gar nicht verändert, nur seine Gummistiefel hatte er gegen warme Winterstiefel getauscht und seine Lippen waren blau von Kälte.

die Füllwörter würde ich weglassen

Sie erreichte ihn gerade noch rechtzeitig, um mitzubekommen, wie sie über ihn lachten, nachdem er von seiner Blättersammlung und dem Schneemann erzählt hatte.

noch ein Schachtelsatz ;)

Alles in allem glaube ich, du kannst da echt noch was Schönes daraus machen, denn vom AUfbau und Inhalt her gefällt mir die Geschichte!
Soll das Ganze denn in der heutigen Zeit spielen? Die Formulierungen klingen eher danach, als spielte das Ganze im 9. Jahrhundert. Dann passen aber die Gummistiefel nicht rein...

Liebe Grüße,
RebeccaMaria
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Re: Der Junge und die Einsamkeit

Beitragvon lilomartha » 10.10.2015, 18:13

Zu dem scharenweise: Man könnte es auch einfach weglassen und durch nichts ersetzen. Dieses Adjektiv ist nicht zwingend nötig. Wenn du ein Synonym suchst würde mir spontan noch: haufenweise, zu dutzend, ununterbrochen (Gefallen mir aber auch nicht hundertprozentig, ich würde es wenn einfach rausnehmen.)

Was Rebecca zu dem fehlenden Ende gesagt hat, finde ich überhaupt nicht, (Ich sage nicht dass Rebeccas Meinung falsch ist, sowas ist ja immer subjektiv :) )
Ich mag offene Enden, ein Ende, welches den Leser zum Denken anregt. Würdest du jetzt noch beschreiben, wie das Mädchen zu ihm hingeht und ihn tröstet und und und, so wäre der eindrucksvolle Schluss nichtmehr so eindrucksvoll und das neu geschriebene würde die Dramatik abschwächen. Aber wie gesagt, das ist Geschmackssache - Ich finde das Ende so gut wie es ist!

LG
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Re: Der Junge und die Einsamkeit

Beitragvon Jonas_dls » 10.10.2015, 18:29

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, dabei fiel mir eine Zweideutigkeit auf, die durchaus absichtlich zu sein scheint, nämlich die Frage, ob nicht (nur) der Junge einsam ist, sondern auch oder vor allem das Mädchen. Da sie gleichalt zu sein scheint und von ihrer Mutter im Haus festgehalten wird, hat sie noch weniger Kontakte zu anderen Menschen, als der Junge der immerhin draussen herum laufen darf. Dazu passt auch der Titel, "Der Junge(nicht einsam) und die Einsamkeit(durch das Mädchen verkörpert).

Arya007 hat geschrieben:Bei seinen Anblick unterbrach sie ihr Gespräch und lief so schnell wie möglich zu ihm hinüber.
Sie erreichte ihn gerade noch rechtzeitig, um mitzubekommen, wie sie über ihn lachten, nachdem er von seiner Blättersammlung und dem Schneemann erzählt hatte.
Eine einsame Träne rollte ihm über die Wange und das Glimmen in seinen Augen erlosch.
In diesem Moment, das wusste sie genau, wäre er nichts lieber, als wieder allein!


Beide Kinder haben zunächst eine Grupe in der sie sich unterhalten können, nachdem er von seiner Gruppe ausgelacht wurde, will er wieder allein sein, hier gibt es zwar einen traurigen Unterton, aber zusammen mit den leuchtenden Augen während des Regens, habe ich wieder den Eindruck, dass er darunter nicht leidet. Unter der Zurückweisung zwar schon, nicht aber unter der Konsequenz davon.
Soltest du die oben genannte zweideutigkeit geplant haben, könntest du dem Mädchen ihre Gesprächspartner nehmen, besser noch, erst zeigen wie sich der Junge unterhält, dann am Ende der Geschichte zeigen, dass sie niemanden in der Schule hat mit dem sie sich unterhalten konnte.
Als letztes fiel mir noch auf, warum sollten Erstklässler jemanden auslachen, der einen Schneemann baut? In dem Alter ist das doch nocrmal.
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Re: Der Junge und die Einsamkeit

Beitragvon Arya007 » 13.10.2015, 18:08

Okay gut, dann nehme ich das scharenweise raus :D
Mir gefällt nämlich auch keins der Synoyme :wink:

Die Zweideutigkeit war durchaus Absicht! Stimmt das ergibt keinen Sinn, wenn das Mädchen sich mit einer Gruppe unterhält. Da steht sie wohl besser alleine auf dem Schulhof und geht dann hin.

Das mit dem Schneemann war eine Notlösung, ich wollte nur zeigen, dass er sich nicht in der Gruppe willkommen fühlt (bzw. das Mädchen das so sieht) fällt euch was besseres ein?

Ach und ich bin übrigens ebenfalls ein großer Fan von offenen Schlüssen und dachte so kann sich jeder seinen Teil denken. Vielleicht kommt aber doch noch irgendwann ein zweiter Teil :girl:
Und das weil ich gleichzeitig auch verstehe wie es Rebecca geht.
Und wenn man sich lieber seinen Teil denken will, liest man nur diesen Text, oder wenn es einen interessiert kann man den zweiten Teil dann auch lesen :dasheye:
(Nochmal danke für alle Kommentare, ich kann das gar nicht oft genug sagen :2thumbs: )
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Re: Der Junge und die Einsamkeit

Beitragvon Jonas_dls » 14.10.2015, 13:20

Arya007 hat geschrieben:Das mit dem Schneemann war eine Notlösung, ich wollte nur zeigen, dass er sich nicht in der Gruppe willkommen fühlt (bzw. das Mädchen das so sieht) fällt euch was besseres ein?


Wenn du etwas suchst, das er erzählen kann, was die anderen Jungs aber blöd finden, fällt mir folgendes ein:
Er spielt mit Pupen. In dem Alter vermutlich bei Jungs nicht völlig ungewöhnlich, aber die Kinder dürften bereits genug Stereotype aufgesaugt haben, um sich darüber zu amüsieren, zumal in der Gruppe.
Allgemein gesamt bräuchtest du eben etwas, was unangepasst erscheint, oder du belässt es bei einem Beispiel, dem mit den Blättern. Das kann ja gut als Spielen mit Dreck interpretiert werden, weswegen sich die anderen Jungs darüber mokieren.
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Re: Der Junge und die Einsamkeit

Beitragvon Samis » 15.10.2015, 20:22

Hallo Arya,

habe deine kurze Geschichte im Forum gefunden und mir gedacht, schön, das gefällt mir. Und da dem so ist, fühle ich mich dazu veranlasst, mich im Detail dazu zu äußern.

Los gehts:  

Die orangenen und roten Blätter fielen scharenweise auf den Asphalt. Sonst bewegte sich nichts auf den Straßen, als der Regen einsetzte, bis auf den kleinen Jungen.

Der zweite Satz holpert ein wenig. In Kombination mit dem ersten ließe sich das lösen: Als der Regen einsetzte, fielen orangene und rote Blätter in Scharen auf den Asphalt. Weiter bewegte sich nichts auf den Straßen, bis auf den kleinen Jungen.



Seine Kleider waren weder dreckig noch zerrissen, denn seine senfgelbe Winterjacke war in tadellosem Zustand, ebenso wie seine quietschroten Gummistiefel.


Das denn will mir nicht ganz passen, darüber hinaus würde ich den Satz von weiterem Ballast befreien.

Seine Kleider waren weder dreckig noch zerrissen, seine senfgelbe Winterjacke in tadellosem Zustand, ebenso die quietschroten Gummistiefel.



Im Gegenteil, er wandte sein kleines, vom Glanz seiner blauen Augen erleuchtetes Gesicht dem Himmel zu, um die Tropfen zu spüren.

Hier würde ich ein wenig ergänzen und umstellen.

Ganz im Gegenteil, wandte er das kleine, vom Glanz seiner blauen Augen erleuchtetes Gesicht dem Himmel zu, um die Tropfen zu spüren.



Sie saß am Fenster ihres herrschaftlichen Hauses und beobachtete ihn unglücklich.

Ihres würde ich durch des ersetzen, da es wohl eher den Eltern gehört als ihr.



Am liebsten wäre sie jetzt draußen, bei dem fremden Jungen, aber ihre Mutter pflegte zu sagen: "Das ziemt sich nicht für eine junge Lady wie dich", wenn sie es wagte zu fragen.

Hier würde ich aufteilen und kürzen.

Am liebsten wäre sie jetzt draußen, bei dem fremden Jungen. Aber ihre Mutter pflegte (stets) zu sagen: "Das ziemt sich für eine junge Lady nicht."



Wieder war er allein, aber diesmal baute er einen Schneemann.

Das es sich um keinen Gegensatz oder Ähnliches handelt, würde ich aber durch und ersetzen.



Und wieder verzog sich ihr junges Gesicht vor Trauer, als die Mutter ihr sagte: "Du willst dich doch nicht erkälten", und sie wieder nach oben schickte, anstatt nach draußen.


Vielleicht ein und zu viel, vielleicht ein wieder, das Weg kann. Zudem finde ich verziehen nicht traurig genug.

Wieder erbleichte ihr junges Gesicht vor Trauer, als die Mutter sagte: "Du willst dich doch nicht erkälten", und sie nach oben schickte, anstatt nach draußen zu lassen.



Ihre blonden Locken fanden an diesem Tag ihren Weg in den Mülleimer, aus purem Trotz.
Von nun an trug sie ihre Haare kurz und hatte Hausarrest.


Dieser Teil gefällt mir besonders!, obgleich ich den ersten Satz etwas umstellen und kürzen würde, was jedoch Geschmacksache ist. Der zweite ist genial!

Aus purem Trotz fanden ihre blonden Locken den Weg in den Mülleimer. Von nun an trug sie ihre Haare kurz und hatte Hausarrest.



Das dritte Mal, als sie ihn sah, war ihr erster Schultag.

Dieser funktioniert vereinfacht vielleicht etwas besser:
Das dritte Mal sah sie ihn an ihrem ersten Schultag.



Bei seinen Anblick unterbrach sie ihr Gespräch und lief so schnell wie möglich zu ihm hinüber.

Ein Gespräch zu führen harmoniert nicht ganz mit Kindern im Alter der Prota, oder?



Sie erreichte ihn gerade noch rechtzeitig, um mitzubekommen, wie sie über ihn lachten, nachdem er von seiner Blättersammlung und dem Schneemann erzählt hatte.

Das will mir nicht ganz einleuchten, da die genanten Tätigkeiten bestens zum Alter der Kinder passen. Warum sollten sie deswegen auslachen? Aber ich verstehe, worauf du hinaus willst, daher ist es nicht weiter wichtig.



Eine einsame Träne rollte ihm über die Wange und das Glimmen in seinen Augen erlosch.
In diesem Moment, das wusste sie genau, wäre er nichts lieber, als wieder allein!


Auch hier würde ich etwas umformulieren, da Glimmen bereits eine Abschwächung darstellt, dennoch ein guter, gelungener Abschluss.

Eine einsame Träne rollte über seine Wange und das letzte Glimmen, der einst so hell strahlenden Augen, erlosch.
In diesem Moment, das wusste sie genau, wäre er nichts lieber, als wieder allein!

Beste Grüße,
Samis
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Re: Der Junge und die Einsamkeit

Beitragvon Arya007 » 18.10.2015, 17:41

puhh so Bearbeitung geschafft :XD:
Hab inhaltlich noch eine Frage. Kann man den Satz "Als der Regen einsetzte, fielen die orangenen und roten Blätter in Scharen auf den Asphalt." verwenden?
Meine Freunde und ich hatten neulich eine ellenlange Diskussion, ob das geht.
Sie sind der Meinung, dass "weil es eh schon ein windiger Herbsttag ist, die Blätter beim Regen nicht mehr runterfallen würden als sonst"
Ich bin aber der Meinung, dass dem so ist :D
Was denkt ihr? Vielleicht sollte ich das beim nächsten Regen mal testen und die Blätter zählen die mehr herunterfallen :girl:
Hab mir Mühe gegeben eure Anmerkungen umzusetzen und selbst noch ein bisschen am Text rumzubasteln und hoffe, dass euch das Ergebnis gefällt.
Wie immer dankbar für jegliche Rückmeldungen
eure Arya
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Re: Der Junge und die Einsamkeit

Beitragvon Samis » 18.10.2015, 19:55

Hallo Arya,

kurz vorweg, es wäre, denke ich, hilfreich, wenn du die ursprüngliche Einleitung zu deiner Geschichte ebenfalls abändern würdest. So ist das ein wenig verwirrend, zumindest war es das für mich. Auch ist es schade, dass der ursprüngliche Text zum Vergleichen nicht mehr vorhanden ist. Das könnte ebenfalls hilfreich sein.

Zu deiner Frage: Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Regen mehr Blätter zum Fallen bringt als Wind allein. Es ist ja nicht von einem Sturm die Rede.


Als der Regen einsetzte, fielen auch die letzten orangenen und roten Blätter auf den Asphalt.

Auch die letzten finde ich unschön.



Er war fünf, vielleicht sechs Jahre alt und vollkommen allein. Trotzdem wirkte es, als ob er gehören würde.

Hier sind dir ein paar Worte abhanden gekommen. Wahrscheinlich zu niemandem oder Ähnliches. Zudem würde ich das Trotzdem konkretisieren. Trotz des jungen Alters beispielsweise.



Er störte sich nicht im Mindesten am Regen, während er die fallenden Blätter auflas.

Hier würde ich die Satzteile tauschen, die Person nach hinten rücken. Eine Macke von mir.



Ganz im Gegenteil, er wandte sein kleines, vom Glanz seiner blauen Augen erleuchtetes Gesicht, dem Himmel zu, um die Tropfen zu spüren.

Hier lediglich die Worte er und wandte – klingt einfach schöner, findest du nicht?



"Das ziemt sich nicht für eine junge Lady", wenn sie es wagte zu fragen.

Ich würde komplett auf den Zusatz verzichten. Wenn du ihn jedoch behalten möchtest, würde ich wann anstatt wenn verwenden.
..., wann immer sie wagte, danach zu fragen.
..., wann immer sie danach fragte.



Er hatte sich nicht verändert, nur seine Gummistiefel hatte er gegen warme Winterstiefel getauscht und seine Lippen waren blau von Kälte.


Dass zweite er hatte kann weg: Er hatte sich nicht verändert, nur seine Gummistiefel gegen warme Winterstiefel getauscht und seine Lippen waren blau von Kälte.



Wieder war er allein und diesmal baute er einen Schneemann.
Wieder erblich sich ihr junges Gesicht vor Trauer, als die Mutter ihr sagte: "Du willst dich doch nicht erkälten", und sie wieder nach oben schickte, anstatt nach draußen.


Vielleicht ein paar zu viele wieder auf einem Fleck. Zudem kling sich erbleichen recht eigenartig.



Er hatte seinen gelben Wintermantel gegen eine schicke, schwarze Jacke getauscht und hatte neue Schuhe.


Doppeltes hatte. Du könntest das zweite ersatzlos streichen oder durch trug ersetzen.



Es gab sonst niemanden mit dem sie hätte reden können.

Das leuchtet mir nicht ein. Warum?



Als sie ihn erreichte, bekam sie gerade noch ein paar Gesprächsetzten mit, bevor die ganze Gruppe in Gelächter ausbrach. Er hatte ihnen erzählt, dass er gerne Blätter sammelte und mit Puppen spielte.

Gesprächsfetzen Der erste Satz ist nicht sehr elegant, an dem könnest du noch etwas feilen. Und nun aus dem Nichts Puppen ins Spiel zu bringen, um das Gelächter der anderen plausibel zu machen, ist eine Holzhammer-Methode. Da fällt dir sicher noch etwas besseres ein.

Ohne den Originaltext fällt es mir schwer ein Fazit zur Weiterentwicklung abzugeben. Aber soweit ich mich erinnere, meine ich schon, einen deutlichen Fortschritt erkennen zu können.

Dran bleiben! Die Geschichte ist es Wert.  

Beste Grüße,
Samis
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Re: Der Junge und die Einsamkeit

Beitragvon Arya007 » 21.10.2015, 20:20

Da habe ich tatsächlich nicht dran gedacht :D
Natürlich muss ich auch die Einleitung abändern :oops:
Den ursprünglichen Text habe ich unten in einem Spoiler deponiert und weitere Fehler korrigiert

Samis hat geschrieben:Hier würde ich die Satzteile tauschen, die Person nach hinten rücken. Eine Macke von mir.

Normalerweise geht es mir ebenso, nur hier (sei mir bitte nicht böse) finde ich es nicht so passend.
Ansonsten hattest du, Samis, mal wieder mit all deinen Korrekturpunkten recht :wink:

Ich weiß nicht wieso, aber auf einmal finde ich das Korrigieren toll. Nie gedacht, dass es sowas geben könnte :D
Wie immer
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Re: Der Junge und die Einsamkeit

Beitragvon Samis » 23.10.2015, 11:56

Hallo Arya,

natürlich freut es mich, wenn dir meine Ratschläge nützlich erscheinen. Aber ich möchte damit nicht Recht haben und habe es nicht. Oft ist es Geschmacksache und hier eben eine glückliche Fügung, dass wir damit übereinstimmen. Mehr nicht. Dennoch herzlichen Dank für die Blumen!

Jetzt zur Macke.

Er störte sich nicht im Mindesten am Regen, während er die fallenden Blätter auflas.

Ich stimme dir zu, die Satzteile zu tauschen wäre keine Verbesserung. Dennoch muss es geschehen! Der Macke muss Genüge getan werden! :twisted:

Nicht im Mindesten störte er sich am Regen, während er die fallenden Blätter auflas.

Nicht ganz ernst gemeint, der Satz funktioniert gut mit Ich am Anfang. :wink:

Zum neuen Schluss.

Sie entdeckte ihn in einer Gruppe von Jungen und lief sogleich auf ihn zu.

Hier fände ich zu ihm anstatt auf ihn zu schöner.



Sonst kannte sie niemanden an dieser Schule.


Als Erklärung, warum sie sogleich zu ihm läuft, erscheint mir das ein wenig dünn. Eine andere Möglichkeit wäre: Nun hatte sie endlich Gelegenheit, ihn kennen zu lernen ...



Gesprächsfetzen wehten zu ihr herüber.


Das ist schön formuliert, will mir hier jedoch nicht recht passen. Ein schlichtes: Schon von weitem hörte sie ... fände ich hier stimmiger.



Die Jungen unterhielten sich über Handys. "Hast du auch schon WhatsApp?", fragte ihn jemand. "Was ist das?", fragte er verwirrt. Sie lachten über ihn und schubsten ihn herum.


Handys anstatt Puppen klingt weit plausibler. Auch schon würde ich aus der ersten Frage streichen, da es die App schon sehr lange gibt. Zudem finde ich, würde es den angestrebten Effekt weiter verdeutlichen. Du könntest es sogar noch weiter zuspitzen, in dem er fragt: »Du hast doch WhatsApp, oder?«
Bei der Reaktion der anderen würde ich es beim Auslachen belassen. Herumschubsen erscheint mir überzogen.



Sie war nicht rechtzeitig da, um ihm zur Hilfe zu kommen.

Nah hier aber! Da muss Sie vom Anfang weg! :twisted: :lol: Zudem würde ich noch etwas Motivation mit reinpacken:

Gerne wäre sie ihm zur Hilfe geeilt, aber sie konnte ihn nicht rechtzeitig erreichen.



Er rannte an ihr vorbei und ihr blieb gerade noch genug Zeit, um eine einsame Träne über die Wange rollen zu sehen.

Da es sich um ein sehr kurzes Ereignis handelt (vorbeirennen), finde ich gerade noch genug Zeit nicht stimmig. Ein Vorschlag: Er rannte an ihr vorbei (vorüber) und sie konnte gerade noch erkennen, wie eine einsame Träne über seine Wange rollte (ran).



Das Glimmen, der einst so strahlenden Augen erlosch.


Den Satz würde ich in die Vergangenheit stellen: Das Glimmen, der einst so strahlenden Augen war erloschen. Das macht es eindrücklicher, wie ich finde.

Beste Grüße,
Samis
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Re: Der Junge und die Einsamkeit

Beitragvon Arya007 » 04.11.2015, 20:24

Also wie unschwer zu erkennen, habe ich den Text überarbeitet.
Bin jetzt eigentlich recht zufrieden damit! Aber wie immer wenn noch jemand Verbesserungsvorschläge hat, freue ich mich.

Mensch Samis du und deine Macke :roll: :lol:
Trotzdem vielen Dank für deine tollen Kommentare

Liebe Grüße Arya
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