[Liebe]Der letzte Brief...

Liebe, Romantik, Sehnsucht

[Liebe]Der letzte Brief...

Beitragvon TomParlow » 16.06.2015, 12:43

Der Revolutionär Tom Parlow protestierte gegen die Monarchie in seinem Land und für die Menschenrechte. Leider war die Revolution eine bittere Niederlage und Tom Parlow wurde inhaftiert. Er wurde zum Tode verurteilt und seine Vollstreckung findet heute statt. Ihm wurde erlaubt noch ein letztes Brief zu schreiben. Nun sitzt er in den Kerkern seiner Heimatstadt und schreibt an seine Frau:

Rebecca,

dies wird höchstwahrscheinlich mein letzter Brief sein und diesen letzten Brief widme ich nur dir. An dem Moment, wo ich dein glänzend-blondes Haar, die deine Haut und deine Brust wie der Zuckerguss auf einer Torte so herzlich verziert und deine sanfte Haut aus Milch und Honig, erblickte, war mir bewusst, dass ich nur eine Bestimmung im Leben hatte: dich zu finden und zu lieben! Ich sah dich damals vor zwei Jahren in der juristischen Fakultät. Erinnerst du dich? Ich sah dich damals lächeln und mir wurde schlagartig klar, dass dein Lächeln zehnfach wertvoller war als 1000 Karat Diamanten und Gold. Ich schmelzte in diesem Augenblick dahin, denn ich war wie ein kalter, grauer, bedeutungsloser Schneemann, während du mit deiner gottgleichen Ausstrahlung, die nicht einmal Aphrodite besaß, die Sonne verkörperst. So angenehm aber auch so brennend war der Schmerz, als ich dich von weitem bewunderte. Nun trägst du meinen Nachnamen und in unserem Körper fließt das gleiche Blut. Unsere Herzen schlagen im selbem Rhythmus und ich höre deine Klagelieder und Rufe nach mir sogar bis von hier. Du hast zwar Angst vor meinem Tod, ich jedoch nicht!!! Da wo ich herkomme sagt man, die Engel würden die Toten an den Händen halten und sie ins Paradies begleiten. Diese Engel sollen den Personen gleichen, die dem Toten am meisten bedeutet hatten. Da du einer dieser Engel bist, habe ich weder Angst vor dieser linken Ratte, der sich Henker nennt, noch vor seiner Guillotine.

Wie du weißt, kämpfe ich schon seit meiner Kindheit gegen die Tyrannei und gegen den Egoismus des Königs. Damals als kleiner Junge nahm ich mein Spielzeugsschwert in die Hand und simulierte eine Schlacht, wo ich ganz allein gegen eine ganze Armee kämpfte und die Schlacht sogar gewann. Danach traf ich auf den König und simulierte einen „eins-gegen-eins-Endkampf“ gegen ihm. In diesem fantasievollen Krieg tötete ich den König und befreite alle Sklaven, die wegen ihm höllische Qualen erleiden mussten. Schon als Kind war ich ein hoffnungsvoller Träumer. Ich war damals so dumm und naiv, dass ich ernsthaft an die Freiheit und Gerechtigkeit glaubte. Und was ist jetzt, Rebecca? Ich habe versagt! Der König frisst und frisst und frisst und macht sonst gar nichts, und ist trotzdem viel mächtiger als eine gesamte Nation!!! Es ist echt bitter zu sterben, ohne sein Kindheitstraum erfüllt zu haben.

Bald war's das. Meine Bestimmung als Mensch, Revolutionär, Ehemann und Vater neigt sich langsam dem Ende zu. Mein damals so monströs brennendes Licht brennt langsam und langsam aus und ich spüre doch noch, wie die Angst in mir übersteigt. Ich spüre die kalte Schulter, die mir die Gerechtigkeit zeigt und ich spüre hier in den Kerkern auch die Anwesenheit des Königs, wie er begierig auf die Hinrichtung wartet, als ob es nichts gäbe, was für diesen Hundesohn amüsanter wäre!! Rebecca meine Liebste meine Zeit ist jetzt vorbei. Ich höre die Schritte des Henkers in den Kerkern hallen. Dein dich über alles liebender Ehemann wird bald nicht mehr sein...

Aber bitte weine nicht um mich, mein Schatz. Jeder deiner Tränen, die auf deine zarte Haut klatschen, löst in mir einen Stich in den Herzen, so scharf wie eines der schärfsten Dolche. Doch vergiss nicht: Die Vergeltung dafür wird kommen!! Bitte bleibe weiterhin kämpferisch und halte durch, denn du weißt, dass in vier Monaten ein neuer Krieger oder eine neue Kriegerin das Licht der Welt erblicken wird um die Gerechtigkeit neu zu definieren. [Eine Träne fällt auf das Blatt]. Sie oder er wird kämpfen, wie seine Eltern damals gekämpft haben. Rebecca. Meine teuerste, Bitte passe auf dich und auf ihn/ihr auf. Bitte verzeih mir... Ich verlasse dich schon viel zu früh aber bitte, bitte hasse mich nicht dafür.

Vergib mir

dein Tom.
Der Winter naht!!! :mrgreen:
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Re: Der letzte Brief...

Beitragvon Luftmensch » 17.06.2015, 00:23

Hallo :)

Die Geschichte erinnert mich etwas an "Dantons Tod", wahrscheinlich wegen der gescheiterten Revolution und dem gebrochenen Helden. Wobei Danton überhaupt keine Lebensgeister mehr hat und der Erzähler bei dir noch einen winzigen Funken hat (ab und zu).

dies wird höchstwahrscheinlich mein letzter Brief sein und diesen letzten Brief widme ich nur dir.


In Anbetracht der Umstände, dass er gleich hingerichtet wird und man ihm nur noch einen letzten Brief erlaubt, kannst du das "höchstwahrscheinlich" streichen. Außerdem würde ich auf die Wiederholung des "Briefes" verzichten: "dies ist mein letzter Brief, den ich je schreiben werde und ihn widme ich nur dir." oder so ;)

An dem Moment, wo ich dein glänzend-blondes Haar, die deine Haut und deine Brust wie der Zuckerguss auf einer Torte so herzlich verziert und deine sanfte Haut aus Milch und Honig, erblickte, war mir bewusst, dass ich nur eine Bestimmung im Leben hatte: dich zu finden und zu lieben!


Heißt es nicht "in dem Momement" oder "ab dem Moment an"? An dem Moment habe ich noch nie gehört.
Die Idee der Beschreibung gefällt mir, die Zuckerguss Metapher mag ich. Allerdings empfinde ich die Umsetzung etwas plump. Ich würde die Sätze aufteilen und die Beschreibung mit Gefühlen verbinden, sodass der Abschnitt sich nicht wie Geschwärme anhört, außer du willst das so.
Noch eine kleine Anmerkung bezüglich dem unterstrichenen Satzteil: Wieso zu finden? Schließlich muss er sie nicht suchen und hat sie eigentlich "gefunden".

Ich sah dich damals vor zwei Jahren in der juristischen Fakultät. Erinnerst du dich? Ich sah dich damals lächeln und mir wurde schlagartig klar, dass dein Lächeln zehnfach wertvoller war als 1000 Karat Diamanten und Gold. Ich schmelzte in diesem Augenblick dahin, denn ich war wie ein kalter, grauer, bedeutungsloser Schneemann, während du mit deiner gottgleichen Ausstrahlung, die nicht einmal Aphrodite besaß, die Sonne verkörperst. So angenehm aber auch so brennend war der Schmerz, als ich dich von weitem bewunderte.


Hier ist es zu viel Beschreibung, meiner Meinung nach. Es passiert nichts. Außerdem fängst du die Sätze dreimal mit "ich" an, das hört sich etwas unbeholfen an.
Unbeholfen finde ich auch die Metaphern, die du hier verwendest. "Zehnfach wertvoller als 1000 Karat", muss das sein? "Dein Lächeln war für mich wertvoller (bzw. ist, da ihr Lächeln ihn immer noch entzückt, nehme ich an) als alles Gold der Welt. In diesem Augenblick schmelzte ich dahin, die Mauer, die ich in mir aufgebaut hatte zerbröselte. …"

Unsere Herzen schlagen im selbem Rhythmus und ich höre deine Klagelieder und Rufe nach mir sogar bis von hier.


Sollte es nicht "bis hierher" heißen?

Du hast zwar Angst vor meinem Tod, ich jedoch nicht!!!


Die Ausrufezeichen sind zu viel des Guten. Einen kann ich als Leser verschmerzen, aber alles, was darüber geht, lässt sich wie die SMS eines Teenies lesen.

Diese Engel sollen den Personen gleichen, die dem Toten am meisten bedeutet hatten.


Hier liegt ein Zeitfehler vor, denke ich. Es sollte "die dem Toten am meisten bedeuten" heißen, da sie es in dem Moment des Todes ja tun.

Da du einer dieser Engel bist, habe ich weder Angst vor dieser linken Ratte, der sich Henker nennt, noch vor seiner Guillotine.


Noch ist er ja nicht tot, daher ist sie noch nicht der Engel, wenn man seiner Logik folgt. "Du wirst einer dieser Engel sein", würde ich sagen.

Damals als kleiner Junge nahm ich mein Spielzeugsschwert in die Hand und simulierte eine Schlacht, wo ich ganz allein gegen eine ganze Armee kämpfte und die Schlacht sogar gewann. Danach traf ich auf den König und simulierte einen „eins-gegen-eins-Endkampf“ gegen ihm. In diesem fantasievollen Krieg tötete ich den König und befreite alle Sklaven, die wegen ihm höllische Qualen erleiden mussten. Schon als Kind war ich ein hoffnungsvoller Träumer. Ich war damals so dumm und naiv, dass ich ernsthaft an die Freiheit und Gerechtigkeit glaubte. Und was ist jetzt, Rebecca? Ich habe versagt! Der König frisst und frisst und frisst und macht sonst gar nichts, und ist trotzdem viel mächtiger als eine gesamte Nation!!! Es ist echt bitter zu sterben, ohne sein Kindheitstraum erfüllt zu haben.


Oookay, Größenwahn lässt in dem letzten Satz grüßen, nur dass du es weißt. Bei seiner Schilderung musste ich unwillkürlich mit den Augen rollen. Mag ja sein, dass dies sein Kindheitstraum ist, aber die Beschreibung lässt sich auch wirklich kindisch lesen. Ich würde hier umformulieren vorschlagen.
"Schon als kleiner Junger spielte ich Schlachten nach, in denen ich mit meinem Spielzeugschwert ganze Armeen bekämpfte. Ich wollte den König töten, seiner Tyrannei ein Ende bereiten und alle Sklaven befreien." So ähnlich, etwas kürzer halten und eine Motivation miteinbauen, die nicht so plump daherkommt.
Von "simulieren" würde ich abraten, der Klang passt nicht so in das Gesamtbild und unter simulieren stelle ich mir etwas anderes vor.

Mein damals so monströs brennendes Licht brennt langsam und langsam aus und ich spüre doch noch, wie die Angst in mir übersteigt. Ich spüre die kalte Schulter, die mir die Gerechtigkeit zeigt und ich spüre hier in den Kerkern auch die Anwesenheit des Königs, wie er begierig auf die Hinrichtung wartet, als ob es nichts gäbe, was für diesen Hundesohn amüsanter wäre!! Rebecca meine Liebste meine Zeit ist jetzt vorbei. Ich höre die Schritte des Henkers in den Kerkern hallen. Dein dich über alles liebender Ehemann wird bald nicht mehr sein...


Wieso brennt sein Licht monströs? Hell fände ich besser, außerdem auf "langsam" verzichten und nicht doppeln. "Mein hell brennendes Licht brennt langsam aus und die Angst in mir übersteigt. Ich spüre die Kalte Schulter, die mir die Gerechtigkeit zeigt und fühle die Anwesenheit des Königs, wie er begierig auf die (wieso nicht "meine"?) Hinrichtung wartet. Rebecca, meine Liebste, meine Zeit ist jetzt vorbei. ... Dein, dich über alles liebender Ehemann, wird bald nicht mehr sein …"
Die Doppellungen habe ich rausgenommen und einige Kommas reingesetzt.

Aber bitte weine nicht um mich, mein Schatz.


Bitte, weine nicht um mich, mein Schatz :arrow: einprägsamer

Jeder deiner Tränen, die auf deine zarte Haut klatschen, löst in mir einen Stich in den Herzen, so scharf wie eines der schärfsten Dolche.


Äh, okay. Seit wann klatschen Tränen auf die Haut, wenn man weint? :lol: Ist nicht böse gemeint, aber ich musste gerade schon etwas grinsen. Und "so scharf, wie eines der schäfsten Dolche" ist dreifach gemoppelt.

Doch vergiss nicht: Die Vergeltung dafür wird kommen!!


Ausrufezeichen

Bitte bleibe weiterhin kämpferisch und halte durch, denn du weißt, dass in vier Monaten ein neuer Krieger oder eine neue Kriegerin das Licht der Welt erblicken wird um die Gerechtigkeit neu zu definieren.


"kämpferisch" bleiben würde ich ändern. "Bitte kämpfe weiter, …"
Die "Gerechtigkeit neu definieren" finde ich auch sehr unelegant gesagt.

[Eine Träne fällt auf das Blatt]. Sie oder er wird kämpfen, wie seine Eltern damals gekämpft haben. Rebecca. Meine teuerste, Bitte passe auf dich und auf ihn/ihr auf. Bitte verzeih mir... Ich verlasse dich schon viel zu früh aber bitte, bitte hasse mich nicht dafür.


Aufeinmal gibt es Regieanweisungen? Okay, unerwartet, aber stört mich nicht. Allerdings weiß ich nicht, ob andere Leser dabei nicht aus dem Lesefluss gerissen werden.
"Unser Kind wird so kämpfen, wie wir damals gekämpft haben", dann hast du nicht dieses "sie oder er" und gleich einen Bezug zu Rebecca und dem Erzähler. "Uns" hört sich auch stärker und positiver an, als "seine (oder ihre) Eltern".
Zu viele "bitte" in diesem Abschnitt, die nicht das erhoffte Ziel erreichen. "Verzeih mir, dass ich dich viel zu früh verlasse, aber bitte, hasse mich nicht dafür."
Zudem noch: "Rebecca, meine Teuerste, [bitte] passe auf dich und unser Kind auf." Wobei dann zweimal die Formulierung "unser Kind" drin wäre. "Das Kind" wäre zu unpersönlich … Vielleicht sagst du auch "Rebecca, meine Teuerste, bitte achte auf auch / bitte achte auf dich und das Ungeborene" oder so :D

Vergib mir

dein Tom.


Ich bin mir unsicher, ob nach "mir" ein Komma folgen sollte oder nicht, wobei ich schon zu einem Komma tendiere.

Fazit:
Eine guter Text, dessen Erzählton nicht immer in sich stimmig ist. Einige Formulierungen fallen auf und stören beim Lesen, zudem verwendest du oft umgangssprachliche oder unpassende Wörter, die die Atmosphäre etwas zerstören.
Ansonsten würde ich gerne noch wissen, zu welcher Zeit das Geschehen stattfindet, wenn du es denn verraten möchtest ;)

Wie immer gilt, dass ich nicht dich, sondern den Text kritisiere. Nimm was du willst, den Rest lass liegen.

Liebe Grüße
Luftmensch
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Re: Der letzte Brief...

Beitragvon TomParlow » 17.06.2015, 10:35

@Luftmensch

Der Brief stammt aus dem 20. Jahrhundert.

Danke für deine ehrliche und konstruktive Kritik. Wie's so aussieht bräuchte ich noch ein bisschen Übung beim Kreativen Schreiben :mrgreen: . Als ich dein Kommentar gelesen hab, stellte ich fest, dass ich mir noch ein bisschen mehr Mühe geben sollte. Da steckt nicht sehr viel Konzentrationsarbeit dahinter, geb ich zu, aber ich werde, wenn ich die Zeit hab, meine Fehler in diesem Brief korrigieren.

Trotzdem vielen Dank :)
Der Winter naht!!! :mrgreen:
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