[SciFi]Der letzte Kampf der Kormoran [1/?] (alles neu!)

[SciFi]Der letzte Kampf der Kormoran [1/?] (alles neu!)

Beitragvon HerrGesangsverein » 13.03.2014, 01:39

Yay, schneller als erwartet der erste Teil der überarbeiteten Geschichte.
Entsprechend eurer Kritiken habe ich mich hier im ersten Teil darauf konzentriert die handelnden Charaktere in den Vordergrund zu bringen und gleichzeitig die Situation etwas klarer darzustellen. Grundsätzlich halte ich mich an den alten Plot, füge aber ein paar Details hinzu um ein etwas besseres Bild der Situation zu erschaffen.
Ansonsten habe ich dieses mal die Vergangenheitsform gewählt, was hoffentlich für einen schöneren Lesefluss sorgt.

Ach ja, und Kommata. Ich hoffe ich hab sie alle richtig erwischt, die kleinen Mistkerle.
Dieses spezielle Stück, ist von ca. 350 Worten auf über 800 angewachsen. Ich werde zwar nicht alle Stücke derart strecken, aber alles in allem, wird das Ganze wohl deutlich länger werden, als zuvor.

MfG und so.
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Schlachtschiff Jupiter, Jupiter Klasse
Die Kammern des Administrationsrates

17. Juli, 312. Jahr der Isolation



Der Mahlstrom aus Meinungen, Stimmungen und Emotionen verblasste mehr und mehr, als sich der erste Administrator Miles O´Shannan aus der Konstruktwelt zurückzog. Wie ein Kaleidoskop blieb das Nachbild der Formen und Farben bei ihm. Es lockte ihn sich sinken zu lassen, um im Strom der Daten verloren zu gehen. Verglichen damit, schien ihm die Realität trist und grau. Aber die Pflichten, die ihm sein Dienst auferlegte, forderten seine ganze Aufmerksamkeit. Und so schüttelte er den Verlust ab.
Sein Blick festigte sich und er wurde der anderen Personen gewahr, die sich mit ihm in der Kammer des Administrationsrates befanden.
Unmittelbar neben ihm hatte Subadministratorin Keitel ihren schlaksigen Körper tief in die Couch geschmiegt. Ihre weit geöffneten Augen, auf Reize reagierend, die nur sie selbst wahrnahm, sprangen im Raum umher. In der Hand hielt sie einen Schwenker und nippte hin und wieder abwesend an der bernsteinfarbenen Flüssigkeit.

O´Shannans dünne, kratzige Stimme schreckte die Subadiministratoren auf: »Etwas Schreckliches geschieht« Die unnötige Bemerkung diente in erster Linie dazu, die Anderen zu ärgern. Sie alle folgten den Newsfeeds und den Videostreams mit denen die sozialen Netzwerke überflutet wurden. Sie alle wussten bescheid.
Keitel schien sich schneller auf die Realität zurückzubesinnen als alle anderen Administratoren, O´Shannan eingeschlossen. »Die Menschen haben Angst. Manche befürchten schon eine neue Inkursion.«
»Unsinn!« O´Shannan wischte ärgerlich mit der Hand durch die Luft: »Die Inkursion ist dreihundert Jahre her. Dreihundert Jahre, in denen wir isoliert sind. Was bringt die Leute nur auf solche Ideen?«
Subadiministrator Sandoval trieb noch immer halb in der Konstruktwelt, sein glasiger Blick schien weit entfernte Ereignisse zu betrachten. Er sprach bedächtig, wägte jedes Wort sorgfältig ab, bevor er es aussprach. »Wir wissen bisher nicht einmal, ob es sich überhaupt um einen Angriff handelt. Wir müssen abwarten und beobachten.«
»Die Menschen verlangen Maßnahmen. Eine unmittelbare Intervention!« Oft sprachen Xiao Xi und N´Kebe gemeinsam. Mal sprachen dasselbe zur gleichen Zeit, mal beendete der Eine den Satz, den der Andere begann. In der Konstruktwelt derart miteinander verworren, dass es oft schien, als teilten sie sich in einziges Bewusstsein, waren sie sich auch in der Realität sehr nahe. Fast immer berührten sie einander.
»Nein, Sandoval hat recht. Wir wissen zu wenig, um gleich mit Gewalt zu reagieren.« Keitels Einwurf brachte ihr einen hasserfüllten Blick von N´Kebe ein, während Xiao Xi seinen Kopf an die Brust des anderen Mannes schmiegte.

Unbeeindruckt fuhr sie fort: »Bisher wissen wir nur, dass zwei Objekte unbekannter Herkunft in das System eingedrungen sind.« Auf ihren verborgenen Befehl hin entstand in der Mitte des Raumes ein Abbild des Sonnensystems. »Beide Objekte verzögern unter Einsatz konventioneller Fusionstriebwerke und die Strahlungsmenge, die sie abgeben, lässt auf eine Bremsphase von mehr als hundert Jahren schließen.«
O´Shannan fuhr sich durch das lockige Haar: »Warum haben wir sie dann nicht früher entdeckt?« Sein Blick fiel auf Sandoval.
»Beteigeuze.« Der älteste der Administratoren war nun vollkommen wach, hatte sich auf die vorderste Kante des Sofas gesetzt und stützte sich mit den Ellenbogen auf den Knien ab. »Zum einen waren fast alle unsere Teleskope auf die Beteigeuze gerichtet, um die Supernova und den anschließenden Kollaps zu beobachten.« Er erweiterte das Diagramm des Sonnensystems um eine transparente, blaue Masse, die sich wabernd auf das System zu bewegte. »Zum anderen scheinen sich die Schiffe hinter der Strahlungsfront versteckt zu haben.«
»Das lässt auf einen Angriff schließen, weshalb sollten sie ihren Anflug sonst verbergen?« Xiao Xi sprach, den Kopf noch immer an N´Kebes Brust, während dieser Keitel gehässig angrinste.

O´Shannan richtete sich in seinem Sitzplatz auf und bedachte jeden Anwesenden mit einem langen Blick: »Ob es sich um einen Angriff handelt, werden wir erst später sagen können.« Zuletzt wannte er sich an Keitel: »Was ist das Ziel der Objekte? Haben wir Schiffe, die in der Lage sind sie abzufangen?«
Ihr Blick wurde glasig, als sie wieder in die Konstruktwelt abdriftete. Ihre Augen sprangen umher, den Daten folgend, die vor ihrem inneren Auge angezeigt wurden. »Wenn die Fremden keine weiteren Kurskorrekturen vornehmen, werden sie direkt über Habitat 12 zum Stehen kommen. Die Kreuzer Hermes und Poseidon, sowie ihre Begleitschiffe, haben bereits einen Abfangkurs gesetzt. Die Poseidon wird in 36 Stunden einen Vorbeiflug mit hoher relativer Geschwindigkeit vornehmen, die Hermes und die Korvetten Habicht und Geier werden in 52 Stunden vor Ort sein.«
»52 Stunden?« Der Schrecken stand Sandovall ins Gesicht geschrieben. »Es leben 6 Millionen Menschen auf Habitat 12!« Wenn es sich wirklich um einen Angriff handelte, wäre die Station verloren, lange bevor Hilfe eintreffen würde.
O´Shannan dachte offensichtlich in denselben Bahnen. »Haben wir wirklich keine Einheit, die rechtzeitig eintreffen kann?«

Für einen Moment antwortete niemand.
Sandovall starrte unbehaglich ins Nichts, Xiao Xi hatte wieder den Kopf an N´Kebes Brust gelegt und weinte leise. Nur Keitel driftete wieder in die Konstruktwelt ab. »Möglicherweise.«, sie machte eine Pause, während ihre Augen suchend umhersprangen, »Wir haben vielleicht ein Schiff in der Nähe. Wir wissen nur nicht, wo genau es ist.«

Spoiler: Anzeigen
[alteversion=]Als ich vor etwa einem Jahr die erste Version dieser Geschichte geschrieben habe war es nach fast zehn Jahren Pause das erste mal das ich wieder kreativ geschrieben habe.
Als Jugendlicher war ich damit zufrieden ein bisschen Fanfiction und Fantasy zu schreiben und meine Geschichten spielten größtenteils in Universen die ich aus den Geschichten von Autoren wie Assimov, Heinlein, Bear, oder auch Lovecraft und Howard zusammengebastelt hatte.
Aber heute bin ich näher an der 30 als an der 20 und natürlich reicht mir das nicht mehr.
Meine Einflüsse sind noch immer die selben, natürlich bereichert von neuen Autoren und eigenen Erfahrungen, Ideen und Ansichten.
Eigentlich wollte ich sie gar nicht veröffentlichen, sie war mehr ein Mittel um auszuprobieren ob das, was in meinem Kopf herum geisterte überhaupt funktioniert. Aber jetzt, mit einem Jahr Abstand und nach mehreren Überarbeitungen mag ich sie wirklich sehr gerne.
Und so habe ich mich entschieden sie hier als meinen ersten Beitrag in der Schreibwerkstatt zu veröffentlichen.
Hoffentlich habt ihr gerade so viel Spaß an ihr wie ich ihn hatte als ich sie schrieb!
Und ich hoffe mir reißt jetzt niemand den Kopf ab weil sie so lang ist. :D

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Schlachtschiff Jupiter, Jupiter Klasse
Die Kammern des Administrationsrates

17. Juli, 312. Jahr der Isolation

Jedes mal, wenn er die reale Welt fokussiert, bricht sie wie ein Kaleidoskop in grau über ihm zusammen.
Er schüttelt den Verlust ab und mustert die, die ihm gleichen. Ihre Augen starren ins Nichts und springen umher, auf Reize reagierend die nur sie sehen. Er genießt es, vor ihnen zurück zu kommen, ein kurzer Moment sich zu sammeln. Zu tief verwurzelt in der Konstruktwelt wirken die anderen oft wie Getriebene. Sie erleben, fühlen den Mahlstrom aus Stimmungen, Emotionen und Meinungen den die Menschen das Internet nennen. Sie nehmen alles auf wie ein Schwamm, ungefiltert, ohne zu hinterfragen.
Administrator O´Shannan mag den Gedanken er sei anders. Ihm erscheint, als hielte nur er es für bedeutsam, seine eigene Meinung zu bewahren. Aber vielleicht ist sein Geist auch nur stärker als ihrer.

»Etwas schreckliches geschieht.« Seine dünne, kratzige Stimme schreckt die Subadministratoren auf. Es ist eine unnötige Bemerkung, die dazu Dient, sie ärgerlich zu machen. Sie alle folgen den Newsfeeds und den Videostreams die, die sozialen Netzwerke überfluten. Subadministrator Keitel schüttelt seine Orientierungslosigkeit als erstes ab. »Die Menschen sind zornig, einige haben Angst. Manche befürchten schon eine neue Inkursion.«
»Unsinn!«, O´Shannan wischt ärgerlich mit der Hand durch die Luft vor Keitels Drink. »Der Alkohol bringt die Leute auf solche Ideen. Die Inkursion ist dreihundert Jahre her. Dreihundert Jahre in denen wir Isoliert sind. Ich will diesen Mist nicht wieder hören.«
Der Sprecher der Akademikerkolonieen der Monde des Systems, Subadministrator Sandoval treibt noch immer halb in der Konstruktwelt. Er lümmelt auf dem Sofa herum und nippt an seinem Cognac. »Dies ist eine von vielen Fragen auf die wir keine Antwort haben. Wir müssen abwarten und beobachten.«
Die Subadministratoren Xiao Xi und N´Kebe sind in der Konstruktwelt derart eng miteinander verworren das es scheint als teilen sie sich ein Bewusstsein. »Die Menschen verlangen Maßnahmen. Eine unmittelbare Intervention!«
Wann immer Sie sprechen, tun Sie es gemeinsam. Auf eine verstörende Art zweistimmig, das selbe zur gleichen Zeit, oder mitten im Satz springend, der eine beendet was der andere beginnt. So klingt alles was sie sagen, wie eine finstere Drohung des Schicksals.
Nach und nach stimmen alle Subadministratoren zu.
Administrator O´Shannan Leiter der Exekutive, wird das Nötige veranlassen.




Auf dem Rücksturz hinter die Mondbahn
Korvette Kormoran, P38 Klasse

17. Juli, 312. Jahr der Isolation

Fast auf den Meter genau, auf der Hälfte der Strecke, von der Erde zum Mond hängt, eine gewaltige zylindrische Raumstation in einem stationären Orbit. Während der Inkursion hatten alle Bemühungen, das System zu Verteidigen hier ihren Ausgangspunkt. Zeitweise war sie die machtvollste Festung im bekannten Universum gewesen. Waffenstarrend, nahezu unbezwingbar.
Wo früher mächtige Geschütze fähig waren, jeden Angreifer aus dem All zu fegen, ist das Habitat 12 nun die Heimat von sechs Millionen Zivilisten. Nur noch die dicke Panzerung zeugt von vergangener Macht.

Über der Station steht ein Raumschiff im All.
Gewaltig und fremdartig, erinnert es an ein Insekt das über seiner Beute lauert, bereit seine todbringenden Fänge in ihren Leib zu treiben.

»Was für ein Monstrum.«
Alles was ihm sein Kommentar einbringt ist ein langer finsterer Blick. Kramer hebt die Hände, die Handflächen nach vorne gerichtet, in scherzhafter Verteidigung.
»Schon gut Boss!«
Die Darstellung im Holotank gewinnt mit jeder Sekunde die verstreicht an Detailreichtum. Schon wird ein zweites, kleineres Schiff sichtbar, das von Außerhalb der Mondbahn, mit lodernden Triebwerken, in den Orbit des Habitats verzögert.
»Meinst du die haben uns entdeckt?«
Ein dritter Mann wendet sich seiner Konsole zu und für ein paar Sekunden flammt der Bildschirm auf. »Ich denke nicht. Wir hatten unseren Brennschluss fast 40 Stunden bevor die überhaupt im System waren und halten seit dem Schleichfahrt. Außerdem zünden unsere Freunde da ein ziemliches Feuerwerk. Wenn alles mit rechten Dingen zugeht sind wir unentdeckt.«
Der Kommandant blickt einige Sekunden starr in die Projektion. Das holografische Bild verändert sich stetig, Computerbänke überwachen und durchforsten das omnipräsente Internet und nutzt den konstanten Datenstrom die Anzeige mit jedem verstreichenden Moment zu verbessern.
»Wann und wo sind wir am nächsten?«
XO Hagen tippt eine kurze Reihe von Befehlen in seine Konsole. Eine gepunktete Linie erscheint in der Projektion. Gefährlich nahe führt sie an Habitat 12 vorbei, ein dicker roter Punkt blinkt dort auf wo der Abstand zwischen Habitat und Linie am geringsten ist. »Ohne Kursänderungen werden wir Annäherungspunkt Alpha in achtundvierzig Minuten erreichen. Eine Entdeckung durch die Unbekannten ist nicht unmöglich, wenn wir weiter inaktiv bleiben aber äußerst unwahrscheinlich.“ Er gibt einen weiteren Befehl ein. Vier Sphären erschienen, jeweils eine kleine um das Habitat und die fremden Schiffe, eine größere die alle drei Icons umfasst. »Unsere Daten über die Unbekannten stammen in erster Linie aus zivilen Quellen, hauptsächlich Privataufnahmen, die im Internet kursieren. Seit kurzem ist die Kameradrohne eines Nachrichtendienstes im Anflug, wird jedoch erst nach uns eintreffen. Unsere passive Sensorik sollte in etwa zehn Minuten in der Lage sein die Schiffe zu zeichnen.« Er lässt nach und nach die einzelnen Sphären aufleuchten. »In neununddreißig Minuten sind wir nahe genug um mit unseren Bordwaffen einzugreifen. Das Angriffsfenster bleibt für siebzehn Minuten offen. Bisher ist es jedoch nicht zu feindlichen Handlungen durch die Fremden gekommen«

Der Kommandant starrt in die Projektion. »So lange das Habitat nicht direkt angegriffen wird, sehe ich keinen Grund uns in unnötige Gefahr zu bringen. Wenn möglich, schlüpfen wir unbemerkt vorbei.«
»Boss?«
Steuermann Kramers Hand fuchtelt wage in Richtung der taktischen Projektion. Das größere der beiden Schiffe hat sich ein paar hundert Meter vom Habitat entfernt und rotiert nun im Raum vor der Station. Wie Fühler, die eine Schwachstelle suchen, streichen zerstörerische Strahlen über die Hülle des Habitats.
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Zuletzt geändert von HerrGesangsverein am 04.04.2014, 14:12, insgesamt 8-mal geändert.
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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [1/5]

Beitragvon CraX » 14.03.2014, 03:57

Hallo lieber HerrGesangsverein

Du bist mir durch einige deiner qualitativ hochwertigen Kritiken aufgefallen und war außerdem freudig überrascht, dass sich in der SF-Ecke endlich mal wieder etwas tut.
In freudiger Erwartung, nun vielleicht auch mal eine entsprechend anspruchsvollere Story zu lesen, habe ich mich also drangemacht.
Die Einleitung war vortrefflich, alles klar. Das ging mir übrigens genauso. 10 Jahre Pause...
Aber dann ...

Jedes mal wenn er die reale Welt fokussiert bricht sie wie ein Kaleidoskop in grau über ihm zusammen.

Den ersten Satz habe ich mehrmals gelesen und habe ihn immer noch nicht verstanden, bzw. ein Bild dazu bekommen. Was das Lesen - auch deines weiteren Textes - ungemein erschwert, ist, dass du grundsätzlich auf Kommas verzichtest. Also ohne dir nahe treten zu wollen, aber da solltest du dich erst einmal mit ein paar Kommaregeln beschäftigen.
Also selbst, wenn ich den Satz mit Kommas versehe, muss ich noch weiter über ihn grübeln:
Jedes mal, wenn er die reale Welt fokussiert, bricht sie wie ein Kaleidoskop in grau über ihm zusammen.
... und kann mir die Szene (nach mühseligen Analysen) nur so erklären: Also der Prota ist irgendwo jenseits der Realität, blickt mit einem Tunnelblick oder mit eingebautem Zoomobjektiv (möglicherweise ein Android?) immer mal wieder in die Realität, die ihm wie ein Kaleidoskop (also Tunnelblick oder etwas Fernrohrartiges?), also zunächst bunt, aber sofort grau in tausend Scherben zerfällt und auf ihn nieder rieselt oder so ähnlich.
Auch die anschießenden Sätze machen das Ganze nicht klarer:

Er schüttelt den Verlust ab und mustert die, die ihm gleichen.

Welchen Verlust schüttelt er ab? Den der Farbe? Den der Realität? Den der Nichtrealität? Ich verstehe leider kein Wort.

Ihre Augen starren ins Nichts und springen umher auf Reize reagierend die nur sie sehen.

Hier stimmt etwas grundsätzlich nicht im Satzaufbau (neben den fehlenden Kommas).

Er genießt es, vor ihnen zurück zu kommen, ein kurzer Moment sich zu sammeln.

Von wo kommt er zurück?
Zu tief verwurzelt in der Konstruktwelt wirken die anderen oft wie Getriebene. Sie erleben, fühlen den Mahlstrom aus Stimmungen, Emotionen und Meinungen den die Menschen das Internet nennen. Sie nehmen alles auf wie ein Schwamm, ungefiltert, ohne zu hinterfragen.

Nachdem ich es dreimal gelesen habe, ist das der erste Abschnitt, den ich möglicherweise zu verstehen glaube. Also war der Typ anscheinend im Internet unterwegs?

Ihm erscheint als hielte nur er es für bedeutsam, seine eigene Meinung zu bewahren.

Solche Sätze muss ich dreimal lesen, wenn die Kommas fehlen. Außerdem klingt das alles sehr stolprig.

Es ist eine unnötige Bemerkung die dazu Dient sie ärgerlich zu machen.

Es ist eine unnötige Bemerkung, die dazu dient, sie ärgerlich zu machen.

Manche befürchten schon eine neue Inkursion.«

Schön, Fremdwörter in SF einzubringen, die kein Mensch versteht, hat natürlich Methode und ich meckere normalerweise auch nicht (würde gerne selber wissen, wo man die immer herbekommt), wenn es sich aus dem Kontext erahnen lassen würde, worum es sich handelt. Da ich aber bisher fast nichts verstanden habe, kann ich hier noch nicht einmal raten.

O´Shannan wischt ärgerlich mit der Hand durch die Luft vor Keitels Drink.

Jetzt hatte ich fast schon gedacht, ich hätte es kapiert, dass die vor ihren PCs sitzen und sich über das Internet unterhalten, aber jetzt steht da plötzlich mitten im Raum ein Drink. Seltsames Szenenbild.

Akademikerkollonieen

Kolonie mit einem l, sollte das gemeint sein.

Subadministrator Sandoval treibt noch immer halb in der Konstruktwelt. Er lümmelt auf dem Sofa herum und nippt an seinem Cognac.

Also sitzen die definitiv nicht vor irgendwelchen PCs. Vielleicht unter Videobrillen? 3D-Helmen? In Holosimmulationen?

»Dies ist eine von vielen Fragen auf die wir keine Antwort haben. Wir müssen abwarten und beobachten.«

Äh – wie war die Frage gleich noch mal?

Die Subadministratoren Xiao Xi und N´Kebe sind in der Konstruktwelt derart eng miteinander verworren da es scheint als teilen sie sich ein Bewusstsein. So klingt alles was sie sagen wie eine finstere Drohung des Schicksals.
Wann immer Sie sprechen tun Sie es gemeinsam. Auf eine verstörende Art zweistimmig, das selbe zur gleichen Zeit oder mitten im Satz springend, der eine beendet was der andere beginnt. »Die Menschen verlangen Maßnahmen. Eine unmittelbare Intervention!«

Auch das musste ich mehrmals durchlesen, bis ich verstand, dass sich die Beschreibung der beiden Subadministratoren auf die zuhinterst angestellte Aussage beziehen. Hier würde ich zuerst den Sprechtext stellen und dann die Erklärung folgen lassen, wer warum was mit welchen Drohungen (die mir nicht einleuchten) gesagt hat.

Administrator O´Shannan Leiter der Exekutive wird das Nötige veranlassen.

Wie schon erwähnt, ich habe hier rein gar nichts verstanden. Was ist hier eigentlich das Problem? Worum geht es bitte? Das irgendwelche Leute sich leutselig auf Facebook austauschen?


Auf dem Rücksturz hinter die Mondbahn

Erinnert mich an Raumpatrouille Orion (schmunzel).

Fast auf den Meter genau in der Hälfte der Strecke von der Erde zum Mond hängt eine gewaltige zylindrische Raumstation in einem statischen Orbit.

Um welchen Orbit? Mond, Erde? Ach so, Erde. Aber kann man soweit draußen noch von Orbit sprechen?

Wo früher mächtige Geschütze fähig waren jeden Angreifer aus dem All zu fegen, ist das Habitat 12 nun die Heimat von sechs Millionen Zivilisten. Nur noch die dicke Panzerung zeugt von vergangener Macht.

Hier würde ich jetzt spätestens aufhören zu lesen (wenn ich mich hier nicht in der SW befinden würde). Schon wieder Raumkämpfe (gähn), Machtkämpfe (schnrrch), gibt es nichts interessanteres im All?

Schon wird ein zweites, kleineres Schiff sichtbar das von Außerhalb der Mondbahn mit lodernden Triebwerken in den Orbit des Habitats verzögert.

verzögert?

Ein dritter Mann wendet sich seiner Konsole zu und für ein paar Sekunden flammt der Bildschirm auf.

Sitzt Herr Kramer (wenn es sich um diesen handelt) nun in einem Holotank (wie gerade oben noch erwähnt) oder vor einer Konsole?

Das holografische Bild verändert sich stetig, Computerbänke überwachen und durchforsten das omnipräsente Internet und nutzt den konstanten Datenstrom die Anzeige mit jedem verstreichenden Moment zu verbessern.

Also die orten ein anderes Schiff über das Internet oder die müssen ihre Ortungssysteme ständig über das Internet updaten oder wie?

Eine Entdeckung durch die Unbekannten ist nicht unmöglich, wenn wir weiter inaktiv bleiben aber äußerst unwahrscheinlich.“

Unmöglich oder unwahrscheinlich? Die Grammatik ist ne Katastrplgtshe!

Vier Sphären erschienen, jeweils eine kleine um das Habitat und die fremden Schiffe, eine größere die alle drei Icons umfasst. »Unsere Daten über die Unbekannten stammen in erster Linie aus zivilen Quellen, hauptsächlich Privataufnahmen die im Internet kursieren. Seit kurzem ist die Kameradrohne eines Nachrichtendienstes im Anflug, wird jedoch erst nach uns eintreffen. Unsere passive Sensorik sollte in etwa zehn Minuten in der Lage sein die Schiffe zu zeichnen.« Er lässt nach und nach die einzelnen Sphären aufleuchten. »In neununddreißig Minuten sind wir nahe genug um mit unseren Bordwaffen einzugreifen. Das Angriffsfenster bleibt für siebzehn Minuten offen. Bisher ist es jedoch nicht zu feindlichen Handlungen durch die Fremden gekommen«

Alles, was ich hier verstehe, ist dass ein, zwei oder vielleicht auch mehr Schiffe (?), oder vielleicht auch eine Kameradrohne angeflogen kommt.

So und jetzt gebe ich es auf. Ich bin deinem Werk intellektuell nicht gewachsen. Tut mir leid. Vermutlich wirst du dich kaputt lachen über meine vielen Anmerkungen und Fragen aber ich verstehe hier nicht einmal Bahnhof.
Für meine Verständnis drückst du dich dermaßen intellektuell hochgestochen unverständlich aus, das macht einfach keinen Spaß zu lesen. Auch wenn ich nicht studiert habe, aber einem Stross oder Lem kann ich ohne Probleme folgen, dir leider nicht.
Schade.
Aber deine Kritiken an anderen Storys fand ich ziemlich gut!


LG
CraX
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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [1/5]

Beitragvon HerrGesangsverein » 14.03.2014, 13:34

CraX hat geschrieben:Hallo lieber HerrGesangsverein

Tach CraX,

Ich hab mir deine Kritik durchgelesen, manches davon zu Herzen genommen und zu den anderen Sachen jeweils eine Erklärung geschrieben.
Schade das meine Geschichte nichts für dich ist, aber vielleicht wird das ja noch in der (nahen) Zukunft was.
Ich schreib auch Sachen ohne Peng Peng. :D

CraX hat geschrieben:
Jedes mal wenn er die reale Welt fokussiert bricht sie wie ein Kaleidoskop in grau über ihm zusammen.

Den ersten Satz habe ich mehrmals gelesen und habe ihn immer noch nicht verstanden, bzw. ein Bild dazu bekommen. Was das Lesen - auch deines weiteren Textes - ungemein erschwert, ist, dass du grundsätzlich auf Kommas verzichtest. Also ohne dir nahe treten zu wollen, aber da solltest du dich erst einmal mit ein paar Kommaregeln beschäftigen.

Ja, Kommata sind nicht meine starke Seite, ich hab den Text nochmal überarbeitet und hoffe das ich alles gefunden habe.

CraX hat geschrieben:... und kann mir die Szene (nach mühseligen Analysen) nur so erklären: Also der Prota ist irgendwo jenseits der Realität, blickt mit einem Tunnelblick oder mit eingebautem Zoomobjektiv (möglicherweise ein Android?) immer mal wieder in die Realität, die ihm wie ein Kaleidoskop (also Tunnelblick oder etwas Fernrohrartiges?), also zunächst bunt, aber sofort grau in tausend Scherben zerfällt und auf ihn nieder rieselt oder so ähnlich.
Auch die anschießenden Sätze machen das Ganze nicht klarer:

Er schüttelt den Verlust ab und mustert die, die ihm gleichen.

Welchen Verlust schüttelt er ab? Den der Farbe? Den der Realität? Den der Nichtrealität? Ich verstehe leider kein Wort.

Sieh es mal so. Wenn du mit einem Augenblick in eine unbestimmte Zukunft versetzt wird, die mehrere Jahrtausende von unserer entfernt ist. Erwartest du da wirklich alles zu verstehen? Wie langweilig wär dass denn?

CraX hat geschrieben:
Er genießt es, vor ihnen zurück zu kommen, ein kurzer Moment sich zu sammeln.

Von wo kommt er zurück?
Zu tief verwurzelt in der Konstruktwelt wirken die anderen oft wie Getriebene. Sie erleben, fühlen den Mahlstrom aus Stimmungen, Emotionen und Meinungen den die Menschen das Internet nennen. Sie nehmen alles auf wie ein Schwamm, ungefiltert, ohne zu hinterfragen.

Nachdem ich es dreimal gelesen habe, ist das der erste Abschnitt, den ich möglicherweise zu verstehen glaube. Also war der Typ anscheinend im Internet unterwegs?

O´Shannan wischt ärgerlich mit der Hand durch die Luft vor Keitels Drink.

Jetzt hatte ich fast schon gedacht, ich hätte es kapiert, dass die vor ihren PCs sitzen und sich über das Internet unterhalten, aber jetzt steht da plötzlich mitten im Raum ein Drink. Seltsames Szenenbild.

Subadministrator Sandoval treibt noch immer halb in der Konstruktwelt. Er lümmelt auf dem Sofa herum und nippt an seinem Cognac.

Also sitzen die definitiv nicht vor irgendwelchen PCs. Vielleicht unter Videobrillen? 3D-Helmen? In Holosimmulationen?

Heutzutage befinden sich einige von uns 24 Stunden am Tag im Internet. Nicht nur PCs, Laptops und Smartphones, nein wir haben Google Glases. Die ersten 3D Brillen würden in den 90ern entwickelt und vertrieben. Such mal nach der "Okolus Rift". Das ist alles Technologie die heute existiert, jetzt in diesem Augenblick!
Wissenschaftler sind dabei erste funktionsfähige Hologramme ohne ein tragendes Medium zu erschaffen. Ich bezweifle das die Menschen in mehreren tausend Jahren solchen Tinnef noch brauchen werden.

CraX hat geschrieben:
Ihre Augen starren ins Nichts und springen umher auf Reize reagierend die nur sie sehen.

Hier stimmt etwas grundsätzlich nicht im Satzaufbau (neben den fehlenden Kommas).

Ich sehe außer den fehlenden Kommata kein Problem mit dem Satzbau. Gut, es ist kein einfacher satz, aber das macht ihn ja nicht automatisch falsch.

CraX hat geschrieben:
Manche befürchten schon eine neue Inkursion.«

Schön, Fremdwörter in SF einzubringen, die kein Mensch versteht, hat natürlich Methode und ich meckere normalerweise auch nicht (würde gerne selber wissen, wo man die immer herbekommt), wenn es sich aus dem Kontext erahnen lassen würde, worum es sich handelt. Da ich aber bisher fast nichts verstanden habe, kann ich hier noch nicht einmal raten.

Dieser Text ist um einiges länger als das 1000 Wörter Limit. Es wird im späteren Verlauf noch einmal darauf eingegangen.
Der Begriff "Inkursion" selbst kann gleichbedeutend sein mit "Invasion", weicht aber in den Feinheiten davon ab. Der Duden erklärt ihn als "Übergriff, Eingriff".
Hier in diesem Kontext benutze ich ihn für einen Angriff der drei Jahrhunderte zuvor fast die Bewohner des Systems ausgelöscht hat und sie in eine Isolation trieb.
Das erste mal bin ich darüber gestolpert in Scott Westerfelds Buch Weltensturm. Großartiges Buch, es handelt zwar vordergründig auch von Raumschlachten, beschäftigt sich aber auf einer tieferen Ebene mit politischen Umwälzungen, subjektiver Wahrnehmung und sogar einer tragischen Romanze über relativistische Entfernungen.

CraX hat geschrieben:
»Dies ist eine von vielen Fragen auf die wir keine Antwort haben. Wir müssen abwarten und beobachten.«

Äh – wie war die Frage gleich noch mal?

Es geht dabei nicht um eine Frage im grammatikalischen Kontext. Sie steht im Raum ohne gestellt worden zu sein. "Ist es eine neue Inkursion?"

CraX hat geschrieben:
Die Subadministratoren Xiao Xi und N´Kebe sind in der Konstruktwelt derart eng miteinander verworren da es scheint als teilen sie sich ein Bewusstsein. So klingt alles was sie sagen wie eine finstere Drohung des Schicksals.
Wann immer Sie sprechen tun Sie es gemeinsam. Auf eine verstörende Art zweistimmig, das selbe zur gleichen Zeit oder mitten im Satz springend, der eine beendet was der andere beginnt. »Die Menschen verlangen Maßnahmen. Eine unmittelbare Intervention!«

Auch das musste ich mehrmals durchlesen, bis ich verstand, dass sich die Beschreibung der beiden Subadministratoren auf die zuhinterst angestellte Aussage beziehen. Hier würde ich zuerst den Sprechtext stellen und dann die Erklärung folgen lassen, wer warum was mit welchen Drohungen (die mir nicht einleuchten) gesagt hat.

Da hast du absolut Recht, ich habe es entsprechend umgestellt.

CraX hat geschrieben:
Administrator O´Shannan Leiter der Exekutive wird das Nötige veranlassen.

Wie schon erwähnt, ich habe hier rein gar nichts verstanden. Was ist hier eigentlich das Problem? Worum geht es bitte? Das irgendwelche Leute sich leutselig auf Facebook austauschen?

Das sich Leute leutselig auf Facebook austauschen ist nicht das Problem, sondern vielmehr eine der Prämissen des Universums in dem ich schreibe.
Um das kurz zu umreißen: Diese Menschen leben in einer fiktiven Zukunft in der sich das Internet derart weiterentwickelt hat das es jedem Einwohner des Systems einen unmittelbaren Einfluss auf die soziologischen und politischen Prozesse erlaubt. Fast jeder ist ständig im Internet und greift darauf über verschiedene Implantate zu. Das ganze Läuft auf einer separaten Ebene des Bewusstseins ab und der jeweilige Anwender kann seine Aufmerksamkeit von der einen Ebene auf die andere verschieben. Es ist die These das der Mensch nach der, in unserer heutigen Zeit realen, Stagnation der Evolution durch den Wegfall des evolutionären Druckes, durch künstliche Mittel Einfluss auf die eigene Evolution nimmt und sich auch ohne ein "natürliches" Zutun weiter entwickelt.
Diese Gruppe von Leuten in die ich den Leser so unvorbereitet werfe hat dabei die Aufgabe den allgemeinen Konsens zu interpretieren und entsprechend in die Tat umzusetzen. Aber das sinnvoll in einem Text mit 5500 Wörtern beschreiben zu wollen ist aussichtslos.


CraX hat geschrieben:
Auf dem Rücksturz hinter die Mondbahn

Erinnert mich an Raumpatrouille Orion (schmunzel).

Das ist auch der korrekte Terminus aus der Astrogation (Navigation im All).

CraX hat geschrieben:
Fast auf den Meter genau in der Hälfte der Strecke von der Erde zum Mond hängt eine gewaltige zylindrische Raumstation in einem statischen Orbit.

Um welchen Orbit? Mond, Erde? Ach so, Erde. Aber kann man soweit draußen noch von Orbit sprechen?

Ich habe keinen passenderen Begriff gefunden, obwohl ich danach gesucht habe. So musste Orbit herhalten, um die Position der Station zu definieren, obwohl es zugegebenermaßen wissenschaftlich ein unkorrekter Begriff ist.

CraX hat geschrieben:
Wo früher mächtige Geschütze fähig waren jeden Angreifer aus dem All zu fegen, ist das Habitat 12 nun die Heimat von sechs Millionen Zivilisten. Nur noch die dicke Panzerung zeugt von vergangener Macht.

Hier würde ich jetzt spätestens aufhören zu lesen (wenn ich mich hier nicht in der SW befinden würde). Schon wieder Raumkämpfe (gähn), Machtkämpfe (schnrrch), gibt es nichts interessanteres im All?

Zum einen mag ich Action, sie wird immer einen Platz in meinen Geschichten haben. Aber es ist auch ein Mittel zum Zweck, Action um der Action willen versuche ich zu vermeiden.
Außerdem bin ich überzeugt das Gewalt ein Teil des Menschlichen Wesens ist. Wohin wir gehen wird sie uns folgen, leider.

CraX hat geschrieben:
Schon wird ein zweites, kleineres Schiff sichtbar das von Außerhalb der Mondbahn mit lodernden Triebwerken in den Orbit des Habitats verzögert.

verzögert?

Verzögern ist ein in der Astrogation geläufige Begriff für eine negative Beschleunigung. Maßgeblich wird er in Texten verwendet bei denen Lesefluss ein Faktor ist. Ein Satz wie "Das Raumschiff beschleunigte negativ" ist eine wirklich unschöne Konstruktion und der Satz "Das Raumschiff bremste" ist wissenschaftlich einfach nur falsch.

CraX hat geschrieben:
Ein dritter Mann wendet sich seiner Konsole zu und für ein paar Sekunden flammt der Bildschirm auf.

Sitzt Herr Kramer (wenn es sich um diesen handelt) nun in einem Holotank (wie gerade oben noch erwähnt) oder vor einer Konsole?

Ein Holotank macht die persönliche Konsole der Crew doch nicht unnötig. Irgendwo müssen die ja ihre Befehle eingeben.

CraX hat geschrieben:
Das holografische Bild verändert sich stetig, Computerbänke überwachen und durchforsten das omnipräsente Internet und nutzt den konstanten Datenstrom die Anzeige mit jedem verstreichenden Moment zu verbessern.

Also die orten ein anderes Schiff über das Internet oder die müssen ihre Ortungssysteme ständig über das Internet updaten oder wie?

Ein System zu aktiver Ortung wie Radar (Oder Sonar, oder Lidar) bedingt immer das aussenden von Strahlung. Die logische Konsequenz davon ist zum einen eine erhöhte Reichweite der Ortung, aber eben auch die Preisgabe der eigenen Position. Eine passive Ortung verbirgt zwar die eigene Position, erschwert es aber Informationen über ein Ziel, welcher Natur auch immer, zu sammeln.
Es erschien mir nur logisch in einem System in dem ein omnipräsenter Zugriff auf ein freies Netzwerk vorhanden ist die eigene passive Ortung durch das aufnehmen weiterer Daten aus eben diesem Netzwerk zu stützen.

CraX hat geschrieben:
Eine Entdeckung durch die Unbekannten ist nicht unmöglich, wenn wir weiter inaktiv bleiben aber äußerst unwahrscheinlich.“

Unmöglich oder unwahrscheinlich? Die Grammatik ist ne Katastrplgtshe!

Ich glaube du hasst da das kleine Wort "nicht" übersehen. Eine Entdeckung ist nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich.

CraX hat geschrieben:
Vier Sphären erschienen, jeweils eine kleine um das Habitat und die fremden Schiffe, eine größere die alle drei Icons umfasst. »Unsere Daten über die Unbekannten stammen in erster Linie aus zivilen Quellen, hauptsächlich Privataufnahmen die im Internet kursieren. Seit kurzem ist die Kameradrohne eines Nachrichtendienstes im Anflug, wird jedoch erst nach uns eintreffen. Unsere passive Sensorik sollte in etwa zehn Minuten in der Lage sein die Schiffe zu zeichnen.« Er lässt nach und nach die einzelnen Sphären aufleuchten. »In neununddreißig Minuten sind wir nahe genug um mit unseren Bordwaffen einzugreifen. Das Angriffsfenster bleibt für siebzehn Minuten offen. Bisher ist es jedoch nicht zu feindlichen Handlungen durch die Fremden gekommen«

Alles, was ich hier verstehe, ist dass ein, zwei oder vielleicht auch mehr Schiffe (?), oder vielleicht auch eine Kameradrohne angeflogen kommt.

Das ist auch mehr oder minder genau was da steht.

CraX hat geschrieben:So und jetzt gebe ich es auf. Ich bin deinem Werk intellektuell nicht gewachsen. Tut mir leid. Vermutlich wirst du dich kaputt lachen über meine vielen Anmerkungen und Fragen aber ich verstehe hier nicht einmal Bahnhof.
Für meine Verständnis drückst du dich dermaßen intellektuell hochgestochen unverständlich aus, das macht einfach keinen Spaß zu lesen. Auch wenn ich nicht studiert habe, aber einem Stross oder Lem kann ich ohne Probleme folgen, dir leider nicht.
Schade.

Lustigerweise war Accelerando von Stross eines der Bücher die mich dazu bewegt haben wieder mit Schreiben anzufangen.
Ich habe allerdings schon vermutet das ich mit dieser Story über das Ziel hinaus geschossen bin. Es ist halt diese komplexe Art von Science Fiction die mich inspiriert. Nur bedeutet komplex auch immer gleich schwer. Zum einen schwer zu lesen, zum anderen aber auch schwer zu schreiben.
Wie ich in meiner Einleitung schon geschrieben habe ist es nach langer Zeit das erste war das ich geschrieben habe und wenn ich über konstruktive Kritik lachen würde wäre ich das was man korrekterweise mit dem Terminus "Arschloch" beschreibt. :D
Ich danke dir für deine Kritik.

CraX hat geschrieben:Aber deine Kritiken an anderen Storys fand ich ziemlich gut!

Danke auch dafür, ich mach mir immer Sorgen dass ich da wie ein Besserwisser rüber komme. :D
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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [1/5]

Beitragvon CraX » 16.03.2014, 02:36

Hallo lieber HerrGesangsverein,

Jetzt bin ich doch noch mal hier.
Ich finde deine Kommentare zu den anderen Werken einfach so hochgradig professionell, bzw. merkt man einfach, dass da ein Profi am Werk ist, der einem die physikalischen Begebenheiten im Raum-Zeit-Kontinuum so vortrefflich zu erklären vermag. In diesen Kommentaren drückst du dich so klar verständlich aus, dass ich es einfach nicht verstehen kann, warum dir das in deiner Geschichte nicht gelingt.
Die Frage ist hier vielleicht, für wen du eigentlich schreiben willst? Für einen auserlesenen Kreis von Physikern? Es mag ja sein, dass alle deine Beschreibungen in deiner Story physikalisch korrekt und in der Zukunft absehbar und mit deinem Hintergrundwissen somit auch fundiert sind, aber ich bin mir sicher, dass ich hier nicht der einzige bin, der damit seine Schwierigkeiten hat.
Deine Sprache wirkt für mich so, als käme sie wirklich aus einer weit entfernten Zukunft, und ist durch einen Zeitmaschinenunfall hier verstümmelt angekommen.
All die Erklärungen, die du zu meiner Kritik im 1.Teil gegeben hast, machen das Geschehen zwar um einiges klarer, aber es nützt mir als normal sterblichen Homo Sapiens Leser wenig, wenn das nicht im eigentlichen Text schon verständlich wird. Es sei denn, du verlinkst alle diese Punkte mit keinen Sternchen (*) und klebst, wie in korrekt wissenschaftlichen Büchern, dann die Erklärung am Seitenende unten dran. Aber ob das dem Lesefluss zugute kommt?
Zudem, und das macht das Ganze vielleicht auch so sperrig, steht bei dir die Technik im Vordergrund. Eben diese (vielleicht stimmige) Technik und deren Begriffe, aber der Mensch, bzw. der Hauptdarsteller verschwindet vollkommen in diesem Technowirrwar. Bzw. er taucht gar nicht erst auf.
Was ich meine, ist, dass in einer Geschichte immer der Mensch, also der (oder auch die) Hauptdarsteller(innen) im Vordergrund stehen sollten, deren Gedanken, Erlebnisse und Gefühle. Die ganze Technik, die ganzen tollen Erfindungen, die ganze Physik im SF, was auch immer sich in völlig absurden oder fremden Welten, in fernen Raumschlachten oder was auch immer abspielen mag, ist letztlich nur das Gewürz, das dazu dient, um die Geschichte eines Menschen (von mir aus auch eines Aliens) zu beschreiben.
Natürlich sind die phantastischen Elemente (oder in deinem Fall die real fundierten Möglichkeiten der Zukunft) im SF das, was dieses Medium ausmacht, aber wenn es nur alleine da steht, fehlt einfach etwas wichtiges.

Sieh es mal so. Wenn du mit einem Augenblick in eine unbestimmte Zukunft versetzt wird, die mehrere Jahrtausende von unserer entfernt ist. Erwartest du da wirklich alles zu verstehen? Wie langweilig wär dass denn?

Ich verlange ja gar nicht, alles zu verstehen, im Gegenteil. Aber ich bekomme einfach kein Bild zu deiner Beschreibung. Selbst, wenn jemand aus einer völlig anderen (Internet-Holo-?)Welt herausgerissen wird und sich erst einmal orientieren muss (was genau genommen unstimmig ist, da die Menschen der fernen Zukunft eigentlich ständig damit konfrontiert sein dürften), solltest du dem Leser ein (vielleicht verschwommenes) Bild liefern, mit dem er etwas anfangen kann.

Also ich versuche mal ein Experiment und schreibe die Szene etwas um und vielleicht merkst du, worauf ich hinaus will (auch wenn ich immer noch nicht weiß, wie die einzelnen Bilder zu deuten sind und ich sie möglicherweise falsch wieder gebe):

Jedes mal, wenn er in die reale Welt zurück geworfen wird, zerbröselt die Konstruktwelt wie die Farben eines Kaleidoskopes, verwandelt sich in graue Flocken, die auf ihn herab rieseln.
Er schüttelt die letzte Reste der Bilder von sich, registriert langsam die Gestalten, die um ihn herum sitzen. Sie gleichen ihm, befinden sich aber immer noch im Netz, ihre Augen starren ins Nichts und springen umher, reagieren auf Reize, die nur sie sehen. Er genießt es, vor ihnen zurück gekommen zu sein, es gibt ihm einen kurzen Moment, sich zu sammeln.
Er blickt sich um und mustert seine Kollegen. Sie zucken und rudern wie Getriebene, als ob ihnen jemand im Nacken sitzt.
Wenn man zu tief in der Konstruktionswelt versunken ist, fühlt man diese Mahlstrom aus Stimmungen, Emotionen und Meinungen und kann sich ihnen nicht mehr entziehen. Die Menschen nennen es das „Internet“. Sie nehmen alles auf wie ein Schwamm, ungefiltert, ohne zu hinterfragen.


Es ist sicher noch nicht optimal, aber verstehst du, was ich meine? Der Raum und die Menschen, die man hier vorfindet, sollten dann auch noch etwas genauer beschrieben werden, damit der Leser ein Gefühl dafür bekommt, wo er sich (zusammen mit dem Prota) befindet.

Also sitzen die definitiv nicht vor irgendwelchen PCs. Vielleicht unter Videobrillen? 3D-Helmen? In Holosimmulationen?
(...)
Wissenschaftler sind dabei erste funktionsfähige Hologramme ohne ein tragendes Medium zu erschaffen. Ich bezweifle das die Menschen in mehreren tausend Jahren solchen Tinnef noch brauchen werden.

Ich habe mich an dieser Stelle ja auch nur gefragt, was und vor allem wie die da was machen und du hast keine Beschreibung dazu geliefert und deshalb frage ich mich das.

»Dies ist eine von vielen Fragen auf die wir keine Antwort haben. Wir müssen abwarten und beobachten.«
Äh – wie war die Frage gleich noch mal?
Es geht dabei nicht um eine Frage im grammatikalischen Kontext. Sie steht im Raum ohne gestellt worden zu sein. "Ist es eine neue Inkursion?"

Verstehe, aber dann solltest du die nicht gestellte Frage implizieren, also etwa so:
„Die Frage ist, ob wir es hier mit einer neuen Inkursion zu tun haben! Wir haben darauf keine Antwort. Wir müssen abwarten und beobachten.“

Also ich gehe jetzt nicht noch mal auf alle Stellen ein, das sind nur ein paar Beispiele.


Hier würde ich jetzt spätestens aufhören zu lesen (wenn ich mich hier nicht in der SW befinden würde). Schon wieder Raumkämpfe (gähn), Machtkämpfe (schnrrch), gibt es nichts interessanteres im All?
Zum einen mag ich Action, sie wird immer einen Platz in meinen Geschichten haben. Aber es ist auch ein Mittel zum Zweck, Action um der Action willen versuche ich zu vermeiden.
Außerdem bin ich überzeugt das Gewalt ein Teil des Menschlichen Wesens ist. Wohin wir gehen wird sie uns folgen, leider.

Ganz meiner Meinung. Action ist auch ok, in dem Sinn wie du sagst. Was ich mit meiner flapsigen Aussage meinte, war, dass mich persönlich diese Art von SF eigentlich nicht so sehr interessiert, in dem die ewig menschlichen Konflikte in ein künftiges Imperium verlagert werden, also weiterhin das alte Wildwestspiel im Weltraum betrieben wird und der Verweis auf die Vergangenheit des Habitats lässt dies eben vermuten. Aber wenn zudem der Schreibstil so komplex wird, dass ich Kopfweh davon bekomme, gibt es für mich keinen Grund mehr, weiter zu lesen.

Lustigerweise war Accelerando von Stross eines der Bücher die mich dazu bewegt haben wieder mit Schreiben anzufangen.
Ich habe allerdings schon vermutet das ich mit dieser Story über das Ziel hinaus geschossen bin. Es ist halt diese komplexe Art von Science Fiction die mich inspiriert. Nur bedeutet komplex auch immer gleich schwer. Zum einen schwer zu lesen, zum anderen aber auch schwer zu schreiben.


Ich glaube nicht, dass schwere oder komplexe SF auch schwer zu vermitteln ist, es ist einfach die Art, wie man das macht. In deinen Kritiken gelingt dir das total gut, komplexe Vorgänge zu beschreiben. Warum nicht in deiner Story?
Dem Stross ist es doch auch gelungen. (Ich muss zugeben, bei William Gibson bin ich auch nicht mehr mitgekommen, aber das lag möglicherweise auch daran, dass mich auch dieses Thema nicht so sehr interessiert hat).

Also ich würde mich auf eine verständlichere Version freuen.



LG CraX
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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [1/5]

Beitragvon HerrGesangsverein » 16.03.2014, 04:49

CraX hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass schwere oder komplexe SF auch schwer zu vermitteln ist, es ist einfach die Art, wie man das macht. In deinen Kritiken gelingt dir das total gut, komplexe Vorgänge zu beschreiben. Warum nicht in deiner Story?
Dem Stross ist es doch auch gelungen. (Ich muss zugeben, bei William Gibson bin ich auch nicht mehr mitgekommen, aber das lag möglicherweise auch daran, dass mich auch dieses Thema nicht so sehr interessiert hat).

Also ich würde mich auf eine verständlichere Version freuen.
LG CraX


Genau wegen dieser Art Kritik habe ich mich hier angemeldet!
Ich bin in keinster Weise ein Profi was die technischen und physikalischen Details angeht. Ich habe aber den Anspruch an mich selbst diese Details so präzise und fundiert darzustellen wie es mir als Laie möglich ist. Das ist in meinem Fall mit einer Unmenge an Recherche verbunden.
Um ehrlich zu sein macht es mir auch unheimlichen Spaß mir das nötige Wissen zu erarbeiten.

Mir war klar das sie für einige Leser schwer verständlich sein würde, das es aber dann doch SO schlimm ist zeigt mir das die Balance hier nicht stimmt.
Dazu kommt das diese Geschichte ganz klar nicht zur Veröffentlichung gedacht war, sie ist also in ihrem Kern für mich selbst geschrieben. Trotzdem muss sie funktionieren. Und wenn sie jemandem der Stross liest zu kompliziert ist, tut sie das nicht.

Ich glaube aber nicht dass ich sie noch einmal in einem großen Maßstab überarbeiten werde, weil sie für mich einfach nicht mehr wirklich aktuell ist. Das Feedback das ich hier bekomme wird aber unter Garantie in meine aktuelleren Projekte mit Einfließen.
Ein Teil des Plots wird darin auch wieder auftauchen.

Im Moment beschäftige ich mich mit Biologie und Terraforming. Das wird ne Herausforderung.

Im Moment bastel ich was für die aktuelle Dienstagsübung, aber das wird wohl eher ziemlich trashig werden. :D
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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [1/5]

Beitragvon Sartea » 20.03.2014, 00:16

Sei mir gegrüßt Olli.
Ich hoffe, dass es dir gut geht. :)

Darf ich zunächst anmerken, dass weder dein Name noch dein Nick der Ausdrucksweise,
mit der du naturwissenschaftliche Fakten erläuterst, gerecht wird? Es ist als würde sich ein 2 Meter großer Bodybuilder als Kimberly vorstellen. :D

Doch Schwamm drüber. Ich habe den ersten Teil deiner Geschichte und CraX' ausführliche Kommentare dazu gelesen. Wenn du es gestattest versuche ich mich an einer zweiten Meinung.

Das Werk

Da es sich bei dem Text um einen 1000 Wörter langen, ersten Teil einer längeren Geschichte handelt, ist es natürlich noch nicht möglich deren Inhalt kompakt wieder zu geben. Aus dem Titel und den ersten Informationen schließe ich, dass der Leser letztendlich dem Kampf des Schiffes Kormoran beiwohnen wird, dem bei einem unerwarteten Angriff unbekannter Aggressoren eine Schlüsselrolle zukommt.

Idee, Charaktere, Handlung und Logik

Aus den ersten Beschreibungen der futuristischen Welt und der Handlung, lassen sich noch nicht viele originelle Ideen erkennen. Das angerissene politische System, das auf der Vernetzung aller darin befindlicher Individuen aufgebaut ist habe ich jedoch in der Form noch nirgendwo gelesen. Es erinnert ein wenig an ein Sachwarmbewusstsein, bei dem jedoch die Drohnen weiterhin ihren freien Willen ausüben. Eine ähnliche Struktur des Konsens findet man bei den Geth (Mass Effekt), den Zerg (StarCraft) und den Borg (StarTrek). Ich erwähne das, weil du mich damit für deine Geschichte gewonnen hast. Ich möchte wissen ob es dir gelingt diese Form der Existenz realistisch darzustellen. Außerdem ist der Gedanke interessant, dass damit die Stagnation einer Gesellschaft verhindert werden kann, welche ab einer bestimmten Entwicklungstuffe der Übersättigung unweigerlich eintreten muss.

Die wenigen Charaktere die du bis jetzt vorgestellt hast, sind sehr blass da weder ihr Äußeres noch ihr Inneres beschrieben wird. Sie hinterlassen keinen Eindruck. Der einzige, der in dieser Hinsicht einigermaßen besser weg kommt ist O´Shannan. In der dürftigen Charakterbeschreibung sehe ich verschenktes Potenzial.

Über die Logik und Plausibilität der Handlung und der Weltdarstellung lässt sich noch nicht viel sagen. Die einzige Stelle die mich in der Hinsicht stutzen ließ war diese hier:

HerrGesangsverein hat geschrieben:Administrator O´Shannan Leiter der Exekutive, wird das Nötige veranlassen.


Die Verwendung des Begriffs Exekutive impliziert, dass in der von dir beschriebenen Gesellschaft noch immer eine Gewaltenteilung praktiziert wird. Neben der Exekutive (ausführende Gewalt), muss es also auch eine Legislative (gesetzgebende Gewalt) geben. Dass O´ Shannan als Leiter der Exekutive das Nötige veranlassen wird ist daher sehr ungewöhnlich. Etwas zu veranlassen wäre die Aufgabe der Gesetzgebung.

Stil, Grammatik und Formatierung

Deinen Schreibstil empfinde ich als gewöhnungsbedürftig. Er passt durchaus zu der fremden, komplexen und verworrenen Welt der Zukunft. Aber deine Leser stammen leider aus der heutigen Zeit. :P

Der Text ist sehr schwer zu lesen. Die meisten Sätze klingen seltsam. Ihr Zusammenspiel funktioniert in den seltensten Fällen. Ein Lesefluss entwickelt sich zu keinem Zeitpunkt.

Aber das wäre zu verkraften, weil gerade diese ungewohnte Holprigkeit (wie oben erwähnt) zu der dargestellten Welt passt und sogar so etwas wie Atmosphäre aufbaut.

Leider blitzen ab und zu Dialoge oder einzelne Wörter auf, die für mich einfach nicht zum Rest passen und diese Atmosphäre zerstören. Ein Paar Beispiele:

HerrGesangsverein hat geschrieben:Er lümmelt auf dem Sofa herum und nippt an seinem Cognac.


HerrGesangsverein hat geschrieben:»Ich will diesen Mist nicht wieder hören.«


HerrGesangsverein hat geschrieben:Steuermann Kramers Hand fuchtelt wage in Richtung der taktischen Projektion.


Bei der Grammatik spielst du mit Extremen. CraX erwähnte ja bereits die mangelnde Interpunktion. Daneben sind mir jedoch nur sehr wenige Fehler aufgefallen.

Zusätzlich zu den bereits erwähnten Problemen erschweren fehlende Absätze das flüssige Lesen. Absätze sollte man bei abgeschlossenen Gedankengängen, Erklärungen und Ortswechseln machen. Damit könntest du also ruhig großzügiger sein. ;)

Einzelverweise

HerrGesangsverein hat geschrieben:Er genießt es, vor ihnen zurück zu kommen, ein kurzer Moment sich zu sammeln.


Dieser Satz liest sich ungelenk. Mein Vorschlag:

Er genießt es vor ihnen zurück zu kommen und sich für einen kurzen Moment zu sammeln.


HerrGesangsverein hat geschrieben:Es ist eine unnötige Bemerkung, die dazu Dient, sie ärgerlich zu machen.


Das „Dient“ sollte klein geschrieben werden.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Sie alle folgen den Newsfeeds und den Videostreams die, die sozialen Netzwerke überfluten.


Das gesetzte Komma fühlt sich falsch an. Außerdem sollte man etwas gegen das doppelte „die“ unternehmen. Eine Möglichkeit:

Sie alle folgen den Newsfeeds und den Videostreams, welche die sozialen Netzwerke überfluten.


Fazit
Deine Geschichte macht es mir verdammt schwierig sie zu mögen. Dabei bin ich durchaus neugierig auf die Welt die sich nach dieser kurzen Einführung abzuzeichnen beginnt. Deine Ausführungen deuten darauf hin, dass du die Kompetenz besitzt eine solche Welt glaubwürdig und interessant zu gestalten. Leider wird sie dadurch nicht zugänglicher.

Ich musste das Sammeln der Einzelverweise vorzeitig abbrechen, weil ich das Bedürfnis hatte fast jeden deiner Sätze umzustellen damit es sich (für mich) besser (und verständlicher) anhört. Hier solltest du den Grundstein für Verbesserungen legen. Satzbau und ihre dynamische Eingliederung in ein zusammenhängendes Satzsystem.

Das war es. Ich hoffe, dass dir mein Kommentar ein wenig geholfen hat und wünsche noch einen angenehmen Abend. ;)

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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [1/5]

Beitragvon Namoria » 26.03.2014, 13:58

Hallo HerrGesangsverein,

da mich deine Geschichte fasziniert hat, möchte ich ihr einen Kommentar widmen.

Vielleicht braucht man in der Zukunft keine Kommata mehr, aber im Hier und Jetzt wird das Lesen deiner Geschichte ohne sie zu einer Qual: Man muss sich sozusagen mit einer Machete eine Schneise durch einen eigentlich hochinteressanten Dschungel bahnen! Die anderen haben das bereits in ihren Kommentaren angemerkt und du hast deine "Komma-Schwäche" auch eingestanden. Meiner Meinung nach büßt dein Text gar nicht wegen "Fachausdrücken" seine Lesbarkeit ein, sondern primär wegen der mangelhaften Interpunktion. Daher habe ich im I. Teil meines Kommentars versucht, möglichst alle Zeichensetzungsfehler ausfindig zu machen. Warum? Weil ich finde, dass deine Geschichte es verdient.

Hier kannst du dir die Grundlagen der Kommasetzung durchlesen oder anhören.

-------------------------------------------------------
I. Teil: Rechtschreibung, Interpunktion & Stilistisches

Jedes mal, wenn er die reale Welt fokussiert, bricht sie wie ein Kaleidoskop in grau über ihm zusammen.

a) "Jedes Mal" b) "in Grau" (substantivierte Farbe)

-------------------------------------------------------
Ihre Augen starren ins Nichts und springen umher, auf Reize reagierend die nur sie sehen.

Relativsatz (Reize, die): "[...] auf Reize reagierten, die nur sie sehen".

-------------------------------------------------------
Sie erleben, fühlen den Mahlstrom aus Stimmungen, Emotionen und Meinungen den die Menschen das Internet nennen.

Relativsatz (Mahlstrom, den): "[...] Mahlstrom [...], den die Menschen das Internet nennen".

-------------------------------------------------------
Administrator O´Shannan mag den Gedanken er sei anders.

"[...] den Gedanken, er sei anders."

-------------------------------------------------------
Es ist eine unnötige Bemerkung, die dazu Dient, sie ärgerlich zu machen.

Tippfehler, "dienen" ist ein Verb, also: "dient".

-------------------------------------------------------
Sie alle folgen den Newsfeeds und den Videostreams die, die sozialen Netzwerke überfluten.

Relativsatz (Videostreams, die): "Sie alle folgen den Newsfeeds und den Videostreams, die die sozialen Netzwerke überfluten". Die Konstruktion "die die" würde ich immer irgendwie zu vermeiden versuchen. Es ist zwar grammatikalisch korrekt, aber hört sich doch recht unschön an. Eine einfache Möglichkeit wäre:
"Sie alle folgen den Newsfeeds und den Videostreams, die gerade die sozialen Netzwerke überfluten."

-------------------------------------------------------
Subadministrator Keitel schüttelt seine Orientierungslosigkeit als erstes ab.

Ok, das ist tricky. "Als Erstes" ist eine substantivierte Zahl: "Subadministrator Keitel schüttelt seine Orientierungslosigkeit als Erstes ab".

-------------------------------------------------------
O´Shannan wischt ärgerlich mit der Hand durch die Luft vor Keitels Drink.

Den Satz würde ich umstellen: "O’Shannan wischt vor Keitels Drink ärgerlich mit der Hand durch die Luft."
Wie du den Satz schreibst, sagt er sinngemäß aus, dass O’Shannan die Luft vor Keitels Drink ärgerlich mit der Hand durchwischt. Das mag zwar stimmen, ist aber eine recht merkwürdige Aussage.

-------------------------------------------------------
Dreihundert Jahre in denen wir Isoliert sind.

"Dreihundert Jahre, in denen [...]"

-------------------------------------------------------
Der Sprecher der Akademikerkolonieen der Monde des Systems, Subadministrator Sandoval treibt noch immer halb in der Konstruktwelt.

Da gehört kein Komma hin, da es sich um einen vorangestellten Beruf bzw. Titel des Subaministrators handelt (Schema: Titel/Name). Siehe: König Heinrich VII.; Präsident Kennedy (ohne Komma).

-------------------------------------------------------
Dies ist eine von vielen Fragen auf die wir keine Antwort haben.

"[...] Fragen, auf die [...]"

-------------------------------------------------------
Die Subadministratoren Xiao Xi und N´Kebe sind in der Konstruktwelt derart eng miteinander verworren das es scheint als teilen sie sich ein Bewusstsein.

"Dass" mit zwei S wird immer dann geschrieben, wenn ein Konsekutivsatz (Folgesatz) vorliegt:
"[...] derart miteinander verworren, dass es scheint [...]"
Und dann der vergleichende Nebensatz:
"[...], als teilten [Konjunktiv II] sie sich ein Bewusstsein".

-------------------------------------------------------
Auf eine verstörende Art zweistimmig, das selbe zur gleichen Zeit, oder mitten im Satz springend, der eine beendet was der andere beginnt.

"dasselbe".

-------------------------------------------------------
So klingt alles was sie sagen, wie eine finstere Drohung des Schicksals.

"[...] alles, was sie sagen, [...]"

-------------------------------------------------------
Administrator O´Shannan Leiter der Exekutive, wird das Nötige veranlassen.

Administrator ist der Titel/Beruf von O’Shannan, "Administrator" steht in deinem Satz vor O’Shannan, also muss da kein Komma hin; völlig richtig!
Dann ist O’Shannan ber auch noch "Leiter der Exekutive", was in deinem Satz nach O’Shannan steht, also eine Einschub ist. Hier wird der Titel/Beruf "Leiter der Exekutive" mit zwei Kommata eingegrenzt, weil er nicht vor dem Namen (Administrator O'Shannan) steht, sondern dahinter:
"Administrator O’Shannan, Leiter der Exekutive, wird das Nötige veranlassen."
Link.

-------------------------------------------------------
Fast auf den Meter genau, auf der Hälfte der Strecke, von der Erde zum Mond hängt, eine gewaltige zylindrische Raumstation in einem stationären Orbit.

In diesem Satz kommt gar kein einziges Komma hin.

-------------------------------------------------------
Während der Inkursion hatten alle Bemühungen, das System zu Verteidigen hier ihren Ausgangspunkt.

Weder ein Relativ- noch ein Konsekutivsatz. Du bestimmst einfach die "Bemühungen" näher. Der Satz ist so, wie er jetzt da steht, fast unlesbar.
"Während der Inkursion hatten alle Bemühungen, das System zu verteidigen, ihren Ausgangspunkt."

-------------------------------------------------------
Wo früher mächtige Geschütze fähig waren, jeden Angreifer aus dem All zu fegen, ist das Habitat 12 nun die Heimat von sechs Millionen Zivilisten.

Hier ist das Komma vollkommen richtig... Und das an so "schwieriger" Stelle! Jetzt frage ich mich, ob du die Interpunktion nicht doch hervorragend beherrschst und ich mir die Mühe umsonst mache ;-)

-------------------------------------------------------
Gewaltig und fremdartig, erinnert es an ein Insekt das über seiner Beute lauert, bereit seine todbringenden Fänge in ihren Leib zu treiben.

Relativsatz: "[...] ein insekt, das über seine Beute lauert, [...]"

-------------------------------------------------------
Alles was ihm sein Kommentar einbringt ist ein langer finsterer Blick. Kramer hebt die Hände, die Handflächen nach vorne gerichtet, in scherzhafter Verteidigung.

"Alles, was ihm sein Kommentar einbringt, ist ein langer finsterer Blick."

-------------------------------------------------------
»Schon gut Boss!«

"Schon gut, Boss!"

-------------------------------------------------------
Die Darstellung im Holotank gewinnt mit jeder Sekunde die verstreicht an Detailreichtum.

"[...] Sekunde, die verstreicht, [...]"

-------------------------------------------------------
Schon wird ein zweites, kleineres Schiff sichtbar, das von Außerhalb der Mondbahn, mit lodernden Triebwerken, in den Orbit des Habitats verzögert.

Die rot markierten Kommata gehören da nicht hin.

-------------------------------------------------------
Wir hatten unseren Brennschluss fast 40 Stunden bevor die überhaupt im System waren und halten seit dem Schleichfahrt.

"bevor" leitet hier deinen Nebensatz ein: "Wir hatten [...] fast 40 Stunden, bevor die überhaupt im System waren, und halten seitdem Schleichfahrt [...]"

-------------------------------------------------------
Wenn alles mit rechten Dingen zugeht sind wir unentdeckt.

"Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, sind wir unentdeckt."

-------------------------------------------------------
Das holografische Bild verändert sich stetig, Computerbänke überwachen und durchforsten das omnipräsente Internet und nutzt den konstanten Datenstrom die Anzeige mit jedem verstreichenden Moment zu verbessern.

Worauf bezieht sich "nutzt" (3. Person Singular)? "Computerbänke" ist ein Wort im Plural.
Nutzen die Computerbänke den konstanten Datenstrom, um die Anzeige mit jedem verstreichenden Moment zu verbessern?

-------------------------------------------------------
Gefährlich nahe führt sie an Habitat 12 vorbei, ein dicker roter Punkt blinkt dort auf wo der Abstand zwischen Habitat und Linie am geringsten ist.

"[...] ein dicker roter Punkt blinkt dort auf, wo der Abstand [...] am geringsten ist."

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Eine Entdeckung durch die Unbekannten ist nicht unmöglich, wenn wir weiter inaktiv bleiben aber äußerst unwahrscheinlich.

"[...], aber äußerst unwahrscheinlich."

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Vier Sphären erschienen, jeweils eine kleine um das Habitat und die fremden Schiffe, eine größere die alle drei Icons umfasst.

"[...]eine größere, die alle drei Icons umfasst".
Außerdem verstehe ich den letzten Teilsatz nicht. Evtl. musst du das türkis markierte Komma durch "und" ersetzen, aber ich weiß ja nicht, was du genau damit sagen willst.

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Seit kurzem ist die Kameradrohne eines Nachrichtendienstes im Anflug, wird jedoch erst nach uns eintreffen.

"Seit Kurzem [...]"

-------------------------------------------------------
Unsere passive Sensorik sollte in etwa zehn Minuten in der Lage sein die Schiffe zu zeichnen.

"[...] in der Lage sein, die Schiffe zu zeichnen."

-------------------------------------------------------
In neununddreißig Minuten sind wir nahe genug um mit unseren Bordwaffen einzugreifen.

"In neunundreißig Minuten sind wir nahe genug, um mit unseren Bordwaffen einzugreifen."

-------------------------------------------------------
So lange das Habitat nicht direkt angegriffen wird, sehe ich keinen Grund uns in unnötige Gefahr zu bringen.

"Solange".
"[...] sehe ich keinen Grund, uns in unnötige Gefahr zu bringen."

-------------------------------------------------------
Wie Fühler, die eine Schwachstelle suchen, streichen zerstörerische Strahlen über die Hülle des Habitats.

Der letzte Satz zeigt, dass du Relativsätze ja erkennst! ^^ Warum nur hier?

-------------------------------------------------------
II. Teil: Meine Meinung

Mich erinnert dein Text an die Fernsehserie Battlestar Galactica (das Remake).
Mir gefallen stellenweise die Bilder, die du entwirfst, sehr. Z.B. hier:
Zeitweise war sie die machtvollste Festung im bekannten Universum gewesen. Waffenstarrend, nahezu unbezwingbar.


-------------------------------------------------------
Die Darstellung im Holotank gewinnt mit jeder Sekunde die verstreicht an Detailreichtum.

Was ist ein Holotank?
Das muss ich an dieser Stelle gar nicht wissen! Es reicht doch vollkommen aus, dass der Holotank eine Darstellung liefert, die, wie der folgende Satz dann näher bestimmt, Schiffe zeigt.
So weiß ich also, dass ein Holotank sozusagen das "Bild der Sensoren" liefert. Ich habe gar kein Problem mit deinen ungewöhnlichen Wörtern. Ich denke, dass sich im späteren Verlauf deiner Geschichte auch einiges mehr aufklären wird.

-------------------------------------------------------
Die Atmosphäre deiner Geschichte ist düster. Wie Sartea betont, wirken die Charaktere farblos. O’Shannan ist diesbezüglich die Ausnahme. Ich finde das völlig in Ordnung und passend für den Anfang deiner Geschichte. Es handelt sich ja nicht um Zivilisten. Deine Personen arbeiten auf einem Schlachtschiff; daher steht zunächst ihre Funktion im Vordergrund.

-------------------------------------------------------
Ich werde deine Geschichte demnächst aus Interesse weiterlesen und bin gespannt, ob du diesen Teil noch einmal gründlich überarbeiten wirst.

Schönen Gruß
— Namoria
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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [1/5]

Beitragvon HerrGesangsverein » 26.03.2014, 16:11

Hallo Leute,
ich freue mich darüber, dass ich hier eine Menge interessantes Feedback bekommen habe.

Vor allem vielen Dank Namoria, für die ausfürliche Erläuterung zur Interpunktion. Das hab ich leider nie richtig gelernt und so etwas als Erwachsener noch in den Kopf zu bekommen, ist gar nicht so leicht.
Gerade Kommata sind für mich oft einfach ein Ratespiel und so eine ausführliche Erklärung kann da nur helfen.

Worauf ich eigentlich hinaus will.
Ich habe mich jetzt nach einigem Hin und Her dazu entschieden die Story doch noch einmal, grundlegend zu überarbeiten. Das wird wohl ein Weilchen dauern und ich werde die restlichen Teile des Textes vorher nicht mehr online stellen.
Ich werde in der Geschichte einiges ändern, zum Teil entsprechend eures Feedbacks und zum anderen ein paar Punkte die mir, mit etwas Abstand, selbst aufgefallen sind und die so, nicht sein sollten. Unter anderem auch die Zeitform.
Also könnt ihr in ein paar Wochen, hoffentlich eine Version der Geschichte lesen in die euer Feedback mit eingeflossen ist.

Ich werde die einzelnen Teile hier ersetzen und hinzufügen sobald ich sie fertig habe. Wobei das ganze wahrscheinlich um einiges umfangreicher werden wird. Also wundert euch nicht wenn das Thema hier irgendwann ein [1/14] hinten dran stehen hat. :D

P.S.: Der erste Teil kommt vielleicht sogar morgen schon. Mal schauen.
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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [1/?] (alles neu!)

Beitragvon YokoOno » 30.03.2014, 23:53

Hallo HerrGesangsverein!

Dies ist meine erste Kritik, also hoffe ich, dass du etwas mit ihr anfangen kannst.
Außerdem habe ich nur die neue Fassung gelesen. Ich gehe also unvoreingenommen an deinen Text heran.

Generell hat mich dein Text mehr und mehr gefesselt. Am Anfang war es schwer für mich in deine Welt/Szene einzutauchen. Das lag zum einen am teilweise fremden Vokabular, zum anderen daran, dass ich nicht so Science-Fiction-erfahren bin. Vielleicht braucht man dort einfach etwas mehr Leseübung.
Aber nach zwei Absätzen hast du dann mein Interesse geweckt und ich hätte schon Lust weiterzulesen. Mir gefiel das Szenario der digitalen Welt in den Köpfen dieser Menschen (?), ihre Vernetzung und die Loslösung von der Realität.

Bei einigen Stellen im Text hatte ich ein paar Verständnisprobleme, da habe ich mehrmals lesen müssen um zu raffen was gemeint ist.

O´Shannans dünne, kratzige Stimme schreckte die Subadiministratoren auf: »Etwas Schreckliches geschieht« Die unnötige Bemerkung diente in erster Linie dazu, die Anderen zu ärgern.

Ich stockte bei der "unnötigen Bemerkung". Wenn die Bemerkung unnötig ist, warum überhaupt etwas sagen? Er will offensichtlich seine Kollegen in die Realität zurückholen, aber dennoch empfindet er seine Bemerkung als unnötig?
Auch das was er sagt, steht ja schließlich im Widerspruch zu dem was er später sagt:

»Unsinn!« O´Shannan wischte ärgerlich mit der Hand durch die Luft: »Die Inkursion ist dreihundert Jahre her. Dreihundert Jahre, in denen wir isoliert sind. Was bringt die Leute nur auf solche Ideen?«

Wenn er sarkastisch klingen soll im ersten Satz, dann kommt es leider nicht richtig rüber...


»Beide Objekte verzögern unter Einsatz konventioneller Fusionstriebwerke und die Strahlungsmenge die sie abgeben lässt auf eine Bremsphase von mehr als hundert Jahren schließen.«

Ich weiß nicht ob da ein Satzbaufehler vorliegt oder ich den Satz einfach nicht verstehe :P
Was verzögern die Objekte? Ihre Geschwindigkeit?


»Beteigeuze.« Der älteste der Administratoren war nun vollkommen wach, hatte sich auf die vorderste Kante des Sofas gesetzt und stützte sich mit den Ellenbogen auf den Knien ab. »Zum einen waren fast alle unsere Teleskope auf die Beteigeuze gerichtet um die Supernova und den anschließenden Kollaps, zu beobachten.«

Hier kann ich nur erahnen was "Beitegeuze" sind... Und ich weiß es trotzdem nicht. Ich weiß man soll nicht zu viel erklären, und eventuell wurde das schon zuvor einmal in deinem Text erwähnt, aber hier wusste ich einfach nicht was gemeint ist.


Sandovall starrte unbehaglich ins Nichts, Xiao Xi hatte wieder den Kopf an N´Kebes Brust gelegt und weinte leise.

Wow, ab diesem Satz wurde mir erst klar, dass hier echt was auf dem Spiel zu stehen scheint... Das erste mal wirkliche Gefühle. Für mich war vorher nicht klar, dass deine Menschen offensichtlich ziemlich machtlos sind. Sie verfügen zwar über eine sehr hohe Technologie, aber dieses unbekannte Objekt (von dem noch nicht mal klar ist ob es ein Kriegsschiff oder ähnliches ist), löst schon richtige Panik aus.
Auch hier, ich weiß nicht ob es in einer vorangegangenen Passage schon einmal erwähnt wurde, diese Unterlegenheit war mir nicht klar.



Was mir nicht ganz klar wurde war die Haltung deines Protagonisten O'Shannon (wenn er denn der Protagonist ist???). Am Anfang scheint er die Situation zu belächeln, danach bleibt er farblos. Keitel hat auch keine wirkliche Meinung, sie haut einfach ein paar Fakten raus. Die eizigen die tatsächliche Gefühle haben sind N'Kebe und Xiao Xi. Sie wirken ein wenig überzogen und wenig ernstzunehmen (vielleicht soll es ja auch so sein), aber dennoch mag ich die Idee hinter diesen Charakteren.

Momentan hält sich der Text noch mehr an Situationsbeschreibungen fest, weswegen ich es als noch nicht ganz rund empfinde. Verleih deinem Hauptcharakter O'Shannon noch ein bisschen mehr Persönlichkeit :D

Liebe Grüße, YokoOno
Woher soll ich wissen was ich denke, bevor ich höre was ich sage?
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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [1/?] (alles neu!)

Beitragvon Veniya » 04.04.2014, 12:23

Hallo Herr Gesangsverein,

da ich mich auch gerne mit Science fiction beschäftige, habe ich mir mal deine bisher drei Teile auf meinen Kindl geladen, um mich intensiv mit deinem Text auseinanderzusetzen.
Die anderen Kommentare lese ich erst einmal nicht, Zum einen, weil ich mich zunächst ohne Vorbehalte deinem Text nähern möchte, und des Weiteren, weil ich gesehen habe, dass du ihn bereits entsprechend überarbeitet hast, so dass ich mich mit der aktuellen Version beschäftigen kann.

Um ihn übersichtlicher zu gestalten, werde ich meinen Kommentar gliedern. So kann ich nach und nach auf die einzelnen Punkte eingehen.

Schreibstil, Ausdruck, Sprache

Deine Sprache ist sehr ausdrucksstark. Du beschreibst sehr intensiv und malst dabei tolle Bilder. Mir gefällt sehr, wie du mit Worten umgehst. Man bekommt den Eindruck, dass du dich sehr gut in die Szene und die beteiligten Personen hineinversetzen kannst. An vielen Stellen habe ich das Gefühl, mich in einem Film zu befinden.
Dein Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig und an vielen Stellen ausbaufähig. Es sind mir aber auch einige Sätze aufgefallen, die ausgewogen und rund genau den Kern der Aussage treffen.
An manchen Stellen entgleiten dir die Sätze, sodass ich sie mehrfach lesen musste, um den Sinn zu verstehen. Oft würde es vermutlich helfen, die Satzstellung leicht zu verändern, um den Lesefluss nicht zu unterbrechen. Ich werde später bei den Beispielen noch im Detail darauf eingehen.

Inhalt: Charaktere, Handlung, Logik

Es wird eine Besprechung dargestellt, eine Art Krisensitzung, die aufgrund einer Situation, einer akuten Bedrohung, einberufen wurde.
Der Einstieg in die Szene erscheint mir etwas holprig, was womöglich damit zusammenhängt, dass du zu Anfang zu viele Absätze machst, die den Lesefluss bremsen. Ich musste den ersten Teil mehrfach lesen, um zu verstehen, wer er (der Erzähler) ist. Doch nach mehrfachem Lesen gefällt es mir zunehmend besser.
Du beschreibst die Charaktere sehr schön. Es sind interessante Ideen dabei. Zum Beispiel Xiao Xi und N´Kebe, zwei Männer, die eine Einheit bilden, oder den schlaksigen Körper von Subadministratorin Keitel, den man normalerweise eher mit einem zu schnell gewachsenen Jugendlichen verbindet als mit einer Frau.
Auch gefällt mir die Diskussion / der Konflikt, ob man angesichts der Bedrohung eher eine abwartende Haltung einnehmen oder sofort intervenieren sollte. Der Konflikt wird am Ende der Szene aufgelöst, bzw. eine Entscheidung getroffen, indem die Bedrohung von Habitat 12 mit 6 Millionen Menschen zur Sprache kommt, was ein sofortiges Eingreifen erfordert.
Mit dem letzten Absatz erzeugst du Spannung. Man fragt sich sofort, um was für ein Schiff es sich handelt, das Keitel nur zögernd erwähnt, und von dem sie nicht so genau weiß, wo es sich befindet. Das erzeugt Neugier und erweckt bei mir den Wunsch, mehr darüber zu erfahren. Ich würde an dieser Stelle weiterlesen.
Zu den technischen Details kann ich persönlich nicht viel sagen. Auch wenn ich gerne Bücher zu diesen Themen lese und auch ein großer Star Trek-Fan bin, habe ich mich noch nie mit Dingen wie Fusionsantrieben oder Strahlungsfronten auseinandergesetzt.
Sehr gut gefällt mir die Idee der Konstruktwelt. Es erscheint mir wie eine andere Bewusstseinsebene und du beschreibst sehr schön, wie die Charaktere abdriften, um in diesem Datennetzwerk an Informationen zu kommen, und wie es sich anfühlt, wieder in die Realität zurückzukehren.

Rechtschreibung und Grammatik

Rechtschreibefehler sind mir bisher keine aufgefallen. Wenn ich bei den Beispielen auf welche stoße, werde ich sie rot markieren. Bei den Kommata sieht es da leider ganz anders aus. Du hast ja bereits geschrieben, dass du dich mit diesen Mistkerlen schwer tust und auch nach der Überarbeitung, wirkt der Text an manchen Stellen, als hättest du einen Salzstreuer benutzt, um sie zu setzen. :D Ich werde die Stellen markieren, aber nicht näher darauf eingehen. Dennoch solltest du dich mit dem Thema auseinandersetzen – so leidlich es in der deutschen Sprache auch sein mag – denn es behindert massiv den Lesefluss, was bei solch schönen Worten wirklich schade ist.

Zitate, Beispiele und Vorschläge

HerrGesangsverein hat geschrieben:
Der Mahlstrom aus Meinungen, Stimmungen und Emotionen verblasste mehr und mehr, als er sich aus der Konstruktwelt zurückzog.
Wie das Nachbild eines Kaleidoskops blieben die Formen und Farben bei ihm und lockten ihn sich sinken zu lassen, um im Datenstrom verloren zu gehen.
Im Vergleich dazu schien ihm die Realität trist und grau.
Aber die Pflichten, die ihm sein Dienst auferlegte, forderten seine ganze Aufmerksamkeit. Und so schüttelte der erste Administrator Miles O´Shannan, den Verlust ab.
Sein Blick festigte sich und er wurde der anderen Personen gewahr, die sich mit ihm in der Kammer des Administrationsrates befanden.


Um zu Anfang keine Verwirrung über den Erzähler aufkommen zu lassen, würde ich direkt im ersten Satz O´Shannans Namen nennen. Der Satz: Und so schüttelte der erste Administrator Miles O´Shannan, den Verlust ab. Ist zwar sehr schön und erklärt auch, mit wem man es hier zu tun hat, aber er kommt meiner Meinung nach zu spät.

Der Satz: Wie das Nachbild eines Kaleidoskops blieben die Formen und Farben bei ihm und lockten ihn sich sinken zu lassen, um im Datenstrom verloren zu gehen gefällt mir bildsprachlich sehr gut, ich verstehe auch, was du ausdrücken willst, aber ich finde ihn etwas umständlich formuliert.

Vorschlag: Ähnlich dem Farbenspiel eines Kaleidoskops verblieben die Nachbilder in seinem Kopf, sodass er sich am liebsten fallengelassen hätte, um sich gänzlich im Strom der Daten zu verlieren.

Wie ich eingangs schon erwähnt habe, gefallen mir die vielen Absätze nicht. Um den Lesefluss zu vereinfachen, würde ich den zitierten Teil komplett ohne Absätze setzen.

HerrGesangsverein hat geschrieben:
Unmittelbar neben ihm hatte Subadministratorin Keitel ihren schlaksigen Körper tief in die Couch geschmiegt. Ihre offenen Augen, auf Reize reagierend (Komma) die nur sie selbst wahrnahm, sprangen im Raum umher. In der Hand hielt sie einen Schwenker und nippte, hin und wieder, abwesend, an (der) bernsteinfarbenen Flüssigkeit (darin).


Für den ersten Satz würde ich das Imperfekt wählen. Das Plusquamperfekt wäre zwar auch richtig, wirkt aber unnötig hart.
Anstatt offen würde ich geöffnet schreiben und das Bild mit dem Zusatz von weit noch zusätzlich ausmalen.

Vorschlag: Unmittelbar neben ihm schmiegte Subadministratorin Keitel ihren schlaksigen Körper tief in die Couch. Die (weit) geöffneten Augen …

Beim letzten Satz kannst du die Kommata meiner Meinung nach komplett weglassen. Die eingeklammerten Worte würde ich ersetzen bzw. streichen.

Vorschlag: In der Hand hielt sie einen Schwenker und nippte hin und wieder abwesend an einer bernsteinfarbenen Flüssigkeit.

HerrGesangsverein hat geschrieben:
O´Shannans dünne, kratzige Stimme schreckte die Subadiministratoren auf: »Etwas Schreckliches geschieht« Die unnötige Bemerkung diente in erster Linie dazu, die Anderen zu ärgern. Sie alle folgten den Newsfeeds und den Videostreams mit denen die sozialen Netzwerke überflutet wurden. Sie alle wussten Bescheid.


Das Verb ärgern gefällt mir an dieser Stelle nicht. Ich finde, es passt nicht in den Rahmen dieser Besprechung und zum Ernst der Lage. Wie wäre es mit aufrütteln?

HerrGesangsverein hat geschrieben:Keitel schien sich schneller auf die Realität zurückzubesinnen als alle anderen Administratoren, O´Shannan eingeschlossen. »Die Menschen haben Angst. Manche befürchten schon eine neue Inkursion.«
»Unsinn!« O´Shannan wischte ärgerlich mit der Hand durch die Luft: »Die Inkursion ist dreihundert Jahre her. Dreihundert Jahre, in denen wir isoliert sind. Was bringt die Leute nur auf solche Ideen?«
Subadiministrator Sandoval trieb noch immer halb in der Konstruktwelt, sein glasiger Blick schien weit entfernte Ereignisse zu betrachten. Er sprach bedächtig, wägte jedes Wort sorgfältig ab, bevor er es aussprach. »Wir wissen bisher nicht einmal, ob es sich überhaupt um einen Angriff handelt. Wir müssen abwarten und beobachten.«


Sehr schöner und glaubwürdiger Einstieg in den Dialog. Auch die Gesten, die ihn begleiten, und die angedeutete Rückkehr aus der Konstruktwelt gefallen mir gut.

HerrGesangsverein hat geschrieben:»Die Menschen verlangen Maßnahmen. Eine unmittelbare Intervention!« Oft sprachen Xiao Xi und N´Kebe gemeinsam. Beide dasselbe zur gleichen Zeit, oder mitten im Satz springen, der eine den Satz des anderen vervollständigend.


Irgendetwas stimmt in diesem zweiten Satz nicht. Meinst du mitten im Satz springend? Mir ist nicht ganz klar, was du damit aussagen willst.

HerrGesangsverein hat geschrieben:In der Konstruktwelt derart miteinander verworren, dass es oft schien, als teilten sie sich in einziges Bewusstsein, waren sie sich auch in der Realität sehr nahe. Kaum einmal kam es vor dass, sie sich nicht gegenseitig berührten.


Der erste Satz gefällt mir unglaublich gut. Schön formuliert!

Dagegen wirkt der zweite zu umständlich. Außerdem gehört hier das Komma vor das dass.

HerrGesangsverein hat geschrieben:»Nein, Sandoval hat recht. Wir wissen zu wenig, um gleich mit Gewalt zu reagieren.« Keitels Einwurf brachte ihr einen hasserfüllten Blick von N´Kebe ein, während Xiao Xi seinen Kopf an die Brust des anderen Mannes schmiegte.


Schön! Stellt zum einen den Konflikt dar und betont gleichzeitig die Verbundenheit zwischen N´Kebe und Xiao Xi.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Unbeeindruckt fuhr sie fort: »Bisher wissen wir nur, dass zwei Objekte unbekannter Herkunft in das System eingedrungen sind.« Auf ihren verborgenen Befehl hin entstand in der Mitte des Raumes ein Abbild des Sonnensystems. »Beide Objekte verzögern unter Einsatz konventioneller Fusionstriebwerke (Komma) und die Strahlungsmenge (Komma)die sie abgeben (Komma) lässt auf eine Bremsphase von mehr als hundert Jahren schließen.«
O´Shannan fuhr sich durch das lockige Haar: »Warum haben wir sie dann nicht früher entdeckt?« Sein Blick ging zu Sandoval.


Es gefällt mir sehr gut, wie du das Gesprochene mit den Handlungen verbindest.

ging zu klingt so banal. Wie wäre es mit schwenkte auf?

HerrGesangsverein hat geschrieben:»Beteigeuze.« Der älteste der Administratoren war nun vollkommen wach, hatte sich auf die vorderste Kante des Sofas gesetzt und stützte sich mit den Ellenbogen auf den Knien ab. »Zum einen waren fast alle unsere Teleskope auf die Beteigeuze gerichtet (Komma) um die Supernova und den anschließenden Kollaps (kein Komma) zu beobachten.« Er erweiterte das Diagramm des Sonnensystems um eine transparente, blaue Masse, die sich wabernd auf das System zu bewegte. »Zum anderen scheinen sich die Schiffe hinter der Strahlungsfront versteckt zu haben.«
»Das lässt auf einen Angriff schließen, weshalb sollten sie ihren Anflug sonst verbergen?« Xiao Xi sprach, den Kopf noch immer an N´Kebes Brust (Komma) während dieser Keitel gehässig angrinste.


Hier muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich nach Beteigeuze googeln musste. Aber so lernt man auch bei den Kommentaren immer wieder was dazu :D

Abgesehen von den fehlenden Kommata gefällt mir dieser Abschnitt gut. Ich kann dem Dialog gut folgen, mir das Geschehen vorstellen. Nebenbei werden die Charaktere vertieft und der Konflikt verschärft. Xiao Xi und N´Kebes werden mir zunehmend sympathisch :mrgreen:

HerrGesangsverein hat geschrieben:O´Shannan richtete sich in seinem Sitzplatz auf und bedachte jeden Anwesenden mit einem langen Blick: »Ob es sich um einen Angriff handelt, werden wir erst später sagen können.« Zuletzt blieb sein Blick auf Keitel ruhen: »Was ist das Ziel der Objekte und haben wir Schiffe, die in der Lage sind sie abzufangen?«
Ihr Blick wurde kurz glasig, als sie wieder in die Konstruktwelt abdriftete. Ihre Augen sprangen umher, den Daten folgend, die vor ihrem inneren Auge angezeigt wurden. »Wenn die Fremden keine weiteren Kurskorrekturen vornehmen, werden sie direkt über Habitat 12 zum Stehen kommen. Die Kreuzer Hermes und Poseidon (kein Komma) sowie ihre Begleitschiffe (kein Komma) haben bereits einen Abfangkurs gesetzt. Die Poseidon wird in 36 Stunden einen Vorbeiflug mit hoher relativer Geschwindigkeit vornehmen, die Hermes und die Korvetten Habicht und Geier werden in 52 Stunden vor Ort sein.«


Das Wort Blick wiederholst du in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen. Das würde ich vermeiden.

»Was ist das Ziel der Objekte und haben wir Schiffe, die in der Lage sind sie abzufangen?«
Den Satz würde ich teilen, um die Aussagen zu verdeutlichen: »Was ist das Ziel der Objekte? Und haben wir Schiffe, die in der Lage sind sie abzufangen?«

Das Wort kurz würde ich rausschmeißen.

Eine kurze Logikfrage: Wenn doch die Poseidon in 36 Stunden vorbeifliegt, warum bezieht sich Sandovalls Reaktion dann auf die 52 Stunden? Kann die Poseidon ihren Vorbeiflug nicht unterbrechen? Oder würde das noch mehr Zeit in Anspruch nehmen. Wie bereits gesagt, ich bin technisch nicht auf deinem Stand, aber diesen Punkt würde ich für den laienhaften Leser eventuell noch verdeutlichen.

HerrGesangsverein hat geschrieben:»52 Stunden?« Der Schrecken stand in Sandovalls Gesicht geschrieben. »Es leben 6 Millionen Menschen auf Habitat 12! « Wenn es sich wirklich um einen Angriff handelte, wäre die Station verloren, lange bevor Hilfe würde eintreffen können.
O´Shannan dachte offensichtlich in denselben Bahnen. »Haben wir wirklich keine Einheit, die rechtzeitig eintreffen kann?«


Der Schrecken stand in Sandovalls Gesicht geschrieben. würde ich leicht abändern in: Der Schrecken stand Sandovall ins Gesicht geschrieben.
Weil es sich um eine Redewendung handelt, die man meiner Meinung nach nicht verfälschen sollte.

würde eintreffen können klingt äußerst umständlich formuliert, obwohl ich mir nicht mal sicher bin, ob es grammatisch nicht sogar richtig ist (Verflixtes Deutsch :D )

Gefühlt wäre es so besser (aber ohne Garantie) Wenn es sich wirklich um einen Angriff handelte, wäre die Station verloren, lange bevor die Hilfe eintraf.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Für einen Moment antwortete niemand.
Sandovall starrte unbehaglich ins Nichts, Xiao Xi hatte wieder den Kopf an N´Kebes Brust gelegt und weinte leise. Nur Keitel driftete wieder in die Konstruktwelt ab. »Möglicherweise.«, sie machte eine Pause, während ihre Augen suchend umhersprangen, »Wir haben vielleicht ein Schiff in der Nähe. Wir wissen nur nicht, wo genau es ist.«


Sehr schöner Schluss. Gefällt mir sehr gut. Vor allem das leise Weinen von Xiao Xi, die Pause zwischen Keitels Worten, die ein kurzes Zögern verrät, und letztendlich die Andeutungen zu dem Schiff.
Hier löst sich die Spannung, während gleichzeitig etwas neues aufgebaut wird.

Eine Kleinigkeit: Wenn du die direkte Rede durch einen Einschub unterbrichst, dann kommt kein Punkt vor das Schlusszeichen.

Fazit
Insgesamt eine glaubwürdige Szene, die zum einen von der bildhaften Beschreibung und den interessanten Charakteren lebt, aber auch durch den Dialog und die Spannung, die du zwischen den Beteiligten aufbaust.
Wenn du jetzt noch an manchen Stellen am Satzbau feilst und die Kommata richtig setzt, würde ich das Ganze gerne noch einmal lesen. Und gerne auch mehr.

Ich hoffe, mein Kommentar ist dir eine Hilfe und nicht zu ausufernd ... :D

Liebe Grüße
Veniya
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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [1/?] (alles neu!)

Beitragvon HerrGesangsverein » 04.04.2014, 15:58

Hallo, Yoko, hallo Veniya,
danke für eure Kritiken, alle Kritiken die ich bisher bekommen habe haben mir unheimlich geholfen!

Ich werde mich erst mal auf zwei Punkte stürzen die Ihr, mehr oder minder, beide angesprochen habt.

Punkt 1:
Die Beteigeuze (oder auch "α Orionis") ist von der Erde aus gesehen der zehnt hellste Stern. Dabei handelt es sich um einen sogenannten roten Überriesen. Er ist 662 mal so groß wie unsere eigene Sonne und hat im sichtbaren Spektrum des Lichtes eine zehntausend mal so große Leuchtkraft.
Sie befindet sich im Sternbild Orion links oben, manchmal wird sie auch als "Schulterstern des Orion" genannt.

Die Beteigeuze ist etwas besonderes, weil sie stirbt!

Es ist ein Stern am Ende seiner Lebenszeit. Astronomen und Physiker erwarten dass er sich bald in eine Supernova vom Typ 2 verwandelt.
Typ 2 Supernovae sind riesige, supermassive Sterne deren Kern durch die Verbrennungsvorgänge im Laufe der Zeit immer schwerer wird, bis er irgendwann unter seiner eigenen Masse kollabiert. Dabei wird die Gashülle des Sternes in einer gewaltigen Explosion nach außen geschleudert. Sollte die Beteigeuze zu unserer Lebenszeit sterben, was ich persönlich hoffe, wird sich uns ein Schauspiel bieten das nur wenige Menschen jemals erleben durften. Wir werden sie sowohl in der Nacht sehen, als auch am Tag, so hell wird sie leuchten.
Nach allem was wir wissen kann das morgen passieren, aber auch in 100.000 Jahren.
Bei einer Supernova vom Typ 2 verwandelt sich der Kern in einen sogenannten Neutronenstern.
Bei Sternen mit der Masse der Beteigeuze kann es aber auch passieren, dass der Kollaps nicht bei dem Neutronenstern aufhört, sondern dass dieser Neutronenstern, unter seiner eigenen Masse, weiter kollabiert. Wenn das passiert, entsteht ein schwarzes Loch.
Ich liiiieeeebeeee Physik!

Punkt 2:
Rücksturz, Verzögerung, Vorbeiflug mit hoher relativer Geschwindigkeit und warum das alles so kompliziert ist!

Wenn ich mit einem Auto ein Ziel schnellstmöglich erreichen möchte, drück ich das Gaspedal bis ans Bodenblech und fahre bis kurz vor diesem Ziel so schnell wie ich kann, dann bremse ich.
Bremsen heißt lediglich das ich die vorhandene Reibung mit der Atmosphäre und dem Untergrund, sowie die Schwerkraft, nutze um meine Geschwindigkeitsenergie sehr schnell und effektiv abzugeben.

Im Weltraum geht das nicht.
Wenn ich im Weltraum beschleunige und dann alle Triebwerke abschalte falle ich einfach weiter, es ändert sich dann an meiner Geschwindigkeit nichts mehr, bis ich in ein Gravitationsfeld komme. Um langsamer zu werden muss ich mich umdrehen und meine Triebwerke wieder zünden. Dabei muss die für die Beschleunigung angewannte Energie in die entgegengesetzte Richtung noch einmal angewandt werden um zum Stehen zu kommen.
Dieser Vorgang nennt sich "negative Beschleunigung", oder aber "Verzögerung".
Wenn ich jetzt also, wie in meiner Geschichte, zwei Schiffe haben die einen bestimmten Punkt im Weltraum so schnell erreichen möchten wie möglich, haben diese Schiffe zwei Möglichkeiten das zu tun.
Schiff Nummer 1 beschleunigt den ganzen Weg bis zu seinem Ziel, Schiff Nummer 2 Beschleunigt für die erste Hälfte der Strecke, dreht sich dann um und verzögert für die zweite Hälfte der Strecke.
Schiff 1 ist dabei schneller am Ziel, aber es bleibt nicht da, es stürzt daran vorbei und muss dann erst verzögern, dann noch einmal beschleunigen und dann zuletzt wieder verzögern um das Ziel letztendlich zu erreichen. Währenddessen hat Schiff Nummer 2 das Ziel zwar später erreicht, weil es für die zweite Hälfte der Strecke seine Geschwindigkeit konstant verringert hat, aber es ist dafür an seinem Ziel angekommen und kann dort bleiben.
In einer Situation wie in meiner Geschichte kann es sinnvoll sein wenn das erste Schiff schnell vorbei stürzt, um die Eindringlinge abzutasten und eventuell schon mal ein oder zwei Glückstreffer aus den Bordwaffen zu landen, sollte es sich dabei um Feinde handeln. Es setzt sich dabei nur relativ kurz einer Gefahr aus.
Dann wissen nämlich die Schiffe die später ankommen nämlich auf was sie sich da einlassen.

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YokoOno hat geschrieben:
O´Shannans dünne, kratzige Stimme schreckte die Subadiministratoren auf: »Etwas Schreckliches geschieht« Die unnötige Bemerkung diente in erster Linie dazu, die Anderen zu ärgern.

Ich stockte bei der "unnötigen Bemerkung". Wenn die Bemerkung unnötig ist, warum überhaupt etwas sagen? Er will offensichtlich seine Kollegen in die Realität zurückholen, aber dennoch empfindet er seine Bemerkung als unnötig?
Auch das was er sagt, steht ja schließlich im Widerspruch zu dem was er später sagt:

Kennst du das nicht wenn du mit einer Gruppe von Leuten über irgendeinen Mist redest und irgendwer sagt was total offensichtliches und du denkst dir nur "Captn Obvious strikes again"?
Er sagt etwas das unnötig ist weil alle es wissen. Warum sagt er es also obwohl er das weiß?
Das ganze ist in erster Linie ein Hinweis auf die Beziehung die er zu den anderen Leuten im Raum hat. Ich könnte die Beziehung natürlich auch einfach beschreiben, aber das wär doch langweilig.

YokoOno hat geschrieben:
Sandovall starrte unbehaglich ins Nichts, Xiao Xi hatte wieder den Kopf an N´Kebes Brust gelegt und weinte leise.

Wow, ab diesem Satz wurde mir erst klar, dass hier echt was auf dem Spiel zu stehen scheint... Das erste mal wirkliche Gefühle. Für mich war vorher nicht klar, dass deine Menschen offensichtlich ziemlich machtlos sind. Sie verfügen zwar über eine sehr hohe Technologie, aber dieses unbekannte Objekt (von dem noch nicht mal klar ist ob es ein Kriegsschiff oder ähnliches ist), löst schon richtige Panik aus.
Auch hier, ich weiß nicht ob es in einer vorangegangenen Passage schon einmal erwähnt wurde, diese Unterlegenheit war mir nicht klar.

Ich will hier natürlich nicht zu viel verraten. Wirklich machtlos sind sie nicht, aber es ist eine Situation die sie nicht erwartet haben und auf die sie nur schlecht vorbereitet sind.

YokoOno hat geschrieben:Was mir nicht ganz klar wurde war die Haltung deines Protagonisten O'Shannon (wenn er denn der Protagonist ist???). Am Anfang scheint er die Situation zu belächeln, danach bleibt er farblos. Keitel hat auch keine wirkliche Meinung, sie haut einfach ein paar Fakten raus. Die eizigen die tatsächliche Gefühle haben sind N'Kebe und Xiao Xi. Sie wirken ein wenig überzogen und wenig ernstzunehmen (vielleicht soll es ja auch so sein), aber dennoch mag ich die Idee hinter diesen Charakteren.

Momentan hält sich der Text noch mehr an Situationsbeschreibungen fest, weswegen ich es als noch nicht ganz rund empfinde. Verleih deinem Hauptcharakter O'Shannon noch ein bisschen mehr Persönlichkeit :D

Letztlich ist das Stück auf eine Situationsbeschreibung. Zum einen ist es ein erster flüchtiger Blick auf das politische System dass dem ganzen zu Grunde liegt, zum anderen aber auch eine Beschreibung der Situation in der sich die Handlung später abspielt.
Zu den Charakteren, ohne wieder zu viel verraten zu wollen.
Diese Leute haben keine wirkliche, eigene Meinung mehr. Es sind Getriebene der öffentlichen Stimmung, ähnlich wie populistische Politiker heute, nur viel, viel extremer. Essentiell spiegeln sie die Stimmung, Meinungen, Reaktionen von Milliarden von Menschen.

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Veniya hat geschrieben:Hallo Herr Gesangsverein,

da ich mich auch gerne mit Science fiction beschäftige, habe ich mir mal deine bisher drei Teile auf meinen Kindl geladen, um mich intensiv mit deinem Text auseinanderzusetzen.

Lass den dritten Teil am besten erstmal weg, dass ist noch die alte Fassung und wenn du jetzt so weit liest fehlt dir ein Stück. Dass was jetzt Teil 1 und 2 sind war vorher nur Teil 1, sprich da ist ne Lücke drin.^^

Veniya hat geschrieben:Deine Sprache ist sehr ausdrucksstark. Du beschreibst sehr intensiv und malst dabei tolle Bilder. Mir gefällt sehr, wie du mit Worten umgehst. Man bekommt den Eindruck, dass du dich sehr gut in die Szene und die beteiligten Personen hineinversetzen kannst. An vielen Stellen habe ich das Gefühl, mich in einem Film zu befinden.

Bild

Veniya hat geschrieben:Dein Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig und an vielen Stellen ausbaufähig. Es sind mir aber auch einige Sätze aufgefallen, die ausgewogen und rund genau den Kern der Aussage treffen.
An manchen Stellen entgleiten dir die Sätze, sodass ich sie mehrfach lesen musste, um den Sinn zu verstehen. Oft würde es vermutlich helfen, die Satzstellung leicht zu verändern, um den Lesefluss nicht zu unterbrechen. Ich werde später bei den Beispielen noch im Detail darauf eingehen.

Ich neige auch gerne mal zu Kettensätzen. ^^ Ich hab mal in der Schule eine Geschichtsklausur geschrieben die aus nur einem einzigen 4 Seitigem Satz bestand. 8)
Ich gehe hier nicht extra auf jedes deiner Beispiele ein. Allerdings habe ich den Text noch einmal entsprechend überarbeitet. Ein paar deiner Verbesserungsvorschläge habe ich kurzerhand übernommen, ein paar habe ich in eine eigene Satzumstellung einfließen lassen und einen komplett ignoriert. ^^
Deine Hinweise zur Kommastellung habe ich auch einfließen lassen.
Ich hatte das große "Glück", dass ich in der Grundschule die alte Rechtschreibung und ab der 5. die neue lernen durfte. Die Regeln der Interpunktion sind dabei komplett auf der Strecke geblieben.

Veniya hat geschrieben:

Unmittelbar neben ihm hatte Subadministratorin Keitel ihren schlaksigen Körper tief in die Couch geschmiegt. ...

... Für den ersten Satz würde ich das Imperfekt wählen. Das Plusquamperfekt wäre zwar auch richtig, wirkt aber unnötig hart. ...
... Vorschlag: Unmittelbar neben ihm schmiegte Subadministratorin Keitel ihren schlaksigen Körper tief in die Couch. Die (weit) geöffneten Augen …

Das Imperfekt würde andeuten, dass sie sich in dem Moment in das Sofa schmiegt, es ist aber mehr so, dass sie das schon vor einer Weile getan hat und sich an der Situation einfach nichts ändert. Daher passt in meinen Augen das Plusquamperfekt hier besser.
Es ist halt eine abgeschlossene Handlung, sie schmiegt nicht mehr, sie hat schon. ^^

Veniya hat geschrieben:Xiao Xi und N´Kebes werden mir zunehmend sympathisch :mrgreen:

Die reaktionären Spinner? :D

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Ich danke euch beiden für eure Mühe.
Auch wenn das immer mehr Arbeit wird mit der Story. ^^
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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [1/?] (alles neu!)

Beitragvon Celevra » 14.04.2014, 06:52

Hallo erstmal,
Ich weiß, es ist früh, doch als Soldat hat man grade in den Morgenstunden die meiste Zeit und ich hoffe, meine Kritik hilft dir weiter.
Zuerst sollte ich sagen, das ich wirklich ein SciFi-Fan bin undbals ich mir das Science-Fiction-Forum angeguckt habe, ist mir der Titel deiner Geschichte gleich ins Auge gefallen. Ein solches Buch würde ich bei Thalia oder dergleichen sofort zur Hand nehmen und die erste Seite lesen. Fängt die Geschichte so an, wie es deine tut, könnte ich das Buch erst wieder aus der Hand legen, wenn ich jede einzelne Seite gelesen hätte. Dafür erstmal ein kräftiges Lob, denn das passiert sonst eher selten bei "Rohfassungen" oder nicht fertig gestellten Geschichten.

Kommen wir aber nun zu meinen Kritikpunkten:
HerrGesangsverein hat geschrieben:
Schlachtschiff Jupiter, Jupiter Klasse
Die Kammern des Administrationsrates


Nach meinem Verständnis ist ein Administrationsrat so etwas wie unsere Bundesregierung, oder verstehe ich da etwas falsch?
Falls ich mich nicht irren sollte, verstehe ich nicht, was eine Regierung auf einem Schlachtschiff zu suchen hat. Ein Schlachtschiff hat meines Dafürhaltens nach den Auftrag, einen Feind entweder zu bezwingen oder bei dem Versuch vernichtet zu werden. Damit ist ein Kriegsschiff ein denkbar schlechter Ort für Regierungsangehörige, zumal ja eine Krise im Raum steht.
Wie bereits erwähnt bin ich Soldat und ich habe im Gefecht anderes zu tun, als "Babysitter" für Politiker zu spielen. Das ist zumindest meine Meinung. Auf einem Kriegsschiff im Gefecht gibt es Tote und Verletzte und es wäre sehr suboptimal, wenn sich Politiker einer solchen Gefahr aussetzen würden. Besprechungen von Politikern sollten an einem "sicheren" Ort stattfinden, Bunkeranlagen oder ähnliches.

Ihre weit geöffneten Augen, auf Reize reagierend, die nur sie selbst wahrnahm, sprangen im Raum umher.

An dieser Stelle musste ich den Satz mehrfach lesen, um den Sinn zu verstehen. Bei den ersten Malen kam mir unwillkürlich das Bild eines Augenpaares das durchbeißen Raum hüpft, in den Sinn. Das macht irgendwie die ganze Situation kaputt und behindert mich persönlich im Lesefluss. Allerdings bin ich auch ein Leser, der sich sehr gut in Geschichten hineindenken kann und möglicherweise geht es nur mir alleine so, dass sich der Lesefluss an dieser Stelle unterbricht.
Vielleicht sollte man den Satz umbauen, etwa so: Der glasige Blick ihrer weit geöffneten Augen wanderte, auf Reihe reagierendend, die nur sie selbst wahrnahm, im Raum umher.

O´Shannans dünne, kratzige Stimme schreckte die Subadiministratoren auf: »Etwas Schreckliches geschieht« Die unnötige Bemerkung diente in erster Linie dazu, die Anderen zu ärgern.

An dieser Stelle muss ich sagen, würde mir sofort bewusst, in welcher Beziehung die Administratoren zueinander standen. Hier ist eindeutig mehr als nur kollegiale Akzeptanz und das finde ich gut. Ändern würde ich hier nichts mehr, wenn du es im weiteren Verlauf der Geschichte beibehälst.

Den anschließenden Dialog finde ich im groben und ganzen gut gelungen, allerdings sind die meisten Leser nicht sonderlich mit Physik vertraut und können mit "relativer Geschwindigkeit" oder "Fusionsantrieben" nichts anfangen. Hier würde es meiner Meinung nach reichen, es zu vereinfachen, etwa auf "herkömmliche Antriebe". Im späteren Verlauf der Geschichte könnte man näher auf die physikalischen Begriffe eingehen und diese ein wenig erläutern. Das würde zum einen dazu führen, dass die Geschichte etwas umfangreicher (rein auf die Wortwahl bezogen) wird, andererseits mag ich es auch nicht, gleich am Anfang mit Begriffen konfrontiert zu werden, die ich nicht kenne oder deren Sinn ich, ohne nachschlagen in Lexika oder dergleichen, nicht verstehe.

Abschließend möchte ich sagen, dass mir die Idee sehr sehr gut gefällt und ich hoffe, bald mehr davon zu lesen, unabhängig davon, dass der zweite Teil der Geschichte ja auch schon hier veröffentlicht ist.
„Mag sein, aber dieser Krieg wird blutig“, konterte Jack.
„Welcher Krieg ist das nicht?“ Mit diesen Worten verließ auch Drake die Messe und Jack blieb allein zurück.
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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [1/?] (alles neu!)

Beitragvon CraX » 14.04.2014, 23:26

Hallo HerrGesangsverein,

Das macht Freude, zu sehen, wenn jemand an seiner Story weiter arbeitet und sich von Kritik nicht zurück schrecken lässt!
Das Ganze ist nun (für mich) wesentlich verständlicher, auch wenn es immer noch seine Ecken und Kanten hat, an denen man hängen bleibt. Aber lange nicht so extrem, wie in der Urfassung!

Unmittelbar neben ihm hatte Subadministratorin Keitel ihren schlaksigen Körper tief in die Couch geschmiegt. Ihre weit geöffneten Augen, auf Reize reagierend, die nur sie selbst wahrnahm, sprangen im Raum umher. In der Hand hielt sie einen Schwenker und nippte hin und wieder abwesend an der bernsteinfarbenen Flüssigkeit.

Ein paar kleine Beschreibungen, und schon bekomme ich als Leser ein Bild! Da könntest du an den anderen Figuren auch noch etwas basteln!

Sie alle wussten bescheid

Bescheid groß

»Etwas Schreckliches geschieht«

klingt auch als unnötige Bemerkung für mich unnatürlich.

Die Dialoge in dem ganzen Abschnitt von
O´Shannans dünne, kratzige Stimme schreckte die Subadiministratoren auf: »Etwas Schreckliches geschieht«

... (bis) ...
Keitels Einwurf brachte ihr einen hasserfüllten Blick von N´Kebe ein, während Xiao Xi seinen Kopf an die Brust des anderen Mannes schmiegte.

bereiten mir immer noch Schwierigkeiten, weil die Leute eigentlich um einen heißen Brei herum reden und mich als Leser im Vakuum hängen lassen. Außer dem Hinweis, dass vor 300 Jahren was passiert ist und die Leute sich vor etwas fürchten, kann ich damit nicht viel anfangen. Vielleicht reicht ein kleiner Hinweis am Anfang, was O’Shannan da im Netzt gesehen hat?

Ich weiß nicht, ob sich ...
»Beide Objekte verzögern unter Einsatz konventioneller Fusionstriebwerke und die Strahlungsmenge, die sie abgeben, lässt auf eine Bremsphase von mehr als hundert Jahren schließen.«

mit
»Wenn die Fremden keine weiteren Kurskorrekturen vornehmen, werden sie direkt über Habitat 12 zum Stehen kommen.

widersprechen.
Ersteres klingt so, als wäre die „Verzögerung“ viel zu langsam und sie würden über das Ziel hinaus schießen?

Ich hatte mich ja anfangs über viele Fachausdrücke mokiert, aber wenn die Dinge in einem verständlichem Kontext stehen und man sie sozusagen erraten kann, ist nichts dagegen einzuwenden, im Gegenteil. So wie sie jetzt rüberkommen, kann ich auch etwas damit anfangen.
Einzige AUsnahme im 1.Teil ist immer noch die "Inkursion". Das könntest du so lösen, dass du die zweite Erwähnung der Inkursion mit Übergang oder so ersetzt:
Manche befürchten schon eine neue Inkursion.«
»Unsinn!« O´Shannan wischte ärgerlich mit der Hand durch die Luft: »Die Inkursion (Dieser Übergriff) ist dreihundert Jahre her.

(Ein angeblicher SF-Fan, der mit Fusionstriebwerken nichts anfangen kann, finde ich dann allerdings doch etwas bedenklich.)

Liebe Grüße :dasheye:
CraX
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