[SciFi]Der letzte Kampf der Kormoran [2/?] (alles neu!)

[SciFi]Der letzte Kampf der Kormoran [2/?] (alles neu!)

Beitragvon HerrGesangsverein » 13.03.2014, 18:17

Hier also endlich der zweite überarbeitete Teil.
Wie ihr seht verschiebt sich das Stück um Sprotte, der sich auf dem Habitat selbst befindet weiter nach hinten wegen der deutlichen Verlängerung des Textes.
Außerdem habe ich mich entschlossen hier einmal ein paar Fußnoten hinzuzufügen um einige der Begriffe zu erklären die nicht zwingend Teil der Allgemeinbildung sind.

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Auf dem Rücksturz hinter die Mondbahn
Korvette Kormoran, P38 Klasse

17. Juli, 312. Jahr der Isolation

Auf der Hälfte der Strecke von der Erde zum Mond hing eine gewaltige zylindrische Raumstation in einem statischen Orbit. Während der Inkursion hatten alle Bemühungen, das System zu verteidigen, hier ihren Ausgangspunkt. Zeitweise war sie die machtvollste Festung im bekannten Universum gewesen. Waffenstarrend, nahezu unbezwingbar.
Wo früher mächtige Geschütze fähig waren jeden Angreifer aus dem All zu fegen, war das Habitat 12 nun die Heimat von sechs Millionen Zivilisten. Nur noch die dicke Panzerung zeugte von vergangener Macht.
Über der Station stand ein Raumschiff im All. Gewaltig und fremdartig erinnerte es an ein Insekt, das über seiner Beute lauert, bereit seine todbringenden Fänge in ihren Leib zu treiben.

»Was für ein Monstrum!«
Pilot Kramers unrasiertes Gesicht wurde nur von den Anzeigen seiner Konsole beleuchtet. Alles, was ihm sein Kommentar einbrachte, war ein langer finsterer Blick. Er hob die Hände, die Handflächen nach vorne gerichtet in scherzhafter Verteidigung.
»Schon gut Boss!«

Die drei Männer waren, halb liegend, halb sitzend an ihre Druckliegen geschnallt. Aus derselben Kohlefaserstruktur, aus der die Druckliegen bestanden, ragte auch der Holotank vor ihnen. Über ihnen wurde eine hochauflösende Außenansicht an die Decke projiziert. Dieselben Symbole, die vom Hauptcomputer der Kormoran in den Holotank gespeist wurden, waren auch hier zu sehen.
Mit jeder Sekunde gewann die Darstellung an Detailreichtum. Die grafische Auflösung verbesserte sich im selben Maße, in dem auch Telemetriedaten und Vektoren aller erkannten Objekte hinzukamen.
Zwei der Objekte strahlten in einem blassen Blauton, der anzeigte, dass sich ihre Energiesignaturen nicht in den Computern der Kormoran befanden.
Das größere der beiden hatte seine Triebwerke in den letzten Minuten abgeschaltet und stand nun bewegungslos über dem Habitat. Das zweite Schiff verzögerte noch immer mit lodernden Triebwerken und emittierte heiße Strahlung, sowohl im sichtbaren als auch im unsichtbaren Spektrum des Lichtes.
»Meinst du, die haben uns entdeckt?« Fragte Kommandant Jorgenson.
Die Konsole des taktischen Offiziers flammte auf, als er die Strahlungswerte der Kormoran überprüfte. »Ich denke nicht«, antwortete er. »Wir hatten unseren Brennschluss fast 20 Stunden, bevor die überhaupt im System waren. Seitdem sind unsere Emmisionen unter das Niveau der kosmischen Hintergundstrahlung gefallen. Bei dem Feuerwerk, das die da zünden, bräuchte es schon einen ziemlich dummen Zufall, das sie uns entdecken.«
Leutnant Hagen neigte zur Untertreibung. Wenn nicht gerade jetzt jemand an Bord eines der fremden Objekte mit einem starken Fernglas aus dem Fenster blickte und die pechschwarze Kormoran zufällig sah, würden sie verborgen bleiben. Die Kormoran war vollkommen eingeschlossen von ihrer adaptiven Abschirmung. Sie strahlte zu schwach um von irgendwelchen Sensoren erfasst zu werden.

Der Kommandant starrte einige Sekunden in den Holotank, während sich Darstellung mit weiteren Daten verfeinert wurde. Die Computerkerne im Inneren der Kormoran durchforsteten das omnipräsente Internet und speisten den Datenstrom ihn die Darstellung ein. Es war die einzige Möglichkeit Informationen zu sammeln, bevor sie in Reichweite der passiven Sensoren wären. »Wie nahe bringt, uns unser derzeitiger Kurs?«, fragte er.
Hagen tippte eine Reihe von Befehlen in seine Konsole, und eine gepunktete Linie erschien in der holografischen Projektion. Gefährlich nahe führte sie am Habitat 12 vorbei. Ein dicker Punkt leuchtete dort auf, wo der Abstand am geringsten war. »Ohne weitere Kursänderung werden wir den Annäherungspunkt Alpha in achtundvierzig Minuten erreichen. Dort werden wir auf weniger als drei Kilometer an die Eindringlingen heran kommen. So lange wir inaktiv bleiben ist es aber höchst unwahrscheinlich das sie uns entdecken.«
Eine weitere Eingabe ließ den Bildausschnitt schrumpfen, bis die Form der unbekannten Raumschiffe deutlich zu sehen war. »Bisher stammen unsere Daten über die Unbekannten in erster Linie aus zivilen Quellen. Hauptsächlich Privataufnahmen, die im Internet kursieren. Seit Kurzem ist die Kameradrone eines Nachrichtendienstes im Anflug, wird jedoch erst nach uns eintreffen.«
Wieder lies er seine Finger über die Konsole huschen. Der Bildausschnitt wurde wieder größer und eine golden leuchtende Sphäre wurde um die Kormoran herum sichtbar. »Unsere passiven Sensoren sollten in etwa zehn Minuten in der Lage sein die Schiffe zu zeichnen und uns detailiertere Informationen bringen.«
Er lies eine zweite Sphäre erscheinen, die sowohl das Habitat als auch beide Eindringlinge umfasste. »In neununddreißig Minuten werden wir in Waffenreichweite sein. Das Angrifffenster bleibt für etwas mehr als siebzehn Minuten offen. Bisher ist es jedoch noch nicht zu feindlichen Handlungen durch die Objekte gekommen.«

Wieder starrte der Kommandant für einige Sekunden in die Projektion des Holotanks. Der finstere Ausdruck in seinen Augen zeigte, wie wenig ihm die Situation gefiel.
»Solange es nicht zu einem Angriff kommt, sehe ich keine Notwendigkeit uns in Gefahr zu bringen. Wenn möglich schlüpfen wir unbemerkt vorbei.« Sagte er mit dem Blick auf seinen taktischen Offizier.

»Ähm, Boss?« Pilot Kramers Hand fuchtelte vage in die Richtung der Projektion. Das größere der beiden Schiffe hatte sich wieder in Bewegung gesetzt und rotierte nun direkt über dem Habitat.
Wie die Fühler eines Insektes strichen zerstörerische Strahlen über die Hülle.

Fußnoten:
Spoiler: Anzeigen
Holotank:
Bei einem Holotank handelt es sich um ein relativ einfaches Konstrukt zur Darstellung von dreidimensionalen Bildern. Dabei wird ein Tank mit einem Trägermedium, in der Regel einem Gas, gefüllt, dass dann von einer Reihe von schwachen Lasern angestrahlt wird. Diese Laser rotieren auf einem Schlitten am Fuß des Tankes. Dort wo sich die Laser überschneiden erzeugen sie einen, aus allen Richtungen, gut sichtbaren Punkt auf dem Trägermedium. Durch die konstante Rotation der Laser werden jede Sekunde viele zweidimensionale Bilder erschaffen, die dann aufgrund ihrer Rotation im Gehirn des Betrachters zu einem dreidimensionalen, ganzen Bild zusammen gesetzt werden.
Im Kontext der Geschichte handelt es sich dabei um eine veraltete Technologie, die auf moderneren Schiffen von Darstellungen in der selben Konstruktwelt ersetzt wird, die ich im ersten Teil der Geschichte kurz thematisiert habe.

Verzögerung:
In der Raumfahrt, bzw. in der Navigation in einem dreidimensionalem Umfeld, oder auch Astrogation, gibt es kein festes Medium mit dem, durch eine Erhöhung der Reibung, ein Bremseffekt erzielt werden kann. Um die Geschwindigkeit eines Raumschiffes zu verringern dreht es sich mit den Triebwerken in die Richtung in die es fliegt und führt eine Negative Beschleunigung durch. Das heißt, eine Beschleunigung in entgegen gesetzter Richtung zur bestehenden Bewegunsgrichtung. Oder kurz: Verzögerung.

Kosmische Hintergrundstrahlung:
Dabei handelt es sich um eine Strahlung, bzw. Licht mit Wellenlängen zwischen 300mm und 1mm, oder auch Mikrowellenstrahlung. Diese Strahlung wird als ein Überbleibsel des Urknalls angesehen und ist überall im Universum, in etwa der selben Stärke, vorhanden.


Spoiler: Anzeigen
[alteversion=]Hier im zweiten Teil meiner Geschichte habe ich nur eine Szene (verdammtes 1000 Wörter Limit), die sich ein bisschen von den anderen unterscheidet. Es geht ein bisschen mehr um die Welt und die Zeit in der die Geschichte spielt und weniger um das eigentliche Geschehen an sich.

Den ersten Teil der Geschichte findet ihr hier:
http://www.schreibwerkstatt.de/der-letzte-kampf-der-kormoran-t49050.html

Edit: Entsprechend der Anmerkungen von CraX im ersten Teil habe ich ein paar Sachen angepasst, Kommata und sowas.

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Im freien Raum, zwischen Erde und Mond
Ziviles Habitat 12

17. Juli, 312. Jahr der Isolation

Daran dass es keinen Himmel gab, hat er sich erst gewöhnen müssen.
Blickt man hier nach oben, sieht man nur wieder die andere Seite des Habitats. Und die Fusionsfackel natürlich. Die Energie von den Automatkraftwerken, am erdwärtigen Ende der Station, erzeugt wird lässt die spezielle Wolframlegierung der Fusionsfackel grellweiß aufglühen. Als künstliche Sonne, dient sie seit dem großen Umbau dazu, einen fließenden Wechsel zwischen Tag und Nacht zu simulieren und das Habitat vor der gnadenlosen Kälte des Alls zu bewahren.
Das ganze funktioniert erstaunlich gut, aber man muss sich halt daran gewöhnen das es keinen Himmel gibt.
Aber die Mädchen machen das locker wieder wett!
Große, kleine, schlanke, taffe, patente. Wenn einmal jemand hässlich ist, dann weil er das so will. Als Statement.
Die Ernährung der Bewohner von Habitat 12 ist erstaunlich gut. Da das ganze Habitat den Anforderungen hydroponischer Kulturen genügt, hat man kurzerhand jeden Bewohner verpflichtet einen Gemüsegarten zu pflegen. Fleisch gibt es selten und nur zu besonderen Anlässen, da es aufwendig von den Planeten eingeführt werden muss. Durch die gute Ernährung bleiben alle gesund, der viele Sport den sie treiben müssen damit ihre Muskeln nicht atrophieren tut sein übriges.
Die kleine dunkelhaarige ein paar Schritt weiter vorn hat ihren knackigen Hintern in eine etwas altmodische, knallenge Stretchhose gezwängt und sieht darin jetzt entzückend lächerlich aus. Sprotte macht ein Foto von ihr und binnen Sekunden erscheint ihr Profil auf seinem Netzhautimplantat. Er liked ein paar Fotos und hinterlässt einen lockeren Kommentar, man weiß nie, ob sie nicht antwortet.
Auf der Erde war Sprotte ein Straßenjunge. Hier im Habitat hat er ein kleines Apartment, ein Zuhause ganz für ihn allein. Es besteht aus einem einzelnen Raum der sich frei konfigurieren lässt. Die Möbel die gerade nicht benötigt werden verschwinden einfach in der Wand.
Hier wohnt er, baut auf seiner Terrasse Gemüse an und bekommt ein kleines Handgeld. Es ist ein sorgenfreies Leben wenn man mit den beengten Verhältnissen an Bord eines Habitats zurecht kommt.

Er lässt sich auf eine Bank fallen und wühlt in seinem Rucksack. Schließlich fördert er eine kleine Plastikdose mit kleinen, selbstgemachten Pfannkuchen zu tage.
Er stopft sich einen in dem Mund und futtert während er die Dose wieder im Rucksack verstaut. Dafür beschäftigt er sich jetzt mit seinem neuen, seinem größten Schatz. Moby Dick, ein antikes Stück, auf echtem Papier gedruckt sind solche Kostbarkeiten im Weltraum kaum zu bekommen.
Nach einer Weile stopft er es zurück in seinen Rucksack, ohne darin gelesen zu haben und lässt den Blick schweifen. Zwei Monate hat es gedauert das Buch zu bekommen. Jetzt findet er nicht den richtigen Moment seinen einzigen, wertvollen Besitz das erste mal zu lesen.
Auf den öffentlichen Plätzen von Habitat 12 spielen häufig Bands, oder Theatergruppen führen ihre Stücke auf. Fast alle Habitate werden mehrheitlich von jungen und kreativen Menschen bewohnt. In den Jahren der großen Renaturierung werden sie mehr und mehr zu Zentren der Kultur.
Für Auftritte ist es aber noch zu früh also surft er ein bisschen im Netz. Das Mädchen von früher hat ihn angeschrieben und er chattet ein wenig mir ihr. Es will sich aber kein richtiges Gespräch entwickeln und so verliert er schnell das Interesse. Abwesend blickt er um sich und betrachtet die wenigen Menschen, die sich schon am Morgen auf dem Starview Floor eingefunden haben.
Hier ist ein großes Segment der Außenhülle durch mehrere Meter dicken transparenten Kunststoff ersetzt worden und erlaubt jetzt einen freien Blick in die Leere die das Habitat umgibt.
Nur ist gerade jetzt die Leere nicht leer.
Vor seinen ungläubigen Augen beendet das Fremde Schiff seine Rotation. Einen kurzen Moment steht es still im Raum, bevor Strahlen beginnen über die Panzerung des Habitats zu streichen wie gewaltige, grell blendende Fühler.
Strahlengeschütze beginnen die schwer gepanzerte Hülle des Habitats in unermesslichen Energien zu baden. Der transparente Kunststoff unter Sprottes Füßen wird schlagartig schwarz.[/alteversion]
Zuletzt geändert von HerrGesangsverein am 07.04.2014, 02:36, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [2/5]

Beitragvon ESchen » 16.03.2014, 02:38

Hi du!
Da du noch keine Kommentare hattest, habe ich mich mal an deinen Text gewagt.
Ein kleines Fazit vorweg: Es sind einige sehr interessante Science Fiction Elemente vorhanden und die Idee scheint mir ausbaufähig. Ich möchte jedoch ehrlich zu dir sein: Mein Gesamteindruck ist nicht so gut. Es hat keine Linie. Die Hauptfigur langweilt sich und somit der Leser. Die Sprache ist zum Teil sehr salopp. Kann so gewollt sein, aber für meinen persönlichen Geschmack wurde es als Stilmittel nicht an den passenden Stellen eingesetzt. Das Präsens verwirrt mich. Auf vorhandene kleine Kommafehler und Rechtschreibung gehe ich nicht ein.

. Die Energie, welche von den Automatkraftwerken, am erdwärtigen Ende der Station, erzeugt wird, lässt die spezielle Wolframlegierung der Fusionsfackel grellweiß aufglühen.

Dieser Satz ist sehr verwirrend. Durch Kommasetzung wird er besser verständlich.

Die kleine dunkelhaarige ein paar Schritt weiter vorn hat ihren knackigen Hintern in eine etwas altmodische, knallenge Stretchhose gezwängt und sieht darin jetzt entzückend lächerlich aus.


Das entzückend lächerlich finde ich originell. Warum benutzt du das Füllwort Jetzt?

Aber die Mädchen machen das locker wieder wett!
Große, kleine, schlanke, taffe, patente. Wenn einmal jemand hässlich ist, dann weil er das so will. Als Statement.


Sprichst du nur von Mädchen oder im Generellen von den Bewohnern?

Er liked ein paar Fotos und hinterlässt einen lockeren Kommentar, man weiß nie, ob sie nicht antwortet.


Liked ist englisch und Vergangenheitsform, du schreibst aber im Präsens. Das liked ist als saloppes Stilmittel und Widerspiegelung der heutigen Jugendsprache nicht schlecht gewählt, doch der gesamte folgende Satz ist in einer Art fortgeführt die sich irgendwie als "Gleichgültig" bezeichnen lässt. kein Pepp

Er stopft sich einen in dem Mund und futtert während er die Dose wieder im Rucksack verstaut. Dafür beschäftigt er sich jetzt mit seinem neuen, seinem größten Schatz. Moby Dick, ein antikes Stück, auf echtem Papier gedruckt sind solche Kostbarkeiten im Weltraum kaum zu bekommen.
Nach einer Weile stopft er es zurück in seinen Rucksack, ohne darin gelesen zu haben und lässt den Blick schweifen.


Auch hier ist futtert als saloppes Stilmittel unpassend. Wiederholung von stopft. Auch in diesem Abschnitt scheint sich eine Egalität einzuschleichen. "Hmmm, stopfe mir mal was zu mampen rein, was mach ich nun. hmmm, tja, könnte mal das Buch raus nehmen. hmmm, ist auch langweilig. weg damit." Diese Egalität fesselt den Leser nicht.

Es gibt noch weitere Beispiele in deinem Text, aber ich müsste ihn noch viel weiter auseinander nehmen. Aber das würde den Rahmen sprengen.

Ein Tipp: Lese deine Texte nochmals durch aus dem Blickwinkel eines neutralen Lesers. Fasziniert er dich? Reisst er dich mit? Wenn du diese Fragen mit Nein beantwortest, solltest du ihn nochmals überarbeiten.

In dem Sinne eher eine negative Kritik von mir, aber Übung macht den Meister. Die Idee dahinter ist nicht schlecht.

Lieber Gruss
ESchen
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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [2/5]

Beitragvon CraX » 17.03.2014, 00:26

Hallo HerrGesangsverein,

Während der Kritik zum ersten Teil hatte ich noch nicht weiter gelesen. Das hier wirkt für mich wie ein riesiger Schnitt.
Also nicht nur in der Szene, sondern auch im Stil.
Ich verstehe plötzlich alles! Also, ich habe hier Personen und Bilder.

Ein paar Formulierungsvorschläge, (also so, wie ich es machen würde):
Daran dass es keinen Himmel gab, hat er sich erst gewöhnen müssen.
Blickt man hier nach oben, sieht man nur wieder die andere Seite des Habitats. Und die Fusionsfackel natürlich. Die Energie von den Automatkraftwerken, am erdwärtigen Ende der Station, erzeugt wird lässt die spezielle Wolframlegierung der Fusionsfackel grellweiß aufglühen.

Daran, dass es keinen Himmel gab, musste Sprotte sich erst gewöhnen.
Wenn er nach oben sah, blickte er auf die andere Seite des Habitats.
Dazwischen hing die Fusionsfackel, deren Wolframlegierung grellweiß glühte. Sie erhielt ihre Energie von den Automatkraftwerken, die sich an dem erdwärtigen Ende der Station befanden.

Dadurch, dass dieser Charakter hier ertmals auftritt (wenn ich mich nicht irre), würde ich ihn hier beim Namen nennen.
(Gibt’s statt Automatkraftwerken nicht etwas aussagekräftigeres? Atom-/ Neutronen-/Schwarzloch-/Sonnen-/HubertCorneliusEmmerson-Wasweisich-Kraftwerk?)
erdwärtig klingt für mich stolprig.

Das ganze funktioniert erstaunlich gut, aber man muss sich halt daran gewöhnen das es keinen Himmel gibt.

Um die Wiederholung nicht wörtlich zu wiederholen:
Das ganze funktioniert erstaunlich gut, aber es gibt eben keinen Himmel.

Große, kleine, schlanke, taffe, patente. Wenn einmal jemand hässlich ist, dann weil er das so will.

Wenn du von den Mädchen sprichst, solltest du auch bei ihnen bleiben:
Große, kleine, schlanke, taffe, patente. Wenn einmal eine hässlich ist, dann weil sie es so will.

Durch die gute Ernährung bleiben alle gesund, der viele Sport den sie treiben müssen damit ihre Muskeln nicht atrophieren tut sein übriges.

Durch die gute Ernährung bleiben alle gesund und der vorgeschriebene Sport tut sein übriges, damit die Muskeln der Habitatsbewohner nicht atrophieren.

Hier im Habitat hat er ein kleines Apartment, ein Zuhause ganz für ihn sich allein.


Einen kurzen Moment steht es still im Raum, bevor Strahlen beginnen über die Panzerung des Habitats zu streichen wie gewaltige, grell blendende Fühler.
Strahlengeschütze beginnen die schwer gepanzerte Hülle des Habitats in unermesslichen Energien zu baden. Der transparente Kunststoff unter Sprottes Füßen wird schlagartig schwarz.

Hier sind mir die Widerholungen aufgefallen. Dabei ist mir auch aufgefallen, das der letzte Satz fast identisch ist mit dem letzten Satz des ersten Teils. Also noch mal eine Wiederholung.

Alles in allem wesentlich verständlicher als Teil eins.
Zur Hauptfigur: Im ersten Teil konnte ich noch keine ausmachen. Im 2. Teil ist es Sprotte. Man erfährt schon einiges über ihn, hauptsächlich dass er den Frauen hinterher guckt und sonst nicht viel zu tun hat, anscheinend Straßenkünstler. Will dazu noch nicht viel sagen, mal sehen, wie er sich entwickelt.
(Die Station gefällt mir, habe so eine ähnliche auch schon mal entworfen).

LG CraX
Die wahren Abenteuer sind im Kopf und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo.
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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [2/5]

Beitragvon HerrGesangsverein » 18.03.2014, 03:22

Hi ESchen und hallo nochmal CraX!

Zuerst zu dem was ESchen zu sagen hatte:

ESchen hat geschrieben:Hi du!
Da du noch keine Kommentare hattest, habe ich mich mal an deinen Text gewagt.
Ein kleines Fazit vorweg: Es sind einige sehr interessante Science Fiction Elemente vorhanden und die Idee scheint mir ausbaufähig. Ich möchte jedoch ehrlich zu dir sein: Mein Gesamteindruck ist nicht so gut. Es hat keine Linie. Die Hauptfigur langweilt sich und somit der Leser. Die Sprache ist zum Teil sehr salopp. Kann so gewollt sein, aber für meinen persönlichen Geschmack wurde es als Stilmittel nicht an den passenden Stellen eingesetzt. Das Präsens verwirrt mich. Auf vorhandene kleine Kommafehler und Rechtschreibung gehe ich nicht ein.


Ich muss dir zustimmen dass der Text keine wirklich Linie hat.
Das hat zum Teil mit dem ursprünglichem Zweck aus dem ich die Geschichte geschrieben habe zu tun. Ich wollte die Elemente die mir im Kopf herum flogen alle mal ausprobieren. Kurz gesagt; alles musste mal rein. Die Figur Sprotte ist in diesem Kontext mehr ein Mittel zum Zweck um die Bedingungen und das Leben im Inneren des Habitates beschreiben zu können und das merkt man dem ganzen auch an.
Die zum teil sehr saloppe Sprache ist durch den Protagonisten bedingt, vieles davon ist ein wilder Mix aus innerem Monolog und indirekter Rede.
Der Präsenz ist ein Element mit dem ich experimentiert habe das ich aber nach dieser Story komplett habe fallen lassen. Gerade weil es sich ein bisschen seltsam anfühlt, aber auch weil es zum Teil für die wenigen Variationen in den Satzstrukturen verantwortlich ist.

ESchen hat geschrieben:. Die Energie, welche von den Automatkraftwerken, am erdwärtigen Ende der Station, erzeugt wird, lässt die spezielle Wolframlegierung der Fusionsfackel grellweiß aufglühen.

Dieser Satz ist sehr verwirrend. Durch Kommasetzung wird er besser verständlich.

Ich war anscheinend so dämlich den Text nachdem ich ihn redigiert habe nicht abzuspeichern und bin noch nicht wieder dazu gekommen ihn hier zu überarbeiten. Asche auf mein Haupt, das passiert mir hoffentlich nicht nochmal. :D

ESchen hat geschrieben:Die kleine dunkelhaarige ein paar Schritt weiter vorn hat ihren knackigen Hintern in eine etwas altmodische, knallenge Stretchhose gezwängt und sieht darin jetzt entzückend lächerlich aus.


Das entzückend lächerlich finde ich originell. Warum benutzt du das Füllwort Jetzt?

Ich habe keine Ahnung was das da macht. :D
Da hast du natürlich absolut Recht dass das da nicht sein sollte.

ESchen hat geschrieben:Aber die Mädchen machen das locker wieder wett!
Große, kleine, schlanke, taffe, patente. Wenn einmal jemand hässlich ist, dann weil er das so will. Als Statement.


Sprichst du nur von Mädchen oder im Generellen von den Bewohnern?

Zuerst geht es um Mädchen, dann um die Bewohner im Allgemeinen.
Das war einer von den Sätzen die in der redigierten Version so nicht mehr drin gewesen wären.

ESchen hat geschrieben:Er liked ein paar Fotos und hinterlässt einen lockeren Kommentar, man weiß nie, ob sie nicht antwortet.


Liked ist englisch und Vergangenheitsform, du schreibst aber im Präsens. Das liked ist als saloppes Stilmittel und Widerspiegelung der heutigen Jugendsprache nicht schlecht gewählt, doch der gesamte folgende Satz ist in einer Art fortgeführt die sich irgendwie als "Gleichgültig" bezeichnen lässt. kein Pepp

Der korrekte englische past perfect wäre "had liked". Die Ähnlichkeit in den Formen kommt hier von der Übertragung des englischen Begriffes in die deutsche Grammatik und ist so wie er da steht leider vollkommen korrekt.

ESchen hat geschrieben:Er stopft sich einen in dem Mund und futtert während er die Dose wieder im Rucksack verstaut. Dafür beschäftigt er sich jetzt mit seinem neuen, seinem größten Schatz. Moby Dick, ein antikes Stück, auf echtem Papier gedruckt sind solche Kostbarkeiten im Weltraum kaum zu bekommen.
Nach einer Weile stopft er es zurück in seinen Rucksack, ohne darin gelesen zu haben und lässt den Blick schweifen.


Auch hier ist futtert als saloppes Stilmittel unpassend. Wiederholung von stopft. Auch in diesem Abschnitt scheint sich eine Egalität einzuschleichen. "Hmmm, stopfe mir mal was zu mampfen rein, was mach ich nun. hmmm, tja, könnte mal das Buch raus nehmen. hmmm, ist auch langweilig. weg damit." Diese Egalität fesselt den Leser nicht.

Auch hier ist die saloppe Sprache bewusst gewählt weil letztlich die Figur ein salopper Typ ist.
Und auch hier gilt wieder, dadurch das in die Story einfach alles mal rein musste leidet speziell dieser Teil des Textes doch sehr. Das ganze Ding war eigentlich nie zur Veröffentlichung gedacht und ist mehr als eine Art "Tech Demo" zu sehen.

ESchen hat geschrieben:In dem Sinne eher eine negative Kritik von mir, aber Übung macht den Meister. Die Idee dahinter ist nicht schlecht.

Lieber Gruss
ESchen


Die meisten von den Kritikpunkten die du hast, habe ich in der Tat erwartet.
Ein paar sind dabei die ich aber noch nicht auf dem Schirm hatte und ich werde versuchen es in mein aktuelles Machwerk mit einfließen zu lassen.
Diesen Text werde ich aber wahrscheinlich nicht mehr in einem größeren Maßstab überarbeiten weil er einfach schon ein ganzes Jahr alt ist und ich derzeit an anderen Sachen schreibe.

Trotzdem danke für deine Hilfreiche Kritik.

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Und jetzt zu dir CraX,
freut mich dass du weiter gelesen hast!

CraX hat geschrieben:Während der Kritik zum ersten Teil hatte ich noch nicht weiter gelesen. Das hier wirkt für mich wie ein riesiger Schnitt.
Also nicht nur in der Szene, sondern auch im Stil.
Ich verstehe plötzlich alles! Also, ich habe hier Personen und Bilder.

Einer der Gründe dafür ist natürlich dass ich hier um einiges beschreibender zu Werke gehe. Das ganze Stück hat die Funktion diese riesige Raumstation und das leben darauf zu beschreiben. Während ich am Anfang, gerade in der ersten Szene den (imaginären) Leser ein Stück weit im Dunklen tappen lassen wollte.

CraX hat geschrieben:Ein paar Formulierungsvorschläge, (also so, wie ich es machen würde):
Daran dass es keinen Himmel gab, hat er sich erst gewöhnen müssen.
Blickt man hier nach oben, sieht man nur wieder die andere Seite des Habitats. Und die Fusionsfackel natürlich. Die Energie von den Automatkraftwerken, am erdwärtigen Ende der Station, erzeugt wird lässt die spezielle Wolframlegierung der Fusionsfackel grellweiß aufglühen.

Daran, dass es keinen Himmel gab, musste Sprotte sich erst gewöhnen.
Wenn er nach oben sah, blickte er auf die andere Seite des Habitats.
Dazwischen hing die Fusionsfackel, deren Wolframlegierung grellweiß glühte. Sie erhielt ihre Energie von den Automatkraftwerken, die sich an dem erdwärtigen Ende der Station befanden.

Dadurch, dass dieser Charakter hier ertmals auftritt (wenn ich mich nicht irre), würde ich ihn hier beim Namen nennen.
(Gibt’s statt Automatkraftwerken nicht etwas aussagekräftigeres? Atom-/ Neutronen-/Schwarzloch-/Sonnen-/HubertCorneliusEmmerson-Wasweisich-Kraftwerk?)
erdwärtig klingt für mich stolprig.

Der Begriff Automatkraftwerk ist an sich ja erstmal eine verklausulierte Aussage dazu wie diese Kraftwerke betrieben werden, nämlich automatisch. Die Kraftwerke an sich sind eine Kombination zum einen aus einem Fusionsreaktor und einem Elektrolysewerk das sowohl den Sauerstoff den die Bewohner an Bord atmen, als auch den Wasserstoff der für den Fusionsreaktor benötigt wird produziert. Das dafür benötigte Wasser wird aus den Kreisläufen der Station geliefert und die Teilung und Verarbeitung der Bestandteile ist Teil des Kreislaufs selbst. Die Details davon sind extrem komplex und zugegebenermaßen einer der Punkte wo die Technik meines Universums weniger Science als Fiction ist. Also nein, es geht nicht genauer.

CraX hat geschrieben:
Einen kurzen Moment steht es still im Raum, bevor Strahlen beginnen über die Panzerung des Habitats zu streichen wie gewaltige, grell blendende Fühler.
Strahlengeschütze beginnen die schwer gepanzerte Hülle des Habitats in unermesslichen Energien zu baden. Der transparente Kunststoff unter Sprottes Füßen wird schlagartig schwarz.

Hier sind mir die Widerholungen aufgefallen. Dabei ist mir auch aufgefallen, das der letzte Satz fast identisch ist mit dem letzten Satz des ersten Teils. Also noch mal eine Wiederholung.


Die Weiderholung des letzten Satzes vom vorhergegangenen Teil ist gewollt. Es handelt sich dabei ja um ein und den selben Zeitpunkt aus einer anderen Perspektive.

CraX hat geschrieben:Alles in allem wesentlich verständlicher als Teil eins.
Zur Hauptfigur: Im ersten Teil konnte ich noch keine ausmachen. Im 2. Teil ist es Sprotte. Man erfährt schon einiges über ihn, hauptsächlich dass er den Frauen hinterher guckt und sonst nicht viel zu tun hat, anscheinend Straßenkünstler. Will dazu noch nicht viel sagen, mal sehen, wie er sich entwickelt.
(Die Station gefällt mir, habe so eine ähnliche auch schon mal entworfen).

LG CraX


Sprotte ist hier leider mehr Mittel zum Zweck als alles andere. Er taucht ganz am Ende noch einmal auf hat aber nicht wirklich eine Funktion für die Geschichte. Im großen Kontext allerdings wird er später eine wichtige Rolle bekommen. Aber realistisch gesehen bin ich da noch 150 bis 200 Seiten von weg. :?
"Mein Junge, du riechst wie ein frischer Schinken an einem Sommermorgen!"
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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [2/5]

Beitragvon Sartea » 25.03.2014, 21:58

Hallo Olli,

endlich habe ich genügend Zeit gefunden und deine Geschichte weiter gelesen. Im zweiten 1000-Wort-Abschnitt machst du einiges besser als im ersten und einiges schlechter.

Das Werk

Wir begleiten den jungen Sprotte, der einen ruhigen Tag im Habitat 12 erlebt. Bis die Station von einem unbekannten Raumschiff angegriffen wird.

Idee, Charaktere, Handlung und Logik

Durch die Augen des ehemaligen Straßenjungen erhascht der Leser den ersten verständlichen Blick auf die Zukunft. Ich mag den Jungen als Transportmittel für eigentlich komplexe Mechanismen wie totale Vernetzung von Menschen, Alltag der künstlichen, genetischen Perfektion (merkt man daran, dass alle Menschen auf der Station schön sind) und die damit verbundenen soziologischen Änderungen im Alltag. Man erlebt etwas Bekanntes und kann es dazu nutzen um sich Unbekanntes besser vorzustelln.

Dinge die wir heute als Horrorvorstellung eines totalitären Überwachungsstaates und des gläsernen Menschen ablehnen, sind in deiner Welt absolut normal. Mein persönlicher Wunsch (es ist keine Kritik, denn den Schwerpunkt der Geschichte bestimmst du) wäre, dass du auf die automatischen Probleme eines solch mächtigen Informationsnetzwerks eingehst.

Die dargestellte Situation ist sehr gut. Ein Junge gafft dem Hintern eines Mädchens hinterher. Und sofort hat er ihre Kontaktdaten, kann sie anschreiben, sich ihre Fotos und ihren Freundeskreis anzeigen lassen. Wenn sie mit ihren Informationen nicht vorsichtig genug gewesen ist (und welcher junge Mensch ist das schon), kann er sogar ihren Wohnort herausfinden. Wie gehen die Menschen in der Zukunft damit um? Haben Sie jede Vorstellung von Privatsphäre aufgegeben und sind offen für Fremdkontakte? Gibt es noch so etwas wie Belästigung im Wortschatz dieser Gesellschaft? Gibt es Schutz gegen unerwünschte Kontakte? Eine entsprechende Behörde und Polizei? Gibt es Widerstand gegen eine solche Existenzform? All das wäre sehr spannend zu erfahren.

Wie die Charaktere im ersten Abschnitt, wird Sprotte nicht beschrieben. Dafür lässt du den Leser aber an seiner Gedankenwelt Teil haben, womit der Junge der erste Charakter deiner Geschichte mit echtem Profil ist.

Handlungstechnisch passiert nicht wirklich viel. Der Leser begleitet Sprotte wie er sehr gemütlich durch das Habitat schlendert, eine halbherzigen Versuch unternimmt Bekanntschaft mit einer Dame zu schließen (übers Netz, NACHDEM er sie im RL gesehen hatte, was an sich schon cool ist ^^) und bewundert kurz seine Bucherrungenschaft um sie dann wieder weg zu stecken. Dann wandert sein Blick auf das große Sichtfenster der Station und er sieht den Angriff des fremden Schiffes. Alles sehr linear. Keine Stränge. Also auch keine Unklarheiten oder Ungereimtheiten.

Zur Logik habe ich ein paar Sachen. Aber das sind eher Fragen, weil du dir bestimmt etwas dabei gedacht hast, was später aufgelöst wird.

Ich frage mich zum Beispiel wieso einem Straßenjungen ein kleines Apartment auf einer Raumstation zugesprochen wird. Wer bezahlt das? Und zu welchem Zweck?

Es hört sich nicht an, als hätte der Junge Geld oder ein Einkommen. Wie ist er an eine solche Rarität wie Mobby Dick in Papierform gekommen?

Bei der nächsten Frage begebe ich mich auf dünnes Eis, denn hier hast du ganz bestimmt eine Antwort parat. Dennoch bin ich neugierig. Müsste die Isolierung der Fusionsfackel nicht auch jede Wärmestrahlung abschotten? Wie kann sie dann als Wärmequelle dienen? Umgekehrt genau so. Wenn es keine Eindämmung gibt, wie schützen sich die Menschen vor der Strahlung?

Stil, Grammatik und Formatierung

Der zweite Teil deiner Geschichte ließ sich viel besser lesen als der erste. Das ist einerseits gut. Andererseits passt er damit irgendwie nicht zu den umständlichen Formulierungen des ersten Teils. Meine Vorredner erwähnten bereits die unpassende saloppe Sprache. Die hast du damit begründet, dass die Sprache sich dem aktiven Protagonisten angepasst hat. Dass sich der Stil mit den Charakteren, die gerade am Zug sind, ändert, empfinde ich als etwas gewöhnungsbedürftig. So etwas kenne ich sonst nur aus Geschichten die aus der Ich-Perspektive erzählt werden. Interessant ist es dennoch.

Das mit der Grammatik ist so eine Sache. Du schreibst die Wörter richtig, Groß- und Kleinschreibung bereitet dir keine Probleme, doch trüben fehlende Kommata das Bild. Vor allem lassen sie viele Sätze sehr holprig erscheinen. Hier solltest du Nachbessern.

Wie auch im ersten Teil, enthält dein Text für meinen Geschmack zu wenige Absätze. Wo du am besten welche machst, habe ich bereits in meinem ersten Kommentar erwähnt.

Fazit

Ich verzichte an dieser Stelle erneut darauf, einzelne Sätze zu zitieren. Es sind einfach zu viele mit denen ich ein Problem habe.

Stattdessen gebe ich dir einen allgemeinen Tipp: Lesen. "Alles was dir an erzählender Prosa in die Hände fällt", wie Ojinaa es in einem anderen Thread so wunderschön formulierte. Du hörst dich manchmal so an, als würdest du eher wissenschaftliche Texte lesen und keine Belletristik. Um ein Gefühl für das Schreiben von Geschichten zu bekommen, musst du mehr Geschichten lesen. ;)

Du hast sehr viele gute Ideen. Aber nur mit einer entsprechend hübschen Verpackung, kannst andere für sie begeistern.

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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [2/?] (alles neu!)

Beitragvon Veniya » 06.04.2014, 21:09

Hallo Herr Gesangsverein,

dann mache ich mich mal an den zweiten Teil. Auch wenn ich mich an deinen Rat halte, den dritten erst zu kommentieren, wenn die bearbeitete Fassung vorliegt, muss ich gestehen, dass ich neugierig war, und ihn schonmal gelesen habe. Bin dann mal gespannt auf den Vergleich.

Aber nun erst einmal zum zweiten

Schreibstil, Ausdruck, Sprache

Diesmal fiel es mir etwas schwerer als beim ersten Teil, in die Handlung einzutauchen. Das liegt vermutlich zum Teil an den verirrten Kommata aber auch an den zahlreichen technischen Details, die du einfließen lässt. Du beschreibst sehr plastisch, sehr detailliert und versuchst, wie ich vermute, die physikalischen und technischen Gegebenheiten so richtig und genau wie möglich wiederzugeben. Generell nicht falsch. Auch wenn ich als Laie nicht immer folgen kann, mag ich keine Bücher, in denen mir Unmöglichkeiten aufgetischt werden. Dennoch empfinde ich es hier als zu viel. Zu viele Begriffe, über die ich stolpere, auch Zusammenhänge. Wie kann dieses Subjekt wirklich mit diesem Verb? Oder: Was bedeutet diese Konstellation von Worten, von denen ich zwei schon Mal nachschlagen muss, bevor ich dem Satz einen Sinn entlocken kann? Weißt du, was ich meine? Und du willst doch sicherlich nicht nur für Nerds, sondern auch für ein etwas breiter gefächertes Publikum schreiben. Deshalb fände ich es hilfreich, wenn du an manchen Stellen mehr erklärst als beschreibst. Oder vielleicht die Auswirkungen des Geschehens ausmalst, ohne zu sehr auf die technischen Details einzugehen. An anderen Stellen, z. B. in den Dialogen kannst du ja dann dein geballtes Wissen auffahren, denn der Kommandant wird seinen Leuten kaum etwas erklären müssen.

Inhalt: Charaktere, Handlung, Logik

Zu den Kommentaren zum ersten Teil hattest du ja schon allgemein zu den Charakteren geschrieben, dass sie keine wirkliche eigene Meinung haben, sondern eher getrieben sind von der öffentlichen Stimmung, du sie also, wenn ich das richtig verstanden habe, nicht als Individuen charakterisieren willst, sondern vielmehr als ausführendes Personal. Finde ich im Grunde plausibel in einer zukünftigen Gesellschaft, aber in dieser Szene machst du es mir als Leser schwer, mich mit den handelnden Personen zu identifizieren.
Ich fände zum Beispiel eine kurze Einführung zu Anfang hilfreich, wo du sie vorstellst. Nicht viel, nur ein zwei Sätze zu Namen, Position, vielleicht ein Merkmal, an dem man die Person im weiteren Verlauf der Szene sofort wiedererkennen kann. Dann weiß ich als Leser sofort, wo ich denjenigen, der gerade spricht einordnen kann und habe vielleicht auch schon ein – wenn auch noch unklares – Bild vor Augen.
Mir fiel es beim Lesen eher schwer, die gesprochenen Passagen den jeweiligen Crewmitgliedern zuzuordnen. An manchen Stellen hätte ich mir zur Verdeutlichung ein simples „ …“, sagte xy gewünscht. So musste ich noch einmal im Text zurückgehen, um sicherzugehen, dass jetzt gerade der Kommandant, der Pilot Kramer oder der Leutnant Hagen derjenige ist, der das Wort führt.
Auch ist mir aufgefallen, dass der Umgang der Leute untereinander sehr vertraut zu sein scheint. Sie duzen sich, Kramer sagt anfangs (klingt leicht flapsig) „Schon gut, Boss!“ und gegen Ende macht Kramer den Kommandanten mit einem „Ähm, Boss?“ auf etwas aufmerksam. Wäre es in dieser Welt nicht logischer, wenn sich die Offiziere etwas förmlicher miteinander unterhalten würden? Wenn ich die Stellen so lese, muss ich eher an die Serenity denken, als an Leute, die nur noch im Auftrag der Machthaber handeln.
Ansonsten kann ich der Handlung relativ gut folgen. Wieder baust du Spannung auf, indem die Holoprojektoren immer mehr Daten enthüllen, während wir durch die Beobachter mit zusätzlichen Informationen versorgt werden, die den Ernst der Lage beschreiben. Und wieder kommt am Ende ein Ereignis, dass die Situation verschärft und die Kormoran womöglich zum Eingreifen bzw. den Kommandanten zur Änderung seiner Taktik zwingt.
Auch wenn sich der „Stoff“ als schwierig erweist, würde ich (noch) weiterlesen, um zu erfahren, wie es mit den fremden Eindringlingen weitergeht.

Rechtschreibung

Hier halte ich es wie gehabt. Ich werde Rechtschreibefehler, von denen ich denke, dass es welche sind, rot markieren. Ebenso wie die Stellen an denen ich Kommata setzen oder versetzen würde.

Zitate, Beispiele und Vorschläge

HerrGesangsverein hat geschrieben:Fast auf den Meter genau auf der Hälfte der Strecke von der Erde zum Mond hing eine gewaltige (kein Komma) zylindrische Raumstation in einem statischen Orbit. Während der Inkursion hatten alle Bemühungen (Komma) das System zu verteidigen (Komma) hier ihren Ausgangspunkt. Zeitweise war sie die machtvollste Festung im bekannten Universum gewesen. Waffenstarrend, nahezu unbezwingbar.


auf den Meter genau würde ich an dieser Stelle weglassen, weil ich es a) als überflüssig empfinde und mir b) nicht vorstellen kann, dass man im All Entfernungen auf den Meter genau abschätzen würde.

Das Komma zwischen gewaltig und zylindrisch fällt weg, weil zylindrisch die Raumstation näher spezifiziert, es ist dem Subjekt direkt zugeordnet.

Die weiteren zwei Kommata musst du nicht unbedingt setzen, ich würde es aber empfehlen, um den Satz überschaubarer zu gestalten.

Waffenstarrend, nahezu unbezwingbar. Gefällt mir sehr gut! :D

HerrGesangsverein hat geschrieben:Wo früher mächtige Geschütze fähig waren jeden Angreifer aus dem All zu fegen, war das Habitat 12 nun die Heimat von sechs Millionen Zivilisten. Nur noch die dicke Panzerung zeugte von vergangener Macht.


Ich würde das an dieser Stelle deutlicher schreiben: von der vergangenen Macht / von seiner vergangenen Macht. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist Habitat 12 inzwischen vollkommen (?) wehrlos. Wie kommt das, nachdem es doch früher mal von Waffen nur so gestrotzt hat? Hier wäre vielleicht ein zusätzlicher Satz als Erklärung hilfreich.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Über der Station stand ein Raumschiff im All.
Gewaltig und fremdartig erinnerte es an ein Insekt, das über seiner Beute lauert, bereit seine todbringenden Fänge in ihren Leib zu treiben.


Warum machst du zwischen All und gewaltig einen Absatz? Ich würde die beiden Teile zusammenführen, weil sie inhaltlich direkt verbunden sind.

HerrGesangsverein hat geschrieben:»Was für ein Monstrum.«
Alles, was ihm der Kommentar einbrachte, war ein langer finsterer Blick. Pilot Kramer hob die Hände, die Handflächen nach vorne gerichtet in scherzhafter Verteidigung.
»Schon gut Boss!«


Hier würde ich hinter Monstrum ein Ausrufezeichen setzen. Der Pilot ist anscheinend erlich beeindruckt.

Außerdem würde ich ihn (den Piloten) hier früher ins Spiel bringen, weil der Leser ihn ja noch nicht kennt. Ich würde auch hier die Absätze etwas anders gestalten und die Szene eventuell noch etwas ausschmücken.

Vorschlag:

»Was für ein Monstrum!«
Pilot Kramer starrte mit weit geöffnetem Mund auf die Anzeigen. Doch alles, was ihm der Kommentar einbrachte, war ein langer finsterer Blick seines Kommandanten.
Er hob in scherzhafter Verteidigung die Hände: »Schon gut Boss!«


HerrGesangsverein hat geschrieben:Die drei Männer waren, halb liegend, halb sitzend an ihre Druckliegen geschnallt. Dieselbe Kohlefaserstruktur (Komma) aus denen alle drei Liegen bestanden (Komma) beherbergte auch den Holotank vor ihnen.


mit alle drei wiederholst du dich, wie wäre es einfach mit die Liegen ...

Eine Struktur, die beherbergt? Das erschließt sich mir nicht so ganz. Wie wäre es mit: Aus derselben Kohlefaserstruktur, die auch die Grundlage für die Sitzgelegenheiten bildete, bestand auch der Holotank vor ihnen.

Anfangs würde ich mir hier eine kurze Erklärung wünschen. Wer sind diese drei Männer? Welche Funktion haben sie? Einen kennen wir ja bereits, aber was ist mit den anderen. Sind sie die einzigen an Bord dieses Schiffes?

HerrGesangsverein hat geschrieben:Über ihnen wurde eine hochauflösende Außenansicht an die Decke projiziert (Komma) auf der auch Abbilder der (gleichen) Symbole zu sehen waren, die von der passiven Sensorik in den Holotank des Schiffes gespeist wurden.


Ich stoße mich etwas an dem auch. Auch verlangt immer nach einem zweiten/weiteren Umstand, der hier nicht erkennbar ist. Mein Vorschlag wäre es, dem auch entweder einen Namen zu geben, in Form von: neben ... oder unter anderem davor zu setzen, also: Über ihnen wurde eine hochauflösende Außenansicht an die Decke projiziert, auf der unter anderem auch Abbilder der Symbole zu sehen waren, die von der passiven Sensorik des Schiffes in den Holotank gespeist wurden.

gleichen würde ich weglassen, und des Schiffes einfügen.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Mit jeder Sekunde(, die verstrich,) gewann die Darstellung an Detailreichtum. Die grafische Auflösung verbesserte sich im selben Maße, in dem auch Telemetriedaten und Vektoren aller erkannten Objekte (kein Komma) hinzukamen.
Zwei der Objekte strahlten in einem blassen Blauton, der anzeigte (Komma) dass sich ihre Energiesignaturen nicht in den Computerbänken der Kormoran befanden.
Das größere Objekt hatte seine Triebwerke (kein Komma) in den letzten Minuten abgeschaltet und stand nun bewegungslos (im Raum) über dem Habitat. Das zweite Schiff verzögerte noch immer mit lodernden Triebwerken und emittierte heiße Strahlung, sowohl im sichtbaren als auch im unsichtbaren Bereich des Spektrums.
»Meinst du, die haben uns entdeckt?«, fragte ... Wer???


Die eingeklammerten Satzteile würde ich streichen. So wirken die Sätze flüssiger und du befreist sie gleichzeitig von Informationen, die (eigentlich) überflüssig sind. Ist aber auch Geschmackssache.

Computerbank klingt in meinen Ohren etwas seltsam :D Vielleicht Datenbank?

Das Wort Objekt wiederholst du nun zum dritten Mal. Wie wäre es an dieser Stelle mit: Das größere der beiden hatte ...

»Meinst du, die haben uns entdeckt?« Ja, hier wüsste ich gerne, wer fragt. :D

HerrGesangsverein hat geschrieben:Die Konsole des taktischen Offiziers flammte (für ein paar Sekunden) auf, als er die Strahlungswerte der Kormoran überprüfte. »Ich denke nicht«, antwortete er (Punkt) »Wir hatten unseren Brennschluss fast 20 Stunden, bevor die überhaupt im System waren. Seitdem sind unsere Emmissionen unter das Niveau der kosmischen Hintergundstrahlung gefallen. Bei dem Feuerwerk, das die da zünden, bräuchte es schon einen ziemlich dummen Zufall, dass sie uns entdecken


fast 20 Stunden :arrow: Meines Erachtens müsste die Zeitangabe an dieser Stelle genauer sein.

bevor die überhaupt im System waren.
:arrow: waren gefällt mir nicht. Da gibt es genug andere Verben. Du bist da doch sonst so einfallsreich :D Wie wäre es mit: bevor die überhaupt ins System eingetreten sind.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Leutnant Hagen neigte (gelegentlich) zur Untertreibung. Wenn nicht (jetzt) gerade jetzt jemand an Bord eines der fremden Objekte mit einem starken Fernglas aus dem Fenster sah und die pechschwarze Kormoran zufällig entdeckte, würden sie unentdeckt bleiben.


Das jetzt würde ich versetzen, klingt besser, finde ich.

eines als Ergänzung, weil es ja zwei sind. Gefällt mir irgendwie besser. :D

Dreimal entdecken in Folge ...

Hier frage ich mich erneut, warum du einen Absatz machst. Inhaltlich gehören die beiden Sätze doch zusammen, da würde ich sie auch formal nicht trennen.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Die Kormoran war vollkommen eingeschlossen von ihrer adaptiven Abschirmung. Nur Mikrowellen Strahlung konnte noch entkommen. Und die entsprach genau der Hintergrundstrahlung (Komma) die vom Urknall zurückgeblieben war.


Bei diesen drei Sätzen frage ich mich, ob die Erklärung hier wirklich notwendig ist. Mir sagt sie nicht, während sie mir auch im Verlauf der Story nicht weiterhilft.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Der Kommandant starrte einige Sekunden in den Holotank, während (sich) die Darstellung (zunehmend) mit weiteren Daten verfeinert wurde. Die Computerkerne im Inneren der Kormoran durchforsteten das (omnipräsente) Internet und speisten den (konstanten) Datenstrom ihn die Darstellung ein. Es war die einzige Möglichkeit Informationen zu sammeln (Komma) bevor sie in Reichweite der passiven Sensoren (sein würden) wären.
»Wie nahe bringt, uns unser derzeitiger Kurs?«


Vor der direkten Rede würde ich entweder keinen Absatz machen oder ich würde ein fragte er nachstellen, damit man weiß, dass es noch zum Kommandanten dazugehört.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Hagen tippte eine (kurze) Reihe von Befehlen in seine Konsole (Komma?) und eine gepunktete Linie erschien (kein Komma) in der Projektion des Holotanks. Gefährlich nahe führte sie am Habitat 12 vorbei.


Das Komma vor dem und musst du nicht setzen, fände ich an dieser Stelle aber ganz gut, weil der Satz damit übersichtlicher wird.

Hier hätte ich einen Alternativvorschlag, der den Text durch eine einfache Umstellung flüssiger wirken ließe: Hagen tippte eine Reihe von Befehlen in seine Konsole, worauf in der Projektion des Holotanks (holographischen Projektion) eine gepunktete Line erschien, die gefährlich nah an Habitat 12 vorbeiführte.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Ein dicker Punkt leuchtete dort auf, wo der Abstand (zwischen Habitat und Linie) am geringsten war.
»Ohne weitere Kursänderung werden wir den Annäherungspunkt Alpha in achtundvierzig Minuten erreichen. Dort werden wir weniger als drei Kilometer Abstand zu den Eindringlingen haben. Eine Entdeckung ist dennoch höchst unwahrscheinlich, solange wir weiter inaktiv bleiben.«


Hier habe ich mich auch mal an einer Umstellung versucht, um den Lesefluss zu erhöhen, nur als Vorschlag: »Ohne weitere Kursänderung werden wir in achtundvierzig Minuten den Annäherungspunkt Alpha erreichen. Auch wenn der Abstand zu den Eindringlingen dann weniger als drei Kilometer betragen wird, können wir einen Entdeckung nahezu ausschließen, solange wir weiter inaktiv bleiben.«

HerrGesangsverein hat geschrieben:Eine weitere Eingabe ließ den Bildausschnitt schrumpfen, bis die Form der unbekannten Raumschiffe (kein Komma) deutlich zu sehen war.
»Bisher stammen unsere Daten (kein Komma) über die Unbekannten in erster Linie aus zivilen Quellen. Hauptsächlich Privataufnahmen, die im Internet kursieren. Seit Kurzem ist die Kameradrone eines Nachrichtendienstes im Anflug, wird jedoch erst nach uns eintreffen.«
Wieder lies er seine Finger über die Konsole huschen. Der Bildausschnitt wurde wieder größer und eine golden leuchtende Sphäre wurde um die Kormoran herum sichtbar. »Unsere passiven Sensoren sollten in etwa zehn Minuten in der Lage sein die Schiffe zu zeichnen und uns detailliertere Informationen bringen.«
Er lies eine zweite Sphäre erscheinen, die sowohl das Habitat als auch beide Eindringlinge umfasste. »In neununddreißig Minuten werden wir in (Reichweite unserer Bordwaffen) Waffenreichweite sein. Das Angrifffenster bleibt für etwas mehr als siebzehn Minuten offen. Bisher ist es jedoch (noch) nicht zu (Angriffshandlungen) durch die Objekte gekommen.«


Um einmal die Wortwiederholung Angriff zu vermeiden und, weil ich denke, dass ein Angriff eher durch einen Gegner/Eindringling erfolgt als durch ein Objekt, hier folgender Vorschlag: Das Angrifffenster bleibt für etwas mehr als siebzehn Minuten offen. Bisher ist es jedoch nicht zu aggressiven Handlungen seitens der Gegner/ Eindringlinge gekommen.«


HerrGesangsverein hat geschrieben:Wieder starrte der Kommandant für einige Sekunden in auf die Projektion des Holotanks. Der finstere Ausdruck in seinen Augen zeigte, wie wenig ihm die Situation gefiel.
»Solange es nicht zu einem Angriff kommt, sehe ich keine Notwendigkeit uns in Gefahr zu bringen. Wenn möglich (Komma) schlüpfen wir unbemerkt vorbei (kein Punkt)« (Komma) sagte er mit dem Blick auf seinen taktischen Offizier.

»Ähm, Boss?«
Kramers Hand fuchtelte vage in die Richtung der (taktischen) Projektion. Das größere der beiden Schiffe (kein Komma) hatte sich wieder in Bewegung gesetzt und rotierte nun direkt über dem Habitat.
Wie die Fühler eines Insektes (kein Komma) strichen zerstörerische Strahlen über die Hülle.


Fazit

Insgesamt finde ich die Story interessant. Anhand deiner Beschreibung kann man sich die Situation gut vorstellen. Auch die Bedrohung, die von den fremden Schiffen ausgeht, kommt gut rüber. Ich würde mir etwas mehr Information über die Charaktere wünschen und an manchen Stellen weniger technische Details, dafür mehr Erklärung oder eine etwas einfachere Beschreibung für den technisch nicht so ganz versierten Leser.
Dir ist wahrscheinlich aufgefallen, dass ich den Hang dazu habe, Texte auszumisten, indem ich die Wörter streiche, die meiner Meinung nach überflüssig sind. Ich habe eine Aversion gegen Füllwürter und beschreibende Adjektive/Adverbien. Ist immer Ermessenssache. Ich finde nur, dass sich ein Text oft besser liest, wenn man den unnötigen Ballast entfernt hat. :D
Das Bild mit dem riesigen Insekt gefällt mir sehr gut. Auch, dass du es am Anfang über der Station schweben lässt, um dann am Ende der Szene das Bild noch einmal aufzugreifen, indem es seine zerstörerischen Strahlen über die Hülle streichen lässt. Sehr schön!

Liebe Grüße
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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [2/?] (alles neu!)

Beitragvon HerrGesangsverein » 07.04.2014, 03:11

Hi Veniya!

ohne viel Federlesen gleich zur Sache.

Veniya hat geschrieben:Schreibstil, Ausdruck, Sprache

Diesmal fiel es mir etwas schwerer als beim ersten Teil, in die Handlung einzutauchen. Das liegt vermutlich zum Teil an den verirrten Kommata aber auch an den zahlreichen technischen Details, die du einfließen lässt. Du beschreibst sehr plastisch, sehr detailliert und versuchst, wie ich vermute, die physikalischen und technischen Gegebenheiten so richtig und genau wie möglich wiederzugeben. Generell nicht falsch. Auch wenn ich als Laie nicht immer folgen kann, mag ich keine Bücher, in denen mir Unmöglichkeiten aufgetischt werden. Dennoch empfinde ich es hier als zu viel. Zu viele Begriffe, über die ich stolpere, auch Zusammenhänge. Wie kann dieses Subjekt wirklich mit diesem Verb? Oder: Was bedeutet diese Konstellation von Worten, von denen ich zwei schon Mal nachschlagen muss, bevor ich dem Satz einen Sinn entlocken kann? Weißt du, was ich meine? Und du willst doch sicherlich nicht nur für Nerds, sondern auch für ein etwas breiter gefächertes Publikum schreiben. Deshalb fände ich es hilfreich, wenn du an manchen Stellen mehr erklärst als beschreibst. Oder vielleicht die Auswirkungen des Geschehens ausmalst, ohne zu sehr auf die technischen Details einzugehen. An anderen Stellen, z. B. in den Dialogen kannst du ja dann dein geballtes Wissen auffahren, denn der Kommandant wird seinen Leuten kaum etwas erklären müssen.

Es ist mir wirklich sehr wichtig die technischen und physikalischen Details so präzise wie möglich darzustellen. Das liegt zum einen daran das ich schon als Kind Geschichten von Assimov, Heinlein und Campbell (der Vater der modernen SciFi) verschlungen habe und ganz natürlich diesen Autoren nacheifere die allesamt Mathematiker und Physiker waren. Wie für diese drei, Campbell allen voran, ist Science Fiction für mich immer auch Sachtext.
Dazu kommt das ich dermaßen auf Physikzeug abfahre (ich könnte Wochenlang drüber reden, schlimmer ist das bei mir nur mit Fahrrädern) dass ich mittlerweile tagtäglich mit diesen Begriffen umgehe. Lange Rede kurzer Sinn, es würde mich unheimlich helfen wenn du mir ein paar Beispiele geben könntest welche Begriffe du nicht einordnen konntest. :D

Veniya hat geschrieben:Inhalt: Charaktere, Handlung, Logik

Zu den Kommentaren zum ersten Teil hattest du ja schon allgemein zu den Charakteren geschrieben, dass sie keine wirkliche eigene Meinung haben, sondern eher getrieben sind von der öffentlichen Stimmung, du sie also, wenn ich das richtig verstanden habe, nicht als Individuen charakterisieren willst, sondern vielmehr als ausführendes Personal. Finde ich im Grunde plausibel in einer zukünftigen Gesellschaft, aber in dieser Szene machst du es mir als Leser schwer, mich mit den handelnden Personen zu identifizieren.

Die Charaktere aus dem ersten Teil sind und bleiben natürlich Individuen. Es steht ihnen aber nicht frei als solche zu handeln. Ich arbeite seit einiger Zeit an einem längeren Text in dem ich das näher behandle, um es in einem so kurzen Text unterzubringen ist es allerdings ein bisschen zu komplex.
Der Eindruck dass sie nur ausführendes Personal sind ist absolut richtig. Es ist aber vielmehr so dass sie, in einer Gesellschaft in der Individualität und persönliche Freiheit über alles gehen, eben diese Eigenschaften bis zu einem gewissen Maße aufgeben, um Sie für die Allgemeinheit zu ermöglichen.

Veniya hat geschrieben:Ich fände zum Beispiel eine kurze Einführung zu Anfang hilfreich, wo du sie vorstellst. Nicht viel, nur ein zwei Sätze zu Namen, Position, vielleicht ein Merkmal, an dem man die Person im weiteren Verlauf der Szene sofort wiedererkennen kann. Dann weiß ich als Leser sofort, wo ich denjenigen, der gerade spricht einordnen kann und habe vielleicht auch schon ein – wenn auch noch unklares – Bild vor Augen.
Mir fiel es beim Lesen eher schwer, die gesprochenen Passagen den jeweiligen Crewmitgliedern zuzuordnen. An manchen Stellen hätte ich mir zur Verdeutlichung ein simples „ …“, sagte xy gewünscht. So musste ich noch einmal im Text zurückgehen, um sicherzugehen, dass jetzt gerade der Kommandant, der Pilot Kramer oder der Leutnant Hagen derjenige ist, der das Wort führt.

Ich stimme dir zu, eine solche Einleitung würde dem Leser einen besseren Überblick über die Charaktere und die Situation verschaffen.
Allerdings würde ich dabei auch als Erzähler aktiv in die Art und Weise, auf die der Leser die Situation wahrnimmt, eingreifen. Dadurch würde dem Leser aber Wissen zuteil dass ihm, vom Blickpunkt der handelnden Figuren, nicht zugänglich ist. In meinen Augen würde dass den Eindruck sich in einem Film zu befinden, den du in deinem ersten Kommentar ja auch angesprochen hast, zerstören.

Veniya hat geschrieben:Auch ist mir aufgefallen, dass der Umgang der Leute untereinander sehr vertraut zu sein scheint. Sie duzen sich, Kramer sagt anfangs (klingt leicht flapsig) „Schon gut, Boss!“ und gegen Ende macht Kramer den Kommandanten mit einem „Ähm, Boss?“ auf etwas aufmerksam. Wäre es in dieser Welt nicht logischer, wenn sich die Offiziere etwas förmlicher miteinander unterhalten würden? Wenn ich die Stellen so lese, muss ich eher an die Serenity denken, als an Leute, die nur noch im Auftrag der Machthaber handeln.

Damit sind wir wieder bei der Gesellschaftsstruktur. Ich will hier eigentlich gar nicht so viel verraten.
Ganz kurz umrissen handelt es sich bei der Gesellschaft in der diese Menschen leben um eine hypertechnisierte Form der anarchistischen Gesellschaft die sich zeitweilig im Spanischen Catalonien bildete und dann nach nur anderthalb Jahren in den Wirren des Bürgerkriegs wieder verschwand.
Es ist eine anarchistische Utopie im eigentlichen Wortsinn, also eine Gesellschaft ohne Macht.
Der Kommandant ist einzig und allein der Kommandant dieses Schiffes weil seine Crew der Ansicht ist das seine Erfahrung und Kompetenz ihn dafür zur besten Wahl machen. Seine Autorität wird ihm von denen verliehen die sich ihm damit unterstellen.
Dieses lächerliche Machogehabe unserer heutigen Militärs würde sich da niemand gefallen lassen.

Veniya hat geschrieben:Auch wenn sich der „Stoff“ als schwierig erweist, würde ich (noch) weiterlesen, um zu erfahren, wie es mit den fremden Eindringlingen weitergeht.

Mein Ziel ist es irgendwann den schwierigen Stoff so zu verpacken dass er einen nicht trotzdem, sondern gerade deswegen packt.

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Deine Detailvorschläge habe ich mir, wie auch im ersten Teil, angesehen, zum Teil genau so, zum Teil verändert umgesetzt, oder aber, wo immer ich einen Grund dafür habe, ignoriert.
Ich gehe hier nur detailiert auf die Stellen ein die ich gelassen habe wie sie waren.

Veniya hat geschrieben:
HerrGesangsverein hat geschrieben:Wo früher mächtige Geschütze fähig waren jeden Angreifer aus dem All zu fegen, war das Habitat 12 nun die Heimat von sechs Millionen Zivilisten. Nur noch die dicke Panzerung zeugte von vergangener Macht.


Ich würde das an dieser Stelle deutlicher schreiben: von der vergangenen Macht / von seiner vergangenen Macht. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist Habitat 12 inzwischen vollkommen (?) wehrlos. Wie kommt das, nachdem es doch früher mal von Waffen nur so gestrotzt hat? Hier wäre vielleicht ein zusätzlicher Satz als Erklärung hilfreich.

Mittlerweile ist das Habitat 12 vollkommen wehrlos. Warum das so ist wird später in der Geschichte noch klar, also verrate ich das hier einfach mal nicht.
Der Satz mit der vergangenen Macht, bezieht sich nicht ausschließlich auf diese eine Station, sondern auch auf die vergangene Macht des ganzen Systems. Deshalb habe ich hier diese allgemeine Form gewählt.

Veniya hat geschrieben:Anfangs würde ich mir hier eine kurze Erklärung wünschen. Wer sind diese drei Männer? Welche Funktion haben sie? Einen kennen wir ja bereits, aber was ist mit den anderen. Sind sie die einzigen an Bord dieses Schiffes?

Wie ich oben schon geschrieben habe würde das von der Erzählperspektive abweichen und dem "Beobachter" Informationen geben die er nicht haben kann.

Veniya hat geschrieben:Computerbank klingt in meinen Ohren etwas seltsam :D Vielleicht Datenbank?

Datenbank beschreibt eine digitale Sammlung von Informationen auf einem Computer. Computerbank beschreibt aber eine Gruppe von eigenständigen Computern die in Reihe geschaltet sind und alle die selbe Aufgabe erfüllen, oder zumindest erfüllen können.
Sollte einer der Computer ausfallen können die anderen seine Aufgaben mit übernehmen. Wenn alle diese Prozesse nu auf einem einzelnen Computer stattfinden würden wäre eine Beschädigung fatal.
Ich habe es aber hier zum einfachen Plural Computer geändert.

Veniya hat geschrieben:fast 20 Stunden :arrow: Meines Erachtens müsste die Zeitangabe an dieser Stelle genauer sein.

bevor die überhaupt im System waren.
:arrow: waren gefällt mir nicht. Da gibt es genug andere Verben. Du bist da doch sonst so einfallsreich :D Wie wäre es mit: bevor die überhaupt ins System eingetreten sind.

Es gibt einen sehr guten Grund warum er da keine genauere Angabe macht.
Die Rechnung die ich dafür machen müsste wäre mehrere Seiten lang. Ich müsste dafür nicht nur den exakten Verlauf der Reise aller drei beteiligten Raumfahrzeuge (die beiden unbekannten Objekte und die Kormoran) definieren, sondern auch ihre Vektoren, Beschleunigungs- und Strahlungswerte und den ganzen Kram dann auch noch miteinander in Einklang bringen.
Es würde mir widerstreben da eine vermeintlich präzise Zahl anzugeben, die in Wahrheit aber vollkommen beliebig wäre. Also muss das für diese Geschichte reichen.
Funfact am Rande: Wäre die Menscheit in der Lage einen Fusionsantrieb zu bauen der ein Raumschiff über eine längere Zeit konstant mit nur 1G, also einer Beschleunigung von 9,81 Sekunden im Quadrat, beschleunigen könnte, wäre eine Reise zum Mond nicht zeitraubender als ein Flug nach New York. Unsere heutigen chemischen Raketenantriebe können viel mehr als das leisten, verbrauchen aber dermaßen viel Treibstoff dass sie über 90% davon vergeuden nur um die Erde zu verlassen. Die Schwierigkeit von Raumfahrt innerhalb unseres Systems ist damit in erster Linie eine Frage der Effizienz. *Geek*

Veniya hat geschrieben:
HerrGesangsverein hat geschrieben:Die Kormoran war vollkommen eingeschlossen von ihrer adaptiven Abschirmung. Nur Mikrowellen Strahlung konnte noch entkommen. Und die entsprach genau der Hintergrundstrahlung (Komma) die vom Urknall zurückgeblieben war.


Bei diesen drei Sätzen frage ich mich, ob die Erklärung hier wirklich notwendig ist. Mir sagt sie nicht, während sie mir auch im Verlauf der Story nicht weiterhilft.

Habs raus genommen. :? :mrgreen:

Veniya hat geschrieben:
HerrGesangsverein hat geschrieben:Wieder starrte der Kommandant für einige Sekunden in auf die Projektion des Holotanks. Der finstere Ausdruck in seinen Augen zeigte, wie wenig ihm die Situation gefiel.

Wenn es sich bei der Projektion um eine zweidimensionale Darstellung halten würde hättest du damit recht. Aber es ist eine dreidimensionale, sphärische Darstellung mit der Kormoran als Bezugspunkt in der Mitte der Projektion. Er starrt also wirklich hinein und nicht darauf.

Veniya hat geschrieben:Fazit

Insgesamt finde ich die Story interessant. Anhand deiner Beschreibung kann man sich die Situation gut vorstellen. Auch die Bedrohung, die von den fremden Schiffen ausgeht, kommt gut rüber. Ich würde mir etwas mehr Information über die Charaktere wünschen und an manchen Stellen weniger technische Details, dafür mehr Erklärung oder eine etwas einfachere Beschreibung für den technisch nicht so ganz versierten Leser.

Die Charaktere die bisher im Fokus waren sind im Kontext dieser Geschichte nicht so furchtbar wichtig für mich. Auch wenn sie alle nicht unwichtig sind. Der, oder besser die Hauptprotagonistin, ist bereits aufgetaucht aber es ist niemand den man jetzt schon wirklich auf dem Schirm hat.

Veniya hat geschrieben:Dir ist wahrscheinlich aufgefallen, dass ich den Hang dazu habe, Texte auszumisten, indem ich die Wörter streiche, die meiner Meinung nach überflüssig sind. Ich habe eine Aversion gegen Füllwürter und beschreibende Adjektive/Adverbien. Ist immer Ermessenssache. Ich finde nur, dass sich ein Text oft besser liest, wenn man den unnötigen Ballast entfernt hat. :D

Dir ist wahrscheinlich aufgefallen, dass ich den Hang dazu habe, Texte mit Gerümpel vollzustopfen.
Von daher ist das glaube ich sehr gut dass du den Hang dazu hast. :D
Dir ist wahrscheinlich auch aufgefallen, dass ich deinen Satz geklaut habe. :D

Veniya hat geschrieben:Das Bild mit dem riesigen Insekt gefällt mir sehr gut. Auch, dass du es am Anfang über der Station schweben lässt, um dann am Ende der Szene das Bild noch einmal aufzugreifen, indem es seine zerstörerischen Strahlen über die Hülle streichen lässt. Sehr schön!

Ich mag es furchtbar gerne solche Bilder in einer Geschichte immer wieder aufzugreifen. Wenn ich Fantasy schreibe (was nur noch sehr selten passiert) mache ich das ständig. In SciFi pass es meist nicht so gut, aber wenn es irgendwie geht lass ich mir den Spaß nicht entgehen.

Veniya hat geschrieben:Liebe Grüße
Veniya

Liebe Grüße zurück, deine Kritik hat mir glaube ich schon sehr geholfen, auch für mein aktuelles Projekt.
Nachdem die letzten drei Schreibcommunitys bei denen ich mich angemeldet habe, was konstruktive Kritik angeht, vollkommene Totalausfälle waren, bin ich echt froh hier gelandet zu sein.
Ich freu mich schon drauf bei Gelegenheit mal was von dir unter die Lupe zu nehmen.

Man jetzt bin ich ja in Zugzwang mit dem dritten Teil.
Was gemein ist weil ich den komplett eingemottet und neu geplottet hab, ich Idiot. :D
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Re: Der letzte Kampf der Kormoran [2/?] (alles neu!)

Beitragvon Veniya » 08.04.2014, 10:00

Hallo Herr Gesangsverein,

HerrGesangsverein hat geschrieben:Es ist mir wirklich sehr wichtig die technischen und physikalischen Details so präzise wie möglich darzustellen. Das liegt zum einen daran das ich schon als Kind Geschichten von Assimov, Heinlein und Campbell (der Vater der modernen SciFi) verschlungen habe und ganz natürlich diesen Autoren nacheifere die allesamt Mathematiker und Physiker waren. Wie für diese drei, Campbell allen voran, ist Science Fiction für mich immer auch Sachtext.


Leider kenne ich die von dir genannten Autoren nicht. Und sicher ist ein Science Fiction-Roman immer auch ein Stück Sachtext, nur um den Leser, der einen Roman erwartet, einzufangen und zu fesseln, sollten sich der sachliche und der erzählende Teil die Waage halten. Sonst hängst du den Leser womöglich auf der Hälfte der Strecke ab, was wirklich schade wäre.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Dazu kommt das ich dermaßen auf Physikzeug abfahre (ich könnte Wochenlang drüber reden, schlimmer ist das bei mir nur mit Fahrrädern) dass ich mittlerweile tagtäglich mit diesen Begriffen umgehe. Lange Rede kurzer Sinn, es würde mich unheimlich helfen wenn du mir ein paar Beispiele geben könntest welche Begriffe du nicht einordnen konntest. :D


Okay, du hast es so gewollt :XD:

Also:

HerrGesangsverein hat geschrieben:Die drei Männer waren, halb liegend, halb sitzend an ihre Druckliegen geschnallt. Aus derselben Kohlefaserstruktur, aus der die Druckliegen bestanden, ragte auch der Holotank vor ihnen.


Was sind Druckliegen? Welchen Zweck haben sie? Auch unter Kohlefaserstruktur kann ich mir nicht wirklich etwas vorstellen. Und die Liegen sollen aus demselben Material sein wie der Holotank? Und was ist genau ein Holotank. Ich stelle mir an dieser Stelle eine schwarz beschichtete Röhre vor, in der die Männer liegen und auf eine Art Projektion starren.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Das zweite Schiff verzögerte noch immer mit lodernden Triebwerken und emittierte heiße Strahlung, sowohl im sichtbaren als auch im unsichtbaren Spektrum des Lichtes.


Woran erkennt man, dass die Strahlung heiß ist? Und was bedeutet im sichtbaren als auch im unsichtbaren Spektrum des Lichtes? Hier fällt es mir ebenfalls schwer, das Geschehen in ein Bild zu bringen.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Die Konsole des taktischen Offiziers flammte auf ...


Die Männer befinden sich an Druckliegen geschnallt in einer Art Tank. Wo kommt die Konsole her? Schwebt sie auf einmal vor im in der Luft, wird sie von irgendwoher projiziert? Wie kann ich mir das vorstellen?

HerrGesangsverein hat geschrieben:Die Kormoran war vollkommen eingeschlossen von ihrer adaptiven Abschirmung.


Was ist eine adaptive Abschirmung?

Das sind die Stellen, an denen ich gestrauchelt bin. Man kann zwar das Internet bemühen, macht man aber meistens doch nicht, wenn man gerade liest. Es gibt aber auch mindestens genauso viele Stellen, an denen du sehr eingängig beschreibst. Wie zum Beispiel die gepunktete Linie, die in der holographischen Projketion erscheint, die Flugbahn beschreibt und den Punkt mit der maximalen Annäherung markiert. Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Weißt du, was ich meine?

HerrGesangsverein hat geschrieben:Die Charaktere aus dem ersten Teil sind und bleiben natürlich Individuen. Es steht ihnen aber nicht frei als solche zu handeln. Ich arbeite seit einiger Zeit an einem längeren Text in dem ich das näher behandle, um es in einem so kurzen Text unterzubringen ist es allerdings ein bisschen zu komplex.
Der Eindruck dass sie nur ausführendes Personal sind ist absolut richtig. Es ist aber vielmehr so dass sie, in einer Gesellschaft in der Individualität und persönliche Freiheit über alles gehen, eben diese Eigenschaften bis zu einem gewissen Maße aufgeben, um Sie für die Allgemeinheit zu ermöglichen.


HerrGesangsverein hat geschrieben:Ich stimme dir zu, eine solche Einleitung würde dem Leser einen besseren Überblick über die Charaktere und die Situation verschaffen.
Allerdings würde ich dabei auch als Erzähler aktiv in die Art und Weise, auf die der Leser die Situation wahrnimmt, eingreifen. Dadurch würde dem Leser aber Wissen zuteil dass ihm, vom Blickpunkt der handelnden Figuren, nicht zugänglich ist. In meinen Augen würde dass den Eindruck sich in einem Film zu befinden, den du in deinem ersten Kommentar ja auch angesprochen hast, zerstören.


Um ein Bild der in der Szene vorkommenden Charaktere zu bekommen, brauche ich keine detaillierten Hintergrundinformationen. Ich kann gut verstehen, wenn du da nicht schon zu Anfang vorgreifen möchtest. Vor allem, weil ich ja an dieser Stelle den Rest der Geschichte nicht kenne, in der sich die Zusammenhänge ja erst nach und nach zeigen.
Aber um den Eindruck aufzugreifen, sich in der Szene eines Films zu befinden, hat der Film in der Hinsicht dem geschriebenen Text eins voraus: Man sieht die Personen, man hat sofort einen ganz klaren Eindruck davon, wie sie aussehen (Kleidung, eventuell Uniformen, Alter, Mimik), man spürt die Atmosphäre der Umgebung (Ist es dunkel? Hochtechnisiert? Befinden wir uns eher auf einem älteren Raumschiff oder einem hochmodernen Flagschiff?) Das sind alles Dinge, die man sich beim Lesen vorstellen muss. Und du als Autor hast es in der Hand, inwieweit du dem Leser ein Bild der Situation vermittelst.
Das muss nicht viel sein. Mir würden hier nur wenige grundliegende Informationen ausreichen, um einen vagen Eindruck zu bekommen. Ich brauche nichts über die gesellschaftlichen Hintergründe zu wissen, oder über den Weg, der die handelnden Personen an diesen Punkt der Geschichte geführt hat, aber ich möchte mir ein Bild von der Situation machen können.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Damit sind wir wieder bei der Gesellschaftsstruktur. Ich will hier eigentlich gar nicht so viel verraten.
Ganz kurz umrissen handelt es sich bei der Gesellschaft in der diese Menschen leben um eine hypertechnisierte Form der anarchistischen Gesellschaft die sich zeitweilig im Spanischen Catalonien bildete und dann nach nur anderthalb Jahren in den Wirren des Bürgerkriegs wieder verschwand.
Es ist eine anarchistische Utopie im eigentlichen Wortsinn, also eine Gesellschaft ohne Macht.
Der Kommandant ist einzig und allein der Kommandant dieses Schiffes weil seine Crew der Ansicht ist das seine Erfahrung und Kompetenz ihn dafür zur besten Wahl machen. Seine Autorität wird ihm von denen verliehen die sich ihm damit unterstellen.
Dieses lächerliche Machogehabe unserer heutigen Militärs würde sich da niemand gefallen lassen.


Klingt interessant, auch wenn mir die Erklärung auf den ersten Blick schwer verständlich erscheint. Du hast dir viele Gedanken über die Hintergründe der Geschichte gemacht, was ich total klasse finde. Nur so kann man das System / die Charaktere entsprechend handeln lassen, ohne irgendwann den Faden zu verlieren. Aber gerade weil du so viel darüber weißt, wäre es doch ein Leichtes Anspielungen einfließen zu lassen. Zum Beispiel in dem Moment, in dem der Pilot den langen finsteren Blick kassiert. Hier könnte ich mir gut einen kurzen Einschub vorstellen, in dem die Beziehung der beiden untereinander angedeutet werden kann. Allein aus der Umgangssprache der Offiziere untereinander, kann ich das nicht herauslesen.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Mein Ziel ist es irgendwann den schwierigen Stoff so zu verpacken dass er einen nicht trotzdem, sondern gerade deswegen packt.


Klingt nach einer Herausforderung. Aber es ist auch ein großer Vorteil, wenn man in dem Themengebiet, über das man schreibt, zuhause ist. Und ich finde das Gefühl, das man als Leser bekommt, wenn man beim Lesen auch noch etwas lernt, ziemlich gut. :XD: Ich lese zum Beispiel momentan "Deamon" von Daniel Suarez, wo es teilweise extrem technisch wird. Da geht es zwar ums Hacken / Internet, aber er schafft es ziemlich gut, das Technische mit dem Erzählenden zu verbinden, so dass man nie das Gefühl hat, völlig auf dem Mond zu leben.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Nur noch die dicke Panzerung zeugte von vergangener Macht.


HerrGesangsverein hat geschrieben:Mittlerweile ist das Habitat 12 vollkommen wehrlos. Warum das so ist wird später in der Geschichte noch klar, also verrate ich das hier einfach mal nicht.
Der Satz mit der vergangenen Macht, bezieht sich nicht ausschließlich auf diese eine Station, sondern auch auf die vergangene Macht des ganzen Systems. Deshalb habe ich hier diese allgemeine Form gewählt.


Wenn das so ist, würde ich den Satz umformulieren, damit die allgemeine Bedeutung klarer wird. Finde ich einen wichtigen Punkt, weil diese Hilflosigkeit ja schon am Ende der vorangegangenen Szene angedeutet wird. Die dicke Panzerung bezieht sich eindeutig auf die Habitat 12, also bezieht man auch die vergangene Macht eher auf die Station als allgemein auf das System.

Vielleicht so?

:arrow: Nur noch die dicke Panzerung zeugte von der vergangenen Macht, die das System einst auszeichnete.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Wie ich oben schon geschrieben habe würde das von der Erzählperspektive abweichen und dem "Beobachter" Informationen geben die er nicht haben kann.


Da du aus einer beobachtenden Perspektive schreibst, kannst du natürlich die Empfindungen und Motive der Charaktere ausblenden, doch was hält dich davon ab, die äußeren Eindrücke zu beschreiben? Was mir zwischen den vielen technischen Details fehlt, ist wirklich nur ein Bild, mit dem ich meine Vorstellungskraft in diesem Moment füttern kann. Das hast du in der ersten Szene sehr schön hinbekommen, auch ohne allzu viele Details preiszugeben.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Es gibt einen sehr guten Grund warum er da keine genauere Angabe macht.
Die Rechnung die ich dafür machen müsste wäre mehrere Seiten lang. Ich müsste dafür nicht nur den exakten Verlauf der Reise aller drei beteiligten Raumfahrzeuge (die beiden unbekannten Objekte und die Kormoran) definieren, sondern auch ihre Vektoren, Beschleunigungs- und Strahlungswerte und den ganzen Kram dann auch noch miteinander in Einklang bringen.
Es würde mir widerstreben da eine vermeintlich präzise Zahl anzugeben, die in Wahrheit aber vollkommen beliebig wäre. Also muss das für diese Geschichte reichen.
Funfact am Rande: Wäre die Menscheit in der Lage einen Fusionsantrieb zu bauen der ein Raumschiff über eine längere Zeit konstant mit nur 1G, also einer Beschleunigung von 9,81 Sekunden im Quadrat, beschleunigen könnte, wäre eine Reise zum Mond nicht zeitraubender als ein Flug nach New York. Unsere heutigen chemischen Raketenantriebe können viel mehr als das leisten, verbrauchen aber dermaßen viel Treibstoff dass sie über 90% davon vergeuden nur um die Erde zu verlassen. Die Schwierigkeit von Raumfahrt innerhalb unseres Systems ist damit in erster Linie eine Frage der Effizienz. *Geek*


Wieder etwas gelernt :D

HerrGesangsverein hat geschrieben:Die Charaktere die bisher im Fokus waren sind im Kontext dieser Geschichte nicht so furchtbar wichtig für mich. Auch wenn sie alle nicht unwichtig sind. Der, oder besser die Hauptprotagonistin, ist bereits aufgetaucht aber es ist niemand den man jetzt schon wirklich auf dem Schirm hat.


Das macht mich neugierig :D Doch ich finde, auch wenn Charaktere für den weiteren Verlauf der Geschichte nicht wirklich wichtig sind, hilft es der Szene an sich, wenn man sich ein Bild von ihnen machen kann. Oh, ich merke, ich wiederhole mich :lol:

HerrGesangsverein hat geschrieben:Dir ist wahrscheinlich aufgefallen, dass ich den Hang dazu habe, Texte mit Gerümpel vollzustopfen.
Von daher ist das glaube ich sehr gut dass du den Hang dazu hast. :D
Dir ist wahrscheinlich auch aufgefallen, dass ich deinen Satz geklaut habe. :D


Ja, den Hang habe ich auch :D Im Schreibfluss mülle ich meine Texte auch ganz schön voll, aber ich finde es ungemein befreiend, sie anschließend wieder auszumisten. Das ist so, als würde man zur Altkleidersammlung den Schrank ausmisten. Schön, am Ende wieder den Überblick zu haben. Und klauen tue ich auch :D Ist legitim, solange man daraus lernt und bei jedem nur ein bisschen nimmt.

HerrGesangsverein hat geschrieben:Liebe Grüße zurück, deine Kritik hat mir glaube ich schon sehr geholfen, auch für mein aktuelles Projekt.
Nachdem die letzten drei Schreibcommunitys bei denen ich mich angemeldet habe, was konstruktive Kritik angeht, vollkommene Totalausfälle waren, bin ich echt froh hier gelandet zu sein.


Das freut mich :D

HerrGesangsverein hat geschrieben:Ich freu mich schon drauf bei Gelegenheit mal was von dir unter die Lupe zu nehmen.


Nur zu! :XD:

HerrGesangsverein hat geschrieben:Man jetzt bin ich ja in Zugzwang mit dem dritten Teil.
Was gemein ist weil ich den komplett eingemottet und neu geplottet hab, ich Idiot. :D


Na dann nur zu! Ein wenig Druck kann da sicher nicht schaden :XD:

Liebe Grüße
Veniya
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