Der Nachtwächter

Humor, Freude, Spaß

Der Nachtwächter

 
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Tiefschwarze Nacht, der Himmel dunkel,
Kein Sternen- und kein Schnuppen- gefunkel.
Die Stille schreit aus allen Ecken,
doch schafft sie's nicht, den Tag zu wecken.

Ein kleiner Kauz gähnt in die Nacht,
er ist vom Hunger grad erwacht.
Sein Atem riecht nach Tod und Gruft,
geschwind hebt er sich in die Luft.

Ein kurzer Schrei – er ist verschwunden.
Im Dunkeln fliegt er seine Runden.
So kehrt die Stille wieder ein,
man hört kein Lachen und kein Schrei'n.

Doch da - ein Haus! Dort brennt noch Licht!
Nur winzig klein, man sieht's fast nicht.
Es wandert langsam hin und her.
Wer ist da schlaflos, frag ich! Wer?

Es ist ein stiller Wächter der Nacht,
der über oder DIE Nacht bewacht.
Schlaftrunken schleicht er durch den Gang,
hört der Sirenen Chorgesang.

Er strauchelt schwankend so umher,
die Füße schleifen mehr und mehr.
Die Augen fallen langsam zu
er stolpert über seinen Schuh.

Er stürzt - was für ein Missgeschick...
und bricht sich knackend das Genick.
So kehrt doch wieder Stille ein.
Das Blut rinnt rot im Mondenschein...

.

von quiet marverick

Re: Der Nachtwächter

 
Hallo quiet marverick,

hach... ich liebe schwarzen Humor :D Dein Gedicht gefällt mir sehr gut. Einige Kleinigkeiten hätte ich dann aber doch:

quiet marverick hat geschrieben:.

Wie's scheint ist es ein Wächter der Nacht,
der über oder DIE Nacht bewacht.
Er schleicht schlaftrunken durch die Gänge,
hört innerlich schon Sirenengesänge..


Ist ein bisschen holperig und ich finde auch, es kommt doppelt. Der Wächter der Nacht sagt ja schon, dass er die Nacht bewacht oder über sie wacht. Vorschlag:

Ist es wohl ein Wächter der Nacht,
der einsam im Dunkeln hier wacht.
Er schleicht trunken durch die Gänge
hört leis schon Sirenengesänge.

(immer noch nicht so ganz glücklich :( )

quiet marverick hat geschrieben:.
So stolpert er schwankend vor sich her,
die Füße schleifen mehr und mehr.
Die Augen fallen langsam zu,
er schaut treudoof, wie eine Kuh..


Auch ein kleines bisschen Geholper. Vorschlag:

Er stolpert schwankend so umher
die Füße schleifen mehr und mehr.

Fand's echt köstlich.
Liebe Grüße
Paloma

von Paloma

Re: Der Nachtwächter

 
Hey Paloma!

Hab nochmal drüber geschaut.
Das doppelte Nacht bewachen war Absicht. Gefällt mir irgendwie :)
Den anderen Vorschlag habe ich gerne übernommen. Gefiel mir gut.

An der dritten Stelle hab ich bisschen umgewurschtelt. Es gefällt mir schon estwas besser, aber so richtig das Wahre ist es auch nicht.
Schau die Tage nochmla drüber. Vielleicht bin ich dann kreativer.

Danke auf jeden Fall für den hilfreichen Kommentar.

lg marverick

von quiet marverick

Re: Der Nachtwächter

 
Hey frittes,

frittes hat geschrieben:
"Tiefschwarz die Nacht, die Himmel dunkel,
Verlöscht ist’s Sternschnuppengefunkel."


Da bricht man sich ja die Zunge... (ich jedenfalls ;) )
hm, ich denk mal drüber nach. Aber wie du schon sagst, hat mir das "originelle" daran sehr gefallen.


frittes hat geschrieben: Vorschlag:
"Ein stiller Wächter in der Nacht
In der und über diese Nacht streng wacht"


Du meinst "der in" und nicht "in der" oder? So ist es jedenfalls komisch. Aber mir gefällt beides nicht so. Ich find, dass lässt sich auch nicht wirklich leichter lesen. Hm...

frittes hat geschrieben:Der Autor verzeihe mir diese "i-Tüpferl-Reiterei" – aber vom Thema her erinnert mich das Gedicht ein wenig an das Werk eines meiner Lieblingsdichter: Christian Morgensterns "Galgenlieder"


Konnte deine Vorschläge leider nicht beherzigen. Aber trotzdem Danke für die Anregungen und den Kommentar. "Galgenlieder"?! *mal neugierig nachschau*

lg
marverick

von quiet marverick

Re: Der Nachtwächter

 
Hey frittes,

danke für die Erklärung. Habs jetzt verstanden.

Hab gestern nach "Galgenlieder" geschaut. Ich dachte, dass wäre ein Gedichtstitel von Christian Morgenstern. Aber es ist ja eine Gedichtssammlung.

Also Gedichte von ihm kannte ich schon, aber von dem Oberbegriff hatte ich iwie nie was gehört.
Ansonsten sind schon einige Gedichte von ihm, die mir gefallen. Am meisten hat mich Heinz Erhardt geprägt. Aber von Morgenstern, Goethe, Ringelnatz und bissl Brecht hab ich mich auch son bisschen inpirieren lassen.

lg marverick

von quiet marverick

Re: Der Nachtwächter

 
Hallo,

gut, dass Du erstmal eine Atmosphäre aufbaust und dann im letzten Vers die Pointe, also "der große Hammer" kommt.

Weil es in den Versen hier und da etwas kneift, mache ich hier einige Vorschläge, mit denen ich beileibe nicht Dein Gedicht um- oder neu schreiben will!

1. Vers
Tiefschwarze Nacht, der Himmel dunkel,
und nirgendwo ein Lichtfurunkel.

2. Vers
Ein kleiner Kauz gähnt in die Nacht,
er ist vom Hunger grad erwacht.

"...ist am Erwachen" ist umgangssprachliches Westfälisch (...ist am Erwachen dran).

4. Vers
Doch da - ein Haus! Es brennt noch Licht!
(Vorher kam 2 x ein "da" in einer Reihe)
Es wandert[b][u] langsam hin und her. (besser als "schweift")

5. Vers
Hier habe ich einige Fragen:
Wenn der Nachtwächter in seinem schwach beleuchteten Haus hin und her wandelt: Durch welchen "einjeden" (?) Gang schleicht er trunken? Ist Alkohol im Spiel? Befinden sich die Gänge in seinem Haus? Oder hat der Nachtwächter sein Haus verlassen und schwankt durch die dunklen Straßen der Stadt? Wenn ja, wird das nicht deutlich gesagt.

Wenn Du das einsam beleuchtete Haus in 4. Strophe weggelassen und nur beschrieben hättest, wie der Nachtwächter mit seiner Laterne näher kommt und vor Müdigkeit sich das Genick bricht, wäre das für mich klarer gewesen.

Du hast geschrieben: "der über oder DIE Nacht bewacht". Ja, entweder oder!!
Vor allem "der Die Nacht bewacht, ist ein wirklich interessanter Gedanke, den man näher beschreiben müsste. Das wäre allerdings dann ein neues Gedicht.

6. Vers
Wenn die Augen zufallen, kann er nicht treudoof wie eine Kuh gucken, denn die Augen sieht man dann ja nicht. Überhaupt: könntest Du da nicht etwas Besseres als eine "treudoofe Kuh" finden?

7 Vers
Vorschlag: Das Blut gerinnt im Mondenschein. Du sparst ein Komma und es hört sich etwas eleganter an, meine ich.

Liebe Grüße
Eddy

von Eddy-Literary

Re: Der Nachtwächter

 
Hey Eddy,

danke für die vielen Anregungen. Hab mich sehr gefreut und mich gleich mal ans Werk gemacht.

Eddy-Literary hat geschrieben:1. Vers
Tiefschwarze Nacht, der Himmel dunkel,
und nirgendwo ein Lichtfurunkel.


Mag ich trotzdem gerne bei meiner Version bleiben. Ich weiß nicht. Iwie mag ich die...^^

2. Vers
Ein kleiner Kauz gähnt in die Nacht,
er ist vom Hunger grad erwacht.

"...ist am Erwachen" ist umgangssprachliches Westfälisch (...ist am Erwachen dran).

Hab ich gerne übernommen...


4. Vers
Doch da - ein Haus! Es brennt noch Licht!
(Vorher kam 2 x ein "da" in einer Reihe)
Es wandert[b][u] langsam hin und her. (besser als "schweift")


Wenn ich da "Es" genommen hätte, hätte ich dreimal "es" hintereinander...
Hab es anders geändert. Ist aber glaub ich besser geworden...

5. Vers
Hier habe ich einige Fragen:
Wenn der Nachtwächter in seinem schwach beleuchteten Haus hin und her wandelt: Durch welchen "einjeden" (?) Gang schleicht er trunken? Ist Alkohol im Spiel? Befinden sich die Gänge in seinem Haus? Oder hat der Nachtwächter sein Haus verlassen und schwankt durch die dunklen Straßen der Stadt? Wenn ja, wird das nicht deutlich gesagt.


Hab ich glaube ich auch deutlicher gemacht jetzt... :wink:

Du hast geschrieben: "der über oder DIE Nacht bewacht". Ja, entweder oder!!
Vor allem "der Die Nacht bewacht, ist ein wirklich interessanter Gedanke, den man näher beschreiben müsste. Das wäre allerdings dann ein neues Gedicht.


Gerade das wollte ich - nicht eins von beidem, sondern unklar wie oder was. Hm, kann es nicht anders ausdrücken...

6. Vers
Wenn die Augen zufallen, kann er nicht treudoof wie eine Kuh gucken, denn die Augen sieht man dann ja nicht. Überhaupt: könntest Du da nicht etwas Besseres als eine "treudoofe Kuh" finden?


Hab ich mir auch was einfallen lassen. Die Kuh war echt doof :lol: war mal wieder ein typischer "das erste was einem einfällt - Reim" :roll:

7 Vers
Vorschlag: Das Blut gerinnt im Mondenschein. Du sparst ein Komma und es hört sich etwas eleganter an, meine ich.


"Gerinnen" finde ich etwas unpassend. Das würde wohl eher im Sonnenschein passieren...
Da hab ich auch etwas anderes gefunden.
Aber danke für die Anregung.

lg marverick

von quiet marverick