[Tragik] Schön wie die Nacht [Prolog]

Werke, die älter als 2 Jahre sind.
nur noch lesender Zugriff

[Tragik] Schön wie die Nacht [Prolog]

Beitragvon SaSsA » 23.12.2009, 21:08

Hallo, ich möchte es gerne hier mit meiner ersten Geschichte versuchen, also Kritik unbedingt erwünscht! (der Titel ist übrigens nicht mehr varriierbar :). Dank der Hilfe von Mystery habe ich einen wunderschönen Titel gefunden, der wie angegossen passt. Also, das war ehrlich die letzte Änderung des Titels :wink: )

Oktober: Prolog (Version 3)

Ich stand da, von Ruhe umgeben. Hier im Wald schien die Zeit langsamer zu vergehen. Jede meiner Bewegungen war ausgeglichen und fühlte sich leicht an, wie in Trance.
Früher waren wir oft gemeinsam hier gewesen. Früher,… wie seltsam das klang. Vielleicht wäre „vorher“ die passendere Formulierung. Trotzdem war es kaum vorstellbar, dass all das erst vor ein paar Monaten begonnen hatte.
Vor meinen Augen ging die Sonne gerade blutrot unter und ich setzte mich auf einen Stein. Er war ziemlich rau und hatte viele Löcher. In Gedanken versunken strich ich mit meinem Finger den Rand einer Vertiefung nach.
Nachdem ich die Vertiefung ausreichend gemustert hatte schaute ich an mir herab. Schon immer war ich durchschnittlich gewesen, doch das war mir ganz Recht. Meine Schulenoten wurden von Zweien geprägt, manchmal von Dreien, so gut wie nie von schlechteren Noten und wenn ich eine Eins hatte, dann war ich ein „Sehr Gut“ unter 15 anderen. Mit meinem normalem Gesicht, der normalen Größe und einer normalen Ausstrahlung kam niemand auf die Idee mich ins Rampenlicht zu stellen. Bis auf die letzten paar Wochen.
Ob man dort, wo ich hingehe, sehen kann, wie sie sich den Mund über meine heutige Aktion zerreißen werden? Ich denke, ich werde meine Freunde vermissen, die Menschen, die ich liebe. Aber vielleicht treffe ich den Menschen wieder, den ich am meisten geliebt habe: Tristan.
Tristan habe ich so sehr geliebt, wie meine Freundinnen ihn verachtet haben.
Für sie war ich das liebe, unscheinbare Mädchen von nebenan und er hingegen das Macho-Arschloch ohne Bezug zur weiblichen Spezies, welches einen schlechten Einfluss auf mich nehmen würde. Im Endeffekt, wo sie Recht hatten,…
Aber dennoch, es gab neben mir nicht viele Personen, die Tristan so sahen, wie ich es getan hatte. Trotzdessen gab es ab und zu einen anderen Typen, der mir den Kopf verdrehte. Es gab sogar Tage an denen ich mich fast damit abgefunden hätte, ihn als eine Art Bruder zu sehen. Doch meine Liebe und mein Begehren nach Tristan starb nie. Nicht einmal…
Der Gedanke an das, was dann neun Jahre nach unserem ersten Treffen begann; der Gedanke, an das wahrscheinlich prägendste Ereignis meines Lebens, stärkte noch einmal meinen Entschluss und ich stand mechanisch auf.
Mit Bedacht ging ich auf die Klippe zu, der Waldgeruch so intensiv wie nie zuvor, stellte mich so an den Abgrund, dass meine Ballerinas bündig mit der Kante waren, und beobachtete die letzten Sonnenstrahlen. Ich schaute noch einmal über meine Schulter.
Neben mir an der Eiche hingen noch drei Blätter: Eines berührte das Andere - es segelte davon - woraufhin das Erste dann selbst Richtung Boden fiel. Das dritte und letzte Blatt versuchte noch sich festzuhalten, doch eine Brise nahm auch dieses mit sich.
Ich atmete tief ein, während ich die Augen schloss und breitete meine Arme aus. Ich hörte meinen Herzschlag, ließ ihn durch meinen gesamten Körper pulsieren und ich fühlte mich so lebendig, wie nie zuvor. Trotz des offensichtlichen Adrenalinausstoßes in mir schien mein Herz ruhig zu schlagen. Es kam mir nur ungewöhnlich laut vor, angenehm laut. Noch einmal atmete ich tief durch und genoss das Gefühl, wie sich mein Brustkorb hebte und senkte.
Der Wind wehte mir ins Gesicht. Ich lächelte, bereit zum Sprung.

Oktober: Prolog (Version2)

Ich stand da, und ich hörte nichts außer den Wind, der durch die angrenzenden Wälder pfiff. Früher waren wir oft zusammen hier gewesen. Früher, … wie sich das anhörte. Vorher wäre treffender formuliert. Es war kaum vorstellbar, dass all das erst vor ein paar Monaten begonnen hatte. Gut, wenn man es genau nehmen wollte, habe ich ihn in der ersten Klasse kennen gelernt. Da war allerdings alles noch in Ordnung gewesen.
Die Sonne ging gerade blutrot unter und ich setzte mich auf einen Stein. Er war ziemlich rau und hatte viele Löcher. In Gedanken versunken strich ich mit meinem Finger den Rand einer Vertiefung nach. „Die Dunkelheit ist so vorhersehbar.“ hatte ich in einem meiner Lieblingsbücher einmal gelesen. Völliger Schwachsinn meiner Meinung nach. Nichts ist vorhersehbar, ich erst recht nicht.
Bis zu meinem zwölften Lebensjahr war mein Leben normal gewesen. Mein Name, Leila, war nichts Besonderes. Ich sah durchschnittlich aus, war durchschnittlich groß und hatte gute Noten in der Schule. Gerade hatte ich meine Hingabe für die Musik entdeckt, weshalb ich mit dem Klavierspielen begann. Ich hatte viele Freunde und vor allem - ich war glücklich.
In der sechsten Klasse passierte es dann zum ersten Mal - ich verliebte mich in ihn. Von dort an gab es für mich keinen schöneren Namen mehr, als Tristan. Ich träumte von Liebesgeschichten á la Romeo und Julia, doch unsere Geschichte nahm immer ein Happy End.
Meine Freundinnen sahen das nicht so. Sie sahen mich als das liebe, unscheinbare Mädchen von nebenan - das ich auch war - und ihn als das Macho-Arschloch ohne Bezug zur weiblichen Spezies, welches einen schlechten Einfluss auf mich nehmen würde.
Mir war das relativ egal, denn keiner kannte Tristan so wie ich. Dennoch gab es ab und zu einen anderen Typen, der mir den Kopf verdrehte. Es gab sogar Tage an denen ich mich fast damit abgefunden hätte, ihn als eine Art Bruder zu sehen. Doch meine Liebe und mein Begehren nach Tristan starb nie.
Der Gedanke an das, was dann neun Jahre nach unserem ersten Treffen begann; der Gedanke, an das wahrscheinlich prägendste Ereignis meines Lebens, stärke noch einmal meinen Entschluss und ich stand auf.
Mit Bedacht ging ich auf die Klippe zu, der Waldgeruch so intensiv wie nie zuvor, stellte mich so an den Abgrund, dass meine Ballerinas bündig mit der Kante waren, und beobachtete die letzten Sonnenstrahlen. Ich schaute noch einmal über meine Schulter. Neben mir an der Eiche hingen noch drei Blätter: Eines berührte das Andere - es segelte davon - woraufhin das Erste dann selbst Richtung Boden fiel. Das dritte und letzte Blatt versuchte noch sich festzuhalten, doch eine Brise nahm auch dieses mit sich.
Ich atmete tief ein, während ich die Augen schloss und breitete meine Arme aus.
Der Wind wehte mir ins Gesicht. Ich lächelte, bereit zum Sprung.


Ich hoffe es hat euch gefallen SaSsA :)

Hier gehts zum ersten kapitel.Nächster
Zuletzt geändert von SaSsA am 25.01.2010, 23:53, insgesamt 7-mal geändert.
Es gibt drei goldene Regeln, um eine Novelle zu schreiben, - leider sind sie unbekannt.
Benutzeravatar
SaSsA
 
Beiträge: 34
Registriert: 22.12.2009, 11:54
Blog: Blog ansehen (2)

Re: In der Dunkelheit [Prolog]

Beitragvon In.Ewiger.Nacht » 23.12.2009, 22:27

SaSsA hat geschrieben:Früher waren wir hier oft gewesen.

"Früher waren wir oft hier gewesen", finde ich besser.


SaSsA hat geschrieben:Es war kaum vorstellbar, dass das Alles erst vor ein paar Monaten begonnen hatte.

,dass all das erst vor .... [find ich klingt besser]


SaSsA hat geschrieben:Gut, wenn man es genau nehmen wollte, habe ich ihn in der 1.Klasse kennen gelernt.

Da muss ein Komma hin.


SaSsA hat geschrieben:Die Sonne ging gerade blutrot unter und ich setzte mich auf einen Stein.

Der Satz klingt knapp und fantasielos.. lustlos..Wie ist der Stein? Wie sieht er aus? Spitz, rund, klein, groß, kalt, dreckig???


SaSsA hat geschrieben:„Die Dunkelheit ist so vorhersehbar.“ hatte Edward ein Mal zu Bella gesagt.

"einmal" wird zusammen geschrieben.


SaSsA hat geschrieben:Nichts ist vorhersehbar, ich erst recht nicht.

Du hast geschrieben: Die Dunkelheit ist so vorhersehbar. Und von der Dunkelheit kommt sie nun auf sich selbst zu sprechen? Das hat irgendwie wenig Sinn und passt nicht so ganz. Sie sagt das so vorwurfsvoll, als hätte er gesagt, sie sei vorhersehbar, und nicht die Dunkelheit.


SaSsA hat geschrieben:Mein Name, Leila

Du hast eben geschrieben von Bella und Edward... jetzt von Leila.. wenns um Leila geht, was hat es dann für einen Sinn Bella und Edward zu erwähnen??


SaSsA hat geschrieben:vor Allem war ich glücklich.

Vor allem. Klein geschrieben.


SaSsA hat geschrieben:ich verliebte mich in ihn. Von dort an gab es für mich keinen schöneren Namen mehr, als Tristan.

Komma.



SaSsA hat geschrieben:Der Gedanke an das, was dann, neun Jahre nach unserem 1.Treffen, begann

Du sprichst den Satz so: Der Gedanke an das...was dann neun Jahre nach unserem 1. Treffen begann...
Oder etwa nicht?? Also kommen auch nur dort die Kommas hin. :)
Das erste Komma stimmt, die zwei roten müssen WEG.


SaSsA hat geschrieben:der Gedanke, an das wahrscheinlich prägendste Ereignis meines Lebens, lies mich aufstehen.

Komma hin.


SaSsA hat geschrieben:Eines berührte das Andere - es fiel herunter - woraufhin es dann selbst Richtung Boden fiel.

Welches "es" ist welches Blatt?? Zweimal "es" geht nicht. Musste auf jeden Fall umschreiben.
Und zweimal fiel herunter... geht auch nicht.



SaSsA hat geschrieben:Das letzte Blatt versuchte noch sich festzuhalten

Ich dachte, sie sind beide längst gefallen, da du ja eben zweimal geschrieben hast "es fiel",
also wohl beide... Oder waren es eben drei Blätter? Ach ich weiß es nicht.. auf jeden Fall kommt man da nicht mehr zurecht. Auf jeden Fall umschreiben.


Bereit zum Sprung... ja :) Das macht doch Lust auf mehr.
Also, wenn du die Fehlerchen berichtigst, wirkt es schonmal ganz gut.
Sind ja fast bloß ein paar Rechtschreibefehler.

LG
In.Ewiger.Nacht
Inaktiv
 
Beiträge: 286
Registriert: 23.12.2009, 12:25
Wohnort: Saarland

Re: In der Dunkelheit [Prolog]

Beitragvon Leica » 23.12.2009, 22:44

Hallo SaSsa!

Abgesehen von Rechtschreibung und Grammatik finde ich den Text zum Ende sehr spannend. Er weckt Gänsehaut.

Wie meine Vorrednerin schon schrieb, müsste der Text ein wenig mehr metaphorisch bearbeitet werden. Also blumiger und lebendiger beschrieben.
Ich könnte mir den Text mal vornehmen und wieder hier einstellen, damit du siehst, was ich meine. Daran könntest du dich ein wenig orientieren.

Allerdings gilt auch hier: Mein Schreibstil ist eine Sache und vielleicht auch nicht jedermanns Sache. 8)

Ein kleiner Hinweis vorab: Zahlen in Texten schreibt man immer aus. Ausnahmen sind zum Beispiel ein Datum.
Fühlt Euch herzlichst gegrüßt von Leica
(Leica ist eine gewürfelte Zusammensetzung meines Namens)
Benutzeravatar
Leica
Inaktiv
 
Beiträge: 15
Registriert: 19.12.2009, 23:11
Wohnort: Ammerland

Re: In der Dunkelheit [Prolog]

Beitragvon SaSsA » 24.12.2009, 00:29

hallo
danke erstmal für die tipps! Ich verspreche auch mich schnell an die vollendung des 1. Kapitels zu machen ^^
@ Leica
Dein Angebot würde ich gerne annehmen, von wegen blumigerer text un so ^^. ist echt nett danke

@ in.ewiger.nacht.
In.Ewiger.Nacht hat geschrieben:Du hast geschrieben: Die Dunkelheit ist so vorhersehbar. Und von der Dunkelheit kommt sie nun auf sich selbst zu sprechen? Das hat irgendwie wenig Sinn und passt nicht so ganz. Sie sagt das so vorwurfsvoll, als hätte er gesagt, sie sei vorhersehbar, und nicht die Dunkelheit.

ehrlich gesagt soll das so sein, kommt dann später in der geschichte. Ich will soch nicht so viel verraten, aber es hat was mit ihrem Namen zu tun. würde wetten das du was darüber im netz findest ^^
In.Ewiger.Nacht hat geschrieben:Du hast eben geschrieben von Bella und Edward... jetzt von Leila.. wenns um Leila geht, was hat es dann für einen Sinn Bella und Edward zu erwähnen??

ja danke, jetzt wo du es sagst werde ich einfach so was schreiben wie: habe ich mal gelesen.
In.Ewiger.Nacht hat geschrieben:Oder waren es eben drei Blätter?

jap es waren drei :D
danke für die aufwendige korrektur ^^ ich werds bald bearbeiten
lg SaSsA
Es gibt drei goldene Regeln, um eine Novelle zu schreiben, - leider sind sie unbekannt.
Benutzeravatar
SaSsA
 
Beiträge: 34
Registriert: 22.12.2009, 11:54
Blog: Blog ansehen (2)

Re: In der Dunkelheit [Prolog]

Beitragvon Leica » 25.12.2009, 21:12

Hallo SaSsa!

Ich habe mal ein wenig an deinem Text gefeilt. Nicht zu viel, du sollst ihn ja auch wiedererkennen. Es ist nur so, als wenn man eine gute Tagescreme genommen hätte. :mrgreen: Schau mal, ob du etwas damit anfangen kannst.

Als ich so dastand war die Stille um mich herum fast greifbar. Früher waren wir oft zusammen hier gewesen. Früher … wie sich das anhörte. Vorher wäre treffender ausgedrückt. Es war kaum vorstellbar, dass das alles erst vor ein paar Monaten begonnen hatte. Gut, wenn man es genau nehmen wollte hatte ich ihn schon in der ersten Klasse kennen gelernt. Zu der Zeit war die Welt für uns alle noch in Ordnung gewesen.
Die Sonne ging gerade blutrot unter und ich setzte mich auf einen Stein. Er war etwas kühl und fühlte sich glatt an. So, als ob öfter Menschen auf ihm sitzen würden. Ich streichelte ihn ein wenig - in Gedanken versunken.
„Die Dunkelheit ist so vorhersehbar.“ hatte Edward einmal zu Bella gesagt. Völliger Schwachsinn - meiner Meinung nach. Nichts ist vorhersehbar, ich erst recht nicht.
Bis zu meinem zwölften Lebensjahr war mein Leben normal gewesen. Mein Name, Leila, war nichts Besonderes. Ich sah durchschnittlich aus, war durchschnittlich groß und hatte gute Noten in der Schule. Da ich Interesse an klassischer Musik hatte, bekam ich Klavierunterricht, hatte viele Freunde und vor allem … ich war glücklich!
In der sechsten Klasse passierte es dann zum ersten Mal: Ich verliebte mich in ihn. Seit dieser Zeit gab es für mich keinen schöneren Namen mehr als Tristan. Ich träumte von Liebesgeschichten á la Romeo und Julia mit dem Unterschied, dass unsere Liebe eine Happy End hatte.
Meine Freundinnen sahen das nicht so. Sie sahen mich als das liebe, unscheinbare Mädchen von nebenan - das ich auch war - und ihn als das Macho-Arschloch ohne Bezug zur weiblichen Spezies, welches einen schlechten Einfluss auf mich nehmen würde.
Mir war das relativ egal, denn keiner kannte Tristan so wie ich. Dennoch gab es ab und zu einen anderen Typen, der mir den Kopf verdrehte. Es gab eine Zeit, in der hätte ich mich fast damit abgefunden, Tristan als eine Art Bruder zu sehen. Dennoch starben meine Liebe und mein Begehren nach Tristan nie.
Der Gedanke an das, was neun Jahre nach unserem ersten Treffen begann; der Gedanke an das wahrscheinlich prägendste Ereignis meines Lebens ließ mir keine Ruhe und ich stand auf.
Langsam bewegte ich mich auf die Klippe zu, den Waldgeruch empfand ich so intensiv wie nie zuvor, stellte mich nahe an den Abgrund und beobachtete die letzten Sonnenstrahlen am Horizont. Neben mir an der Eiche hingen noch drei Blätter: Zwei Blätter berührten sich, woraufhin eines herunterfiel. Es segelte sanft in Richtung Boden. Das dritte und letzte Blatt versuchte noch sich festzuhalten, doch eine Brise trug auch dieses mit sich fort.
Ich atmete tief ein, während ich die Augen schloss und breitete meine Arme aus.
Der Wind wehte mir ins Gesicht und ich lächelte, bereit zum Sprung…
Fühlt Euch herzlichst gegrüßt von Leica
(Leica ist eine gewürfelte Zusammensetzung meines Namens)
Benutzeravatar
Leica
Inaktiv
 
Beiträge: 15
Registriert: 19.12.2009, 23:11
Wohnort: Ammerland

Re: In der Dunkelheit [Prolog]

Beitragvon SaSsA » 27.12.2009, 16:04

danke leica, dein text hat mir sehr geholfen. Ich werde nun den verbesserten Text reinstellen, mal sehen ob er euch gefällt :D
LG SaSsA
Es gibt drei goldene Regeln, um eine Novelle zu schreiben, - leider sind sie unbekannt.
Benutzeravatar
SaSsA
 
Beiträge: 34
Registriert: 22.12.2009, 11:54
Blog: Blog ansehen (2)

Re: Schön wie die Nacht [Prolog]

Beitragvon stilleTräne » 09.01.2010, 12:57

Hallo SaSsA,

darf ich mal fragen wie alt den Laila ist?

Ich finde es auch etwas trocken. Wenn dieser Ort wo gerade Laila sich befand ein besonderer Ort für sie war, würde ich ihn etwas umschreiben. Etwas die Landschaft zu beschreiben, was einfach an ihm besonders war. Vielleicht einen kurze Erinnerung an die Zeit von früher, vielleicht das erstemal wo Tristan und Laila sich an den Ort traffen.
Ich schätze Laila befindet sich in einer verzweifelten Situation und sie wirkt mir etwas zu gefasst. Die Gedanken sind zu geordnet. Das Gefühl ihrer Verzweiflung kommt nicht so ganz rüber.
Wenn die Situation einen Selbstmordversuch beschreiben soll, dann ist etwas Verzweiflung dafür nötig. Wirre Gedanken, ein hin und-her schwanken der Gefühle und Gedanken, Wut, Trauer, Schmerz, Leidenschaft.

Aber das ist nur meine Vorstellung davon, vielleicht sehen das andere völlig anders. Kommt natürlich auf den Charakter von Laila an, ist sie leidenschaftlich oder eher verschlossen in sich?

Ansonsten klingt es schon mal sehr gut. Sehr schön finde ich, die realistische Denkweise von Laila über Tristan. Ihren leichten Hang zu Komplexen, womit sich jeder in seinen jungen Jahren indentifizieren kann. Bin gespannt wie es weitergeht.
Einen lieben Gruß

Johanna
stilleTräne
 
Beiträge: 12
Registriert: 08.01.2010, 16:05
Wohnort: Bayern

Re: Schön wie die Nacht [Prolog]

Beitragvon Amon Levy » 10.01.2010, 03:24

Liebe SaSsA
Du hast dir unverkennbar eine Liebesgeschichte vorgenommen in der dein ganzes Herzblut steckt. Man sieht, dass sie dir wichtig ist, allein schon daran, dass du den Titel auf keinen Fall mehr ändern willst. Lass ihn so, er ist gut. Was mir als erstes aufällt ist, dass du mit Sicherheit sehr von Stephanie Meyer und ihren "Twilight"- Büchern inspiriert warst. Gerade dieser Prolog erinnert an die erste Seite des ersten Bandes der Reihe und er erfüllt auch den selben Effeckt, er macht neugierig! Man will wissen wie es nach dieser knappgehaltenen Einleitung weiter geht. Sie erfüllt also ihren Zweck. Bravo!
SaSsA hat geschrieben:Ich träumte von Liebesgeschichten á la Romeo und Julia, doch unsere Geschichte nahm immer ein Happy End.

So ein Satz stimmt einen nachdenklich, weil man ihn so herum selten zu lesen bekommt. Ich musste ihn mehrmals lesen bis ich ihn richtig wahrgenommen hatte und dann entfaltete er seinen Zauber. Er ist verwirrend aber genau diese Verwirrund macht auch neugierig auf den Rest der ganze Geschichte. Gerade weil die Protagonistin an einer Klippe steht und springen will. Man fragt, warum will sie springen wenn ihre Liebesbeziehung doch immer ein Happy End hatte wie sie sagt. War sie vielleicht zu glücklich, so das sie es nicht mehr verarbeiten konnte? Fragen über Fragen ergeben sich in deinem Prolog und das ist sehr schön, er nimmt den Leser an der Hand und lockt ihn in die Geschichte, auf eine Reise zurück, als all das begann, was zu beginnen wohl immer noch nicht aufgehört hat.
Der Fehler, der dein Prolog macht ist der, dass du schon viel zu viel vorweg nimmst. Du gibst zu viele Hintergrundinformationen preis und das tut der Spannung nicht so gut. Versuch noch mehr anzudeuten und weniger Fakten und Lebensdaten zu deiner Figur zu erzählen denn diese kannst du noch in den darauffolgenden Kapiteln ausführen, in denen dem Leser die Figur Schritt für Schritt vorgestellt wird und sie kennelernt. Versuch stattdessen dich mehr auf ihre gegenwärtige Situation zu konzentrieren und mehr den verzweifelten Augenblick in dem sie sich gerade befindet zu schildern. Wo ist sie, was sieht sie vor sich? Das bereits etwas hinter ihr liegt ist klar, doch solltest du deinem Leser den Eindruck vermitteln, das er selbst dort an einer Klippe steht, vor einer Entscheidung, vor einem Schritt ins Ungewisse. Versuch außerdem noch sinnlicher zu schreiben. Das genaue schreiben beherrscht du, dass hast du mit deinem Text bewiesen, vorallem, weil auch eine Spur Humor anklingt, selbst angesichts dieser ernsten Situation in der sich die Figur befindet und dass nimmt dem Thema seine Schwere ohne es ins lächerliche zu ziehen. An einer Stelle versuchst du eine sinnliche Wahrnehmung zu schildern doch diese ist noch ausbaufähig:
SaSsA hat geschrieben:Neben mir an der Eiche hingen noch drei Blätter: Eines berührte das Andere - es segelte davon - woraufhin das Erste dann selbst Richtung Boden fiel. Das dritte und letzte Blatt versuchte noch sich festzuhalten, doch eine Brise nahm auch dieses mit sich.

Das ist mir doch etwas zu konfus. Du solltest diese Stelle überarbeiten und umschreiben. Es fällt schwer diesen Absatz zu verstehen obwohl du dir sicher Mühe damit gemacht hast. Ich glaube es ist nicht so wichtig, welches der drei Blätte zuerst herunterfällt oder doch?
Ich möchte unbedingt wissen, wie die Geschichte weiter geht und werde sie gespannt verfolgen. Ich habe ja gemerkt, wie sehr sie dir am Herzen liegt und mir hast du sie nun auch ans Herz gelegt und ich hoffen auch, dass du mich weiterhin berührst. Also bis zur nächsten Kritik. Ich hoffe diese hat dir etwas geholfen.
Liebe Grüße
Amon
"Wer Zeit hat Bücher zu lesen, der hat auch die Zeit welche zu schreiben." Stephen King
Amon Levy
 
Beiträge: 21
Registriert: 15.12.2009, 20:31
Wohnort: Niedersachsen, Rotenburg Wümme
Blog: Blog ansehen (1)

Re: Schön wie die Nacht [Prolog]

Beitragvon SaSsA » 10.01.2010, 20:26

@ Amon: Wie du weißt, ich liebe deinen Kommentar und danke für deine Hilfe!

@ Ich sag in meinem Prolog nicht, wie alt Leila (übrigens das e ist wichtig, weil ich sonst immer an einen Hund denke :D ) ist, weil wie ihr sagt, ihre Gefühle im Vordergrund stehen sollen.
Die Landschaft werde ich auch nicht unbedingt genauer beschreiben, weil praktisch (also von der Zeit her) passiert der Prolog ja nach der Geschichte, ist so zu sagen der Anfang vom Ende ^^. Sie wird in der Geschichte mehrmal an dieser Stelle sein, also beschreibt sie sie doch dann wenn sie das erste Mal dort ist und nicht beim wahrscheinlich letzten Mal, oder? Hoffe du verstehst das.
Verwirrt soll sie auch nicht sein. Leilas Entschluss steht fest, sie will springen und ist sogar froh, dass dann Alles vorbei sein wird (sie lächelt).
Aber nichts desto trotz hast du recht. Ich werde versuchen ihre Trauer, ihren Schmerz und ihre Angst vor dem, was auf sie zu kommt, besser zu beschreiben.
Danke

PS: und schön dass dir dieser realismus gefällt. So ist das halt, wenn man über etwas schlechtes genau bescheid weiß und trotzdem nicht aufhören kann :wink: (hört sich verdammt nach Drogen an ^^)
Es gibt drei goldene Regeln, um eine Novelle zu schreiben, - leider sind sie unbekannt.
Benutzeravatar
SaSsA
 
Beiträge: 34
Registriert: 22.12.2009, 11:54
Blog: Blog ansehen (2)

Re: Schön wie die Nacht [Prolog]

Beitragvon Capt'n Spoony » 24.01.2010, 19:37

Hrm.
Alles in allem eine sehr nette Geschichte, ja.
An der Rechtschreibung und am Satzbau solltes du allerdings wirklich noch arbeiten. Und ich finde, du kannst deinen Text bestimmt noch etwas stimmungsvoller schreiben, indem du deine Sätze mit ein paar, einfachen Worten ausschmückst.
Hier zum Beispiel:

    Ich stand da, und ich hörte nichts außer den Wind, der durch die angrenzenden Wälder pfiff.

Mein Vorschlag:
Ich stand da und hörte nichts, außer dem Wind, der kalt und rau durch die angrenzenden, dunklen Wälder pfiff, sich durch mein Haar wühlte und auf mein Gesicht peitschte.
(Wind der pfeifft ist meistens ziemlich stark und wenn die Person nicht gerade in einem Haus steht, spürt sie ihn auch.)
Und du musst deine Kommas richtig setzen ^__^

Nochwas:

    Früher waren wir oft zusammen hier gewesen. Früher, … wie sich das anhörte. Vorher wäre treffender formuliert.

Früher waren wir oft gemeinsam hier gewesen. Früher,...es klang komisch. Nein, zuvor, das wäre treffender formuliert.
Hmgut, ja, hier war ich auch etwas ratlos, aber ich denke du weißt was ich meine ^__^
Wie du sicherlich gemerkt hast habe ich in dem einen Satz nur das "zusammen" gegen ein "gemeinsam" getauscht. Ich finde es klingt einfach schöner. Wenn du kein Synonymwörterbuch hast, kannst du auch im Internet eines suchen. es gibt viele Wörter, die das Gleiche bedeuten, aber manche passen an gewissen Stellen besser als andere.

Und ich möchte jetzt nichts mehr aufzählen, was bereits erwähnt wurde.
Mach was draus.
Liebe Grüßlen,

Capt'n Spoony
Benutzeravatar
Capt'n Spoony
 
Beiträge: 79
Registriert: 24.01.2010, 18:04
Wohnort: In deiner Wand.
Blog: Blog ansehen (2)

Re: Schön wie die Nacht [Prolog]

Beitragvon lastella » 09.02.2010, 10:29

hallo hier mal meine Anregungen. Zunächst es gefällt mir ssehr gut und macht Lust auf mehr. Man taucht sehr schön in die geschichte ein.
Jetzt was mir aufgefallen ist.

Vor meinen Augen ging die Sonne gerade blutrot unter und ich setzte mich auf einen Stein
Da würde ich vielleicht zwei Sätze draus machen.
UNd das gerade raus nehmen. Ist überflüssig und nimmt Tempo raus.

Er war ziemlich rau und hatte viele Löcher. In Gedanken versunken strich ich mit meinem Finger den Rand einer Vertiefung nach.
Nachdem ich die Vertiefung ausreichend gemustert hatte schaute ich an mir herab.
Vielleicht könntest du den Anfang mehr zusammenfassen und würdest auch nciht in Versuchung kommen 2x Verteifung zu nutzen.
Idee: Er war ziemlich rau. Meine Finger glitten in eines der vielen Löcher. Tief in Gedanken strich ich die Kontur der Verteifung nach.. oder soähnlich

Für sie war ich das liebe, unscheinbare Mädchen von nebenan und er hingegen das Macho-Arschloch ohne Bezug zur weiblichen Spezies, welches einen schlechten Einfluss auf mich nehmen würde. Im Endeffekt, wo sie Recht hatten Hier würde ich nach Mädchen einen Punkt setzten und mit Er weitermachen.

Aber dennoch, es gab neben mir nicht viele Personen, Fang doch mit Es an. Ist klarer und mit mehr Tempo. Der Anfang ist nur Füllung.

Neben mir an der Eiche hingen noch drei Blätter: Eines berührte das Andere - es segelte davon - woraufhin das Erste dann selbst Richtung Boden fiel. Das dritte und letzte Blatt versuchte noch sich festzuhalten, doch eine Brise nahm auch dieses mit sich.
Also irgendwie wirkt dieser Teil im Gegensatz zu dem rest deines Prologs kantig und holperig. Ist dir diese Stelle so wichtig? Hat sie noch Relevanz für später? Sonst würde ich sie drastisch kürzen oder ganz streichen.

Ich atmete tief ein, während ich die Augen schloss und breitete meine Arme aus
Für meinen Geschmack könnte das während weg und nur ein Komma dazwischen. Bringt das atemlose rüber. Man sollte doch atemlos und aufgeregt sein, wenn man im Begriff ist ein Klippe hinab zu stürzen.

Ich hörte meinen Herzschlag, ließ ihn durch meinen gesamten Körper pulsieren und ich fühlte mich so lebendig, wie nie zuvor
Lass doch das und weg und mach einen Punkt. hört sich finde ich besser an.

Mach weiter so. Es gefällt mir hammermäßig. Ich weiß nicht in welche Richtung die Geschichte noch eht, aber ich habe mich ein wenig an die Biss Saga erinnert gefühlt. Deine Prota hat für mich viel Ähnlichkeit mit ihr. Pass nur ein bißchen auf. dass es kein Abklatsch davon wird. Sonst supi *Daumen hoch* freu*
lastella
 
Beiträge: 133
Registriert: 08.02.2010, 23:24
Wohnort: haselau bei HH
Blog: Blog ansehen (1)


Zurück zu Werke- Archiv

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste