FÜ: Der schönste Tag meines Lebens

Natur, Tiere, Umwelt

FÜ: Der schönste Tag meines Lebens

 
Hallo liebe Schreibwerkstatt-Mitglieder,

uff bin ich aufgeregt! Meine erste Geschichte, die ich euch hier vorstellen möchte! Sie basiert auf der Fingerübung "Der schönste Tag meines Lebens". Ich weiß das diese Geschichte nicht wirklich etwas besonderes ist und wahrscheinlich wird sie von euch als Leser eher als langweilig empfunden, aber dies war der schönste Tag meines Lebens.
Über Kritik würde ich mich freuen, denn nur so kann ich besser werden! Also haltet nicht an euch!

LG Eclipse
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Der schönste Tag meines Lebens (Überarbeitete Version)

Die Landschaft rauscht an mir vorbei, während ich in die Pedale trete. Schneller! Ich will nach Hause! Aus meinen Kopfhörern dröhnt ein alter Sommerhit, die Musik ist so laut, ich muss noch nicht einmal die Stecker tragen. Rechts, am Rand eines kleinen Waldes, zieht eine Kuhweide an mir vorbei. Die leichte Brise die mir entgegen weht, trägt den Geruch der Weide mit sich. Er ist nicht unangenehm. Doch so schnell wie ich ihn eingesogen habe, ist er schon wieder verschwunden. Ich trete in die Pedale! Ich will nach Hause!
Der Sommer in diesem Jahr ist viel zu heiß, doch im Wald ist es so schön kühl. Ich genieße die frische Luft, die nach Moos und altem Laub riecht.. Ein Sonnenbrand zeichnet sich auf meinem Rücken ab, aber das ist mir egal. Ich trete fester in die Pedale und spüre das Ziehen in meinen Oberschenkeln. Trotzdem versuche ich schneller zu fahren. Außerhalb des Waldes brennt die Sonne wieder erbarmungslos vom Himmel. Noch eine Ecke! Ich höre schon die Traktoren. Ihr tiefes Brummen ist mir mittlerweile so bekannt. Ich freue mich zum ersten Mal in meinem Leben eine Heuernte mitzuerleben. Die letzte Ecke ist geschafft.
Da stehen sie schon. Erfrischungsgetränke zu ihren Füßen und winken mir zu. Die Traktoren arbeiten sich langsam über die Wiese. Lange Schwaden von Heu liegen schon und verströmen einen betörenden Duft. Ich winke zurück, lehne mein Fahrrad gegen einen Baum und setze mich in den Schatten. Es ist eine Erleichterung.
Ich beobachte die Traktoren. Der kleine Rote, arbeitet sich vorran und zieht das Heu in Schwaden zusammen. Hinter ihm fährt der große Belarus. Er zieht die riesige blaue Presse hinter sich her. Fasziniert betrachte ich die Mechanik, die das Heu langsam in sich hinein zieht und aus den losen Halmen ordentliche Ballen presst. Es ist hat schon fast etwas hypnotisierendes, wie die langen Messer das Heu schneiden und dazu gefährliche Geräusche von sich geben.
Das Dröhnen verstummt. Nur noch ein paar Schwaden liegen auf der abgemähten Wiese. Die Presse wirft den letzten Heuballen ab und Andreas kommt langsam auf mich zu. Er trägt kein T-Shirt und kleine Schweißperlen glänzen auf seinem nackten Oberkörper. Eigentlich möchte ich ihn so nicht umarmen, aber ich schwitze selber also macht es mir nichts aus. Die Sonne steht tief am Horizont als wir nebeneinander sitzen. Die Wärme umspielt uns, denn zwischen den Schwaden sammelt sich die Hitze und der schwere Geruch des Heus. Seite an Seite betrachten wir den Sonnenuntergang und ich weiß, dass dies der schönste Tag meines Lebens ist. Wir sind frei von Sorgen und Problemen. Nur dieser Augenblick zählt. Seelig sinken wir einander in die Arme und wissen wir haben uns, mehr brauchen wir nicht!

von Eclipse86

Re: FÜ: Der schönste Tag meines Lebens

 
Hallo du Erstlingsautor :D

Ich muss sagen, dass du den schönsten Tag deines Lebens recht anschaulich beschrieben hast und ich mich gut in die Situation hineinversetzen konnte. Da sich das alles recht gut liest, habe ich am Plot auch nicht unbedingt etwas auszusetzen. Du bringst die gesamte Atmosphäre recht gut rüber.
Oh verdammt, jetzt will ich wieder Sommer.
Gerade die Beschreibung des Waldes mag ich. Wer kennt das nicht, im Sommer, wenn alles heiß ist, einfach mal in die wunderschöne Kühle des Waldes abtauchen? Erinnert mich auch an den schönsten Tag in MEINEM Leben.
Soweit der Inhalt. Kommen wir mal zur Sprache :)

Was mir beim Lesen wirklich deutlich aufgefallen ist: Du schreibst relativ abgehackt, zumindest am Anfang. Ich würde mir ein paar Nebensätze mehr wünschen... Beispiel:

Rechts zieht eine Kuhweide an mir vorbei. Am Rand eines kleinen Waldes ist es hier im Schatten wunderbar kühl. Trotzdem weht mir die leichte Brise entgegen. Sie trägt den Geruch der Weide mit sich. Er ist nicht unangenehm. Doch schon ist er wieder verschwunden. Ich trete in die Pedale! Ich will nach Hause!

Das würde ich an deiner Stelle wirklich mehr verbinden, denn dadurch liest sich so eine Beschreibung wirklich besser.

Rechts zieht eine Kuhweide an mir vorbei, aber am Rande eines kleinen Waldes ist es hier im Schatten wunderbar kühl. Trotzdem weht mir eine leichte Brise entgegen, die den nicht unangenehmen Geruch der Weide mit sich trägt. Leider ist er nun schon wieder verschwunden...Ich trete in die Pedale. Oh, ich will nach Hause!

Und, zu guter Letzt: Ein Satz über den ich beim Lesen wirklich gestolpert bin.
Aus meinen Kopfhörern dudelt "I won't let you down", sie baumeln locker über meine Schulter.


Da würde ich einen Punkt anstatt eines Kommas setzen. Oh, und sie baumeln über meineR Schulter.

Fassen wir zusammen: Eine wirklich schöne Beschreibung, aber ein paar Nebensätze mehr würden den Lesefluss deutlich verbessern!

LG :)

von Clouey

Re: FÜ: Der schönste Tag meines Lebens

 
Hallo Clouey,

Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich erstmal sehr, dass ich dich mit meiner Geschichte ein wenig in den Sommer versetzen konnte. Genau diese Gefühle und eben die Dinge die der Sommer so eigen für sich hat wollte ich in der Geschichte festhalten.

Deine Kritik ist berechtig und ich bin froh das sie meine eigene Kritik bestätigt. Ich bin mein schlimmster Kritiker glaube ich und wenn ich die Geschichte nicht trotz meiner noch vielen Kritikpunkte hier rein gestellt hätte, wäre sie nie online gekommen. Manchmal bin ich mir da einfach nicht sicher ob es mein überzogenes Denken ist nicht gut genug zu sein, oder ob es wirklich angebrachte Kritik ist.

Jetzt bin ich aber vom eigentlichen Thema abgekommen. Ich fand auch das der erste Teil etwas holprig geklungen hat. Das lag wahrscheinlich daran, dass ich ihn in der erste Überarbeitung für zu lang befunden habe und unbedingt kürzen wollte. Dabei habe ich anscheinend doch zu oft den Rotstift rausgeholt. Ich danke dir, dass du mich darauf hingewiesen hast, ich werde es mir nochmal zur Überarbeitung vornehmen.

Auch den Satz mit der Musik, werde ich mir nochmal zu gemüte führen, mal sehen ob ich darauß auch was besseres machen kann.

Ich danke dir sehr für deine Anregungen!

LG Eclipse

von Eclipse86

Re: FÜ: Der schönste Tag meines Lebens

 
Hallo,

nachdem Clouey mir ein paar sehr interessante Kritikpunkte meiner Geschichte genannt hat, habe ich sie nun ein bisschen überarbeitet und die erste Version gegen die neue ersetzt. Ich hoffe es ist mir nun gelungen nicht ganz so abgehackte Sätze zu fabrizieren und den Lesefluss zu verbessern.
Über weitere Kritiken und Anregungen würde ich mich sehr freuen!

LG Eclipse

von Eclipse86

Re: FÜ: Der schönste Tag meines Lebens

 
Hallo Eclipse 86!

Ich habe deine Geschichte auch sehr gerne gelesen!! Bin zuzusagen hinter dir hergefahren und habe Wald, Sonne und Landschaft genossen!
Vielen Dank für den Ausflug, jetzt - wo es gerade draußen so kalt ist..!

Finde, der Text liest sich nun auch flüssig und angenehm. (Die erste Version habe ich nicht gelesen.)

Was ich mir noch wünschen würde, ist, dass Andreas noch näher vorgestellt wird.
Ist er ein guter Freund, dein Freund, dein Mann, dein Sohn, dein Bruder...?
Auf dem Weg zum Feld laden Deine Beschreibungen so schön dazu ein, sich mit Dir / der Hauptperson zu identifizieren. Und dann sitzt man plötzlich neben einem Fremden.
An der Stelle habe ich mir dann Eigenes dazu gedacht. - Was natürlich auch schön ist.

LG, Isabel

von Isabel

Re: FÜ: Der schönste Tag meines Lebens

 
Schöne Kurzgeschichte!
Mir ist die Atmosphäre in Texten und Büchern immer am wichtigsten und das hast du wirklich gut hingekriegt.
Da wird einem auch jetzt in der kalten Zeit wieder richtig warm :)

Ich habe auch nur einen einzigen Kritikpunkt:
Eclipse86 hat geschrieben:Eigentlich möchte ich ihn so nicht umarmen, aber ich schwitze selber also macht es mir nichts aus.

Dieser Satz ist etwas wiedersprüchlich, veränder in doch so (oder ähnlich):
Da ich selber schwitze umarme ich ihn, obwohl ich normalerweise so etwas nicht machen würde.

von Lockstock

Re: FÜ: Der schönste Tag meines Lebens

 
Ich bin im Grunde auch hinter dir her gefahren, wahrscheinlich weil ich auch im Sommer mit dem Rad viel unterwegs bin.

Ich konnte den Heuduft regelrecht nach empfinden und auch dieses verschwitzt sein und die Kühle des Waldes.
Echt gut gelungen.

Was mich persönlich nicht stört ist das mit den abgehakten Sätzen, also vielleicht mag das Geschmackssache sein, aber ich finde, dass es daurch auf den Punkt kommt, weil man das schon direkt fühlen möchte. Das geht ja schon am Anfang los, also, dass man sich direkt in der Situation befindet und deshalb finde ich es besser, die Stimmung kurz und präzise zu halten.
Das mag wirklich Geschmackssache sein.
Was ich im übrigen noch sehr gelungen finde ist, dass man unbedingt wissen will wo diese Randtour endet. Ich wollte unbedingt wissen, was dich so treibt, dass man so in die Pedale tritt und am Ende war es eigentlich ein Gefühl, was so simpel erscheint und trotzdem war das durch deine Beschreibung so besonders.

von daggi109

Re: FÜ: Der schönste Tag meines Lebens

 
Hallo Eclipse86!

Auch ich habe die Atmosphaere genossen, die Du in Deiner Geschichte geschaffen hast. Eine herrlich lebendige Landidylle, weit weg vom Stress der staubigen, versteinerten Grossstadt. So etwas liebe ich! Mein Gesamteindruck ist ganz klar positiv, auch wenn ich gleich einen Grossteil meiner Worte auf kritische Bemerkungen verwende. Es sind nur kleinere Details, die ich anders machen wuerde, aber es braucht eben einige Worte, um sie zu erlaeutern ...

Das erste Mal habe ich Deine Geschichte wahrscheinlich nicht besonders konzentriert gelesen. Zumindest habe ich bei weiteren Lesungen immer mehr Fakten entdeckt, die ich zuvor nicht erfasst hatte. Deswegen bin ich mir nicht sicher, ob mir folgende Kritik in den Sinn gekommen waere, wenn ich auf Anhieb geschnallt haette, dass es der Erzaehlerin erstes Erleben einer Ernte gewesen ist, worauf es ankam. Beim ersten Durchlesen wurde ich naemlich mit jeder Zeile gespannter, warum "ich" denn so unbedingt nach Hause wollte. Gab's 'ne bahnbrechende, freudige Neuigkeit? Als Andreas auftauchte kam mir der Gedanke, vielleicht will sie ihm sagen, dass sie schwanger ist? Doch dann passierte im Wesentlichen gar nichts, so dass ich verwirrt und unglaeubig das Ende anstarrte, in der Hoffnung, doch noch die Pointe sich aus dem Nichts enfalten zu sehen. Vor lauter Neugier bin ich also so ueber die Zeilen gehetzt, dass mir glatt entging, dass der Gegenstand der Aufregung die Ernte war!

Nun haette ich noch einige Ungereimtheiten anzumelden, die sich auch bei mehrmaligem Lesen nicht vertan haben:

1.) Die Erzaehlerin will nach Hause, weil dort die erste Ernte ihres Lebens stattfindet. Dieser Umstand bedarf meiner Meinung nach einer kleinen Erlaeuterung. Zu Hause ist haeufig ein Ort, an dem man schon laenger gewohnt hat. Warum sollte einem jahrelang nicht aufgefallen sein, wie die Leute Herbst fuer Herbst vor der Tuer Heu geernten haben? Meine Vermutung: Die Erzaehlerin ist erst vor kurzem hinzugezogen. Fuer eher unwahrscheinlich halte ich, dass die Gegend erst vor kurzem in Felder umgearbeitet wurde.

2.) Am Anfang der Erzaehlung suggeriert die Hauptperson, dass rechts von ihr ein Wald liegt. Im naechsten Absatz ist sie ploetzlich IM Wald:
Der Sommer in diesem Jahr ist viel zu heiß, doch im Wald ist es so schön kühl. Ich genieße die frische Luft, die nach Moos und altem Laub riecht.. Ein Sonnenbrand zeichnet sich auf meinem Rücken ab, aber das ist mir egal. Ich trete fester in die Pedale und spüre das Ziehen in meinen Oberschenkeln. Trotzdem versuche ich schneller zu fahren. Außerhalb des Waldes brennt die Sonne wieder erbarmungslos vom Himmel.

Klar, die Landschaft aendert sich um einen herum, wenn man durch sie hindurch faehrt. Trotzdem erscheint mir der Sprung vom Feldweg in den Wald sehr unvermittelt.

3.) In der gerade zitierten Stelle gibt es ausserdem den Satz mit dem Sonnenbrand. Ich finde, den kann man an eine andere Stelle ruecken, so dass die Abfolge der Geschehnisse glatter wird. Man koennte die ganze Sache sogar so umordnen, dass auch Problem Nummer zwei geloest wird. Vielleicht so etwa:
Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel. Der Sommer in diesem Jahr ist viel zu heiß. Auf meinem Ruecken macht sich bereits ein Sonnenbrand bemerkbar. Da endlich tauche ich in den Schatten eines kuehlen Waldstueckes ein. Ich genieße die frische Luft, die nach Moos und altem Laub riecht. Ich trete fester in die Pedale und spüre das Ziehen in meinen Oberschenkeln. Trotzdem versuche ich schneller zu fahren. Außerhalb des Waldes brennt die Sonne wieder erbarmungslos vom Himmel.

... mal von der Zweifachnennung des erbarmungslosen Herabbrennens abgesehen ...

4.) Absichtlich habe ich hier nicht geschrieben, "der Sonnenbrand zeichnet sich auf meinem Ruecken ab", sondern er mache sich bemerkbar, da das Sich-Abzeichnen einen visuellen Eindruck suggeriert, der voraussetzen wuerde, dass man seinen eigenen Ruecken sieht - beim Radfahren eher selten der Fall.

Dann kommt schon bald die Stelle, wo das Treiben der Traktoren auf dem Feld beschrieben wird. Diese Stelle liebe ich! Die lese ich ebenso fasziniert, wie die Erzaehlerin die Mechanik des Erntegeraets bewundert. Doch hier kommt auch ein kleiner 5. Punkt:
Das Dröhnen verstummt. Nur noch ein paar Schwaden liegen auf der abgemähten Wiese.

Schwaden liegen auf der Wiese? Ich stelle mir eher eine Staubwolke vor, die so kurz nach Stop der Arbeiten noch ueber der Wiese haengt. Meintest Du so etwas? Eine Schwade verbinde ich mit Nebel, was sie in meinen Augen fuer die trockene Jahreszeit, in der die Geschichte spielt, zu nass und kuehl erscheinen laesst.

Naja, und 6.) wurde schon genannt: Die Stelle "eigentlich moechte ich ihn so nicht umarmen ..." ist tatsaechlich ein bisschen holderdipolder.

Der Abschluss wiederum ist meiner Meinung nach ganz grossartig:
[...]dies der schönste Tag meines Lebens ist. Wir sind frei von Sorgen und Problemen. Nur dieser Augenblick zählt. Seelig sinken wir einander in die Arme und wissen wir haben uns, mehr brauchen wir nicht!

Das ist nur einen Hauch vom Kitschigen entfernt, und doch ist es - wuerde ich sagen - nicht kitschig, da nicht hoffnungslos verblendet. Ganz im Gegenteil scheint mir die Erzaehlerin an dieser Stelle sehr lebensklug das Glueck des Augenblickes zu wuerdigen, wohlwissend, dass ein Tag wie dieser nicht die Regel sein wird. Gefaellt mir wirklich gut.

Danke fuer die feine Geschichte,
Viv

Edit:
Ahhhahhahhhhaaaaa! Mir ist gerade beim Durchlesen von Arius' Kommentar ein Kronleuchter aufgegangen. Schwaden! Mein Gott, ich altes Stadtei. Fuer Leute, die wie ich nicht viel mehr von der Landwirtschaft wissen, als das Kuehe eigentlich gar nicht lila sind: http://www.bauernhof.net/lexikon/lex_st/schwaden.htm.
Und dann habe ich auch noch behauptet, Heu wuerde im Herbst geerntet, obwohl doch eindeutig in der Geschichte Sommer herrscht ...

Viv, die Verwirrte (o)_(*)

von Viv

Re: FÜ: Der schönste Tag meines Lebens

 
Hallo Eclipse86,

Sehr schöne Geschichte. Tatsächlich hatte ich stellenweise das Gefühl neben dir herzufahren.

Rechts, am Rand eines kleinen Waldes, zieht eine Kuhweide an mir vorbei.

Hier suggerierst du, in Verbindung mit dem Wald, dem Leser, dass sich die Weide bewegt. Ich sehe es bildlich vor mir, wie die Weide auf ihren tausenden von kleinen Beinchen vor dem Wäldchen vorbeihuscht und am Horizont verschwindet.
Da du nachher eh in den Wald eintauchst, würde ich ihn hier weglassen.

Vorschlag:
Der Weg führt eine Kuhweide entlang.

Rechts, am Rand eines kleinen Waldes, zieht eine Kuhweide an mir vorbei. Die leichte Brise die mir entgegen weht, trägt den Geruch der Weide mit sich.

Wortwiederholung.

Vorschlag:
Der Weg führt eine Kuhweide entlang. Die leichte Brise die mir entgegen weht, trägt den typischen Geruch mit sich.

Er ist nicht unangenehm.

Das ist Empfindungssache. Die einen verziehen bei diesem Geruch angewidert die Nase, anderen ist er egal.

Vorschlag:
Er stört mich nicht, gehört er doch in diese Umgebung.

Doch so schnell wie ich ihn eingezogen habe, ist er auch schon wieder verschwunden.

Hier das Verbindende Signalwort Doch zu verwenden, finde ich falsch. Du versuchst hier diesen Satz mit dem vorhergehenden zu verknüpfen. Für mein Empfinden haben beide Sätze jedoch nichts miteinander zu tun. Außer du möchtest damit ausdrücken, dass du den Geruch liebst, doch leider ist er verschwunden.
Kleiner Tippfehler
Ich würde in deinem Text auch verwenden, dafür das wieder streichen. Klingt für mich ein wenig runder.

So schnell wie ich ihn eingezogen habe, ist er auch schon verschwunden.

Ich trete in die Pedale! Ich will nach Hause!

Da ich deine Geschichte bereits gelesen habe, bezweifle ich, dass du nach Hause eillst. Vielmehr zieht es dich in die Arme des Freundes. Dieser Satz wirft zu viele Fragen auf, die du nicht beantwortest. Daher würde ich ihn weglassen.

Vorschlag:
Als ich in den schattigen Wald eintauche, trete ich in die Pedale. Der Sommer in diesem Jahr ist viel zu heiß, doch unter dem schützenden Laubdach ist es so schön kühl.

Ich genieße die frische Luft, die nach Moos und altem Laub riecht..

Ein Punkt reicht.

Ein Sonnenbrand zeichnet sich auf meinem Rücken ab, aber das ist mir egal.

Den Satz würde ich ändern und weiter nach hinten verschieben.
Du suggerierst, dass dein Rücken unbedeckt ist, Sonst könnte es dort keinen Sonnenbrand geben. Entweder du fährst im Bikini oder oben ohne. Beides würde die Männerwelt vermutlich begeistern.

Vorschlag:
Ein Sonnenbrand zeichnet sich auf meinen Schultern ab. Aber das ist mir egal.
So weckst du keine falschen Vorstellungen. Du könntest mit einem ärmellosen Top bekleidet sein oder ein leichtes Kleidungsstück mit Spaghettiträgern oder sonst etwas Schulterfreies tragen. Doch halbnackt zur Heuernte zu gehen, ist nicht gerade empfehlenswert.

Außerhalb des Waldes brennt die Sonne wieder erbarmungslos vom Himmel.

Hier würde ich den Satz mit dem Sonnenbrand einfügen.

Vorschlag
Außerhalb des Waldes brennt die Sonne wieder erbarmungslos vom Himmel. Ein Sonnenbrand zeichnet sich auf meinen Schultern ab. Aber das ist mir egal.

Der kleine Rote, arbeitet sich voran und zieht das Heu in Schwaden zusammen.

Kleiner Tippfehler

Es ist hat schon fast etwas hypnotisierendes, wie die langen Messer das Heu schneiden und dazu gefährliche Geräusche von sich geben.

Was nun! Ist oder hat?

Nur noch ein paar Schwaden liegen auf der abgemähten Wiese.

Für einen Laien der nicht auf dem Bauernhof aufwuchs bist du hier zu ungenau, da auch falsch verstanden werden kann was du meinst. Entweder schreibst du hier Heuschwaden oder formulierst den Satz neu. Da wir das mit den Heuschwaden bereits hatten, würde ich für eine Umformulierung tendieren.

Vorschlag:
Nur noch eine kleine Staubwolke schwebt über der abgemähten Wiese.

Eigentlich möchte ich ihn so nicht umarmen, aber ich schwitze selber also macht es mir nichts aus.

Hier widersprichst du dir selbst.

Vorschlag:
Normalerweise würde ich ihn so nicht umarmen. Aber da ich selber schwitze, macht es mir diesmal nichts aus.

Hier bin ich ein wenig enttäuscht. Du hast deinen Lesern vorgemacht, dass du zur Heuernte eilst. Da ich selbst auf einen Bauern hof aufwuchs, weiß ich, dass dabei jede Hilfe dankbar angenommen wird. Doch du bist nur zum schauen gekommen. Jedenfalls erzählst du nichts darüber, wie die Ballen aufgeladen werden. Klar ist das eine Tätigkeit, wo du als Frau nicht mehr viel helfen kannst. Außer du wärst eine gute Traktorfahrerin.

Die Wärme umspielt uns, denn zwischen den Schwaden sammelt sich die Hitze und der schwere Geruch des Heus.

Den Satz finde ich nicht gut umgesetzt. Erstens schreibst du wieder Schwaden, diesmal als Hitzeschwaden gemeint und nicht als Heuschwaden. Dann wiederholst du dich im Satz, indem du von Wärme und Hitze schreibst.

Vorschlag:
Angenehme Wärme umgibt mich und in der Luft hängt der schwere Geruch des Heus.

Selig sinken wir einander in die Arme und wissen, wir haben uns, mehr brauchen wir nicht!


Deine Geschichte gefällt mir. Doch würde es mich interessieren, ob es einen bestimmten Grund gibt, wieso du in Gegenwart schreibst? Beim Lesen hat es mich ein wenig gestört. Die Vergangenheitsform hätte mir besser gefallen.

Arius

von Arius