Des Tods neuer Schüler (Teil 1)

Thriller, Grusel, Spannung

Des Tods neuer Schüler (Teil 1)

 
Des Tods neuer Schüler (Teil 1 - Überarbeitet)

Als Phil Coronoy die Augen aufschlug, starrte er in das eiskalte Licht einer Neonröhre. Das Licht wirkte schwächer als normal. Es blendete nicht und erschien ihm leicht farblos. Und genau das irritierte ihn. Ebenso wie das bedrückende Gefühl das etwas anderes ebenfalls nicht so war wie er es gewohnt war. Er fühlte seinen Körper nur sehr dumpf, wie wenn die Finger an einem sehr kalten Wintertag erst vor Kälte schmerzen und dann ertauben. Außerdem merkte er zwar, dass er lag, aber er wusste nicht worauf, als existiere unter ihm nichts mehr. Er spürte kein wollig warmes Bett, keinen kalten Boden unter sich, sondern einfach Leere, ganz so als schwebe er. Vorsichtig hob er den Kopf, um sich umzusehen. Er befand sich in einem großen Raum. Alles um ihn herum hatte einen leichten Graustich, doch das ungesunde blassgrün der Wände war deutlich erkennbar. Zudem standen in dem weiten Raum lauter leere Metallbetten. Er selbst lag auf einem Bett, einem Metallgestells für das er keine andere Bezeichnung als Bett wusste obwohl es einem Bett keineswegs würdig war, neben der Tür. Die Beine über den Rand des Bettes schwingend brachte er sich in eine aufrechte Sitzposition. Er war mehr als verwirrt. Wo bin ich hier und was zur Hölle ist passiert? Erst jetzt fiel ihm auf, dass er nicht mehr seinen Anzug trug, sondern ein knielanges weißes Hemd. Was zur Hölle…? Er sah sich seine Lagerstätte genauer an und erschrak. Auf dem Metallbett, auf dem er saß, befand sich ein weißer Plastiksack, wie er in jeder Krimiserie zu sehen war. Und der Ort, an dem er sich befand - das wurde ihm jetzt schlagartig klar - war nichts anderes als ein verdammtes Leichenschauhaus. "Ach du scheiße!", fluchte er und sprang panisch auf. Was soll das? Was zur Hölle ist hier los? Er brauchte Klarheit. Zwar widerstrebte es ihm, doch dann öffnete er mit zittrigen Fingern den Reißverschluss bis zur Brust, um ein Auge auf denjenigen zu werfen, der in dem Inneren des Leichensackes seine letzte Ruhe gefunden hatte.
"Oh mein Gott!", schrie er entsetzt und sprang mit einem Satz nach hinten. Eigentlich hätte er gegen das nächste Bett prallen müssen, doch er glitt hindurch wie ein Messer durch warme Butter, strauchelte und landete bäuchlings auf dem Boden des Leichenschauhauses; alles völlig lautlos. Immer noch fluchend und mit vor Entsetzten verzerrtem Gesicht rappelte er sich auf und wich weiter zurück bis er in der Mitte des Raumes stand. "Oh Gott, Oh mein Gott das kann alles nicht wahr sein!" Plötzlich begann er hysterisch und schrill zu lachen. Er deutete mit schreckensweiten Augen auf das Bett, mit dem leicht geöffneten Kunststoffsack. "Das ist ein Witz! Ein schlechter Scherz! S-o-So Etwas k-kann nicht wahr sein!", rief er mit schriller Stimme und begann wieder zu lachten. "Nein! Das kann nicht sein! Ich, ich muss Träumen. Ja! Das ist es. Aufwachen! Ich muss aufwachen!" Er schloss krampfhaft die Augen und fiel auf die Knie als wolle er beten, die Hände dicht ans Gesicht gepresst. "Aufwachen! Ich - muss - aufwachen!"
Den Oberkörper wiegte er vor und zurück, während er immer wieder, gleich einer Beschwörungsformel, die Worte wiederholte. Nach einer Weile ließ er sich jedoch kraftlos auf den Boden sinken und blieb wie ein Häufchen Elend liegen. Hätte er weinen können, wären ihm dicke Tränen über die Wangen gekullert, doch es war ihm nicht möglich. "Das, das kann nicht wahr sein", flüsterte er immer wieder vor sich hin. "K-Kann nicht wahr sein…" Er versuchte die Bilder aus seinem Kopf zu verdrängen: Wie er auf den Toten - nein, auf sich selbst - herabgeblickt hatte. Das einst schöne Gesicht furchtbar entstellt, aber unverkennbar sein eigenes. Die Augen. Leer und starr hatten sie seinen Blick erwidert. Es konnte einfach nicht sein. Er konnte nicht tot sein, schließlich lebte er noch, oder nicht? "Ich kann nicht tot sein!", brüllte er schließlich in einem Anflug von Trotz und Wut. "Ich kann nicht tot sein!", Er stemmte sich hoch und torkelte wie betrunken zu dem offenen Leichensack zurück. "Ich kann nicht tot sein! Hörst du!" brüllte er sich selbst ins Gesicht. Doch das war alles, was er konnte. Der Schock verlangte nach einem Ventil, wollte er nicht daran zerbrechen.
Als er sich einigermaßen beruhigt hatte, setzte er sich auf den Boden, weit weg von seiner leblosen Hülle. Aus irgendeinem Grund war der kalte Fliesenboden der einzige Ort, der ihm noch Halt bot, denn durch die Betten sank er mittlerweile hindurch, ohne, dass er dagegen etwas unternehmen konnte. Als wäre er gar nicht da. Als existiere er nicht. Als sei er Körperlos. Ein Geist.
Das Gesicht in den Händen verborgen, begann er, seine Gedanken zu sortieren und nach Antworten zu suchen. "Was ist hier los? Wie kann es ein, dass….ich lebe, obwohl ich doch bewiesenermaßen Tod bin?", fragte er die Leere des Raumes. Starr blickte er zu dem Leichensack hinauf, als erhoffte er sich von dort eine Antwort. Doch alles blieb still und dem Entsetzten folgte nun Ratlosigkeit.
Plötzlich schlich sich eine Erinnerung in sein Gedächtnis. Er erinnerte sich, aus dem Haus gegangen zu sein. Er war gezwungen gewesen, den Bus zu nehmen, da der Wagen in der Werkstatt war. Er hatte die Straße überquert. Dann war er gerufen worden, mitten auf der Straße. Dummerweise hatte er sich instinktiv zu der Stimme, die seinen Namen gerufen hatte, umgedreht. Und dann war da nur noch Licht, ein Quietschen und dem folgte eine wohltuende Schwärze, die sämtliche Schmerzen verdrängte. "Ein Grund mehr das ich tot sein müsste.", führte er ironisch seinen Monolog weiter. Nicht wirklich schlauer stand er schließlich auf und machte sich daran, das einzig Vernünftige zu tun: das Leichenhaus zu verlassen.

Teil 2:Nächster
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Hier Teil 1 meines mehrseitigen Versuchs einer Gruselgeschichte welche ich evtl auch zum Wettbewerb des Sperling-Verlages einsenden möchte.


Gruß

Feder :D

von Feder

Re: Des Tods neuer Schüler (Teil 1)

 
Hallo Feder,

eben bin ich auf deine Geschichte gestoßen und habe mich daran gemacht sie durchzulesen. Die Idee als solche ist sicherlich schon das ein oder andere Mal da gewesen, jedoch kommt es ja immer auf die individuelle Präsentation und Darstellung an, die dafür sorgt, dass sie sich von anderen Werken mit gleichem Thema abhebt. In dieser Richtung - ganz besonders wenn ich deine Überschrift lese und darüber spekuliere, was noch in weiteren Teilen kommen mag - hat dein Werk sicherlich Tragweite. Jedoch solltest du m.E. das Ganze nochmal gründlich überarbeiten. So, wie es jetzt geschrieben ist, passt es für mich absolut nicht unter spannende Kurzgeschichten, den Spannung ist genau das, was ich hier vermisse. Das hat nicht zuletzt ein paar stilistische Gründe und ich werde mich bemühen, diese nach bestem Wissen und Gewissen aufzudecken. Bitte sei mir nicht böse, ob meiner ehrlichen Meinung, aber ich glaube, es bringt einfach nichts zu sagen: "Hey, supi...Meisterstück", wenn es nicht der Wahrheit entspricht. Also bitte nicht traurig sein :)

Als Phil Coronoy die Augen Aufschlug starrte er in das blendend helle eiskalte Licht einer Neonlampe. Es blendete ihn, doch er fühlte keinen Schmerz. Und genau das irritierte ihn. Er fühlte überhaupt….nichts. Da war etwas. Er fühlte nicht nichts, aber was erfühlte war nur sehr schwach. Es schien ihm auch als existiere unter ihm nichts mehr, da er ebenfalls nichts fühlte.


Nach dem Abschnitt hatte ich einen kleinen Drehwurm, weil ich nun kaum wusste: ja, was nun...erst fühlt er nichts, dann fühlt er doch was, bzw. wusste es nur deshalb weil er nichts fühlte. Hmmm... Ich denke zu wissen, was du sagen willst, doch es ist ein wenig wirr und unglücklich ausgedrückt und als Start zu einer Geschichte unglücklich gewählt.

Ok, Stück für Stück, sonst wird dir schwindelig und das will ich ja nicht :)

Zunächst einmal würde ich die Anhäufungen von Adjektiven im ersten Satz entfernen. Solltest du einmal vor haben, ein Werk bei einem Verlag zu veröffentlichen, kann es dir passieren - je nach Lektor - dass der gleich schon mies gelaunt ist, wenn er den ersten Satz durch hat. Viele sind eh schon Adjektiv-Feinde ... und treten die im allerersten Satz auch noch gleich zu Hauf auf, dann könnte das dazu führen, dass vorschnell ein Urteil über dein Manuskript gefällt wird.

Als Phil Coronoy die Augen (A)aufschlug Komma starrte er in das blendend helle eiskalte Licht einer Neonlampe.


Aufschlug wird klein geschrieben, da es sich hier um ein Verb handelt und dahinter wird ein Komma gesetzt, weil es sich bei dem Teil vor dem Komma um einen Nebensatz handelt.

Zu den Adjektiven, die ich fett gekennzeichnet habe: blendende kannst du weglassen, da du es im nächsten Satz nocheinmal als Verb verwendet hast, somit ist klar, dass er geblendet ist. Helle ... ok, könnte man stehenlassen, doch da du - wie schon erwähnt - im nächsten Satz davon sprichst, dass er geblendet ist, versteht sich eigentlich auch von selbst, dass das Licht hell ist. Eiskalte widerum klingt ausdurcksstark, somit würde ich mich für dieses Adjektiv - an deiner Stelle - entscheiden.

Bei meinem Vorschlag bliebe also übrig:
Als Phil Coronoy die Augen aufschlug, starrte er in das eiskalte Licht einer Neonlampe.
Es blendete ihn, doch er fühlte keinen Schmerz.


Die Wortwiederholung hätten wir - wenn du meinen Vorschlag annimmst - schon ausgemerzt (blendende / blendete). Doch mich irritiert der Sinn ein wenig. Klar, es ist unangenehm, wenn man geblendet wird. Aber schmerzt es wirklich?
Es blendete ihn, doch er fühlte keinen Schmerz.Er fühlte überhaupt….nichts. Da war etwas. Er fühlte nicht nichts, aber was er_fühlte war nur sehr schwach. Es schien ihm auch als existiere unter ihm nichts mehr, da er ebenfalls nichts fühlte.


Wenn es so markiert ist, fällt dir wahrscheinlich selbst auf, dass da ein bisschen "viel Gefühl" drin ist, sprich: das Wort fühlte wurde einfach zu häufig verwendet.

Ich versuche mich mal, den Text umzuformulieren, sodass der Sinn nicht verloren geht, aber die Wortwiederholungen wegfallen und es ein wenig glücklicher ausgedrückt wird. Das ist nämlich genau die Stelle, die so ein "Error" hervorruft, weil gar nicht wirklich klar ist: was fühlt er denn nun und was nicht?

Es blendete ihn, doch er fühlte keinen Schmerz. Er fühlte überhaupt ... nichts. Nein, das stimmte nicht ganz. Etwas regte sich in ihm das ein Unbehagen in ihm auslöste: Er hatte den Eindruck, als existiere unter ihm nichts mehr, denn er konnte nichts wahrnehmen.
Kein wollig warmes Bett, kein kalter Boden, einfach Leere.


Meinst du wirklich wollig, im Sinne von Wolle oder meintest du wohlig? War mir hier nicht ganz sicher, weil mir der Begriff wollig ansich nicht wirklich geläufig ist. Aber sowas können regionale Unterschiede sein.

Wie Komma als schwebe er.


Ansich hört sich der Satz aber etwas holprig an.
Vorschlag:
Ihm war, als würde er schweben.
Oder:
Es kam ihm vor, als würde er schweben.

Vorsichtig hob er den Kopf Komma um sich umzusehen.

Die Wände leuchteten in einem ungesunden blassgrün und (rings herum) ringsherum an den Wänden standen lauter leere Metallbetten.


Zum Einen haben sich hier zwei kleine Rechtschreibfehler eingeschlichen, zum Anderen kommt auch hier eine Wortwiederholung vor, die man vermeiden könnte.

Vorschlag:
Die Wände leuchteten in einem ungesunden blassgrün und ringsherum standen lauter leere Metallbetten.

Er selbst lag auf einem Bett neben der Tür(e).


Türe sagt man zwar umgangssprachlich häufig, doch es ist nicht korrekt.
Er setzte sich auf und schwang die Beine über den Rand des Metallgestells Komma für das er keine andere Bezeichnung als Bett wusste Komma obwohl es einem Bett keineswegs würdig war.


Es handelte sich einfach nur um eine Metallplatte Komma die man auf vier Füße gestellt hatte die auf Rollen standen.


Hier hast du den Satz zweimal mit dem Wort die verbunden, was sich nicht schön anhört.
Wie wäre es damit?
Es handelte sich einfach nur um eine Metallplatte, die man auf vier Füße mit Rollen gestellt hatte.
Erst jetzt fiel ihm auf Komma dass er nicht mehr...


Was zur Hölle?


Was zur Hölle ist kein fertiger Satz, auch wenn er sich nur in seinen Gedanken abspielt. Wenn du anzeigen möchtest, dass er quasi vor Schock oder Verblüffung nicht mehr "zu Ende denkt", würde ich das durch drei aufeinanderfolgende Punkte kennzeichnen.

Was zur Hölle ... ?

Auf dem Metallbett Komma auf dem er saß Komma befand sich ein weißer Plastiksack Komma wie er in jeder Krimiserie zu sehen war, und das, das wurde ihm jetzt schlagartig klar, war nichts anderes als ein verdammtes Leichenschauhaus!


Abgesehen von den fehlenden Satzzeichen ist der Satz ein bisschen zu lang und verschachtelt. Außerdem hören sich die beiden aufeinanderfolgendnen das nicht schön an. Das kann man nicht immer vermeiden, in deinem Fall geht es aber.

Vorschlag:
Auf dem Metallbett, auf dem er saß, befand sich ein weißer Plastiksack, wie er in jeder Krimiserie zu sehen war. Und der Ort, an dem er sich befand - das wurde ihm jetzt schlagartig klar - war nichts anderes als ein verdammtes Leichenschauhaus.

Auch hier ist der zweite Teil noch verschachtelt (ich wollte deinen Satz nun nicht gänzlich abwandeln, denn immerhin gilt es, deinen Schreibstil zu beachten und zu wahren), doch dadurch, dass er durch Gedankenstriche unterteilt ist, wird er übersichtlicher.
"Ach du scheiße!"Komma fluchte er und sprang panisch auf.

Zwar widerstrebte es ihm zutiefst Komma doch er brauchte Klarheit, und so führte er mit zittrigen Fingern den Reißverschluss des Leichensackes bis zur Brust desjenigen der darin seine letzte Ruhe gefunden hatte und sah hinein.


Auch auf die Gefahr hin, dass du mich nun für eine Pingel-Liese hältst: der Satz ist ansich von der Aussage ok, aber zu verwirrend. Ich musste zwei/drei Mal drüberlesen, bis er wirklich restlos klar war. Sowas kann eine Leserschaft vergraulen und wenn sich das z.B. in einem Buch häuft, kann es dazu führe, dass es viele irgendwann genervt zuschlagen und in die hinterste Ecke des Bücherregals verstauen.

Ich versuche mich mal darin, ihn zu entwirren und ein wenig umzustellen:

Er brauchte Klarheit. Zwar widerstrebte es ihm, doch dann öffnete er mit zittrigen Fingern den Reißverschluss bis zur Brust, um ein Auge auf denjenigen zu werfen, der in dem Inneren des Leichensackes seine letzte Ruhe gefunden hatte.
"OH - MEIN - GOTT!" Komma schrie er entsetzt er und sprang mit einem Satz nach hinten.


Das Oh-Mein-Gott würde ich an deiner Stelle nicht groß schreiben. An der Uni bekommen wir immer eingebläut, dass man dem Leser mit solchen Hervorhebungen eine Betonung aufzwingt, was eine Bevormundung bedeuten würde. Da der Leser aber in seiner Freizeit liest, will er sich nicht bevormunden lassen. Will man dennoch eine Betonung auf diese Szene setzen, sollte man das mit dementsprechend ausdrucksstarkten Worten tun. (Man ist natürlich nicht gezwungen soetwas zu übernehmen, auch wenn es 10 Unis sagen, doch ich finde, da ist was Wahres dran, oder?)

Dein schrie er entsetzt verdeutlicht es schon sehr gut, dass ihm das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben ist, somit kannst du das "Oh mein Gott" ruhig ganz normal belassen.

Desweitern kommt zweimal er in dem Satz vor, wovon du das letzte getrost weglassen kannst. Der Satz hört sich damit viel galanter an.

So sieht das Ganze dann aus:

"Oh mein Gott!", schrie er entsetzt und sprang mit einem Satz nach hinten.

Eigentlich hätte er gegen das nächste Bett prallen müssen, doch er glitt durch das Bett hindurch wie ein Messer durch warme Butter, strauchelte und landete bäuchlings auf dem Boden des Leichenschauhauses; alles völlig lautlos.


Das fett Gedruckte kannst du weglassen. Du vermeidest damit eine Wortwiederholung und straffst den Satz ein wenig, sodass er an Dynamik gewinnt.
Plötzlich begann er hysterisch und schrill zu lachen und deutete mit nicht minder vor (e)Entsetzten geweiteten Augen auf das Bett mit dem leicht geöffneten Leichensack.


Der Satz wird gleich zweimal mit und verbunden. Das stört den Lesefluss. Ich würde ihn einfach durch einen Punkt trennen und ein und weglassen. Auch stellen die Wörter Entsetzen und Leichen eine Wiederholung dar, die ich an deiner Stelle versuchen würde, zu vermeiden.
Mein Vorschlag:
Plötzlich begann er hysterisch und schrill zu lachen. Er deutete mit schreckensweiten Augen auf das Bett, mit dem leicht geöffneten Kunststoffsack.

"Das ist ein Witz! Ein schlechter Scherz! S-o-Soetwas k-kann nicht wahr sein!" Komma rief er mit schriller Stimme und begann wieder zu lach(t)en, doch es klang keineswegs erheitert.

Nach der wörtlichen Rede erfolgt immer ein Komma, wenn anschließend eine Ergänzung folgt, die nicht als einzelner Satz für sich steht. Bisschen schwer zu beschreiben, daher mache ich es mal an Beispielen deutlich:

"Ich gehe gern spazieren", sagte Paul. (Stünde der Satz Ich gehe gern spazieren nicht in Anführungszeichen, müsste ein Punkt folgen, doch innerhalb der wörtlichen Rede setzt man dort keinen. Nur Satzzeichen wie Ausrufezeichen oder Fragezeichen werden gesetzt. Nach den Anführungszeichen folgt aber in jedem Falle ein Komma.)

"Ich gehe gern spazieren." Paul sah Maria lächelnd an. (Hier wird ein Punkt gesetzt, weil der ergänzende Satz nach der wörtlichen Rede nicht mit einem Verb beginnt. Somit steht die wörtliche Rede für sich selbst, ebenso wie der Anschluss-Satz.)

"Gehst du gern spazieren?", fragte Paul. (Hier, wie oben beschrieben, noch ein Komma hinter der wörtlichen Rede, obwohl dies schon ein Satzzeichen enthält.)

Ich erkläre das nicht, weil ich dich für unwissend oder blöd oder sowas halte. Ich hoffe, dass du dir nicht auf den Schlips getreten fühlst. Viele Menschen wissen das nicht und das ist auch überhaupt kein Verbrechen. Ich muss gestehen, dass ich das auch erst genau weiß, seit ich mein Schreibstudium mache und das ist er seit März letzten Jahres und ich bin immerhin schon 37 Jahre alt^^ :)

Den Teil deines Satzes, den ich fett markiert habe, würde ich weglassen. Du hast geschrieben, dass er schrill und hysterisch auflachte, somit ist klar, dass es kein erheiterndes Lachen ist und muss nicht weiter erwähnt werden. Das bläht den Text nur unnötig auf.

Den Oberkörper wiegte er vor und zurück, während er immer wieder Komma gleich einer Beschwörungsformel Komma die Worte wiederholte.


Hätte er weinen können er hätte schamlos dicke Tränen geweint, doch er konnte nicht.


Auch hier wiederholt sich zu viel.
Wie wäre es damit?

Hätte er weinen können, wären ihm dicke Tränen über die Wangen gekullert, doch es war ihm nicht möglich.

"Das, das kann nicht wahr sein" Komma flüsterte er immer wieder vor sich hin.

Er versuchte die Bilder zu verdrängen, die Bilder wie er auf den Toten herabgeblickt hatte, wie er auf sich selbst herabgeblickt hatte!


Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich nun wiederhole: zu viele Wiederholungen. Klar, sowas gibt es als Stilmittel - keine Frage. Aber verzeih mir meine Ehrlichkeit: es wirkt bei dir nicht so. Wenn es in deiner Absicht liegt, dies als Stilmittel einzusetzen, kann ich dir nur den Rat geben: Schnapp dir ein Buch des Autors, von dem du weißt, dass er dieses Stilmittel beherrscht und studiere seine Technik genau. Vielleicht machst du die Unterschiede aus und bist dieser Erzähltechnik dann bald genau so mächtig :)

Ganz davon abgesehen: auch ich bin noch nicht so weit fortgeschritten, dass ich diese Erzähltechnik überzeugend beherrsche ;) Es ist also keinesfalls anmaßend oder gar böse gemeint.

Solange würde ich dir zu Folgendes vorschlagen:
Er versuchte die Bilder aus seinem Kopf zu verdrängen: Wie er auf den Toten - nein, auf sich selbst - herabgeblickt hatte.


Die Augen, leer und starr hatten sie seinen Blick erwidert.


Hier würde ich durch einen Punkt trennen. Das bringt automatisch eine markantere Betonung mit sich.

Die Augen. Leer und starr hatten sie seinen Blick erwidert.

Er konnte nicht (Tod) tot sein, schließlich (L)lebte er noch, oder nicht?


"Ich kann nicht (Tod) tot sein!" Komma brüllte er schließlich in einem Anflug von Trotz und Wut.


"Ich kann nicht (Tod) tot sein! Hörst du!" Komma brüllte er seinem Toten Ich ins Gesicht.

Hier geht es (wie in den beiden Sätzen zuvor auch) darum, dass er tot ist.. also ein Verb. Nur das Substantiv Tod wird groß und dann natürlich auch mit d am Ende geschrieben.
Den fett markierten Teil würde ich anders formulieren. Im Grunde schreit er das ja sich selbst ins Gesicht, richtig? Das würde ich auch so schreiben, anstatt seinem Toten. Das passt nicht.

Entweder:
... schrie er seiner Leiche ins Gesicht.
Oder:
... schrie er sich selbst ins Gesicht.

Wobei ich finde, dass das zweite das Paradoxe mehr rauskehrt und dadurch dramatischer wirkt.

Doch das war alles Komma was er konnte.

Der Schock verlangte nach einem Ventil, wollte er nicht daran zerbrechen.


Sehr schöner Satz, gefällt mir!!!

Als er sich einigermaßen beruhigt hatte Komma setzte er sich auf den Boden, weit entfernt von seinem (T)toten Ich in dem kalten Plastiksack, denn aus irgendeinem Grund war der kalte Fliesenfußboden der einzige Ort der ihm noch Halt bot, denn durch die Betten sank er hindurch Komma ohne Komma dass er etwas dagegen unternehmen konnte, als wäre er gar nicht da.


Von seinem toten Ich hört sich auch hier m.E. ähnlich unpassend wie sein Toter an. Ein Ich ist für mich beseelt. Der Typ in dem Plastiksack aber hat keine Seele mehr, somit ist es kein ich, sondern eine tote Hülle. Jedoch hast du das Wort tot/tote etc. jetzt auch schon so oft benutzt, dass ich dir kein weiteres Mal dazu raten möchte. Es sind noch weitere Wortwiederholungen darin (kalten, Plastiksack hast du nun auch schon mehrfach benutzt), die ich auch versuchen würde zu umgehen. Zudem ist der Satz zu lang und zwei Mal mit derselben Konjunktion verbunden. Das würde ich durch Trennung ändern.

Ich zeige dir im Folgenden, wie ich das genau meine:

Als er sich einigermaßen beruhigt hatte, setzte er sich auf den Boden, weit weg von seiner leblosen Hülle. Aus irgendeinem Grund war der kalte Fliesenboden der einzieg Ort, der ihm noch Halt bot, denn durch die Betten sank er hindurch, ohne, dass er dagegen etwas unternehmen konnte. Als wäre er gar nicht da.


Allerdings wundert mich, dass er am Anfang auf dem Metallbett aufgewacht ist und scheinbar auch darauf lag. Er spürte seinen Untergrund zwar nicht, doch er ist nicht hindurch gesunken. Warum da nicht?

Das Gesicht in den Händen verborgen Komma begann er Komma seine Gedanken zu sortieren und nach Antworten zu suchen.


"Was ist hier los? Wie kann es ein, dass….ich lebe, obwohl ich doch bewiesenermaßen Tod bin?" Komma fragte er gerade heraus in die (l)Leere des Raumes.


Den Audruck gerade heraus verwendet man, wenn man sagen will, dass jemand offen und ehrlich mit einer oder mehreren anderen Personen spricht. Das macht aber hier keinen Sinn, da sich in dem Raum außer ihm selbst niemand befindet. Würde ich weglassen.

Die Leere schreibt man groß, da es ein Substantiv ist.

Starr blickte er zu dem Leichensack hinauf, als erhoffe er sich von seinem (T)toten Ich eine Antwort.


Wieder diese Bezeichnung "seinem toten Ich". Das kam schonmal, würde also wieder eine Wiederholung darstellen, ganz abgesehen davon, dass das ein total unpassender Ausdruck ist.
Es würde auch reichen:
Starr blickte er zu dem Leichensack hinauf, als erhoffte er sich von dort eine Antwort.

Jeder weiß nun, dass eine Leiche - seine Leiche - in dem Sack liegt, deshalb bedarf es keiner weiteren Worte.

Er erinnerte sich Komma aus dem Haus gegangen zu sein.


Er war gezwungen gewesen Komma den Bus zu nehmen (zu müssen) Komma da der Wagen in der Werkstatt war, also hatte er die Straße überquert.


Da hast du eine falsche Zeit gewählt und den letzten Teil würde ich ohne das also einzeln stellen:
Er war gezwungen gewesen, den Bus zu nehmen, da der Wagen in der Werkstatt war. Er hatte die Straße überquert.

Dummerweise hatte er sich instinktiv zu der Stimme Komma die seinen Namen gerufen hatte Komma umgedreht.


Und dann war da nur noch Licht, ein (q)Quietschen und es folgte wohltuende (s)Schmerzen verdrängende Schwärze.


Ich würde an deiner Stelle auch überlegen, ob du den letzten Teil nicht umstellst.
Vorschlag:
Und dann war da nur noch Licht, ein Quietschen und ein folgte eine wohltuende Schwärze, die sämgliche Schmerzen verdrängte.

"Ein Grund mehr das ich (Tod)tot sein müsste."Komma (F)führte er ironisch seinen Monolog weiter.


Nicht wirklich schlauer stand er schließlich auf und machte sich daran Komma das einzig (v)Vernünftige zu tun(.): (D)das Leichenhaus zu verlassen.


So, das sieht jetzt alles ganz dolle viel aus. Es soll dich nicht entmutigen, es soll dir helfen ;)
Deine Idee und das, was man noch als Fortsetzung vermuten kann, ist nicht schlecht, bedarf einfach nur nochmal einer gründlichen Überarbeitung.
Vieles sind im Grunde Kleinigkeiten und die Dinge, die etwas gravierender sind, hab ich mich bemüht zu erkären und auch Abhilfe zu schaffen. Dass dennoch einiges Geschmacksache ist, versteht sich. Somit such dir raus, was dir gefällt und den Rest ignorierst du einfach :)

Wenn mir selbst jetzt im Laufe des langen Textes der ein oder andere Fehler unterlaufen sein sollte, der sich vor mir versteckt hat: bitte verzeih. Es ist nun mittlerweile 3.40 Uhr in der Nacht, da geht einem auch schonmal was durch :)

Liebe Grüße und weiterhin viel Kreativität

Jennifer

von JenLi

Re: Des Tods neuer Schüler (Teil 1)

 
Liebe Jennifer Bild ,

vielen vielen Dank für deinen super ausführlichen Kommentar Bild

Bitte sei mir nicht böse, ob meiner ehrlichen Meinung, aber ich glaube, es bringt einfach nichts zu sagen: "Hey, supi...Meisterstück", wenn es nicht der Wahrheit entspricht. Also bitte nicht traurig sein


Keine Sorge :wink: Ich bin der Typ Mensch der sich Kritik, sei sie auch noch so Hart, gerne zu Herzen nimmt und versucht aus seinen Fehlen zu lernen - daher begrüße ich deine Offenheit sehr und mir ist deine Ehrliche Meinung auch wirklich wirklich wichtig!
Wichtig ist halt wirklich nur das die Kritik konstruktiv und freundlich ist und das vereinst du in deinem Kommentar wirklich perfekt :mrgreen:
(Wer keine Kritik verträgt ist m.E. hier falsch)

Was soll ich sagen. Geplant ist die Geschichte im Umfang von 7 Din A4 Seiten.
Die Idee selbst habe ich noch nicht hier oder sonst wo entdeckt sonst hätte ich wahrscheinlich gezögert darüber zu schreiben denn ich bevorzuge es etwas völlig neues zu schaffen anstelle mich an bereits existierendem zu orientieren. (Obwohl mir natürlich klar war das der Gedanke an sich sicherlich nicht neu ist)

Jedoch solltest du m.E. das Ganze nochmal gründlich überarbeiten. So, wie es jetzt geschrieben ist, passt es für mich absolut nicht unter spannende Kurzgeschichten, den Spannung ist genau das, was ich hier vermisse.


Ja :| ich weiß das im ersten Teil noch nicht wirklich Spannung aufkommt.....ich hoffe das bei allen weiteren Teilen stetig Steigern zu können....mal sehen ob es mir gelingt. :wink:

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Nun zu deinem Kommentar selbst.

Ich denke wenn ich das so lese werde ich fast alles übernehmen :D (muss das nochmal genauer schauen.)

Zu dem Drehwurm am Anfang - Tja, wie beschreibt man am besten eine Tote Seele? Denn wenn sie Körperlos ist, fühlt sie dann noch etwas? Ich denke nicht. Auf jedenfall schwierig.

[....]Allerdings wundert mich, dass er am Anfang auf dem Metallbett aufgewacht ist und scheinbar auch darauf lag. Er spürte seinen Untergrund zwar nicht, doch er ist nicht hindurch gesunken. Warum da nicht?


Zu der Sache mit der Körperlosigkeit und dem Metallbett - nun ich dachte mir es als einen schleichenden Prozess. Mit jeder Sekunde wird er unmerklich (!) mehr zu einem Geist. Folglich ist er am Anfang noch in der Lage auf dem nett zu liegen. Jedoch wie sage ich das in einer Geschichte, wenn der Prota selbst es nicht merkt? Schließlich versuche ich mittels eines (ich glaube es heißt selektiven) Er-Erzählers die Story aus der Sicht Phils zu erzählen.

Mit den Adjektiven - gut zu wissen. Ich habe, das merke ich seit ich hier in der Schreibwerkstatt bin, wohl die Angewohnheit den Text aufzublasen (^^) also ich nutze gerne Adjektive und Wiederholungen etc....und das unbewusst. Deswegen begrüße ich es wenn du mich genau drauf hinweist, weil du kennst das sicher selbst. Das ist wie mit Rechtschreibfehlern. Schaut man einen Text noch hundert mal durch ich bin sicher alle Findet einer alleine nie. Ein unbeteiligter zweiter (dritter) findet immer noch einen den du übersehen hast weil er den Text ja aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Darum danke dafür.

Doch mich irritiert der Sinn ein wenig. Klar, es ist unangenehm, wenn man geblendet wird. Aber schmerzt es wirklich?


Auch wieder ein Mittel zum Zweck, indem ich versuche dem Leser nahe zu bringen das er nichts fühlt. Ist auf jedenfall verbesserungswürdig.

Meinst du wirklich wollig, im Sinne von Wolle oder meintest du wohlig? War mir hier nicht ganz sicher, weil mir der Begriff wollig ansich nicht wirklich geläufig ist. Aber sowas können regionale Unterschiede sein.


Nein ich meinte wohlig :wink:

Das Oh-Mein-Gott würde ich an deiner Stelle nicht groß schreiben. An der Uni bekommen wir immer eingebläut, dass man dem Leser mit solchen Hervorhebungen eine Betonung aufzwingt, was eine Bevormundung bedeuten würde. Da der Leser aber in seiner Freizeit liest, will er sich nicht bevormunden lassen. Will man dennoch eine Betonung auf diese Szene setzen, sollte man das mit dementsprechend ausdrucksstarkten Worten tun. (Man ist natürlich nicht gezwungen soetwas zu übernehmen, auch wenn es 10 Unis sagen, doch ich finde, da ist was Wahres dran, oder?)


Danke für den Tipp, dann ist das natürlich wirklich Schwachsinn. :oops:

Desweitern kommt zweimal er in dem Satz vor, wovon du das letzte getrost weglassen kannst. Der Satz hört sich damit viel galanter an.


Das war nicht beabsichtigt - das zweite er hat sich da rein geschlichen. :mrgreen:

Nach der wörtlichen Rede erfolgt immer ein Komma, wenn anschließend eine Ergänzung folgt, die nicht als einzelner Satz für sich steht. Bisschen schwer zu beschreiben, daher mache ich es mal an Beispielen deutlich:

"Ich gehe gern spazieren", sagte Paul. (Stünde der Satz Ich gehe gern spazieren nicht in Anführungszeichen, müsste ein Punkt folgen, doch innerhalb der wörtlichen Rede setzt man dort keinen. Nur Satzzeichen wie Ausrufezeichen oder Fragezeichen werden gesetzt. Nach den Anführungszeichen folgt aber in jedem Falle ein Komma.)

"Ich gehe gern spazieren." Paul sah Maria lächelnd an. (Hier wird ein Punkt gesetzt, weil der ergänzende Satz nach der wörtlichen Rede nicht mit einem Verb beginnt. Somit steht die wörtliche Rede für sich selbst, ebenso wie der Anschluss-Satz.)

"Gehst du gern spazieren?", fragte Paul. (Hier, wie oben beschrieben, noch ein Komma hinter der wörtlichen Rede, obwohl dies schon ein Satzzeichen enthält.)

Ich erkläre das nicht, weil ich dich für unwissend oder blöd oder sowas halte. Ich hoffe, dass du dir nicht auf den Schlips getreten fühlst. Viele Menschen wissen das nicht und das ist auch überhaupt kein Verbrechen. Ich muss gestehen, dass ich das auch erst genau weiß, seit ich mein Schreibstudium mache und das ist er seit März letzten Jahres und ich bin immerhin schon 37 Jahre alt^^


Vielen Dank auch hier für die Lehrstunde! Wieder etwas gelernt was ich nicht wusste. Schaden kann das nie :wink:

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich nun wiederhole: zu viele Wiederholungen. Klar, sowas gibt es als Stilmittel - keine Frage. Aber verzeih mir meine Ehrlichkeit: es wirkt bei dir nicht so. Wenn es in deiner Absicht liegt, dies als Stilmittel einzusetzen, kann ich dir nur den Rat geben: Schnapp dir ein Buch des Autors, von dem du weißt, dass er dieses Stilmittel beherrscht und studiere seine Technik genau. Vielleicht machst du die Unterschiede aus und bist dieser Erzähltechnik dann bald genau so mächtig


Wie bereits erwähnt baue ich diese Wiederholungen oft unbewusst ein. Du musst wissen ich gehöre zu den Typ Schreiber der sich hinsetzt und einfach drauf los schreibt. Evtl hab ich mir vorher einen kleinen Plot gemacht aber im Grunde fliegen mir die Ideen zu und ich bringe sie aufs Papier. In dem Sinne bin ich (leider) auch noch nicht so gut was die Nachbearbeitung angeht und da übersehe ich einiges. :|

Ganz davon abgesehen: auch ich bin noch nicht so weit fortgeschritten, dass ich diese Erzähltechnik überzeugend beherrsche Es ist also keinesfalls anmaßend oder gar böse gemeint.


So etwas würde ich niemals als anmaßend oder als böse gemeint empfinden! :wink:

Den fett markierten Teil würde ich anders formulieren. Im Grunde schreit er das ja sich selbst ins Gesicht, richtig? Das würde ich auch so schreiben, anstatt seinem Toten. Das passt nicht.

Entweder:
... schrie er seiner Leiche ins Gesicht.
Oder:
... schrie er sich selbst ins Gesicht.

Wobei ich finde, dass das zweite das Paradoxe mehr rauskehrt und dadurch dramatischer wirkt.

[....]

Von seinem toten Ich hört sich auch hier m.E. ähnlich unpassend wie sein Toter an. Ein Ich ist für mich beseelt. Der Typ in dem Plastiksack aber hat keine Seele mehr, somit ist es kein ich, sondern eine tote Hülle. Jedoch hast du das Wort tot/tote etc. jetzt auch schon so oft benutzt, dass ich dir kein weiteres Mal dazu raten möchte.


Mmmh, ich stimme dir zu - das klingt besser als wenn ich den toten immer als sein totes Ich bezeichne. :|
Der Schock verlangte nach einem Ventil, wollte er nicht daran zerbrechen.



Sehr schöner Satz, gefällt mir!!!


Danke für das Lob! :D

So, das sieht jetzt alles ganz dolle viel aus. Es soll dich nicht entmutigen, es soll dir helfen
Deine Idee und das, was man noch als Fortsetzung vermuten kann, ist nicht schlecht, bedarf einfach nur nochmal einer gründlichen Überarbeitung.
Vieles sind im Grunde Kleinigkeiten und die Dinge, die etwas gravierender sind, hab ich mich bemüht zu erkären und auch Abhilfe zu schaffen. Dass dennoch einiges Geschmacksache ist, versteht sich. Somit such dir raus, was dir gefällt und den Rest ignorierst du einfach

Wenn mir selbst jetzt im Laufe des langen Textes der ein oder andere Fehler unterlaufen sein sollte, der sich vor mir versteckt hat: bitte verzeih. Es ist nun mittlerweile 3.40 Uhr in der Nacht, da geht einem auch schonmal was durch


:shock: Dann danke ich dir umso mehr wenn du dich extra wegen mir noch nachts hinsetzt um mir einen Kommentar zu schreiben!

Da du meinen Text so ausführlich Kommentiert hast wäre ich natürlich (wenn du willst) an deiner Meinung zu meinem weiteren Plotverlauf interessiert. Bild


Mit sehr freundlichen Grüßen :P

Feder

von Feder

Re: Des Tods neuer Schüler (Teil 1)

 
Hallo Feder,

es freut mich riesig, dass ich dir mit meinem Kommentar weiterhelfen konnte, dass du so super darauf reagierst und dir auch so viel Mühe mit der Antwort gemacht hast! :)

Klar, ich kenne das auch: man schreibt darauf los, vergisst Zeit und Raum .... und jegliche Rechtschreibregeln. Mit welchem Schreibprogramm arbeitest du denn? Word zum Beispiel hat zwar nur einen mittelmäßige Rechtschreibkorrektur in meinen Augen, hilft aber dennoch weiter. Ich jage die Texte grundsätzlich durch eine, manchmal sogar zwei verschiedene Rechtschreibkorrekturprogramme. Man selbst neigt einfach dazu - wie du auch schon feststelltest - die Fehler zu übersehen, da man den Text kennt. Für den Fall, dass du gar kein Rechtschreibprogramm besitzt (die sind ja leider meist in teuren Kaufprogrammen integriert) könnte dir diese Seite weiterhelfen.

Allerdings habe ich von einer Journalistin mal einen tollen Tipp bekommen, der sich eignet, wenn mal kein Korrekturprogramm zur Hand ist: den Text von hinten nach vorne lesen. Durch das "rüchwärts lesen" (natürlich nur den Satz, und nicht die Wörter :lol:) geben die Sätze keinen Sinn mehr und man konzentriert sich somit wieder auf das einzelne Wort und nicht auf das ganze Satzgefüge. Sehr hilfreich, kann ich nur empfehlen.
Da du meinen Text so ausführlich Kommentiert hast wäre ich natürlich (wenn du willst) an deiner Meinung zu meinem weiteren Plotverlauf interessiert.


Es wird mir ein Vergnügen sein ;)

Liebe Grüße
Jennifer

von JenLi

Re: Des Tods neuer Schüler (Teil 1)

 
Ok, ich habe den Text überarbeitet:

von Feder

Re: Des Tods neuer Schüler (Teil 1)

 
Hallo Feder,

Dein Titel hatte mich neugierig gemacht, so dass ich deinen Text gelesen hab. Dabei fielen mir ein paar Unstimmigkeiten auf.

Als Phil Coronoy die Augen Aufschlug starrte er in das eiskalte Licht einer Neonlampe. Es blendete ihn nicht. Das Licht wirkte schwächer als erwartet und leicht farblos.

Laut dir erwartete Phil Coronoy also, wenn er aufwacht, in das Licht einer Neonröhre zu starren!
Ich glaube jedoch, da ist dir ein kleiner Patzer geschehen.

Vorschlag:
Als Phil Coronoy die Augen aufschlug, starrte er in das eiskalte Licht einer Neonröhre. Das Licht wirkte schwächer als normal. Es blendete nicht und erschien ihm leicht farblos.

Alles um ihn herum hatte einen leichten Graustich, doch das ungesunde blassgrün der Wände war deutlich erkennbar.


Und dann war da nur noch Licht, ein Quietschen und dem folgte eine wohltuende Schwärze, die sämtliche Schmerzen verdrängte.

von Arius

Re: Des Tods neuer Schüler (Teil 1)

 
Schön das dein Kommentar so kurz ist :wink:

Dann hat sich die Bearbeitung ja gelohnt.
Deine Sachen übernehme ich ebenfalls dankend.

Gruß
Feder

von Feder