Liebe Liyah,
zur Vorsicht zitiere ich Eschbach wörtlich:
"Kennzeichnen Sie Dialoge, die länger als drei Sätze sind."
Und jetzt weisst du, warum ich meine, man könne auch von Eschbach nicht alles übernehmen. Wenn einer trotz allen dichterischen Lorbeers außerstande ist, zu verdeutlichen, was er uns damit verklickern will ...
Ich denke, er meint, dass in einem Dialog einer der Beteiligten nicht mehr als drei Sätze hintereinander sagt. In einem Flutsch sozusagen. Das leuchtet mir noch am ehesten ein.
Zur Frage der Interpunktion bei direkter Rede. Es gibt drei Fälle:
1. Dialogauszeichnung vorne:
Er sagte: "Komm doch ein bisschen näher, mein Schatz!"
Kein Problem, nicht wahr?
2. Dialogauszeichnung hinten:
"Ich muss doch sehr bitten. Ich bin eine anständige Frau!", rief sie empört aus.
"Was soll das heißen?", fragte er.
"Keine Ahnung, was wir jetzt tun sollen", gestand sie ratlos ein.
Dialogauszeichnung (oder Begleittext, Ankündigungstext, oder wie auch immer) und direkte Rede werden grundsätzlich durch Komma getrennt. Das dient der optischen Hervorhebung. Der Punkt am Ende der Rede entfällt.
3. Dialogauszeichnung unterbricht die Rede:
"Und was", rief die Göttin empört aus, "macht mein Gemahl denn da?"
Unterbricht die Dialogauszeichnung die direkte Rede, wird hinten und vorne ein Komma gemacht und der zweite Teil wird klein fortgesetzt. Es gibt aber auch den Fall, dass der zweite Teil einen eigenständigen Satz bildet. Dann fängt der natürlich groß an:
"Ganz im Gegenteil. Was machst du hier?", wollte Zeus überrascht wissen. "Ich dachte, Hera, du bist bei Apoll und nimmst deine Gesangsstunden."
Alle Klarheiten beseitigt?
zorro