Dialoge: "Sprich dich aus, Alter"

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Dialoge: "Sprich dich aus, Alter"

 
Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
Dialoge: "Sprich dich aus, Alter"

Worauf achtest du bei deinen Dialogen?
Wie häufig kommen sie vor und was wird gesagt?
Bist du für "sagen" oder "schmachten"?
Wie lautet dein bester Tipp für spannende Dialoge?

von © Jacky

 
Hallöööö!

Freue mich immer über neue Blogeinträge, das war in letzter Zeit etwas doof wegen dem NaNoWriMo (kein Vorwurf!), weil ich da nicht teilnehme bzw. nicht teilgenommen hab.
Aber jetzt ist Dezember, und schwupps kommt wieder was, wo ich meinen Senf dazugeben kann :)
Also: Der Eintrag war gut und hilfreich, wie so oft (ich wiederhole mich), ein weiters Lob in deiner Sammlung, AAABER:

Müssen Dialoge wirklich immer notwendig sein? Klar, wenn drei Viertel davon Smalltalk ist, stimmt was nicht, aber wenigstens ein bisschen ist doch ok, nicht? Ich mein, klar kann ich es halten wie ichs will, theoretisch könnte ich einen Roman mit Smalltalk füllen, aber ich hoffe du verstehst, worauf ich hinauswill... :)

Und: Ich bin auch für "sagen"-sagen. Weniger ist ja oft mehr, und ich finde, drei Verben reichen vollkommen aus, um wörtliche Rede einzuleiten.

LG,
Bienchen

von © Biene

 
Hi Biene,
ich stimme dir da in allen Punkten eigentlich zu (hab ich mich denn so komisch ausgedrückt *grübel*)
Jacky hat geschrieben:Ein Dialog sollte immer etwas zur Handlung beitragen, er sollte sie vorantreiben, Neues aufdecken, oder wenigstens einen Einblick in das Wesen der Charaktere gewähren. Wenn ein Dialog nichts zur Geschichte beiträgt, dann lass ihn weg.
Ich hab mal die Fettschrift umgesetzt, um deinen Punkt mehr zu betonen. Was ich eigentlich damit sagen wollte ist, dass der Dialog zu irgendetwas gut sein sollte. Wenn er also einen Zweck erfüllt, den Charakter vertieft, einen Punkt unterstreicht, einen Sachverhalt deutlicher macht, die Handlung voran treibt, oder wirklich nur dazu da ist, um den Text aufzulockern, dann hat er eine Berechtigung zu existieren.

Vielleicht ist "Smalltalk" das falsche Wort, ... Mir ging es nur darum, dass sich die Charaktere nicht hinstellen und über das Wetter disktutieren, oder den sprichwörtlichen Sack Reis in China, wenn es dazu keinen guten Grund gibt 8)

lg
Jacky ;)

von © Jacky

 
Hm... aslo ich hab mir dein Blogbeitrag durchgelesen nachdem ich Andres Eschenbachs 10 Punkte TÜV gelesen hatte und ich war doch etwas erstaunt.

So weit so gut. Er sagt, alles was an Dialog länger als 3 Zeilen lang ist, sollte man kürzen, wenn es möglich ist bzw. überlegen ob man es kann / es geht.

Wie jetzt? Ich war verwirrt... Meint er 3 Zeilen Wortwechsel? Das ist ja Schwupps die Wupss voll? :roll: *hilfe* Das knack ich ja dann bei so gut wie jeden Dialog!

LG Liyah

von © Liyah

 
hab ich mich denn so komisch ausgedrückt *grübel*

Nöö, eigentlich nicht, wollte nur nochmal nachfragen. Hatte nämlich gleich Schuldgefühle, weil meine Charas manchmal einfach nur rumblödeln, sowas schreibe ich persönlich am liebsten. Richtig schön ausgefeilter Quatsch macht mir Spaß :)
Aber auch Unsinn kann einen tieferen Sinn haben, also danke für die schnelle Antwort und ein schönes zweites Adventswochenende noch!
LG,
Biene

von © Biene

 
@Liyah
Kann er nicht meinen.

Ich hab gerade sein Buch "Eine Billioin Dollar" an zwei willkürlichen Seiten aufgeschlagen, an der einen sprachen zwei Personen, und alleine der Beitrag des Einen war mehr als zehn Zeilen lang. An der zweiten Stelle wurde sich auch unterhalten, der Gesamte Dialog war über eine Seite lang (vielleicht länger).

Ich hab mir seinen Punkt acht gerade Mal durchgelesen, und da steht ja "Was zu überlegen ist". Ich denke damit will er genau da andeuten, was ich auch schon gesagt habe (ich fühl mich einfach mal bestätigt 8) ), dass man überprüfen soll, ob der Dialog einen Sinn macht. Wenn er für irgendetwas (siehe mein letzter Beitrag) gut ist, dann darf er ruhig so lang sein, wie er eben muss.

EDIT @Biene
Danke, dir auch :)

lg
Jacky ;)

von © Jacky

 
Hm, ok.

Das wär schwer geworden jeden Dialog kürzer als 3 Zeilen zu halten.

*lol* Ich stell mit gerade vor... :

"Liebst du mich?"
"Ja."
"Willst du mich heiraten?"
Und an dieser Stelle geht es dann nächste Woche weiter, liebe
Zuschauer.


Obwohl so ein Cliffhanger könnte spannend sein. :D

LOL.

LG Liyah

von © Liyah

 
"Du hast doch einen im Tee, Alter." ... Gott, herrlich. *kichert* Erinnert mich an German Bash, wo es mal das Zitat gab: "Du bist so Stulle im Hirn. Ist dein Stammbaum ein Kreis?" So genial. xD

Ach, ich weiß nicht, dein Bsp. mit dem Schmachte war schon übetrieben. Aber hin und wieder mal so ein nettes Adjektiv, finde ich nicht schlimm. Mal schnell etwas aus dem Ärmel geschüttelt:

"Hei, Anna!"
"Wie?" Verwirrt drehte Anna sich um. Marie kam auf sie zugerannt. Bei ihr angekommen, hielt Marie sich die Brust und keuchte:
"Ich habe Tom gerade mit dieser Steffani gesehen! Drüben bei der Sporthalle." Sie deutete hinter sich in Richtung eben jenen Ortes.
Fassungslos starrte Anna ihre Freundin an.
"Aber wie ...", stammelte sie. "Er - ich ... Er hat mir doch geschworen sich nicht mehr mit ihr zu treffen!"

Hier immer sagte zu schreiben wäre doch langweilig und ich denke nicht, dass ich mich nicht klar genug ausgedrückt habe, dass nähere Beschreibungen nötig wären.
Oder fällt das Beispiel von mir in die Kategorie "Plötzliche Stimmungswechsel"? ;)

Auf jeden Fall ein hilfreicher Beitrag. :) Ich bin schon auf den nächsten zu diesem Thema gespannt. :D

von © Zitkalasa

 
Hallo alle!

Also wie Jacky bin ich der Meinung, dass solche übertriebenen Worte durchaus nervig oder unangebracht sein können, zumal die meisten nichts mit sagen zu tun haben, wie stöhnen oder schmachten.

Nur "sagen" hingegen wäre mir zu einfältig.
Ich denke, man kann da etwas abwechseln. Mir gefallen da persönlich:
sagen, antworten, fragen, meinen, erwidern, rufen, flüstern,befehlen, etc.

Also die ganze Bandbreite stimmlicher Äußerungen. Das ist zwar alles ähnlich aber ich finde es um weiten besser als nur "sagte, sagte, sagte".
Denn nur mit sagen werden längere Dialoge, wo man markieren muss, wer redet, langweilig. Und durch meinen, erwidern und fragen u. ähnliches wird auch etwas die Lage/Stimmung des Gesprächs klarer.

Ansonsten finde ich den Beitrag wieder recht schön und hilfreich.

Mit freundlichen Grüßen,

Drachenreiter

von © Drachenreiter

 
Liebe Schreibfreunde,

da bin ich ganz Zitkalasas und Drachenreiters Meinung. Die Abwechsung geht vor. Zitkalasas Dialog hätte ich genauso geschrieben. Nur die Zeilen hätte ich anders gesetzt. Emotional stark besetzte Wörter wie "schmachten" usw. gilt es dennoch zu vermeiden (ausser in einer Satire, in ironischer Absicht, Ausnahmen gibt es immer).

Wenn ich lese:

“Ich werde dich verlassen” sagt er, es war nur ein Flüstern."

dann würde ich schreiben:

“Ich werde dich verlassen”, flüsterte er.

Es gibt übrigens noch eine Methode, den Leser zu informieren, wer gerade am Wort ist: Den Namen des Gesprächspartners einfliessen lassen:

"Du, Paul, bist um keinen Deut besser ..."

Eschbach hat grundsätzlich recht mit seinen drei Sätzen, weil das lebensnaher ist. Kaum jemand spricht im Alltag mehr. Außerdem läuft der Dialog sonst aus dem Ruder in Richtung Monolog. Und zwei, dergestalt aufgeblähte "Dialoge"sind in Wirklichkeit aneinandergereihte Monologe. Dann wird der Text monolithisch. Das geht zu Lasten der Lebendigkeit.

Auf die Zeichensetzung geht mir der Blogbeitrag zuwenig ein. Da wird viel verbockt. Vor allem, wie das mit den Beistrichen ist. Wenn es gewünscht wird, lege ich gerne das Schäufchen nach.

Mir erscheint noch wichtig, dass der Begleittext bevorzugt vorne steht (z. B. Zitkalasa sagte: "..."), weil ja auch die Frage lautet: Wer sagt was ? (Aktivkonstruktion) und nicht: Was wurde von wem gesagt? (Passivkonstruktion).


zorro

PS: Im übrigen darf man auch von Eschbach nicht alles übernehmen.

von © zorro

 
Hä, zorro...

Kannst du mir nochmal erklären wie Eschenbach das nu meint mit den 3 Sätzen?

Also ich rede mit meinen Freunden schon mehr als 3 Sätze am Tag, sonst hätten wir uns ja nie was zu sagen oder würden nie fertig werden.

Wenn du das mit der Zeichensetzgun drauf hast, her damit! Verschon uns nicht! :)

LG Liyah

P.S.: Hab ja nicht gesagt, dass ich dem Eschenbach alles nachmache. Hab ja nicht mal ein Buch von ihm gelesen.

von © Liyah

 
Liebe Liyah,


zur Vorsicht zitiere ich Eschbach wörtlich:

"Kennzeichnen Sie Dialoge, die länger als drei Sätze sind."

Und jetzt weisst du, warum ich meine, man könne auch von Eschbach nicht alles übernehmen. Wenn einer trotz allen dichterischen Lorbeers außerstande ist, zu verdeutlichen, was er uns damit verklickern will ...

Ich denke, er meint, dass in einem Dialog einer der Beteiligten nicht mehr als drei Sätze hintereinander sagt. In einem Flutsch sozusagen. Das leuchtet mir noch am ehesten ein.

Zur Frage der Interpunktion bei direkter Rede. Es gibt drei Fälle:

1. Dialogauszeichnung vorne:
Er sagte: "Komm doch ein bisschen näher, mein Schatz!"

Kein Problem, nicht wahr?

2. Dialogauszeichnung hinten:
"Ich muss doch sehr bitten. Ich bin eine anständige Frau!", rief sie empört aus.
"Was soll das heißen?", fragte er.
"Keine Ahnung, was wir jetzt tun sollen", gestand sie ratlos ein.

Dialogauszeichnung (oder Begleittext, Ankündigungstext, oder wie auch immer) und direkte Rede werden grundsätzlich durch Komma getrennt. Das dient der optischen Hervorhebung. Der Punkt am Ende der Rede entfällt.

3. Dialogauszeichnung unterbricht die Rede:
"Und was", rief die Göttin empört aus, "macht mein Gemahl denn da?"

Unterbricht die Dialogauszeichnung die direkte Rede, wird hinten und vorne ein Komma gemacht und der zweite Teil wird klein fortgesetzt. Es gibt aber auch den Fall, dass der zweite Teil einen eigenständigen Satz bildet. Dann fängt der natürlich groß an:

"Ganz im Gegenteil. Was machst du hier?", wollte Zeus überrascht wissen. "Ich dachte, Hera, du bist bei Apoll und nimmst deine Gesangsstunden."

Alle Klarheiten beseitigt? :lol:


zorro

von © zorro

 
Hm. ok, nu verstehe ich...

Die Zeichensetzung ist ja gar nicht so schwer. So hab ich das eigentlich auch immer gemacht. Dann bin ich auch in dieser Hinsicht beruhigt.

LG Liyah

von © Liyah

 
Also, ich denke nicht, dass man sich mit Dialogen unbedingt zurückhalten muss. Ich habe das lange Zeit gemacht, einfach weil ich zu faul war, immer so Halbsätze wie ", sagte Thomas" oder "Michael antwortete:" mitzuschleppen. Dann habe ich ein Buch gelesen, in dessen erster Hälfte der Autor völlig auf direkte Rede verzichtet hat. (Lawrence Norfolk: "In the shape of a boar"). Das war, würg. Sterile, abstrakte Figuren und da mir die Figuren nichts gesagt haben, wirkte auch die Handlung abstrus und weltfremd.
Ohne Dialoge geht es also nicht. Aber ein Dialog muss sinnvoll und gut sein. Ein schlechter Dialog ist schon mit drei Zeilen zu lang, ein guter Dialog darf sich gerne über mehrere Seiten erstrecken. Aber gilt das nicht für jeden Text? Kann nicht auch erzählende Prosa einen schon nach drei Zeilen so erschrecken, dass man nicht mehr weiterlesen mag? Ganz abgesehen davon: Wie will man einen Dampfplauderer darstellen, wenn man Dialoge nach ein paar mal hin und her einfach abbricht?
Ich denke, das muss man individueller sehen. Wenn es zu den Figuren passt, sich wortreich zu unterhalten, sollen sie es tun, oder verbiegt seine Figuren. Und schließlich ist ein temporeicher Dialog, indem sich der eine oder andere Witz findet, an sich ein Lesegenuss. Sowas sollte man nicht durch irgendwelche Regeln unterbinden.
Zurückhaltung sollte eigentlich bei jeder Kunst nur dann gelten, wenn man weiß, dass man etwas nicht sonderlich gut kann. Ich halte mich zum Beispiel damit zurück, das äußere von Figuren zu beschreiben, weil ich weiß, dass daraus bei mir immer langatmige Passagen ohne jedes Tempo werden.

Schließlich: In Dialogen kann man stilistisch auch mal so richtig auf den Pudding hauen. Man darf den Schwätzer lüften. Man darf auch mal einsilbig sein. Man darf seinen Figuren die Bandwurmsätze in den Mund legen, die man sich immer krampfhaft verkneift. Das sind dann Stilmittel die die Figur charakterisieren. Beim Schreiben auf diese Weise immer wieder mal den Stil ändern zu können, macht nicht nur den Text abwechslungsreicher, sondern die Arbeit daran.

von © anby77

 
Öhm, ist das mit dem Komma nach Frage- und Ausrufezeichen schon immer so? *grade verunsichert ist* Wenn ja, dann mache ich das seit ewigen Zeiten falsch. :shock:

von © Zitkalasa

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