[Fanty] Die Eksalta - Regel Kapitel 1 (1/x) *Überarbeitet*

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[Fanty] Die Eksalta - Regel Kapitel 1 (1/x) *Überarbeitet*

Beitragvon sarjo » 12.10.2015, 10:36

Hallo liebes Forum,

ich stelle heute meinen ersten Text ins Forum, freue mich sehr auf eure Beiträge. Jede Kritik ist erwünscht, möchte mich schließlich auch verbessern. :D
Kurze Info zu Beginn: Meine Geschichte teilt sich in zwei Parallelgeschichten. Es gibt also zwei Protagonisten. Deshalb ist der hier eingestellte Text zwar der Beginn der Handlung um Darion, aber nicht der Beginn der gesamten Geschichte. (Ergänzung: kursiv gedrucktes beschreibt die Gedanken des Protas)


Kalte, feuchte Luft. Der Geruch von Morgentau. Das Gras auf den Berghängen und in den Tälern dunkelgrün vom langsam weichenden Schatten der Nacht. Für Darion gab es keinen erfrischenderen Morgen. Während hier noch das letzte Grau der Nacht herrschte, erleuchtete die Dämmerung in den Dörfern und Städten im entfernten Flachland bereits die Dächer und Straßen. Darion fühlte sich sicher zwischen den finsteren Berghängen, die die Sonne noch ein wenig zurückhielten. Er liebte es, früh morgens auszureiten oder einfach nur draußen zu sein. Nichts bereitete Darion ein vergleichbares Gefühl von Sicherheit, wie die Dunkelheit, denn jeder andere fürchtete sich vor ihr – und für Darion war sie ein Verbündeter. Seine Aufgabe war es, die vielen dunklen Flecken im Fürstentum zu finden, damit Ordnung herrschen konnte. Dazu führte er ein Kontingent von achtzehn Mann an, welche ein Teil der Zwölften Brigade waren. Die Zwölfte war berühmt für ihre Errungenschaften auf dem Schlachtfeld und dem Fürsten direkt unterstellt. Über die Jahrzehnte wurde sie zugleich Hüter des Gesetzes im Land und Geheimdienst.
„Dort über den Berghang!“, rief Deckard. „Dahinter liegt der Bärenhügel mit Burg Kaltenstein.“
Darion nickte. Deckard – Darions bester Kundschafter – wusste den Weg genau. Für Darion war es ungemein wichtig, immer die besten Mitglieder der Zwölften bei sich zu haben. Nur ungern trat er Teile der Verantwortung, die er als Anführer trug, an andere ab. Deshalb musste er seinen Leuten sowohl in ihrem Talent, als auch ihrer Person vertrauen können. „Wir sind gut in der Zeit. Das reicht noch für eine Stärkung auf der Burg, bevor Ardenna eintrifft.“
Die Männer lachten. Darion bemerkte Kervans kindliches Grinsen. Kervan war einer dieser Menschen, die voller Widersprüche steckten. In seinem Gesicht lag die Lebenserfahrung eines Veteranen, während er die Haare lang und wild trug und scheinbar kaum einen Bartwuchs hatte, obwohl er schon über fünfundzwanzig Jahre alt war – nur wenige Jahre jünger, als Darion. Genau diese Widersprüche spiegelten sich auch in seiner Persönlichkeit wieder, wie Darion bemerkte und ihm gefiel das. Amüsiert warf Kervan ein: „Der Baron von Kaltenstein wird Augen machen, wenn er aufwacht und die Zwölfte Brigade in seinem Burghof erblickt.“
Auf Burg Kaltenstein hatten sie einen schmutzigen Auftrag vor sich. Es ging um Verrat am Fürsten. In der Hauptstadt wurde gar von einer möglichen Verschwörung gesprochen, die das gesamte Tal umspannte.
Als die Zwölfte den Bergkamm überquerte, tat sich vor ihnen ein weites Panorama auf. Burg Kaltenstein lag in einem sternförmigen Tal, umrahmt von Bergen, die übersät waren mit Nadelbäumen. Auf dem höchsten der Berge befand sich ein einfacher Wachturm. Von dem aus kann man vermutlich den gesamten Wald überblicken. Unterhalb der Burg lag ein Dorf, welches an einen schmalen Fluss grenzte. Der Tanbrok und das Dorf Tannheim.
Darions Reflexe setzten ein, als er etwas zwischen den Bäumen hörte. Da ist jemand. Mit einem Wink wies er Hakko und Derthaen an nachzusehen.
Darion konnte erkennen, wie die zwei etwa vierzig Schritte von Darion entfernt einen einzelnen Mann aus dem Gebüsch holten und ihn umkreisten. „Leg den Bogen weg!“, rief Hakko den Mann warnend an und zog sein Schwert.
Der Mann tat, wie ihm befohlen war. „Alles in Ordnung“, sagte er, während er die Hände locker in die Luft hielt.
Hakko und Derthaen brachten den Mann zu Darion. „Du bist ein Spion des Barons, nicht wahr?“, fragte Darion den Mann mit dem buschigen Bart. Hakko tippte dem Mann mit der Schwertspitze auf den Rücken, woraufhin sich dieser mit den Knien auf den Waldboden fallen lassen musste.
Verzweifelt breitete er die Arme aus. „Mein Herr, ich weiß nicht, wovon ihr redet. Ich bin ein einfacher Jäger aus dem Dorf“, während er das sagte, zeigte er auf den toten Hasen an seinem Gürtel. „Gredt ist mein Name. Ich – Ich hatte einfach Angst, als ich euch sah. Mehr als ein Dutzend fremder Männer mit Schwertern am Gürtel. Das – Das sieht man hier nicht alle Tage.“
Entweder ein gekonnter Lügner oder ein einfacher Dorftrottel. Darion wandte sich an die beiden Brigadisten hinter Gredt. „Fesselt ihn. Wir nehmen ihn mit.“
„Halt! Wartet!“, kam es Gredt heraus, während Derthaen die Fesseln aus seiner Satteltasche nahm. „Tut das nicht! Ich bin kein Verbrecher.“ Gredt schien klar geworden zu sein, dass er eine entscheidende Frage noch nicht gestellt hatte: „Wer – wer seid ihr überhaupt?“ Hakko hielt den Jäger fest, während Derthaen ihm die Hände verband.
Derthaen gab ihm die Antwort: „Die Männer des Fürsten.“ Dann zog er ihn ruppig nach oben und sah noch einmal nach, ob die Fesseln fest waren.
Der ratlose Blick von Gredt suchte Darion ab und blieb an seinem Abzeichen hängen. Die Augen weiteten sich vor Schreck, als er bemerkte, wem er gegenüberstand. „Die zwei Türme, ein gekröntes Schild. Ihr – Ihr seid doch nicht etwa von der Zwölften Brigade? Wir – Wir im Dorf haben uns nichts zu Schulden kommen lassen.“
Darion ignorierte die Aussage und wandte sich an seine Männer: „Weiter, Brigade! Zur Burg!“ Warnend blickte Darion Gredt an: „Wenn du rennst, stirbst du.“

Burg Kaltenstein war ein erstaunlich großes Bollwerk dafür, dass sie nur als Schutz für einige Dörfer in den umliegenden Tälern diente. Das dunkle Gemäuer war von einem Burggraben umschlossen und fußte auf dem Fundament einer alten Ruine, von der viele Überreste noch standen. Beim massiven Bergfried war nur das Dach neu gebaut worden, der daran angrenzende, zweite und größere Burghof war noch größtenteils von alten, moosüberwucherten Mauern eingerahmt. Dass man so ein großes Stück Geschichte so lieblos behandelt. Über den Burggraben führte eine zweckmäßige Holzbrücke. Darion meinte den Moder im Holz zu spüren, als er hinüberritt. Als er die Gerüste und die kleinen Steinpyramiden an der Brücke sah, war er erleichtert. Einige Arbeiter aus dem Dorf bauten die Brücke mit Steinen aus.
Er hatte schon die Brücke hinter sich gelassen, als eine Wache ihn aufhielt. „He! Halt!“, rief er Darion zu. Er sah aus, wie ein Mann, der sein Leben lang nichts anderes getan hatte, als hier in diesem einsamen Tal als Soldat zu dienen. Dass er verschlafen war, machte den Eindruck nicht besser. „Die Zwölfte ist hier unerwünscht. Ihr müsst warten, bis der Baron euch einlässt.“
Was? Darion lachte laut auf, so absurd klang für ihn die Aussage der Wache.
Der Jäger Gredt sprang direkt ein: „Weißt du nicht, wer die sind? Die Zwölfte handelt im Namen des Fürsten. Die können dich umbringen!“
„Burg Kaltenstein hat mehr Soldaten“, antwortete der Soldat. Augenblicklich zogen Darions Männer die Schwerter soweit, dass die Wache das Blitzen des Stahls sehen konnte. Darion hob die Hand, um Ruhe zu signalisieren.
Kein Grund jetzt schon Streit zu suchen. Das kommt später.
„Ich respektiere euren Mut. Aber ihr seid dumm zu glauben, dass ihr den Kampf suchen könntet. Greift uns an und die Armeen des Fürsten werden kommen, um uns zu rächen. Wie eine Feuerwalze werden sie über euer Land fegen. Diese Burg wird brennen. Das Dorf wird brennen. Und ihr werdet durch die Klinge einer meiner Männer sterben, bevor ihr um Hilfe rufen könntet.“ Die Angst in der Wache stieg. Sein Blick verriet, dass er sich wünschte, das vorangegangene nicht gesagt zu haben. Er sah zu Gredt, dessen Augen die Wache geradezu anflehten die Brigade einzulassen. „Ich – Ich… Der Baron wäre verärgert.“ Kann denn hier niemand in klaren Sätzen sprechen?
Kervan zog seine kleine Armbrust von der Satteltasche und zielte auf den Kopf der Wache. „Überlegt euch gut, wen ihr lieber verärgert“, sagte er. „Den Baron oder den Fürst?“ Dann schoss er einen Bolzen direkt neben den Kopf der Wache. Vor Schreck ließ diese einen Laut los, der wie ein Schluckauf klang. Darion bemerkte, dass die Wache sich nicht mehr traute etwas zu erwidern und ritt einfach in den Burghof hinein. Die beiden Brüder Lukarn und Helgarn lachten, als sie das Tor passierten.
Morgengrauen füllte den Burghof und mit ihm kamen die verschiedensten Diener aus den Quartieren. Darion hielt sie auf, teilte ihnen mit, dass er und seine Männer erwarteten, dass man ihnen eine Mahlzeit auftischte.
Die Brigade wurde in eine alte Festhalle mit einem langen Tisch in der Mitte gebracht. Über ihnen hing ein Kronleuchter und an den Wänden fanden sich verstaubte Porträts. Die zahlreichen, tiefen Fenster gaben einen Blick über das Tal frei, durch das sich der Tanbrok schlängelte. Hell schien die gerade aufgegangene Sonne in das Tal hinein und blendete Darion mit ihren grellen, weißen Strahlen.
„Kervan!“, zischte Darion ihn an und zog Kervan an der Schulter zu sich. „Ich betrachte dich als Freund und vertraue dir. Du stellst mein Vertrauen auf die Probe! Mache noch einmal so etwas, wie gerade am Tor und du wirst die Konsequenzen zu spüren bekommen.“
Kervan schaute überrascht. „Verzeiht mir. Das wird nicht wieder vorkommen“, antwortete er demütig, jedoch klang in seiner Stimme auch Verwirrung mit. Ich weiß, was du denkst. Es hat schließlich funktioniert und normalerweise befürworte ich es, eigenständig denken zu können. Aber heute ist kein Tag, wie jeder andere.
„Setz dich“, wies Darion ihn an. „Deckard, Roter Dolch“, machte Darion weiter. „Ihr nehmt den Spion mit und seht euch das Dorf an. Wenn er versucht zu fliehen, tötet ihn. Später will ich einen ausführlichen Bericht hören.“
Die beiden Soldaten nickten kurz.
Hardwig, ein etwas schüchterner, aber intelligenter, junger Mann, fragte Darion: „Warum gebt ihr uns manchmal die Namen von Waffen?“
Darion war froh, dass jemand ein Gespräch anfing. Während Ruhepausen redete er gerne mit seinen Männern, schließlich wollte er wissen, wer genau an seiner Seite stand. „Das ist eine alte Gewohnheit meines Kommandanten. Aus der Zeit, als ich beim Militär war. Unsere Lieblingswaffe war auch unser Name. Wenn zwei dieselbe Waffe hatten, dann wurde noch irgendeine persönliche Eigenschaft davorgesetzt.“
Hardwig nickte: „Ihr hattet doch sicher auch einen Namen für euren Kommandanten?“
Darion musste lachen, als er an die Zeit zurückdachte: „Wir nannten ihn ‚Das schreiende Holzschwert‘. Natürlich nur, wenn er nicht in der Nähe war.“
Erste Diener traten ein und brachten mehrere Körbe Brot. Sofort machte sich die Brigade ans Essen.
Hardwig stellte mit vollem Mund noch eine weitere Frage: „Warum habt ihr euch denn von eurem Kommandanten so behandeln lassen? Ihr habt einen Adelstitel, seid Darion Brykwer. Euer Vater ist verantwortlich für die inneren Angelegenheiten des Fürstentums.“
Darion freute sich über die Frage. „Ich wollte mir meine Erfolge selbst verdienen. Ein großer Familienname bietet viele Vorteile, aber er nimmt auch viele Freiheiten weg. Genau wie du und jeder andere hier am Tisch, wollte ich schon immer ein Kämpfer sein.“
„Benutzt ihr deshalb lieber euren Rittertitel?“
„Darion von Marnberg ist mein Name. Niemand sonst trägt ihn. In meiner Familie bin ich bereits der dritte Darion. Dies ändert nichts daran, dass ich meine Familie liebe. Das sollte jeder tun.
Ein Diener des Barons trat in die Halle ein. „Der Baron lässt grüßen. Jedoch wünscht er, dass alle Mitglieder der Zwölften Brigade vor der Burg verweilen. Er gewährt nur dem Anführer Einlass. Weiterhin möchte er die genauen Gründe eure Aufenthaltes wissen und eine Erklärung für die Attacke auf eine seiner Wachen. Der Baron fordert, dass sich der Angreifer bei der Wache aufs Ehrlichste entschuldigt und eine gerechte Strafe erhält.“
Darion stand auf. „Euer Baron ist ein Feigling und ein Idiot, wenn er meint so forsch seinen Diener vorzuschicken. Sagt ihm, dass wir hier warten werden. Er soll sich seine feinsten Kleider suchen und sein bestes Benehmen vorbringen, auch wenn ich befürchte, dass dort alles verloren ist. Versichert ihm, dass er größere Probleme als die Zwölfte Brigade hat.“
„Verzeiht, aber von welchen Problemen sprecht ihr?“
„Die Fürstin“, sagte Darion knapp. Die Diener am Tisch begannen aufgeregt miteinander zu flüstern.
„Die Fürstin? Sie kommt hierher? Ardenna von Flayn?“, fragte der Diener.
„Ja, und jetzt eilt zu eurem Herrn. Die Fürstin hat weder meine Geduld, noch meine Nachsicht.“


Alte Version:
Spoiler: Anzeigen
Kalte, feuchte Luft. Der Geruch von Morgentau. Das Gras auf den Berghängen und in den Tälern dunkelgrün vom langsam weichenden Schatten der Nacht. Für Darion gab es keinen erfrischenderen Morgen, als solch einen. In den Dörfern und Städten im entfernten Flachland würden bereits die ersten Strahlen der Sonne die Dächer und Straßen erleuchten, während hier noch immer die Nacht herrschte. Darion fühlte sich zwischen den finsteren Berghängen sicher. Er liebte es, früh morgens auszureiten oder einfach nur draußen zu sein. Als einer der Anführer der Zwölften Brigade war es seine Pflicht, außerhalb der Gesellschaft operieren zu können – und wann ging das besser als in der Nacht. Nichts bereitete Darion ein vergleichbares Gefühl von Sicherheit, wie die Nacht.
„Dort!“, rief Deckard. „Der Weg führt durchs Tal und über den Berghang. Dahinter sollte der Bärenhügel mit Burg Kaltenstein sein.“
Ich weiß. Darion nickte. Er wusste immer den Weg. Die Verantwortung für seine Truppe war ihm zu wichtig, um nicht über jedes Detail Bescheid zu wissen. „Wir sind gut in der Zeit, Männer. Sollte noch für ein Frühstück reichen, bevor es an die Arbeit geht.“
Die Männer lachten. „Der Baron von Kaltenstein wird Augen machen, wenn er aufwacht und die Zwölfte Brigade in seinem Burghof erblickt“, rief Kervan amüsiert.
Von den achtzehn Männern unter seinem Kommando, zählte Darion Kervan am ehesten zu seinen Freunden. Manch einer hätte denken können, dass sie Brüder seien, hatten sie doch beide dunkles Haar und überaus kantige Gesichtszüge. Darion legte viel Wert darauf, immer Männer um sich zu haben, denen er vertraute und auf deren Können er sich verlassen konnte. Deshalb waren unter seinen Männern einige der besten aus der gesamten Brigade.
Auf Burg Kaltenstein hatten sie einen schmutzigen Auftrag vor sich. Bendarion Kaltwasser, der Schwiegersohn des Verwalters von Land Arnach, sollte sich gegen die Fürstenfamilie von Flayn verschworen haben. Im Auftrag des Fürsten hatten sie nun festzustellen, ob die Treue des Barons noch gegeben war – oder nicht.

Als die Zwölfte den Bergkamm überquerte, tat sich vor ihnen ein weites Panorama auf. Burg Kaltenstein lag in einem sternförmigen Tal, umrahmt von Bergen, die übersät waren mit Nadelbäumen. Auf dem höchsten der Berge befand sich ein einfacher Wachturm. Von dem aus kann man vermutlich den gesamten Wald überblicken. Unterhalb der Burg befand sich ein Dorf, welches an einen schmalen Fluss grenzte. Der Tanbrok und das Dorf Tannheim.
Darions Reflexe setzten ein, als er Schritte im Wald hörte. Seine Hand fuhr in Richtung des Schwertgriffs.
„Alles in Ordnung“, rief eine Stimme zwischen den Bäumen. Dann trat ein Mann mit buschigem Bart hervor auf den Weg. Seine Hände hielt er defensiv in die Luft. Darion musterte den Mann. Um die Brust hing ein Bogen, am Gürtel ein toter Hase. „Ich komme von der Jagd“, sagte der Mann, „Verzeiht, meine Herren. Ich bin Gredt. Ich lebe im Dorf.“ Als er auf Darions Rüstung blickte, erschrak Gredt für einen Moment. „Das Abzeichen. Die zwei Türme, ein gekröntes Schild. Ihr – Ihr seid doch nicht etwa von der Zwölften Brigade? Wir – Wir im Dorf haben uns nichts zu Schulden kommen lassen.“
Darion verdrehte kurz die Augen. „Lasst das Gestammel. Mein Name ist Darion von Marnberg. Meine Männer und ich überprüfen, ob hier alles dem Willen des Fürsten entspricht.“
Der Jäger neigte den Kopf ein wenig komisch nach vorne. „Der Wille des Fürsten… Ja, ja, mein Herr. Ich werde sofort ins Dorf gehen, um allen Bescheid zu sagen.“ Während er das sagte, setzte er sich schon in Bewegung, ließ aber den Blick nicht von Darion.
„Das wirst du nicht tun“, hielt Darion ihn auf. „Wir werden zuerst Baron Bendarion auf Burg Kaltenstein einen Besuch abstatten. Ihr begleitet uns.“
Gredt nickte. „Aber, Herr, ich bin nur ein einfacher Jäger. Der Baron wird mich von der Burg jagen.“
„Wisst ihr denn nicht, wer die Zwölfte Brigade aussendet? Wir sind im Auftrag des Fürsten hier. Der Baron wird euch nichts tun, solange ihr unter unserem Schutz steht.“
„Ja-… Jawohl, mein Herr.“

Burg Kaltenstein war ein erstaunlich großes Bollwerk dafür, dass sie nur als Schutz für einige Dörfer in den umliegenden Tälern diente. Das dunkle Gemäuer war von einem Burggraben umschlossen und fußte auf dem Fundament einer alten Ruine, von der viele Überreste noch standen. Beim massiven Bergfried war nur das Dach neu gebaut worden, der daran angrenzende, zweite und größere Burghof war noch größtenteils von alten, moosüberwucherten Mauern eingerahmt. Dass man so ein großes Stück Geschichte so lieblos behandelt. Über den Burggraben führte eine zweckmäßige Holzbrücke. Darion meinte den Moder im Holz regelrecht zu spüren, als er hinüberritt. Als er die Gerüste und die kleinen Steinpyramiden an der Brücke sah, war er erleichtert. Einige Arbeiter aus dem Dorf bauten die Brücke mit Steinen aus.
„Halt!“, rief ihnen die Wache am Tor zu. „Wer seid ihr? Was wollt ihr auf Burg Kaltenstein?“
„Zwölfte Brigade“, antwortete Darion. „Der Fürst schickt uns, mit dem Baron zu sprechen. Lasst uns herein!“
„Ahja“, grummelte die Wache, „die Zwölfte also. Es tut mir leid, aber ihr müsst draußen warten, bis Baron Kaltwasser bereit ist, euch zu empfangen.“
Der Jäger Gredt sprang direkt ein: „Weißt du nicht, wer die sind? Die Zwölfte handelt im Namen des Fürsten. Wenn du ihnen den Einlass verwehrst, bringen die dich um.“
Darion hob beruhigend die Hand. Kein Grund jetzt schon Streit zu suchen. Das kommt später. „Ich respektiere euren Mut. Sich alleine achtzehn der besten Kämpfer in den Weg zu stellen… Aber der Jäger hat Recht. Wir kommen auf Befehl des Fürsten. Ihr werdet uns Einlass gewähren. Ansonsten sehe ich das als Beleidigung des Fürsten und ihr wisst, welche Strafe darauf steht.“
Die Wache zögerte. „Mein Herr… Ich…“
Das alle immer stammeln müssen. Darion wandte seinen Blick von der Wache ab und ritt einfach in den Burghof hinein, seine Männer folgten ihm. Die beiden Brüder Lukarn und Helgarn lachten, als sie an der Wache vorbeiritten.

Nächster Teil 2
Zuletzt geändert von sarjo am 23.10.2015, 15:04, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: [Fanty] Die Eksalta - Regel Kapitel 1 (1/x)

Beitragvon Asieral » 12.10.2015, 17:26

Hallo sarjo,

also dann fang ich einfach mal an..
sarjo hat geschrieben:
Kalte, feuchte Luft. Der Geruch von Morgentau. Das Gras auf den Berghängen und in den Tälern dunkelgrün vom langsam weichenden Schatten der Nacht.

Hier könnte man zwischen Luft und Der Geruch ein dazu einfügen, ist aber Geschmackssache, zumal die Meinungen über den elliptischen schon recht unterschiedlich sein dürften.

Für Darion gab es keinen erfrischenderen Morgen, als solch einen.

Kein Komma vor diesem "als".^^

In den Dörfern und Städten im entfernten Flachland würden bereits die ersten Strahlen der Sonne die Dächer und Straßen erleuchten, während hier noch immer die Nacht herrschte.

Vll kannst du das etwas umformulieren, sodass kein "würden" drin steht, das schwächt die Atmosphäre ab. Es gibt da, denke ich, verschiedene Möglichkeiten.. Das ist aber vll ein klein wenig problematisch, da "hier" ja jetzt schon der Morgen begonnen hat, du aber etwas Allgemeines beschreibst, von daher müsstest du schauen, was für eine Formulierung am besten gefällt (kannst beispielsweise das "während" an den Anfang setzen und dann draus was basteln oder im Nebensatz etwas wie "zu dieser Zeit/zur gleichen Zeit" etc, dir fällt sicher was Schöneres ein^^)



Als einer der Anführer der Zwölften Brigade war es seine Pflicht, außerhalb der Gesellschaft operieren zu können – und wann ging das besser als in der Nacht. Nichts bereitete Darion ein vergleichbares Gefühl von Sicherheit, wie die Nacht.

Denke, das Komma vor "wie die Nacht" ist zu viel. "operieren" ist eher untypisch, für das Vokabular im Fantasybereich würde ich sagen.. zumindest hab ich da eher die Assoziation zu Science Fiction oder Urban Fantasy


Ich weiß. Darion nickte. Er wusste immer den Weg.

Hm... das "ich weiß" stört mich ein klein wenig.. abgesehen vom Tempus frage ich mich, was für eine Erzählperspektive das ist. (Hat das eine besondere Funktion, die irgendwann deutlich wird?^^)

Die Männer lachten.


Vll findest du ein anderes Wort für "Männer", oder eine ganz andere Formulierung für den Satz^^. "Männer" hatte schon Darion in seinem Satz und irgendwie stolpere ich über den Satz.. vll geht es aber auch nur mir so.

Von den achtzehn Männern unter seinem Kommando, zählte Darion Kervan am ehesten zu seinen Freunden. Manch einer hätte denken können, dass sie Brüder seien, hatten sie doch beide dunkles Haar und überaus kantige Gesichtszüge. Darion legte viel Wert darauf, immer Männer um sich zu haben, denen er vertraute und auf deren Können er sich verlassen konnte. Deshalb waren unter seinen Männern einige der besten aus der gesamten Brigade.


Eine Brigade aus 18 Personen? Ist das nicht ein bisschen wenig? Das ist dann ja eher eine Brigaden-Kompanie, wobei selbst die normalerweise mehr Personal aufweisen. Eine Untergruppe der Brigade wird meines Wissens nach das Batalloin, aber nein, das passt glaube ich auch nicht, hat noch mehr Personal als eine Kompanie. Ich kenne mich nicht so wirklich mit diesen militärischen Begriffen aus, aber 18 Personen als Truppe einer Brigade finde ich dann doch schon arg wenig, auch wenn die gesamte Brigade aus mehr als denen besteht.

Auf Burg Kaltenstein hatten sie einen schmutzigen Auftrag vor sich. Bendarion Kaltwasser, der Schwiegersohn des Verwalters von Land Arnach, sollte sich gegen die Fürstenfamilie von Flayn verschworen haben. Im Auftrag des Fürsten hatten sie nun festzustellen, ob die Treue des Barons noch gegeben war – oder nicht.

Inwiefern ist so etwas ein "schmutziger Auftrag"? Ist doch "nur" ein Kontrollbesuch :lol:

Von dem aus kann man vermutlich den gesamten Wald überblicken. Unterhalb der Burg befand sich ein Dorf, welches an einen schmalen Fluss grenzte. Der Tanbrok und das Dorf Tannheim.

Hm... du benutzt diese Kursivschrift auch an anderen Stellen.. es wirkt so, als seien das die Gedanken Darions. Das ist eine, finde ich, recht ungewöhnliche Art und Weise diese zu beschreiben..

Darions Reflexe setzten ein, als er Schritte im Wald hörte.

Sind sie nicht auch im Wald? Wenn ja, dann ist es eigentlich nicht notwendig zu schreiben, dass die Schritte im Wald waren^^


Das dunkle Gemäuer war von einem Burggraben umschlossen und fußte auf dem Fundament einer alten Ruine, von der viele Überreste noch standen.

Vll besser: "von der noch viele Überreste standen"


Darion hob beruhigend die Hand. Kein Grund jetzt schon Streit zu suchen. Das kommt später.

Ist Darion eher ein humorvoller Charakter? Durch den Gedanken wirkt er zumindest so auf mich^^.
„Ich respektiere euren Mut. Sich alleine achtzehn der besten Kämpfer in den Weg zu stellen… Aber der Jäger hat Recht. Wir kommen auf Befehl des Fürsten. Ihr werdet uns Einlass gewähren. Ansonsten sehe ich das als Beleidigung des Fürsten und ihr wisst, welche Strafe darauf steht.“

Darion scheint von seiner Wichtigkeit überzeugt, würde er dann wirklich sagen, "aber der Jäger hat Recht"?


Eine Frage hätte ich noch.. wer erzählt die Geschichte eigentlich?^^ Es scheint als seien es mehrere Perspektiven


Liebe Grüße
Asieral
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Re: [Fanty] Die Eksalta - Regel Kapitel 1 (1/x)

Beitragvon FrozenBambi » 12.10.2015, 18:48

Hallo,

also beim ersten Drüberlesen ist mir mal aufgefallen, dass dein grundsätzlicher Stil ganz in Ordnung ist. Somit gehe ich mal auf ein paar Einzelelemente ein, die ich als schön/ unschön empfand.

Kalte, feuchte Luft. Der Geruch von Morgentau. Das Gras auf den Berghängen und in den Tälern dunkelgrün vom langsam weichenden Schatten der Nacht.


Das ist ein sehr schön atmosphärisch beschriebener und insbesondere angenehm kurz gehaltener Landschaftseinstieg.

Für Darion gab es keinen erfrischenderen Morgen, als solch einen.


Unterstrichenes überflüssig.


In den Dörfern und Städten im entfernten Flachland würden bereits die ersten Strahlen der Sonne die Dächer und Straßen erleuchten, während hier noch immer die Nacht herrschte. Darion fühlte sich zwischen den finsteren Berghängen sicher.


Ich würde diese Satzkonstellation umdrehen, damit es logisch korrekt ist. Er denkt nicht erst an irgendwelche Dörfer, wo er sich gar nicht befindet. Nein, er fühlt sich hier im Finsteren sicher und von darauf kommt er auf die Überlegung, dass anderswo schon Helligkeit herrscht.


Er liebte es, früh morgens auszureiten oder einfach nur draußen zu sein.


Das oder will mir nicht passen, da das eine eine Folge des anderen ist. Wenn das ne wichtige Info über den Charakter ist, schreib halt ein "und" oder so.


Als einer der Anführer der Zwölften Brigade war es seine Pflicht, außerhalb der Gesellschaft operieren zu können – und wann ging das besser als in der Nacht. Nichts bereitete Darion ein vergleichbares Gefühl von Sicherheit, wie die Nacht.


Das finde ich doch seltsam. Dem Folgenden ist zu entnehmen, dass diese Typen ausreiten und überall Kontrollbesuche machen. Warum agieren sie dann außerhalb der Gesellschaft? Dementsprechend wäre tagsüber eine angemessenere Zeit, um die Leutchen nicht aus dem Schlaf zu reißen. Wenn die tatsächlich i.d.R. eher Feld und Flur auskundschaften, dann mach es kenntlich, dass dieser Auftrag nun eine Ausnahme oder so ist.


„Dort!“, rief Deckard. „Der Weg führt durchs Tal und über den Berghang. Dahinter sollte der Bärenhügel mit Burg Kaltenstein sein.“


Dieses sind beides sehr schöne Namen, die ne gute Atmosphäre schaffen.


Ich weiß. Darion nickte. Er wusste immer den Weg. Die Verantwortung für seine Truppe war ihm zu wichtig, um nicht über jedes Detail Bescheid zu wissen.


Also als Gedankengang find ich das nicht gut, besser als wörtliche Rede.
Der zweite Teil ist für mich nicht ganz so nachvollziehbar. Ich kann mir gut vorstellen, dass es gewisse Spezialisten wie Kundschafter o.ä. in jedem Trupp gibt und der Hauptmann nicht über alles und jeden Kenntnis hat, ohne dass das verantwortungslos ist.
Dementsprechend würde ich es eher so formulieren, dass er das aus persönlichen Gründen als seine Verantwortlichkeit ansieht.
"Er sah es als Teil seiner Verantwortung für den Trupp, über jedes Detail Bescheid zu wissen"


„Wir sind gut in der Zeit, Männer. Sollte noch für ein Frühstück reichen, bevor es an die Arbeit geht.“


Mhmh also das klingt mir nach zwei Möglichkeiten:
a) sie rasten gerade und sie machen noch 'n Frühstück, bevor sie losreiten. Es klang aber eher danach, als wären sie schon in Bewegung.
b) sie reiten, machen aber noch eine Rast für ein Frühstück, ehe sie die Burg erreichen - hiervon ist später nie die Rede.

Oder macht der Typ da gerade einen Witz, der für mich keinen Sinn macht? ^^

Manch einer hätte denken können, dass sie Brüder seien, hatten sie doch beide dunkles Haar und überaus kantige Gesichtszüge.


Nein, seien wir mal ehrlich. Wenn du dein Aussehen mit dem eines anderen vergleichst, dann wirst du eher Haarfarbe, Augenfarbe vllt Körpergröße und Statur vergleichen. Aber deine "kantigen" Gesichtszüge? Nee...

Darion legte viel Wert darauf, immer Männer um sich zu haben, denen er vertraute und auf deren Können er sich verlassen konnte. Deshalb waren unter seinen Männern einige der besten aus der gesamten Brigade.


Auch hier klänge mMn eine Umstellung besser. Er hatte einige der besten Männer dabei, denn er legt Wert darauf, dass blablabla

Nebenbei hat Vertrauen nicht unbedingt etwas mit Kampfeskönnen zu tun, was einem die o.g. Aussage aber suggerieren will.

Auf Burg Kaltenstein hatten sie einen schmutzigen Auftrag vor sich. Bendarion Kaltwasser, der Schwiegersohn des Verwalters von Land Arnach, sollte sich gegen die Fürstenfamilie von Flayn verschworen haben. Im Auftrag des Fürsten hatten sie nun festzustellen, ob die Treue des Barons noch gegeben war – oder nicht.


Du verfeuerst dein Pulver zu früh. Belass es bei der Andeutung des schmutzigen Auftrags, das hält den Leser bei der Stange.

Von dem aus kann man vermutlich den gesamten Wald überblicken.


ich würde im Präterium bleiben: konnte


Unterhalb der Burg befand sich ein Dorf, welches an einen schmalen Fluss grenzte. Der Tanbrok und das Dorf Tannheim.


Das finde ich äußerst unelegant formuliert. Hübscher wäre sowas wie: Unterhalb der Burg lag das Dorf Tannheim, durch welches der Tanbrok floss. Das Flussbett war derartig schmal, dass es kaum einer Brücke bedurfte, es zu durchqueren.

Irgendwie so oder so ähnlich ^^


Darions Reflexe setzten ein, als er Schritte im Wald hörte.


Er verhält sich vllt reflexartig, aber wenn er tatsächlich den Reflex antrainiert hat, auf Geräusche sein Schwert zu ziehen, dann hat der Typ ein echtes Problem paranoider Natur. :mrgreen:


„Alles in Ordnung“, rief eine Stimme zwischen den Bäumen. Dann trat ein Mann mit buschigem Bart hervor auf den Weg. Seine Hände hielt er defensiv in die Luft. Darion musterte den Mann. Um die Brust hing ein Bogen, am Gürtel ein toter Hase. „Ich komme von der Jagd“, sagte der Mann, „Verzeiht, meine Herren. Ich bin Gredt. Ich lebe im Dorf.“


Mal ne Anmerkung bzgl. Realismus: Ich würde als einfacher Jäger nicht einfach mal aus dem Wald auf einen bewaffneten Trupp stoßen, den man wohl kaum übersehen kann. Bau es lieber um, nach dem Motto, dass dein Prota was gehört hat, zwei Männer ausschickt und die holen den Typen da raus, der sie beobachtet hat.


Darion verdrehte kurz die Augen.


unnötiges Füllwort.


„Lasst das Gestammel. Mein Name ist Darion von Marnberg. Meine Männer und ich überprüfen, ob hier alles dem Willen des Fürsten entspricht.“


Ach, das erklärt er jedem dahergelaufenen Bauerntrampel?


Der Jäger neigte den Kopf ein wenig komisch nach vorne.


Füllwort.


„Der Wille des Fürsten… Ja, ja, mein Herr. Ich werde sofort ins Dorf gehen, um allen Bescheid zu sagen.“


Das klingt i'wie nach nem Vollkoffer :D Der muss sich doch jetzt einschleimen, damit die ihn ziehen lasssen: Er will ins Dorf, damit die Brigade auch mit dem gebührenden Respekt empfangen wird und schon ein Schweinderl am Spieß brutzelt.


„Wisst ihr denn nicht, wer die Zwölfte Brigade aussendet? Wir sind im Auftrag des Fürsten hier. Der Baron wird euch nichts tun, solange ihr unter unserem Schutz steht.“


Er weiß doch anscheinend, wer diese Brigade ist, warum erklärt er es also so ausführlich? Streich den ersten Satz ruhig.

Burg Kaltenstein war ein erstaunlich großes Bollwerk dafür, dass sie nur als Schutz für einige Dörfer in den umliegenden Tälern diente. Das dunkle Gemäuer war von einem Burggraben umschlossen und fußte auf dem Fundament einer alten Ruine, von der viele Überreste noch standen. Beim massiven Bergfried war nur das Dach neu gebaut worden, der daran angrenzende, zweite und größere Burghof war noch größtenteils von alten, moosüberwucherten Mauern eingerahmt. Dass man so ein großes Stück Geschichte so lieblos behandelt.


Wieder eine sehr feine Beschreibung.

Über den Burggraben führte eine zweckmäßige Holzbrücke. Darion meinte den Moder im Holz regelrecht zu spüren, als er hinüberritt.


Füllwort.


„Halt!“, rief ihnen die Wache am Tor zu. „Wer seid ihr? Was wollt ihr auf Burg Kaltenstein?“


Dem Jäger aus'm Dorf fällt das Wappen sofort auf und dem "geschulten" Wachmann nich? :|


„Ahja“, grummelte die Wache, „die Zwölfte also. Es tut mir leid, aber ihr müsst draußen warten, bis Baron Kaltwasser bereit ist, euch zu empfangen.“
Der Jäger Gredt sprang direkt ein: „Weißt du nicht, wer die sind? Die Zwölfte handelt im Namen des Fürsten. Wenn du ihnen den Einlass verwehrst, bringen die dich um.“
Darion hob beruhigend die Hand. Kein Grund jetzt schon Streit zu suchen. Das kommt später. „Ich respektiere euren Mut. Sich alleine achtzehn der besten Kämpfer in den Weg zu stellen… Aber der Jäger hat Recht. Wir kommen auf Befehl des Fürsten. Ihr werdet uns Einlass gewähren. Ansonsten sehe ich das als Beleidigung des Fürsten und ihr wisst, welche Strafe darauf steht.“
Die Wache zögerte. „Mein Herr… Ich…“


Das finde ich unglaubwürdig. Erst sagt er halt und nur weil man ihm sagt, dass das die Zwölfte ist und im Namen des Fürsten und so weiter, ist er plötzlich beunruhigt. Da könnte ja jeder kommen und sowas erzählen. Entweder du machst Darion cooler und lässt ihn mal auf sein Schild klopfen, worauf der Wachmann gleich erblasst oder du lässt den Helden aktiv werden, indem er kA ein paar Armbrüste auf die Wache zielen lässt.

Das alle immer stammeln müssen.


Das klingt seltsam. "Können die Leute hierzulande keinen ordentlichen Satz über die Lippen bringen?!"
oder so.

Fazit:

Dein Schreibstil ist wie gesagt okay, am besten gefallen mir deine Landschaftsbeschreibungen - da hast du echt was am Kasten. Dialoge und allgemein die Handlung könnten ruhig konfliktreicher sein. Alles ergibt sich viel zu einfach. Der Jäger läuft ihnen in die Hände und muckt nicht auf. Die Wache, die erst den Eintritt verwehren will, lässt sich gleich belabern. Und wahrscheinlich braucht es nur ein paar netter Worte und der Burgherr gibt seine dunkelsten Geheimnisse preis.
Die Autorität, die dein Prota hier ausstrahlen muss, sollte durch sein überlegenes Verhalten, seine Stärke entstehen und nicht dadurch, dass der Autor sich ihm alle zu Füßen werfen lässt. ;)

Zur Story ist natürlich noch nichts zu sagen. Es deutet sich ein Konflikt an und man ist gespannt, wie dieser gelöst wird.

Lg

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Re: [Fanty] Die Eksalta - Regel Kapitel 1 (1/x)

Beitragvon brehb » 13.10.2015, 13:56

Hallo Sarjo,

erst einmal "Herzlich willkommen in der SWS", schön, dass du deinen Text hier einstellst. Ich habe mich damit beschäftigt und einige Anmerkungen. Da meine Vorposter schon vieles gesagt haben, beschränke ich mich auf Dinge, die eher subtil sind, aber mich dennoch beschäftigen. Um etwas vorweg zu sagen: Schreiben kannst du, der Text ist flüssig, RS, Grammatik und Ausdruck stimmen, die Optik ist ok.

Zum Inhalt:
Ein Darion von Marnberg, als Anführer einer Fürstlichen Brigade, reitet mit 18 Gerüsteten des morgens zur Burg Kaltenstein. Unterwegs treffen sie auf einen erschrockenen Jäger den sie mitnehmen. Dann kommen sie zur Burg und nach ein wenig hin und her mit der Wache reiten sie dort ein.

Uff! Fällt dir etwas auf? Im Gegensatz zu den passenden Zutaten für etwas spannendes/lebhaftes (Nacht/Ritter/Jäger/Burg/Verrat...) ist dein Text extrem handlungsarm, es könnte schwer sein, Leser damit zu fesseln.

Zur Motivation des Burgbesuchs:
Sie sollen "überprüfen, ob hier alles dem Willen des Fürsten entspricht", weil sich "Bendarion Kaltwasser gegen die Fürstenfamilie von Flayn verschworen haben soll"

Uff! Ist das glaubhaft? Um festzustellen, ob "die Treue das Grafen noch gegeben ist", reitet das Ritterliche Militär mit "einigen der Besten der Brigade" zu 18. zur Burg des vermeintlich Untreuen? Die beste Befähigung von Brigardies ist die Schlacht auf dem Feld. Um eine Verschwörung aufzudecken bedarf es aber nicht der besten Krieger sondern der besten Befrager. Nicht Intervention, sondern der Investigation, Aufklärung.
Um Verschwörungen aufzudecken arbeiten entweder
a) Einzelne kommunikativ und sozial befähigte Personen heimlich im Umkreis der Verdächtigen oder
b) Hochrangige, sich als neutral oder befreundet ausgebende Fürstliche Beauftragte direkt beim Grafen.

Zur Erzählweise, Beispiel
Kalte, feuchte Luft. Der Geruch von Morgentau. Das Gras auf den Berghängen und in den Tälern dunkelgrün vom langsam weichenden Schatten der Nacht. Für Darion gab es keinen erfrischenderen Morgen, als solch einen. In den Dörfern und Städten im entfernten Flachland würden bereits die ersten Strahlen der Sonne die Dächer und Straßen erleuchten, während hier noch immer die Nacht herrschte. Darion fühlte sich zwischen den finsteren Berghängen sicher. Er liebte es, früh morgens auszureiten oder einfach nur draußen zu sein. Als einer der Anführer der Zwölften Brigade war es seine Pflicht, außerhalb der Gesellschaft operieren zu können – und wann ging das besser als in der Nacht

Dieser Text dient der Verortung des Geschehens, einer ersten Charakterisierung des Protas und ein wenig dem Info-Dumping.
Chronologie:
Erst Verortung: Morgentau, langsam weichende Schatten der Nacht.
Dann Prota: Es gibt für ihn keinen erfrischenderen Morgen als solch einer.
Dann Verortung im entfernten Flachland: Wird schon die Sonne scheinen (Hä? Ist das nicht eine Binse?)
Dann Verortung: Hier jedoch ist noch Nacht. Hä? hattest du nicht eben schon von weichenden Schatten der Nacht und einem so erfrischenden Morgen geschrieben?
Dann Prota: Er fühlt sich sicher zwischen finsteren Berghängen (finster, weil noch Nacht ist?, dann hat es nichts mit Berghängen zu tun, in der Finsternis sieht man die nicht. Oder finster, weil in enge Täler wenig Licht dringt, das könnte ich verstehen)
Weiter Prota: Er liebt es, draußen zu sein
Dann Info-Dumping: Als Anführer einer Brigade hat er Pflichten.
Dann Rückführung auf die Hingezogenheit zur Nacht: Weil er "die Pflicht hat, außerhalb der Gesellschaft operieren zu können" (Merkst du die Doppeldeutigkeit?) und das "nie besser als in der Nacht" ginge. (Hä?
Reiterscharen operieren "am besten in der Nacht?"

Uff! Mit Verlaub, das wirkt auf mich chronologisch unbedacht, konstruiert, und leider unglaubwürdig.

Zu den Dialogen:
1. Die militärischen
„Dort!“, rief Deckard. „Der Weg führt durchs Tal und über den Berghang. Dahinter sollte der Bärenhügel mit Burg Kaltenstein sein.“

Militärische Sprache unterscheidet sich erkennbar von ziviler Sprache durch ihre Prägnanz (Vorallem damit a) immer zweifelsfrei ist, was ein Befehl ist, b) jeder das Gleiche versteht und c) nur wenig (wenige Worte) gesprochen wird. Das obige ist eine Zielansprache, sie würde eher lauten
„Dort! Richtung wie ich zeige“, rief Deckard. „Durchs Tal hindurch und über den Berghang rüber. Dahinter liegt unser Ziel, die Burg"

„Zwölfte Brigade“, antwortete Darion. „Der Fürst schickt uns, mit dem Baron zu sprechen. Lasst uns herein!“
„Ahja“, grummelte die Wache, „die Zwölfte also. Es tut mir leid, aber ihr müsst draußen warten, bis Baron Kaltwasser bereit ist, euch zu empfangen.“

"Die Wache" (Soldat, Polizist oder Wachdienst also) "grummelt"? Und "Es tut ihm leid"?
Das wird doch kaum so sein. Es ist seine Pflicht, bestimmte Leute nicht rein zu lassen, er folgt nur seiner Anweisung. Also vllt:

"Sie möchten den Baron sprechen. Dann warten sie bitte draußen, ich lasse ihn verständigen"

die zivilen (ein Beispiel)
Ihr – Ihr seid doch nicht etwa von der Zwölften Brigade? Wir – Wir im Dorf haben uns nichts zu Schulden kommen lassen.“
Darion verdrehte kurz die Augen. „Lasst das Gestammel. Mein Name ist Darion von Marnberg. Meine Männer und ich überprüfen, ob hier alles dem Willen des Fürsten entspricht.“

Das glaube ich nicht. Da läuft dem Anführer von 18 Brigaderittern ein x-beliebiger Hasenjäger über den Weg und der Oberritter erklärt dem seinen militärischen Auftrag??

Fazit:
ich hoffe, (etwas überspitzt) aber erkennbar dargestellt zu haben, was ich meine. Du schreibst gut, aber die falsche Geschichte, wie ich meine. So würde die sich sicherlich nie abspielen.

LG brehb
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Re: [Fanty] Die Eksalta - Regel Kapitel 1 (1/x)

Beitragvon Winchest » 13.10.2015, 20:19

Hey:)

Ich revanchiere mich dann mal für deinen hilfreichen Kommentar. :)


Ich finde deinen Text gut und Darion als Protagonist ist mir auf den ersten Blick eigentlich auch schon ziemlich sympathisch.
Allerdings kann – das ist aber nur M E I N persönlicher Geschmack, ich bin sicher es geht vielen anders – ich mich nicht so ganz mit dem Schreibstil anfreunden.

z.B:

<<Für Darion gab es keinen erfrischenderen Morgen, als solch einen.<<

- Das klingt in meinen Ohren einfach so hochgestochen. Aber – wie gesagt – das ist mein eigener Geschmack und viele meiner Freunde stehen auch auf sowas. :)


<<Nichts bereitete Darion ein vergleichbares Gefühl von Sicherheit, wie die Nacht.<<

- Ich finde es ziemlich ungewöhnlich das sich jemand in der Nacht sicher fühlt. Meistens ist es ja so das sich die meisten gruseln. Vielleicht könntest du da ein bisschen mehr darauf eingehen, eventuell so:

<<Nichts bereitete Darion ein vergleichbares Gefühl von Sicherheit, wie die Nacht. Damit war er einer der wenigen, dass wusste er. Die meisten, selbst gestandene Soldaten, fürchteten sich in der Nacht vor Kindereien wie Geistern oder bösen Schatten.<<

Damit wird, finde ich, auch noch mal klar das Darion sehr mutig und selbstständig ist.


Bei den Namen muss ich dich loben. :)
Ich finde sie passen sehr gut zur Geschichte und klingen jetzt auch nicht allzu fantasymäßig und an den Haaren herbeigezogen...wie...was weiß ich...Eddhardo oder so :D
Mein persönlicher Favorit ist Gredt.
Kervan fände ich auch ganz nett, aber bei uns in der Stadt gibt es einen Dönerladen der so heißt...:')


Bis auf meine persönliche Meinung zu dem Stil finde ich deine Geschichte gut und lebendig erzählt.
Darion wirkt auf mich sarkastisch, fast ein bisschen zynisch.
Ob ich seine gedanklichen Äußerungen zu jugendlich für ihn finde - schließlich muss er ja schon etwas älter sein, oder? OO – muss ich mir noch überlegen.

Ansonsten: Well done!

LG :)
Winchest
 
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Re: [Fanty] Die Eksalta - Regel Kapitel 1 (1/x) *Überarbeite

Beitragvon sarjo » 16.10.2015, 17:06

Da kommen ja einige Meinungen zusammen. Teilweise sehr verschieden. :D Erstmal vorweg: Habe während der Woche am Handy mitgelesen und die Zeit genutzt, um den Text auf Basis eurer Kritik zu überarbeiten. Im Eingangspost steht jetzt der neue Text. Dadurch, dass ich einiges gekürzt und "gestreamlined" habe, konnte ich noch etwas neuen Text hinzufügen, sodass hier auch ein runderer Abschluss entsteht. Würde mich freuen, wenn sich jemand findet, der die Zeit findet, dazu ein paar Wörter zu schreiben, gerade auch zu dem Teil, den ich bis jetzt noch gar nicht gepostet hatte. :)

@Asieral

Eine Brigade aus 18 Personen? Ist das nicht ein bisschen wenig? Das ist dann ja eher eine Brigaden-Kompanie, wobei selbst die normalerweise mehr Personal aufweisen. Eine Untergruppe der Brigade wird meines Wissens nach das Batalloin, aber nein, das passt glaube ich auch nicht, hat noch mehr Personal als eine Kompanie. Ich kenne mich nicht so wirklich mit diesen militärischen Begriffen aus, aber 18 Personen als Truppe einer Brigade finde ich dann doch schon arg wenig, auch wenn die gesamte Brigade aus mehr als denen besteht.


Der Name der Gruppe ist in der Geschichte rein historischer Natur. Mit dem Begriff einer Brigade hat die Zwölfte zur Zeit der Handlung kaum noch etwas zu tun. Habe ganz zu Beginn einen kurzen Text eingefügt, um das klarer zu machen.

Inwiefern ist so etwas ein "schmutziger Auftrag"? Ist doch "nur" ein Kontrollbesuch


Damit wollte ich andeuten, dass nicht unbedingt damit zu rechnen ist, dass die Geschichte für den Baron gut ausgeht. :D

Hm... du benutzt diese Kursivschrift auch an anderen Stellen.. es wirkt so, als seien das die Gedanken Darions. Das ist eine, finde ich, recht ungewöhnliche Art und Weise diese zu beschreiben..


Ja, so beschreibe ich die Gedanken des Protas. Ist bei Darion nicht so wichtig, wie bei Carn (meinem zweiten Protagonisten). Wusste gar nicht, dass das ungewöhnlich ist. :D

Ist Darion eher ein humorvoller Charakter? Durch den Gedanken wirkt er zumindest so auf mich^^.


Hängt von der Situation ab. Gerade in stressigen Situationen ist er oft sarkastisch oder zynisch.

Eine Frage hätte ich noch.. wer erzählt die Geschichte eigentlich?^^ Es scheint als seien es mehrere Perspektiven


Kursivschrift=Ich-Erzähler, ansonsten ist der Erzähler an den jeweiligen Protagonisten geknüpft. Es gibt also keine Vorausdeutungen von zukünftigen Ereignissen, noch kann der Erzähler direkt in die Gefühlswelt anderer Charaktere, als dem Prota blicken.

@FrozenBambi und brehb

Ich fasse eure Kommentare einmal zusammen, da sie in eine ähnliche Richtung gehen. Jedenfalls: Ihr habt mir wirklich die Augen geöffnet. :D Ich hatte schon die ganze Zeit das Gefühl, dass der Anfang unstimmig wirkte, konnte aber diese teilweise grundlegenden Probleme nicht finden. Da wollte ich als Autor wohl möglichst schnell zu den "spannenderen" Szenen, die mehr Konfliktpotenzial bieten würden und habe dabei die Glaubwürdigkeit der Geschichte außer Acht gelassen, sowie unbewusst meine eigene Geschichte sabotiert.
Weiterhin habt ihr viele Logiklücken/Probleme mit der Glaubwürdigkeit entdeckt. Habe versucht möglichst viele Kritikpunkte auszubessern. Würde mich freuen, wenn ihr euch den neuen Text und den neu dazugekommenen Teil am Ende noch einmal anschauen könntet.

@Winchest

Das klingt in meinen Ohren einfach so hochgestochen. Aber – wie gesagt – das ist mein eigener Geschmack und viele meiner Freunde stehen auch auf sowas.


Habe den Satz einmal minimal entschärft. :D

Ich finde es ziemlich ungewöhnlich das sich jemand in der Nacht sicher fühlt. Meistens ist es ja so das sich die meisten gruseln. Vielleicht könntest du da ein bisschen mehr darauf eingehen


Guter Einwand, habe da noch etwas ergänzt.

Kervan fände ich auch ganz nett, aber bei uns in der Stadt gibt es einen Dönerladen der so heißt...:')


Da kommen mir doch ein paar interessante Ideen für Kervans Zeit nach der Zwölften Brigade. :D

Ob ich seine gedanklichen Äußerungen zu jugendlich für ihn finde - schließlich muss er ja schon etwas älter sein, oder?


Darion ist etwas älter als fünfundzwanzig. Aber das ist etwas, auf das ich achten muss, da ich selber jünger bin, als mein Protagonist bin. Da fließt dann natürlich auch viel von mir selbst in die Geschichte ein, manches auch unbeabsichtigt.


Vielen Dank nochmal für die vielen Kommentare. Freut mich auch, dass gerade der Stil und die Beschreibungen größtenteils gut ankamen. :)
sarjo
 
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