[erledigt] Die Erschaffung einer Welt - Roter Faden

Hier können Weltenbastler ihre eigene Welt erschaffen. Wenn du beim Welten bauen Unterstützung brauchst z.B. Namen für Charaktere, Orte, Wesen etc. suchst, ist hier der richtige Ort.

[erledigt] Die Erschaffung einer Welt - Roter Faden

Beitragvon SCHWARZFEDER » 22.08.2015, 18:25

Hallo Leute!

Ich sitze gerade an der Erschaffung meiner Welt. Ich habe schon einen tollen Leittext zur Erstellung einer neuen Welt gelesen, darüber bin ich auch hierher ins Forum gekommen. Dort wurden diverse Aspekte erwähnt, wie Kultur, Religion, Städte, Namen etc. pp.

Aber ich finde keinen Anfang ... (von allem gibt es schon ein bisschen) Womit ist es klüger anzufangen? Mit der Geschichte des Landes? Mit der kontinentalen Verteilung? Mit den Völkern und deren Geschichte? Oder doch mit der Religion?
Ich finde einfach keinen roten Faden darin und komme somit auch nicht wirklich voran. Zwar gibt es schon eine grobe Karte, aber letztlich weiß ich nicht, ob es dabei bleiben wird...

Ich hoffe, das hier ist der richtige Ort für diese Frage und dass mir jemand einen Tipp geben kann, wie ich am besten Anfange.

Liebe Grüße,
Schwarzfeder
Zuletzt geändert von SCHWARZFEDER am 24.08.2015, 12:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Erschaffung einer Welt - wo ist hinten, wo ist vorne

Beitragvon Bastet » 22.08.2015, 21:06

Hallo,

ich habe für meine letzten beiden Geschichten sehr komplexe Karten erstellt.

Ich denke, dass es nicht DIE EINE Lösung gibt, wie man an diese Sache herangehen sollte, da jeder anders arbeitet, aber zumindest kann ich dir erzählen, wie ich es gemacht habe.

Ich habe anfangs noch gar nicht an Personen oder Historie gedacht, sondern nur wahllos Umrisse gezeichnet, die dann später Länder wurden. Danach folgten Seen, Flüsse, Berge und Bäume, dann die Städte und einzelne Gebäude wie Ruinen oder dergleichen.
Bis jetzt haben wir eine nackte Karte, im Anschluss benenne ich alles, wobei ich lediglich grobe Einteilungen vornehme. Das eine Land ist von den Elfen geprägt, das andere eher von Zwergen, das nächste ähnelt Frankreich, das andere England.
Ich nehme an, du hast dir bereits eine grobe Handlung überlegt? Gut, denn dann solltest du einfach mit dem Schreiben anfangen, die Karte dient fürs Erste als Leitfaden, aber du kannst sie ja jederzeit noch ändern. Du brauchst eine Hafenstadt? Füge sie ein. Du suchst eine Ruine? Kein Problem, am Rande des Waldes ist doch ein guter Platz.

Ich habe meine Karte ungefähr sechs oder sieben Mal geändert, bis ich mit allem zufrieden war und es gepasst hat. Den einen Wald habe ich verschoben, den anderen vergrößert.

Der einzige, der dir Grenzen setzt, bist du.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.

LG Bastet
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Re: Die Erschaffung einer Welt - wo ist hinten, wo ist vorne

Beitragvon lucarius » 22.08.2015, 22:28

Ich fange meistens zuerst mit der groben Einteilung der Landschaften an. Wenn ich weiß, ob es eine Wüste ist, oder eher ein tropischer Regenwald, oder eine Steppe, oder Gebirge, kann ich darauf aufbauend festlegen, welche Eigenschaften die Lebewesen benötigen würden, um in dieser Gegend überleben zu können. Und sobald man die Bewohner und deren körperlichen Eigenschaften hat, kann man sich überlegen, welche Kultur am besten zu ihnen passt (vielleicht auch aufbauend auf die örtlichen Gegebenheiten. Was an dem Ort, wo sie leben können ihnen heilig sein, wovor können sie sich fürchten, welche Gefahren gibt es und was wäre ihrer Entwicklung förderlich. Meistens ergibt sich dann das eine aus dem anderen. aber natürlich gibt es kein Patentrezept. Man könnte halt auch damit anfangen, die Kultur eines Volkes, angelehnt vielleicht an wirklichen Kulturen unserer Erde, zu erschaffen und dann die Umgebung und Landschaft daran entsprechend anzupassen.

Im Zweifelsfall probiere ich verschiedene Varianten aus (mal fange ich mit dem einen an, mal mit dem anderen) und schaue, auf welchem Weg es besser voran geht. Wenn ich auf Weg A stecken bleibe, war es vielleicht nicht der richtige und ich probiere Weg B aus. Manchmal muss man einfach ausprobieren und auf sein Gefühl hören, ob der gewählte Weg der richtige ist (keine Scheu davon 100 Mal neu anzufangen, irgendwann macht es klick und man hat den richtigen Weg gefunden).
Mein Bruder verkauft einen Gedichtesammelband "Die besten Gedichte 2009/2010", wo auch eins seiner Gedichte mit drin ist. Den Band gibt es zwar auch woanders zu kaufen, aber mein Bruder hat selbst auch einige Exemplare zum Verkaufen erhalten
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Re: Die Erschaffung einer Welt - wo ist hinten, wo ist vorne

Beitragvon schreiberling » 23.08.2015, 01:30

Ich würde sagen, fang an mit der konkreten Geschichte die du erzählen willst. Mit deinen Protagonisten, Antagonisten, damit was sie für Leute sind, weil dafür brauchst du ja einen kulturellen Hintergrund. Und für einen kulturellen Hintergrund brauchst du ein Land.

Wenn da Magie vorkommt musst du dir überlegen, wie die zustandekommt (evtl auch die Religion entsprechend anlegen), wenn du deine Kulturen an Kulturen auf der Erde anlehnen willst, dann brauchst du entsprechende Landschaften, wenn du willst, dass dein Charakter x einen bestimmten Beruf hat, dann braucht es ein Setting, in dem es diesen Beruf geben kann, wenn da Drachen rumfliegen, musst du dir Ökosysteme überlegen, die so gefrässige Raubtiere zumindest ansatzweise plausibel ernähren können


Ich hab zB drei humanoide Rassen, die sich territorial nicht vermischen sollen, dafür habe ich einen Südkontinent (ähnlich Schwarzafrika) mit Tropenregion, Steppen und Wüsten und einen nördlichen Doppelkontinent der von einem Hochplateau und Gebirge ähnlich dem Himalaya/Tibet durchschnitten wird und wo der Südteil klimatisch in etwa Europa entspricht (gemässigt bis mediterran) und der Norden klimatisch von Skandinavien bis Arktis reicht entworfen. Das erschwert Migrationsbewegungen stark.

Dann habe ich real existiernde, und sich gelegentlich einmischende Götter (ähnlich dem indischen Polytheismus), dazu habe ich religiöse Kulte entworfen.

Dann gibt es Drachen, die meisten davon leben wie Zugvögel, im Sommer ernähren sie sich in der Tundra von den Bison und Mammutherden, von Walen und Robben, im Sommer leben sie auf dem Südkontinent von den Tieren der Steppen dort. Damit die Drachen auch angemessene Beutetiere haben habe ich die Megafauna, die bei uns nach der Eiszeit ja ausgestorben ist dort eingeführt, zT in noch wehrhafteren Varianten

Dann gibt es noch ein Magiesystem, das hat natürlich auch ziemliche Auswirkungen auf das Gesellschaftssystem in der die Menschen (und die anderen Rassen) leben.

Dann gab/gibt es 7 konkurrierende Adelsclans/Königreiche in dem Halbkontinent der Menschen, die brauchen natürlich ihre jeweiligen Länder, also muss ich das grössenmässig soweit glaubhaft gestalten und aufteilen.

Das habe ich quasi "passend" zu meiner Geschichte entworfen. Ohne diese Geschichte hätte ich diese darauf massgeschneiderte Welt nicht erfunden.
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Re: Die Erschaffung einer Welt - wo ist hinten, wo ist vorne

Beitragvon Maggi1417 » 23.08.2015, 10:21

Ich würde sagen, fang an mit der konkreten Geschichte die du erzählen willst.

Würde ich auch sagen. Verliere dich nicht zu sehr im World-Building. Plotte und schreibe deine Geschichte und konstruiere die Welt drum herum.
Ich glaube ich bin mittlerweile schon bei der dritten oder vierten Version meiner Welt-Karte, weil ich sie immer wieder den Erfordernissen des Plots anpassen muss.
Für alle anderen Aspekte gilt das selbe. Spielt Religion eine Rolle in deiner Gesichte? Ja, dann überlege dir zumindest grob, wie sie funktioniert. Nein? Dann reicht auch erst mal ein Platzhalter.

Die Leute bei Writing Excuses (kennst du?) haben mal über den berühmten Eisberg gesprochen.
Es gibt diesen Spruch, dass der Leser nur die Spitze des Eisbergs zu sehen bekommt, der Autor aber auch die
restlichen 90% unter Wasser kennen muss. Ist quatsch. Wir sind nicht Tolkien und wir haben keine Zeit Dekaden lang unsere Welt zu entwerfen, wenn wir irgendwann auch mal was schreiben wollen.
Entscheidend ist nur, dass der Leser den Eindruck bekommt, du würdest die 90% des Eisbergs kennen, die unter Wasser sind.

Für die Lebendigkeit der Geschichte ist es wichtig, dass du deine Welt mit Details ausstaffierst. Geschichtliche Ereignisse, Kultur, Religion, politische Beziehungen, wirtschaftliche Beziehungen, Sagen und Mythen, Kleidung, Spiele und Sport... aber du musst nicht wirklich wissen, was bei der Palastrevolte von 312 oder dem Erbfolgekrieg von Tamaryn wirklich passiert ist, du musst nicht wissen, was wortwörtlich in den heiligen Schriften der Rokari-Priester steht oder wie die Spielregeln von Tam'bur funktionieren oder wie der Wechselkurs von Tamarynischen Kronen zu Calaranischen Talern steht.

Wenn du dann allerdings einen Charakter brauchst, der im Erbfolgekrieg von Tamaryn mitgekämpft hat, kannst du Anfangen dir Gedanken zu machen, was da eigentlich abgegangen ist.

Heißt: Vergiss den roten Faden. Schreib deine Geschichte und füll sie mit Kram, der die Illusion einer komplexen, lebendigen Welt erzeugt. Mach dir Gedanken darüber, was hinter der Illusion steckt, wenn es deine Geschichte verlangt.

Und bitte, bitte, bitte: Beginne deine Geschichte nicht mit einem Welt-Erschaffungs-Mythos-Prolog, ok?
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Re: Die Erschaffung einer Welt - wo ist hinten, wo ist vorne

Beitragvon Milch » 23.08.2015, 12:40

schreiberling hat geschrieben:Ich würde sagen, fang an mit der konkreten Geschichte die du erzählen willst.


Fang mit der Geschichte und dem Thema an.
Wenn es dir Spaß macht, dann kannst du auch eine Weltbasteln, aber für den Roman muss es nicht zielführend sein.
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Re: Die Erschaffung einer Welt - wo ist hinten, wo ist vorne

Beitragvon SCHWARZFEDER » 23.08.2015, 14:35

Danke an alle! Dass es kein Patentrezept gibt, ist mir schon bewusst. Ich finde allerdings einfach keinen roten Faden für mich, wie ich am besten anfangen sollte, deswegen wollte ich erst einmal eine Welt erschaffen, in der zumindest territorial alles stimmt. Wo sind die Gebirge, wo die Sumpfländer und Steppen? Welches Klima herrscht wo? Ich möchte nicht einfach nur eine Karte zeichnen und sagen: ich bin hier der Gott, wenn ich sage das ist so, ist das so. Für mich als verkappter Perfektionist muss das auch alles zumindest ein bisschen Hand und Fuß haben (und nach meinen Möglichkeiten). Natürlich hab ich nicht die Zeit, ein komplettes Sonnensystem zu entwickeln, inkl. Entstehungsgeschichte des Planeten etc. pp. Aber wie schon gesagt: wenn ich einen Vulkan brauche, dann ist es auch wichtig, dass der Vulkan an der Stelle, wo er sein soll, auch Sinn macht ^^

Ich habe jetzt schon mal grob den Globus eingeteilt und werde den bekannten und wichtigen Teil der Welt heute einzeichnen. Anfangen, die Gebirgsketten aufzuziehen, die für eines meiner Völker wichtig sind. Dann kommen die Ozeane und der ganze Rest, während im Hinterkopf die Taranier schon Grenzscharmützel mit den Rabenbundern führen.
Wie macht ihr das bei euch? Erstellt ihr nur den wichtigen Teil der Welt und haltet "alles hinter den bekannten Grenzen" für mögliche Fortsetzungen oder das manchmal nötige Ass im Ärmel zurück?
Oder gibt es nur den "Megakontinent" auf einem Miniplaneten?

Maggi1417 hat geschrieben:Und bitte, bitte, bitte: Beginne deine Geschichte nicht mit einem Welt-Erschaffungs-Mythos-Prolog, ok?


Hahaha ... nee, das ist nur an einer Stelle wichtig, nämlich für die Magie, aber nicht mal da wird stehen: "Am Anfang schuf Gott ..." XD
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Re: Die Erschaffung einer Welt - wo ist hinten, wo ist vorne

Beitragvon Maggi1417 » 23.08.2015, 18:13

deswegen wollte ich erst einmal eine Welt erschaffen, in der zumindest territorial alles stimmt. Wo sind die Gebirge, wo die Sumpfländer und Steppen? Welches Klima herrscht wo? Ich möchte nicht einfach nur eine Karte zeichnen und sagen: ich bin hier der Gott, wenn ich sage das ist so, ist das so.
Ach so!
Also da kann ich dir diesen kleinen Einführungskurs von Brandon Sanderson empfehlen:
https://www.youtube.com/watch?v=4_cQfhgA89I

Und dann noch diesen Artikel von MythCreants:
http://mythcreants.com/blog/crafting-plausible-maps/

Wie macht ihr das bei euch? Erstellt ihr nur den wichtigen Teil der Welt und haltet "alles hinter den bekannten Grenzen" für mögliche Fortsetzungen oder das manchmal nötige Ass im Ärmel zurück?

Also ich habe tatsächlich nur den Kontinent kartographiert, der in meiner Geschichte auftaucht und auch da nur das Land in dem die Geschichte zum größten Teil stattfindet genauer (also mit Provinzen, Städten, Brücken, Bergpässen, Furten). In späteren Teilen werden auch andere Länder relevant, die entwerfe ich dann genauer, wenn es soweit ist.
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Re: Die Erschaffung einer Welt - wo ist hinten, wo ist vorne

Beitragvon SCHWARZFEDER » 24.08.2015, 12:57

Ich danke dir!
Das Video werde ich mir nachher mal ansehen. Den Beitrag fand ich sehr interessant! Wird mir sicher weiterhelfen!
Ich glaube auch, dass ich es mir viel zu kompliziert mache ^^ Mal sehen, ob es jetzt dann endlich voran geht.

Nochmals vielen Dank! <3
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