[Liebe] Die fünf Sinne....oder...die Kunst der Wahrnehmung

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[Liebe] Die fünf Sinne....oder...die Kunst der Wahrnehmung

Beitragvon Justine » 15.12.2007, 13:13

Die fünf Sinne...oder...die Kunst der Wahrnehmung

Erkenne mich
entziffre meine Seele
sehe in Sie ein
und dort, was du erkennst
nimm es wahr

Lausche der Melodie
meines Herzens
höre genau hin
und horch
was es dir leise flüstert

Ein Lied unseren Klang wiedergibt…
…nur für dich gestimmt

Atme tief ein
spüre diesen Duft
fühle ihn, nimm ihn wahr
schmecke ihn…

schmecke mich…

Ertaste dich
durch mich
befühle meinen Körper
fühl dich
bis in mich hinein

fühle mich…

...eins
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Beitragvon Sten » 15.12.2007, 13:57

Hallo Justine,

klasse Thema. Ich raufe dennoch etwas die Haare. : )

Es ist mir etwas zu ungeordnet bzw. eher, ich glaube es liegt daran, daß es zuviel ist für den Inhalt oder umgekehrt: Ich finde den Inhalt zu wenig für die Zeilenanzahl. Es kommt zu Ähnlichkeiten des Ausgesagten.

Bsp: 1. Strophe
Erkenne mich, entziff´re meine Seele, sehe in sie ein, und dort, was Du erkennst, nimm´ es wahr.


Zweimal erkennen (für sich genommen nicht schlimm, finde ich), es dreht sich ums Sehen, da ist die Seele. Also grob gesagt zwei Komponenten für 5 Zeilen. Ich würde da kürzen, straffen, intensivieren oder mit verschiedenen Bildern arbeiten, Bilder hineinbringen.
Auf der anderen Seite kann gerade das Wiederholen erwünscht sein, ebenso die Einfachheit (Wenigkomponenten – sage ich jetzt mal), die eine Klarheit und ein Hindringen (eine Art von Eindringlichkeit) erbringen, was dann Dichte schafft. Hm... ich bringe ja auch manchmal in meinen Gedichten Wiederholungen hinein, vermutlich wirken sie dann so, wie Deine auf mich: Etwas zuviel. Interessant, muß ich mir für meine Gedichte merken. Es ist aber auch lesartabhängig.

Sehen- hören- riechen - schmecken - tasten

Dieser Reihenfolge hat Dein Gedicht, riechen/schmecken teilen sich zusammen eine Strophe.

Ich "mußte" das Gedicht mehrmals lesen. Der Sprung zwischen dem Du und dem Ich zuweisen. Ich dachte erst, das liegt vermutlich jedoch an mir selbst, das "Du" wäre Dein "ich". Also Selbstgespräch. Es liegt an mir, weil ich für mich selbst oft so schreibe und das dann bei anderen fast automatisch auch so lese. Das hielt bis zum Einschub "Ein Lied unseren Klang wiedergibt… …nur für dich gestimmt". Unseren? Also doch zwei Menschen und nicht einer im Selbstgespräch.

Das "fühle mich… ...eins" ließ mich wieder schwanken. Ich hatte das Problem zu erkennen, wer wem dient. Er oder Sie soll/darf ich Dich hineinsehen, fühlen usw.. dann geht es wieder zum Ich. Wer ist in dem Gedicht der Geber, wer der Nehmer? Wer zeigt wem etwas und wer erhält. Uns/Wir oder Er/Sie bzw. Du?

Diese ganzen Überlegungen inmitten, störten das Aufnehmen des Gedichtes.

Zur Klarheit/Einfachheit/Ein-/Dringlichkeit nochmal: Wenn man mit wenigen Komponenten agiert, dann "müssen" diese so punktiert gesetzt werden, daß nichts überflüssig ist. Bzw. das wäre lediglich eine Möglichkeit, gibt ja zig Arten zu schreiben und auch zu interpretieren. Sehe das so wie mit klarem Quellwasser. Alles, was an Farbe hineinkommt, trübt das Wasser. Das Wasser wirkt aus sich alleine heraus, es braucht keinerlei Zusatz, keinerlei Schnörkel und kein Zuviel. Und neben dem Quellwasser stehen dann weiterhin Dinge, die ebenso aus sich selbst heraus sind. Solche Gedichte haben dann oft unauffällige Zwischenwörter, ja... Füllwörter, die aber dann die tragende Aufgabe übernehmen. ZB: sind dort die Adjektive oft gestochen scharf und nur dieses eine bestimmte Adjektiv paßte dann auf zB. das Quellwasser. Was auch unüblich sein darf. ZB. lautes Quellwasser (unüblihc, weil ich jetzt vom Quellwasser im Glas ausgegangen bin und nicht von einer sprudelnden Quelle in der Natur).

Bin jetzt ganz ab vom Padd gekommen und etwas herumgewurbelt habe. Sorry.

Dein Gedicht, es hat mich beschäftigt. :D Danke für´s Einstellen. : )
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Beitragvon Justine » 15.12.2007, 14:08

Du bringst es auf den Punkt und dafür dank ich Dir!

Ich weiß selbst nicht, habe vor drei Wochen mir ein leeres Worddokument vorgenommen drei Seiten mit den fünf Sinnen bombardiert....das, was hier zu lesen ist war das Resultat. Ich ging tief in die Marterie.

Die unterschiedlichen Perspektiven waren so angedacht, weil es um die Wahrnehmung der fünf Sinne geht, die einerseits ineinander verschmelzen und zwei Menschen zu einem Teil machen...innige Empathie.

Gleicht irgendwie einer Assoziationskette....

Einerseits wollte ich versuchen, ohne genaue Bilder zu arbeiten und trotzdem starke Gefühle...innige Gefühle zum Vorschein bringen...Seiten zeigen, die nicht immer deutlich zu erkennen sind.

Wiederum kommt es mir selbst sehr leer vor, daher habe ich es hier reingestellt, weil ich so verbissen in dieses Gedicht schon seit Tagen bin und ich es einfach nicht hin bekomme. Und mich selbst frage, warum es mir nicht gelingt.

Ich glaube, ich bin viel zu verbissen auf das SEHEN, HÖREN, RIECHEN, SCHMECKEN, TASTEN an sich, einerseits möchte ich keine großen Umschreibungen finden...andererseits....hmmm....ich weiß nich...
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Beitragvon fossygirl1 » 15.12.2007, 17:53

Liebe Justine,

ich lese das Gedicht und bekomme Gänsehaut. Demzufolge kann ich mich in den Text hineinversetzen, und beim Lesen ist alles flüssig.
Die Worte, und die Schreibweise, die du wählst, soll ja das Gefühlte noch verstärken. Das kommt mir selbst bekannt vor.
Also, meine Meinung, die immer nur darauf basiert, was ich beim Lesen empfinde ist, absolut sehr gut. Wenn ich Gänsehaut bekomme, und "wow" sage, dann ist alles vollkommen in Ordnung. :D
Ich wüßte nicht, was ich bemängel müßte.
Man muß wirklich darauf achten, wer nach Bauchgefühl schreibt, und wo die rationale Seite überwiegt. Schon interessant das Ganze.
Gefühle beschreiben oder über die Sinne, das ist nicht leicht, wenn man nicht intensiv selbst fühlen kann oder vieles zu nüchtern betrachtet.

Weiter so.
Liebe Grüsse
fossygirl
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Re: Die fünf Sinne....oder...die Kunst der Wahrnehmung

Beitragvon Marion Baccarra » 17.12.2007, 16:03

Justine hat geschrieben:Die fünf Sinne...oder...die Kunst der Wahrnehmung

Erkenne mich
entziffre meine Seele
sehe in Sie ein
und dort, was du erkennst
nimm es wahr


Hallo Justine

entziffre passt für mich nicht so zu deinen Zeilen.

entziffre..Ziffern,..Zahlen...

vielleicht "entschlüssel, oder entschlüss´le meine Seele.

Wäre soetwas eine Möglichkeit??


Lausche der Melodie
meines Herzens
höre genau hin
und horchwas es dir leise flüstert


höre und horch..zwei mal fast das selbe.

Lausche der Melodie meines Herzens
und horche, was sie dir leise flüstert.

Ich weiß. es sind nur zwei Zeilen.

Aber aus denen kann man auch vier machen.

Lausche;
der Melodie meines Herzens.
Und horche,
was sie dir leise flüstert.

Vielleicht so?



Deine Idee, mit den fünf Sinnen, finde ich fantastisch.

Auch wie du es umgesetzt hast.

In Liebe für Ihn, für euch.

Ihn "sehend" machen mit all´deinen euren Sinnen.

Sehr gerne gelesen. :wink:

Marion
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Beitragvon Justine » 20.12.2007, 00:36

Ihn "sehend" machen mit all´deinen euren Sinnen.

Du sagst es Marion, genauso habe ich es gemeint. Nicht nur sehend machen, sondern mit allen Sinnen tief im Herzen spüren...fühlen...riechen...usw.. Kurz und bündig...direkt...ohne viel drum herum, doch wirkt es irgendwie trotzdem leer. Vielleicht hätte ich ja doch ein wenig "drum herum" schreiben sollen.

Ich wollte die fünf Sinne nur erpüren lassen, wie Sie dann zum Schluss eins werden.
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