[DarkFan] Die Gestalt des Todes - Prolog [1/2]

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[DarkFan] Die Gestalt des Todes - Prolog [1/2]

Beitragvon Kaname1 » 09.10.2014, 02:13

Hallo liebe Schreibwerkstättler,
Mein Projekt ist zu ca. 70% fertiggeplottet (zumindest in meinem Kopf, das Ganze muss natürlich noch schriftlich festgehalten werden) und ich wollte schon ein paar Wordseiten füllen. Leider bin ich total unschlüssig, wie ich den Einstieg in die Geschichte gestalten soll. :? In anderen Worten: Welche Szene nehme ich als Prolog?
Mir persönlich ist es lieber, wenn ich als Leser sofort in die Handlung geworfen werde und die Informationen erst stückweise erhalte. Deswegen habe ich für mein Projekt eine Szene gewählt, die vor allem Spannung und Lust zum Weiterlesen vermitteln soll. Eben so einen Touch Mystik und offene Fragen.
Könntet ihr vielleicht überprüfen, ob mir das gelungen ist? (man ist selbst ja bekanntlich betriebsblind :mrgreen: )
Oder ist es zu wenig/zu viel Infodump? Zu viele offene Fragen? Würdet ihr überhaupt weiterlesen?

So und zuletzt: Leider kann ich den Prolog nicht auf einmal hochladen :cry: Er hat 1432 Wörter. *seufz*
Daher werde ich ihn aufteilen müssen. Klingt wahrscheinlich etwas komisch, wenn der Text mittendrin aufhört, aber ich kopiere natürlich so bald wie möglich einen Link zum zweiten Teil rein.
Ach ja, die Absätze sind fürs leichtere Lesen da.

Aber genug gequasselt. Viel Spaß beim Lesen!
LG Sandra :D

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Der Boden zischte unter seinen Füßen.
Unruhig betrachtete Caius den Rauch, der bei jedem seiner Schritte emporstieg und sich zu einer gestaltlosen Wand verdichtete.
Das Dämmerlicht schnitt nur geringfügig durch den Nebel.
Caius fluchte. Er konnte den Weg vor ihm kaum erkennen, doch sein Gefühl sagte ihm, dass die Bestien jeden Moment aufkreuzen würden. Seit geraumer Zeit – obwohl hier streng genommen keine Zeit zu vergehen schien – gab es viele von ihnen.
In dieser Höhle mutierten früher oder später alle Insassen zu denselben Kreaturen ohne Verstand und Gewissen. Ein letztes Aufbäumen des kläglichen Lebens, das ihnen blieb, bevor der Körper in sich zusammenbrach.
Niemand konnte dem Tod entfliehen. Sie waren alle hierher gebracht worden, um zu sterben. Die Stimmen der Toten, die an den Wänden widerhallten, erinnerten jeden aufs Neue daran.
Es war ein schleichender Prozess. Krallen würden aus deinen Fingern sprießen, sagte man, und dein Verstand würde zerfließen wie Schnee in der Sonne. Dabei rätselte man lange nicht mehr, wie man es abwenden könnte; es ging einzig und alleine um die Frage, wann es passieren würde.
Caius hob seine rechte Hand und hielt sie sich dicht vor Augen.
Helle Haut.
Fünf Finger.
Ein scheinbar beruhigender Anblick, aber der stechende Schmerz, der sich von seiner Schulter abwärts bis in die Fingerspitzen zog, belehrte ihn eines Besseren. Im Gegenteil, Caius ahnte, dass das lediglich der Anfang war, den so viele vor ihm bereits erlebt hatten. Der Anfang vom Ende.
Doch er unterschied sich von den anderen. Er hatte keine Hemmungen. Er musste nicht erst zu einer Bestie werden, um sein Gewissen zu verlieren. Die zahlreichen Mutationen in letzter Zeit stimmten ihn nicht melancholisch; sie kamen ihm gelegen.

Wortlos blieb Caius stehen und lehnte sich an die Höhlenwand. Sofern er es in dem Nebel richtig erkennen konnte, befand er sich kurz vor einer Kreuzung, einer Stelle, an der die Chancen gut standen, einer Bestie zu begegnen. Die Höhle war zugleich ein Labyrinth von gewaltigen Ausmaßen, das niemand je vollständig erforscht hatte. Wozu auch? Wo der Ausgang lag, war allen bewusst, aber die magische Barriere vereitelte jeden Fluchtversuch.
Caius biss vor Anstrengung die Zähne zusammen, als er einen seiner Füße vom Boden löste. Das Zischen erklang wieder, eine Wolke schwarzen Rauchs umhüllte sein rechtes Bein, dann fielen die Nebelschwaden von ihm ab.
Schon lange hatte er begriffen, dass die Gefahr vom Höhlenboden ausging. So wurde die Lebensenergie unentwegt absorbiert. Die Wände waren zu glatt, um sich an die Decke zu flüchten und mögliche Hilfsgegenstände gab es nicht. Nur die Kleider am eigenen Leib konnte man versuchen, als Decke zu verwenden, doch selbst dem wurde anscheinend vorgesorgt: Sobald man sich eines Kleidungsstückes entledigte, löste es sich in Staub auf.
Unwillkürlich stieß Caius einen Schmerzenslaut aus. Jede Faser seines Körpers war zum Zerreißen gespannt, wie Flammen leckte die Erschöpfung an seinen Gliedern. Auf einem Bein zu stehen verlangte ihm hier mehr Kraft ab, als es in der echten Welt je möglich gewesen wäre.

Dann – die Rettung. Ein Brüllen, das den Boden erzittern ließ.
Endlich. Caius‘ Lippen verzogen sich zu einem grimmigen Lächeln. Gleich darauf stieß er sich von der Wand ab und stellte sich der Bestie.
Sie war größer, als er erwartet hatte. Mit dem haarigen, bärenähnlichen Kopf berührte sie gar die drei Meter hohe Decke. Die Vorderbeine hingegen waren etwas zu kurz, sodass sich die Kreatur mehr schlecht als recht auf allen Vieren fortbewegte.
„Die Viecher werden immer hässlicher“, bemerkte Caius trocken, als sein Blick an dem stellenweise kahlem Fell hängen blieb. Trotz der äußerlichen Unterschiede konnte er die Gestalt vor ihm klar als Bestie identifizieren. Allein die blutunterlaufenen Augen und die Säbelzähne waren Beweis genug.
Caius nahm eine geduckte Haltung ein. Die Bestie brüllte ein zweites Mal.
Speicheltropfen gemischt mit einem entsetzlichen Gestank wirbelten durch die Luft auf ihn zu, aber Caius zwang sich, die Augen offen zu halten.
Im nächsten Moment holte die Kreatur mit ihrer Pranke aus. Caius sprang zur Seite, doch da schnellte der Schweif des Biests hervor und schlug ihn zu Boden.
Alles, was er spürte, war eine Welle von Schmerz, als sich die Erde begierig an seinen Rücken saugte. Wie ein Schlund zehrte sie an seinen Kräften, so unersättlich, dass Caius einen Augenblick lang schwarz vor Augen wurde.
Halt. Das durfte nicht sein. Er durfte nicht liegen bleiben. Sonst hatte er schon verloren. Sonst würde er... Panisch blinzelte Caius die Dunkelheit weg.
„Verdammte Scheiße!“ Mit aller Kraft rappelte er sich auf, gerade noch rechtzeitig, um einem weiteren Hieb der Bestie zu entgehen.

Sein Verstand arbeitete fieberhaft. Auf keinen Fall konnte er zulassen, dass noch mehr Bestien ihren Weg hierher fanden. Eine alleine genügte; mit einer sollte er fertig werden können.
Solange er Ruhe bewahrte. Ja. Konzentration. Das brauchte er. Er musste sich konzentrieren und das letzte Bisschen an Kraft in ihm zusammenkratzen. Stärke. Seine Stärke. Niemand konnte ihm etwas anhaben. Ja, das war es. Niemand konnte ihn bezwingen.
Der Tag seiner Rache würde kommen, der Tag, an dem er sie alle umbringen würde. Jeden einzelnen. Diese hässliche Kreatur vor seinen Augen war erst der Anfang.
Caius spürte, wie Elektrizität seine Adern durchzog. Zunächst nur ein Knistern, dann mehr, ein Blitz, ein Gewitter. Strom.
Die Bestie stürzte sich auf ihn, das Maul weit aufgerissen; die Klauen bohrten sich in seine Schultern.
Sofort drückte ihn das Gewicht des Monsters zu Boden. Wieder der Aufprall, wieder der Schmerz, doch es konnte ihn nicht töten, niemand konnte das – Ein Kreischen hallte an den Wänden wider.
Heulend ließ die Bestie von ihm ab und wollte davonstolpern, aber ihre zuckenden Gliedmaßen trugen sie nicht länger.
Und dann konnte er nicht anders.
Caius musste grinsen. Es war, als würden sich seine Mundwinkel von selbst heben bei dem Anblick, der sich ihm bot. Die Schmerzen rückten in den Hintergrund; sogar das Aufstehen fiel Caius leichter.
Mit demselben Lächeln auf den Lippen sah er dem Toben der Bestie eine Weile zu. Weidete sich an der Hilflosigkeit, in der sie versuchte, ihre Beine zu bewegen. Beobachtete den Speichel, der über ihre zitternde Schnauze rann, während ihre Zähne immer wieder aufeinanderstießen. Die Kreatur hatte die Kontrolle über ihren Körper verloren.
Caius liebte es.

Erst nachdem er das Bild detailgetreu in sich aufgenommen hatte, schwand das Hochgefühl. Nun war es an der Zeit, dem Ganzen ein Ende zu bereiten. Ein weiterer Stromschlag sollte genügen.
Beinahe gelangweilt konzentrierte er die nötige Restenergie in seiner Faust und setzte zum Angriff an.
Da wirbelte die Bestie herum.

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2. Teil -> die-gestalt-des-todes-prolog-t51715.html
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Re: [DarkFan] Die Gestalt des Todes - Prolog [1/2]

Beitragvon snoopylein90 » 09.10.2014, 10:55

Hallo erstmal,

ich habe mir dein Werk zur Brust genommen und fürchte, dass du jetzt viel Kritik einstecken musst. So ging es mir am Anfang auch also bitte sei nicht traurig oder demotiviert wenn du meinen Kommentar liest. Zunächst möchte ich deine grandiose Fantasie loben. An Ideenreichtum mangelt es dir nicht. Die Umsetzung ist eher das Problem. Also für einen Prolog finde ich den Text zu lang. Zum anderen werde ich ganz schön mit Informationen überrannt. Und zwar viele Behauptungen oder einfach nur Sätze die du in den Raum stellst, aber nicht erklärst. Um tiefe in die Geschichte zu bringen fehlen dir auch einige Details, die ich dir im Text markiert habe. Ich weiß, dass Caius in einer Höhle ist, aber ich weiß nicht warum. Ich weiß nicht warum die Leute alle mutieren? Ist Caius überhaupt ein Mensch? Fragen über Fragen.

Ich hoffe ich konnte dir helfen.


Der Boden zischte unter seinen Füßen. (Hier würde mich interessieren welcher Untergrund es ist. Ist es Moor, ist es Stein, ist er glitschig)
Unruhig betrachtete Caius den Rauch, der bei jedem seiner Schritte emporstieg und sich zu einer gestaltlosen Wand verdichtete.
Das Dämmerlicht schnitt (das Wort passt hier nicht, entweder es ist so hell, dass es den Nebel durchschneidet oder nicht, dann eher: Caius kniff die Augen zusammen, um sich zu orientieren. Nur wenig Licht drang durch den Nebel) nur geringfügig durch den Nebel.
Caius fluchte. (Lass ihn doch fluchen. "Verdammt nochmal!") Er konnte den Weg vor ihm kaum erkennen, doch sein Gefühl sagte ihm, dass die Bestien jeden Moment aufkreuzen würden. Seit geraumer Zeit – obwohl hier streng genommen keine Zeit zu vergehen schien – gab es viele von ihnen. (Da du hier die Bestien zum ersten Mal erwähnst, wünsche ich mir als Leser ein wenig mehr davon zu erfahren. Gib diesen Wesen doch einen Namen, dann wird es gleich viel persönlicher. Und warum vergeht hier die Zeit nicht?)
In dieser Höhle mutierten früher oder später alle Insassen zu denselben Kreaturen ohne Verstand und Gewissen. Ein letztes Aufbäumen des kläglichen Lebens, das ihnen blieb, bevor der Körper in sich zusammenbrach. (Hier frage ich mich ob das auch mit ihm passiert. Und warum er überhaupt hier ist? Soll er die Kreaturen töten? Warum wenn sie sowieso sterben werden?)
Niemand konnte dem Tod entfliehen. Sie waren alle hierher gebracht worden, um zu sterben. Die Stimmen der Toten, die an den Wänden widerhallten, erinnerten jeden (Tag) aufs Neue daran. (Sind das Geister oder bildet er sich die Stimmen ein oder sind es vielleicht die Sterbenden?)
Es war ein schleichender Prozess. Krallen würden aus deinen Fingern sprießen, sagte man (hier gefällt mir das sagte man gar nicht, das schafft so eine Distanz. Lass ihn sich doch daran erinnern, wie er diese Geschichten von seiner Großmutter gehört hat oder irgendjemand den er kennt), und dein Verstand würde zerfließen wie Schnee in der Sonne. Dabei rätselte man lange nicht mehr, wie man es abwenden könnte; es ging einzig und alleine um die Frage, wann es passieren würde.
Caius hob seine rechte Hand und hielt sie sich dicht vor Augen.
Helle Haut. (lass ihn das denken: Ich persönlich schreibe Gedanken kursiv. Ist aber Geschmackssache)
Fünf Finger.
Ein scheinbar beruhigender Anblick, aber der stechende Schmerz (den stechenden Schmerz hätte ich davor erwähnt, es ist ja nicht so, dass er die Hand anschaut beruhigt ist und dann tut auf einmal etwas weh.), der sich von seiner Schulter abwärts bis in die Fingerspitzen zog, belehrte ihn eines Besseren. Im Gegenteil, Caius ahnte, dass das lediglich der Anfang war, den so viele vor ihm bereits erlebt hatten. Der Anfang vom Ende. (Das würde ich ihn auch aktiver denken lassen.)
Doch er unterschied sich von den anderen. Er hatte keine Hemmungen. Er musste nicht erst zu einer Bestie werden, um sein Gewissen zu verlieren. Die zahlreichen Mutationen in letzter Zeit stimmten ihn nicht melancholisch; sie kamen ihm gelegen. (gibt es an seinem Körper bereits Veränderungen? Wenn ja wüsste ich gerne welche und zwar an dieser Stelle. Warum mutieren alle dort? Ist das ein Virus?)

Wortlos (das kannst du dir sparen, weil wenn er nichts sagt ist klar dass es wortlois ist.) blieb Caius stehen und lehnte sich an die Höhlenwand. Sofern er es in dem Nebel richtig erkennen konnte, befand er sich kurz vor einer Kreuzung, einer Stelle, an der die Chancen gut standen, einer Bestie zu begegnen. (warum ist er da so sicher? Hat er bereits einige dort getroffen?) Die Höhle war zugleich ein Labyrinth von gewaltigen Ausmaßen, das niemand je vollständig erforscht hatte. Wozu auch? Wo der Ausgang lag, war allen bewusst, aber die magische Barriere vereitelte jeden Fluchtversuch. (Hier frage ich mich, warum sie dann in einer solchen Irrgarten Höhle sind, wenn doch eine Zauber dafür sorgt, dass sie nicht herauskommen.)
Caius biss vor Anstrengung die Zähne zusammen, als er einen seiner Füße vom Boden löste. Das Zischen erklang wieder, eine Wolke schwarzen Rauchs umhüllte sein rechtes Bein, dann fielen die Nebelschwaden von ihm ab.
Schon lange hatte er begriffen, dass die Gefahr vom Höhlenboden ausging. So wurde die Lebensenergie unentwegt absorbiert.( Das hätte ich auch am Anfang erwähnt.) Die Wände waren zu glatt, um sich an die Decke zu flüchten und mögliche Hilfsgegenstände gab es nicht. Nur die Kleider am eigenen Leib konnte man versuchen, als Decke zu verwenden, doch selbst dem wurde anscheinend vorgesorgt: Sobald man sich eines Kleidungsstückes entledigte, löste es sich in Staub auf. (hier klingt es so als wollte man den schnellstmögliche Tod für die Insassen. Warum? SInd es Straftäter, die dort eingesperrt wurden?)
Unwillkürlich stieß Caius einen Schmerzenslaut aus.(welchen? Ein Ächzen. EIn Stöhnen) Jede Faser seines Körpers war zum Zerreißen gespannt, wie Flammen leckte die Erschöpfung an seinen Gliedern. Auf einem Bein zu stehen verlangte ihm hier mehr Kraft ab, als es in der echten Welt je möglich gewesen wäre. (warum? Wegen dem Boden, der ihm die Energie aussaugt? Oder weil er schon so geschwächt ist?)

Dann – die Rettung. Ein Brüllen, das den Boden erzittern ließ. (Warum ist die Bestie seine Rettung? Muss er sich an ihr ernähren oder bringt ihm der Tod der Bestie neue Energie?)
Endlich. (auch kursiv) Caius‘ Lippen verzogen sich zu einem grimmigen Lächeln. Gleich darauf stieß er sich von der Wand ab und stellte sich der Bestie.
Sie war größer, als er erwartet hatte. Mit dem haarigen, bärenähnlichen Kopf berührte sie gar die drei Meter hohe Decke. Die Vorderbeine hingegen waren etwas zu kurz, sodass sich die Kreatur mehr schlecht als recht auf allen Vieren fortbewegte.
„Die Viecher werden immer hässlicher“, bemerkte Caius trocken, als sein Blick an dem stellenweise kahlem Fell hängen blieb. Trotz der äußerlichen Unterschiede konnte er die Gestalt vor ihm klar als Bestie identifizieren. (Welche äußerlichen Unterschiede?) Allein die blutunterlaufenen Augen und die Säbelzähne waren Beweis genug.
Caius nahm eine geduckte Haltung ein. Die Bestie brüllte ein zweites Mal.
Speicheltropfen gemischt mit einem entsetzlichen Gestank wirbelten durch die Luft auf ihn zu, aber Caius zwang sich, die Augen offen zu halten.
Im nächsten Moment holte die Kreatur mit ihrer Pranke aus. Caius sprang zur Seite, doch da schnellte der Schweif des Biests hervor und schlug ihn zu Boden.
Alles, was er spürte, war eine Welle von Schmerz, als sich die Erde begierig an seinen Rücken saugte. Wie ein Schlund zehrte sie an seinen Kräften, so unersättlich, dass Caius einen Augenblick lang schwarz vor Augen wurde.
Halt. Das durfte nicht sein. Er durfte nicht liegen bleiben. (Würde ich ihn auch aktiv denken lassen!) Sonst hatte er schon verloren. Sonst würde er... Panisch blinzelte Caius die Dunkelheit weg.
„Verdammte Scheiße!“ Mit aller Kraft rappelte er sich auf, gerade noch rechtzeitig, um einem weiteren Hieb der Bestie zu entgehen.

Sein Verstand arbeitete fieberhaft. Auf keinen Fall konnte er zulassen, dass noch mehr Bestien ihren Weg hierher fanden. Eine alleine genügte; mit einer sollte er fertig werden können.
Solange er Ruhe bewahrte. Ja. Konzentration. Das brauchte er. Er musste sich konzentrieren und das letzte Bisschen an Kraft in ihm zusammenkratzen. Stärke. Seine Stärke. Niemand konnte ihm etwas anhaben. Ja, das war es. Niemand konnte ihn bezwingen. (Hier verstehe ich nicht von welcher Stärke er spricht. Hat er eine besondere Fähigkeit? Wenn ja hätte ich das auch gerne ein bisschen früher erfahren.)
Der Tag seiner Rache würde kommen, der Tag, an dem er sie alle umbringen würde. Jeden einzelnen. Diese hässliche Kreatur vor seinen Augen war erst der Anfang. (Warum hegt er einen solchen Hass gegen diese Biester. Haben sie seine Familie getötet?)
Caius spürte, wie Elektrizität seine Adern durchzog. Zunächst nur ein Knistern, dann mehr, ein Blitz, ein Gewitter. Strom.( Ist es nur das Gefühl als ob ihn ein Blitz durchzuckt, ober durchzuckt ihn wirklich ein Blitz? Und warum spürt er das?)
Die Bestie stürzte sich auf ihn, das Maul weit aufgerissen; die Klauen bohrten sich in seine Schultern. (Also hier sollte er doch Schmerzen spüren oder?)
Sofort drückte ihn das Gewicht des Monsters zu Boden. Wieder der Aufprall, wieder der Schmerz, doch es konnte ihn nicht töten, niemand konnte das (Warum konnte ihn niemand töten? Ist er wirklich unsterblich oder redet er sich das nur ein um am Leben zu bleiben) – Ein Kreischen hallte an den Wänden wider.
Heulend ließ die Bestie von ihm ab und wollte davonstolpern, aber ihre zuckenden Gliedmaßen trugen sie nicht länger. (Warum schreit die Bestie, wie hat er sie jetzt verletzt?)
Und dann konnte er nicht anders.
Caius musste grinsen. Es war, als würden sich seine Mundwinkel von selbst heben bei dem Anblick, der sich ihm bot. Die Schmerzen rückten in den Hintergrund; sogar das Aufstehen fiel Caius leichter. (Warum muss er grinsen? Weil er das Tier erledigt hat?)
Mit demselben Lächeln auf den Lippen sah er dem Toben der Bestie eine Weile zu. Weidete sich an der Hilflosigkeit, in der sie versuchte, ihre Beine zu bewegen. Beobachtete den Speichel, der über ihre zitternde Schnauze rann, während ihre Zähne immer wieder aufeinanderstießen. Die Kreatur hatte die Kontrolle über ihren Körper verloren.
Caius liebte es. (Warum tötet er sie nicht einfach sondern sieht ihr beim Leiden zu? Wo kommt der HAss her?)

Erst nachdem er das Bild detailgetreu in sich aufgenommen hatte, schwand das Hochgefühl. (Hier sagst du dem Leser, dass er es Detailgenau wahrnimmt aber du zeigst dem Leser überhaupt keine Details) Nun war es an der Zeit, dem Ganzen ein Ende zu bereiten. Ein weiterer Stromschlag sollte genügen. (Hat er dem Wesen einen Stromschlag verpasst? Oder hat er eine Waffe bei sich?)
Beinahe gelangweilt konzentrierte er die nötige Restenergie in seiner Faust und setzte zum Angriff an.
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Re: [DarkFan] Die Gestalt des Todes - Prolog [1/2]

Beitragvon Kaname1 » 09.10.2014, 13:56

Hi snoopylein,
Vielen Dank für deine Einschätzung! Und keine Sorge, ich bin dir nicht böse. ;)
Manche deiner Anmerkungen sind sehr hilfreich, in anderen Punkten muss ich dir jedoch klar widersprechen.
Zunächst: Wenn ich dich richtig verstanden habe, waren dir zu viele offene Fragen in dem Prolog. Du würdest also nicht weiterlesen, weil du dich zu wenig auskennst. Damit kann ich doch schon etwas anfangen. :)

Gut, dann will ich mal näher auf deine Antwort eingehen.

Also für einen Prolog finde ich den Text zu lang.


Etwas über 1000 Wörter findest du zu lang? Das sehe ich nicht so. Ich habe genügend Bücher gelesen, in welchen der Prolog doppelt so lang ist. Ich wüsste jetzt auch nicht von einer Art Regel, die den Umfang eines Prologs einschränkt. Aber ich schätze, das ist eine persönliche Meinung.

Der Boden zischte unter seinen Füßen. (Hier würde mich interessieren welcher Untergrund es ist. Ist es Moor, ist es Stein, ist er glitschig)


Mir war wichtig, dass der erste Satz eher kurz gehalten ist. Ich selbst mag elend lange Einstiegssätze nämlich nicht; sie verleiten mich nicht wirklich zum Weiterlesen.
Aber deine Anmerkung werde ich im Hinterkopf behalten, danke! Gegebenenfalls kann man das ja noch einbauen, wenn es für die Atmosphäre der Geschichte wichtig ist. Mal sehen, ob andere auch so empfinden.
Seit geraumer Zeit – obwohl hier streng genommen keine Zeit zu vergehen schien – gab es viele von ihnen. (Da du hier die Bestien zum ersten Mal erwähnst, wünsche ich mir als Leser ein wenig mehr davon zu erfahren. Gib diesen Wesen doch einen Namen, dann wird es gleich viel persönlicher. Und warum vergeht hier die Zeit nicht?)
-> "Bestie" - das ist sozusagen ihr Name. Keiner in der Höhle hat sich darum bemüht, den Monstern einen echten Namen zu geben. Wäre auch irgendwie sinnlos für sie. :D
(Hier frage ich mich ob das auch mit ihm passiert. Und warum er überhaupt hier ist? Soll er die Kreaturen töten? Warum wenn sie sowieso sterben werden?)

(Sind das Geister oder bildet er sich die Stimmen ein oder sind es vielleicht die Sterbenden?)


Puh, da fällt es mir auch schwer, die Grenze zwischen "langweilig" und "zu viele offene Fragen" zu finden. Wer möchte denn eine genaue Gebrauchsbeschreibung des Ortes inklusive einer umfassenden Personenbeschreibung des Protas lesen? Würde ich alles haarklein beschreiben, wäre doch die ganze Spannung weg, geschweige denn von dem Klumpen Infodump, den ich in den Text hineinverarbeiten müsste.
Die Antworten auf deine Fragen sollen als Geheimnisse dienen, die erst später - nach dem Prolog - gelüftet werden. Außerdem widerstrebt es mir, dem Leser alles vorzukauen. Ich möchte immer noch ein wenig Interpretationsspielraum lassen. Ob er sich die Stimmen nur einbildet, kann der Prota selbst gar nicht wissen. Warum sollte ich es dann dem Leser verraten? Ich schreibe schließlich aus Caius' Perspektive. :)

Aber es hilft mir sehr, dass du es als zu viel des Guten empfunden hast. Ich hatte schon die Befürchtung, dass es manchem Leser zu undurchsichtig sein könnte, zu viele Rätsel und Fragen. :) Dann müsste ich mir natürlich einen neuen Anfang überlegen, der nicht ganz so geheimnisvoll ist.
Ich werde auf weitere Kommentare warten und bin gespannt, wie sich andere Leser in dieser Hinsicht fühlen. Dann kann ich herausfinden, ob diese offenen Fragen generell abschrecken. Kann zum Beispiel gar keine Spannung aufkommen, weil sich der Leser nur bedingt auskennt?

Krallen würden aus deinen Fingern sprießen, sagte man (hier gefällt mir das sagte man gar nicht, das schafft so eine Distanz. Lass ihn sich doch daran erinnern, wie er diese Geschichten von seiner Großmutter gehört hat oder irgendjemand den er kennt)


Das mit der Distanz ist eher Absicht. Caius hat mit den anderen Insassen nicht viel zu tun, daher ist es ihm auch schnurzegal, wer genau das gesagt hat. Die Idee mit der Großmutter ist nett, passt aber überhaupt nicht zu seinem Charakter. ;)

(lass ihn das denken: Ich persönlich schreibe Gedanken kursiv. Ist aber Geschmackssache)


Uhh, nein. Du hast Recht, das ist Geschmackssache. Ich persönlich hasse das. Meiner Meinung nach muss man Gedanken nicht kursiv schreiben, wenn es doch klar ist, dass die Person denkt.

Wortlos (das kannst du dir sparen, weil wenn er nichts sagt ist klar dass es wortlois ist.)


Stimmt. Ich brauche das Adjektiv eher, um den flüssigen Leserythmus beizubehalten. :XD: Ich werde darüber nachdenken, danke!

Unwillkürlich stieß Caius einen Schmerzenslaut aus.(welchen? Ein Ächzen. EIn Stöhnen)


Gut, da wollte ich lieber die Vorstellungskraft meiner Leser anregen. Es ist mir nicht so extrem wichtig, dass jeder genau dasselbe Bild im Kopf hat wie ich, zumindest, was eher Nebensächliches angeht. :)

Trotz der äußerlichen Unterschiede konnte er die Gestalt vor ihm klar als Bestie identifizieren. (Welche äußerlichen Unterschiede?)


Ich meinte, die Größe und die zu kurz geratenen Vorderbeine. Aber das scheint nicht deutlich herauszukommen... ich denke, ich muss mir ein anderes Wort überlegen. :?

Niemand konnte ihn bezwingen. (Hier verstehe ich nicht von welcher Stärke er spricht. Hat er eine besondere Fähigkeit? Wenn ja hätte ich das auch gerne ein bisschen früher erfahren.)

doch es konnte ihn nicht töten, niemand konnte das (Warum konnte ihn niemand töten? Ist er wirklich unsterblich oder redet er sich das nur ein um am Leben zu bleiben)


Naja, das ist so eine Sache. Ich glaube kaum, dass es irgendjemandem gefällt, wenn ich so beginne: "Caius ging den Weg entlang. Er hatte magische Kräfte, eine sadistische Ader und war in diese Höhle gebracht worden, weil etc. etc."
Hach, dieser schmale Grad wieder. Wie viel kann ich verraten? Wie viel soll ich verraten? Wie viel ist zu viel? Ich werde mir, wie gesagt, noch die anderen Meinungen durchlesen und dann entscheiden. :)

Caius liebte es. (Warum tötet er sie nicht einfach sondern sieht ihr beim Leiden zu? Wo kommt der HAss her?)


Kurz zu dem noch: Ich dachte, seine Handlungen würde es relativ deutlich machen, dass er ein "wenig" sadistisch veranlagt ist. Oder versteht man das wirklich nicht?
Erst nachdem er das Bild detailgetreu in sich aufgenommen hatte, schwand das Hochgefühl. (Hier sagst du dem Leser, dass er es Detailgenau wahrnimmt aber du zeigst dem Leser überhaupt keine Details)


Sind der tropfende Speichel, die zitternde Schnauze, die klappernden Zähne keine Details?

Ein weiterer Stromschlag sollte genügen. (Hat er dem Wesen einen Stromschlag verpasst? Oder hat er eine Waffe bei sich?)


Keine Waffe. Mit dem darauffolgenden Satz "konzentrierte er die nötige Restenergie in seiner Faust" sollte das hoffentlich klar sein... aber vielleicht auch nicht. Ich werde mir den Absatz mal genauer ansehen.

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Jedenfalls vielen Dank für deine Meinung! ;) Ich schau mir noch deine Kommentare zum zweiten Teil an! :)

LG Sandra
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Re: [DarkFan] Die Gestalt des Todes - Prolog [1/2]

Beitragvon TaraLuna » 09.10.2014, 22:27

Hi, ich wollte dir auch mal meine Meinung zu deinem Text da lassen. Vielleicht hilft sie dir ja weiter.
Mein erster Eindruck durch den Namen Caius und die Beschreibung der ersten Zeilen, war, aha klingt irgenwie wie eine Film-Abschrift über die Griechische oder Römischen Mythologie alla Krieg der Götter und so weiter. Nicht negativ gemeint.

Ich persönlich fand den text spannend nur an manchen Stellen waren Infos mit denen ich nichts anzufangen wusste und mir sind ein paar Sachen aufgefallen die mich verwirrt haben. Hier die einzelnen Stellen.

Das Dämmerlicht schnitt nur geringfügig durch den Nebel.
Ein paar Zeilen später lese ich dann Höhle. Wo kommt das Licht her? Fackel dabei?

Krallen würden aus deinen Fingern sprießen, sagte man, und dein Verstand würde zerfließen wie Schnee in der Sonne.
Das mit dem Verstand finde ich hier unnötig, weil erstens kurz vorher schon stand das man den Verstand und sein Gewissen verliert und weil ich den vergleich nicht passend finde. Etwas nicht greifbares kann nicht schmelzen, nur verschwinden. Meine Meinung.

Caius hob seine rechte Hand und hielt sie sich dicht vor Augen.
Find ich lustig die Reaktion. Aber wenn er kein linkshänder ist und eine Fackel bei sich hat, wo kommt das Licht her um sieh überhaupt zu sehen? Für mich ist eine Höhle mit aus dem Boden aufsteigendem Rauch/Dampf stock dunkel, zumindest bis ich was von einer Lichtquelle lese.

Helle Haut.
Fünf Finger.
Mit dem Helle Haut kann ich hier nix anfangen. Da mir seine Hautfarbe an der Stelle ziemlich egal ist.

Ein scheinbar beruhigender Anblick, aber der stechende Schmerz, der sich von seiner Schulter abwärts bis in die Fingerspitzen zog, belehrte ihn eines Besseren.
scheinbar würde ich streichen, bläht nur unnötig auf.

Im Gegenteil, Caius ahnte, dass das lediglich der Anfang war, den so viele vor ihm bereits erlebt hatten.
Das im Gegenteil passt irgendwie nicht zum ende des vorherigen Satzes. Der Schmerz sagt ihm doch das nix alles ok ist. Somit wäre das Gegenteil es ihm wunderbar geht. Würde das Im Gegenteil streichen.

Wo der Ausgang lag, war allen bewusst, aber die magische Barriere vereitelte jeden Fluchtversuch.
Wie ist er dann rein gekommen? Oder ist das sowas wie eine Einbahnstraße?

Die Wände waren zu glatt, um sich an die Decke zu flüchten und mögliche Hilfsgegenstände gab es nicht.
Auch wenn die Wände nicht glatt wären, wie sollte er sich den an der Decke halten können? Er ist doch keine Echse. Nicht böse gemeint.

Sobald man sich eines Kleidungsstückes entledigte, löste es sich in Staub auf.
Wie? Sobald sie den Boden berühren? Warum verschwindet die Kleidung die er trägt nicht?

Auf einem Bein zu stehen verlangte ihm hier mehr Kraft ab, als es in der echten Welt je möglich gewesen wäre.
Warum steht er überhaupt auf einem Bein? Versteh ich hier nicht. Hat das auf einem Bein stehen irgend einen Sinn?

Mit dem haarigen, bärenähnlichen Kopf berührte sie gar die drei Meter hohe Decke.
gar ist unnötiger Ballast.

Die Vorderbeine hingegen waren etwas zu kurz, sodass sich die Kreatur mehr schlecht als recht auf allen Vieren fortbewegte.
das hingegen irritiert mich hier. Hingegen zu was? Dem Kopf oder der Größe passt für mich hier nicht zusammen.

Allein die blutunterlaufenen Augen und die Säbelzähne waren Beweis genug.
Bären-ähnlicher Kopf und jetzt Säbelzähne? Häh? Jetzt bin ich total verwirrt. Verändert sich das Ding?

Im nächsten Moment holte die Kreatur mit ihrer Pranke aus. Caius sprang zur Seite, doch da schnellte der Schweif des Biests hervor und schlug ihn zu Boden.
Hä? Grad haut es mit der Pfote nach ihm, im Normalfall ein Vorderbein, er springt zur Seite und dann kommt der Schwanz von dem Vieh? Wann hat sich das umgedreht? Der Schwanz ist doch hinten. Oder hat das einen Schwanz wie ein Skorpion, der über seinen eigenen Körper kommt?
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Re: [DarkFan] Die Gestalt des Todes - Prolog [1/2]

Beitragvon RubyYbur » 10.10.2014, 17:52

Hey Kaname :)

Ich beginne mal damit, weshalb ich mir deinen Text angesehen habe: Das lag am Titel, der (jedenfalls mich) sehr neugierig machte :)
So, erstmal das Generelle. Mir gefällt dein Text; du hast viel Fantasie und dein Schreibstil ist bildhaft und abwechslungsreich :) Im Gegensatz zu anderen finde ich es zudem gut, wenn man im Prolog mit neuen, unklaren Dinge beschmissen wird, mit denen man noch nichts anfangen kann; das weckt Lust auf das Weiterlesen. Natürlich darf es nicht zuviel werden mit den unbekannten Infos, aber bei dir habe ich nicht das Gefühl. Die "Bestien" lernt man ja schon kennen, also werden die noch im Prolog weniger unbekannt (Puh, schwieriger Satz. Ich hoffe, du verstehst, wie ich das meine.), und man erhält genug Infos, um nicht vollkommen verwirrt zu sein (z.B. erklärst du ja, woher die Bestien kommen).
Nun zum spezifischen Teil. Das meiste sind nur Anregungen; also nicht böse gemeint ;)

Der Boden zischte unter seinen Füßen.

1. Satz super gelungen. Ich mag kurze, knackige erste Sätze, die den Leser erstmal verwirren. Sowas wie "Es war ein kalter Abend." ist doch langweilig. Dein Einstieg verwirrt (im positiven Sinne), weil der Leser sich fragt: "Hä? Wie kann ein Boden zischen?", also liest er weiter.

Das Dämmerlicht schnitt nur geringfügig durch den Nebel.

Hab mich hier dasselbe wie meine Vorrednerin gefragt: Wie kann in einer Höhle Dämmerlicht sein? Bzw., wenn das in dieser besonderen Höhle so ist, solltest du hier oder später im Prolog kurz erzählen, wieso das so ist (halber Satz dazu reicht ja).

Seit geraumer Zeit – obwohl hier streng genommen keine Zeit zu vergehen schien – gab es viele von ihnen.

Das hat mich verwundert. "Streng genommen" impliziert für mich Tatsachen; "schien" zeigt ja aber, dass es eine Vermutung von Caius ist?

Die Stimmen der Toten, die an den Wänden widerhallten, erinnerten jeden aufs Neue daran.

Schöner Satz, aber was habe ich mir denn unter den "Stimmen der Toten" vorzustellen? Wie klingen die? Hört sie Caius?

Helle Haut.

Haben die Biester dunkle Haut oder warum erwähnst du das?

...belehrte ihn eines Besseren. Im Gegenteil...

Das ist irgendwie doppelt gemoppelt. "... belehrte ihn eines Besseren. Caius ahnte, dass das lediglich der Anfang war, den so viele vor ihm bereits erlebt hatten." Gleiche Aussage.

Auf einem Bein zu stehen verlangte ihm hier mehr Kraft ab, als es in der echten Welt je möglich gewesen wäre.

Wenn ich das richtig verstehe, steht er auf einem Bein, damit weniger Lebensenergie aus ihm herausgesaugt wird, ja? Würde ich nochmal verdeutlichen.

Trotz der äußerlichen Unterschiede konnte er die Gestalt vor ihm klar als Bestie identifizieren.

Trotz der äußerlichen Unterschiede zu was?

Das mit dem Stromschlag und der sich quälenden Bestie musste ich zweimal lesen, um es ganz zu verstehen. Erst als ich dann mitbekommen habe, dass er ihr einen Stromschlag versetzt hat, habe ich dann den Rest begriffen. Müsste man sich fragen, ob man das gleich erklärt, oder ob man es so mysteriös lässt (was im Prolog ja durchaus nichts Schlechtes ist).

So, soviel hierzu, werde mir nun gleich noch deinen 2. Teil angucken.

Erstmal liebe Grüße,
Ruby
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Re: [DarkFan] Die Gestalt des Todes - Prolog [1/2]

Beitragvon Kaname1 » 11.10.2014, 11:45

Hallo Ruby und Tara,
Vielen Dank auch an euch für eure Kommentare! :D Ich schreibe leider gerade vom Handy aus, deswegen nur kurz gehalten: Ihr habt mir die Schwachstellen des Textes vor Augen geführt. Die Bestie muss besser beschrieben werden, die Information zu dem energieraubenden Höhlenboden werde ich früher einfügen und dass es sich um eine Höhle mit magischer Lichtquelle handelt, sollte ich auch am Anfang klarstellen. :)
Ich selbst war mit dem Dämmerlicht etwas unzufrieden, weil ich schon ahnte, dass man das in einer Höhle seltsam findet. Danke für eure Eindrücke, die das bestätigen!

Der Text wird heute Abend überarbeitet. :)

LG Sandra
Kaname1
 
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Re: [DarkFan] Die Gestalt des Todes - Prolog [1/2]

Beitragvon Braindamage » 24.11.2014, 16:19

Hallo Kaname1,

ich wollte dir auch noch ein paar Kommentare da lassen. Meine Vorredner haben bereits viel geschrieben. Einiges teile ich, anderes nicht. Ich finde es zum Beispiel uninteressant, einen Charakter schon im Vorfeld komplett erklärt zu bekommen. Mir war z.B. die Stelle mit dem Stromschlag auch ohne viel Worte klar, aber da geht es ja jedem anders...

Hier erst mal meine Kommentare. Auch ein wenig Doppeltes zu meinen Vorrednern, mir aber wichtig:

Die Wände waren zu glatt, um sich an die Decke zu flüchten und mögliche Hilfsgegenstände gab es nicht. Nur die Kleider am eigenen Leib konnte man versuchen, als Decke zu verwenden, doch selbst dem wurde anscheinend vorgesorgt: Sobald man sich eines Kleidungsstückes entledigte, löste es sich in Staub auf.


Ja... Also ich denke, du hast die Dinge sehr gut durchdacht und fügst daher diesen Punkt mit den Kleidungsstücken an, um gleich klarzustellen, dass man die Kleidungsstücke eben nicht benutzen kann. Wenn ich spekulieren müsste, würde ich sagen, dass es wohl eine Stelle in der Zukunft gibt, wo man Kleidungsstücke sehr gut gebrauchen könnte, du hier aber bereits darauf hingewiesen hast, dass dies unmöglich ist. Ich finde das gut, weil ich meine Dinge auch gerne durchdenke, allerdings ist es mir beim Lesen eher negativ aufgefallen, da du mir schon so viele Fragen und so wenige Antworten in der Anfangsphase gibst, das mir dieser Teil etwas aufgesetzt - einfach "too much" - vorkommt...

Ist dieser Punkt wirklich wichtig? Bis hier hin habe ich gebannt gelesen und nun denke ich "Hä? Wen interessieren die Kleider? Warum ist das jetzt wichtig?" :D Und wer hat hier vorgesorgt? Relevante Entitäten aus deiner Geschichte oder der Autor selber? Ich hoffe du verstehst, worauf ich hinaus will?

Wenn das mit der Kleidung eine Rolle spielt, würde ich es dann anbringen, wenn sie gebraucht werden würde. Vielleicht hat Caius zu diesem Zeitpunkt schon erfahren, was mit Kleidung passiert, vielleicht erfährt er es dann erst. An dieser Stelle hier würde ich es mir vielleicht sparen, da mir auch nicht ganz ersichtlich ist, warum diese Info wichtig ist... Dabei frage ich mich jetzt auch, wenn die Kraft des Bodens nicht durch Kleidung kommt, hat er Schuhe an? Wenn das Entziehen der Lebenskraft nicht durch Kleidung funktioniert, warum wurde er nicht nackt hineingeworfen? Wäre das nicht einfacher, als Kleidung zerfallen zu lassen?
... Wie ist das eigentlich, als er von der Bestie zu Boden geworfen wird, löst sich seine Kleidung auf? oder weiß der Boden, dass er die Kleidung noch an hat... Da stellen sich mir gleich 1000 Fragen :)

Ich gebe dir meine eigenen Gedanken einfach mal als Input. Vielleicht kannst du daraus etwas ziehen :)

Die Stimmen der Toten, die an den Wänden widerhallten, erinnerten jeden aufs Neue daran.


Wie hören sich diese Stimmen an? Was schaffen sie für eine Atmosphäre? Wie empfindet er sie?
Das würde mich interessieren, ansonsten vielleicht lieber weg lassen.

Das Dämmerlicht schnitt nur geringfügig durch den Nebel.


Jetzt wo ich weiß, dass er in einer Höhle ist frage ich mich, wo das Dämmerlicht herkommt bzw. wie die Höhle beleuchtet ist. Gibt es Fackeln? Oder leuchten die Wände? Ich fände es super, wenn du das irgendwo in der Einleitung mit rein bringen könntest, damit ich mir vorstellen kann, wie die Lichtverhältnisse in der Höhle sind.

Dann schreibst du am Anfang

Unruhig betrachtete Caius den Rauch, der bei jedem seiner Schritte emporstieg und sich zu einer gestaltlosen Wand verdichtete...

... Er konnte den Weg vor ihm kaum erkennen, doch sein Gefühl sagte ihm, dass die Bestien jeden Moment aufkreuzen würden.


Ich gehe also die ganze Zeit davon aus, dass er kaum etwas sehen kann. Dann schreibst du später sehr detailliert

Sie war größer, als er erwartet hatte. Mit dem haarigen, bärenähnlichen Kopf berührte sie gar die drei Meter hohe Decke. Die Vorderbeine hingegen waren etwas zu kurz, sodass sich die Kreatur mehr schlecht als recht auf allen Vieren fortbewegte.


Auf mich wirkt das, als könnte er sehr gut sehen. Das verwirrt mich etwas. Wenn er jetzt gut sehen kann, fände ich es gut, wenn du im Vorfeld deutlich machst, dass sich der Rauch zwischenzeitlich verzogen hat. Wenn er nicht gut sehen kann, sollte er vielleicht nur schemenhaft etwas erkennen.

Dabei noch eine weitere Sache: Am Anfang schreibst du, der Rauch steigt empor und stellt sich zu einer gestaltlosen Wand auf, durch die man kaum sehen kann. Später fällt der schwarze Rauch einfach von Caius Bein ab... beides ist natürlich möglich, aber vielleicht ist das auch ein Widerspruch, den du auflösen möchtest.

Trotz der äußerlichen Unterschiede konnte er die Gestalt vor ihm klar als Bestie identifizieren.


Unterschiede zu was/wem? Das verstehe ich nicht ganz...

Allein die blutunterlaufenen Augen und die Säbelzähne waren Beweis genug.


Für mich ist es sehr schwer eine 3 Meter große, bährenähnlich Bestie, mit kurzen Vorderbeinen, Säbelzähnen und Schweif (Ist ein Schweif nicht eher weich?) in irgendetwas bildliches zu transformieren, dass nicht wie kaputte Knete aussieht... Ich denke auch immer an einen T-Rex... Vielleicht ist es besser die Bestie einfach zu halten. Wenn du bährenähnlich sagst, ist das Bild gut genug. Der Rest verwirrt mich. Den Schweif/Schwanz würde ich am Anfang mit anbringen. Dann ist man nicht so überrascht, was da so von hinten kommt. :mrgreen:

Fazit:
Ja... Als ich zu lesen begann, hast du mich ziemlich neugierig auf die Höhle gemacht und warum Caius dort gefangen ist. Am Ende hatte ich aber zu viele Fragen und vieles war mir zu offen. Ich denke es ist besser einen Ausgleich zwischen neuen Fragen und Antworten zu halten. Hier sind es mir doch zuviele Fragen. Aber selbst das wäre alles noch nicht so schlimm, wenn ich - und das tut mir leid - mit Caius etwas anfangen könnte. Um es auf den Punkt zu bringen: Ich mag ihn nicht. :oops: Er wirkt auf mich sadistisch, gewalttätig und ist wahrscheinlich zurecht an diesem Ort. Für mich wäre es ok, wenn er in der Höhle sterben würde. Mir fehlt bis hier hin jeglicher Einblick, warum er handelt, wie er handelt. Es gibt keine Moral, nichts, womit ich mich identifizieren kann. Für mich ein idealer Antagonist... Vielleicht ist er das auch?
Du streifst Dinge, wie die Rache die er nehmen will, aber hier habe ich schon den Eindruck, dass es sich um einen irren Serienkiller handelt, der Rache nur als Vorwand für seine Taten verwendet und bin wenig an seinen Motiven interessiert. Daher könnte er mich nicht bei der Stange halten, tut mir leid. :oops:

Dennoch denke ich, dass du über genügend Fantasie und auch Selbstbewusstsein verfügst, um die letzten 30% voran zu bringen. Ich werde den Prolog noch zu Ende lesen und schauen, ob ich dort etwas entdecke, was mir bis hier gefehlt hat. :mrgreen:

Danke und viele Grüße,
Braindamage
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Re: [DarkFan] Die Gestalt des Todes - Prolog [1/2]

Beitragvon AuroraBorealis » 28.11.2014, 17:41

Hallo,

hier ein paar Bemerkungen von mir zu deinem Text:

Kaname1 hat geschrieben:dass die Bestien jeden Moment aufkreuzen würden.


Das die Bestien auftauchen impliziert für mich, dass sie als Gruppe auf der Suche nach ihm sind. Um den Eindruck zu vermeiden könntest du schreiben
„…, dass eine der Bestien jeden Moment aufkreuzen würde.“

Kaname1 hat geschrieben:Seit geraumer Zeit – obwohl hier streng genommen keine Zeit zu vergehen schien – gab es viele von ihnen.


Aufgrund der vorangegangenen Beschreibungen bin ich von einem offenen Ort ausgegangen (was, auch schon in anderen Kommentaren erwähnt, u.a. am Licht liegt, das ohne eine Quelle in keiner Höhle sein kein). Erst in dem darauffolgenden Satz lässt du den Leser wissen, dass sich Caius in einer Höhle befindet.
„seit geraumer Zeit - …- gab es viele von ihnen.“ Im Zusammenhang mit der restlichen Geschichte ist für mich nicht stimmig. Die geraume Zeit ist in meinen Augen für die Situation in der er sich befindet zu wage und zu langfristig (im Kontext deiner Geschichte gehe ich davon aus, dass er noch nicht allzu lange dort verweilt, da er sich ansonsten angefangen hätte zu verwandeln).
Vorschlag von mir hierzu wäre:
„Die Zeit schien in diesen Höhlen/in dieser Höhle stillzustehen. Jedoch war sich Caius sicher, dass sich die Anzahl der Bestien mittlerweile/zwischenzeitlich vermehrt hatte.“

Kaname1 hat geschrieben:Es war ein schleichender Prozess. Krallen würden aus deinen Fingern sprießen, sagte man, und dein Verstand würde zerfließen wie Schnee in der Sonne.


Gerade im Zusammenhang damit, dass die Insassen zum Sterben dorthin gebracht werden, stellt sich die Frage, woher er diese Details erfahren hat. Ich würde das „sagte man“ spezifizieren. Dies könnte durch Gerüchte sein, die er gehört hat (als er noch frei war), oder durch Erzählungen von andere Insassen, die er flüchtig aufgeschnappt hat.

Kaname1 hat geschrieben:Die zahlreichen Mutationen in letzter Zeit stimmten


Hier haben wir in letzter Zeit, was - wie ich finde- passender ist.

Kaname1 hat geschrieben:Nur die Kleider


Würde ich persönlich rausnehmen. Sie machen die Stimmung die du erzeugt hast zunichte. Dass sie sich in Luft auflösen ist überflüssig. Als Schutz können sie ohnehin nicht verwendet werden, anderenfalls hätte er nicht die Probleme die er gerade hat (wegen Schuhen).

Kaname1 hat geschrieben:Sein Verstand arbeitete fieberhaft. Auf keinen Fall konnte er zulassen, dass noch mehr Bestien ihren Weg hierher fanden.


Von dem zweiten Satz würde ich absehen. Auf mich wirkt er, als müsste er die Bestie schnell töten, damit von dem Lärm nicht noch weitere angelockt werden. Da er später dabei zu sieht, wie die Bestie leidet (und tobt), passt es für mich nicht zusammen.


Mein Fazit wäre ähnlich zu Braindamages. Zu Beginn erweckt deine Geschichte die Neugierde. Zudem lässt sich der Text fließend lesen. Leider fehlt die Verbindung zum Protagonisten (wenn er das denn sein soll – ist er, wie Braindamage schon angedeutet hat der Antagonist wäre alles in Ordnung). Ich bin mir sicher, dass du dir mehr Gedanken über ihn gemacht hast. Was magst du an ihm? Zeige es dem Leser, damit er Interesse an dem Charakter hat.
Hat er, weil er auf Rache sinnt, seine Familie verloren? Wurde er von einem Menschen verraten der ihm wichtig war? Auch in der Höhle selbst, vielleicht traf er dort einen anderen Insassen den er mochte (der Rest kann ihm ja nach wie vor egal sein). Wichtig wäre früher oder später in deiner Geschichte auf alle Fälle, warum er so ist wie er gerade ist.
Wie schon von anderen erwähnt, könntest du auch noch mehr aus „der Stimme der Toten“ machen. Vielleicht hört er/verfolgt ihn die Stimme eines anderen Insassen?

Liebe Grüße
Aurora Borealis
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Re: [DarkFan] Die Gestalt des Todes - Prolog [1/2]

Beitragvon TheWolf » 06.02.2015, 15:57

Der Boden zischte unter seinen Füßen.
Unruhig betrachtete Caius den Rauch, der bei jedem seiner Schritte emporstieg und sich zu einer gestaltlosen Wand verdichtete.


Ein seltsamer Boden. Ich hab noch nie von einem Boden gehört, der zischt und bei jedem Schritt Nebel produziert.
Aber wer weiß schon am Anfang einer Geschichte, was es mit einem solchen Boden auf sich hat...

In dieser Höhle mutierten früher oder später alle Insassen zu denselben Kreaturen ohne Verstand und Gewissen. Ein letztes Aufbäumen des kläglichen Lebens, das ihnen blieb, bevor der Körper in sich zusammenbrach.
Niemand konnte dem Tod entfliehen. Sie waren alle hierher gebracht worden, um zu sterben. Die Stimmen der Toten, die an den Wänden widerhallten, erinnerten jeden aufs Neue daran.
Es war ein schleichender Prozess. Krallen würden aus deinen Fingern sprießen, sagte man, und dein Verstand würde zerfließen wie Schnee in der Sonne. Dabei rätselte man lange nicht mehr, wie man es abwenden könnte; es ging einzig und alleine um die Frage, wann es passieren würde.


Mal ganz ehrlich, sterben die Leute in der Höhle nun, oder mutieren sie bloß zu Bestien?

Ein scheinbar beruhigender Anblick, aber der stechende Schmerz, der sich von seiner Schulter abwärts bis in die Fingerspitzen zog, belehrte ihn eines Besseren. Im Gegenteil, Caius ahnte, dass das lediglich der Anfang war, den so viele vor ihm bereits erlebt hatten. Der Anfang vom Ende.


Das "Im Gegenteil" würd ich komplett weglassen. Es irritiert nur beim Lesen. Es reicht, wenn du den Satz mit "Caius ahnte, ..." beginnst.

Die Höhle war zugleich ein Labyrinth von gewaltigen Ausmaßen, das niemand je vollständig erforscht hatte. Wozu auch? Wo der Ausgang lag, war allen bewusst, aber die magische Barriere vereitelte jeden Fluchtversuch.


Eine magische Barriere? Was ist das eigentlich für eine seltsame Höhle?

Mit dem haarigen, bärenähnlichen Kopf berührte sie gar die drei Meter hohe Decke. Die Vorderbeine hingegen waren etwas zu kurz, sodass sich die Kreatur mehr schlecht als recht auf allen Vieren fortbewegte.
„Die Viecher werden immer hässlicher“, bemerkte Caius trocken, als sein Blick an dem stellenweise kahlem Fell hängen blieb. Trotz der äußerlichen Unterschiede konnte er die Gestalt vor ihm klar als Bestie identifizieren. Allein die blutunterlaufenen Augen und die Säbelzähne waren Beweis genug.


Hier beschreibst du - nein zeigst du - die Hässlichkeit der Bestie sehr gut.

Panisch blinzelte Caius die Dunkelheit weg.


Wie kann man denn Dunkelheit wegblinzeln? Ist Caius ein Magier oder so?

Der Tag seiner Rache würde kommen, der Tag, an dem er sie alle umbringen würde. Jeden einzelnen. Diese hässliche Kreatur vor seinen Augen war erst der Anfang.


Hier nennst du einen möglichen Grund für den Aufenthalt in der Höhle aus der es kein Zurück mehr gibt, so wie du sie beschreibst. Rache. Aber du gehst nicht weiter drauf ein. Entweder würde ich mir diesen Grund fürs erste Kapitel aufheben, oder gleich näher erklären, wobei mir die erste Lösung besser gefallen würde, so würdest du mehr Spannung aufbauen. Dazu ist ein Prolog da.

Caius spürte, wie Elektrizität seine Adern durchzog. Zunächst nur ein Knistern, dann mehr, ein Blitz, ein Gewitter. Strom.
Die Bestie stürzte sich auf ihn, das Maul weit aufgerissen; die Klauen bohrten sich in seine Schultern.
Sofort drückte ihn das Gewicht des Monsters zu Boden. Wieder der Aufprall, wieder der Schmerz, doch es konnte ihn nicht töten, niemand konnte das – Ein Kreischen hallte an den Wänden wider.
Heulend ließ die Bestie von ihm ab und wollte davonstolpern, aber ihre zuckenden Gliedmaßen trugen sie nicht länger.
Und dann konnte er nicht anders.
Caius musste grinsen. Es war, als würden sich seine Mundwinkel von selbst heben bei dem Anblick, der sich ihm bot. Die Schmerzen rückten in den Hintergrund; sogar das Aufstehen fiel Caius leichter.
Mit demselben Lächeln auf den Lippen sah er dem Toben der Bestie eine Weile zu. Weidete sich an der Hilflosigkeit, in der sie versuchte, ihre Beine zu bewegen. Beobachtete den Speichel, der über ihre zitternde Schnauze rann, während ihre Zähne immer wieder aufeinanderstießen. Die Kreatur hatte die Kontrolle über ihren Körper verloren.
Caius liebte es.

Erst nachdem er das Bild detailgetreu in sich aufgenommen hatte, schwand das Hochgefühl. Nun war es an der Zeit, dem Ganzen ein Ende zu bereiten. Ein weiterer Stromschlag sollte genügen.
Beinahe gelangweilt konzentrierte er die nötige Restenergie in seiner Faust und setzte zum Angriff an.
Da wirbelte die Bestie herum.


Kann es sein, dass Caius tatsächlich irgendeine Art Magier ist? Er hat der Bestie ja offensichtlich einen Stromschlag verpasst.
Es wäre vielleicht besser wenn du irgendwo einbauen könntest was Caius ist und was er für Fähigkeiten hat.
Diese Fragen sollte man auf jeden Fall beantwortet haben im Prolog.

Jetzt hab ich genug gemeckert.
Kommen wir zu dem, was mir gefallen hat. Dein Text lässt sich flüssig lesen. Ich hasse es Texte zu lesen, bei denen man aufgrund seltsamer Ausdrucksweisen immer wieder ins Stocken gerät. Das ist bei dir definitiv nicht der Fall. Abgesehen der zu vielen offenen Fragen, allein schon im ersten Teil des Prologs, ist das pures Kopfkino. Dein Prota ist rätselhaft. Ich liebe rätselhafte Protas, wobei ich bei deinem wie gesagt noch gerne 2 Fragen beantwortet hätte.
Was ich erstaunlich finde, ist dass ich in deinem Text nicht einen Rechtschreib- oder Grammatikfehler entdeckt habe. Wirklich erfrischend einen fehlerfreien Text zu lesen.
Den zweiten Teil des Prologs werd ich beizeiten auch noch kommentieren.

Bis dahin

MfG

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Auf welcher Deponie wird Datenmüll verbrannt?
Gibt es intelligente Windeln für Klugscheißer?
Kann mir mal einer die beiden Fragen beantworten? :mrgreen:
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Re: [DarkFan] Die Gestalt des Todes - Prolog [1/2]

Beitragvon Noir » 10.07.2015, 09:09

Hallo Sandra,

ich schreib einfach mal drauf los :)

Der Boden zischte unter seinen Füßen
Auch wenn ich die Formulierung noch nicht ganz perfekt finde --> dein erster Satz machte mich neugierig!

Das Dämmerlicht schnitt nur geringfügig durch den Nebel.
Geringfügig und schneiden, passt meiner Meinung nach nicht bei Dämmerlicht. Schneiden würde meiner Meinung nach gleißendes/grelles Licht.

Seit geraumer Zeit – obwohl hier streng genommen keine Zeit zu vergehen schien – gab es viele von ihnen.
Steht die Zeit an diesem Ort nun still oder nicht? Da du streng genommen schreibst, gehe ich davon aus, dass keine Zeit vergeht. Das Wort schien hingegen impliziert für mich, dass es deinem Prot nur so vorkommt als ob keine Zeit vergehen würde.

Caius hob seine rechte Hand und hielt sie sich dicht vor Augen.
Helle Haut.
Fünf Finger.
Schön :)

„Die Viecher werden immer hässlicher“, bemerkte Caius trocken, als sein Blick an dem stellenweise kahlem Fell hängen blieb.
Sagt er das zu der Bestie? oder denk er sich das nur?



Der erste Satz, sowie der erste Absatz haben mich neugierig gemacht. Leider verflog meine Neugier beim Weiterlesen relativ schnell. Es mag an Caius liegen, den ich aufgrund seiner Beweggründe und Inneren Monologe ... irgendwie ( mir fällt grad kein anderes Wort ein als ...) peinlich finde. Also sehr klischeehaft größenwahnsinnig. Ist Caius die Hauptperson der Geschichte? Oder handelt es sich um den Antagonisten?

Auch ließt sich das Ganze für mich mehr wie der Anfang eines Kapitels, denn wie ein Prolog. Und ja, es sind meiner Meinung nach zu viele Infos auf einmal, bzw. zu viele Infos in zu rascher Folge. Du erklärst mir als Leser einerseits zu wenig, andererseits aber auch zu viel. Mir fällt dazu spontan ein Bild aus meinen alten Wirtschafts-Leistungskurs-Tagen ein: Sortimentbreite und Sortimenttiefe haha Ich denke es würde dem Prolog gut tun, wenn du die Info-"Breite" verringern würderst und dich mehr auf die "Tiefe" konzentrieren würdest. Sprich: weniger Infos, dafür detailiertere!

Ich hoffe mein Kommentar und meine Verbesserungsvorschläge helfen dir weiter. ( Und ergeben hoffentlich auch Sinn haha )

Liebe Grüße

Noir
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