[SciFi]Die Kolonisation der Sterne [Kap. 1] - 1.Szene

[SciFi]Die Kolonisation der Sterne [Kap. 1] - 1.Szene

Beitragvon schreibgeist » 04.02.2014, 00:00

Ich möchte euch den Anfang meines Romanprojektes vorstellen. Eigentlich ist es noch nicht viel mehr als eine Idee. Das Thema: Ein Raumschiff der Erde versucht, den nächsten erdähnlichen Planeten zu erreichen, um eine Kolonie zu gründen. Die Hindernisse türmen sich auf, was klar sein dürfte. Auf den ersten Seiten natürlich noch nicht. Hier werden einige der Hauptcharaktere vorgestellt. Den Namen des Raumschiffs habe ich unkenntlich gemacht.

8. Januar 2305, 10:00 Uhr Bordzeit

„Guten Morgen allerseits!“
Captain Connor war dieses Mal gut gelaunt, im Gegensatz zur letzten Mannschaftsbesprechung vor zwei Tagen. In den ersten Tagen des Fluges waren einige unvorhergesehene Probleme mit dem Antrieb aufgetreten, welche die Ingenieure im Maschinenraum aber schließlich in den Griff bekommen hatten. David Connor ließ seinen Blick durch den Raum schweifen, bevor er sich setzte.
Im Versammlungsraum, in dem bis zu vierzig Personen Platz fanden, saßen die meisten Mitglieder der Mannschaft und warteten gespannt darauf, was der Captain zu sagen hatte. Auch der Sprecher der 200 Personen zählenden Gruppe der Siedler war anwesend.
Die einzigen, die fehlten, waren die vier Mitglieder der medizinischen Abteilung, sowie der Zweite Maschinist Eriksen, der den Fusionsantrieb überwachte. Im Raum befanden sich somit sechzehn Personen.
Connor war mit 28 Jahren einer der Ältesten der Besatzung. Aufgrund der langen Dauer der Expedition war niemand zugelassen worden, der älter als 30 Jahre alt war. Connor war groß und durchtrainiert, und mit seinen kurzen dunkelblonden Haaren und kantigen Gesichtszügen eine auffallende Erscheinung. Er wirkte symphatisch, aber verlangte im gegebenen Fall von seiner Mannschaft die gleiche Härte und Entschlossenheit, wie von sich selbst. Dies tat seiner Beliebtheit jedoch keinerlei Abbruch.
Mark Lafayette, der Erste Offizier der *******, stand unaufgefordert von seinem Platz auf. Er wußte, dass sein Captain nichts so sehr liebte wie Direktheit und Effizienz.
„David, es wird Sie freuen zu hören, dass es im gesamten Schiff in der ersten Woche des Flugs zu keinen Fehlfunktionen gekommen ist, von der Antriebssteuerung abgesehen, die aber wieder in Ordnung ist und einwandfrei läuft. Dr. Henderson bat mich, Ihnen mitzuteilen, dass es unter unseren Passagieren keine gesundheitlichen Probleme gibt. Er ist zusammen mit Dr. Bodner, gerade dabei, einen allgemeinen Gesundheitscheck bei den Siedlern durchzuführen.“
Connor nickte. Sein Erster Offizier war zwar vier Jahre jünger als er, aber er konnte sich keinen Besseren für die Position vorstellen. Als Deutscher mit französischen Wurzeln vereinte Mark die positiven Eigenschaften beider Mentalitäten perfekt. Er war einerseits gründlich und gewissenhaft und andererseits nicht zu versessen auf Details, wenn das große Ganze wichtiger war. Er war auch ein sehr guter Gesprächspartner, der zu fast jedem Thema eine fundierte Meinung hatte. Mark war ein eher dunkler Typ mit dichten dunklen Haaren.
„Danke, Mark.“
Damit wandte er sich an den Ersten Maschinisten, seinen Landsmann Michael Kolinski. Mit ihm, dem Computerspezialisten Alexander Jackson, sowie der Versorgungsoffizierin Talisha Aubrey, waren vier Amerikaner an Bord der *******.
„Wie sieht es mit den Triebwerken aus, Michael? Sind noch weitere Unstimmigkeiten aufgetreten?“
„Mit dem Antrieb ist alles in Ordnung, Captain. Das Hauptproblem war eine Fehlprogrammierung in der Antriebssteuerung. Wir haben das gemeinsam mit unseren beiden IT-Experten vollkommen beheben können und im Zuge dessen sogar noch eine geringe Effizienzsteigerung von drei Prozent erzielt.“
Die Zufriedenheit über dieses Ergebnis stand ihm ins Gesicht geschrieben, was ein leichtes Grinsen in der Runde auslöste. Kolinski, ein etwas blaß wirkender Typ von mittlerer Größe und mit einem gedrungenen Körperbau, lebte dafür, technische Probleme lösen zu können. Man konnte sich von einem für die Triebwerke zuständigen Ingenieur nichts Anderes wünschen.

Auch Connor war zufrieden mit seiner Mannschaft. Es war bisher nichts Neues gesagt worden, denn alle Berichte erschienen unverzüglich auf seinem Bildschirm auf der Brücke und konnten wenig später auch von der gesamten Mannschaft eingesehen werden. Aber es tat seinen Leuten gut, die guten Nachrichten noch einmal persönlich zu hören.
Er stand auf und blickte in die Runde. Dabei fiel sein Blick auf die 26-jährige Astrophysikerin Sabine Fournier, die ihm ein Lächeln zuwarf. Sie war eindeutig eine Bereicherung für seine Mannschaft, und das nicht nur rein optisch. Von ihr als Navigationsoffizierin hing zu einem großen Teil ab, ob das Schiff auf seinem Kurs die Zielkoordinaten traf oder weit davon entfernt im Weltraum strandete, und Connor hatte keine Zweifel daran, dass mit Sabine an Bord das Letztere niemals eintreffen würde.
„Ich kann euch allen hiermit sagen, dass der Start unserer Mission als voller Erfolg bezeichnet werden kann. Wir werden unter minimaler Abweichung der Berechnungen in genau 18 Tagen, drei Stunden und 20 Minuten den Saturn erreichen.“ In der Pause, die er daraufhin einlegte, brandete ein kurzer Applaus auf.
„Auf zu den Sternen!“
Das kam natürlich von Bennie Hill, dem Shuttle-Piloten, dem man noch nie mangelnden Enthusiasmus vorwerfen mußte. Der quirlige Brite mit der Stoppelfrisur verzog sein Gesicht zu einem breiten Grinsen.
„Wie bekannt werden wir eine Sendestation auf einem der Saturnmonde errichten, sowie wissenschaftliche Untersuchungen durchführen“, fuhr Connor unbeirrt fort. „Das anschließende Beschleunigungsmanöver mittels Pulsarantrieb wird 36 Stunden dauern. Danach beginnt eine Reise, wie sie vor uns kein Mensch jemals unternommen hat. Die größte Herausforderung dabei wird sein, die lange Zeit körperlich und mental gut zu überstehen. Aber dafür haben wir ein ausgezeichnetes Ärzteteam an Bord, das dafür sorgen wird, dass niemand in irgendeiner Weise Schaden nimmt.“ Letzteres war zwar ein Versprechen, das er nicht geben konnte, aber er glaubte trotzdem daran und wollte seiner Mannschaft diesen Glauben vermitteln.

„Wie lange wird die Cryo-Phase während der Beschleunigung dauern? Wann werden wir danach wieder voll einsatzfähig sein?“
Die Frage kam vom Steuermann der *******, Maarten van Dijk. Van Dijk hatte den Ruf, sich nicht so schnell von der Begeisterung anderer anstecken zu lassen. Er zog lieber selbst seine Schlüsse, nach sorgfältiger Abwägung aller Informationen. Seine Frage betraf die kritischte Phase der gesamten Reise, die Beschleunigung auf die dreifache Lichtgeschwindigkeit, und dementsprechend auch das Bremsmanöver. Da die Belastung auf den menschlichen Körper so groß war, mußten alle während dieses Zeitraumes in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt werden, der den Körper gleichzeitig stark abkühlte. Nur in den auf jede Person individuell abgestimmten Cryo-Behältern war die enorme Beschleunigung beziehungsweise Verzögerung auszuhalten.
„Die Cryo-Phase beginnt mindestens eine Stunde vor der Einleitung des Beschleunigungsmanövers und endet zwei Stunden nach Erreichen der Reisegeschwindigkeit. Das bedeutet, dass die ******* 39 Stunden ausschließlich vom Bordcomputer gesteuert wird. Die meisten von euch wissen das ohnehin schon. Dieses Verfahren wurde schon mehrfach erfolgreich getestet und die Technologie ist ausgereift. Ansonsten wären wir heute nicht auf dem Weg nach Aurora.“
Captain Connor konnte sich ein leichtes Stirnrunzeln nicht verkneifen. Van Dijk mußte das alles längst wissen. Warum stellte er diese Frage? Andererseits konnte es durchaus sein, dass nicht alle der übrigen Anwesenden sich darüber im Klaren waren, was auf sie zukam.
Von seiner gesamten Mannschaft kannte er Van Dijk am wenigsten, er war erst kurz vor den Startvorbereitungen dazu gekommen, mit den besten Empfehlungen bezüglich seiner Fähigkeiten als Pilot und Navigator. Van Dijk schien sich mit der Antwort zufrieden zu geben und nickte nur kurz. Vielleicht wollte er ja auch nur sicher gehen, dass ihm keine neuen Informationen entgangen waren. Connor beendete die Besprechung.
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Re: AURORA oder Die Kolonisation der Sterne [Kap. 1] - 1.Sze

Beitragvon brehb » 04.02.2014, 17:16

hallo Schreibgeist,

ich habe mich deinem Text gewidmet. Hier meine Eindrücke.

Titel:
AURORA oder Die Kolonisation der Sterne
Die Optik: Verblüffend ulkig, mit dem großen "Die" mittendrin.
Der Inhalt: Ok
Die Wirkung: Ich würde ein Buch, dass einen (willkürlich wirkenden) Planetennamen ( Aurora, in Großschrift) mit einem (wissenschaftlich unpräzisem) Allgemeinplatz (Die Kolonisation der Sterne) nicht kaufen. Solche Titel gab es zu Beginn der SiFi-Ärea. (Heinlein) Heute wirkt er auf mich antiquiert.

Inhalt:
Mannschaftsbesprechung (16 Personen) am Morgen des 8. 1. 2305 im Versammlungsraum der *******
Es treten auf: Captain Connor, Erster Offizier Lafayette, Erster Maschinist Kolinski, Shuttle Pilot Hill und Steuermann van Dijk.
Erwähnt werden: Ingenieure im Maschindnraum, 200 Siedler und ihr Sprecher, Zweiter Maschinist Eriksen, vier Mitglieder der Medizinischen (darunter wohl Dr. Henderson, Dr. Bodner), zwei IT-Experten (darunter wohl Computerspezialist Jackson), vier Amerikaner, (darunter Versorgungsoffizierin Aubrey), Astrophysikerin und Navigationsoffizierin Fournier, die Mannschaft und ein ausgezeichnetes Ärzteteam.
Gesprochen wird über: Die Funktionfähigkeit der *******, den behobenen Programmfehler in der Antrebssteuerung, den medizienischen Befund der Menschen im Schiff, den erfolgreichen Start er Mission, die Aktivitäten der nächsten 18 + 3 + vieler Tage und die länge der Cryo-Phase.
Die Auftretenden werden uns in Optik, Verhalten und Charakter beschrieben/gezeigt.

Diese "Mannschaftsbesprechung" wirkt mir etwas erzwungen. Wie eine Litanei. Und dir selber wohl auch, den du schreibst ca. in der Mitte: Es war bisher noch nichts Neues gesagt worden... und zum Ende: van Dijk musste das alles längst wissen...
So wirken auch manche Erklärungen/Gedanken eher wie Autorentext (für den Leser) anstatt in den Moment (Manschaftsbesprechung) zu passen.
Mich belastet außerdem dein Umgang mit Taxonomie und Synonymen. Du schreibst z.B. "Ingenieure im Maschinenraum" und gleich drauf vom "Zweiten/Ersten Maschinisten" Sind jetzt die ersten eine Unterklasse der Zweiten? Das selbe mit "die vier Mitglieder der medizinischen Abteilung" und "Dr. Henderson, Dr. Bodner" und "ein ausgezeichnetes Ärzteteam" Dto.: "Computerspezialist" vs "die beiden IT-Experten"
Oder: Oben wird der "Fusionsantrieb" überwacht, später ist es ein "Pulsantrieb"
Oder: Connor ist "Captain" (ein Dienstgrad) aber Frau Fournier ist "Navigatonsoffizierin" wie Frau Aubrey Versorgungsoffizierin (Tätigkeitsbezeichnung) Herr Lafayette wiederum "Erster Offizier" was weder Dienstgrad noch Tätigkeitsbezeichnung ist sondern "Vertretungshierarchie"
Oder: Hill ist "Pilot" warum ist dann van Dijke "Steuermann"?

Formales:
Du schreibst ordentliches Deutsch, kein Kampf mit RS, Grammatik, Interpunktion, Ausdruck oder Satzbau. Die Optik stimmt. Prima!

Ausführung:
Nach der Begrüßung schreibst du:
Captain Connor schien dieses Mal gut gelaunt zu sein

und ich weiß in diesem Moment: Aha, er, Connor, ist nicht der Erzähler dieser Geschichte. Wäre er es, stünde dort: ...war gut gelaunt. Aber wer dann?
Weiter:
In den Raum passen: 40 Personen. Siedler sind es 200 an Bord (später: dreifache Schallgeschwindigkeit). Es mag dir nicht auffallen, aber solche glatten Zahlen (besonders die 200 Sieder, die dreifache Schallgeschwindigkeit) wirken "erfunden", ich würde das der Glaubwürdigkeit wegen ändern.
Wobei ich bei einem (weiteren) Phänomen bin: Du pendelst (wie mir scheint willkürlich) zwischen Pseudoexaktheit (200 Siedler, vierzehn Wissenschaftler und zwölf Soldaten, genau 18 Tagen, drei Stunden und 20 Minuten...) und schwammigen Drüberweg (in den ersten Tagen des Fluges, einige unvorhergsehene Probleme, die meisten Mitglieder der Manschaft...) Mich stört das, weil ich normalerweise Exaktheit mit "wichtig" und Laxheit mit "unwichtig" gleichsetze. Also: Es ist unwichtig, wieviele Menschen "die Manschaft" sind, was für Antriebsprobleme es anfangs gab... aber wichtig, dass 12 Soldaten zu den Siedlern gehören...
Das kann alles so von dir gewollt sein, dann vergiss, was ich schreibe.

Connor nickte. Sein Erster Offizier war zwar vier Jahre jünger als er, aber er konnte sich keinen Besseren für die Position vorstellen.

Komisch. Jetzt ist plötzlich doch Connor der Erzähler der Geschichte, den eigentlich kann nur er wissen, "was er sich vorstellen" konnte.

Fazit:

Das ist ordentlch geschrieben. Allerdings siehst du dich gezwungen, uns deine Protagonisten (hauptsächlich) zu beschreiben, anstatt sie uns im Verlauf der Geschichte "erleben" zu lassen. Ich verstehe den Grund dafür nicht. Dafür wählst du eine mir nicht recht galubwürdig ablaufende Mannschaftsbesprechung in der zwar "gespannt" darauf gewartet wird, was der Captain zu sagen hat, in der dann aber nur die Dinge erwähnt werden, die entweder vorbei sind oder die sicher schon hundertmal vorher besprochen, geübt oder bekannt gemacht wurden. Der Leser erkennt die Absicht dahinter, und weiß nun, dass Frau Astrophysikerin und Navigationsoffizierin Fournier nicht nur einen französischen Namen hat, sondern auch Französin ist, schade. Dass mir die Erzählperspektive unklar bleibt ist für das Genre eigentlich ungewöhnlich, dort gibt es meist eine klare Zuordnung. Und da du viele Menschen in dieser Kürze unterbringst, könnte ich dem leichter folgen, wenn du deren Berufs/Tätigkeitsbezeichnungen einem Ordnungsprinzip folgen würdest.

LG brehb
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Re: AURORA oder Die Kolonisation der Sterne [Kap. 1] - 1.Sze

Beitragvon CraX » 05.02.2014, 12:31

Hallo schreibgeist,

Vorsicht: Heftige Kritik!

Ein Buch, dass so anfängt, würde ich kaum weiter lesen wollen. Ich würde ihm vielleicht noch eine zweite Change geben, wenn ich ein paar Seiten weiter blättern könnte, um herauszufinden, ob bis dahin irgendetwas interessantes etwas passiert ist.
Was ich sagen will: Es passiert überhaupt nichts. Der Captain hält eine Rede, in der (bis auf eine kleine Kleinigkeit, die aber auch schon Vergangenheit ist) alles in Ordnung ist, die Mannschaft ist topp, einer ist besser und netter als der andere, nicht die Spur einer Spannung, weder zwischen den Besatzungsmitgliedern noch irgendwie in der Handlung. Ich kann auch (noch) keinen Charakter erkennen, der sich irgendwie besonders hervor hebt. Zumindest habe ich keinen herausfiltern können, da zu viele Charaktere in zu schneller Zeit (ein bisschen wie in einer Mannschaftsliste) hintereinander vorgeführt werden. Nun, vielleicht bin ich hier aber auch etwas zu hart in meinem Urteil, aber vielleicht kannst du den einen oder anderen Charakter etwas persönlicher gestalten, indem du eine kleine Anekdote aus seinem Leben einfügst, oder ein kleines Beispiel, was genau an dem Ersten Offizier so deutsch-französisch ist oder bei welchem Thema er mit den Captain so fundiert argumentiert hatte.

Die Aufzählung der verschiedenen Besatzungstypen, wer bei der Besprechung anwesend ist und wer nicht, wie viele eventuell in den Raum gepasst hätten ... liest sich zu trocken. Ich weiß nicht, ob diese Details wichtig sind (einige später mit Sicherheit), aber ich würde die Leser nicht mit unwichtigen Infos zuschütten, zumindest nicht in dieser Form. Sicher kann man die eine oder andere Information auch später noch einfließen lassen, wenn sie wichtig wird.
Stell dir vor, du kaufst ein Buch, auf dem „tolles Weltraumabenteuer“ steht, aber die ersten Seiten beinhalten eine Gebrauchsanweisung, durch die du dich erst einmal hindurch beißen musst. So ähnlich wirkt auf mich der Anfang.

Wie wäre es, wenn du die Geschichte mit einer kleinen (oder auch größeren) Schwierigkeit beginnen lässt? Mit dem Antrieb stimmt irgend etwas nicht. Und dann nimmst du eine überschaubare Gruppe, am Besten diejenigen, die in der Geschichte wichtig sind oder werden, den Captain und den Offizier und /oder die Französin, nicht mehr wie 4 Leute, die sich mit dem Problem beschäftigen und gleichzeitig vorgestellt werden, indem sich jeder so seine Gedanken über den anderen macht. Ganz nebenbei kann dann erwähnt werden, dass das Schiff 200 Besatzungsmitglieder aufweist u.s.w.. Ist nur ein Vorschlag

Hier noch ein paar Details, die mich noch aufgefallen sind:

warteten gespannt darauf, was der Captain zu sagen hatte.

Nach dieser Ankündigung erwartete ich, dass der Captain ein Rede halten wird (in der er etwas erzählen würde, was neu für die Besatzung ist – oder etwas ansprechen würde, worauf die Besatzung eben wirklich gespannt wartete). Tatsächlich handelt es sich aber um eine Lagebesprechung, in welcher der Erste Offizier das Wort eröffnet.

Die Idee, dass wegen der langen Reisedauer die Besatzungsmitglieder nicht älter als 30 sein dürfen, finde ich einen guten Einfall.

Er ist zusammen mit Dr. Bodner, gerade dabei, einen allgemeinen Gesundheitscheck bei den Siedlern durchzuführen.

Normalerweise würde ich denken, dass die Siedler (wie alle anderen) vor dem Start durchgecheckt werden, es sei denn, dass sie während der Reise ständig, oder z.B. im einem bestimmten Rhythmus durchgecheckt werden, dann würde ich dieses Rhythmus hier auch erwähnen.

Mark war ein eher dunkler Typ mit dichten dunklen Haaren.

Dieses (eher unwichtige) Detail wirkt an dieser Stelle (am Ende des Abschnittes) künstlich und wie dran geklebt.
Wenn überhaupt, würde ich es versuchen, eher unauffällig irgendwo einzuschieben. Z.B. am Beginn des Abschnittes:
Sein Erster Offizier, ein eher dunkler Typ mit dichten dunklen Haaren, war zwar vier Jahre jünger als er ...

„Yes, we can!“

Einen amerikanischen Wahlslogan für den bereits vollzogenen Start, (bzw. dem Anvisieren der ersten Zwischenstation, was ja nun nicht gerade nach einer allzu schwierigen Aufgabe klingt) zu gebrauchen, finde ich ziemlich fehl am Platz.

„Wie bekannt, werden wir eine Sendestation auf einem der Saturnmonde errichten, sowie wissenschaftliche Untersuchungen durchführen“,

Technische Frage: Eigentlich wollen sie doch nach Aurora, und jetzt müssen sie noch mal abbremsen und ihre Fahrt unterbrechen? Die Fernflugmission wird mit einer Saturnmondmission gekoppelt? Macht das Sinn?
Als Leser stöhne ich hier auf und bin enttäuscht. Der Titel verspricht, dass sie zu den Sternen reisen, sie besiedeln - und jetzt muss ich mich hier noch auf einige Kapitel mit einer Mondmission gefasst machen? Klingt nicht sehr spannend, was mich da erwartet, aber vielleicht wird es das ja noch ...

Die Cryo-Phase beginnt mindestens eine Stunde vor der Einleitung des Beschleunigungsmanövers und endet zwei Stunden nach Erreichen der Reisegeschwindigkeit.

Wenn als nächstes die Mondmission bevor steht, würde ich die Details des Cryoschlafs erst danach, wenn es dann soweit ist, genauer beschreiben.
Eine weitere, kleine technische Frage tauchte da bei mir auf: An Bord gibt es also diese Cryokammern, die aber (wenn ich es richtig verstanden habe) nur während der Beschleunigungs- und Bremsphase benutzt werden. Also wenn ich aber schon die Möglichkeit des Cryoschlafes habe, würde ich die Mannschaft während der gesamten Reise darin belassen. Was wollen denn die 200 Siedler während der langen Reise machen, als sich zu langweilen, wertvolle Nahrungsmittel und Sauerstoff zu verbrauchen? Mit 3 LG ist man schon eine ganze Weile unterwegs, würde ich annehmen.
Eigentlich (vielleicht ist es ja auch so und ich liege hier falsch), dürfte nur eine notwendige Stammmannschaft den interstellaren Flug überwachen.
Oder es handelt sich gar nicht um Cryokammern, sondern lediglich um Kammern, die vor dem Beschleunigungsdruck schützen sollen, dann würde ich sie anders nennen, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen.

RR ist fehlerfrei, soweit ich das als Nicht-Experte beurteilen kann, deine Sprache ist mir persönlich etwas zu „nett“, aber das ist schließlich Geschmacksache.

Tut mir leid, wenn ich dir kein positiveres Resüme geben kann, aber ich hoffe, ich konte dir zeigen, wo die Sache meiner Meinung nach hakt.
Die wahren Abenteuer sind im Kopf und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo.
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Re: AURORA oder Die Kolonisation der Sterne [Kap. 1] - 1.Sze

Beitragvon schreibgeist » 05.02.2014, 22:32

Vielen Dank für die ausführlichen Kommentare. Mir ist klar geworden, dass ich Einiges ändern muß. Viele Punkte haben ihre Berechtigung! Ich finde meine Grund-Idee nach wie vor gut, aber gerade der Anfang eines Buches ist natürlich besonders wichtig. Zum Titel ist zu sagen, dass es noch nicht der endgültige ist. Es ist so wie mit einer E-mail: den Betreff schreibe ich erst am Schluß, denn wenn man den ganzen Text vor sich hat, springt einen das Thema sofort an.

Technisches: die Cryo-Kammern sollten tatsächlich nur zur Entlastung des Körpers dienen, um den Schub auszuhalten. Ob man die Siedler gleich in einen jahrelangen Schlaf schicken soll, muß ich mir noch überlegen, wird aber vermutlich geschehen.
Das Schiff: Expeditionsraumschiff mit interstellarer Reichweite. Verfügt über zwei Antriebssysteme: 1. Fusionsantrieb zur Erreichung von Zielen innerhalb eines Sonnensystems: maximale v = 1% Lichtgeschwindigeit (3000 km/s). 2. Pulsarantrieb zur Überwindung der Entfernung zwischen den Sonnensystemen: maximale v = (circa) dreifache LG. Besatzung: 20, Passagiere: 200 (davon 174 Siedler, 14 Wissenschaftler, 12 Soldaten). 3 Shuttles für je 30 Personen, 1 Lastenshuttle.
Mission: Der Saturn liegt mehr oder weniger am Weg, ausserdem ist dieser erste Abschnitt sozusagen ein Probeflug mit Zusatznutzen, denn wenn man einmal das Sonnensystem verlassen hat, ohne vorher alles ausgiebig zu testen, könnte eine Umkehr problematisch werden (Prämisse).

brehb hat geschrieben:Diese "Mannschaftsbesprechung" wirkt mir etwas erzwungen...
Das stimmt, es passiert zu wenig, und man fragt sich, wozu das Ganze.
brehb hat geschrieben:Wäre er es, stünde dort: ...war gut gelaunt.
Ja. Connor ist der Erzähler, bzw. derjenige, aus dessen Sicht diese Szene erzählt wird. Danke.
brehb hat geschrieben:Mich belastet außerdem dein Umgang mit Taxonomie und Synonymen.
Damit habe ich auch etwas Schwierigkeiten. Ich arbeite noch daran.
brehb hat geschrieben:...solche glatten Zahlen (besonders die 200 Sieder, die dreifache Schallgeschwindigkeit) wirken "erfunden"...
Hmm. 200 Siedler, warum nicht? Das Projekt wurde schließlich "am Reißbrett" geplant, und Menschen lieben nun mal solche glatten Zahlen. Die Zusammenstellung dieser Gruppe kann natürlich auch zu einem späteren Zeitpunkt erwähnt werden, wenn es Bezug zur Handlung hat. Die 3-fache Licht(!)geschwindigkeit ist aber technisch gesehen wirklich ein extremer Zufall und wird deshalb geändert. Wie wäre es mit 3,16-fach ;-)

CraX hat geschrieben:Es passiert überhaupt nichts.
Naja, auf jeden Fall zu wenig *grins*. Da ist was dran. Aber es muß nicht schon auf den ersten Seiten ein Problem auftreten, denke ich. Und das erste Kapitel ist auch noch lange nicht zu Ende. Schließlich soll es keine Kurzgeschichte werden, sondern ein Roman.
CraX hat geschrieben:...ich würde die Leser nicht mit unwichtigen Infos zuschütten,...
Akzeptiert. Zuviel Details gleich am Anfang kann anstrengend sein.
CraX hat geschrieben:Wie wäre es, wenn du die Geschichte mit einer kleinen...Schwierigkeit beginnen lässt?
der Vorschlag ist nicht schlecht...
CraX hat geschrieben:Die Idee, dass wegen der langen Reisedauer die Besatzungsmitglieder nicht älter als 30 sein dürfen, finde ich einen guten Einfall.
Ah, ein Lob! Danke. Es wird später noch zur Sprache kommen, dass der Zellalterungsprozess an Bord verlangsamt werden kann, sodass die biologische Alterung geringer ist als die tatsächlich vergangene Zeit. Deshalb wollte ich auch die Siedler nicht in den Cryo-Schlaf schicken. Aber der enorme Ressourcenverbrauch von 200 Personen ist auch ein Argument.
CraX hat geschrieben:Mit 3 LG ist man schon eine ganze Weile unterwegs, würde ich annehmen.
Diese Anmerkung gefällt mir, denn sie beweist ein Wissen über Entfernungen und Geschwindigkeiten. Du hast damit absolut recht. Wenn ich dir sagen würde, wie lange, würdest du vermutlich das Ziel meines Raumschiffs erraten. Kann das sein? Und das möchte ich eig. vermeiden. :mrgreen:

Danke nochmal für euren Input!
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Re: AURORA oder Die Kolonisation der Sterne [Kap. 1] - 1.Sze

Beitragvon Aradir » 24.02.2014, 21:56

Hi,
ich würde mich selber nicht als besonders gute Lektor bezeichnen und da andere ja schon sehr gute Kommentare geschrieben haben, beschränke ich mich mal auf technische Details :D

Zum einen: Der Antrieb.
Du sprichst vom Fusionsantrieb. In Ordnung, logisch und eine gute Wahl. Geringe Beschleunigung... Na ja. Je nach Menge des Treibstoffes kann so ein Ding dich auch bis auf nahe an die Lichtgeschwindigkeit bringen. Im All gibt es kein Tempolimit :)
Dein Pulsarantrieb hat mich doch arg verwirrt. Zuerst dachte ich du meinst eine Art Pulsantrieb, siehe z.B. Orionprojekt. Da das Ding aber mehrfache Lichtgeschwindigkeit vorlegt, dürfte es eine ausgedachte Maschine sein. Ich würde das um Irritationen vorzubeugen vielleicht doch lieber eine Namensänderung vorschlagen. Außerdem wäre eine Erklärung gut, warum genau man diesen super duper Antrieb nicht innerhalb des Sonnensystems benutzt.

Du sprichst von einem "Swingby" Manöver um den Saturn. Das heißt, dass man da Geschwindigkeit aufnehmen will. Das verträgt sich nur bedingt damit ein oder mehrere Shuttles auszusetzen um "mal eben" eine Basis auf dem Saturnmond aufzubauen. Außerdem erschließt sich mir nicht so ganz, warum genau man gewaltige Ressourcen aufwendet, um ein gewaltiges Schiff für knapp dreihundert Leute zu bauen, wenn die Menschheit nicht mal bis zum Saturn vorgestoßen ist. Falls sie das doch ist, wäre es ziemlich sinnlos, eine Sternenarche Treibstoff für den Aufbau einer wissenschaftlichen Station vergeuden zu lassen. Dein Schiff hat ja nur begrenzte Vorräte, die reichen müssen, um mindestens 10 Shuttleflüge zur Oberfläche des Zielplaneten und zurück zu unternehmen, wobei man dann keinerlei Reserve hätte.

Die Besatzungsfrage. Entweder deine Geschichte spielt schon recht weit in der Zukunft, also näher an Star Trek als an der Realität oder aber deine "Siedler" müssen die ganze Zeit tatkräftig mit anpacken. Z.b. muss regelmäßig jede Oberfläche auf dem Schiff geschrubbt werden, wenn nicht blitzschnell alles mit Schimmel bedeckt sein soll (die Kosmonauten auf der alten Sojus werden dir erzählen wie schnell das geht :wink: ). Außerdem würden 300 Personen unglaubliche Mengen an Essen, Sauerstoff, Wasser und Platz verbrauchen und alles zu sich genommene in Form von Abfallprodukten wieder von sich geben. D.h. dur brauchst eine sehr große, effektive und effiziente Backgroundinfrastruktur. Dein Char, der dafür verantwortlich ist, sollte in der Manschaftbesprechung auf jeden Fall dabei sein und allgemein sehr wichtig in der Schiffhierachie sein. Ich empfehle dir mal Stephen Baxters Buch "Die letzte Arche", falls du dich nahe an die heutige Realtität halten möchtest.

Warum genau du Soldaten einpacken willst erschließt sich mir nicht so ganz. Die Siedler brauchen untereinander höchstens Polizisten und für 200 Leutchen 12 Soldaten mitzunehmen, bedeutet, das fast jeder Zehnte (!) als Hauptqualifikation nichts Nützliches mitbringt. Ein Soldat ist nur dann nützlich, wenn von den Planern der Mission jetzt schon ein Kampf gegen andere geplant ist. Auch die Aufteilung in Wissenschaftler und Siedler ergibt für mich nicht viel Sinn. Wenn man irgendwo eine neue Heimat aufbauen möchte, dann muss zuerst sowieso jeder mit anpacken. Wenn er dabei zusätzlich noch Wissenschaftler ist, ist das natürlich toll, sonst macht das wenig Sinn. Wer will schon einen Geologen durchfüttern, wenn man eigentlich viel eher einen Klempner braucht? Auch die Besatzung wird wohl kaum wieder zurückfliegen, sondern eher auch Siedler werden. Also diese ganze Unterscheidung macht für mich wenig Sinn.
Dazu kommt noch folgendes: Was genau will die Besatzung die ganze Zeit machen? Der Flug geht mindestens ein paar Jahre. Das heißt selbst wenn man kontinuierlich den Antrieb warten und überwachen müsste, hätte man höchstens für fünf Leute Arbeit (bei 8 Stunden Schichten und maximaler Sicherheit). Die Astrogatin wird auch nicht sonderlich viel zu tun haben. In der Raumfahrt hat man alles besser im Vorraus ausgerechnet und fünfmal überprüft, da man nicht mal eben zurückfliegen kann. Das heißt im Grunde genommen ist die einzige Aufgabe der Besatzung während des Langstreckenfluges die Aufrechterhaltung der Lebenserhaltungssyteme. Dafür braucht man aber keine 20 Mann. Auch braucht man im Gegensatz zu einem Schiff keinen Kapitän sondern eher eine Art Präsidenten, der die Besatzung unter Kontrolle hat.

Eine Kleinigkeit: Du schreibst von einem Besatzungsmitglied, das die Vorteile der deutschen und französischen Mentalität in sich vereint. Ähm... ernsthaft? :| Ich bin deutsch oder Deutscher, aber ich bin nicht gründlich und pedantisch. Und einen undordentlichen Astronauten wird keine Raumfahrtagentur der Welt auch nur in die Nähe einer Mission kommen lassen.
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Re: AURORA oder Die Kolonisation der Sterne [Kap. 1] - 1.Sze

Beitragvon schreibgeist » 04.03.2014, 14:58

Ok. Länger nicht hier reingeschaut, sorry. Einige wichtige Punkte von Dir möchte ich hiermit kommentieren.
Schimmel ist mit permanenter Luftreinigung leicht in den Griff zu kriegen (in der Zukunft). Soldaten: Haben jede Menge Qualifikationen für die Errichtung eines Stützpunktes auf einem unbewohnten Planeten! Die Ausbildung dieser speziell für diesen Einsatz ausgewählten Soldaten kannst du ja nicht kennen. Saturnmission: warum nicht? Wenn du zum Supermarkt gehst, kannst du doch mal was von der Drogerie mitnehmen, wenn sie schon am Weg liegt, oder?
Pulsarantrieb: natürlich erfunden. Grund für Nicht-Einsetzbarkeit im Sonnensystem: Wenn man auf den Knopf drückt ist man schon draussen aus dem Sonnensystem, so schnell kannst du gar nicht schauen! :D Ausserdem brauche ich dazu einen Planeten, der mir durch ein "swing-by" Manöver genügend Anfangsbeschleunigung liefert. Danke für diesen Begriff, btw. Um die Entfernungen zwischen Sonnensystemen zu überwinden braucht es eine gewaltige Geschwindigkeit. Würde ich diese etwa mit dem Planet Erde erreichen wollen, um zum Saturn zu kommen, dann wäre ich am Saturn vorbei, bevor ich zu irgendeiner Reaktion fähig wäre.
Was die Besatzung machen soll ist eine legitime Frage, die ich schon in meiner letzten Antwort anerkannt habe. Wie gesagt, die grundsätzlichen Bedingungen sind noch nicht ganz ausgereift.
LG. :)
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Re: AURORA oder Die Kolonisation der Sterne [Kap. 1] - 1.Sze

Beitragvon HerrGesangsverein » 12.03.2014, 19:25

Hallöchen,
grundsätzlich finde ich das die Kolonisation eines fremden Planeten ein unglaublich interessantes Thema ist und ich freue mich immer wieder wenn ich Geschichten zu lesen bekomme die sich damit befassen.
Aber wie einige der anderen Leute die hier kommentiert haben finde ich den Anfang etwas hölzern. Es werden einige Charaktere vorgestellt aber es findet keine wirklich Charakterisierung statt.
Dabei könntest du diese Besprechung hervorragen nutzen deinen Captain vorzustellen. Er könnte die Gelegenheit nutzen seiner Crew die Bedeutung ihrer Mission noch einmal vor Augen zu führen.
Immerhin ist die Kolonisation fremder Planeten doch der größte Traum der Menschheit. Diese Leute haben die schwerste und bedeutsamste Aufgabe vor sich die einem Menschen von der Erde nur gestellt werden kann.
Wenn es dir gelingt das rüber zu bringen wäre das mal ein Anfang der Leute in den Bann zieht.

Jetzt zur schrecklichen Geek Kritik!

Allerdings sind mir sofort ein paar Punkte aufgefallen was die Konstruktion deines Schiffes betrifft.
Grundsätzlich ist die Wahl eines Fusionsantriebes logisch für ein solches Schiff. Es gibt da zum Beispiel die Theorie eines Bussard-Ramjet Antriebes. Robert W. Bussard, ein amerikanischer Physiker, hat die Theorie aufgestellt das es möglich sein sollte mittels eines sogenannten Bussard-Kollektors den für den Fusionsantrieb benötigten Wasserstoff während des Fluges im All selbst zu sammeln.
Allerdings ist auch dass nur ein Antrieb der auf den konventionellen Gesetzen der Physik basiert.
Und als solcher wäre es nicht möglich damit die Lichtgeschwindigkeit zu erreichen, geschweige denn die dreifache.
Das liegt daran dass, nach der Relativitätstheorie, mit zunehmender Geschwindigkeit auch die Masse des beschleunigten Objektes zunimmt. Bei erreichen der Lichtgeschwindigkeit würde dadurch die Masse deines Raumschiffes gleich unendlich sein. Harte Nummer, ich als Laie verstehe das selbst auch nicht wirklich, aber das ist die wissenschaftlich anerkannte Sichtweise.
Aber es kommt noch schlimmer! Selbst wenn dein Antrieb es schafft die Lichtgeschwindigkeit zu erreichen wäre es nicht möglich das zu überleben da eine unendliche Masse, bzw. eine sich der Unendlichkeit annähernde Masse, zum Zerfall aller Atome führen würde.
Von den in der Relativitätstheorie beschriebenen temporalen Auswirkungen will ich gar nicht anfangen.

Aber selbst wenn es physikalisch möglich wäre, würde deine Mathematik nicht passen.
Um die dreifache Lichtgeschwindigkeit mit einer nur 36 stündigen Beschleunigungsphase zu erreichen müsste dein Schiff mit über 707G beschleunigen. Und das wäre ziemlich unangenehm. Besonders wenn man bedenkt das ein durchschnittlicher Mensch bei einer konstanten Beschleunigung von 6G nach weniger als einer Minute bewusstlos wird.

Es gibt ein paar Ideen aus der theoretischen Physik wie es trotzdem möglich sein könnte stellare Entfernungen zu überbrücken, aber die basieren auf Energie, bzw. Materieformen die bisher lediglich mathematische Spielereien sind. Es geht dabei zum einen um die Veränderung des Raumes und zum anderen um die Änderung des physikalischen Zustandes deines Raumschiffes.
Ergo, Wurmlöcher, Warp Antriebe und Tachyonen, Star Trek Zeug also.

Ich hoffe das alles kommt jetzt nicht zu harsch rüber, weil ich die Idee und den Ansatz sehr spannend finde.
Und als kleinen Tipp http://jumk.de/formeln/beschleunigung-zeit.shtml <-- das ist ein kleines online Tool das dir die lästige Mathematik für Beschleunigungsrechnungen abnimmt. Ich benutze es selber ständig.

Und der Wikipediaartikel zu Antriebsmethoden für die Raumfahrt, reale wie theoretische:
http://de.wikipedia.org/wiki/Antriebsmethoden_f%C3%BCr_die_Raumfahrt#Fusionsantrieb
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