[Humor]Die Krone der Insignifikanz: Die Waldhütte (1/2)

Komödie, Satire, Parodie

[Humor]Die Krone der Insignifikanz: Die Waldhütte (1/2)

Beitragvon EnWeZed » 05.10.2014, 22:19

Diese Passage stammt aus meinem Roman "Die Krone der Insignifikanz". Das Buch ist fertig geschrieben und diese Szene habe ich neulich erst hinzugefügt, weil mich das ursprüngliche Kapitel nicht überzeugt hat und ich es nochmal umgeschrieben habe. Dabei entstand dann diese Szene, die ich sehr gerne mit der Öffentlichkeit teilen möchte, um herauszufinden ob mein Humor funktioniert.

Ich bin nicht rundum zufrieden mit der Szene, da ich das Gefühl habe, dass etwas fehlt (Klischees, wo kann ich anbauen? Was kann ich weglassen?) und würde mich dementsprechend über Kritik in diese Richtung freuen.

Ausserdem bitte ich darum, mir das/dass-Fehler gehörig um die Ohren zu klatschen, damit ich's mir endlich mal merke! *g*

Da es eine Passage aus einem ganzen Kapitel ist, gebe ich hier einen kurzen Abriss über die Dinge, die vorher passiert sind: Jonathan Voltaire hatte Stress mit seinen Zieheltern und möchte denen mal so richtig eins reindrücken, weswegen er abgehauen ist und sich in einer Waldhütte verschanzt hat. Hilarity Ensues, als eine Jugendgruppe in das Haus einsteigt, um eine Party zu feiern.

Viel Spaß damit!
********************

Johnny warf sich auf sein Nachtlager und seufzte. Er schaut durch das Loch in der Decke und beobachtete den gleichmäßigen Strom des Regens, der sich unaufhörlich hinein drängte und das Holz weiter einsaute.
„Ich schlafe eine Nacht drüber. Dann fällt mir sicher was ein! Morgen ist erstmal die Krone dran, Mister B. Der Tag hat zwar wenig gutes gebracht, aber ich habe gelernt, dass sie nicht im Westflügel ist - dort hat er ja wirklich nur Plunder. Ich muss also einen Weg finden, den Ostflügel auszukundschaften.“ Er brummte und zupfte am Arm seines Stofftieres. „Kannst du nicht schlafen, kleiner Taucher? Na, komm her!“
Jonathan griff den Taucher, zog ihn aus seinem kleinen Bett und drückte das Stofftier in seine Halsbeuge. Er schloß die Augen und versuchte einzuschlafen. Auf dem Dachboden der alten Hütte war es immernoch bequemer als in den Nächten auf der Straße, soviel war sicher. Was hätte er damals alles für so ein leer stehendes Haus gegeben?
Plötzlich hörte er eines der Fenster brechen und setzte sich alarmiert auf. Instinktiv huschte er hinter die Kisten und errichtete eine Barrikade um sich selbst, bevor er lauschte.
„Yeah“, rief eine tiefe, männliche Stimme. „Dieses Haus eignet sich perfekt für unsere völlig spontane Mitternachtsparty!“
„Aber hallo!“ sagte eine weitere Männerstimme, nicht ganz so tief und wesentlich angenehmer im Klang. „Bringen wir das Bier und die Mädchen hier rein, dann kann es ordentlich abgehen!“
„Vergiss das Gras nicht!“ sagte eine dritte Herrenstimme, die angekratzt und teilnahmelos klang.
„Tihi, ich habe keine Persönlichkeit und für dieses Wetter viel zu knappe Kleidung an.“ Eine weibliche Stimme! Sie klang unangenehm und viel zu hell, wie ein durchgedrehter Spatz, der eine Nacht in einer Heliumflasche gefangen war.
„Ich weiß nicht ob das eine gute Idee ist!“ Noch ein Mädel! Sie klang vernünftiger und bodenständiger als der Rest, doch sie wurde von einem lauten Rumpeln vom weitersprechen abgehalten.
„Bobby!“ sagten alle gleichzeitig und lachten.
„Jaja, ich weiß. Ich bin dick und ungeschickt, aber ich habe ein Herz aus Gold und immer einen lockeren Spruch auf den Lippen.“ sagte Höchstwahrscheinlichbobby.
„Verdammt, Mann! Was für eine krasse Scheiße! Jermaine will feiern, verdammte Scheiße!“ Jermaines Ansage wurde von einem beständigen klimpern begleitet, dass auf viele, wertvolle Ketten schließen ließ.
In Wellington schlugen die Glocken und verrieten die Ankunft eines neuen Tages. Jonathan zog einen Mundwinkel hoch. Sein Versprechen war eh gebrochen und ein neuer Tag hob es auf, also dachte er über eine Sonderschicht nach.
Die Gruppe tönte und feierte in der Hütte, Johnny hörte wie sie eine Bierdose nach der anderen leerten und Musik aus einem tragbaren Grammophon spielten. Das machte es einfach, durch die Hütte zu schleichen und die zahlreichen Risse und Brüche im Holz zum spähen zu nutzen.
Der größte von ihnen hieß Sporty McJump. Er hatte ein auffälliges und ansehnliches Gesicht mit markanten Wangenknochen, blauen Augen, strahlend weißen Zähnen und eine blonde Mähne, die er mit Gel anklatschte und ständig mit einem aus seiner Jackentasche der Wellington University schauenden Kamm zurückkämmte. Sporty war durchtrainiert und legte seine kräftigen Arme um die blonde Schleife neben ihm. Sie hieß Zoe Wannawann und trug tatsächlich für dieses Wetter ungeeignete Kleidung, ein knappes Ensemble aus hellblauen Hotpants und ein über ihrer Brust verknotetes Hemd, dass mehr zeigte als es verdeckte. Sie wickelte die ganze Zeit eine Locke ihrer Haare um ihren Finger und saß nur blöde herum, ohne wirklich etwas zur Gruppe beizutragen. Auf einem mit Holzspänen vollgestopften Sitzsack fletzte Patty P. Pot, ein junger Mann mit langem Kinnbart und ungekämmten, braunen Haaren, der die ganze Zeit entweder Gras als Zigarette oder aus einer Wasserpfeife rauchte und blöde vor sich hinkicherte. Neben ihm saß Jermaine, der fabrige Mann mit den zahlreichen Ketten, der in jedem seiner Sätze mehrfach die Worte „Verdammt!“ und „Scheiße!“ einflocht und sie mit übertriebener Gestik und Sackgrabscherei darstellte. Bobby, der dicke und lustige, saß auf einer zerstörten Couch und schaufelte ungesunde Knabbereien in sich rein, die er in einem gewaltigen Rucksack mit sich transportierte. Er war wirklich füllig und hatte schwarze, lockige Haare, sein rundes Gesicht war mit Käsedip verschmiert und er leckte ständig seine Finger ab. Allein in einer Ecke saß Elza I. Willive und knaubelte auf ihren Fingernägeln. Sie trug einen grauen Knierock aus Baumwolle, eine fürchterliche Omabluse mit Rüschen und hatte ihre braunen Haare zu einem Dut zusammengebunden. Sie erinnerte Jonathan an Layla, allerdings hatte die Auszubildende keine Hakennase und trug keine Hornbrille.
„Ich kann Jermaine die Ketten nicht klauen, solange die Gruppe zusammen ist.“ murmelte Jonathan. „Irgendwie muss ich Bewegung in die Sache bekommen.“
Glücklicherweise musste er dafür nicht viel tun! Zoe tuschelte Sporty etwas zu und zog den hübschen Kerl am Kragen mit sich. Sie stiegen zu ihm in die zweite Etage und gingen in das Schlafzimmer mit dem Himmelbett. Johnny stieg durch eine brüchige Wand in den Wandschrank und linste durch die Ritzen zu ihnen. Sporty McJump wendete die Matratze, während Zoes Klamotten praktisch von selbst von ihrem kurvigen Körper sprangen und wie Geschosse durch den Raum flogen.
„Nicht schlecht.“ flüsterte er und grinste, dann schälte sich auch Sporty aus seiner Kleidung und huschte mit seiner Freundin unter die schmutzigen Decken, die günstig lagen und nur soviel verdeckten wie nötig war, um nicht anstößig zu wirken. Der Sportler hatten einen guten Rhythmus, legte jedoch etwas zuviel Enthusiasmus in die Nummer, denn das Bett brach. Eine der Säulen wurde durch den Ruck abgebrochen, stürzte ungünstig und durchbohrte die Brust von Sporty McJump, der seiner Freundin Blut auf das Gesicht spuckte und regungslos auf ihr landete. Erschrocken hielt Jonathan sich den Mund zu und riss die Augen auf. Zoe begann zu kreischen und schob den leblosen Körper ihres Freundes von sich, bevor sie ihre Blöße beim herausrennen mit einem günstig liegenden Laken verdeckte.

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Part 2: die-krone-der-insignifikanz-die-berghutte-2-2-t51687.html
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Re: Die Krone der Insignifikanz: Die Waldhütte (1/2)

Beitragvon tattoo99 » 15.10.2014, 18:03

Hallo EnWeZed,

dann will ich mal meinen Kommentar zu deiner Geschichte bzw. zu deinem Abschnitt.
Also erst einmal zu dem Titel:
Ich muss gestehen, ich musste erst einmal googeln was Insignifikanz eigentlich ist und ich habe noch keine Antwort darauf gefunden. Ich weiß ja nicht, welche Zielgruppe geplant ist, aber wenn das ein Jugendbuch werden soll würde ich den Titel abändern, weil ich glaube viele nicht wissen was das ist. Wenn es ein Erwachsenenbuch ist kann man das nochmal überlegen.

Formales:
„Vergiss das Gras nicht!“ sagte eine dritte Herrenstimme, die angekratzt und teilnahmelos klang.

-> „Vergiss das Gras nicht!“, sagte eine dritte Herrenstimme, die angekratzt und teilnahmslos klang.

„Ich weiß nicht ob das eine gute Idee ist!“

-> „Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist!“

„Bobby!“ sagten alle gleichzeitig und lachten.

-> „Bobby!“ ,sagten alle gleichzeitig und lachten.

„Jaja, ich weiß. Ich bin dick und ungeschickt, aber ich habe ein Herz aus Gold und immer einen lockeren Spruch auf den Lippen.“ sagte Höchstwahrscheinlichbobby.

-> „Jaja, ich weiß. Ich bin dick und ungeschickt, aber ich habe ein Herz aus Gold und immer einen lockeren Spruch auf den Lippen",sagte Höchstwahrscheinlich Bobby.

„Ich kann Jermaine die Ketten nicht klauen, solange die Gruppe zusammen ist.“ murmelte Jonathan.

-> „Ich kann Jermaine die Ketten nicht klauen, solange die Gruppe zusammen ist",murmelte Jonathan.

Zoe tuschelte Sporty etwas zu und zog den hübschen Kerl am Kragen mit sich.

-> Ich finde, da ist das Wort "tuschelte" in Verbindung mit "etwas zu" nicht sehr schön. Ich würde lieber schreiben "flüsterte" das klingt schöner.

Zum Text:
Es sind so viele Personen die man hier kennen lernt und man konnte manchmal ganz durcheinander. Trotzdem ist dein Schreibstil sehr flüssig und voller Beschreibungen, sodass man sich die Umgebung sehr gut vorstellen kann.
Einen Kritikpunkt habe ich aber: Du könntest ein bisschen mehr die Gefühle der Person(en) beschreiben.
Gehe ich recht in der Annahme das Jonathan der Protagonist ist? Wenn das so ist dann habe ich hier zum Beispiel eine Stelle, wo die Gefühle mehr eingebracht werden könnten.

Erschrocken hielt Jonathan sich den Mund zu und riss die Augen auf.

-> Hier hätte man wunderbar seine Gedanken mit einbringen können. Zum Beispiel, was er bei dem Anblick denkt oder über den Verlust dieses Freundes (?).

Das waren jetzt so meine Kritikpunkte.
LG
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Re: Die Krone der Insignifikanz: Die Waldhütte (1/2)

Beitragvon EnWeZed » 15.10.2014, 20:06

Ich danke dir für die Adleraugen und Verbesserungsvorschläge. Ich werd' sie direkt mal einbauen, nachdem ich diesen Post verfasst habe, da es noch einige Dinge gibt, die ich dazu sagen kann.

Insignifikant = unbedeutend. Ich fand den Titel lustiger als "Die Krone der Bedeutungslosigkeit". Einfach aus dem Grund, dass dieses nutzlose Ding durch ein schweres Wort auf einmal bedeutungsvoller klingt. Es ist mit Sicherheit kein Jugendroman, ich würds in die Sparte Southpark stecken. Satire. Comedy. Abenteuer.

„Jaja, ich weiß. Ich bin dick und ungeschickt, aber ich habe ein Herz aus Gold und immer einen lockeren Spruch auf den Lippen",sagte Höchstwahrscheinlich Bobby.


Das ist mit Absicht so geschrieben. Johnny weiß nicht ob es Bobby ist, also nennt er ihn Höchstwahrscheinlichbobby. Das die Stelle zur Irritation führt, habe ich mir gedacht; vielleicht sollte ich mir einen anderen Kosenamen überlegen.

Es sind so viele Personen die man hier kennen lernt und man konnte manchmal ganz durcheinander.


Die vielen aus dem nichts auftauchenden Personen persiflieren die 08/15-Slasherfilm-Archetypen und haben für die eigentliche Handlung absolut keine Insignifikanz. (:P) Sie dienen einzig und allein als Kanonenfutter für das Feuerwerk des Irrsinns, dass sich um meinen Prota herum ausbreitet. Wenn sie jedoch irritieren, muss ich vielleicht ein wenig mehr differenzieren und jedem Charakter etwas mehr Zeit widmen.

Hier hätte man wunderbar seine Gedanken mit einbringen können. Zum Beispiel, was er bei dem Anblick denkt oder über den Verlust dieses Freundes (?).


Zur Kenntnis genommen und in Arbeit! Das ist der erste Draft, die ganze "Charakterisierung" der Geschichte findet im zweiten Durchlauf statt, indem ich das ganze Ding in Character schreibe und näher auf die Dinge eingehe, die Jonathan bewegen. Im ersten Durchlauf schreibe ich nur das notwendigste auf und hinterlasse mir Stichpunkte, an denen ich mich orientieren kann.
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