Die Macht deines Namens

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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon blackheaven » 10.12.2013, 01:12

Hallo JessB,
ich finde nicht, dass jeder Fantasy-Charakter einen ausgefallenen Namen haben muss, auch nicht unbedingt der Protagonist.
Da ich relativ viel Fantasy lese, spreche ich da aus eigener Erfahrung beim Lesen: wenn mir die Namen zu kompliziert oder zu "kreativ" sind, dann überlese ich sie oder mach in meinem Kopf beim Schnellen drüber lesen einen anderen Namen draus.
Ich finde Julius durchaus einen guten Namen, auch für einen Fantasy-Charakter, aber wenn wirklich alle anderen Namen besonders fantastisch etc. klingen kann dies schon aufstoßen. Mich würde es beim Lesen wohl nicht stören, aber ich würde mir schon Gedanken drüber machen ob dieser Name absichtlich nicht so fantastisch ist, ob es einen Hintergrund dafür gibt.

Liebe Grüße
Bianca

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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon JessB » 10.12.2013, 08:02

Guten Morgen Bianca,

danke das du geantwortet hast. Ich habe das gleiche Problem. Ich mag z.B. Eragon, aber manche Namen :roll:
sind wirklich spezial. Die überlese ich einfach und merke mir nur die ungefähre Form, damit ich sie wieder erkenne.
Wenn ich nochmal so darüber nachdenke, haben meine Charaktere, gut leserliche Namen. Ich finde auch das sie auf eine Art und Weise gut miteinander harmonieren. Auch wenn man nicht unbedingt am Namen erkennt wer gut oder böse ist :)
Hier mal eine kleine Liste der wichtigsten Haupt- und Nebencharaktere:
Julius
Darween
Carant
Zoran
Elidor
Elynia

Eric (noch nicht sicher, der Charakter ist noch nicht ausgearbeitet)
Dassos (siehe Eric)
Janik
Choltar
Falamir
Agedo


Es gibt natürlich auch etwas ausgefallenere Namen. Das sind dann aber eher Orte und Zauberformeln. Oder ganz kleine Nebencharaktere, die nur ein bis zweimal in der Geschichte vorkommen.
Ich habe dabei ein gutes Bauchgefühl. Das ist es doch eigentlich worauf es ankommt, oder?
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon blackheaven » 10.12.2013, 22:00

Hallo JessB,

also im Zusammenhang mit den anderen Namen wirkt es meiner Meinung nach ein bisschen willkürlich. Auf der einen Seite gibt es "normale" Namen: Eric, Janik, Julius und Darwin, aber auf der anderen Seite dann doch sehr fantasylastige Namen: Falamir, Elidor, Elynia etc.
Ich persönlich finde alle Namen lesbar und würde diese auch nicht überlesen, auch die Mischung finde ich okay. Die Frage ist halt: Gibt es in deiner Fantasy-Welt, abgesehen von deinen Figuren, diese Namen wirklich? Bei meinem Fantasy-Herzensprojekt heißt meine Prota Alina, was ja in erster Linie ein normaler Name ist, aber es gibt auch genug Fantasy-Namen, trotzdem weiß ich, für mich, dass der Name im Prinzip in meiner Welt nicht ungewöhnlich ist. Es gibt viele Leute die nicht vorkommen, die auch einen "normalen" Namen tragen. Ich hab mir auch lange überlegt ob es "okay" ist Fantasynamen und normale Namen zu verwenden und ich bin zu dem Entschluss gekommen: Wenn es zu meiner Welt passt und ich mir sicher sein kann, dass es auch für die Bewohner meiner Welt normale Namen sind, dann ja. Auch wenn ich nur einen normalen Namen habe, dieser aber eine Bedeutung hat, ist es mMn okay, vielleicht soll er ja besonders sein bzw. die Bewohner der Welt verstören/aufschrecken etc.. Wenn es aber überhaupt nicht in die Welt passt, sollte man vielleicht nochmal drüber nachdenken oder spätere Probeleser !nach dem Lesen! fragen ob sie die Namen störend fanden.

Wenn du ein gutes Bauchgefühl hast und denkst es passt so in deine Geschichte, würde ich die Namen so lassen. Sind wirklich ein paar schöne dabei :)

Liebe Grüße
Bianca
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon Lorandra » 10.12.2013, 22:26

Ich finde auch alle Namen lesbar und würde mich nicht daran stören, wenn sie in die Welt passen.
Einzig der Name Falamir gefällt mir nicht so gut, weil er mich sofort an Faramir (Herr der Ringe) erinnert und ich direkt das Bild des Schauspielers vor Augen habe. Selbst wenn du beschreiben würdest, dass er pinke Haare hat, würde sich das in meiner Vorstellung kaum ändern.

Mfg Lorandra
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon JessB » 11.12.2013, 00:05

Erstmal danke für eure Antworten.
Gleich zu Anfang, sorry aber das muss sein: Darween brüllt nämlich gerade in mein Ohr, das sie nicht Darwin heißt ;)

Mittlerweile ist es so, das meine Charaktere sagen ob es für sie okay ist oder nicht. Zumindest die, die bereits ein Eigenleben besitzen. (wie Julius, Elynia, Carant, Zoran und Darween)
Ein Beispiel: Ich wollte Darween spielend im Schnee beschreiben. Sie weigerte sich, sie mag überhaupt keinen Schnee, gar nichts das nass und kalt ist.

Bei den anderen Namen ist noch einiges offen. Deshalb sind diese Kapitel auch nicht "fertig".
Den Tipp mit Falamir und Faramir würde mir heute schon einmal gegeben. Ich sag ja betriebsblind. Ist mir gar nicht aufgefallen. Obwohl es dem Leser schwer fallen wird bei meinem Greif Falamir an den Schauspieler von HdR Faramir zu denken ;)
Ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, das mir die anderen Charaktere auch noch sagen werden, mit welchem Namen sie zufrieden sind. (dann wird es auch mein Bauch wissen^^)
Ich hätte vielleicht darüber hinaus (auch das fällt mir gerade auf) sagen sollen, das die "normalen" Namen meist an Menschen gehen. Während (mit Ausnahme von Elynia) die anderen Namen eher Wesen sind.
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon Silvestergirly » 26.12.2013, 15:48

Hallo

ich habe wohl auch eine Mischung aus Fantasynamen und im altgebrauch verwendete Namen

Amari
Cyric (Seirik ausgesprochen nicht Zürik)
Valentine (englische Aussprache)
Sir Ramon
Raven
Aleshanee
Selen
Lilith
Darian
Freya
Sias
Loona
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon Averia » 26.12.2013, 21:26

Eine Mischung aus Fantasy Namen und alltäglichen Namen ist auch gar nicht so selten, sowohl in 'Das Lied von Eis und Feuer als auch in den Büchern von Licia Troisi gibts es Namen, die man im Alltag findet. Ein ziemlich krasser Vergleich wäre bei Licia Troisi: Dubhe - Monika Wobei ich da - zugegebenermaßen - erstmal Schlucken musste, weil das schon ein anderer Unterschied ist als zb. Jon - Tywin aus Das Lied von Eis und Feuer
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon lydias_teddybaer » 30.01.2014, 15:31

Hallö :)

für meinen Fantasy-Roman suche ich meine Namen eher nach Bauchgefühl und Stimmung aus:

Katharina (Katya)
Melvin (Mel)
Sylvia
Aurelius (Lius)
Ludwig (Lutz)
Ingrid
Alice
Joanna

bis jetzt habe ich für jeden Charakter einen Charakterbogen ausgefüllt, egal ob Prota, Anta oder (wichtige) Nebenfigur.
There is a saying in Tibetan, "Tragedy should be utilized as a source of strength."
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon grit » 31.01.2014, 19:15

Zuerst ist die Figur in keinem Kopf, dann kommt der Name. Ich lasse mich da sehr vom Klang leiten und probiere mit halblautem Vor-mich-hin-Plappern so lange, bis ich zufrieden bin.
Soll der Name erhaben klingen, dann gebe ich ihm mindestens zweimal den Vokal A, mit einem U darin kann es etwas Geheimnisvolles haben, Konsonantenhäufungen, besonders mit R oder k und ck am Ende haben etwas Aggressives. Diese Namensfindungen sind schwer zu erklären, aber niemand hat mehr als 3 Silben und es muss auch immer einfach zu lesen und auszusprechen sein, ohne dass man sich die Zunge verknotet.
So entstanden Jefiral, Merun, Anapura, Akash, Tarik, Danil, Tamar, Elain und El-Kobir.
Für die Namen magischer Gegenstände und Orte bemühe ich gern mal das elbische Wörterbuch.
In der realen Welt haben meine Figuren auch ganz gewöhnliche Namen, je nachdem, aus welcher Zeit und welchem Land sie stammen heißen sie Henry, Elisabeth, Helen und Rachel, Cecil und Maud oder Florian und Sabine.
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon Kelpie » 31.01.2014, 22:53

@JessB
Hach ich liebe diese Verweise: sieh dir doch die Bücher von Martin an. Neben eindeutigen Fantasynamen gibt es dort auch genügend realistische. Habe bisher noch nie gehört, dass sich jemand daran gestört hätte - der einzige Kritikpunkt sind bei ihm ja immer nur die deutschen Übersetzungen der Namen.

Ich muss allerdings sagen, dass es schon Namen gibt, die mich in Fantasybüchern nerven. Alice z.B. Oder Jessica. All diese englischen Namen, die heute viel zu sehr in Mode sind.

Viele Grüße,
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon Cherrycat » 11.05.2014, 17:43

Ich mag englische Namen - jedoch wenige im Fantasybereich. *nur mal anmerk*

Meine Hauptcharaktere müssen Namen haben sonst kann ich gar nicht anfangen zu schreiben. Wobei die oft schon mit der Grundidee auftauchen. Nur mit meiner aktuellen Geschichte war das mal nicht so. War das nicht gewohnt, hat mich tagelang verrückt gemacht. Auch die neue Idee, die ich schon in Stichworten aufgeschrieben habe ist mit Namen versehen. Anders geht es nicht. Nur dann beginnt mein Chrara zu leben. Nebencharas, da änder ich die Namen auch mal wenn die Story schon halb fertig ist. Ich wäre aufgeschmissen, wenn es suchen und ersetzten nicht gäbe. :twiddlethumbs:

Liebe Grüße

Cherrycat :flowers:
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon TallyLC » 20.02.2015, 21:14

Hey, da ich vor kurzem angefangen habe Jackys Block zu lesen wollte ich hier meine Meinung auch mal hinschreiben^^

Ich schreibe momentan an einem Fantasy-Roman, ich kann es nicht so ganz zuordnen aber ich glaube dieser gehört zu 'Urban-Fantasy'. Aaber das ist eigentlich jetzt auch total egal :D
Ich schreibe aus der Sicht eines 14 jährigen Mädchens, und habe sehr lange überlegt wie ich sie nennen sollte.
Einerseits wollte ich keinen WIRKLICH veralteten Namen, aber auch keinen so modern-englisch mäßig...
Schließlich habe ich mich für den Namen Lucia Silvane entschieden, und wollte gerne wissen was ihr davon haltet! :)

Liebe Grüße
Man erkennt den Autor aus der Schrift vielleicht deutlicher als aus dem Leben. -Johann Wolfgang von Goethe
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon Julestrel » 21.02.2015, 08:45

Schließlich habe ich mich für den Namen Lucia Silvane entschieden, und wollte gerne wissen was ihr davon haltet! :)

Meiner Meinung nach kommt es stark drauf an, wie die anderen Personen in ihrem Umfeld heißen. Wenn du sonst nur "deutsche" Namen hast, wäre es ein Grund für mich, die Geschichte zur Zeit zu legen, da so ein Name dann auf "ich bin etwas ganz besonderes und hab die einzige Gabe, die die Welt retten kann" hinweist.

Wenn sich der Name in das Umfeld der Prota einpasst, d.h. auch der Rest hat ähnliche Namen und es passt zum Handlungsort, dann ist er okay.


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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon Kelpie » 21.02.2015, 10:37

Lucia Silvane klingt ziemlich extravagant, finde ich. Je nachdem, was für einen Charakter du hast, ist er also passend oder unpassend. Irgendwie habe ich da sofort eine Hexe mit Kater und Besen vor Augen, die ständig im Chaos versinkt :lol: Also für ein schüchternes Mäuschen oder eine Großstadttusse fände ich den Namen alles andere als geeignet; dafür klingt er zu mystisch und untypisch.

Viele Grüße,
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon Allvater » 21.02.2015, 11:22

Hm. Also ich messe Namen eigentlich keinerlei Bedeutung zu. Aus einem ganz einfachen Grund. Namen haben keine grundlegende Bedeutung, wenn man sie erhält. Denn in der Regel wird einem der Name bei der Geburt gegeben, wo man nicht einmal annähernd weiß, wie sich das Kind entwickeln wird.

Und gerade heutzutage wählen Eltern oft die dümmsten Namen für ihre Kinder aus. Insofern finde ich überhaupt nicht, dass ein überkandierter Name auch nur zu einem überkandierten Charakter passt. Oder ein geheimnisvoller Name nur zu einem geheimnisvollen Charakter passt.

Ich mache mir bei der Namensvergabe meiner Figuren auch nur wenig Gedanken dazu. In der Regel erhalten sie den Namen als allererstes. Natürlich kommt es gelegentlich vor, dass ein gewählter Name mir irgendwann doch nicht mehr so gut gefällt. Dann ändere ich ihn. Aber das ist wirklich eher selten.

Und ich persönlich bevorzuge Namen die entweder real existieren, oder einfach zu lesen sind. Übermäßig hochtrabende Namen finde ich nicht gut und mag es auch nicht solche zu lesen. Und englische Namen mag ich in einem deutschen Fließtext überhaupt nicht lesen. Das ist wie ein Stolperstein oder zuviel Salz in der Suppe. Daher bin ich bei Büchern, welche aus dem englischen übersetzt wurden, immer dankbar wenn die Namen eingedeutscht werden. Was allerdings nicht immer der Fall ist.
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