Die Macht deines Namens

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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon TallyLC » 21.02.2015, 18:23

Lucia Silvane klingt ziemlich extravagant, finde ich.


Hm, meinst du? :thinking:
Ich finde das eigentlich gar nicht mal so... Der name Lucia ist doch recht bekannt und Silvane... Na gut das ist schon etwas.. speziel ^^

Also für ein schüchternes Mäuschen oder eine Großstadttusse fände ich den Namen alles andere als geeignet; dafür klingt er zu mystisch und untypisch.


In meiner Geschichte ist Lucia ein Mädchen der 9. Klasse im Gymnasium, also eher normal...
Hm, dieser Komentar hat mich nun doch sehr nachdenklich gemacht... :wary:

Andererseits hat Allvater ja schon irgendwie auch Recht..


Hm. Also ich messe Namen eigentlich keinerlei Bedeutung zu. Aus einem ganz einfachen Grund. Namen haben keine grundlegende Bedeutung, wenn man sie erhält. Denn in der Regel wird einem der Name bei der Geburt gegeben, wo man nicht einmal annähernd weiß, wie sich das Kind entwickeln wird.

Und gerade heutzutage wählen Eltern oft die dümmsten Namen für ihre Kinder aus. Insofern finde ich überhaupt nicht, dass ein überkandierter Name auch nur zu einem überkandierten Charakter passt. Oder ein geheimnisvoller Name nur zu einem geheimnisvollen Charakter passt.


Jetzt weiß ich nicht mehr weiter... :doh:
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon Allvater » 21.02.2015, 18:52

Ich war zwar schon lange nicht mehr in der Schule ^^ Aber wir hatten damals zwei Italiener in der Klasse. Und ich meine, gerade heutzutage, kann man nicht mehr wirklich behaupten, gewisse Namen wären typisch für deutsche Schulen. Insofern kann man auch nicht behaupten, welche Namen nun passen und welche nicht.
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon Kelpie » 21.02.2015, 20:13

Naja, aber es gibt immerhin das bekannte Phänomen "nomen est omen" ;)

Abgesehen von dem Klang, der in jedem Fall harmonisch sein sollte, finde ich es gut, wenn Namen sich gut in ihre Welt einfügen. High Fantasy, die sich gewöhnlicher Namen wie Sebastian und Thomas bedient, finde ich gewöhnliche recht einfallslos. Was nicht heißt, dass der Autor sich mit Akzenten austoben soll, nur weil er die passende Taste dafür entdeckt hat. Genauso unsinnig finde ich Romane, die in Deutschland spielen und englischnamige Protagonisten haben oder Krimis, die tief in die kreative Kiste greifen bzw. genau das Gegenteil machen und ihre Bösewichter Timmi Hochstapler und Ludwig Langfinger nennen.

Gerade bei Fantasy geben Namen m.E. eine entscheidende Atmosphäre, wenn der Autor ihren Klang vom Herkunftsland abhängig macht.
Letztens habe ich einen historischen Roman gelesen, in dem die Herkunft der Figuren ebenfalls durch die Namen sehr deutlich unterstrichen wurde (Irland, Italien, Deutschland); das gibt dem ganzen eine ziemlich beachtenswerte Harmonie.

Ich selbst hantiere viel mit Namen. Als ich meinen Roman begann, habe ich den Figuren z.T. Namen gegeben, die sich in mein Kinderhirn so eingebrannt haben, aber die inzwischen in meinen Ohren einfach grässlich klingen. Bei manchen Charakteren bin ich immer noch nicht fündig geworden, obgleich ich inzwischen viele Namen gefunden habe, die ganz hübsch klingen. Aber irgendetwas passt dort noch nicht, also suche ich weiter.
Zuletzt geändert von Kelpie am 27.02.2015, 14:25, insgesamt 1-mal geändert.
Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. (Franziska Alber)
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon DatCheEta » 26.02.2015, 18:29

Hm. Also ich messe Namen eigentlich keinerlei Bedeutung zu. Aus einem ganz einfachen Grund. Namen haben keine grundlegende Bedeutung, wenn man sie erhält.


Das stimmt auf der einen Seite schon, sie haben keine grundlegende Bedeutung für den, der den Namen erhält. Namen können aber sehr viel über die Eltern bzw die Familie aussagen, aus der der Charakter stammt:

Hat der Charakter einen völlig veralteten Namen, weil sein Urgroßvater ihn auch trug, ist die Familie vielleicht eher konservativ und altmodisch.
Ist es ein blumiger, ausgefallener Name, sind die Eltern vielleicht Hippies (gewesen) und haben ihn/sie ganz anders aufgezogen als die Eltern, die schnell einen Namen ausgesucht haben, den sie auf der Top100 Liste einer Baby-Namen Webseite gefunden haben.
Oder ist es ein verrückter Name, den sich wahrscheinlich nur eine Teenage-Mutter ausgedacht hätte?
Und so weiter.

Gerade bei Fantasy geben Namen m.E. eine entscheidende Atmosphäre, wenn der Autor ihren Klang vom Herkunftsland abhängig macht


Da stimme ich zu. Gerade bei fiktionalen Welten ist es wichtig, so viel Ordnung wie möglich heinein zu bekommen, damit der Leser sich besser orientieren kann. Wenn man am Namen schon erkennen kann, ob es sich bei dem Tolkien Charakter um einen Elfen, einen Zwerg oder einen Hobbit handelt, dann ist es einfacher für den Leser, die Namen mit den Charakteren zu verbinden.

Meine 2 Cent dazu :)

LG,
Cheety
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon TallyLC » 08.03.2015, 13:37

Hallo ihr lieben, ich muss euch leider noch einmal nerven :twiddlethumbs:
Mit meiner Protagonistin bin ich nun komplett mit der Charakterentwicklung fertig, jetzt fehlen nur noch die anderen hauptcharaktere und Nebencharaktere. Mein Problem ist, dass ich früher schon mal an der Idee gearbeitet habe, dann aber wieder aufgehört habe und nun arbeite ich halt wirklich daran (Wenn ihr versteht was ich meine). Früher habe ich mich bei dem Jungen, mit dem die Protagonistin zusammen kommen wird (Bis er stirbt) Paul Clarks genannt. Es ist ein deutlich englischer Name, ich würde ihn dann aus England kommen lassen, weil die Geschichte ja eigentlich in Deutschland spielt. Aber irgendwie plagen mich in letzter Zeit viele Zweifel. Ich bin mir einfach irgendwie unsicher, aber wenn ich seinen Namen ändern würde, müsste ich auch die seiner Familie (Seine Schwester heißt Susan, ebenfalls englisch) ändern. Hat jemand einen Rat für mich? :sweet:

Liebe Grüße,
Tally :girl:
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon CharlieTrash » 08.03.2015, 15:17

Hallo Tally!

Ich glaube, ich kenne dein Problem.

Meine Geschichte hat vorher in Japan gespielt. Aber dann habe ich gedacht, dass ich nicht zuverlässig über ein Land schreiben kann, das ich noch nie life gesehen habe, ganz egal wie gut ich mich darüber informiere. Auch, wenn es für die Geschichte selbst keine Rolle spielt, wollte ich das einfach nicht.

Also habe die Geschichte umgelagert. Allerdings hatten meine Charaktere schon japanische Namen... Der Gedanke sie umzuändern, war irgendwie unerträglich. Keine Ahnung warum. Namen sind Schall und Rauch, aber dein Name definiert dich noch bevor du es selbst tun kannst. Ich konnte es einigermaßen lösen, dass es eben Spitznamen waren, Namenskürzel und einer eben tatsächlich aus Japan kam. Allerdings konnte ich mir bei einer Person keine Alternative überlegen. Mein einziges Mädchen hieß ursprünglich Haru und nennt sich jetzt selbst Spring. Ich dachte, es würde irgendwie helfen, dass die Namen wenigstens dieselbe Bedeutung haben (Haru bedeutet im japanischen auch Frühling). Aber ich muss dir ehrlich sagen, für mich ist es ganz furchtbar. Der Charakter kommt bei meinen Probelesern überhaupt nicht an. Sie verhält sich auch beim Schreiben nicht so, wie sie es nach dem Plot her tun sollte. Sie ist zickig, melodramatisch und selbstverliebt. Eben einfach so, wie man es von einem Mädchen erwarten kann, das sich selbst "Spring" nennt... Und Haru war zwar auch oberflächlich, egoistisch und leicht reizbar, aber sie war auch liebevoll, straßenerprobt und eine Kämpfernatur. All das ist sie irgendwie nicht mehr, seit ich ihren Namen geändert habe. Meine Mitbewohnerin, die den Entwicklungsprozess die ganzen Jahre schon begleitet, hat mal gesagt: "Früher war sie so wie Max aus '2 Broke Girls' und jetzt ist sie so, wie alle Mädchen aus 'Pretty little Liars'"

Deswegen ist mein Rat: Überleg es dir gut, ob du damit arbeiten kannst.
Es wäre wahrscheinlich keine Hürde die beiden Personen einfach Paul und Susan (mit deutscher Aussprache) zu nennen. An den Namen ist nichts auszusetzen. Ich persönlich mag den Namen Paul wesentlich lieber als den englisch "Pouwl". Sie können in deinem Kopf beim Arbeiten ja immer noch die englische Aussprache behalten.

Andererseits spricht bestimmt auch nichts dagegen, dass die Familie wirklich aus England kommt. Mutter hat einen deutschen Mann geheiratet oder einen Job als Englischlehrerin auf einer deutschen Schule bekommen, ect. Dann sind die zwei vielleicht in Deutschland geboren, aber haben durch ihre Eltern englische Namen.

Du musst eben selbst wissen, ob du mit dem Namenstausch klar kommen könntest. Es ist eigentlich keine große Sache, aber bei mir ist es kolossal schief gegangen.
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon TallyLC » 08.03.2015, 17:00

Ich danke dir! :)

Namen sind Schall und Rauch, aber dein Name definiert dich noch bevor du es selbst tun kannst.


Sehr gut ausgedrückt! :2thumbs:

Allerdings konnte ich mir bei einer Person keine Alternative überlegen. Mein einziges Mädchen hieß ursprünglich Haru und nennt sich jetzt selbst Spring. Ich dachte, es würde irgendwie helfen, dass die Namen wenigstens dieselbe Bedeutung haben (Haru bedeutet im japanischen auch Frühling). Aber ich muss dir ehrlich sagen, für mich ist es ganz furchtbar. Der Charakter kommt bei meinen Probelesern überhaupt nicht an. Sie verhält sich auch beim Schreiben nicht so, wie sie es nach dem Plot her tun sollte. Sie ist zickig, melodramatisch und selbstverliebt. Eben einfach so, wie man es von einem Mädchen erwarten kann, das sich selbst "Spring" nennt... Und Haru war zwar auch oberflächlich, egoistisch und leicht reizbar, aber sie war auch liebevoll, straßenerprobt und eine Kämpfernatur. All das ist sie irgendwie nicht mehr, seit ich ihren Namen geändert habe. Meine Mitbewohnerin, die den Entwicklungsprozess die ganzen Jahre schon begleitet, hat mal gesagt: "Früher war sie so wie Max aus '2 Broke Girls' und jetzt ist sie so, wie alle Mädchen aus 'Pretty little Liars'"


Hm, das ist natürlich schade... Vielleicht hilft es, wenn sie sich den Namen Spring nicht selbst gibt, sondern das ein Spitzname von ihren Freunden oder von ihrer Familie ist? Vielleicht kannst du das aber auch noch beim überarbeiten ändern?

Andererseits spricht bestimmt auch nichts dagegen, dass die Familie wirklich aus England kommt. Mutter hat einen deutschen Mann geheiratet oder einen Job als Englischlehrerin auf einer deutschen Schule bekommen, ect. Dann sind die zwei vielleicht in Deutschland geboren, aber haben durch ihre Eltern englische Namen.


Hm ja, du hast Recht. Es hat mich nur verunsichert, weißt du? Naja, vielen Dank und viel Glück mit deiner Geschichte! :hug:
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon CharlieTrash » 08.03.2015, 17:15

Vielleicht kannst du das aber auch noch beim überarbeiten ändern?


Ja, irgendwas muss ich mir einfallen lassen mit ihr... so geht's nicht weiter.

Und nicht dafür! Freut mich, wenn es dir geholfen hat. Ich drück dir die Daumen! :D
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon RocketJo » 08.03.2015, 23:31

Aloha

@Charlie:
Oder du erklärst, warum ihre Eltern ihr einen japanischen Vornamen gegeben haben. So etwas gibt es zum Beispiel in dem Manga "Banana Fish" (Akimi Yoshida). Die GEschichte spielt ja in den USA. Der Geburtsname des Protas ist aber aus dem orientlaischen Raum (Er heißt "Aslan", wird aber in der Story "Ash" gerufen). An einer Stelle erklärt er seinem japanischen Kumpel Eiji, warum er diesen Namen trägt. Die Mutter hatte damals nach einem bedeutungsvollen Namen gesucht.

Ok, Yoshida hat behauptet, der Name sei hebräisch und bedeute "Dämmerung" (kann ich nicht nachprüfen, ich kann kein Hebräisch und Google hilft nicht ;-) ), aber das ist ja völlig egal. Ich finde Löwe für ihn ohnehin passender. Auf jeden Fall wurde es dadurch nachvollziehbar und glaubhaft, warum ein blonder, amerikanischer Weißer, der Ende der Sechziger geboren wurde, einen türkischen Namen trägt ^^
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon Lesefisch » 12.08.2015, 07:47

Zuerst mal muss ich erwähnen, dass ich deine Seite erst spät für mich entdeckt habe.
Auf der Suche nach einem passenden Namen bin ich auf eine Website mit Babynamen gestoßen. Und irgendwie musste es natürlich ein Name sein, der die Bedeutung hat, von dem das ich im Moment schreibe. Nur so viel: Es ist ein französischer Mädchenname ( Aber ich denke, das ist ok. Schließlich ist sie ja in Frankreich geboren.) und ein irischer Jungenname. Aber ich denke immer wieder daran, ob die Leser sich später überhaupt noch an ihren Namen erinnern werden. Was meint ihr, soll ich die Namen verändern, nachdem ich schon ein gutes Stück geschrieben habe?
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon Ankh » 12.08.2015, 10:10

Warum sollten sie sich denn nicht erinnern können? Es kommt doch auf den Namen an und wie oft er vorkommt, nicht darauf, woher er kommt.

Das mit der Bedeutung mach ich auch manchmal, so lange der Name an sich passt. Meine Geschicht spielt 50 Jahre in der Zukunft, Fremdsprachen sind daher in Deutschland verbreitet, also suche ich mir nicht nur passende deutsche, sondern auch türkische, italienische, indische, spanische, persische etc Namen, und die haben in ihrer Art alle eine Bedeutung. Sie müssen nicht komplett klischeehaft sein - ich finds z.B. zum Haareraufen, dass Deutsche in amerikanischen Romanen immer Hans Muller (ohne Umlaut :roll: ) heißen - aber wenn ich nicht unbedingt eine bestimmte Bedeutung will, dann schaue ich schon in Nameslisten, wie häufig die Namen sind.

Mann kann aber gerne auch mal ausgefallen werden. Ich habe z.B. einen Prota der nach einer Romanfigur benannt ist (und auch entsprechend angestarrt wird, als er sich vorstellt). Sein zweiter Vorname ist der Vorname seines Vaters. Seine Schwester ist nach einer mythologischen Figur benannt, und trägt ebenfalls dazu den Vornamen ihrer Mutter. Die beiden Namen sind also eher ungewöhnlich, aber dafür in sich konsistent.
Ein Nebencharakter hat einen sehr deutschen Vornamen und einen sehr italienischen Nachnamen. Ohne dass man da irgendwelche Hintergründe erfährt, kann man sich denken, dass er zweisprachig aufgewachsen ist.
Ein anderer Nebencharakter hat einen Namen, den ich vor Jahren (inzwischen eher Jahrzehnten) mal gelesen habe und den ich so cool fand, dass ich ihn nie vergessen habe 8) Den trägt jetzt mein coolster Charakter.
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon TallyLC » 31.08.2015, 18:33

Hallo!

Ich brauche einmal euren Rat, bei einem Namen.
Nachdem ich mir für ein RPG mit ein paar Freunden einen weiblichen Charakter ausgedacht habe, die ich so lieb gewonnen habe, dass ich sie auch in meiner Geschichte schreiben möchte, habe ich sie dann auch eingebaut.
Nur bin ich mir sehr unsicher wegen des Namens.

Sie heißt Lolita.

Ja, ich weiß, dass das ein Stil ist usw. Aber ich mag den Namen. Nur weiß ich nicht wie seltsam das auf Leser wirkt, die den Namen nicht kennen und so.
Andererseits könne ich sie mir nicht wirklich mit einem anderen Namen vorstellen...

Liebe Grüße,
Tally :writing:
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon Arynah » 31.08.2015, 18:49

Wenn ich Lolita höre, muss ich leider entweder immer an das gleichnamige Buch oder Lolicon als Animegenre denken. Also immer Kinder, die sexualisiert werden. Ist ein sehr vorbelasteter Name. Ich persönlich würde dir abraten.

Was ich in solchen Fällen mache, ist, mit dem Namen schreiben und ihm ganz am Ende zu ändern. So nach dem Motto "Kill your Darling" :D
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon Ankh » 31.08.2015, 18:55

Es kommt ein wenig auf das Genre an, denke ich. In einer dystopischen Zukunft, wo jeder abgefahrene (Spitz-)Namen trägt, fände ich es passend, in einem High-Fantasysetting eher weniger. Wenn es dir beim Schreiben hilft, dann lass den Namen stehen und ändere ihn später. Oder spiele ein bisschen damit herum, so dass es ähnlich klingt aber eben nicht mehr "Lolita", z.B. Lovita, Lolana, Ronita etc.
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Re: Die Macht deines Namens

Beitragvon Kelpie » 01.09.2015, 12:41

Da würde ich auch unbedingt von abraten. Bei Lolita denke ich eben auch sofort an ein kleines Mädchen, das bereits sexuell reizen will/reizt wie eine erwachsene Frau. Und da bekomme ich auch gleich ein ganz seltsames Gefühl; dasselbe, das ich auch bekomme, wenn es um Kinderpornographie oder sexuellen Kindesmissbrauch allgemein geht.
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