Die perfekte Szene - Teil 3

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Die perfekte Szene - Teil 3

Beitragvon Jacky » 10.07.2011, 22:37

Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
Die perfekte Szene - Teil 3

Hast du diese Methode bereits einmal ausprobiert?
Zum Schreiben oder zum Korrigieren?
Was ist dabei herausgekommen?
Hat es dir geholfen?
Was würdest du anderen empfehlen, die diese Methode ausprobieren möchten?
Du hast in jedem Augenblick die Freiheit zu entscheiden was wichtig ist und wie du darauf reagierst.

Die Schreibwerkstatt kommt wieder! Sag mir Bescheid!
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Re: Die perfekte Szene - Teil 3

Beitragvon Nion » 11.07.2011, 15:47

Hallo Jacky,

ach ja, da war ja was. Es ist doch immer wieder schön, an Methoden erinnert zu werden, die man eigentlich mal ausprobieren wollte. :mrgreen:

Mit den MRUs habe ich im Zuge meines Überarbeitungsprozesses schon ein paar (kleine) Erfolge erzielt. Immer dann, wenn ich mich an ihre Existenz erinnert habe, und mit einem Absatz ganz und gar nicht zufrieden war. Die Regeln für die äußere Struktur einer Szene hatte ich dagegen schon wieder erfolgreich verdrängt. *hust* Heute morgen habe ich dann Deinen Blog gelesen ...

Ich schreibe gerade an einer neuen Szene für mein (eigentlich fertiges) Manuskript, um damit einerseits eine andere (irgendwie nichtssagende) Szene zu ersetzen, und andererseits eine spätere Rückblende aufzulösen. Irgendwie wollten ich und diese Szene nicht so recht zusammenfinden. Als ich las, was Du über Deine dahindümpelte Szene geschrieben hast, dachte ich plötzlich: Genau. Meine Szene hatte kein Ziel. Sie wird einigermaßen am Anfang einsortiert, und dient im Grunde nur dazu, ein paar Figuren einzuführen und ein späteres Ereignis anzukündigen. Ja man ... bisschen wenig. Ich hab mich also hingesetzt und überlegt: Scene oder Sequel? Und bin zu dem Schluss gekommen, ein Sequel muss her. Reaktion hatte ich schon, Dilemma im Ansatz auch, aber die Entscheidung - das, was die Geschichte voranbringt - hat völlig gefehlt. In einem späteren Kapitel hatte ich dafür das Ergebnis einer Entscheidung, die meine Protagonistin in aller Stille irgendwann getroffen haben musste. Et voilà: Meine Problemszene hat plötzlich eine Struktur. :D Und nicht nur das, mit der Struktur kamen sofort ein paar zusätzliche Aspekte, die die Szene wertvoll machen werden.

Der Handlungsentwurf für die neue Szene ist geschrieben und bin hochmotiviert, ihn auszuarbeiten. Und ich hoffe, ich erinnere mich das nächste Mal, wenn ich mit einer Szene gar nicht zufrieden bin, von allein an den Trick. Mit Sicherheit funktioniert es nicht immer - nicht jede Szene lässt sich in ein solches Muster pressen. Aber wenn eine partout Probleme macht, ist es einen Versuch allemal wert. :D

Liebe Grüße, Nion
Monat für Monat gemeinsam schreiben, im Schreibtreff der Kreativschreibstube.

Und einmal pro Monat das nächtliche Highlight auf www.schreibnacht.de
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Re: Die perfekte Szene - Teil 3

Beitragvon Verena » 12.07.2011, 10:30

Hallo Jacky,

ganz herzlichen Dank für deine Zusammenfassung! Mit der Übersetzung, also den ersten beiden Teilen, bin ich nicht so klar gekommen. Ich hab es einfach nicht verstanden. Mit deinen eigenen Worten fiel auf einmal der Groschen. Da ich den Anfang meines neuen Romans sowieso überarbeiten muss, was zum Glück noch nicht so viel ist, werde ich mein Getippsel gleich mal auf Scene und Sequel prüfen. Dann sehe ich auch gleich, ob ich es wirklich verstanden habe. :lol:
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Re: Die perfekte Szene - Teil 3

Beitragvon Anchesa » 06.04.2015, 18:47

Hey :)
Was mich interessieren würde: in Schritt 8 der Schneeflocken Methode schlägt Ingermanson ja vor, jede einzelne Szene in einer Excel Tabelle zu beschreiben und zu strukturieren. Legt er bei diesem Schritt dann immer schon fest, was Scene und was Sequel ist? Hat er dazu mal was geschrieben?

Ich stelle mir diese Art von Planung dann nämlich enorm anstrengend vor, möchte es für mein neues Projekt aber einfach mal ausprobieren. Vielleicht erspart es einem beim Korrigieren dann viel Zeit.
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Re: Die perfekte Szene - Teil 3

Beitragvon Maggi1417 » 07.04.2015, 11:28

Ich stelle mir diese Art von Planung dann nämlich enorm anstrengend vor, möchte es für mein neues Projekt aber einfach mal ausprobieren. Vielleicht erspart es einem beim Korrigieren dann viel Zeit.

Ich kann dir ja mal von meiner Erfahrung berichten.
Ich habe bei meinem letzten Projekt mit Nur-Szenen-Liste gerarbeitet und für mein aktuelles Projekt mit einer Szenen-Liste, in der ich die Szenen schon nach dem Scene/Sequel Muster umrissen hatte.
Fazit: Ich fand's gut. Den Arbeitsaufwand fand ich im Vergleich nicht wirklich größer (man überlegt sich ja so oder so vorher grob, worum es in der Szene geht), aber der Vorteil war, dass ich Info-Dump Szenen vermeiden konnte, also Szenen in der es nur um den austausch von Informationen ging (tauchen in der Outline oft in der Form von "x redet mit y" oder "x erzählt y von z" auf). Ein angenehmer Nebeneffekt war, dass mein Plot auch insgesamt interessanter wurde, da ich ja gezwungen war, mir für jede Szene einen Konflikt und eine Katastrophe auszudenken, sind mir viele neure interessante Plot-Elemente eingefallen.

Anmerkung: Ich habe festgestellt, dass Sequels oft deutlich kürzer sind als Scenes. Manchmal nicht länger als ein halber Absatz. Da ich sie beim Plotten auf Grund der Kürze nicht als richtige Szene betrachtet habe, dachte ich länger, dass dieses strenge Abwechselnd von Scenes und Sequels für meinen Plot nicht funktioniert, aber ich glaube, da habe ich mich geirrt. Wenn ich mir das fertige Werk jetzt angucke, dann habe ich eigentlich immer zwischen den Scene kurze Mini-Sequels in denen die Figuren kurz reflektieren.
Das solltest du vielleicht im Hinterkopf behalten, wenn du beim Plotten, so wie ich, feststellst, dass du irgendwie nicht genügend Sequels unterbringst.
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Re: Die perfekte Szene - Teil 3

Beitragvon Anchesa » 08.04.2015, 20:12

Danke für deinen Bericht erstmal!
Wie war das denn bei deiner Geschichte, hast du aus verschiedenen Perspektiven geschrieben? Und wenn ja, hattest du dann eine Scene und Sequel innerhalb eines Abschnitts einer Perspektive? Oder hast du den Konflikt der einen Erzählperspektive in der anderen Erzählperspektive gelöst?
Also um das mal anschaulicher zu machen:

1. Szene, Perspektive A: Scene, endet mit Konflikt
2. Szene, Perspektive B: Sequel von A, dann erst Konflikt

Ich könnte mir vorstellen, dass es die Spannung aufrecht erhält, wenn man nach dem Konflikt erstmal die Perspektive wechselt. Allerdings ist dann die Frage, ob der Konflikt aus einer anderen Perspektive gelöst werden kann/darf/soll oder es sinnvoller ist, einfach eine Pause zu machen, bis zB Perspektive A wieder vorkommt (wenn es sich inhaltlich so einrichten lässt, natürlich nur).

Oder
1. Szene, Perspektive A, Scene + Sequel
2. Szene, Perspektive B, Scene + Sequel

Also auch wenn die Sequel immer nur eine halbe Seite lang ist, würde mich doch interessieren, wo sie am besten steht um Spannung zu erzeugen /aufrecht zu erhalten.
(Ich hoffe, der Post ist verständlich :D)
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