Welche Vor- und Nachteile siehst du bei einer Geschichte, die aus mehreren Perspektiven beschrieben wird?
Welche Perspektive verwendest du selbst?
Was hat dich dazu gebracht?
Bei meinem Manuskript wird, wenn die sechsköpfigen Hauptcharaktere zusammen sind, in der auktorialen Erzählweise geschrieben. Allerdings wechsle ich dann häüfig in die ER/SIE- Perspektive, wenn ich einen Eindruck oder eine Szene aus der Sicht des jeweiligen Charakters beschreibe.
Bei Gedanken verhält es sich dann nochmals anders, die beschribe ich in Kursivschrift und Ich- Perspektive.´
Also mMn bleibt Spannung, Lese- und Schreibfluss, Glaubwürdigkeit und Stimmigkeit in allen Perspektiven erhalten. Vor allem, wenn man die Perspektiven wechselt, kann man flexibel arbeiten, was das Verhältnis Leser soll es erfahren - Leser soll es nicht erfahren ,
angeht.
Liebe Grüße
Michael
bei meinem momentanen Werk schreibe ich in 2 Perspektiven (es könnte noch eine dazukommen). Beide sind Hauptcharaktere, die sich am Anfang gegenseitig nicht kennen.
Der Vorteil ist dabei, dass ich zwei verschiedene Leben in meiner Fantasywelt vereinen und so dem Leser mehr Hintergrundwissen vermitteln kann. Außerdem erzeuge ich dadurch eine gewisse Spannung.
Mein einziger Nachteil: Ich kann den einen Chara nicht namentlich nennen, da sonst die spannung enorm leiden würde.
Meine Perspektive habe ich noch nicht festgelegt, der bisher existierende Teil ist in der personalen Erzählperspektive, also in ER/Sie, aber auf den Wissensstand einer Person begrenzt geschrieben.
Ich bin seit gestern Nacht aber wieder am grübeln, da ich eine Idee hatte, die alles wieder umwälzt, aber den perfekten Anfang schafft.
Ich denke, der im Text propagierte Erzälstil ist nichts anderes als der auktoriale Erzähler. Eine Form, die ich idR. beim Lesen bevorzuge und auch selber nutze. In Kurzgeschichten bzw. kürzeren Erzählungen nutze ich jedoch zumeist den personellen Erzähler.
Ich arbeite schon sehr lange an einem Projekt, und versuche, es aus verschiedensten Erzählperspektive zu greifen.
Vor einiger Jahren machte ich Erzählansätze aus der Perspektive jeweils einer der beiden Hauptfiguren, also in der personalen Erzählweise. Dies überzeugte mich jedoch nicht.
Da es es Thriller / eine Verschwörungsgeschichte ist, müsste ich eigentlich die "allwissende" Erzählperspektive wählen. Dies habe ich bei letzten NaNoWriMo auch probiert. Doch da ich zu viele verschiedene Figuren einsetzen, fehlt dem Leser hier die Orientierung und die Identifikationsmöglichkeit.
Nach den jetzigen Feedbacks der aktuellen Fassung bin ich nun überzeugt davon, dass ich die Ich-Perspektive wählen muss. Dies gibt mir die Möglichkeit (so hoffe ich wenigstens!!!), den Leser "an die Hand zu nehmen" und gleichzeitig der Hauptfigur nicht unnötige Handlungen aufzuerlegen.
Will meinen: Meine Hauptfigur ist meist recht passiv. Sie "will es einfach so", das hat sich im Laufe der Jahre, als ich mit der Filmfassung beschäftigt war, nie geändert. Dadurch, dass ich ihr jetzt die Rolle des Erzählers gebe, braucht sie nur wenig unnötige Action zu entfalten und kann dennoch die notwendige Redundanz entwickeln, um Identifikationsbildend auf die Leser zu wirken.
Nun ja - das denke ich zumindest. In den nächsten Wochen werde ich es schriftlich umsetzten und sehen, ob es tatsächlich funktioniert.
Ich bin ein Verfechter der personalen Erzählweise. Zur Begründung möchte ich euch einen meiner Lieblingswitze erzählen:
Der Pessimist sieht das Dunkel im Tunnel, der Optimist das Licht an dessen Ende. Der Realist sieht den Zug auf sich zukommen. Und der Zugführer? Der sieht drei Beklopfte vor sich auf dem Gleis stehen.
Bei mir hängt es von der Geschichte ab. In meiner Novelle, in der es darum ging, dass die ganze Welt nur der Fantasie der Hauptfigur entsprungen ist, war die Ich-Form passend. Zurzeit schreibe ich in der Er-Form und wechsle regelmäßig zwischen meinen beiden Hauptfiguren, weil sie in getrennten Welten leben. Außerdem will ich noch aus der Perspektive von zwei Nebenfiguren schreiben. Bei meinem letzten Roman wechselte die Perspektive zwischen den drei Hauptfiguren, zwischendurch war mal ein Absatz aus der Sicht einer Freundin meiner Prota geschrieben und mehrere Teile aus der Perspektive des besten Freundes und Angestellten eines mysteriösen Unbekannten (der übrigens zu den drei Hauptfiguren zählt). Manchmal passt es so, manchmal in der Ich-Form. Allerdings - wenn ich in der Ich-Form schreibe, dann bleib ich bei der Perspektive einer einzigen Person.
Es ist manchmal praktisch, die Perspektiven beliebig wechseln zu können - es lässt einem sehr viel Spielraum, finde ich.
Re: Die richtige Perspektive – Aus wessen Sicht schreibst du?
Hi, ich denke, sowohl die auktoriale, als auch die personelle Erzählweise hat ihre Vor- und Nachteile. Früher habe ich auch immer die auktorial geschrieben, was daher kam, dass ich eigentlich nur Bücher aus dieser Sicht gelesen habe. Dann kam mir aber eines mit einem Ich-Erzähler zwischen die Finger und ich fand es toll. Klar, man konnte alles nur aus einer Sichtweise erleben, dafür aber richtig intensiv. Ich konnte mich ganz auf diese eine Person fixieren und durch diese vertraute Erzählweise auch mehr mit ihr identifizieren. Es hat mich einfach mehr angesprochen. Wie oft habe ich bei den Laura-Büchern( die ich generell nicht so gut fand) aufgestöhnt, wenn plötzlich aus der Sicht eines Menschen auf Aventerra erzählt wurde, obwohl ich ganz dringend wissen wollte, was Laura denn nun macht. Dann hab ich manchmal sogar einfach weitergeblättert und so Seiten übersprungen, weil die neue Sicht in dem Moment einfach uninteressant war. Da kann die auktoriale Erzählweise auch in die Hose gehen. Aber wie gesagt, auch aus der Ich-Perspektive zu berichten ist manchmal langweilig.
Aber das war nur eine kleine Anmerkung von mir, weil bisher eigentlich alle gesagt haben, dass sie auktorial schreiben (keine Kritik). Jedem das seine.
Re: Die richtige Perspektive – Aus wessen Sicht schreibst du?
Am liebsten habe ich eigentlich die personale Erzählperspektive, also aus der 3. Person mit er/sie. Das hat den Vorteil, dass in der betreffenden Szene genau die Gefühle einer Person – und nicht wie beim auktorialen Erzähler die aller Personen – vermittelt werden, sodass man sich besser in einen Charakter hineinversetzen kann ( ...) Die ich Perspektive mag ich zwar auch, aber nicht ganz so sehr – das könnte allerdings auch an den Geschichten, die ich aus dieser Perspektive gelesen/gehört habe, liegen *. Außerdem gefällt es mir meist besser, wenn die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird. Als Johathan Stroud, der Autor der Bartimäus Reihe, sein neues Buch „Bartimäus – der Ring des Salomo“ einer Schulklasse (generell Kindern?) vorstellte, erwähnte er auch, dass die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Bartimäus (ich) und Asmira (3. Person, sie) erzählt wurde. Ein Kind fragte: „Warum erzählt Bartimäus nicht die ganze Zeit?“ Stroud antwortete: „Das ist so, als ob dir jemand die ganze Zeit nur Witze erzählt und dich nicht weglässt.“ (Leider kann ich die genaue Quelle – ein Zeitungsartikel, glaube ich – nicht nennen, sodass nicht alles wörtlich zitiert ist.) Ein weiterer Vorteil ist, dass man verschiedene Seiten besser betrachten kann. Gut kann man das z.B. an Recless – Steinernes Fleisch von Cornelia Funke erkennen: Würde z.B. nur Jakobs Perspektive benutzt, erfährt man zwar von dem Verhältnis zu seinem Bruder Will **
Verachtung für die Fee, da sie seiner Meinung nach den König eingesponnen und benutzt hat, ja möglicherweise sogar gegen ihn, seinen Freund, aufbringen will.
Erst als ein Kapitel aus ihrer Sicht erzählt wird, erkennt man, dass es sich für sie ganz anders verhält.
Sie liebt den König aufrichtig und fürchtet Henzauzs Einfluss auf ihn.
* z.B. hat mir Sophie Kinsellas "Vom Umtausch ausgeschlossen" nicht allzu sehr gefallen, da mir die Protagonistin extrem auf die Nerven gegangen ist. Nichts gegen die Fans, ist eben nicht mein Geschmack.
** Die Spoiler sind für diejenigen angelegt, die Recless noch lesen/hören wollen und nichts vorher erfahren wollen, es wird aber nicht zu viel verraten. Wer die Geschichte kennt oder nicht lesen/hören will, kann alle Spoiler ruhig anklicken.
Re: Die richtige Perspektive – Aus wessen Sicht schreibst du?
Hallöle.
Welche Vor- und Nachteile siehst du bei einer Geschichte, die aus mehreren Perspektiven beschrieben wird? Vorteil: Man kann meherere Sichten einbringen, das kann spannend werden. Man ist nicht nur auf eine Sicht beschränkt, sozusagen freier im Schreiben. Nachteil: Wenn man zu viele Perspektiven hat, kann es passieren, dass man den Überblick verliert oder dass man zu oft die Perspektive wechselt, dass man schon etwas verrät, was die Spannung killt. Es kann passieren, dass der Leser sich nicht in die Personen hineinfühlen kann, dass die Charas dadurch zu flach werden usw und sofort...
Welche Perspektive verwendest du selbst? Früher habe ich oft auktorial geschrieben, als Anfänger, war echt praktisch, aber jetzt bevorzuge ich als Schreiberin und Leserin die personale Erzählform und auch lieber er/sie, nur ab und zu ich-Perspektive.
Was hat dich dazu gebracht? Nun ja, genau die Probleme die ich bei den Nachteilen (siehe oben) geschrieben habe, haben mich dazu gebracht, vom auktorialen Erzähler wegzugehen und nur noch personal zu schreiben. Es ist beim Schreiben teilweise zwar anstrengend, weil es manchmal einfacher gewesen wäre, aus einer anderen Sicht zu schreiben, aber so finde ich, komme ich näher an die Person heran. Das ist mir wichtiger, als irgendwelche Beschreibungsprobleme. Außerdem finde ich es so spannender, wenn ich als Leser nur das weiß, was der/die Prtagonist/in weiß.
Re: Die richtige Perspektive – Aus wessen Sicht schreibst du?
Hallo!!
Ich schreibe meistens aus der er/sie-Perspektive, einfach, weil man damit Actionszenen besser beschreiben kann, zumindest mMn. Momentan schreibe ich nur aus der Perspektive meiner Protagonistin, aber vielleicht kann ich nachträglich noch eine zweite Sichtweise schreiben und an passenden Stellen einbauen. Mal sehn.
Was mir jetzt über meine eigenen Projekte auffällt: ich habe noch nie einen Protagonisten, also einen Jungen/Mann als Erzähler gehabt. Ich hab irgendwie Angst, dass er dann als Weich.ei dasteht und sich total lächerlich macht und 'unjungenhaft' bzw. 'unmännlich' verhält. Ich kenn mich mit Jungs/Männern einfach nicht aus, wie sie in bestimmten Situationen reagieren bzw. prinzipiell reagieren. Aber dass mag daran liegen, dass ich auf eine Mädchenschule gehe .