[Liebe]Die Sache mit dem Wir

Liebe, Romantik, Sehnsucht

[Liebe]Die Sache mit dem Wir

Beitragvon seliiina » 04.01.2014, 00:11

So, ich habe eine Weile überlegt, ob ich folgende "Kurzgeschichte" (Als Geschichte kann man es eigentlich nicht wirklich bezeichnen) hier posten soll oder nicht.

Ich denke mal, dass der Text durch den persönlichen Bezug recht uninteressant für Außenstehende ist, weshalb es vielleicht sinnlos ist, ihn hier reinzustellen, wo ja eigentlich um Kritik gebeten wird.
Da mich der Text aber emotional sehr berührt und ich ihn gerade so perfekt finde, möchte ich ihn einfach mit irgendjemandem teilen.. =3

Über Kommentare würde ich mich auch freuen, konkrete Verbesserungsvorschläge brauche ich eigentlich nicht, da der Text, so wie er ist, sehr passend für meine derzeitige Stimmung ist. Ein paar Meinungen von Außenstehenden in Bezug auf Emotionen und so weiter wären aber trotzdem interessant.
So, genug gelabert :D

___________________________________________________________________________________________

Sein Blick senkt sich, nur um wieder aufzusehen, auf zu mir.
Wie ich da sitze, dich angrinse. Komme mir so dämlich dabei vor. So viel ist geschehen, so viel Zeit vergangen, doch immer warst da du, der irgendwie geblieben ist.
Wie du mich anschaust. Sekundenlang. Ich grinse, lache, ich ziere mich.
Manchmal frage ich mich, ob das wahr ist.
Es ist nicht so, dass du alles für mich bist.
Du bist einfach. Du bist es einfach. Du bist in meinem Leben und auch wenn ich das oft nicht möchte, ist es trotzdem alles, was ich brauche.
Du bist nicht anders, als die anderen. Ich hebe dich auch nicht auf ein Podest, idealisiere dich nicht.
Du bist einfach du, mit all deinen Macken und Kanten, deiner Unbeholfenheit, deiner Sinnlosigkeit.
Dein Lächeln, deine Lippen.
Ich weiß, dass du etwas für mich fühlst. Und das weißt du genau.
Du weißt auch, dass ich das Gleiche fühle. Nicht mehr und auch nicht weniger.
Wir sitzen da und es ist etwas in der Luft. Dieses gewisse Etwas, dieses Knistern, von dem immer alle sprechen.
Sie sprechen von so vielem. Und wir wissen, dass das bei uns anders ist.
Zaghaft und sanft vollzieht sich dieser Prozess, angetrieben von unserer eigenen Unsicherheit.
Wir stehen uns selbst im Weg.
Ich könnte so vieles tun, will es auch, genauso wie du.
Doch manchmal ist sie einfach da – diese Hemmung.
Dein verschmitztes Lächeln sagt alles. Es spricht Bände.
Du brauchst mich nicht mehr zu fragen, was ich fühle. Schau mich einfach nur an.
Ich weiß, es ist schwer, Frauen zu verstehen. Ihre Gedanken zu lesen erst recht.
Doch ich weiß, dass du das kannst.
Auch du weißt es. Du kennst mich doch.
Schau mich an. Trau dich. Wir brauchen keine Worte.
Trete einen Schritt nach vorne, sodass ich deinen Atem spüren kann.
Sprich nicht mehr, Worte sind nicht genug.
Schließe deine Augen und küss mich. Mach es einfach.
Und ich werde dir versprechen, kein Wort könnte es mehr ausdrücken, als dieser Kuss.

Ja, ich liebe dich, verdammt nochmal. Mehr, als ich je jemanden geliebt habe. Du bist meine große Liebe, schon so lange, egal was war, egal was für Worte gefielen sind. Sie sind nicht mehr wichtig. Du brauchst auch nicht mehr länger zu fragen, die Antwort liegt auf der Hand.

Denn nur dies ist der Moment und er ist es, der zählt, mein Schatz.
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Re: Die Sache mit dem Wir

Beitragvon tajmahal » 17.01.2014, 12:22

Hallo, Seliiina,

Deine Geschichte ist gut geschrieben und bringt die Gefühle nachvollziehbar zum Ausdruck. Es ist eine Liebeserklärung, aber keine übertriebene Schwärmerei. Schöne Passagen betonen die emotionale Suche und die Fragen, trotz aller festen Überzeugung. Ich zitiere zwei davon:

seliiina hat geschrieben:Du bist einfach du, mit all deinen Macken und Kanten, deiner Unbeholfenheit, deiner Sinnlosigkeit.


seliiina hat geschrieben:Zaghaft und sanft vollzieht sich dieser Prozess, angetrieben von unserer eigenen Unsicherheit.
Wir stehen uns selbst im Weg.


Zwei kleine Fehler sind mir aufgefallen:

seliiina hat geschrieben:Trete einen Schritt nach vorne, sodass ich deinen Atem spüren kann.


Hier müsste es 'Tritt einen Schritt nach vorne' heißen.

seliiina hat geschrieben: egal was für Worte gefielen sind.


Hier müsste es 'gefallen' heißen.

Aber das nur am Rande. Du hast deine Gefühle sehr gut zum Ausdruck bringen können.

Liebe Grüße, Tajmahal
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Re: Die Sache mit dem Wir

Beitragvon Coprophage » 19.01.2014, 16:18

Hallo seliiina,

da Du nicht so an Verbesserungsvorschlägen interessiert bist und den Text bereits als perfekt empfindest, ist mein Kommentar vielleicht nicht so sinnvoll. Wie auch immer, mir hat Deine Geschichte wirklich sehr gefallen, es ist alles fließend, gefühlvoll und nachfühlbar geschrieben, nur der letzte Absatz stört mich:
seliiina hat geschrieben:Ja, ich liebe dich, verdammt nochmal. Mehr, als ich je jemanden geliebt habe. Du bist meine große Liebe, schon so lange, egal was war, egal was für Worte gefielen sind. Sie sind nicht mehr wichtig. Du brauchst auch nicht mehr länger zu fragen, die Antwort liegt auf der Hand.

Denn nur dies ist der Moment und er ist es, der zählt, mein Schatz.
Das fühlt sich beim Lesen wie ein Stilbruch an. Als würdest Du aufhören zu beschreiben und nun erklären (von Show zu Tell). Außerdem erschließt sich dieser Absatz aus dem vorangegangen Text und erscheint mir daher entbehrlich. Hättest Du beispielsweise geschrieben:
"[...]
Und ich werde dir versprechen, kein Wort könnte es mehr ausdrücken, als dieser Kuss.

Kuss."
Würde der Kuss, dadurch dass er zum Ende und zum letzten Wort/"Satz" wird, genau das vermitteln, was Du im letzten Absatz geschrieben hast. Der letzte Absatz ist, wie Du bereits geschrieben hast, für jemand anderes als dieses Forum bestimmt, ohne ihn funktioniert die Geschichte auch darüber hinaus.

Viele Grüße,
Coprophage
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Re: Die Sache mit dem Wir

Beitragvon Adwin » 07.02.2014, 21:10

seliiina hat geschrieben:So, ich habe eine Weile überlegt, ob ich folgende "Kurzgeschichte" (Als Geschichte kann man es eigentlich nicht wirklich bezeichnen) hier posten soll oder nicht.

Ich denke mal, dass der Text durch den persönlichen Bezug recht uninteressant für Außenstehende ist, weshalb es vielleicht sinnlos ist, ihn hier reinzustellen, wo ja eigentlich um Kritik gebeten wird.
Da mich der Text aber emotional sehr berührt und ich ihn gerade so perfekt finde, möchte ich ihn einfach mit irgendjemandem teilen.. =3

Über Kommentare würde ich mich auch freuen, konkrete Verbesserungsvorschläge brauche ich eigentlich nicht, da der Text, so wie er ist, sehr passend für meine derzeitige Stimmung ist. Ein paar Meinungen von Außenstehenden in Bezug auf Emotionen und so weiter wären aber trotzdem interessant.
So, genug gelabert :D

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Sein Blick senkt sich, nur um wieder aufzusehen, auf zu mir.
Wie ich da sitze, dich angrinse. Komme mir so dämlich dabei vor. So viel ist geschehen, so viel Zeit vergangen, doch immer warst da du, der irgendwie geblieben ist.
Wie du mich anschaust. Sekundenlang. Ich grinse, lache, ich ziere mich.
Manchmal frage ich mich, ob das wahr ist.
Es ist nicht so, dass du alles für mich bist.
Du bist einfach. Du bist es einfach. Du bist in meinem Leben und auch wenn ich das oft nicht möchte, ist es trotzdem alles, was ich brauche.
Du bist nicht anders, als die anderen. Ich hebe dich auch nicht auf ein Podest, idealisiere dich nicht.
Du bist einfach du, mit all deinen Macken und Kanten, deiner Unbeholfenheit, deiner Sinnlosigkeit.
Dein Lächeln, deine Lippen.
Ich weiß, dass du etwas für mich fühlst. Und das weißt du genau.
Du weißt auch, dass ich das Gleiche fühle. Nicht mehr und auch nicht weniger.
Wir sitzen da und es ist etwas in der Luft. Dieses gewisse Etwas, dieses Knistern, von dem immer alle sprechen.
Sie sprechen von so vielem. Und wir wissen, dass das bei uns anders ist.
Zaghaft und sanft vollzieht sich dieser Prozess, angetrieben von unserer eigenen Unsicherheit.
Wir stehen uns selbst im Weg.
Ich könnte so vieles tun, will es auch, genauso wie du.
Doch manchmal ist sie einfach da – diese Hemmung.
Dein verschmitztes Lächeln sagt alles. Es spricht Bände.
Du brauchst mich nicht mehr zu fragen, was ich fühle. Schau mich einfach nur an.
Ich weiß, es ist schwer, Frauen zu verstehen. Ihre Gedanken zu lesen erst recht.
Doch ich weiß, dass du das kannst.
Auch du weißt es. Du kennst mich doch.
Schau mich an. Trau dich. Wir brauchen keine Worte.
Trete einen Schritt nach vorne, sodass ich deinen Atem spüren kann.
Sprich nicht mehr, Worte sind nicht genug.
Schließe deine Augen und küss mich. Mach es einfach.
Und ich werde dir versprechen, kein Wort könnte es mehr ausdrücken, als dieser Kuss.

Ja, ich liebe dich, verdammt nochmal. Mehr, als ich je jemanden geliebt habe. Du bist meine große Liebe, schon so lange, egal was war, egal was für Worte gefallen sind. Sie sind nicht mehr wichtig. Du brauchst auch nicht mehr länger zu fragen, die Antwort liegt auf der Hand.

Denn nur dies ist der Moment und er ist es, der zählt, mein Schatz.



Hei ;)

Nen winzigen Fehler hab ich gleichmal ausgebessert und markiert.

Zu den Gefühlen:

Und ich werde dir versprechen, kein Wort könnte es mehr ausdrücken, als dieser Kuss.

Komischer Satz.. Wieso soll sie das versprechen. Wird er dann wohl hoffentlich merken wenn sie ihn küsst ;).

Habe den letzten Satz auch markiert. Mir gefällt dieser. Aber besser fände ich:
Nur dieser Moment zählt, mein Schatz.
Kürzer und der selbe Effekt :).


Andere Passagen find ich top (farblich markiert)

Lg
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Re: Die Sache mit dem Wir

Beitragvon wayne » 26.02.2014, 21:35

Guten Abend liebe Seliiina,

Vorerst einmal:
Ich denke mal, dass der Text durch den persönlichen Bezug recht uninteressant für Außenstehende ist, weshalb es vielleicht sinnlos ist, ihn hier reinzustellen, wo ja eigentlich um Kritik gebeten wird.


Quatsch! nur weil ein Text einen persönlichen Bezug hat, heißt es nicht, dass es uninteressant für Außenstehende ist. Ich liebe es Texte/KG etc. zu lesen, die wirklich wahr sind, die der Realität wirklich entsprechen. Also weg mit dem Gedanken. :D


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Sein Blick senkt sich, nur um wieder aufzusehen, auf zu mir.
Wie ich da sitze, dich angrinse. Komme mir so dämlich dabei vor.


Erst mal hat mich dieser schnelle Perspektivenwechsel durcheinander gebracht, wenn ich ehrlich bin. zuerst "er" dann "du". Etwas irritierend, aber beim zweiten Mal auch wieder ganz gut. ich kann mich noch nicht so entscheiden.

doch immer warst da du, der irgendwie geblieben ist.


Ich habe beim drüber lesen erst mal gelesen: warst du da. Bis ich dann gemerkt habe dass du das andersrum geschrieben hast, doch ich finde das so wie du es hast unpassend formuliert. Änder das lieber um, einmal kurz Wortwechsel :)


Sekundenlang.


Man sagt doch eigentlich "Stundenlang", oder? Sekundenlang ist so kurz. Ist das Absicht?
Manchmal frage ich mich, ob das wahr ist.
Es ist nicht so, dass du alles für mich bist.


Nicht alles? Versteh ich irgendwie nicht. Wenn er einfach da ist, dann ist er da. Und wenn du dann im folgenden satz schreibst:
Du bist in meinem Leben und auch wenn ich das oft nicht möchte, ist es trotzdem alles, was ich brauche.


Wenn er alles ist was du brauchst, dann ist er alles. Verstehst du meinen Gedankengang? Nehmen wir mal als beispiel: Ich brauche Luft, Nahrung etc pp, aber wenn er da ist, dann brauch ich das nicht (ist jetzt nur metaphorisch). Dann ist er doch alles für mich...? Oder nicht?

Du bist einfach du, mit all deinen Macken und Kanten, deiner Unbeholfenheit, deiner Sinnlosigkeit.
Dein Lächeln, deine Lippen.


Gefällt mir sehr gut.


Nicht mehr und auch nicht weniger.


Dieser Satz sagt so viel aus, ich liebe ihn. Ich benutze ihn persönlich auch sehr fot :D

Zaghaft und sanft vollzieht sich dieser Prozess, angetrieben von unserer eigenen Unsicherheit.
Wir stehen uns selbst im Weg.


Erst schreibst du drumherum nennst es nicht explizit und dann bäm ist das Problem kurz und knapp aufgeschrieben. Sehr gut :)



Denn nur dies ist der Moment und er ist es, der zählt, mein Schatz.


Mein Schatz sagt man doch nur zu jemandem, der fest der Lebenspartner ist oder? Also bei mir ist das jedenfalls so und desw. stört mich das leicht.
Ansonsten ein guter Abschluss.

Der Inhalt gefällt mir sehr gut, ich kann dir sagen, dass ich das persönlich auch kenne. Also es ist nichts neues, vielleicht konnte ich mich auch deswegen so gut hineinfühlen.
Die Perspektivwechsel die du gemacht hast, also dieses direkte ansprechen auf "ihn" fand ich sehr gelungen.

Mach nur weiter so :)

LG
Wayne
... denk dran, dass jeder Tag eine Möglichkeit ist, die Welt zu verändern.
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Re: Die Sache mit dem Wir

Beitragvon FrozenBambi » 02.04.2014, 15:37

Mh, why not? Ich wage mich auch einmal ran meine Meinung kundzutun.
Also diese Geschichte zu ‚bewerten‘ ist gewissermaßen sehr schwierig. An Authentizität kann sie nicht mangeln, nachdem es ja deine eigenen Gefühle sind. Im Prinzip bleibt einem nicht viel über, als über den Ausdruck – den du ja als für dich perfekt ansiehst – zu sprechen.
Vielleicht hilft es ja, nachdem dein von Gefühl ‚erhitztes‘ Gemüt dich wieder sachlich den Text betrachten lässt. *g*

Sein Blick senkt sich, nur um wieder aufzusehen, auf zu mir.
Wie ich da sitze, dich angrinse. Komme mir so dämlich dabei vor. So viel ist geschehen, so viel Zeit vergangen, doch immer warst da du, der irgendwie geblieben ist.

Da du in der Ich Perspektive schreibst, würde ich das ‚Sein‘ durch ‚Dein‘ ersetzen. Man kann das ‚Sein‘ zwar auch verwenden, aber es fällt einfach auf, falls du verstehst was ich meine.

Es ist nicht so, dass du alles für mich bist.
Du bist einfach. Du bist es einfach. Du bist in meinem Leben und auch wenn ich das oft nicht möchte, ist es trotzdem alles, was ich brauche.

Also ich finde das widerspricht sich ein wenig. Er ist alles, was du brauchst, aber doch nicht alles für dich. Viel schlimmer als der Widerspruch ist für mich aber eben dieses ‚Einlenken‘. Es nimmt der Geschichte das verträumte, rosa Brille, hundert Prozent Verliebtsein und lenkt zu einer gewissen Sachlichkeit, einer rationalen Überlegung über die Gefühle, die mir unpassend erscheint.

Du bist nicht anders, als die anderen. Ich hebe dich auch nicht auf ein Podest, idealisiere dich nicht.
Du bist einfach du, mit all deinen Macken und Kanten, deiner Unbeholfenheit, deiner Sinnlosigkeit.

Ich protestierte. Gerade dadurch, dass er er selbst ist und sich nicht verstellt, ist er anders als die anderen. In einer Zeit, die durch Maschen im Flirten und dem steten Anpassungsdrang an die Gesellschaft geprägt ist, ist gerade so etwas ein gegen den Strom schwimmen.

Ich weiß, dass du etwas für mich fühlst. Und das weißt du genau.

Würde ich zu einem Satz machen. Mir ist bewusst, dass du die ganzen Gedankenblitze oder whatever hier bewusst durch ‚Minisätze‘ verdeutlichst. An dieser Stelle finde ich es aber seltsam. Davon abgesehen, finde ich die Sätze allgemein zwar logisch, aber es klingt seltsam. (‚Du weißt, dass ich weiß, was du fühlst‘)
Einfacher wäre zB: Du weißt, dass ich über deine Gefühle für mich Bescheid weiß.
Selber Sinn, klingt aber mMn ungezwungener.

Du weißt auch, dass ich das Gleiche fühle. Nicht mehr und auch nicht weniger.

Die Trippelwiederholung von ‚weißt‘ fällt hier echt übel ins Auge. Schreib doch ‚man sieht mir an, dass ich das Gleiche fühle …‘ o.ä. Das wäre auch eine tolle sinnhafte Weiterleitung zu deinem nächsten Satz:
Wir sitzen da und es ist etwas in der Luft. Dieses gewisse Etwas, dieses Knistern, von dem immer alle sprechen.


Sie sprechen von so vielem. Und wir wissen, dass das bei uns anders ist.

Ohne dich damit angreifen zu wollen – wenn der Text rein für eine andere Person (deinen Freund ?)
ist, ist diese Formulierung völlig in Ordnung. Da überhöht man die eigenen Gefühle ja prinzipiell im Liebestaumel und was man selbst hat ist so tausend Mal besser, als das was andere haben.
Aber für einen Dritten klingt es, als würdest du die (Liebes)gefühle aller anderen Pärchen denunzieren. So nach dem Motto ‚wir haben was Tolles - was ihr Liebe nennt, ist nur Käse‘.

Zaghaft und sanft vollzieht sich dieser Prozess, angetrieben von unserer eigenen Unsicherheit.
Wir stehen uns selbst im Weg.

Also das ‚sanft‘ würde ich einfach auslassen. Zaghaft ist stark genug und diese häufigen Doppelungen mögen zwar auf den ersten Blick verstärkend wirken, machen aber im Endeffekt eher einen Eindruck der erzwungenen/ aufgesetzten Steigerung.
Statt ‚angetrieben‘ würde wohl eher ‚gehemmt‘ oder ‚gebremst‘ passen. Wobei gebremst besser wäre, nachdem du ‚Hemmung‘ zwei Sätze drunter anbringst.

Du brauchst mich nicht mehr zu fragen, was ich fühle. Schau mich einfach nur an.

Oben sagst du, er weiß ohnehin, was sie/du fühlst. Im Prinzip braucht er sie/dich also nicht mals mehr anschauen.

Ich weiß, es ist schwer, Frauen zu verstehen. Ihre Gedanken zu lesen erst recht.
Doch ich weiß, dass du das kannst.

Dito. Nachdem du festgestellt hast, dass er genau weiß, was du fühlst, warum muss er dich da noch verstehen?

Trete einen Schritt nach vorne, sodass ich deinen Atem spüren kann.

Statt ‚Trete‘ gehört ‚Tritt‘.

… egal was für Worte gefielen sind.

gefallen sind.

Denn nur dies ist der Moment und er ist es, der zählt, mein Schatz.

Das klingt seltsam. Da klänge evtl besser, dieses Standardfloskel: Denn nur der Moment zählt oder meinetwegen halt dieser Moment, aber deine Formulierung windet sich unnötig um den heißen Brei.

Soar… dat wars.
Also mein Fazit ist zweigeteilt, je nachdem, wofür der Text gedacht ist.
Ist dieser Text wirklich rein für den ‚Privatgebrauch‘, als Brief, Liebesgeständnis, whatever an den eigenen Partner / Schwarm gerichtet, dann ist er super, so wie er ist.
Gerade die Stilfehler und die Unperfektheit der reinen Gedankenwiedergabe macht den Text persönlich. Eine bis ins letzte Detail ausformierte Beschreibung der Gefühle wäre da eher fehl am Platz und würde nicht ‚ins Schwarze treffen‘.
Solche ‚Seelenstrips‘ vor einem Geliebten – sofern man sicher ist, dass sowas nicht irgendwann mal gegen einen verwendet wird – finde ich auch unheimlich förderlich für die Beziehung.
Die Authentizität ist natürlich wie gesagt gigantisch. Gerade eben auch, weil es einfach ‚runtergeschrieben‘ und nicht hundert Mal nachbearbeitet wurde.

Für eine Geschichte ist dieser Brief natürlich nicht ausreichend. Es gibt keine Spannung, Botschaft etc. - man merkt, dass nicht groß darüber reflektiert wurde – es wurde einfach geschrieben. Was für einen privaten Brief so förderlich war, ist in diesem Sinne natürlich fatal.
Es ist nur insofern ‚interessant‘ zu lesen, als das in unserer Facebook Gesellschaft, solche ‚Pokedexeinträge für Menschen‘ gerne gelesen werden. Genauso wie es scheinbar unendlich interessant ist, in das Leben irgendwelcher Stars einzutauchen – whatever.
Die Kritikpunkte beziehen sich natürlich alle darauf, einen stiltechnisch ‚perfekte‘ Version des Briefs zu erstellen.
Prinzipiell würde ich so etwas persönliches aber nicht unbedingt in die Welt hinausposaunen. Solche Liebesgefühle sollte man hüten wie einen Schatz, denn das sind sie doch auch für dich, hm?

Lg

Bambi
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