[Histo]Die verbotenen Töchter Teil 3

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[Histo]Die verbotenen Töchter Teil 3

Beitragvon tattoo99 » 26.12.2014, 14:51

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„Es ist wunderschön geworden.“
„Soll ich dich denn auch malen? Du würdest bestimmt wunderschön auf einer Leinwand aussehen. Ich sehe dich jetzt schon in einer Galerie.“ Er lächelte.
„Nein, danke“, meinte Sarah. Sie wollte nicht, dass das Gemälde später irgendwo im Haus hing und es jeder sehen konnte. Sarah und Herr Bouré unterhielten sich noch eine Weile über Belangloses, als sie aufstand. „Entschuldigen Sie mich bitte.“
Ihr Gesprächspartner nickte und sie verabschiedeten sich. Zu ihrem Vater sagte Sarah kein Wort. Sie hatte beschlossen ihn zu ignorieren, doch sie wusste dass sie, das nicht ewig machen konnte. Sarah verließ den Raum und bekam unfreiwillig ein Gespräch zwischen Herrn Levine und Herrn Bouré mit.
„Sie ist genauso reizend wie ihre Schwester Cecilia. Du musst stolz auf deine Töchter sein.“
„Ja, die Beiden sind wirklich entzückend und ich bin stolz auf sie, aber Sarah und Cecilia sind nicht meine Töchter.“
Sarah stockte der Atem. Was hatte das zu bedeuten? Was wurde hier gespielt? Wer war dieser Mann wirklich?
„Ach nein?“
„Nein. Sie sind die Kinder einer verstorbenen Schwester.“
„Das tut mir aber leid. Das muss schwer für die Beiden sein.“
„Oh ja. Das ist es, aber meine Schwester und ich standen uns nicht sehr nah.“
Sarah hatte genug gehört. Was ging hier vor sich? Mit wem sollte sie darüber reden? Cecilia war noch viel zu klein, um ihre Sorgen zu verstehen. Und was wäre mit Jack? Nein, ganz schlechte Idee. Plötzlich wurde Sarah aus ihren Gedanken gerissen: „Möchten Sie noch etwas aus der Stadt?“ Hinter ihr war ein Dienstmädchen namens Malika aufgetaucht. Sie war dunkelhäutig und hatte vorher als Sklavin gearbeitet und kam dann in Herr Levines Haus.
„Nein, danke. Ich brauche nichts... aber könnte ich nicht mitkommen? Ich möchte so gerne mal wieder auf den Markt.“ Vielleicht konnte sie sich dort ein bisschen ablenken.
Malika nickte. „Gerne. Ich gebe eben noch der Herrin Bescheid.“

Der Geruch von Feuer und verschiedenen Gewürzen und Kräutern schlugen ihnen entgegen, als sie den riesigen Markt betraten. Neugierig sah Sarah umher. Das erinnerte sie daran, wie sie mit ihrer Mutter auf Märkte gegangen war, um ihre Ernte zu verkaufen. Gänse schnatterten, Händler boten ihre Waren an, eine Gruppe Spielleute unterhielten das Publikum mit Gesang und Tanz, Wachmänner schlichteten den Streit zwischen zwei Männern mit zwei einfachen Backpfeifen.
Malika lächelte, als sie die großen Augen und das breite Lächeln von Sarah sah. „Wir brauchen Brot, Fleisch, Käse und Pelze für Sie und Ihre Schwester.“
„Ich bin Sarah.“
„Das weiß ich.“
„Du kannst mich ruhig Sarah nennen“, lachte sie.
„Das ist mir nicht erlaubt.“ Malika lächelte entschuldigend.
„Und was ist... wenn ich es dir erlaube?“ Sarah wusste nicht so recht, wie sie mit der Dienerschaft ihres Vaters umgehen sollte. Sie hatte ja zuhause keine Diener gehabt, geschweige denn mehrere Tiere.
„Ich denke, dann ist es in Ordnung. Wir müssen uns jetzt aber wirklich beeilen. Die Herrin kann sonst sehr böse werden.“ Die Beiden gingen über den Markt zu den Stammhändlern, der Familie Levine.
„Was darf es denn heute sein? Und wenn hast du denn da mitgebracht?“, fragte ein dicker Mann neugierig und entblößte bei seinem Grinsen einige Zahnlücken.
„Das ist Sarah. Ich hätte gerne zwei Lammkeulen.“
„Gerne. Und wer ist diese Sarah? Eine neue Dienerin?“ Der Mann brachte das Gewünschte und sie bezahlten, ohne auf die Fragen des Verkäufers ein zugehen. Sie drängelten sich durch die Menschenmassen, machten noch einige Erledigungen. Eine Weile beobachtete Sarah einige spielende Kinder und wünschte sich dich Unbeschwertheit zurück, die sie als Kind gehabt hatte. Sie wollte Cecilie auch wieder so glücklich mit Anderen spielen sehen. Ein Straßenverkäufer schenkte ihr lächelnd einen Apfel.
„Jetzt brauchen wir nur noch die Pelze. Da müssen wir aufpassen. Der Mann der sie verkauft, haut einen auch gerne Mal übers Ohr.“
An einem Stand blieb Sarah stehen und roch an diversen Gewürzen, entdecke unter anderem Zimt und Anis. Der Verkäufer von dem Malika gesprochen hatte, war wirklich ein linker Fuchs. Erst wollte er zu viel Geld und die Ware hatte eine schlechte Qualität. Doch Sarah wusste, wie man mit solchen Leuten umging. Sie hatte viel mit solchen Leuten zu tun gehabt, als sie noch regelmäßig mit ihrer Mutter Waren verkauft hatte. Sarah schluckte und kämpfte gegen den Drang jetzt zu weinen. Und das wollte sie nicht, denn weinen war ein Zeichen der Schwäche und das wollte sie nicht sein. Das Mädchen konnte ihn auf einen vernünftigen Preis runter handeln.
„Wo hast du denn das gelernt?“, fragte Malika verblüfft auf dem Rückweg.
„Ich war oft mit meiner Mutter hier und wir haben unsere Waren verkauft.“ Sarah überlegte. Was hatte ihr Vater eigentlich den Bediensteten über sie und Cecilia erzählt. Sollte sie Malika fragen?
„Du... Malika... was hat Herr Levine eigentlich erzählt, wo ich und meine Schwester herkommen?“
Erstaunt hielt das Dienstmädchen an und musterte sie. „Was ist denn das für eine Frage?“
„Beantworte sie bitte einfach.“
„Herr Levine hat uns... also der Dienerschaft erzählt, dass eure Mutter gestorben ist und er euch zu ihm genommen hat.“
„Mehr nicht?“
„Nein.“
Nachdenklich ging Sarah weiter. Was ging hier vor sich? Zuhause angekommen, lief sie sofort nach oben. Sie hatte auf einmal Lust ihr Tagebuch zu führen. Das Mädchen holte Tinte und Papier hervor und begann zu schreiben.

Wellington, Samstag der 30. Oktober

Ich verstehe das einfach nicht! Was geht hier vor sich und wer ist Herr Levine wirklich? Ist er gar nicht mein Vater? Warum lügt er? Das sind so viele Fragen und ich muss unbedingt Antworten auf sie wissen. Ich will schließlich wissen, wo ich herkomme und wer meine Eltern sind. Warum ist mein ganzes Leben ein Rätsel? Warum? Ich wünschte, meine Mutter wäre bei mir und könnte mir alles erklären.
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Re: Die verbotenen Töchter Teil 3

Beitragvon monaluna » 27.12.2014, 22:15

Hallo,
nachdem ich die ersten beiden Teile gelesen habe, folgt natürlich nun der dritte Teil ;-)

„Es ist wunderschön geworden.“
„Soll ich dich denn auch malen? Du würdest bestimmt wunderschön auf einer Leinwand aussehen. Ich sehe dich jetzt schon in einer Galerie.“

--> 2x hintereinander das Wort "wunderschön"... das zweite kannst du bestimmt ersetzen, vielleicht durch bezaubernd.

Sarah und Herr Bouré unterhielten sich noch eine Weile über Belangloses, als sie aufstand. „Entschuldigen Sie mich bitte.“

-->als sie aufstand. Einfach so während des Gespräches? Ziemlich unhöflich und früher nicht gerade üblich. Auch ihre Entschuldigung ist reichlich lieblos dahingeworfen.
Lass sich sich während des Gespräches entschuldigen und dann aufstehen...zudem könntest du ihre Gedanken beschreiben. Was fühlt sie in diesem Moment? Hat sie keine Lust zu reden? Fühlt sie sich unwohl? Mag sie ihn nicht?

Zu ihrem Vater sagte Sarah kein Wort.

-->Also war ihr Vater die ganze Zeit anwesend? Hat aber nichts gesagt? Nichts getan? Fragt nicht, wo sie so plötzlich hin will?

Sarah hatte genug gehört. Was ging hier vor sich?

-->Also Sarah hat gerade erfahren, dass ihr Vater nicht ihr Vater war, sondern der Bruder ihrer Mutter? Und sie ist nicht geschockt, enttäuscht, traurig, wütend oder ähnliches? Das ist eine ziemliche nunja, unrealistische Reaktion für ein Mädchen ihres Alters oder?

„Nein, danke. Ich brauche nichts... aber könnte ich nicht mitkommen? Ich möchte so gerne mal wieder auf den Markt.“ Vielleicht konnte sie sich dort ein bisschen ablenken.

-->Gut, ich weiß nicht, in welcher Zeit deine Geschichte genau spielt, aber es war früher nicht gerne gesehen, wenn junge Mädchen alleine außer Haus gingen, vor allem in diesem Alter. Und nur von einem Dienstmädchen begleitet...

Malika nickte. „Gerne. Ich gebe eben noch der Herrin Bescheid.“

-->Davon abgesehen denke ich nicht, dass das Dienstmädchen entscheiden durften, ob die Tochter des Hauses mit ihr auf den Markt gehen konnte...

Und wenn hast du denn da mitgebracht?“

-->wen ;)

Sie wollte Cecilie auch wieder so glücklich mit Anderen spielen sehen.

-->Hieß sie nicht Cecilia? :0

Der Mann der sie verkauft, haut einen auch gerne Mal übers Ohr.“

--> Der Mann, der sie verkauft [...]

Okay, das wars erstmal an Sachen, die mir sofort beim Lesen aufgefallen sind.
Also ich finde die Entwicklung der Dinge, die du beschreibst sehr interessant und bin wirklich gespannt, wie es weiter geht.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass du an manchen Dingen wirklich noch arbeiten musst. Zum Beispiel, dass du Sarah sehr oft Dinge tun lässt, sie aber völlig ohne innere Gedankengänge beschreibst, so dass man, wenn man liest manchmal wirklich nicht nachvollziehen kann, warum Sarah dies oder das tut.
Das erschwert meistens den Lesefluss erheblich und das ist schade, denn an sich, hat deine Geschichte wirklich Potential!
Ich hoffe, ich kann dir etwas helfen! :)
monaluna
 
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