[Histo]Die verbotenen Töchter Teil 5

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[Histo]Die verbotenen Töchter Teil 5

Beitragvon tattoo99 » 05.05.2015, 18:08

„Das war für deine Ungezogenheit“, sagte er so ruhig wie möglich, doch seine Stimme zitterte vor Wut.
„Was habe ich getan?“
„Lira tut alles, damit du glücklich bist. Damit du dich hier eingewöhnst. Damit du eine gute Bildung bekommt. Sie macht sie Sorgen um dich, wie eine richtige Mutter. Sie liebt dich und deine Schwester wie als wärt ihr ihre eigenen Kinder. Und was tust du? Du behandelst sie, als wäre sie Dreck!“
„Das tu ich nicht“, schrie Sarah.
„Ach nein? Was war dann das da eben? Du bist abgehauen und Lira wollte, dass ich einige Leute losschicke um dich suchen zu lassen. Aber ich habe es nicht getan, weil ich wusste, dass du wieder zurück kommst.“
„Pah“, machte Sarah und rieb sich die schmerzende Wange. „Und wie behandeln Sie mich? Ich meine... warum haben Sie bei Herrn Bouché behauptet, Cecilia und ich seien die Töchter einer verstorbenen Schwester? Warum? Wer sind Sie wirklich?“
Es knallte wieder. „Das war fürs Lauschen. Du hast dich verhört. Natürlich habe ich meinem Freund erzählt, dass ihr meine Töchter seid.“
Das Blut rauschte in Sarahs Ohren, die Wange schmerzte und erneut schossen Tränen in ihre haselnussbraunen Augen.
„Ach ja?“
„Ja. Geh in die Küche. Unsere Haushälterin wird dir etwas gegen die Schmerzen geben und entschuldige dich bei Lira.“
„Ich werde mich auf keinen Fall entschuldigen! Nicht bei dieser... dieser... Hexe“, schrie Sarah.
Herr Levines Unterlippe zitterte, er ballte seine Hand zu einer Faust. „Wage es nicht noch einmal sie so zu nennen. Lira ist die wundervollste Person, die ich je kennen gelernt habe. Gleich nach deiner Mutter. Ich liebe sie.“
Sarah fasste sich an die Wange, die so rot angelaufen war wie noch nie. Wie konnte er ihr nur so weh tun?
„Ich hasse Sie beide“, schrie Sarah und stürmte aus dem Büro in ihr Zimmer. Sie ließ die Tür zu knallen, warf sich auf ihr Bett und weinte bitterliche Tränen. Es dauerte nicht lange und Lira Levine betrat das Zimmer.
„Gehen Sie raus“, rief Sarah unter Tränen. „Ich will Sie nicht sehen. Ich will niemanden sehen.“
„Ich gehe nicht eher, als das ich dir diese Tropfen gegeben habe. Die sind gegen die Schmerzen und verhindern, dass deine Wange schwillt“, erklärte Lira ruhig und zeigte ihr eine große braune Medizinflasche. Sarah überlegte, ob sie die Medizin annehmen sollte. Die schmerzende Wange beendete ihre Überlegungen schnell. Sie setzte sich auf und nickte. Lira sah sich die Wange an und verabreichte ihr zwei Löffel der Medizin, die nach Kamille roch. "Du solltest dich jetzt ausruhen. Das ist das Beste was du machen kannst."
"Ich habe Sie nicht um Ratschläge gebeten", sagte Sarah und drehte sich auf die andere Seite.
Lira seufzte und verließ das Zimmer. Plötzlich hörte sie laute Stimmen von unten.
"Du hättest sie nicht schlagen dürfen! Es ist alles neu für sie."
"Du nimmst sie jetzt auch noch in Schutz. Für Cecilia ist auch alles neu und sie ist noch kleiner und benimmt sich trotzdem nicht so... unvernünftig. Ich dachte, sie wäre froh, dass sie hier ist."
"Froh?", rief Lira erbost. "Froh? Ihre Mutter ist gestorben und du warst nie für sie da."
"Wenn ich gewusst hätte, dass du sie in Schutz nimmst dann hätte ich dich nicht verteidigt. Sarah meinte du seist eine Hexe und ich habe dich verteidigt. Und du..."
"Ich verstehe Sarah. Das tust du nicht."
"Stimmt! Ich kann und will so ein Verhalten auch nicht akzeptieren."
"Ich akzeptiere das Verhalten ja auch nicht. Ich habe nur gesagt, dass ich sie verstehe. Mehr nicht. DU bist so ein... so ein... Egoist!"
"Schweig, Weibstück!"
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Re: Die verbotenen Töchter Teil 5

Beitragvon Avunculus » 07.05.2015, 20:00

Hallo tattoo99!
Ich habe diesen Teil deiner Geschichte gelesen, und da er mir gefällt :D und ihn bisher niemand kommentiert hat :(

Du erzählst von einem Streit zwischen Sarah und Herrn Levine, der sich damit gleich noch Ärger mit seiner Frau / Freundin einhandelt. Und weil Konflikte zumeist kurzweiliger sind als Harmonie, hast du m.E. schon mal eine ganze Menge richtig gemacht.

tattoo99, der Kommentar zeigt dir meine Sicht auf deinen Text. Wenn du Brauchbares darin findest, freut mich das, ansonsten, ab damit in die Tonne.

Blau markierte Stellen in deinem Text halte ich für entbehrlich.



„Sie liebt dich und deine Schwester wie als wärt ihr ihre eigenen Kinder. Und was tust du? Du behandelst sie, als wäre sie Dreck!“
„Das tu ich nicht“, schrie Sarah.
„Ach nein? Was war dann das da eben? Du bist abgehauen und Lira wollte, dass ich einige Leute losschicke um dich suchen zu lassen. Aber ich habe es nicht getan, weil ich wusste, dass du wieder zurück kommst.“




„Pah“, machte Sarah und rieb sich die schmerzende Wange. „Und wie behandeln Sie mich? Ich meine... warum haben Sie bei Herrn Bouché behauptet, Cecilia und ich seien die Töchter einer verstorbenen Schwester? Warum? Wer sind Sie wirklich?“

Es knallte wieder.

Hier sprichst du nur den Hörsinn an.
Vorschlag:
Wieder klatschte seine Hand auf ihre Wange … oder so ähnlich.



Das Blut rauschte in Sarahs Ohren, die Wange schmerzte und erneut schossen Tränen in ihre haselnussbraunen Augen.

Nachdem du in diesem Satz von dem Rauschen des Blutes in Sarahs Ohren schreibst, gehe ich davon aus, dass du aus ihrer Perspektive schreibst. Dann jedoch, solltest du auf die Beschreibung der 'haselnussbraunen Augen' verzichten. Die Perspektivfigur (Sarah) kann das nicht sehen.
Vorschlag:
… die Wange schmerzte und erneut schossen Tränen in ihre Augen … oder …
… die Wange schmerzte und sie spürte, wie erneut Tränen in ihre Augen schossen … oder sonst wie.




„Wage es nicht noch einmal sie so zu nennen.

Solch diffuse Drohungen würde ich vermeiden. Was sollte Herr Levine denn tun, falls Sarah seine Frau nochmal 'Hexe' nennt? - Auf sie schießen? :?



Sarah fasste sich an die Wange, die so rot angelaufen war wie noch nie.

Auch hier:
Wenn du aus Sarahs Perspektive schreibst, kann sie die rot angelaufene Wange nicht sehen.
Sie kann die Schmerzen spüren, die Hitze der malträtierten Wange wahrnehmen, vielleicht eine Schwellung ertasten.

Falls du auktorial schreibst, kannst du meine Einlassungen zur Perspektive natürlich ignorieren.



Sie ließ die Tür zu knallen, warf sich auf ihr Bett und weinte bitterliche Tränen.

Eher:
… und weinte bitterlich (ohne Tränen) … oder …
… und weinte bittere Tränen …



Lira sah sich die Wange an und verabreichte ihr zwei Löffel der Medizin, die nach Kamille roch.

Falls du zurückliegend nicht bereits 'die Medizin, die nach Kamille riecht' erwähnt hast:
… zwei Löffel einer Medizin, die nach Kamille roch …



"Du solltest dich jetzt ausruhen. Das ist das Beste was du machen kannst."
"Ich habe Sie nicht um Ratschläge gebeten", sagte Sarah und drehte sich auf die andere Seite.

Vielleicht eher:
… sagte Sarah, und wandte ihr den Rücken zu.



Lira seufzte und verließ das Zimmer. Plötzlich hörte sie laute Stimmen von unten.

Zwischen diesen beiden Sätzen vergeht Zeit. Lisa muss zumindest die Treppe hinunter gehen, dann auf ihren Ehemann treffen und zu streiten beginnen. - Diese verstrichene Zeit solltest du kenntlich machen. Zum Beispiel:
… Lisa seufzte und verließ das Zimmer. Kurz darauf / Wenig später hörte sie die beiden streiten ...



"Du hättest sie nicht schlagen dürfen! Es ist alles neu für sie."
"Du nimmst sie jetzt auch noch in Schutz. Für Cecilia ist auch alles neu und sie ist noch kleiner

Vorschlag:
… sie ist noch jünger …



Ich dachte, sie wäre froh, dass sie hier ist."
"Froh?", rief Lira erbost. "Froh?

Dieses Stück würde ich weglassen.
Es ist ja doch sehr offensichtlich, dass Sarah im Augenblick nicht sehr froh ist, hier zu sein.
Der Dialog tritt hier auf der Stelle und hat keine Dynamik, meine ich.



Ihre Mutter ist gestorben und du warst nie für sie da.

Hier nennst du die zentralen Themen dieses Streits. - Du könntest sie m.E. ruhig noch ein bisschen breittreten (vertiefen).
Was mir spontan einfällt:

Der Tod der Mutter:
- Wie ist die Mutter zu Tode gekommen? War Sarah dabei? War der Tod überraschend oder vorhersehbar?
- Wie war Sarahs Verhältnis zu ihrer Mutter? - Innig? Unterkühlt? Herzlich? Belastet? Angespannt?
- Welche Konsequenzen hatte der Tod der Mutter für Sarah? - Finanzen? Schule? Freunde? Hobbys? Wohnen? Freizeit?
- Wurde mit dem Tod der Mutter ein bestimmter (Lebens-) Plan beeinflusst?

Die mangelnde Fürsorgepflicht des Vaters:
- Wieso ist die Trennung erfolgt?
- Warum hat der Vater seine Töchter nie (?) besucht?
- Welches Bild haben die Kinder von ihrem Vater?
- Welche Erwartungen, Hoffnungen, Wünsche hatten die Kinder in Bezug auf ihren Vater?
- Hatten Vater und Kinder brieflich Kontakt zueinander?
- Hat der Vater den Kindern zu Weihnachten oder zum Geburtstag ein Geschenk gemacht oder eine Karte geschrieben?
- Welche Gefühle hat der Vater (seit der Trennung) seinen Kindern gegenüber empfunden?
- Hat er unter der Trennung von den Kindern gelitten?
- Hätte er gern den Kontakt zu seinen Kindern aufrechterhalten?
- Gibt es Gründe dafür, dass er keinen Kontakt zu den Kindern hatte?


Je „informativer“ sich Herr Levine und Lira streiten, desto spannender / dynamischer wird dein Dialog, meine ich. In solch einem Streitgespräch kannst du auch sehr gut die Charaktere der Streitenden (und auch die von Sarah und Cecilia), zu zeichnen beginnen.
Du kannst in die Vergangenheit schauen, und so deinen Protagonisten 'ein Leben vor dem Plot' einhauchen. Du kannst in die Zukunft schauen, und so deiner Szene eine räumliche und zeitliche Tiefe geben ...



"Wenn ich gewusst hätte, dass du sie in Schutz nimmst dann hätte ich dich nicht verteidigt. Sarah meinte du seist eine Hexe und ich habe dich verteidigt. Und du..."
"Ich verstehe Sarah. Das tust du nicht."
"Stimmt! Ich kann und will so ein Verhalten auch nicht akzeptieren."
"Ich akzeptiere das Verhalten ja auch nicht. Ich habe nur gesagt, dass ich sie verstehe. Mehr nicht. DU bist so ein... so ein... Egoist!"
"Schweig, Weibstück!"

Diesen Teil des Dialoges würde ich nochmal grundlegend überarbeiten.
Ich meine, es ist schon richtig, dass viele Streitereien im realen Leben so oder so ähnlich ablaufen. In deiner Geschichte sollten die Dialoge jedoch nicht nur lebensecht wirken, (so, dass der Leser also bereitwillig glaubt: Ja, dieser Streit könnte genau so stattgefunden haben) sondern, sie sollten auch ein bisschen spannend oder informativ sein (so, wie die realen Streitereien in aller Regel nicht ablaufen).
Dein Dialog sollte also zweierlei schaffen: Er sollte natürlich wirken und gleichzeitig dynamisch sein.
Der von mir kritisierte Teil deines Dialoges wirkt sehr natürlich – ein Punkt für dich. Doch er ist m.E. nicht dynamisch.

Fazit:
Ich sehe sowohl in deiner Geschichte, als auch in deinem Schreibstil Potential. :2thumbs:
Dass du als junge Autorin noch dabei bist Erfahrungen zu sammeln und zu lernen, ist m.E. selbstverständlich. (Das gilt analog auch für ältere, leicht übergewichtige Autoren. :wink: )


tattoo99, ich habe diesen Teil deiner Geschichte gern gelesen.

LG
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Re: Die verbotenen Töchter Teil 5

Beitragvon PhoenixRose » 07.05.2015, 20:34

Hallou~

ich weiß nicht, ob ich kommentieren sollte, ohne die anderen Teile vorher gelesen zu haben...aber ich tu's jetzt einfach mal >.<

Vorweg eine kleine Warnung...ich bin manchmal etwas perfektionistisch oder sarkastisch. Und bitte nicht alles zu sehr zu Herzen nehmen :o

Der Kommi ist unterteilt in:
I. Inhalt
II. Charaktere
III. Grammatik, Interpunktion, Satzbau etc.
IV. Wirkung/'Fazit' oder so...

Also dann:

I. Inhalt
Ein Streit zwischen Sarah und einem Mann (ich denke, ihrem Vater) über ihr Benehmen und Lira, ihre Stiefmutter.
Schließlich stürmt Sarah aus dem Zimmer und Lira bringt ihr etwas gegen die schmerzende Wange. Anschließend 'belauscht' Sarah ein Gespräch zwischen ihrem Vater und Lira.

Soweit so gut... Ich finde der Titel macht neugierig. *-* Die verbotenen Töchter...Uneheliche Kinder? Von irgendeiner Ausgestoßenen? Von einer Familie mit verbotenen Gaben? Kinderregelung wie in China?
Ich glaube, ich bleib an der Geschichte dran *-*
Worum es im Voraus ging, weiß ich leider nicht, wie gesagt, habe es leider nicht gelesen...>.<
Aber die Szene macht auch alleinstehend einen guten Eindruck.

II. Charaktere
Wir haben Sarah, Lira und den Mann (ich gehe jetzt davon aus, dass er der Vater ist oder irgendein Onkel...jemand aus der Familie... :oops: )
Sarah wirkt wie ein normales Teenagermädchen auf mich, dass sich nicht bevormunden lässt und dort wo Erwachsene sie für tadeln, keine Fehler ihrerseits sieht. Soweit ich das mit dieser Szene beurteilen kann, ist sie ein sehr authentischer, vor allem aber lebendiger Charakter.
Lira, ihre Stiefmutter, sorgt sich um sie und möchte dem Mädchen beistehen, wird dabei aber von Sarah abgewiesen, die sie nicht als neue Mutter akzeptiert?
Herr Levine (dank meiner Unkenntnis mir unbekannt :roll: ) scheint mir ein wenig auf Frauen herabzublicken. Er unterdrückt seine Emotionen seiner Tochter gegenüber so gut er kann.

III. Grammatik, Interpunktion, Logik etc
(gibt's da irgendeinen guten Überbegriff für? Mir fällt nämlich keiner ein... :oops: )
Ich gehe chronologisch vor und schreibe alles auf, was mir auffällt :o

tattoo99 hat geschrieben:„Lira tut alles, damit du glücklich bist. Damit du dich hier eingewöhnst. Damit du eine gute Bildung bekommt. Sie macht sie Sorgen um dich, wie eine richtige Mutter. Sie liebt dich und deine Schwester wie als wärt ihr ihre eigenen Kinder. Und was tust du? Du behandelst sie, als wäre sie Dreck!“

Die Wortwiederholung ist denke ich gewollt? :3
Was mich hier stört ist das rot markierte. Der Satzbau ist ungünstig. Er unterbricht den Lesefluss durch die zwei Pronomina hintereinander.
Wenn ich einen Vorschlag machen darf:
Sie liebt dich und deine Schwester, als wärt ihr ihre eigenen Kinder.
Außerdem, der letzte Satz. Ich finde hier ist kein Nebensatz für die Ausschmückung nötig, das kann man auch geschickt in einen Teilsatz packen:
Du behandelst sie wie Dreck!

tattoo99 hat geschrieben:„Ach nein? Was war dann das da eben? Du bist abgehauen und Lira wollte, dass ich einige Leute losschicke um dich suchen zu lassen.

Zu viele Worte, um einen Sachverhalt auszudrücken :o
Vielleicht kann man den zweiten Satz etwas einfacher gestalten?
Und was war das eben?

tattoo99 hat geschrieben:„Und wie behandeln Sie mich? Ich meine... warum haben Sie bei Herrn Bouché behauptet, Cecilia und ich seien die Töchter einer verstorbenen Schwester? Warum? Wer sind Sie wirklich?“

Ich denke, hier kommt meine nicht vorhandene Vorkenntnis ins Spiel...ist Herr Levine ihr Vater oder nur jemand, der sich als dieser ausgibt?
Und warum siezt Sarah ihn und Lira? Ist das in deiner Geschichte normal? :oops:

tattoo99 hat geschrieben:erneut schossen Tränen in ihre haselnussbraunen Augen.

Die Augenfarbe hat hier keinerlei Relevanz und wirkt deshalb wie ein Füllwort. Vielleicht kann man die an anderer Stelle geschickter einbauen? :o

tattoo99 hat geschrieben:Unsere Haushälterin wird dir etwas gegen die Schmerzen geben und entschuldige dich bei Lira.“

Ich finde, die angeforderte Entschuldigung bei Lira kommt hier wie eine Nebensächlichkeit daher, dafür dass er sie vorher geohrfeigt hat und deutlich stellt, dass sie sich wirklich um Sarah und ihre Schwester sorgt. Vielleicht sollte man das als eigenen Satz schreiben?
Entschuldige dich bei Lira! Und die Haushälterin unten in der Küche soll dir etwas gegen die Schmerzen geben.
Ich habe die Aufforderung in die Küche hinunterzugehen als Aufenthaltsort der Haushälterin mit hineingenommen, dann könnte man das ebenfalls nehmen. (Aber es sind nur Vorschläge, fühl dich nicht genötigt >.<)

tattoo99 hat geschrieben:„Wage es nicht noch einmal sie so zu nennen. Lira ist die wundervollste Person, die ich je kennen gelernt habe. Gleich nach deiner Mutter. Ich liebe sie.“

Satzbau im ersten Satz ist unschön. Eventuell das "sie" vor das "noch einmal" ziehen? Außerdem widerspricht Herr Levine sich hier in gewisser Hinsicht, indem er sagt, dass Lira die wundervollste (Superlativ, heißt er meint es so und es gibt keine bessere auf der Welt) und dann fügt er hinzu, dass Sarahs Mutter noch wundervoller gewesen sei. Entweder das ist Absicht oder bitte ausbessern (Mein Perfektionismus spricht :oops: )
Wage es nicht, sie noch einmal so zu nennen! Lira/Sie ist die wundervollste Person, die ich je kennenlernte/-gelernt habe.

tattoo99 hat geschrieben:„Ich will Sie nicht sehen. Ich will niemanden sehen.“

Ich kann nicht wirklich in Worte fassen, was mir hier nicht gefällt... ich werde nochmal drüber nachdenken >.<

tattoo99 hat geschrieben:„Ich gehe nicht eher, als das ich dir diese Tropfen gegeben habe.

Erneut ist es der Satzbau, den ich zu bemängeln habe. Es ist umständlich formuliert.
Ich gehe nicht, bevor ich die nicht diese Tropfen gegeben habe.

tattoo99 hat geschrieben:Sarah überlegte, ob sie die Medizin annehmen sollte. Die schmerzende Wange beendete ihre Überlegungen schnell.

Vielleicht diese beiden Sätze durch ein "doch" verbinden, um den Lesefluss noch ein wenig zu verbessern?

tattoo99 hat geschrieben:Das ist das Beste(,) was du machen kannst.

Kommafehler :o

tattoo99 hat geschrieben:sagte Sarah und drehte sich auf die andere Seite.

Vielleicht noch der Tonfall? Mürrisch, entrüstet, wütend, etc? Ich finde, sagen ist ein Wort, dass in einer Geschichte nur im äußersten Notfall verwendet werden sollte, weil es nichts aussagt. Und so kann man sich dann meistens noch ein näher erläuterndes Adjektiv sparen :dasheye:

tattoo99 hat geschrieben:Lira seufzte und verließ das Zimmer. Plötzlich hörte sie laute Stimmen von unten.

Hier erweckt es den Eindruck, als ob Lira die Stimmen hören würde, obwohl du sicherlich Sarah meinst. Um Wortwiederholungen zu vermeiden, würde ich aber nicht einfach Sarah schreiben, sondern vielleicht "das Mädchen" oder so...

tattoo99 hat geschrieben:Du nimmst sie jetzt auch noch in Schutz

Hat vorher schon jemand anderes Sarah in Schutz genommen? Wenn du diesen entrüsteten Ausruf alá "Jetzt nimm sie nicht auch noch Schutz" meinst, dann vielleicht etwas wie:
Jetzt nimm' sie nicht auch noch in Schutz oder
Jetzt nimmst du sie auch noch in Schutz! (kleiner, aber feiner Unterschied)

tattoo99 hat geschrieben:Für Cecilia ist auch alles neu und sie ist noch kleiner und benimmt sich trotzdem nicht so... unvernünftig.

Satzbau mal wieder :o
Zweimal "und". Eins einfach streichen kann man hier schlecht. Eventuell zwei Sätze draus machen?
Für Cecilia ist auch alles neu. Und obwohl sie kleiner ist, benimmt sich sich nicht so ...unvernünftig.

tattoo99 hat geschrieben:Wenn ich gewusst hätte, dass du sie in Schutz nimmst(,) dann hätte ich dich nicht verteidigt. Sarah meinte(,) du seist eine Hexe und ich habe dich verteidigt. Und du..."

1. Mir ist seine Argumentation ein wenig... seltsam vorgekommen :shock:
Erst sagt er zu Sarah, dass Lira die wundervollste Frau der Welt sei und jetzt, als Lira ihm widerspricht,
sagte er, er hätte sie nicht verteidigt, wenn er es vorher gewusst hätte? Ziehen die beiden vor ihren
Kindern nur eine Show auf oder wie? Oder ist er einfach nur enttäuscht?
2. Kommafehler ^-^

tattoo99 hat geschrieben:Schweig, Weib(s)stück!"

Ein "s" fehlt (mMn :o)
Ist das seine eigentliche Persönlichkeit oder gehen bei ihm nur grad die Pferde durch? :shock:

IV. Abschlussgedöns
Eine schöne Szene, die bei mir Lust auf mehr macht. Auch wenn sie für mich aus dem Kontext gerissen war und mir deshalb ein paar Sachen unklar geblieben sind (Siezen, Herr Levine~) fand ich das ganze sehr schön.
Dein Stil lässt sich leicht und flüssig lesen, ein weiterer Pluspunkt ^-^

Mehr habe ich nicht zu sagen ^-^
Hoffe lediglich auf weitere Szenen und verbleibe~

LG
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Re: Die verbotenen Töchter Teil 5

Beitragvon tattoo99 » 08.05.2015, 18:18

Danke, danke, danke für euren lieben Kommentare. Es hat mich so sehr gefreut, als ich sie gelesen habe :) Ich werde sie auf jeden Fall zu Herzen nehmen und ich hoffe, ihr werdet den nächsten Teil auch lesen :)
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Re: Die verbotenen Töchter Teil 5

Beitragvon Kelpie » 09.05.2015, 09:45

Hallo tatoo99,


ich habe deinen Text gerade gelesen und da mir der Gesamteindruck gefallen hat, lasse ich dir einen Kommentar da. Ich kenne die anderen Teile nicht, daher gehe ich auf Verständnisfragen nicht ein - Vieles würde sich sicherlich ergeben, wenn man den Text von Anbeginn liest.
Gefunden habe ich ohnehin nicht viel:

Sie liebt dich und deine Schwester wie als wärt ihr ihre eigenen Kinder.

Das "wie" muss da weg; das ist umgangssprachlich, aber eigentlich falsch ;)

Du bist abgehauen und Lira wollte, dass ich einige Leute losschicke um dich suchen zu lassen. Aber ich habe es nicht getan, weil ich wusste, dass du wieder zurück kommst.“

Das ist zwar eine der Szenen, die ich nicht so gut beurteilen kann, weil ich die vorigen nicht gelesen habe, aber vielleicht macht es auch keinen Unterschied. Mir erscheint in dieser wörtlichen Rede sehr der Erzähler hervorzutreten, der dem Leser erklärt, was in Herrn Levines Kopf vorging. Außerdem ist mir der Bezug zu Levines voriger Aussage nicht so ganz klar. Er behauptet, Sarah würde Lira wie Dreck behandeln und hier führt er lediglich aus, dass Sarah weggelaufen ist. Das ist vielleicht nicht "korrekt", vielleicht sogar respektlos, aber als eine "dreckige" Behandlung würde ich das keinesfalls auffassen.

Ich meine... warum haben Sie bei Herrn Bouché behauptet, Cecilia und ich seien die Töchter einer verstorbenen Schwester? Warum? Wer sind Sie wirklich?“

Vor den drei Punkten kommt ein Leerzeichen. Immer, außer du trennst ein Wort in der Mitte ab.

Das Blut rauschte in Sarahs Ohren, die Wange schmerzte und erneut schossen Tränen in ihre haselnussbraunen Augen.

Die Erwähnung ihrer Augenfarbe finde ich an der Stelle nicht so gut. Zum einen, weil es aus ihrer Perspektive herausgleitet (oder sieht Sarah in diesem Moment ihre Augenfarbe?), zum anderen weil die Augenfarbe in diesem Moment den Schwerpunkt von dem Schlag auf die Augen lenkt.

„Ich gehe nicht eher, als das ich dir diese Tropfen gegeben habe.

> dass

Sarah überlegte, ob sie die Medizin annehmen sollte. Die schmerzende Wange beendete ihre Überlegungen schnell.

Die Medizin war während des Textes das einzige, was mir gar nicht gefallen hat. Das ist jetzt meine ganz persönliche Meinung und ich glaube, es gibt viele, die das anders sehen, aber ich möchte es dennoch einmal anmerken:
Ich habe Medizin immer als etwas erlebt, das gegen Krankheiten hilft oder andere innerkörperliche Schwierigkeiten. In schlimmen Fällen auch zur Betäubung von Schmerz bei Verletzungen, wenn die zu heftig sind. Aber Sarah wurden hier zwei Ohrfeigen verpasst- deswegen gleich ein Schmerzmittel (bzw. eine Medizin, das klingt so nach Heilung) zu bekommen, finde ich sehr übertrieben. Wenn sie dann auch noch zögert und der Schmerz (der zwar groß sein kann und wird, aber eigentlich ist so ein Schmerz aushaltbar) sie dazu bringt, ihre Abneigung gegen Lira zu überwinden, dann halte ich Sarah für ein ziemlich wehleidiges Mädchen.
Daher lässt mich an dieser Stelle das Gefühl nicht los, dass es eine Art Deus ex Machina ist - dass du diese Medizin brauchst, damit Lira Sarah helfen kann; vermutlich, damit sich die beiden allmählich annähern.

Und du..."

Gleiches wie oben



Eine ziemlich interessante Ausgangsposition. Dieser Herr Levine scheint Sarahs Vater zu sein und dennoch siezt sie ihn. Selbst wenn sie ihn nicht kennt, hätte man ja davon ausgehen können, dass er ihr zu allererst einmal das Du anbietet. Offenbar nicht.
Auch dass er Lira, die er gerade noch so hoch gelobt hat, nun "Weibsstück" nennt, wirft ein interessantes Licht auf ihn. Insofern bin ich gespannt, wie es in der Fortsetzung weitergeht.

Rechtschreibung und Grammatik sind sehr sicher, da kann man nur sehr wenig bemängeln; die Sprache insgesamt finde ich auch sehr angenehm zu lesen.

Viele Grüße,
Kelpie
Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. (Franziska Alber)
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Re: Die verbotenen Töchter Teil 5

Beitragvon tattoo99 » 09.05.2015, 11:58

Dankeeschöön :)
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