[SciFi][Überarbeitet] Die Vernichtung

[SciFi][Überarbeitet] Die Vernichtung

Beitragvon RayhamGreen » 10.03.2015, 12:23

Einen wunderschönen guten Morgen!

Ich habe mich doch nochmal hingesetzt und die Überarbeitung der alten Version fortgesetzt.

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Spoiler: Anzeigen
„Der Himmel wird uns auf den Kopf fallen!“, schon jetzt ärgerte er sich über diesen unrationellen Gedanken. „Für alles gibt es eine logische, wissenschaftliche Erklärung! Und hier lieg Sie quasi auf der Hand.“, vehement versuchte er die Stimme in seinem Kopf, die eine so abergläubische These geäußert hatte zu rügen und eines Besseren zu belehren.

Er trat nach Draußen auf die freie Ebene um einen klaren Blick auf die Dinge zu erlangen, die dazu führten, dass es so schlagartig dunkel wurde.

Dichte, tiefschwarze Wolken aus Asche und Staub zogen wie ein unvorstellbar großer Insektenschwarm unaufhaltsam in seine Richtung. Vom sonst so polychromatisch-weißem Himmel war bereits nicht mehr viel zu sehen. Aus der wabernden Masse rasten immer wieder Felsbrocken auf die Planetenoberfläche zu und zogen dunkele, bedrohliche schwarze Schlieren hinter sich her.

„Wenn nicht das hier, so wird der Aberglaube einst unseren Untergang bedeuten.“, sagte er laut, auch wenn keiner da war um Ihn zu hören und verließ vollends die neu geborene Stadt. Sie wuchs als Kristallformation aus dem Boden und hätte einmal vielen Calciten ein Zuhause bieten sollen. Doch noch war sie klein und kaum bewohnbar. Die größten der zahlreichen, schief in den Himmel ragenden Türme hatten erst eine Höhe von 20 bis 30 Metern. Kein Vergleich zu den Monolithen der Hauptstädte.

Die junge Stadt schien blau zu leuchten. Die Kristalle polarisierten das helle Licht des Weißen Riesen, den der Planet der Calciten umkreiste. In Ihrem Inneren reflektierten unzählige glatte, spiegelartige Flächen das blaue Licht in alle Richtungen und erzeugten somit, den auf der Tagseite des Planeten immerzu währenden Glanz.

Am Horizont konnte er beobachten, wie die massiven Türme einer der Hauptstädte diese ewige Konstante verloren und erloschen. Ohne das Licht der Sonne waren Sie machtlos. Schutzlos ausgeliefert.

Ohne Licht würde er zu einer regungslosen Skulptur erstarren. Sein Kern benötigte die Kraft der Sonne oder einer alternativen Lichtquelle. Sein Kern war sein Keimbildner, der Ursprung seines Lebens. Vor Jahren hatten andere, ältere Calciten seinen Keimbildner von der Zuchtstation separiert und Ihn draußen in den dunkelbraunen, fast schwarzen, mineralhaltigen Boden ausgesetzt. Hier war er gewachsen um eines Tages in eine der Städte zurück zu kehren. Sein Kern barg die Intelligenz. Die Kristalle, nach seinen Ansprüchen geformt, waren nur eine Hülle.

„Wer oder was hat die Macht dazu solches Unheil anzurichten?“, der Schock über die enorme Zerstörungsgewalt schien Ihn zu lähmen. Ein anderer Calcite kam aus der jungen, nur noch schwach glimmenden Stadt. Er lief mit klirrenden Lauten schreiend auf Ihn zu, „Die Götter bestrafen deinen Unglauben!“ Er rannte, doch kam nicht mehr vom Fleck. Wie in einem Alptraum schien er gefesselt, dazu verdammt mit anzusehen, wie die mehrere hundert Meter hohen Türme der Hauptstadt in sich zusammen vielen.

Ein Schmerz durchzog seinen Kern. Er war nicht mehr in der Lage auch nur die kleinste Bewegung zu vollführen, egal wie sehr er sich anstrengte. Eine der Brutstädte war zerstört worden.

Der sonst so erhabene blaue Glanz der jungen Stadt hinter ihm war nunmehr ein orange-rotes glimmen in der Dunkelheit.

Ein gleißender Stahl riss ein Loch in die geschlossene Wolkendecke und im nun blendenden Licht der Sonne waren die Umrisse eines gewaltigen Schiffes zu sehen. Das Leben kehrte in seinen erstarrten Körper zurück. Auch er ließ seine Stimme jene klirrenden Laute ertönen, „Euer Zwietracht säender Götterglaube wird euer Niedergang sein!“ Der Energiestrahl schoss auf den Planeten zu und schlug unweit von Seiner Position ein. Die enorme Druckwelle ließ seinen kristallinen Körper zerbersten und schleuderte die feinen Splitter, wie die einer explodierenden Granate davon.

An der Stelle, an der der Strahl die Oberfläche getroffen hatte quoll nun Lava in einem heißroten Strom aus dem Planeteninneren, bevor mit einer gewaltigen Explosion Felsbrocken, Schutt und Aschen in die Atmosphäre gespuckt wurden.

Der Untergang der jungen Stadt war besiegelt.
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Die neue Version enthält jetzt eine überarbeitete Fassung der alten Version, sowie einen Rahmen (vor und hinter dem ursprüngliche Text), der den Abschnitt etwas verständlicher machen soll und aus der Sicht der "Invasoren" geschrieben ist. Dadurch wird die ganze Angelegenheit etwas länger. Dennoch wünsche ich viel Spaß beim lesen und freue mich auf harte aber konstruktive Kritik, was Inhalt und Schreibstil angeht. Mir geht es weniger darum, dass einzelne Rechtschreib- und Kommasetzungsfehler gefunden werden, sonder viel mehr um den Inhalt und Möglichkeiten meinen Schreibstil zu verbessern.







„Wissenschaftsdeck, ich verlange einen sofortigen Bericht über die Auswertungen des interplanetaren Scans vom Planeten Alpha-136C!“, der Oberkörper des Kapitäns war groß auf einer der vielen Bildwände im Kontrollraum der Scanner-Phalanx erschienen.

Dr. Werns aktivierte seinerseits die Bildübertragung. „Sir, wie wir den Scans entnehmen konnten besitzt der Planet eine Tagseite, auf der immer die Sonne scheint und eine Nachtseite. Auf der Tagseite gibt es wie bereits vermutet große Mengen des seltenen Materials Precalenta (1). Es existieren keinerlei Anzeichen von Technologie, oder einer Zivilisation auf dem Planeten. Den Daten zufolge scheint er komplett tot zu sein. Für nähere Informationen muss ich jedoch die Ergebnisse des Orbitalscans abwarten.“

„Maschinendeck, machen Sie alles bereit für den Start der kompletten Explorer-Flotte. Je eher wie mit dem Abbau beginnen desto besser. Ich dulde keine Verzögerungen. Und Dr. Werns, ich erwarte, dass Sie mir nach Abschluss der Planetenumrundung unverzüglich Bericht erstatten! Kapitän Ende.“, das Bild des Kapitäns verschwand und an seine Stelle traten nun wieder die gewöhnlichen Datentafeln und Statistiken.

Aus dem Schatten trat Dr. Seifer in das schwache Licht der Bildwände, die neben den unzähligen Kontrollleuchten die einzige Lichtquelle im Bereich der Sensor-Phalanx darstellten. Er wirkte unsicher und deplatziert. Dr. Seifer war mit Abstand das jüngste Mitglied von Dr. Werns Wissenschaftsteam und der Überflieger seines Jahrgangs.

„Precalenta, hm?“, begann er vorsichtig. „Wussten Sie, dass Precalenta die 10,64-fache Härte von Diamanten hat und dabei dennoch sehr belastbar und gut zu verarbeiten ist? Das Material hat die faszinierende Eigenschaft Licht zu brechen und polarisiert zu reflektieren. Reines Precalenta erkennt man ganz einfach an einem intensiven blauen Glanz, es wirkt, als würde es von sich aus leuchten.“, jeder Anflug von Nervosität schien vergessen, stattdessen redete Dr. Seifer immer schneller. „Das Material ist der Wahnsinn! Noch vor kurzem hätte man es gar nicht für möglich gehalten, dass sowas …“

„Dr. Seifer.“, unterbrach ihn Werns „Ich weiß, dies ist Ihr erster Einsatz auf einem Schiff wie diesem. Ich weiß auch, dass das alles hier unglaublich beeindruckend und aufregend für Sie ist, doch Sie sollten sich jetzt Ihrer Arbeit widmen. Wir bekommen die ersten Ergebnisse des Orbitalscans rein. Und noch was, gehen Sie die Dinge etwas ruhiger an.“




Dr. Werns aktivierte die Bildübertragung. „Sprechen Sie!“, ertönte die Stimme des Kapitäns.

„Sir, der Orbitalscan ist abgeschlossen.“, antwortete Werns, „Eine erste Analyse der Daten hat ergeben, dass der Boden sehr mineralhaltig ist. Das Precalenta scheint auf der Oberfläche zu wachsen, jedoch ausschließlich auf der Tagseite des Planeten. Es ist, als würden auf der Erde Diamanten aus dem Boden wachsen. Das Precalenta wächst in Kristallstrukturen. Es gibt einen Ort mit besonders großen Precalenta Vorkommen.“, Dr. Werns schaltete die Bildübertragung auf eine der Bildwände, sodass der Kapitän auf der Karte sehen konnte wovon er sprach. Insgeheim war er froh, dass ihn der Kapitän jetzt nicht mehr beobachtete. Er fühlte sich jedes Mal unwohl dabei. Ihm war in seinem Leben noch nie eine Person mit einer größeren autoritären Ausstrahlung begegnet.

„Sir, hier existieren Vorkommen aus reinem Precalenta, welches zu über 500 Meter hohen Türmen gewachsen ist.“, er markierte die Stelle auf der Karte. „Es gibt keine intelligenten Lebensformen, jedoch existiert ein Objekt, direkt unter dem größten Vorkommen, welches unter Umständen organisch seien könnte. Die Zellstrukturen sind uns nicht bekannt, es scheint jedoch zu wachsen wie ein Pilz und seine Sporen über die gesamte Tagseite des Planeten zu verbreiten. Wir sollten zuerst sichergehen, dass es sich nicht doch um eine …“

„500 Meter hohe Türme? Da kommen die Explorer nicht drüber. Vorschläge.“, unterbrach ihn der Kapitän.

„Sir, ich würde vorschlagen den Energiestrahl zu verwenden um die starken geologischen Aktivitäten des Planeten zu nutzen.“ Antwortete Werns wiederstrebend. Es missfiel ihm keine genauen wissenschaftlichen Untersuchungen durchführen zu können. „Bei gezieltem aufschneiden der Planetenoberfläche wird es zu starken Eruptionen und Vulkanausbrüchen kommen, die die Türme zum Einstürzen bringen werden. Dann wäre es jedoch notwendig die Explorer mit Geothermie-Modulen anstatt der Solar-Module auszurüsten, da kein Licht mehr die Oberfläche erreichen wird.“

„Energiestrahl, auf meinen Befehl. Feuer!“, der Kapitän beendete ohne ein weiteres Wort die Verbindung.

„Dr. Werns.“, ertönte vorsichtig Seiferts Stimme, der junge Wissenschaftler starrte gebannt auf eine der Bildwände. „Jedes der Precalentavorkommen besitzt einen Kern aus dieser organischen Struktur. Die Punkte sind keineswegs zufällig wie Pilzsporen verteilt. Die ganzen Kristalle bewegen sich koordiniert!“





Ein Markerschütternder Schrei durchzog seinen Kern. Ein Schrei, wie der einer Mutter, die mit anzusehen hat wie ihre Kinder sterben. Sein Kern war sein Keimbildner, der Ursprung seines Lebens. Vor Jahren hatten andere, ältere Calciten seinen Keimbildner von der Brutstätte separiert und Ihn draußen in den dunkelbraunen, fast schwarzen, mineralhaltigen Boden ausgesetzt. Hier war er gewachsen um eines Tages in eine der Städte zurück zu kehren. Er hatte weder Namen, Nummer noch Persönlichkeit. Sein Kern barg einen Funken Intelligenz, doch die Kontrolle über seinen aus Kristallen bestehendem Körper hatte immer noch die Brutstätte. Eine intelligente, immerzu wachsende Masse, aus der die Calciten ihre Kerne schnitten. Diese Intelligenz spürte gerade, wie hunderttausende dieser Verbindungen zu ihren Ablegern für immer abrissen. Und diesen Schmerz spürten nun alle, die noch mit ihr verbunden waren.

Schlagartig hielten alle Calciten inne, die um ihn herum mit dem Züchten der neuen Stadt beauftragt waren. Gelähmt, da die Brutstätte für einen Augenblick die Koordination aussetzte. Doch ihn trieb es raus, raus aus der neu geborenen Stadt.

Die Stadt besaß einen toten Kern, der die Separierung von der Brutstätte nicht überlebt hatte. Sie wuchs als Kristallformation aus dem Boden und hätte einmal vielen Calciten ein Zuhause bieten sollen. Doch noch war sie klein und kaum bewohnbar. Die größten der zahlreichen, schief in den Himmel ragenden Türme hatten erst eine Höhe von 20 bis 30 Metern. Kein Vergleich zu den Monolithen der Hauptstadt.
Er versuchte als einziger diese Schockstarre zu überwinden und kämpfte gegen den Widerstand an, der ihn am Gehen hinderte. Die Intelligenz der Brutstätte wollte ihn zurück halten, doch irgendetwas in ihm war stärker als die Verbindung zur ihr. Langsam drehten sich die anderen Calciten wie ein Mann auf der Stelle um und betrachteten ihn wie einen Fremdkörper in ihren Reihen. Bleib! Ertönte die lautlose Stimme der Brutstätte in seinem Kern. Doch er blieb nicht stehen. Je weiter er ging, desto leichter fiel es ihm. Er fühlte sich isoliert. Er spürte zwar noch die Anwesenheit der anderen Calciten, doch die Stimme der Brutstätte in seinem Kern war verstummt. Ohne Verbindung zur Brutstätte hatte noch kein Calcit lange überlebt.

Er trat nach draußen auf die freie Ebene, um einen klaren Blick auf die Dinge zu erlangen, welche dazu geführt hatten, dass es so schlagartig dunkel geworden war.

Dichte, tiefschwarze Wolken aus Asche und Staub zogen wie ein unvorstellbar großer Insektenschwarm unaufhaltsam in seine Richtung. Vom sonst so strahlendweißen Himmel war bereits nicht mehr viel zu sehen. Die wabernde Masse schleuderte immer wieder glühende Felsbrocken auf den Boden zu, die dunkle, bedrohlich schwarze Schlieren hinter sich her zogen.

Er schaute zum Himmel und verließ vollends die junge, blau leuchtende Stadt. Die Kristalle polarisierten das helle Licht des Weißen Riesen, den der Planet der Calciten umkreiste. In Ihrem Inneren reflektierten unzählige glatte, spiegelartige Flächen das blaue Licht in alle Richtungen und erzeugten somit, den auf der Tagseite des Planeten immerzu währenden Glanz.

Er konnte beobachten, wie am Horizont die massiven Türme der Hauptstadt diese ewige Konstante verloren und erloschen.

Ohne Licht würde er zu einer regungslosen Skulptur erstarren. Sein Kern benötigte die Kraft der Sonne oder einer alternativen Lichtquelle.

Der Schock über die enorme Zerstörungsgewalt lähmte auch ihn. Er stand wie angewurzelt vor der jungen, nur noch schwach glimmenden Stadt. Er versuchte sich zu bewegen, doch kam nicht mehr vom Fleck. Als wäre er in einem Alptraum gefangen, dazu verdammt mit anzusehen, wie die mehrere hundert Meter hohen Türme der Hauptstadt in sich zusammen fielen.

Der Schmerz in seinem Kern intensivierte sich. Er war nicht mehr in der Lage auch nur die kleinste Bewegung zu vollführen, egal wie sehr er sich anstrengte. Die Brutstätte war zerstört worden. Die Verbindung war nun gänzlich unterbrochen. Er fühlte sich leer.

Der sonst so erhabene blaue Glanz der Stadt war nunmehr ein orange-rotes glimmen in der Dunkelheit. Das Licht entfernter Lavaströme und glühender Felsbrocken reflektierte schwach von der Kristalloberfläche.

Ein gleißender Strahl riss ein Loch in die geschlossene Wolkendecke und im nun blendenden Licht der Sonne waren die Umrisse eines gewaltigen Schiffes zu sehen. Das Leben kehrte in seinen erstarrten Körper zurück. Der Energiestrahl schoss auf ihn zu und schlug unweit von seiner Position ein. Die enorme Druckwelle ließ seinen kristallinen Körper zerbersten und schleuderte die feinen Splitter, wie die einer explodierenden Granate davon.

An der Stelle, an der der Strahl die Oberfläche getroffen hatte quoll nun Lava in einem heißroten Strom aus dem Planeteninneren, bevor mit einer gewaltigen Explosion Felsbrocken, Schutt und Asche in die Atmosphäre gespuckt wurden.



Auf dem Maschinendeck herrschte reges Treiben. Tausende Arbeiter waren damit beschäftigt in präzise koordinierten Abläufen die Explorer auf ihren Einsatz vorzubereiten. Ein einzelner Explorer war in der Lage bis zu hunderttausend Kubikmeter Material pro Sekunde zu verwerten und die gewünschten Materialien in Container mit dem Fassungsvermögen eines Hochhauses zu befördern. Mit der Größe eines Wohnblocks brauchte man bei 25 Explorern ein Shuttleschiff um von einem zum anderen Ende des Hangars zu gelangen. Kommandant Mannheimer, Leiter der Technischen Abteilung, war stolz auf die Leistung seiner Untergebenen. Die Umrüstung der 25 Explorer von Solar- auf Geothermie-Modulen war in unter 20 Minuten abgeschlossen gewesen. Die Arbeiter beseitigten gründlich jedes herumliegende Teil, damit beim Öffnen der Abwurfluken nichts verloren gehen konnte.

Als Ihm der Steuermann mitgeteilt hatte, dass auch beim letzten Explorer alle Systeme einwandfrei funktionierten informierte Mannheimer den Kapitän, auf dessen Befehl hin die mehrere Hundert Meter langen Luken am Bauch des Schiffes geöffnet wurden. Den Rest übernahm die Schwerkraft. 25 Kolosse bahnten sich ihren Weg durch die Staub- und Aschewolken hinunter auf die Planetenoberfläche. Hydraulikzylinder, mit einem Durchmesser größer als der des Stammes einer alten Eiche, federten den Aufprall der Giganten ab. Unverzüglich begannen diese sich an der Oberfläche durch das Erdreich zu fressen. Nichts, was Ihnen im Weg stand war mehr sicher. Sobald einer der Container seine maximale Ladekapazität erreicht hatte wurde er vom Explorer abgekoppelt. Durch integrierte Raketentriebwerke schossen sich die Container in die Umlaufbahn des Planeten, von wo aus sie von kleineren Transportschiffen aufgenommen wurden.

Mannheimer vergewisserte sich, dass alle Explorer funktionsgemäß arbeiteten und wartete ab, bis von jedem einzelnen mindestens ein beladener Container in die Umlaufbahn geschickt wurde. Die Hauptarbeit lag jetzt beim Computer, der die Explorer auf der zuvor programmierten Route steuerte.

„Steuermann!“, Mannheimer stieg aus seinem Shuttleschiff aus, nachdem sich die Abwurfluken wieder geschlossen hatten.

„Ja, Kommandant.“, der Steuermann blickte von seinem Bildschirm auf, auf dem er die Signale der einzelnen Explorer überwachte. „Alle Geothermie-Module funktionieren einwandfrei und produzieren genug Leistung.“

„Gute Arbeit. Ihnen und ihrem Team gilt mein ausdrückliches Lob.“, Mannheimer war bekannt für seinen guten Umgangston. Und der Erfolg des Maschinendeckpersonals gab ihm seiner Meinung nach Recht, dass die harte Linie des Kapitäns nicht unbedingt erforderlich war um eine Crew zu führen.

„Danke, ich weder es weitergeben. Hoffen wir, dass weiterhin alles so reibungslos läuft. Sollte irgendetwas vorfallen werde ich Sie umgehen davon unterrichten.“, Mannheimer nickte ihm zu und wandte sich zurück in sein Shuttleschiff. Er war kaum unterwegs, da erklang die Stimme des Technikers über das Interkom: „Kommandant! Ein Explorer! Ich empfange keine Signale mehr! Er ist … Er ist einfach verschwunden.“

„Sind sie sich ganz sicher Steuermann, dass nicht doch irgendeine Signalstörung vorliegt. Ein Objekt von der Größe einer Kleinstadt ‘verschwindet‘ nicht einfach so.“, Mannheimer überfiel ein ungutes Gefühl. Er arbeitete jetzt bereits mehrere Jahre mit seinem Steuermann zusammen, doch er hatte ihn noch nie so fassungslos erlebt.

„Ja, Kommandant. Ich habe alle Frequenzen ausprobiert und auch die Ortung über einen anderen Explorer kam zum gleichen Ergebnis.“

„Wissenschaftsdeck, Dr. Werns empfangen Sie ungewöhnliche Daten von der Planetenoberfläche?“, Mannheimer hoffte darauf, den verlorenen Explorer über eine Abtastung der Oberfläche mit der Sensor-Phalanx orten zu können.

„Werns hier.“, kam Sekunden Später die Antwort. „Der Boden enthält an einer Stelle Metalle, die es auf dem Planeten eigentlich nicht geben dürfte.“, nach einer kurzen Pause fuhr Werns fort: „Kommandant Mannheimer, einer der Explorer wurde komplett zerstört. Die Überreste befinden sich einige Meter unter der Erdoberfläche. Eine Riesige Kristallformation taucht immer wieder wie aus dem Nichts auf und verschwindet Sekunden später wieder unter der Oberfläche. Ihre Geschwindigkeit ist …“, es folgte eine kurze Unterbrechung, als Dr. Werns fortfuhr war seine Stimme nicht mehr als ein hauchen, „…atemberaubend.“



Mehrere Meter Schutt und Asche begruben ihn. Er empfing kein einziges Lebenszeichen eines anderen Calciten, doch er spürte die Präsenz eines enormen Kristallvorkommens, dass sich direkt auf ich zu bewegte. Es wurde von einer großen Masse eines unbekannten Materials transportiert. Er besaß keine Hülle mehr. Doch eine Stimme, die nicht der Brutstätte gehörte durchdrang seinen Kern. ICH BIN FREI! ICH BIN MÄCHTIG!



(1) Precalenta ist eine Eigenkreation und leitet sich vom lateinischen perquam lenta (extrem hart) ab

MfG Rayham Green
Zuletzt geändert von RayhamGreen am 10.07.2015, 09:03, insgesamt 7-mal geändert.
Ich könnte dir deine Überlebenschancen ausrechnen, aber du wärst nicht begeistert.
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Re: Die Vernichtung

Beitragvon Libelle » 10.03.2015, 23:00

Hallöchen,

ich habe mir deine Geschichte durchgelesen und finde, dass da viel drinsteckt, um eine tolle Geschichte daraus zu machen. Im Moment ist sie mir noch zu durcheinander geschrieben, aber ich denke, es handelt sich noch um die Rohfassung, oder?

Nachstehend lasse ich dir mal ein paar Anmerkungen da, die mir beim Lesen eingefallen sind. Ich hoffe, dass du damit etwas anfangen kannst.

RayhamGreen hat geschrieben:„Der Himmel wird uns auf den Kopf fallen!“, schon jetzt ärgerte er sich über diesen irrationalen Gedanken. „Für alles gibt es eine logische, wissenschaftliche Erklärung! Und hier lieg Sie quasi auf der Hand.“ (Absatz)
Vehement versuchte er die Stimme in seinem Kopf, die eine so abergläubische These geäußert hatte, zu rügen und eines Besseren zu belehren.

Keine Sorge, ich korrigiere hier jetzt nicht alle Schreibfehler. Aber bei »unrational« hat’s mich gewurmt. Ich gehe im Folgenden auch nicht mehr auf die Einzelheiten ein, da ich davon ausgehe, dass das hier die Rohfassung ist.

Wäre das meine Geschichte, würde ich das Ganze da oben streichen, weil ich derartige Selbstgespräche und Standardsprüche eher mit dummen Figuren assoziiere.
Den darauffolgenden Satz halte ich für einen interessanten Einstieg in die Geschichte: »Er trat nach draußen […]«

Aus der wabernden Masse rasten immer wieder Felsbrocken auf die Planetenoberfläche zu und zogen dunkele, bedrohliche schwarze Schlieren hinter sich her.

Mir gefiele an dieser Stelle eine Personifikation, die die wabernde Masse als Ungetüm darstellt. Also zum Beispiel »Die wabernde Masse spuckte immer wieder Felsbrocken« oder irgendwas anderes. Ansonsten fragt man sich, wieso Felsbrocken irgendwohin rasen. Die haben’s wohl eilig oder deren Navi funzt nicht richtig.

„Wenn nicht das hier, so wird der Aberglaube einst unseren Untergang bedeuten.“, sagte er laut, auch wenn keiner da war um Ihn zu hören und verließ vollends die neu geborene Stadt. Sie wuchs als Kristallformation aus dem Boden und hätte einmal vielen Calciten ein Zuhause bieten sollen. Doch noch war sie klein und kaum bewohnbar. Die größten der zahlreichen, schief in den Himmel ragenden Türme hatten erst eine Höhe von 20 bis 30 Metern. Kein Vergleich zu den Monolithen der Hauptstädte.

Komische Überblendung. Ich habe jetzt ehrlich gesagt den roten Faden verloren. Erst die Beschreibung dieser ominösen Wolke, dann geht es plötzlich um etwas ganz anderes. Wie steht beides im Zusammenhang?

In Ihrem Inneren reflektierten unzählige glatte, spiegelartige Flächen das blaue Licht in alle Richtungen und erzeugten somit, den auf der Tagseite des Planeten immerzu währenden Glanz.

Wieso wird nur blaues Licht reflektiert?

Wie in einem Alptraum schien er gefesselt, dazu verdammt mit anzusehen, wie die mehrere hundert Meter hohen Türme der Hauptstadt in sich zusammen vielen.

Versuch doch mal die actionreichen Sätze zusammenzufassen, anstatt sie stückchenweise dem Leser vorzusetzen. Ich denke nämlich, dass du im Moment viel Spannungspotential verschenkst.

Aber alles in allem finde ich deine Ideen gut. Würde ich die Geschichte zufällig bei Amazon entdecken, würde ich sie sogar lesen. (Vorausgesetzt sie ist gut geschrieben.)
»Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.«
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Re: Die Vernichtung

Beitragvon RayhamGreen » 11.03.2015, 10:42

Servus Libelle,

danke, dass du dir die Zeit genommen hast nach dem Lesen auch noch gleich einen Kommentar da zu lassen. Schön zu hören bzw. lesen, dass du Potential erkennst.

es handelt sich noch um die Rohfassung, oder?!


Ja, es ist noch sehr roh, quasi eine echte first edition, die open alpha.

Ich war jetzt schon länger nicht mehr aktiv hier, was auch sehr an der fehlenden Zeit lag. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen zum 1337. Beitrag wieder einzusteigen. Den habe ich aber scheinbar verpasst. :)
Bevor ich mich jetzt aber halzüberkopf wieder in mein Großprojekt stürze und am Ende doch wieder keine Zeit habe, was am Ende wieder schön die Motivation killt wollte ich nochmal mit etwas kleinem beginnen.

Die Geschichte ging mir Abends genau so durch den Kopf, lief wie ein Film ab. Am nächsten morgen habe ich sie eins zu eins, wie ich sie in Erinnerung hatte aufgeschrieben.



Aber bei »unrational« hat’s mich gewurmt.


Stimmt. Unrational hört sich echt falsch an.



Wäre das meine Geschichte, würde ich das Ganze da oben streichen, weil ich derartige Selbstgespräche und Standardsprüche eher mit dummen Figuren assoziiere.


Ja, auch da muss ich dir Recht geben. Schon beim aufschreiben und durchlesen bin ich immer wieder darüber gestolpert und habe überlegt, ob ich es nicht rausschmeißen soll. Bei dem Ersten Satz muss ich immer an Asterix denken und der hat mit dieser Geschichte mal rein gar nichts zu tun.
Sollte ich das hier wirklich ernsthaft weiter verfolgen wird dieser Teil früher oder später rausfliegen. Doch ich habe es erst einmal so aufgeschrieben, wie es mir abends durch den Kopf gegangen ist.



Mir gefiele an dieser Stelle eine Personifikation, die die wabernde Masse als Ungetüm darstellt. Also zum Beispiel »Die wabernde Masse spuckte immer wieder Felsbrocken« oder irgendwas anderes. Ansonsten fragt man sich, wieso Felsbrocken irgendwohin rasen. Die haben’s wohl eilig oder deren Navi funzt nicht richtig.


Naja, spucken gefällt mir jetzt weniger. Schleudern wäre evtl. besser, wenn man die "wabernde Masse" weiter personifizieren möchte.
Aber die Felsbrocken rasen, da sie mit einer Beschleunigung von über (wenn man davon ausgeht, dass der Planet größer ist als die Erde) einem "g" sprich 9,81m/s^2 über mehrere hundert Meter fallen. Wenn jetzt v=sqrt(2as) ist ... ;) Das wären schon bei einer Fallhöhe von nur 1000m ca. 500km/h. Aber das ist nur stark vereinfacht. Genau genommen müsste man noch die Stokes Reibung und so berücksichtigen, aber das gibt herrliche Differentialgleichungen.



Komische Überblendung. Ich habe jetzt ehrlich gesagt den roten Faden verloren. Erst die Beschreibung dieser ominösen Wolke, dann geht es plötzlich um etwas ganz anderes. Wie steht beides im Zusammenhang?


Einen direkten Zusammenhang zwischen der Wolke und dem Aberglauben gibt es nicht.
Ich merke auch selber, dass mir doch deutlich mehr Hintergrundinformationen aus irgendwelchen ominösen Quellen vorliegen. Woher ich das ganze Vorwissen nehme weiß ich auch nicht, ich führe noch kein Quellenverzeichnis im Kopf, sonst würde ich sagen lest euch dies und jenes durch, dann versteht ihr auch was ich meine. So werde ich versuchen, das ganz in meinen eigenen Worten in die Geschichte einzubauen.
Ich habe nur die Befürchtung, dass daraus eine Informationsflut entsteht, die die Handlung in den Hintergrund drängt.
Aber du hast schon recht, als Leser sucht man vermutlich noch vergeblich nach einem Zusammenhang.



Wieso wird nur blaues Licht reflektiert?


Das Licht wird beim Eindringen in den Kristall polarisiert.
Die Kristalle polarisierten das helle Licht des Weißen Riesen, den der Planet der Calciten umkreiste.
Da sollte ich evtl. ergänzen, dass es blau polarisiert wird.



Versuch doch mal die actionreichen Sätze zusammenzufassen, anstatt sie stückchenweise dem Leser vorzusetzen. Ich denke nämlich, dass du im Moment viel Spannungspotential verschenkst.


Wie genau meinst du das mit dem Zusammenfassen der Sätze? Etwa, dass sowas wie die "spuckende Wolke" und die kollabierende Stadt direkt hintereinander geschrieben wird?


MfG Rayham Green
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Re: Die Vernichtung

Beitragvon Libelle » 11.03.2015, 18:25

Ich muss gestehen, dass ich deinen Ausführungen kaum folgen kann, weil ich das Gefühl habe, dass du teilweise abschweifst. Das ist auch das Problem in deiner Geschichte.

Mit welcher Geschwindigkeit die Felsbrocken genau rasen ist meiner Ansicht nach irrelevant, denn es ging mir nur um den Ausdruck "rasen".

Duden hat geschrieben:(umgangssprachlich) sich ([wie] in großer Eile) sehr schnell fortbewegen; mit hoher Geschwindigkeit [irgendwohin] fahren


Die Felsbrocken fahren aber nirgendwo hin, sondern fallen einfach nur vom Himmel mit einem konkreten Ziel. Sie haben es auch nicht eilig. Sie stehen unter dem Einfluss der Gravitationskraft und den Rest der Wirkung hast du da ja schon »stark vereinfacht« geschildert.

RayhamGreen hat geschrieben:Woher ich das ganze Vorwissen nehme weiß ich auch nicht, ich führe noch kein Quellenverzeichnis im Kopf, sonst würde ich sagen lest euch dies und jenes durch, dann versteht ihr auch was ich meine.

Ich lese mir nichts durch, wenn ich einen Roman lese. Entweder die Geschichte ergibt Sinn oder sie ergibt keinen Sinn. Selbst mit Hintergrundwissen sind das zwei Paar Schuhe: einmal geht es um die Beschreibung der bedrohlichen Wolke, um Gefahr – dann finden die Typen urplötzlich im nächsten Moment Zeit, herumzuphilosophieren.

Das ist so, alsob ein x-beliebiger Superheld in eine actionreiche Schießerei verwickelt wäre und immer zwischendurch sein Gedanken im Text aufpoppen, wie er die Einkaufsliste für heute Abend durchgeht. Die Szene wird nicht besser, nur weil ich dir ans Herz lege, dir »Fachliteratur« (aka die Einkaufsliste) durchzulesen.
Sie wird vermutlich nur besser, wenn ich mich in der einen Szene nur auf die Schießerei, die Dramatik, die Reaktionen, die Folgen konzentriere und am Ende, wenn der Held seine Funktion innerhalb der Schießerei-Szene erfüllt hat, kann er sich wieder der Einkaufsliste und Sonstigem widmen.

Das meinte ich mit dem Zusammenfassen der actionreichen Sätze.
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Re: Die Vernichtung

Beitragvon RayhamGreen » 11.03.2015, 19:50

Hallo Libelle,


bitte verstehe mich nicht falsch.

Natürlich ist die Fallgeschwindigkeit der Felsbrocken irrelevant.
Das ich das da "vorgerechnet" habe war nicht ernst und schon gar nicht als Vorwurf gemeint! :D
Für mich bedeutete rasen einfach, wie auch der Duden sagt: sich (...) sehr schnell fortbewegen.
Aber da mir deine Idee, das Ganze weiter zu personalisieren sehr gut gefallen hat ist das "rasen" bereits heute Mittag raus geflogen. :)



Ich lese mir nichts durch, wenn ich einen Roman lese.


Richtig! Dann sind wir uns ja einig. :D
Denn im nächsten Satz:

So werde ich versuchen, das ganz in meinen eigenen Worten in die Geschichte einzubauen.


Was ich damit nur sagen wollte ist, dass dieser spontan niedergeschriebene Text für mich sehr wohl einen Sinn ergibt, dem Leser jedoch essentielle Informationen zum Verständnis einiger Szenen fehlen.
Ich behaupte nicht, dass die Geschichte durch lesen von Fachliteratur besser wird, auch empfehle ich niemandem solche Werke zu lesen. Außer natürlich den "Dubbel: Taschenbuch für den Maschinenbau" - das sind über 2000 Seiten geballte, faszinierende Fachliteratur, die jeder gelesen haben sollte! *Ironieaus*




Wie bereits einleitend erwähnt ist dieser Text kein Teil eines großen Ganzen. Ich habe zwar im Laufe des Tages bereits einige Ideen entwickelt, wie es weiter gehen könnte, doch bei der mir aktuell zur Verfügung stehenden Zeit ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich hieraus etwas deutlich Umfangreicheres entwickelt eher gering.
Jedoch habe ich bereits heute Mittag an einer überarbeiteten Version gebastelt, bei der ich zu allererst alle "philosophischen" Einschübe herausgenommen habe.


Nichts, was ich meiner Antwort auf deinen durchaus konstruktiven Kommentar geschrieben habe war als Angriff auf deine Person gemeint. Im Gegenteil, ich habe dir in den meisten von dir angesprochenen Punkten Recht gegeben und versuche bereits diese umzusetzten.



Mit freundlichsten Grüßen

Rayham Green
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Re: Die Vernichtung

Beitragvon rental » 12.03.2015, 20:35

Hey RayhamGreen,

ich habe mir deine Halbschlaf-Geschichte durchgelesen. :wink: Man merkt beim Lesen, dass du die Story spontan aufgeschrieben hast und ich fand es wegen der Knappheit der Geschichte etwas schwierig, mir das alles genau vorzustellen. Aber du hast ja darauf hingewiesen, dass dir die Geschichte sozusagen während dem Träumen eingefallen ist, da ist es natürlich nicht leicht, die Gedanken dann nach dem Aufwachen in Worte zu kleiden. Nichtsdestotrotz nachfolgend meine Meinung und Gedanken zu deinem Text.

„Der Himmel wird uns auf den Kopf fallen!“, schon jetzt ärgerte er sich über diesen unrationellen Gedanken. „Für alles gibt es eine logische, wissenschaftliche Erklärung! Und hier lieg Sie quasi auf der Hand.“, vehement versuchte er die Stimme in seinem Kopf, die eine so abergläubische These geäußert hatte zu rügen und eines Besseren zu belehren.

Das sind Gedanken des Protas? Dann würde ich keine direkte Rede verwenden, sondern die Gedanken kursiv setzen, das liest sich meiner Meinung nach besser und grenzt sie trotzdem noch genug vom restlichen Text ab. Bei "vehement" würde ich einen neuen Satz beginnen, ist eleganter, meiner Meinung nach.

Er trat nach Draußen auf die freie Ebene[,] um einen klaren Blick auf die Dinge zu erlangen, die dazu führten, dass es so schlagartig dunkel wurde.

"Draussen" schreibt man klein. Nach "um" kommt ein Komma.

Vom sonst so polychromatisch-weißem Himmel

"weissen" mit n, nicht mit m. Unter einem "polychromatischen Himmel" kann ich mir so rein gar nichts vorstellen. Kenne das Wort gar nicht. Was bedeutet es?

Aus der wabernden Masse rasten immer wieder Felsbrocken auf die Planetenoberfläche zu und zogen dunkele, bedrohliche schwarze Schlieren hinter sich her.

"dunkle" anstatt "dunkele". Dann würde ich das "e" bei "bedrohliche" weglassen. Ansonsten hast du drei Adjektive in Folge, die alle mit Komma getrennt werden müssen und das liest sich gar nicht schön. Ich finde sowieso, du hast bisher einen ziemlichen Adjektive Overkill in deinem Text. Auch kann ich mir an dieser Stelle kein klares Bild der Situation machen, ich weiss nicht genau, was jetzt da wirklich abgeht.

„Wer oder was hat die Macht dazu solches Unheil anzurichten?“, der Schock über die enorme Zerstörungsgewalt schien Ihn zu lähmen.

Das Wort "schien" ist meiner Meinung nach überflüssig, denn entweder lähmte der Schock ihn oder nicht.

Er lief mit klirrenden Lauten schreiend auf Ihn zu, „Die Götter bestrafen deinen Unglauben!“

Wieso ist "Ihn" hier gross geschrieben? Und vor der direkten Rede sollte ein Doppelpunkt stehen, kein Komma.

Wie in einem Alptraum schien er gefesselt, dazu verdammt mit anzusehen, wie die mehrere hundert Meter hohen Türme der Hauptstadt in sich zusammen vielen.

Wie in einem Alptraum gefesselt? Der Vergleich hinkt etwas, finde ich. Da findest du bestimmt was besseres. Auch kommt wieder das Wort "schien" vor, wie schon ein paar Mal zuvor. Würde ich weglassen. Ausserdem schreibt man hier "fielen" und nicht "vielen". Hat ja nichts mit einer Anzahl zu tun.
Ausserdem: Ist der Prota nicht in der Nähe der noch jungen Stadt, wo die Türme nur so 20 bis 30 Meter hoch sind? Hier schreibst du plötzlich von der Hauptstadt mit ihren Monolithen.

Auch er ließ seine Stimme jene klirrenden Laute ertönen, „Euer Zwietracht säender Götterglaube wird euer Niedergang sein!“

Dasselbe wie schon weiter oben, vor der direkten Rede kommt ein Doppelpunkt.

Der Energiestrahl schoss auf den Planeten zu und schlug unweit von Seiner Position ein.

"Seiner" wird klein geschrieben.

Die enorme Druckwelle ließ seinen kristallinen Körper zerbersten und schleuderte die feinen Splitter, wie die einer explodierenden Granate davon.

Nach Granate müsste noch ein Komma kommen, um den Satz korrekt zu machen. Das liest sich dann aber schrecklich. Den Satz am besten umstellen oder anders formulieren.

An der Stelle, an der der Strahl

2x "An der" und 3x "der" auf engstem Raum, liest sich holprig und schlecht.

der Strahl die Oberfläche getroffen hatte[,] quoll nun Lava

Komma.

Schutt und Aschen

Ohne "n" klingt es besser.

Fazit:
Kurzer Text, einige Fehler. Viel mehr eine Situationsbeschreibung, als etwas anderes. Leider schreibt der Autor zu kurz und unausführlich, als dass ich mir etwas darunter vorstellen kann. Es geht eine Welt unter, warum und wieso bleibt im Dunkeln, wie auch die Bewohner dieser Welt. Ich persönlich kann mit der Geschichte nicht viel anfangen. Wird das Ganze mehr ausformuliert, könnte es eventuell was werden.

Bis dahin:

LG,
rental
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Re: Die Vernichtung

Beitragvon RayhamGreen » 13.03.2015, 11:22

Hey rental,


vielen Dank für deinen Kommentar.

Die Knappheit der Geschichte und die Schwierigkeit sich das ganze vorzustellen fällt mir auch immer mehr auf, je weiter dieser Halbschlaf in die Vergangenheit rückt. Ich suche daher im Moment nach neuen Worten, die dem Leser dabei helfen meine Gedanken besser nachzuvollziehen.



Bei polychromatischem Licht ist die Verteilung der Wellenlängen kontinuierlich, man kennt es auch aus weißes Licht. Es ist also ein sehr reines weiß, aber bevor ich hier weiter physikalische Gesetze erkläre tausche ich es eventuell einfach durch "leuchtend weiß" oder "strahlend weiß" aus um es ein wenig eindeutiger zu gestalten.
Ich fand eigentlich, dass es sich ganz gut anhörte, doch wenn es eher zur Verwirrung, als zum Verständnis dient ist das kontraproduktiv.



Wie in einem Alptraum gefesselt


Damit wollte ich eigentlich das Gefühl ausdrücken, dass man hat, wenn man in einem Alptraum rennen will, aber egal wie sehr man sich anstrengt einfach nicht, oder nur sehr langsam vom Fleck kommt. Werde das noch anders formulieren.



Ausserdem schreibt man hier "fielen" und nicht "vielen". Hat ja nichts mit einer Anzahl zu tun.


Ja, so etwas passiert mir leider immer wieder, wenn ich schnell Texte schreibe. Es ist ja nicht so, dass ich den Unterschied zwischen "vielen" und "fielen" nicht kennen würde, auch habe ich beide Worte schon tausend Mal geschrieben, nur leider fällt mir so etwas beim lesen nie, oder nur selten auf. Letztens erst habe ich beim lesen eines von mir schnell formulierten Textes gesehen, dass ich Gymnasium mit "ü" geschrieben habe, obwohl ich Jahre lang auf eins gegangen bin. Da will man sich am liebsten die Hand vor den Kopf hauen. In der Schule hatte ich noch eine "Sonderbehandlung" wegen "Lese-Rechtschreib-Schwäche", aber die gibt es im echten Leben nicht mehr mehr.



Ausserdem: Ist der Prota nicht in der Nähe der noch jungen Stadt, wo die Türme nur so 20 bis 30 Meter hoch sind? Hier schreibst du plötzlich von der Hauptstadt mit ihren Monolithen.


Das bezieht sich auf eine Stelle ein paar Sätze vorher

... den auf der Tagseite des Planeten immerzu währenden Glanz.

Am Horizont konnte er beobachten, wie die massiven Türme einer der Hauptstädte diese ewige Konstante verloren und erloschen.


Ist vielleicht nicht ganz eindeutig welche Stadt jetzt gemeint ist.



Fazit:
Kurzer Text, einige Fehler. Viel mehr eine Situationsbeschreibung, als etwas anderes. Leider schreibt der Autor zu kurz und unausführlich, als dass ich mir etwas darunter vorstellen kann.


:D Du sprichst mich persönlich an und schreibst dann von mir in der dritten Persohn als "der Autor"? :D Finde ich irgendwie amüsant und hat mich zum Schmunzeln gebracht.


Es geht eine Welt unter, warum und wieso bleibt im Dunkeln, wie auch die Bewohner dieser Welt. Ich persönlich kann mit der Geschichte nicht viel anfangen. Wird das Ganze mehr ausformuliert, könnte es eventuell was werden.


Ich arbeite dran. :D Vielen Dank für deine Hilfe. Auf die einzelnen Rechtschreibfehler bin ich jetzt nicht genau eingegangen, da ich im Moment eh nochmal einiges umschreibe.



MfG
Rayham Green
Ich könnte dir deine Überlebenschancen ausrechnen, aber du wärst nicht begeistert.
-Marvin
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Re: Die Vernichtung

Beitragvon Bernd » 27.06.2015, 15:58

Hallo Rayham,

"bizarr", "wirr", "surrealistisch"... das waren so die ersten Beschreibungen, die mir durch den Kopf gingen, als ich Deine Geschichte las. Ich musste sie allerdings zweimal lesen, um sie zu verstehen. Dass zum Beispiel das ganze aus Sicht von irgendwelchen Kristallen erzählt wird, hab ich erst spät geblickt. Insgesamt ist das ganze natürlich sehr bildhaft und phasenweise gibt wenig Handlung. Die Sätze, die die Figuren sagen, scheinen wie in einem modernen Theaterstück einfach mal in den Raum gerufen zu werden. Sprachlich oft etwas zu sehr gewollt und dadurch künstlich statt elegant. Insgesamt nicht schlecht, aber auch noch nicht gut. Im Detail:

RayhamGreen hat geschrieben:Es sind nur ein paar wirre, spontane Gedanken. Noch im absoluten Rohzustand, noch nicht überarbeitet.
Vielleicht ist das das Problem. Eine spontane Geschichte im Rohzustand taugt kaum dazu, präsentiert zu werden. Oder sein Können zu zeigen. Oder dazu, vernünftige Rückmeldung zu erhalten. Wenn Du selber sagst, die Geschichte könntest Du erst mal ausarbeiten bzw. verbessern, dann tue das doch bitte! (Ansonsten komm ich mir als Rezensent hier vor wie der "Depp", dem es überlassen wird, aus wirren Gedanken eine gute Geschichte zu basteln.) Auch auf Rechtschreibfehler will ich nicht eingehen, das kannst Du zu über 90% mithilfe jedes Schreibprogramms selbst korrigieren.

RayhamGreen hat geschrieben:„Der Himmel wird uns auf den Kopf fallen!“, schon jetzt ärgerte er sich über diesen unrationellen Gedanken. „Für alles gibt es eine logische, wissenschaftliche Erklärung! Und hier lieg Sie quasi auf der Hand.“, vehement versuchte er die Stimme in seinem Kopf, die eine so abergläubische These geäußert hatte zu rügen und eines Besseren zu belehren.
Beim ersten Satz denke ich natürlich gleich an Asterix, beim Teutates. Sorry, aber diese Assoziation ist naheliegend. Auch da unken immer alle (außer dem vernünftigen Asterix) rum, der Himmel würde ihnen auf den Kopf fallen; denn das ist schließlich das Einzige, vor dem ein Gallier angst hat! :D

Dann "irrational" statt "unrationell". (Hat schonmal jemand angekreidet, Du hast es aber noch nicht korrigiert.)

Dir muss klar sein, dass ich als Leser noch keine Ahnung habe, in welche Szenerie ich geworfen werde. Anhand dieser ersten Zeilen kann ich mir noch wenig vorstellen. Über die Hauptfigur erfahre ich, dass sie mit einer Stimme in ihrem Inneren hadert. (Anbei fände ich es eleganter, innere Monologe als Gedanken durch Kursivschrift auszudrücken, statt durch Anführungszeichen. So sieht es aus, als sage hier jemand etwas laut.) Leider bin ich unsicher, ob der Satz mit dem Himmel auf dem Kopf und der Satz mit der wissenschaftlichen Erklärung hier von der selben Kopfstimme stammen, oder nur das erste von der Stimme und das zweite von der Figur selbst. Denn inhaltlich wird irgendwas als abergläubisch bezeichnet. Aber was? Die Existenz wissenschaftlicher logischer Erklärungen? Ich finde das verwirrend. Falls es zwei Stimmen bzw. eine Innere und seine echte Stimme sind, vielleicht besser so:

Der Himmel wird uns auf den Kopf fallen! Schon jetzt ärgerte er sich über diesen irrationalen Gedanken. Vehement versuchte er die Stimme in seinem Kopf, die eine so abergläubische These geäußert hatte zu rügen und eines Besseren zu belehren: „Für alles gibt es eine logische, wissenschaftliche Erklärung! Und hier lieg Sie quasi auf der Hand.“

RayhamGreen hat geschrieben:Er trat nach Draußen auf die freie Ebene um einen klaren Blick auf die Dinge zu erlangen, die dazu führten, dass es so schlagartig dunkel wurde.
So, wie Du es schreibst, klingt es, als würde es regelmäßig (z.B. jeden Abend) schlagartig dunkel werden. Dass es "jetzt" schon dunkel ist, kann nicht vorausgesetzt werden. Da es offenbar vor der Erzählzeit dunkel geworden war, und das offenbar einmalig und was besonderes ist solltest Du das auch so ausdrücken:

Er trat nach draußen auf die freie Ebene, um einen klaren Blick auf die Dinge zu erlangen, welche dazu geführt hatten, dass es so schlagartig dunkel geworden war.

Im übrigen fühle ich mich von der Szenerie bislang noch unsicher, wo das ganze spielt. Es könnte ein Wald sein, oder ein Dorf. Jedenfalls gibt es ein "draußen" (also auch ein "drinnen") und eine freie Ebene.

RayhamGreen hat geschrieben:Dichte, tiefschwarze Wolken aus Asche und Staub zogen wie ein unvorstellbar großer Insektenschwarm unaufhaltsam in seine Richtung. Vom sonst so polychromatisch-weißem Himmel war bereits nicht mehr viel zu sehen. Aus der wabernden Masse rasten immer wieder Felsbrocken auf die Planetenoberfläche zu und zogen dunkele, bedrohliche schwarze Schlieren hinter sich her.
Ok, ich weiß nicht, was ein "polychromatisches weiß" ist, aber davon abgesehen finde ich den Absatz sehr cool! Endlich bekomme ich ein paar Infos über das Setting. Ich denke an einen Vulkanausbruch oder ähnliches. Nur der Begriff "Planetenoberfläche" stört mich, da wir nicht vom Weltall aus auf den Planeten herabblicken, sondern von dort hinauf. Also vielleicht einfach "Boden" o.ä.

RayhamGreen hat geschrieben:„Wenn nicht das hier, so wird der Aberglaube einst unseren Untergang bedeuten.“, sagte er laut, auch wenn keiner da war um Ihn zu hören und verließ vollends die neu geborene Stadt.
Joah, das ist jetzt einer der Sätze mit denen ich erst mal wenig anfangen konnte. Warum philosophiert die Stimme über Aberglaube angesichts der Gefahr? Warum redet er überhaupt, wenn da niemand sonst ist? Und was soll das mit der neugeborenen Stadt? "Neugeboren", nicht "jung", "neu errichtet", "vor kurzem gegründet", "aus dem Boden gestampft" oder "gerade erst gebaut", sondern "neu geboren"... während mich die ersten beiden Fragen eher verwirren, sorgt die letzte für Spannung: Ich will mehr über die Stadt wissen...

RayhamGreen hat geschrieben:Sie wuchs als Kristallformation aus dem Boden und hätte einmal vielen Calciten ein Zuhause bieten sollen. Doch noch war sie klein und kaum bewohnbar. Die größten der zahlreichen, schief in den Himmel ragenden Türme hatten erst eine Höhe von 20 bis 30 Metern. Kein Vergleich zu den Monolithen der Hauptstädte.
... und da kommt die Antwort. Also das Volk, die "Calciten", züchtet auf diesem Planeten seine Städte irgendwie aus Kristallen. Die lässt es wachsen und bewohnt diese gewachsenen Strukturen dann. Gute Idee. Aber so richtig vorstellen kann ich mir da noch nichts.

RayhamGreen hat geschrieben:Die junge Stadt schien blau zu leuchten. Die Kristalle polarisierten das helle Licht des Weißen Riesen, den der Planet der Calciten umkreiste. In Ihrem Inneren reflektierten unzählige glatte, spiegelartige Flächen das blaue Licht in alle Richtungen und erzeugten somit, den auf der Tagseite des Planeten immerzu währenden Glanz.
blaues Licht von einem weißen Riesen? Müssten die Kristalle, sofern es transparente Gebilde sind, das Licht nicht eher aufspalten in all seine Regenbogenfarben?

Übrigens passiert hier an Story im Moment nix, auch wenns schön geschrieben ist! Einen besseren Mix aus Handlung und Beschreibung fände ich wünschenswert.

RayhamGreen hat geschrieben:Am Horizont konnte er beobachten, wie die massiven Türme einer der Hauptstädte diese ewige Konstante verloren und erloschen. Ohne das Licht der Sonne waren Sie machtlos. Schutzlos ausgeliefert.
Komischer Satz: "Am Horizont konnte er beobachten, wie (...)" ist was anderes, als "Er konnte beobachten, wie am Horizont (...)" Kommt halt auf die Position des Protagonisten an. Gibt es mehrere Hauptstädte? Wenn ja, kann er mehrere Hauptstädte sehen? Wow! Die müssen ja kleine Länder haben! Und warum sind die Städte schutzlos? (Schutz wovor?) Dass sie nicht mehr glänzen, ohne Licht, ok, aber schutzlos?

RayhamGreen hat geschrieben:Ohne Licht würde er zu einer regungslosen Skulptur erstarren. Sein Kern benötigte die Kraft der Sonne oder einer alternativen Lichtquelle. Sein Kern war sein Keimbildner, der Ursprung seines Lebens. Vor Jahren hatten andere, ältere Calciten seinen Keimbildner von der Zuchtstation separiert und Ihn draußen in den dunkelbraunen, fast schwarzen, mineralhaltigen Boden ausgesetzt. Hier war er gewachsen um eines Tages in eine der Städte zurück zu kehren. Sein Kern barg die Intelligenz. Die Kristalle, nach seinen Ansprüchen geformt, waren nur eine Hülle.
Und jetzt wird es seltsam: Die Informationen, die ich mir bislang über "ihn" (dessen Name offenbar nicht genannt werden kann) zusammengereimt habe ist die, dass er einem Volk Namens "Calciten" angehört, die Städte aus Kristallen züchten und deren Existenz gerade von rauchenden Gesteinsbrocken bedroht wird. "Er" kann sehen, denken, sprechen und laufen. Nun wird aus dem irgendwie humanoiden Wesen in meiner Vorstellung plötzlich etwas mit Kern und Keimbildern, der ohne Licht erstarrt... und jetzt glaube ich zu verstehen, dass das Wesen selbst auch ein Kristall ist! Oder doch nicht? Und die Stadt ist die Hülle für ihn? ... Hm, sehr fremd, schwer vorzustellen...

RayhamGreen hat geschrieben:„Wer oder was hat die Macht dazu solches Unheil anzurichten?“, der Schock über die enorme Zerstörungsgewalt schien Ihn zu lähmen. Ein anderer Calcite kam aus der jungen, nur noch schwach glimmenden Stadt. Er lief mit klirrenden Lauten schreiend auf Ihn zu, „Die Götter bestrafen deinen Unglauben!“ Er rannte, doch kam nicht mehr vom Fleck. Wie in einem Alptraum schien er gefesselt, dazu verdammt mit anzusehen, wie die mehrere hundert Meter hohen Türme der Hauptstadt in sich zusammen vielen.
Ähm, die Türme "fielen". Vielleicht fielen viele, aber nicht umgekehrt.

Und wieder eine Selbstgespräch-Frage, von der ich nicht weiß, ob "er" sie ausspricht, oder nur denkt. Meine Vulkanausbruch-Theorie ist wohl hinfällig, wenn er sich so was fragt. Offenbar gab es das noch nie.

Die angedeutete Wissenschaft-gegen-Aberglaube-Komponente wird hier weder immer wieder kurz angerissen. Ich denke, Du solltest das entweder ordentlich thematisieren (gute Dialoge oder so), oder weglassen. Diese knappen Einwürfe hierzu wirken wie billige Effekte.

RayhamGreen hat geschrieben:Ein Schmerz durchzog seinen Kern. Er war nicht mehr in der Lage auch nur die kleinste Bewegung zu vollführen, egal wie sehr er sich anstrengte. Eine der Brutstädte war zerstört worden.
Brutstätte oder Brutstädte? Letzteres ist vielleicht als netter Wortwitz gemeint, wirkt auf mich aber wie ein Fehler.

RayhamGreen hat geschrieben:Der sonst so erhabene blaue Glanz der Stadt war nunmehr ein orange-rotes glimmen in der Dunkelheit.
Wo kommt denn das Orange-rot her? Brennt da was? Explodieren die Kristalle nach dem Zusammenbruch hollywoodartig in einem glühenden Feuerball?

RayhamGreen hat geschrieben:Ein gleißender Stahl riss ein Loch in die geschlossene Wolkendecke und im nun blendenden Licht der Sonne waren die Umrisse eines gewaltigen Schiffes zu sehen. Das Leben kehrte in seinen erstarrten Körper zurück. Auch er ließ seine Stimme jene klirrenden Laute ertönen, „Euer Zwietracht säender Götterglaube wird euer Niedergang sein!“ Der Energiestrahl schoss auf den Planeten zu und schlug unweit von Seiner Position ein. Die enorme Druckwelle ließ seinen kristallinen Körper zerbersten und schleuderte die feinen Splitter, wie die einer explodierenden Granate davon.
Aha, Außerirdische also. Oder irgendwelche anderen Calciten? Sag mal, warum ruft er diesen Spruch? Gegen wen? Ansonsten frage ich mich, warum die Aliens oder werauchimmer erst die rauchenden Steinbomben werfen. Warum setzen die nicht gleich ihren Super Energiest(r)ahl ein?

RayhamGreen hat geschrieben:An der Stelle, an der der Strahl die Oberfläche getroffen hatte quoll nun Lava in einem heißroten Strom aus dem Planeteninneren, bevor mit einer gewaltigen Explosion Felsbrocken, Schutt und Aschen in die Atmosphäre gespuckt wurden.

Der Untergang der jungen Stadt war besiegelt.
Na, also wenn Du mich fragst, war der Untergang der Stadt schon besiegelt, als die ersten Türme der Hauptstädte fielen. Spätestens die Druckwelle hätte die Stadt weitgehend zerstören müssen. Was hier besiegelt ist, ist der Untergang des ganzen Planeten!!!

So, naja, also im großen und ganzen nicht schlecht, aber für meinen Geschmack noch zu wenig Handlung, zu unklare Informationen über die Gestalt der Figuren. Bitte nochmal überarbeiten! Dann gerne wieder.

Grüße
Bernd
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Re: [Überarbeitet] Die Vernichtung

Beitragvon RayhamGreen » 10.07.2015, 09:12

Hallo Zusammen,


Nachdem ich in den letzten Wochen und Monaten viel zu tun hatte, war die Geschichte/Situationsbeschreibung schon fast in Vergessenheit geraten.
Durch Bernds Kommentar stand der Text, als ich in einer freien Minute nochmal im Forum war allerdings wieder an erster Stelle, sodass ich mich doch nochmal hingesetzt und versucht habe eine Überarbeitung zu schreiben.


Einiges aus den Kommentaren war durchaus sehr hilfreich für mich.

So sind zum Beispiel alle philosophischen Einschübe, die kritisiert wurden und auch mich störten komplett raus geflogen.


Außerdem hat die Geschichte nun einen Rahmen bekommen, der aus der Sicht von Menschen geschrieben wurde. Dadurch erhoffe ich mir, dass alles etwas verständlicher wird.
Da man sich am Anfang jetzt in einer etwas vertrauteren Umgebung befindet fällt einem hoffentlich der Einstig leichter. (Zumindest leichter als in die "surreale" Welt, wie sie recht treffend beschrieben wurde)
Hier bin ich gespannt auf eure Rückmeldung, ob mir das einigermaßen gelungen ist.

Einige Stolpersteine, wie z.B. das polychromatische Licht wurden zur besseren Verständlichkeit raus genommen.

An einigen Stellen könnte man den Rahmen noch weiter ausformulieren, mehr Handlungen einflechten und die einzelnen Personen,sowie ihre Umgebung genauer beschreiben. Doch habe ich es erstmal dabei belassen, da es sonst doch sehr lang geworden wäre.


Ich freue mich auf eure Meinungen und über jede offene, konstruktive Kritik.


MfG Rayham Green
Ich könnte dir deine Überlebenschancen ausrechnen, aber du wärst nicht begeistert.
-Marvin
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Re: [Überarbeitet] Die Vernichtung

Beitragvon Pferdinand » 23.07.2015, 12:14

Hey Mister RG,
Ich finde deine Geschichte stellt eine äußerst interessante Idee dar. Deshalb, und da du wirklich daran interessierst wirkst, noch den ein oder anderen Kniff dazu zu lernen, habe ich beschlossen, dir diesen ausführlichen Kommentar vorzusetzen.
um den Inhalt und Möglichkeiten meinen Schreibstil zu verbessern.

Darauf werde ich mich vor allem konzentrieren. Ich schreibe so, als würde ich einen meiner eigenen Texte kommentieren, also hart und skrupellos, werde meine Meinung jedoch stets begründen, so dass du selbst urteilen kannst, wann du mir zustimmst und wann nicht.
Die folgende Übersicht ist weniger eine Bewertung, als eine Einstufung, an welchen Bereichen dein Text meiner Meinung nach noch Verbesserungspotential innehat.


Pferdinands Potentialdiagramm
- Titel: ■■■■■
- Einstieg: ■■■■
- Handlung: ■■■■
- Charaktere: □□□□
- Spannung: ■■□□□
- Stil: ■■■□□
- Gesamteindruck: ■■■□□

Umfassend
(1) Gesamteindruck
Wenn ich einen Text lese, dann hinterlässt er bei mir ein bestimmtes Gefühl. In diesem Fall ist es kein sehr spezifisches oder intensives Gefühl, sondern mehr ein unklarer Nebel, mit einer kleinen Komponente die „gute Idee“ herüberflüstert. Um es in Worten deiner Geschichte zu sagen: Der Kern ist vorhanden und lebendig, aber ihm fehlt noch die Energie um durch die kristalline Schale der Geschichte zu scheinen. Worte stellen eine Fensterscheibe zum Kern einer Geschichte dar und ich möchte dir helfen, dieses Glas zu polieren.

(2) Titel
Der Titel gefällt mir und zieht mich in die Geschichte hinein. Ich weiß noch nicht um was es geht, aber es schreckt mich auch ab.
Auch nach dem Lesen wirkt der Titel passend.

(3) Einstieg
Der Einstieg zieht mich in die Geschichte hinein und klärt mich auf, dass es vermutlich um eine Weltraumgeschichte geht. Wir befinden uns auf einem Schiff und scannen einen Planeten. Einige stilistische Stolpersteine, siehe (5).

(4) Rechtschreibung
Ein paar kleine Komma- und Tippfehler, nichts gravierendes. Wie gewünscht keine Exkursionen hier.


(5) Anmerkungen zu Formulierungen und Inhalt
„Wissenschaftsdeck, ich verlange einen sofortigen Bericht über die Auswertungen des interplanetaren Scans vom Planeten Alpha-136C!“, der Oberkörper des Kapitäns war groß auf einer der vielen Bildwände im Kontrollraum der Scanner-Phalanx erschienen.

Du verwendest Terminologie, die das Setting der Geschichte klar macht und mir als Leser sagt woran ich bin (Wissenschaftsdeck, interplanetar, Alpha-136C, Kapitän, Kontrollraum, Phalanx). Gefällt mir.
Praktisch gibt es hierbei jedoch einige Hürden:

„Wissenschaftsdeck“: Das der Kapitän den Decknamen erwähnt macht nur Sinn, wenn die Botschaft auf alle Decks gesendet wird, damit die Wissenschaftler wissen, wer gemeint ist. Wahrscheinlicher wäre es, dass er seinen Untergebenen direkt anspricht. Klar, du möchtest mitteilen, dass es um Wissenschaft geht, aber das wird auch durch den Kontext und den „Dr.“ klar.
Außerdem gibst du hier zwei Ortsangaben: Wissenschaftsdeck und Kontrollraum der Scanner-Phalanx. Zum Zwecke der Klarheit würde ich dafür plädieren, dich für eine zu entscheiden.
Dann beschreibt sich dein Kapitän in seiner wörtlichen Rede selbst. Praktisch schreibst du zweimal das gleiche, in eine wörtliche Rede eingebaut: ‚Der Kapitän verlangte einen sofortigen Bericht über die Scans‘ und „Was haben die Auswertungen des Scans ergeben?“

„interplanetar“: Das heißt ‚zwischen den Planeten‘. Klingt zwar gut, macht aber keinen Sinn wenn es nur um einen Planeten geht. Wenn: intraplanetar

„Scans vom Planeten Alpha-136C“: Wenn du deinen Kapitän als etwas ungebildet darstellen möchtest ist das okay, ansonsten würde ich vorschlagen „Scans des Planeten Alpha-136C“ zu verwenden (Dativ ist dem Genitiv sein Tod, und so). Das es um einen Planeten geht, hast du allerdings exakt 3 Worte vorher bereits erwähnt (interplanetar). „intraplanetare Scans von Alpha-136C“ tun es auch. Alternative: „Auswertungen der Planetenstruktur-Scans von Alpha-136C“
Das spart dir die Dopplung, macht trotzdem klar, dass es um einen Planeten geht und du musst nicht zweimal Genitiv einbauen.

Zum zweiten Teil: Warum erscheint der „Oberkörper des Kapitäns“. Klar, genaugenommen ist das richtig, aber praktisch stelle ich mir bei diesem Wort erst einmal seinen Torso vor, mit von der Bildwand abgeschnittenen Kopf. Um ungewollte komedische Vorstellungen in dein Köpfen deiner Leser zu vermeiden, würde ich empfehlen, entweder „den Kapitän“ erscheinen zu lassen, oder „das Gesicht des Kapitäns“
„groß auf einer der vielen Bildwände“: Das ist jetzt Haarspalterei, aber diese Formulierung kannst du entkomplizieren. „Auf der größten Bildwand“ sagt auch aus, dass es groß ist und, dass es noch weitere Bildwände gibt. Aber es beschäftigt die geistigen Ressourcen deines Lesers weniger damit, die Formulierung zu verstehen, so dass mehr Arbeitsspeicher des Gehirns dafür übrig ist, sich eine bildliche Vorstellung zu machen.

Darauf aufbauender Verbesserungsvorschlag:
„Werns, die Berichte über die Planetenstruktur-Scans von Alpha-136C sind noch immer nicht eingetroffen!“, der Kapitän war mit einem missbiligenden Blick auf der größten Bildwand im Kontrollraum der Scanner-Phalanx erschienen.

Du sparst dir die Dopplungen, vermittelst dieselben Inhalte und charakterisierst gleichzeitig den Kapitän durch (a) sein Erscheinen und (b) wird man im nächsten Satz sehen, dass die korrekte Ansprache Dr. Werns lautet und der Kapitän demnach offenbar etwas weniger Respekt aufbringt.

Dr. Werns aktivierte seinerseits die Bildübertragung. „Sir, wie wir den Scans entnehmen konnten besitzt der Planet eine Tagseite, auf der immer die Sonne scheint und eine Nachtseite. Auf der Tagseite gibt es wie bereits vermutet große Mengen des seltenen Materials Precalenta (1).

Okay, dass eine Seite stets in der Sonne ist scheint für den weiteren Verlauf der Geschichte von Bedeutung zu sein, und im Rahmen einer SciFi Story kann ich das akzeptieren.
Aber: Was für Scans benötigt man bitte, um festzustellen, dass der Planet stets mit einer Seite zur Sonne steht. Sollte man das nicht durch Beobachtung feststellen können? Wenn das halbwegs kompetente Wissenschaftler sind, sollten sie nicht extra bis in die Umlaufbahn des Planeten fliegen müssen, um festzustellen, was die Sonnenseite ist.

=> Sir, wie wir den Scans entnehmen konnten, befinden sich … auf der sonnenzugewandten Seite des Planeten/auf der Seite des Planeten, die stets der Sonne zugewandt ist.
„des seltenen Materials“: Das ist nicht etwas, was Werns dem Kapitän erklärt, sondern was du dem Leser erklärst. In wörtlicher Rede ist das wie ein Elefant am Nordpol – etwas fehl am Platz. Dass es ein seltenes Material ist, kann sich der Leser übrigens denken, wenn man extra mit einer gigantischen Flotte zu einem Planeten fliegt, nur um es abzubauen ;)

Die Fußnote ist hoffentlich nur für Kommentatoren hier gedacht, aber auch unnötig. Dass du dir den Begriff ausgedacht hast wird auch so klar, und was er exakt bedeutet, das muss ich eigentlich nicht wissen. Er klingt überzeugend, das genügt mir.

Wenn du Information einbringen willst, dann kannst du Precalenta bezeichnen:
Sir, wie wir den Scans entnehmen konnten, befinden sich gewaltige Vorkommen von Precalenta-Kristallen auf der sonnenzugewandten Seite des Planeten.

Ich weiß nicht was Precalenta genau ist, aber wohl eher Kristalle oder ein Metal, als ein „Material“.

Es existieren keinerlei Anzeichen von Technologie, oder einer Zivilisation auf dem Planeten. Den Daten zufolge scheint er komplett tot zu sein. Für nähere Informationen muss ich jedoch die Ergebnisse des Orbitalscans abwarten.

„unbelebt“ würde ich eher aus dem Mund eines Wissenschaftlers erwarten als „tot“. Es sei denn der Planet ist kürzlich verstorben.

Abgesehen davon kommt hier nochmal deine Vorliebe zu Tage, Dinge in zweifacher Form auszudrücken. Beide Sätze haben den gleichen Inhalt. Wenn überhaupt stellt der erste eine Ausführung des zweiten dar.
Im letzten Satz würde ich „ich“ durch „wir“ ersetzen, da der Wissenschaftler weniger aus der Ego-Perspektive, sondern mehr aus einer größeren Sichtweise zu denken scheint.

„Für nähere Informationen“ ist eine abstrakte Formulierung, die ironischerweise keinerlei Informationen vermittelt. Auch gibt sie dem Leser nichts vorstellbares, außer einem räumlichen Indikator (näher), der in abstraktem Kontext verwendet wird (bezogen auf Informationen).


Hier kannst du dir als guter Schriftsteller einen wahrnehmungspsychologischen Effekt zunutze machen, der allgemein nicht sehr bekannt ist, deswegen erkläre ich es hier kurz:

Beim Schreiben versuchst du mit Worten bei deinem Leser Bilder, Gefühle und andere Empfindungen hervorzurufen. Desto plastischer der Leser empfindet, desto besser ist dir dies gelungen. Stell dir das wie bei einem Vortrag eines Uniprofessors vor: Wenn er abschweifend und abstrakt redet, dann wirkt dein Kopf irgendwann wie bewölkt und du kannst nicht mehr folgen. Wenn er jedoch präzise und mit angenehmer Rhetorik spricht, so kannst du dich gut in seinen Vortrag hineinversetzen.

Genauso ist das in einem Text. Jeder Text hat einen gewissen „Nebel“. Dieser Nebel besteht aus Formulierungen und Inhalten, die für unser Gehirn nicht direkt vorstellbar sind, die eine höhere kognitive Kapazität benötigen als andere. Diese Kapazität ist begrenzt. Desto mehr du solche Inhalte davon in deinem Text hast, desto unklarer und schwacher werden zugleich die Bilder und Gefühle, die du hervorrufst. Deshalb willst du deinen Text so „rein“ wie möglich halten. Bei den meisten ist das Intuition, weshalb man dann oft sagt „entweder jemand hat das Talent zum Schreiben, oder er hat es nicht“. Es kann jedoch auch heißen, dass man einfach keine Ahnung von den Prinzipien hat, die einem guten Text zu Grunde liegen. Verstehst du diese Mikro-Prinzipien (durch vergleichen von „guten“ Texten mit „schlechten“), wird „Talent“ lernbar.

So, nun lassen sich abstrakte Formulierungen aber nicht immer vermeiden. Wenn du sie verwendest, dann willst du sie dir wenigstens zunutze machen. In diesem Beispiel ist „nähere Informationen“ nicht nützlich, da es um Informationen bereits geht und „nähere“ hat keine besondere Ausstrahlung oder Aussage. Verwendest du hingegen „um sicher zu sein“, dann hast du immer noch eine abstrakte Formulierung. Diese ist jedoch zugleich „nützlich“: Die eigentliche Aussage ist „um sicher zu sein, dass unsere Informationen stimmen“. Gleichzeitig schwingt in „sicher“ jedoch auch die Gefahr mit. Mit einer kleinen Änderung in einer Formulierung trägst du heimlich und unterschwellig zur Spannung bei.

Vorschlag:
Der Planet scheint komplett unbelebt zu sein, zumindest konnten wir bisher keinerlei Anzeichen von Technologie oder einer Zivilisation ausmachen. Damit wir sicher sein können, müssen wir jedoch die Ergebnisse des Orbitalscan abwarten.

Okay, das waren zwei Absätze. Wenn das hier kein Roman werden soll muss ich mich etwas kürzer fassen.

„Maschinendeck, machen Sie alles bereit für den Start der kompletten Explorer-Flotte. Je eher wie mit dem Abbau beginnen desto besser. Ich dulde keine Verzögerungen. Und Dr. Werns, ich erwarte, dass Sie mir nach Abschluss der Planetenumrundung unverzüglich Bericht erstatten! Kapitän Ende.“, das Bild des Kapitäns verschwand und an seine Stelle traten nun wieder die gewöhnlichen Datentafeln und Statistiken.

Nun, scheinbar überträgt der Kapitän doch seine gesamte Kommunikation auf jedes einzelne Deck des Schiffes – was mir aber für eine zukünftige High-Tech-Flotte, die sonst alles kann, sehr sehr unglaubwürdig erscheint.
Er kann z.B. Werns berichten, dass er die Flotte starten wird.

„Je eher wir mit dem Abbau beginnen, desto besser.“ Wirkt eher wie etwas, was ein Kind sagen würde. Klar, du willst den Kapitän als ungeduldig/gierig charakterisieren, aber eine gewisse Intelligenz könnte man ihm schon zusprechen, wenn er es zum Kapitän solch einer riesigen Flotte zugebracht. Ebenso „Kapitän Ende.“ Wenn du keine Komödie planst würde ich empfehlen mich hier etwas zu zügeln.
„das Bild des Kapitäns verschwand und an seine Stelle traten“: Hier sagen abermals beide Formulierungen das gleiche aus. Das Bild verschwindet und etwas neues erscheint. Wenn du Worte verwendest, versuch ihnen stets so viel Ausdruckskraft wie möglich zu verleihen. Zum Beispiel wäre „verblassen“ hier stärker als „verschwinden“, da es gleichzeitig auch den Prozess beschreibt, wie das Bild verschwindet. Ein Wort, doppelt so viel Ausdruck.

„nun wieder die gewöhnlichen Datentafeln und Statistiken“: Erstens hast du eine kleine Dopplung drinnen. „wieder“ und „die gewöhnlichen“ gibt nicht viel Zusatzinformation. „Wieder“ alleine sagt bereits aus, dass diese vorher schon vorhanden waren. „Die gewöhnlichen“ ist hier überflüssig. Zweitens hast du es dir mit „Datentafeln und Statistiken“ einfach gemacht und dir ein genaueres Vorstellen gespart. Gleichzeitig nimmst du deiner Geschichte hier aber auch das Potential, deinen Leser etwas mehr in die Welt hinein zu ziehen. Könntest du etwas Konkretes nennen, was auf der Tafel angezeigt wird, so kannst du deiner Welt mit einer kleinen, nebensächlichen Information eine gute Menge Glaubwürdigkeit verleihen.
„Ich werde die Explorer-Flotte unverzüglich zum Planeten übersetzen lassen. Ich erwarte nach Abschluss der Planetenumrundung Ihren unverzüglichen Bericht Werns!“, das Bild des Kapitäns verblasste und die Bildwand gab nun wieder Auskunft über die elementare Zusammensetzung geologischer Schichten.
Mein schnell zusammengeschustertes Beispiel hier ist nicht wirklich gut, du könntest sogar noch Charakterisierung einbauen, indem du etwas als „Kontrast“ zum vorher angezeigten Kapitän angezeigt werden lässt, z.B. etwas was jetzt ganz ruhig dargestellt wird.

Aus dem Schatten trat Dr. Seifer in das schwache Licht der Bildwände, die neben den unzähligen Kontrollleuchten die einzige Lichtquelle im Bereich der Sensor-Phalanx darstellten. Er wirkte unsicher und deplatziert. Dr. Seifer war mit Abstand das jüngste Mitglied von Dr. Werns Wissenschaftsteam und der Überflieger seines Jahrgangs.

Ich liebe dramatische Formulierungen, von daher werde ich hier nicht kritisieren, dass Seifer aus dem Schatten tritt, noch dass die Wissenschaftler scheinbar ohne wirkliches Licht operieren.
Die Scanner-Phalanx wurde zur Sensor-Phalanx. „im Bereich“ ist eine Dopplung, da die Phalanx bereits den Bereich darstellt.
Auf die Charakterisierung gehe ich später ein, formulierungstechnisch finde ich das gut.

„Precalenta, hm?“, begann er vorsichtig. „Wussten Sie, dass Precalenta die 10,64-fache Härte von Diamanten hat und dabei dennoch sehr belastbar und gut zu verarbeiten ist? Das Material hat die faszinierende Eigenschaft Licht zu brechen und polarisiert zu reflektieren. Reines Precalenta erkennt man ganz einfach an einem intensiven blauen Glanz, es wirkt, als würde es von sich aus leuchten.“, jeder Anflug von Nervosität schien vergessen, stattdessen redete Dr. Seifer immer schneller. „Das Material ist der Wahnsinn! Noch vor kurzem hätte man es gar nicht für möglich gehalten, dass sowas …“

Erstens: Haben sie vorher nie über Precalenta gesprochen? Sind sie nicht genau deswegen hierher unterwegs? Zweitens: Die Wissenschaftler müssen schon einige Zeit zusammen unterwegs sein, warum kommt Seifer jetzt plötzlich, komplett unbegründet mit einer Info-Bombe hervor? Weil plötzlich die Kameras hinter der Szenenabsperrung auf ihn zeigen? In Hollywood kannst du dir soetwas leisten, in einer Geschichte meiner Meinung nach nicht.

Wenn du die Infos rüber bringen willst, weil sie wirklich wichtig sind, kannst du im Hintergrund einen Dokumentarfilm ablaufen lassen. Dass ein Dr. es zum anderen an dieser Stelle sagt, halte ich für mehr als unglaubwürdig. Hier möchte ich gar nicht zu sehr ins Detail gehen, weil dieser Absatz in der Form keinen Platz hat. Zur Charakterisierung später mehr.

„Dr. Seifer.“, unterbrach ihn Werns „Ich weiß, dies ist Ihr erster Einsatz auf einem Schiff wie diesem. Ich weiß auch, dass das alles hier unglaublich beeindruckend und aufregend für Sie ist, doch Sie sollten sich jetzt Ihrer Arbeit widmen. Wir bekommen die ersten Ergebnisse des Orbitalscans rein. Und noch was, gehen Sie die Dinge etwas ruhiger an.“

Erstmal mehr Info-Bombardierung durch Charaktere, die wiederholen, was alle beteiligten bereits wissen. Sollten deine Protagonisten keine Jugendlichen sein, würde ich dir empfehlen diese Absätze komplett zu überarbeiten.

Stelle dir folgende Fragen:
  • Worüber würden Wissenschaftler an dieser Stelle reden? Vielleicht über das mögliche Potential, was mit diesen Precalenta Vorkommen erreicht werden kann?
  • Wie reden sie miteinander, wenn sie sich schon einige Zeit kennen? Es ist gut möglich, dass Werns ihn auf Marotten hinweist, die er schon häufiger wiederholt hat, aber diese sollten glaubwürdig sein.
  • Wieviel Information ist nötig? Wieviel davon muss ich explizit herüberbringen, wieviel davon kann ich implizit – einfach durch die Handlung vermitteln?
Dr. Werns aktivierte die Bildübertragung. „Sprechen Sie!“, ertönte die Stimme des Kapitäns.

Er kann einfach so mit seinem Bild beim Kapitän hereinplatzen, ohne vorher durch eine Warteschleife zu gehen?
„Sir, der Orbitalscan ist abgeschlossen.“, antwortete Werns, „Eine erste Analyse der Daten hat ergeben, dass der Boden sehr mineralhaltig ist. Das Precalenta scheint auf der Oberfläche zu wachsen, jedoch ausschließlich auf der Tagseite des Planeten.

Der Boden ist mineralhaltig. Soso. Was heißt das? Was für Minerale? Ist das eine Aussage für einen ganzen Planeten? Ist nicht jeder Planet mineralhaltig? Was ist daran so besonders, dass es sich lohnt, dies dem Kapitän mitzuteilen?
Precalenta scheint… Es scheint dort zu wachsen? Sollte es nach all den Scans nicht möglich sein eine eindeutige Aussage darüber zu treffen, ob es auf oder unter der Oberfläche ist?
Es ist, als würden auf der Erde Diamanten aus dem Boden wachsen.

Damit möchtest du vermutlich aussagen, dass das etwas ganz besonders ist. Wenn ja, solltest du das vielleicht betonen. „Von so etwas habe ich noch nie gehört! Es ist, als würden Diamanten plötzlich aus dem Boden wachsen.“
Dr. Werns schaltete die Bildübertragung auf eine der Bildwände, sodass der Kapitän auf der Karte sehen konnte wovon er sprach. Insgeheim war er froh, dass ihn der Kapitän jetzt nicht mehr beobachtete. Er fühlte sich jedes Mal unwohl dabei. Ihm war in seinem Leben noch nie eine Person mit einer größeren autoritären Ausstrahlung begegnet.

Bildübertragung auf Bildwände – wo war sie vorher?
Hier charakterisierst du außerdem deinen Charakter, dadurch das du einfach sagst was seine Eigenschaften sind. „Klaus sah Peter auf sich zukommen. Peter war ein sehr ängstlicher Mensch, jedoch auch ein guter Freund dem man vertrauen konnte.“ Ja, es gibt Information, aber es passt doch eher in ein psychologisches Gutachten, als in eine Geschichte.

„Sir, hier existieren Vorkommen aus reinem Precalenta, welches zu über 500 Meter hohen Türmen gewachsen ist.“, er markierte die Stelle auf der Karte. „Es gibt keine intelligenten Lebensformen, jedoch existiert ein Objekt, direkt unter dem größten Vorkommen, welches unter Umständen organisch seien könnte. Die Zellstrukturen sind uns nicht bekannt, es scheint jedoch zu wachsen wie ein Pilz und seine Sporen über die gesamte Tagseite des Planeten zu verbreiten. Wir sollten zuerst sichergehen, dass es sich nicht doch um eine …“

„…, welche“ statt welches. Es bezieht sich in deinem Satz auf die „Vorkommen“
Dann hast du viele passive/abstrakte Wörter im nächsten Satz: „es gibt“ „existiert“ „unter Umständen … sein könnte“. => „Wir konnten (aktiv) keine intelligenten Lebensformen ausmachen. Ein riesiges Objekt, direkt unter dem größten Vorkommen, besteht jedoch aus unbekannten Zellstrukturen. Es scheint zu wachsen wie ..."
Wie du die wichtigen Informationen durch Unterbrechung des Kapitäns „unwichtig“ werden lässt, gefällt mir sehr gut. Du bringst die Gefahr ins Spiel und zeigst gleichzeitig, wie er sie (glaubwürdig mit dem Charakter wirkend) nicht einmal wahrnimmt.

„500 Meter hohe Türme? Da kommen die Explorer nicht drüber. Vorschläge.“, unterbrach ihn der Kapitän.

„Sir, ich würde vorschlagen den Energiestrahl zu verwenden um die starken geologischen Aktivitäten des Planeten zu nutzen.“ Antwortete Werns wiederstrebend. Es missfiel ihm keine genauen wissenschaftlichen Untersuchungen durchführen zu können. „Bei gezieltem aufschneiden der Planetenoberfläche wird es zu starken Eruptionen und Vulkanausbrüchen kommen, die die Türme zum Einstürzen bringen werden. Dann wäre es jedoch notwendig die Explorer mit Geothermie-Modulen anstatt der Solar-Module auszurüsten, da kein Licht mehr die Oberfläche erreichen wird.“

Dass die Explorer nicht „drüber kommen“ wirkt etwas out of context. Vielleicht können sie es einfach nicht abbauen. Ebenso das „Vorschläge.“ Wenn du es einbringen willst, würde ich die Rede umstellen:
„500 Meter hohe Türme? Das können die Explorer nicht abbauen“, unterbrach in der Kapitän: „Vorschläge.“

„Energiestrahl“ wirkt auf mich so, als hätte der Autor keine Lust gehabt, sich Gedanken über das Objekt zu machen. Was für Energie? Was macht sie? Wie funktioniert es? Lass irgendwas davon in den Begriff einfließen.

„wiederstrebend“=> widerstrebend; aufschneiden => Aufschneiden

Warum treten die Eruptionen nur bei gezieltem Aufschneiden auf? Vulkanausbrüche sind es für mich nur, wenn Vulkane ausbrechen. Hier scheint die Lava einfach durch den aufgeschnittenen Boden zu brechen.
Weshalb kein Licht die Oberfläche erreicht solltest du erläutern – erstmal macht das für mich keinen Sinn. Ich vermute es sind Staubwolken o.ä., aber das steht da nicht.

Daraufhin werden die Explorer sofort losgeschickt. Geht die Umrüstung einer so gigantischen Flotte auf komplett andere Energiezufuhr in wenigen Sekunden?

„Energiestrahl, auf meinen Befehl. Feuer!“, der Kapitän beendete ohne ein weiteres Wort die Verbindung.

Erstens sind das einige Worte. Zweitens, weshalb gehen diese Worte an den Wissenschaftler?

„Dr. Werns.“, ertönte vorsichtig Seiferts Stimme, der junge Wissenschaftler starrte gebannt auf eine der Bildwände. „Jedes der Precalentavorkommen besitzt einen Kern aus dieser organischen Struktur. Die Punkte sind keineswegs zufällig wie Pilzsporen verteilt. Die ganzen Kristalle bewegen sich koordiniert!“

Seifer heißt jetzt Seifert.

Seine Erklärung ist hier etwas unklar. Okay, Kern aus organischer Struktur. Was für Punkte? Sie sind nicht zufällig verteilt? Woran erkennt er das? Wie sind sie verteilt? Kristalle haben auch keine „zufällige“ Struktur, sondern eine sehr strukturierte. Und die Kristalle bewegen sich koordiniert? Bisher war nie die Rede von bewegenden Kristallen, auf einmal beschreibt er wie sie sich bewegen. Hier fehlt mir jeglicher Kontext.

Okay, hier werde ich eine Pause mach, da ich schon drei Stunden hieran sitzen und erst ein Drittel geschafft habe. Weitere Teile dann in weiteren Kommentaren wenn ich wieder Zeit finde.

(6) Charaktere
Der Kapitän wirkt sehr karikiert dargestellt, wie ein ungeduldiger kleiner Junge, der aber laut Werns eine gewaltige autoritäre Ausstrahlung hat.

Seifer(t) wirkt wie ein sozial 100% inkompetentes Genie, dass einfach planlos vor sich hinplappert und in erster Linie dazu dient, Informationen auszusagen.

Werns wirkt wie jemand mit dem man sich eher identifizieren kann, auch wenn er den Blick des Kommandanten auf sein digitales Abbild zu fürchten scheint.

Ich denke du siehst meinen Punkt, ich bin von deinen Charakteren sehr unüberzeugt. Hier hast du definitiv noch Verbesserungspotential. Frage dich, was die Motivationen der Charaktere sind. Was wollen sie erreichen? Wie würden sie sich in den jeweiligen Situationen verhalten?

Du scheinst ein allgemeines Konzept im Kopf zu haben, was der Charakter darstellen soll und
Was okay ist, da das hier ja nur eine Überarbeitung eines Alpha-Entwurfs ist. Wenn du deiner Geschichte Glaubwürdigkeit verleihen willst sehe ich hier deinen wichtigsten Ansatzpunkt.

Zudem geschieht deine Charakterisierung in sehr offensichtlichen Elementen, die einzig und allein dazu da zu sein scheinen, um den Charakter zu charakterisieren. Idealerweise würde das flüssig, mit der Handlung geschehen. Durch das was ein Charakter tut und vielleicht durch das was er fühlt, will ich als Leser verstehen, wie er tickt. Ich will es nicht vom Autor gesagt bekommen.

(7) Fazit
Also, die Geschichte hat wie bereits gesagt aus meiner Sicht viel Potential. Die Handlung ist ausdrucksstark, es geschieht etwas und ich bin sofort drinnen. Was mich dann wieder rausreißt und an der Spannung zehrt sind sehr zweidimensionale Charaktere.

Dein Stil gefällt mir, hat aber auch noch Raum noch oben (Gut, bei wem ist das nicht der Fall?). Du hast die Tendenz Dinge sehr oft doppelt zu erwähnen. Entscheide dich für eine der Beschreibungen. Dann habe ich noch das Gefühl, dass du selbst an einigen Stellen keine wirklich klare Vorstellung der Dinge hast, die du beschreibst. Wenn du etwas beschreibst, schließe kurz die Augen und mach dir wirklich klar wie es für dich aussieht. Desto mehr du weißt, desto weniger musst du auf abstrakte Begriffe zurückgreifen und kannst klare Bilder bei deinen Lesern erzeugen.


Hrmpf. Ich hoffe ich hab dich nicht erschlagen mit diesem Monstertext, aber ich hoffe ich konnte dir einige Punkte aufzeigen, mithilfe derer du aufs nächste Level gelangen kannst.

Soweit zu Teil 1 der Analyse,
Alles Liebe
Pferdinand
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