Diskussion: Plotlos planen

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Diskussion: Plotlos planen

Beitragvon Jacky » 04.06.2015, 13:45

Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
Plotlos planen

Plottest du?
Oder planst du nur?
Schreibst du ganz ohne Überlegung?
Denkst du in jeder freien Minute über deine Geschichte nach?
Welche Methode zum Schreiben funktioniert für dich am besten?
Hast du schon einmal “plotlos geplant”?
Wenn ja, wie hat es bei dir geklappt und was ist dabei herausgekommen?
Wenn nicht, würdest du es probieren?
Was hält dich davon ab?

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[b]Plottest du?[/b]
[b]Oder planst du nur?[/b]
[b]Schreibst du ganz ohne Überlegung?[/b]
[b]Denkst du in jeder freien Minute über deine Geschichte nach?[/b]
[b]Welche Methode zum Schreiben funktioniert für dich am besten?[/b]
[b]Hast du schon einmal “plotlos geplant”?[/b]
[b]Wenn ja, wie hat es bei dir geklappt und was ist dabei herausgekommen?[/b]
[b]Wenn nicht, würdest du es probieren?[/b]
[b]Was hält dich davon ab?[/b]
Du hast in jedem Augenblick die Freiheit zu entscheiden was wichtig ist und wie du darauf reagierst.

Die Schreibwerkstatt kommt wieder! Sag mir Bescheid!
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Re: Diskussion: Plotlos planen

Beitragvon Arynah » 04.06.2015, 14:49

Hallo Jacky. Interessantes Thema, vor allem, da es in letzter Zeit hier in der Schreibwerkstatt öfters aufgekommen ist :D

Schreibst du ganz ohne Überlegung?

Ich persönlich plotte nicht direkt. Aber ich schreibe auch nicht planlos. Ich persönlich nenne es "die Rahmenbedingungen festlegen". Immer wenn ich eine Idee für eine Geschichte habe, überlege ich mir, ob man daraus mehr machen kann. Wenn es dann so ist, gehe ich mit mehreren Schritten vor.

Denkst du in jeder freien Minute über deine Geschichte nach?

So gut wie. Ich möchte meinen ersten Entwurf in maximal 2 Monaten schreiben und so arbeite ich vor, statt mich extra an den Tisch zu setzen.

Welche Methode zum Schreiben funktioniert für dich am besten?

Diese:


Spoiler: Anzeigen
1. Die Welt

Ich habe ja meine eigene Fantasywelt (im Sinne von einem Planeten mit verschiedenen Ländern - 3 Kontinente gesamt). Ich gucke, in welches Land/Setting das herein passt. Wenn ich Glück habe, habe ich mir schon vor Jahren Gedanken zu dieser Welt gemacht und muss sie nur weiter ausarbeiten.

2. Die Figuren

Da ich nebenbei auch in Foren RPGs bin, widme ich den Charakteren immer viel Zeit und Aufmerksamkeit. Ich fülle Steckbriefe aus, schreibe Biographien und mache mir Gedanken darüber, was sie antreibt, denn sie sind ja im Grunde der Mittelpunkt meiner Geschichte. Dabei versuche ich die Figuren auch miteinander zu verweben, auch wenn es ihnen selbst nicht bewusst ist. Auf diese Weise habe ich schon Konfliktpotenzial, ohne eigentlich einen "Plot" zu haben.

3. Die Entwicklung

Ich schreibe detailiert auf, in welche Richtung sich meine Hauptfiguren entwickeln sollen. Dabei schreibe ich nur, wie sie sich verändern, aber nicht warum.

4. Die Prämisse

Meist habe ich diesen Punkt schon vorher erledigt. Sie ist der rote Faden, an den ich mich später entlanghangel. Für mich ist sie sehr wichtig, denn sie sagt mir, wo ich Anfange und wo ich ende. Aber sie gibt mir nicht vor, was genau passiert.

5. Die Struktur

Bei diesem Punkt bin ich Scrivener für seine Existenz dankbar. Ich baue mir immer eine Rahmenstruktur auf. Ob das nun für eine X-Aktsturktur wie verschiedenen Punkte sind oder so wie bei mir momentan die Heldenreise. Auf jede Karteikarte kommt ein Punkt dieser Strukturen. Bei meiner Helsenreise also "der Alltag", "der Ruf", "der Mentor" und so weiter. Bei den Prüfungen habe ich mir eine passende Anzahl ausgesucht und entschieden, welche bestanden wird, bei welcher mein Held scheitert und wo es als Unentschieden endet.
Auf weitere Karteikarten kommen die Entwicklungen meiner Figuren. Jede Stufe auf eine. So sortiere ich es dann alles, das es für mich Sinn ergibt. Dabei entwickelt sich in meinem Kopf schon die Geschichte, wie sie sein könnte. Ich muss mir nur über bestimmte Punkte Gedanken machen. Bei der Heldenreise ist es "der Tod des Helden", "das Elixier" und das große Finale. Alles andere lasse ich offen.

6. Das Schreiben

Wenn ich dann schreibe, plane ich nicht ganze Szenen oder Kapitel, sondern nur das, was ich an dem Tag zu schaffen gedenke. Ich habe dann ein Notizbuch, setze mich hin und schreibe meine Ideen auf, die ich für die momentane Situation habe. So schaffe ich 3000 bis 7000 Worte den Tag, je nach dem, wie viel ich mir vorher aufgeschrieben habe.
Dabei muss ich mich nicht an meine Notizen halten. Finde ich während des Schreibens eine bessere Idee, mach ich es so, wie sie ist. Ich muss nur darauf achten, dass ich mich an meine Rahmenbedingungen halte, denn sie geben die Struktur meines Romans vor und helfen mir, mich nicht zu verrennen oder auf der Stelle zu treten.
Es hilft mir jedoch sehr, denn wenn ich meine Notiz aufschreibe und denke "das ist eigentlich langweilig", dann streiche ich es durch und suche nach einer Idee, die mir besser gefällt. Man verschwendet dabei nicht viel Arbeitszeit, denkt intensiv über die Figuren nach und kann somit weiter kommen.
Bin ich bei meinem Gerüst dann an einer Stelle angekommen, bei der ich mir vorher gesagt habe "Hier muss Figur X aber ihren Mut finden", dann arbeite ich es einfach ein. Gibt es keinen passenden Moment dafür, wie es sich gerade entwickelt hat, schiebe ich es eben auf.


Hast du schon einmal “plotlos geplant”?

Früher habe ich das immer gemacht. Meinen ersten richtigen Schreibversuch - was auch gleich ein Roman war - habe ich in eins runtergeschrieben. Das Ding hatte stolze 100k Länge, ist aber nichts im Vergleicht zu dem, was ich heute leiste xD

Soweit zu mir :D
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Re: Diskussion: Plotlos planen

Beitragvon Drachenschwinge » 04.06.2015, 21:40

Plottest du?
Intensiv.

Oder planst du nur?
Nein, das reicht mir nicht aus.

Schreibst du ganz ohne Überlegung?
Das funktioniert bei mir überhaupt nicht.

Denkst du in jeder freien Minute über deine Geschichte nach?
Nicht mehr. Die Zeiten gab es, aber es gibt zu viele andere Dinge, die ebenfalls meine Aufmerksamkeit brauchen.

Welche Methode zum Schreiben funktioniert für dich am besten?
Ausführlich plotten und dann zügig runterschreiben.

Hast du schon einmal “plotlos geplant”?
Nicht bei umfangreichen Projekten.

Wenn ja, wie hat es bei dir geklappt und was ist dabei herausgekommen?
-

Wenn nicht, würdest du es probieren?
Nein.

Was hält dich davon ab?
Plotlos zu schreiben, blockiert mich. Wenn ich nicht exakt weiß, was wann wie passiert, sitze ich da und beginne genau darüber nachzudenken. Ich muss vorher wissen, dass die Logik zusammenpasst, ansonsten starre ich auf den Monitor, aber es bewegt sich nichts. Deswegen ist mein Plot auch immer eine vollständige Geschichte in sehr ausführlichen Stichpunkten, die in der Rohfassung zu ganzen Sätzen formuliert wird. Wer sich vorstellen möchte, was ausführlicher Plot bei mir bedeutet: Der Umfang entspricht in der Wortzahl in etwa einem Drittel der Rohfassung.
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Re: Diskussion: Plotlos planen

Beitragvon Libelle » 05.06.2015, 04:12

Plottest du?
Ich muss gestehen, dass ich überhaupt keine Ahnung habe, was »plotten« überhaupt sein soll. Musste ich erstmal nachlesen auf deinem Blog.

Oder planst du nur?
Ich plane sehr ausführlich und halte die Geschichte grob in einem Exposé bzw. in einer Aneinanderreihung von Szenen fest. Jeder Szene gebe ich eine aussagekräftige, nüchterne Überschrift, was man vermutlich als »plotten« bezeichnen könnte, dient mir aber nur der Übersicht, damit ich schnell auffinden kann, was passiert und nicht immer wieder die kleinen Textchen durchlesen muss.

Schreibst du ganz ohne Überlegung?
Meinen allerersten Roman, der mehr als vierzehn Seite umfasste, habe ich noch »drauflos« geschrieben und ihn dreimal neu geschrieben. Seitdem ich professionell schreibe, tu ich keinen Handschlag mehr, bevor ich nicht weiß, wohin die Reise gehen soll.

Denkst du in jeder freien Minute über deine Geschichte nach?
Wenn ich eine Idee habe, dann lässt sie mich nicht mehr los, bis ich die Geschichte von vorn bis hinten durchgeplant habe. Meistens denke ich wochenlang an eine bestimmte Szene, die in der Geschichte vorkommt und wälze mich gedanklich vor und zurück wie ein Nudelholz – immer und immer wieder, bis ich einen gute Ansatzpunkt für eine Geschichte habe, die auf diese Szene hinausläuft. Und dann wird weitergewälzt.

Welche Methode zum Schreiben funktioniert für dich am besten?
Grübeln, planen, (recherchieren), Übersicht notieren, (recherchieren), Geschichte runterschreiben.

Hast du schon einmal “plotlos geplant”?
Wenn mit Plot wichtige Ereignisse in der Geschichte gemeint sind, dann ja.

Wenn ja, wie hat es bei dir geklappt und was ist dabei herausgekommen?
Mist natürlich. Mit 9 wollte ich mal eine tolle Geschichte schreiben, nach drei handgeschriebenen Seiten verließ mich die Motivation, weil ich einfach nicht wusste, was die olle Prinzessin überhaupt erleben sollte und ihren langweiligen Alltag hatte ich schon in aller Ausführlichkeit beschrieben.

Meinen allerersten Roman (400k Anschläge) schrieb ich 2005 oder 2006. Bis heute habe ich ihn dreimal neu geschrieben und sitze schon zum vierten Mal dran. Mist bleibt halt Mist. Seitdem weiß ich für mich persönlich: Mach’s von vornherein ordentlich, dann haste hinterher weniger unnötige Arbeit.
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Re: Diskussion: Plotlos planen

Beitragvon Tinki » 05.06.2015, 14:43

Moieeen,

Plottest du?
Am Anfang meiner Schreiber "Karriere", ja. Allerdings ist das lange her & ich kam nie auf einen grünen, geschweige den auch nur angemoosten Zweig. Ich fühlte mich eingeengt und in meiner kreativen Ader (wo schon immer vieel zu viel Unsinn mit rumsprang) beschnitten. Das wurde erst besser, als ich meinen geliebten Kühlschrank Zwilling Anita 2010 kennenlernte. (Liebevoll auch 2. Gehirnhälfte genannt.) :dasheye:
Eher zufällig begannen wir dann einfach drauf loszuschreiben. Ohne Plan, ohne festes Konzept, ohne Ziel. Ne Fingerübung, wenn man so will. Just for fun. Und seitdem ... läuft. :mrgreen:

Oder planst du nur?
Ich würde es weniger Planen nennen, als sich von den Figuren überraschen lassen. Unsere Figuren (mittlerweile schreiben wir nur noch zusammen, alleine hab ich schon ewig nichts mehr verfasst. Hab ich auch keine Muse zu...)
Unsere Figuren tauchen in den unterschiedlichsten Situationen auf & sagen "Hey!" Meist folgt ein imaginäres Kaffeekränzchen, wo er oder sie mir sehr Bildlich schildert, wie IHRE Reise weiter geht. Ich bin nur ihr Schreibsklave, der ihre Geschichte zu Papier bringt.
Am Anfang hatten wir immer einen ganz groben Plan. Person X ist der totale Choleriker und will dieses und jenes. Person Y ist, wie sollte es anders sein, dass totale Gegenteil. Je nach Herkunft bekommt sie ein Schüchterndes, oder Vorlautes Wesen (...). Ziel ist, wie immer bei Romancen, dass sie zueinander finden. Den Weg bis dahin bestimmen allerdings die Figuren. Die Konflikte entstehen (zunächst) durch ihre jeweiligen Charaktereigenschaften und Ziele. In unserem altuellen Fall, versteht er den Raben (das Wahrzeichen seines Clans) vollkommen falsch und entführt & verschleppt sie - was ihr, als temperamentvolle Irin nun gar nicht passt. ^^ Bin gespannt, was noch kommt, lass mich überraschen. Sind noch so ziemlich am Anfang.

Schreibst du ganz ohne Überlegung?
Manchmal. Es gibt so Momente, da triffts dich. Die Fingerspitzen fangen an zu kribbeln und zu glühen unds flutscht einfach. Oftmals siehts aber so aus, dass Person X mir den neusten Abschnitt erzählt, ich ihn mir aber noch 3x durchn Kopf gehen lassen muss, um zu wissen, wie ichs am besten schreibe / formuliere. Achte dabei dann besonders auf Details etc.

Denkst du in jeder freien Minute über deine Geschichte nach?
Das ist nicht mehr möglich. :mrgreen: Es gibt da jemanden, der meine Aufmerksamkeit mehr brauch & fordert, als die Figuren. ^^ Ansonsten, abends, wenn der Kegel schläft, lass ichs gern mal zu.

Welche Methode zum Schreiben funktioniert für dich am besten?
Plotlos. Bin einfachn zu chaotischer Mensch.

Hast du schon einmal “plotlos geplant”?
Aye, siehe oben.

Wenn ja, wie hat es bei dir geklappt und was ist dabei herausgekommen?
Am Anfang war es schwierig, man muss sich da ja auch erstmal reinfuchsen. Wobei .. Eigentlich jeden Roman aufs neue. Selbst wenn man die Figuren schon seid 3 Büchern kennt. Der Anfang is immer .. bis man so ins innerste der Person vorgedrungen ist... Wobei es mir schon oft passiert ist, dass man im nachhinein merkt, immer noch nur an der Oberfläche gekratzt zu haben. Gerade ein Char von uns hat uns bis zuletzt immer wieder mit seinen Gedanken, Gefühlen oder einfach nur mit seiner Vergangenheit überrascht.
Mittlerweile sind 4 Bücher fertig, sitzen am 5 & das 6. steht ebenfalls bereit und tippelt schon ganz aufgeregt von einem Bein auf das andere.
Ich bin ein Kühlschrank-Zwilling!

Mich zu verstehen ist so, als würde man versuchen Wackelpudding an die Wand zu nageln.
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Re: Diskussion: Plotlos planen

Beitragvon Ratsherr » 05.06.2015, 15:31

Plottest du?

Ja. Nicht für spezifische Kapitel (da wird meistens spontan entschieden, auf welchen Plotpunkt ich mich konzentriere, da ich nicht linear schreibe), sondern für die allgemeine Geschichte. Wenn ich eine Idee habe, schreibe ich sie auf, sortiere sie und versuche, sie in den Gesamtzusammenhang einzufügen. Das heißt aber nicht, dass ich keine Ideen, die beim Schreiben selbst entstehen, einbringen kann.

Oder planst du nur?

Das wäre vermutlich eine andere Umschreibung für das, was ich unter Plotten verstehe. :mrgreen:

Schreibst du ganz ohne Überlegung?

Nein, das könnte ich nicht, da ich mich schnell darin verlieren würde, in Alltagssituationen abzudriften und keinen Sinn in die Szenen einbringen zu können. Ich muss mir vorher Gedanken gemacht haben, was ich überhaupt schreiben will.

Denkst du in jeder freien Minute über deine Geschichte nach?

So gut wie möglich, auch wenn es sich nicht immer einrichten lässt.

Welche Methode zum Schreiben funktioniert für dich am besten?

Plotten und Schreiben funktionieren bei mir getrennt, da ich recht weit im Voraus Ideen entwickle und diese auszufeilen versuche, während ich mit dem Schreiben meist hinterherhinke.

Hast du schon einmal “plotlos geplant”?

Ganz zu Beginn, als ich angefangen habe zu schreiben.

Wenn ja, wie hat es bei dir geklappt und was ist dabei herausgekommen?

Müll. Würde ich daher nicht wieder machen, ohne mir vernünftige Gedanken über die weitere Entwicklung der Geschichte gemacht zu haben.
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- E.L. Doctorow
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Re: Diskussion: Plotlos planen

Beitragvon Kelpie » 07.06.2015, 09:11

Plottest du?
Nein.

Oder planst du nur?
Ähm ... oh. Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich den Unterschied nicht zu 100% verstanden. Ein paar Schlüsselpunkte kennen, dann einfach losschreiben und durch ständiges Denken an die Geschichte die nächsten Ziele kennen und chronologisch aufschreiben? Wenn das so ist: Ja.

Schreibst du ganz ohne Überlegung?
Ganz ohne nicht, das halte ich für wenig sinnvoll und eigentlich auch unmöglich. Irgendeine Überlegung muss es ja irgendwo geben.

Denkst du in jeder freien Minute über deine Geschichte nach?
Ja, eigentlich schon. Teils vielleicht mehr, als gesund wäre ^^

Welche Methode zum Schreiben funktioniert für dich am besten?
Obige. Mehr oder weniger den Endpunkt kennen, dann einfach drauflosschreiben. Der Rest entwickelt sich von ganz alleine - einfach machen lassen.

Hast du schon einmal “plotlos geplant”?
Bis auf ein Mal, immer.

Wenn ja, wie hat es bei dir geklappt und was ist dabei herausgekommen?
2 abgeschlossene Romane, von denen ich inhaltlich überzeugt bin. Gleichzeitig hat mir das Schreiben viel mehr Spaß gemacht, als das eine Mal, als ich mich an einen Plot hielt.

Viele Grüße,
Kelpie
Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. (Franziska Alber)
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Re: Diskussion: Plotlos planen

Beitragvon Schmatrix » 11.06.2015, 15:14

Plottest du?
Nie.

Oder planst du nur?
Endlos. Hab eine Geschichten im Kopf über die ich schon seit fast einem Jahrzehnt nachdenke. Natürlich nicht pausenlos, gibt ja genug andere Sachen. Aber wenn mal eine freie Minute ist, z.B. Warten in einer Schlange, Warten auf den Zug, Warten bei einem Arztbesuch... ja dann sitze ich rum, lade meine Geschichte aus den tiefen meines Hirns und denke über irgendetwas nach, was mich daran stört oder noch fehlt

Schreibst du ganz ohne Überlegung?
Nein, meine Vorüberlegungen sind aber meist nicht umfangreicher als 3 bis 4 knappe Stichpunkte und die behalte ich auch meistens im Kopf. Wenn ich eine Kurzgeschichte oder ein Kapitel schreiben will, dann nehme ich mir meine Stichpunkte, überlege wo und wie das ganze anfängt und lege los. Ich setze mir im Handlungsverlauf gerne Teilziele, so dass ich vom Beginn nicht nur auf das Ende des Kapitels hinarbeite, sondern kleine Teiletappen schaffe, die für meine Handlung wichtig ist.

Denkst du in jeder freien Minute über deine Geschichte nach?
Wann immer mir langweilig ist und ich nichts dagegen tun kann. Oder wenn mich eine Sache an der Geschichte nicht loslässt.

Welche Methode zum Schreiben funktioniert für dich am besten?
Vorausplanung ist alles was ich brauche. Ich hab durch jahrelanges Planen ganze Bücher im Kopf. Vom Anfang bis zum Ende ist ein mehr oder weniger deutlicher roter Faden da, die wesentlichen Charaktere sind in groben Zügen vorhanden. Regeln und Gesetzmäßigkeiten meiner Welten müssen stehen, weil ich mich in deren Rahmen bewege. Und dann einfach hinsetzen und loslegen wenn es mich packt. Als ich vor kurzem wieder mit dem Schreiben anfing, kam ich grad nach einem Feierabendcocktail nach Hause und habe, weil es mir so sehr unter den Nägeln brannte, in fünf Stunden ein Kapitel meines Buches mit 4500 Wörtern runtergetippt. Ausgangslage waren hierbei drei Stichpunkte zu diesem Kapitel in einem Textdokument.

Hast du schon einmal “plotlos geplant”?
Bei Buchideen brauche ich einen roten Faden, zumindest zwischen den Kapiteln, damit der Zusammenhang der Gesamtstory erhalten bleibt. Bei Kurzgeschichten ist das aber fast ausschließlich so.

Wenn ja, wie hat es bei dir geklappt und was ist dabei herausgekommen?
Es macht Spaß und die Geschichten entwickeln sich viel dynamischer. Oft lasse ich mich überraschen, zu welchen neuen Ideen mich meine Handlung beim schreiben inspiriert. Wenn mir etwas an einer fertigen Geschichte nicht gefällt, überlege ich woran es liegt, und dann schreibe ich sie meistens neu, aus einem anderen Blickwinkel, ein anderer Startpunkt, je nachdem was der Geschichte hilft.

:beckon:
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Re: Diskussion: Plotlos planen

Beitragvon Waldrapp » 15.06.2015, 22:42

Hier mal die Perspektive eines blutigen Laien, der bislang ganz ohne Anleitung von außen geschrieben hat. Vorweg: Ich bin irgendwann an meine Grenzen gestoßen.

Plottest du?
Bisher nicht, aber als als wesentlichen Vorsatz habe ich mir das Ziel gesetzt, mich mit dieser Technik vertraut zu machen.

Oder planst du nur?
Ich bin in meinem Langzeitprojekt gerade wieder auf Anfang zurückgegangen, um die Planungsarbeit nachzuholen - zum Glück noch nicht zu spät, das Material gefällt mir bisher. Darauf aufbauend will ich dann ausführlich plotten. Das Risiko, Fehler der Vergangenheit zu wiederholen, will ich aber auf keinen Fall eingehen (s.u.).

Schreibst du ganz ohne Überlegung?
Durchaus, für eine Ideenskizze halte ich das für ein legitimes Vorgehen. Ich schreibe gern mal spontan eine Szene ohne besonderen Kontext und überlege, ob sich daraus etwas machen lässt. Charaktere, Wortwechsel und Schauplätze erlebten oft ihre Geburtsstunde durch mein spontanes, unüberlegtes Gekritzel in der S-Bahn. Ein zusammenhängender Text ist allerdings bisher bei mir nicht dabei herausgekommen.

Denkst du in jeder freien Minute über deine Geschichte nach?
Nein, ab und zu sind auch mal andere Dinge zu erledigen. Zettel und Bleistift muss ich aber immer griffbereit haben, denn manchmal klopfen gute Ideen einfach so an die Tür; Und freundliche Gäste sollte man ja nicht abweisen. *g

Welche Methode zum Schreiben funktioniert für dich am besten?
Offen gesagt: Ich bin gerade dabei, das zu erforschen. Was ich aber mit Sicherheit weiß ist, dass ich sehr dialogorientiert denke und schreibe. Szenenmalerei ist eher eine Schwachstelle bei mir.

Hast du schon einmal “plotlos geplant”?
Mein bisheriges Vorgehen hat in den Grundzügen dem entsprochen, was Jacky in ihrem Artikel beschrieben hat: Charaktere, Ende, Anfang. Zwischen Anfang und Ende ordnete ich auf einer festgelegten Zeitachse dann Szenen an, die mir interessant schienen, um so schrittweise eine logische Entwicklung vom Anfang zum Schluss hin zu konstruieren. Um diese Szenen habe ich dann die Kapitel gesponnen. Es war ein sehr organischer Prozess, der seinen Reiz hat, aber schnell in einer Sackgasse enden kann…

Wenn ja, wie hat es bei dir geklappt und was ist dabei herausgekommen?
Der Vorteil bei dieser Vorgehensweise ist, dass es schnell vorangeht, und man durchaus oft einen "Sense of Progress" verspürt, der dem Spaß an der Sache sehr zuträglich ist. Wenn man aber ein ambitioniertes Projekt angeht, teile ich Jackys Meinung: Epen sollte man damit lieber nicht schreiben. Die Gefahr ist einfach viel zu groß, dass man sich im späteren Handlungsverlauf in Widersprüche verstrickt, und in der Folge tonnenweise Seiten im früheren Verlauf umschreiben muss, um nachträgliche Kontinuität herzustellen. Gerade mir fiel es beim ersten Gehversuch schwer, meine Ideenausschüttung zu kontrollieren, weshalb ich ständig einige Schritte zurückspringen musste. Am Ende hatte ich nach zahllosen Überarbeitungen und 320 Seiten erst die Hälfte der Zeitachse abgearbeitet, dabei aber den Spaß am Projekt effektiv in der Pfeife geraucht. Ich bereue es nicht, weil es eine lehrreiche Erfahrung war, und die Hauptfigur meines jetzigen Projekts dort ihren Ursprung hatte. In Zukunft werde ich diese Technik aber nur noch für Kurzgeschichten anwenden. Da geht das meiner Ansicht nach schon.
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Re: Diskussion: Plotlos planen

Beitragvon Helena » 25.06.2015, 14:21

Plottest du?
Oder planst du nur?
Bei mir ist es irgendwas dazwischen. Bei zu wenig verliere ich mich in Belanglosigkeiten, bei zu viel, habe ich das Gefühl, dass die Geschichte unspannend ist und ich meine Zeit damit nicht vergeuden soll, weil es ja eh nichts wird.

Schreibst du ganz ohne Überlegung?
Nein. Am Anfang steht bei mir die Inspiration, die Grundidee. Dann entwickle ich die Charaktere und baue die Idee weiter aus. Und irgendwann habe ich dann so eine grobe Struktur, was passiert. Dann schreibe ich los und hangele mich an den Punkten voran.

Denkst du in jeder freien Minute über deine Geschichte nach?
Ich würde sagen, unterbewusst, d.h. in einer Geschichte von mir hat einer Schizophrenie und dann hatten wir eine GFS über Drogen und da Cannabis in Einzelfällen Schizophrenie auslösen kann und in der Story eh schon Drogen drin vorkamen, hat das gepasst. Also hilft mir manchmal der Zufall oder eine "göttliche Fügung" weiter.

Welche Methode zum Schreiben funktioniert für dich am besten?
Die oben genannte grobe Struktur, das Zwischending aus plotten und planen.

Hast du schon einmal “plotlos geplant”?
Bevor ich wusste, dass man sich die Storyline auch aufschreiben kann, ja. (Klingt doof, ich weiß. Aber ich war noch zehn oder so. In vier Jahren lernt man viel dazu.)

Wenn ja, wie hat es bei dir geklappt und was ist dabei herausgekommen?
Noch keine beendeten Werke (bis auf eins und das ist so unlogisch und fehlerhaft, dass es schon wieder lustig ist), aber mit dem Projekt, für das ich eine grobe Struktur habe, ist schon weiter gekommen als sämtliche Romananfänge auf meinem Laptop.
Ich stehe vor dem Abgrund, um mich herum alle Menschen, die mich angeblich lieben. Der Wind fährt mir durchs Haar und schiebt mich in den Abgrund. Ich schreie, doch niemand hört mich. Sie sehen nicht zu mir. Ich falle in den Abgrund und niemand hält mich.
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Re: Diskussion: Plotlos planen

Beitragvon Jacky » 25.06.2015, 20:33

Danke für die zahlreichen Antworten :)
Ich versuche mal oben anzufangen.

@Arynah
Das sieht nach einem ziemlich ausgefeilten Plan aus 8)

Was ich nicht genau verstanden habe ist der Sprung von Punkt 5. auf Punkt 6. (bzw. vielleicht auch den Punkt 5 :thinking: )

Du hast also auf verschiedenen Karteikarten eher so etwas wie "Wegmarker" also "nur" Rahmenbedingungen? Oder sind das die einzelnen Szenen?

Und wie verbindest du diese Punkte? Passiert das automatisch, wenn du anfängst zu schreiben oder hast du so viele Karteikarten, dass es Null Lücken gibt?

Außerdem schreibst du, dass das "nichts ist, im Vergleich zu deinen heutigen Werken". Erst einmal Hut ab vor so viel Durchhaltevermögen :) Hast du denn schon etwas veröffentlicht? Und wenn ja, wo kann man das finden? 8)
Bzw. was machst du mit diesen riesigen Geschichten?

@Drachenschwinge
Wie sieht denn deine Herangehensweise aus? So ähnlich wie bei Arynah? Ich meine ich hätte von dir auch schon einmal hier irgendwo etwas in die Richtung gelesen, kann mich aber nicht erinnern wo. Vielleicht hilfst du mir ja mit einem Link auf die Sprünge :)

@Libelle
Mit Plotten ist eigentlich eher gemeint, dass du schon ziemlich genau weißt, was passiert, bevor du mit deinem ersten Entwurf anfängst. D.h. meistens hast du sogar schon irgendeine Art von Szenenliste, die du quasi "nur noch" abarbeiten musst. Wenn deine Charaktere dich denn lassen :)
Libelle hat geschrieben:Mist bleibt halt Mist. Seitdem weiß ich für mich persönlich: Mach’s von vornherein ordentlich, dann haste hinterher weniger unnötige Arbeit.

Das möchte ich so gerne unterschreiben :)

~ mehr schaffe ich heute nicht ^^; ~
Bald hoffentlich mehr.
lg
Jacky ;)
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Re: Diskussion: Plotlos planen

Beitragvon Arynah » 25.06.2015, 23:34

Jacky hat geschrieben:Was ich nicht genau verstanden habe ist der Sprung von Punkt 5. auf Punkt 6. (bzw. vielleicht auch den Punkt 5 :thinking: )

Du hast also auf verschiedenen Karteikarten eher so etwas wie "Wegmarker" also "nur" Rahmenbedingungen? Oder sind das die einzelnen Szenen?

Und wie verbindest du diese Punkte? Passiert das automatisch, wenn du anfängst zu schreiben oder hast du so viele Karteikarten, dass es Null Lücken gibt?


Es sind wirklich nur Rahmenbedingungen.
Es sind bei mir eher Kapitel und nicht Szenen, wobei das auch keine feste Form hat.
Im Grunde beginne ich vor dem Schreiben damit, mir zu überlegen, wie viele Wegpunkte/Prüfungen gebraucht werden. In meinem momentanen Projekt sind es 18 Prüfungen bzw Hindernisse, die überwunden werden müssen. Dafür erstelle ich jeweils eine Karteikarte. Dann schreibe ich auf Karteikarten die Charakterentwicklung und sortiere sie in angemessenen Abständen zwischen die Prüfungen, wo ich der Meinung bin, dass es passen könnte.
Das sieht dann so aus:
http://img5.fotos-hochladen.net/uploads ... 3u1y2r.jpg

Dann arbeite ich das alles ordentlich ein. Schmeiße also Prüfung und Charakterentwicklung zusammen, weil es ja auch irgendwie resultieren muss. Mein Held entwickelt sich ja nicht aus dem Nichts. Da habe ich beispielsweise die erste und größte Niederlage mit der wichtigsten Entwicklung verbunden. (Das wäre auf dem Bild "Entwicklung H - Ich" zusammen mit Prüfung 7 - in der Heldenreise der Punkt, an dem der Held stirbt ^^)
Das endet dann ungefähr auf diese Weise: http://img5.fotos-hochladen.net/uploads ... msenr0.jpg

Wenn ich diese Übersicht habe, suche ich mir die markantesten Punkte raus. So habe ich eben Prüfung 7 genommen und gesagt "Das und das sollte passieren". Dann habe ich mir überlegt, wo meine Geschichte beginnt, meine Heldin dort hingesetzt und sie arbeiten lassen. Alles andere ergibt sich beim Schreiben. Ich fange an, die Szenen zu schreiben und wenn dann die Prüfung/das Hindernis kommt, gucke ich, was die Wegmarkierung mir sagt. Soll sie überstanden werden? Oder soll meine Figur scheitern oder soll es als Patt ausgehen? Daran halte ich mich, sofern mir die Ideen dazu gefallen. Es kam schon vor, dass meine Figur an der Prüfung scheitern sollte, ich das aber nicht als passend erachtete und einfach die Karteikarte änderte. Es hilft mir aber sehr, nicht immer den einfachen Weg zu wählen.

Soll meine Heldin zum Beispiel von A nach B gehen, aber ich mir vorgenommen habe, dass sie beim Hindernis nicht gewinnt, sondern dass es als Unentschieden gilt, wird sie gezwungen sein, einen Umweg über C zu nehmen. Wie das aussieht, fällt mir spontan ein, bzw ergibt sich aus meiner ganzen Vorarbeit zum Setting. Wichtig ist, dass ich darauf achte, dass für den ausgwählten Punkt (Prüfung 7 ^^'), keine Steine in den Weg gelegt werden.

So kristallisiert sich eine Geschichte heraus, bei der ich nicht das Gefühl habe, auf der Stelle zu treten. Da ich vorher schon eine Struktur erarbeitet habe, bei der meine Heldin auf jeden Fall zum Ziel kommt, kann ich beruhigt schreiben und machen, was mir gefällt - ich komme auf jeden Fall voran.

Das klingt alles etwas diffus, aber ich hoffe, es wird verständlich ^^'


Jacky hat geschrieben:Außerdem schreibst du, dass das "nichts ist, im Vergleich zu deinen heutigen Werken". Erst einmal Hut ab vor so viel Durchhaltevermögen :) Hast du denn schon etwas veröffentlicht? Und wenn ja, wo kann man das finden? 8)
Bzw. was machst du mit diesen riesigen Geschichten?


Ich habe noch nichts veröffentlicht ^^ Ich habe Jahre herum gedümpelt, was meine Geschichten angeht, bevor ich mich dazu entschlossen habe, mal ein bisschen zu googeln. Es ist unglaublich, was ich in den letzten Monaten gelernt habe. Ich habe frage mich heute wirklich, wie ich es nur geschafft habe, überhaupt etwas zu Ende zu bringen. Vorher habe ich Jahre an einem halben Roman gesessen und mein letztes Projekt habe ich in 6 Wochen zum ersten Entwurf gebracht (und würde ich nicht gerade an einem RPG Forum sitzen, wäre das momentane Projekt auch schon längst fertig xD). Vieles verdanke ich deinem Blog :D
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Re: Diskussion: Plotlos planen

Beitragvon Drachenschwinge » 26.06.2015, 05:40

Jacky hat geschrieben:@Drachenschwinge
Wie sieht denn deine Herangehensweise aus? So ähnlich wie bei Arynah? Ich meine ich hätte von dir auch schon einmal hier irgendwo etwas in die Richtung gelesen, kann mich aber nicht erinnern wo. Vielleicht hilfst du mir ja mit einem Link auf die Sprünge :)


Mit einem Link kann ich dir nicht helfen, wobei da sicher auch etwas zu finden wäre, ich weiß nur nicht, wo. :lol:

Für gewöhnlich beginnt alles mit einer Idee. Meist ergibt sich dabei auch recht schnell die dazugehörige Figur.
Während ich die Idee im Ansatz ausbaue (mehr Details dazu, wie das passiert, vielleicht auch, wie es dazu kam und welche Konsequenzen es haben wird), wächst die Figur etwas, weitere kommen eventuell hinzu (mal mehr, mal weniger) Und während dieses Prozesses kommen dann für gewöhnlich auch weitere Ideen, die nicht in direktem Zusammenhang mit der ursprünglichen stehen. Zum Beispiel etwas in der Vorgeschichte, das etwas über die Figur zeigt. Dadurch baut sich Stück für Stück der Plot auf. Auch hierbei wachsen die Figuren immer mit, bei mir ist das immer ein gemeinschaftlicher Prozess.
Wie Arynah nutze ich Charakterbögen, zusätzlich noch Interviews, doch darüber hinaus nichts für die Charaktere. Zusammenfassungen zu schreiben, liegt mir nicht, die erstelle ich nur im Kopf und notiere die relevanten Aspekte in den anderen Dokumenten.
Außerdem nutze ich die gesammelten Ideen, wenn sie ausreichend sind, wirklich als eigenständige Geschichte gesehen zu werden, und plane den groben Verlauf mit der 7-Punkte-Struktur.
Die Situationen in der Geschichte, die ich bereits klar vor Augen sehe, beginne ich zu notieren und verfeinere sie, indem ich sie wie Filmsequenzen vor meinem inneren Auge ablaufen lasse.
Kommt die Geschichte (bzw. die Figuren) auf die Idee, sich in belangslosen und langweiligen Situationen zu verrennen, helfe ich auch mal nach und lenke den Verlauf mehr in Richtung der sieben Punkte. In diesem Prozess gleicht mein Denken dem, das Autoren mit keinem oder einem groben Plan tun: Es geht in alle möglichen und unmöglichen Richtungen, ich verfahre mich, setze zurück und neu an. Bis alles zusammenpasst und logisch ist. Mein Plotdokument wächst in der Zeit immer mehr an.
Wenn der Plot dann in sich erstmal fertig ist, gehe ich ihn immer und immer wieder durch, schaue, ob mir Details fehlen, ob die Figuren auch weiterhin schlüssig sind oder ich doch irgendwo den Faden verloren habe etc.
Zusätzlich versuche ich mittlerweile die Kapitel schon im Vorfeld einzuteilen, jedenfalls wenn ich mehr als einen Perspektivträger habe, was bislang immer der Fall war. Das habe ich in der Vergangenheit auch schon anders gehandhabt, aber führte dann dazu, dass ich PoV-Wechsel in Kapiteln hatte oder unzählige Kapitel, beides gefällt mir nicht.

Ich arbeite mit diversen Dokumenten (ich bin Word-Nutzer und habe bislang kein Schreibprogramm gefunden, mit dem ich was anfangen könnte), Kapitelübersicht, das Plotdokument, die Charaktere, dazu auch eine Übersicht, ein Kalender.
Da ich für gewöhnlich in unserer Welt und in der heutigen Zeit schreibe, arbeite ich mit Daten (deswegen auch der Kalender für den groben Überblick). Jeder Tag beginnt mit dem Datum und der Notiz, um welchen Wochentag es sich handelt. Und dann geht es in sehr ausführlichen Stichpunkten an den Inhalt. Habe ich bereits beim Plotten Dialoge im Kopf, notiere ich sie auch und übernehme sie später bzw. baue sie aus oder passe sie an. Zumindest wenn ich sie beim Schreiben noch zutreffend finde, ansonsten ignoriere ich sie. Ebenfalls fließen in diese Stichpunkte teilweise kleine Hinweise an mich ein, wenn z. B. ein PoV schon etwas weiß, der andere aber noch nicht, damit ich das an der Stelle auch im Hinterkopf habe.

Ja, und dann geht es ans Schreiben. Da gibt es für mich keine Vorgaben, wie viel ich schaffen will (die habe ich grundsätzlich nicht). Es gibt eine Mindestvorgabe, die sehr gering angesetzt ist, damit sie sich täglich schaffen lässt. Ich wechsele dann immer zwischen dem Plotdokument und dem eigentlich Dokument, in dem ich schreibe. Viele Details habe ich dann tatsächlich noch im Kopf, so oft wie ich die Geschichte im Kopf gesehen habe, aber manches entfällt mir doch und dann bin ich immer froh über das umfangreiche Dokument.
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Re: Diskussion: Plotlos planen

Beitragvon Dingelchen » 27.06.2015, 16:23

Für mich gabs bisher keinen wirklich Unterschied zwischen plotten und planen einer Geschichte :?
Aber gut, bin nun wieder schlauer.

Plottest du?
Mittlerweile teilweise ja; anfangs nein.
Oder planst du nur?
Anfangs hab ich nur geplant: Ein Exposé erstellt, Notizen zu Charakteren zusammengestellt, Mind-Mapping betrieben bzgl. des Plots, etc. - allerdings ein bisschen chaotisch, weil meine Ideen sich während des Schreibens immer wieder erneut bzw. ausgebaut hatten.
Schreibst du ganz ohne Überlegung?
Nein, zumindest nicht ernsthaft.
Denkst du in jeder freien Minute über deine Geschichte nach?
So ziemlich, ja.
Welche Methode zum Schreiben funktioniert für dich am besten?
Ich hab bisher laut deiner Definition wohl plotlos geplant, hab es dann mit plotten versucht und bin total daran gescheitert. Allerdings stand da auch schon zwei Drittel des Romans. Bei nem 2. Teil versuch ich jetzt von vorneherein jede Szene vor dem Schreiben bereits aufzustellen. Ob das funktioniert, wird sich dann zeigen^^. Denn nicht immer handeln meine Charaktere so, wie ich es gerne hätte (Eigenleben).
Hast du schon einmal “plotlos geplant”?
Ja, siehe oben. (Sofern als "plotten" das Planen bis ins kleinste Szenen-Detail verstanden wird)
Wenn ja, wie hat es bei dir geklappt und was ist dabei herausgekommen?
Hat eigentlich dafür, wie sehr alles ineinander verwoben ist, recht gut geklappt. Da es mein 1. ernsthafterer Roman ist, musste ich sowieso erst mal ins Schreiben reinkommen und da hätte mich ein zu starrer Plot wohl eher abgeschreckt.
Generell bin ich beim Schreiben ganz gerne flexibel, weil ich eh nie ausschließen kann, dass mir während des Schreibsprozesses noch ne Idee kommt, die ich beim Plotten anfangs noch nicht hatte.
"Im Mondlicht drehten sich die Paare. Die Feigheit mit der Tugend, die Lüge mit der Gerechtigkeit, die Erbärmlichkeit mit der Kraft, die Tücke mit dem Mut.
Nur die Vernunft tanzte nicht mit."

(Horváth - Jugend ohne Gott)
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Re: Diskussion: Plotlos planen

Beitragvon Jacky » 27.06.2015, 21:28

@Tinki
Vielen Dank für deine Antwort und deine interessanten im-Leben-nicht-Plotter-Einblicke 8)
Was ich mich schon ewig frage: Wie funktioniert dieses "zusammen schreiben"?
Seid ihr da am Telefon oder geht das über einen Chat oder wie?
Und wer tippt?
Und ist das, was da heraus kommt dann "der erste Entwurf" oder ist das schon ausformuliert und alles?
Und wie oft macht ihr das so?
Und wie viel kommt dabei herum? Also wörtermäßig.
Was habt ihr mit euren Büchern eigentlich vor? Bzw. ist schon etwas in Arbeit? (Veröffentlichungsmäßig und so?)

Schenkt mir bitte einer eine Flasche Pommes ich glaube ich bin schon mehr als bettreif. So viele "und" so viele "mäßig" meine Güte ... :roll:

@Ratsherr
Das mit den Alltagssituationen geht mir genau so. Vielleicht mögen wir unsere Charaktere einfach zu sehr, dass wir ihnen auch beim Zwiebelnschneiden zuschauen könnten und glücklich wären ^^;
Und wie genau sieht dein Planen aus?

@Kelpie
Ja, du hast er richtig verstanden. Plotten = Detailliert durchdenken (wobei auch da natürlich Lücken bleiben können) und Planen = Schlüsselereignisse und dazwischen freier Fall ... oder Flug, je nachdem wie man es empfindet :D

Hast du dich beim Aufschreiben nicht völlig verrannt? Bzw. wie hast du es geschafft das nicht zu tun?
Und musstest du die Geschichten beim Korrigieren (zum Teil) komplett neu schreiben?

@Schmatrix
[*lol* cooler Nick. Wieso "Sch"? Ohhhh Schreibmatrix? Sehr cool 8) ]
Danke für deine Einsichten :)
Warum hat es die Jahrzentgeschichte denn noch nicht auf das Papier geschafft? (Nein, ich bin ja gar nicht neugierig :P )
Die 4500-Wörter-Szene hattest du aber vorher schon komplett im Kopf?
Oder wirklich nur die Stichpunkte, die auch in deinem Dokument standen?
Und wie sieht dein "roter Faden" für deine Buchideen aus?

@Waldrapp
Dann bin ich ja mal sehr gespannt, wie das Plotten für dich funktioniert.
Wenn dir "Szenenmalerei" schwer fällt, vielleicht hilft dir ja "Zeigen statt beschreiben" weiter. Oder was genau meinst du?

@Helena
Das ist ein sehr interessanter Gedanke:
Helena hat geschrieben:Bei mir ist es irgendwas dazwischen. Bei zu wenig verliere ich mich in Belanglosigkeiten, bei zu viel, habe ich das Gefühl, dass die Geschichte unspannend ist und ich meine Zeit damit nicht vergeuden soll, weil es ja eh nichts wird.

Ich kann das ziemlich gut nachvollziehen. Woran denkst du, könnte das liegen?
Also, vor allem, dass man dann das Gefühl bekommt, dass die Geschichte nichts wird.

Du schreibst, dass du dir nach der Grundidee erst einmal die Charaktere entwickelst. Wie genau machst du das? Bzw. woher weißt du, welche Art von Charakter du für deine Grundidee brauchst? Oder ist das Teil der Grundidee?

@Arynah
Zwischenfrage:
Sind diese Prüfungen Teil der Grundidee oder sind die eher nach dem Motto "die möchte/muss ich haben, weil ich die Heldenreise abarbeiten will"?

Dein Vorgehen:
Vielen Dank für die Screenshots, ich glaube jetzt habe ich es verstanden, du bist ein Hybridmensch 8)
Kannst/Willst du mir noch erklären, was die Namen der Karteikarten bedeuten (Z.B. 9 3u) :)

Freut mich sehr, dass dir mein Blog geholfen hat!

PS: Sehr cool, das sehe ich jetzt erst. Wie hast du die Spalten in der Übersicht (deinem zweiten Bild) umbenannt?

@Drachenschwinge & Dingelchen
Sorry, ich schaffe euch heute abend nicht mehr ^^;

@Alle
Vielen herzlichen Dank noch einmal für den Einblick in eure Köpfe.
Ich finde es ungemein spannend, wie dieser Prozess bei anderen abläuft 8)

Ich wünsche allen unabhängig von Methode und Fortschritt ein gutes Gelingen.
lg
Jacky ;)
Du hast in jedem Augenblick die Freiheit zu entscheiden was wichtig ist und wie du darauf reagierst.

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