[Nachdenk]Drei Mal Weihnachten [2/2] (Weihnachtswettb 2014)

Gesellschaft, Kritik, Philosophisches

[Nachdenk]Drei Mal Weihnachten [2/2] (Weihnachtswettb 2014)

Beitragvon Jacky » 22.12.2014, 15:18

Und hier der zweite Teil, meiner Weihnachtsgeschichte als "Beitrag" zu unserem Weihnachtswettbewerb.
Viel Spaß beim Lesen und/oder Kommentieren und hoffentlich auch beim weihnachtlich werden
lg
Jacky :xmasgrin:




Vorheriger

Als ich die Türe öffne, rieche ich Zigarre. Es ist wieder vor drei Jahren. Wintergeister. Teerglitzern. Stöckelschuhe.
Aber diesmal ist Tom an meiner Seite. Ich hake mich bei ihm unter, aber sonst bewege ich mich nicht. Ich brauche eine Weile, bis ich den glühenden Stumpen auf der anderen Straßenseite entdecke.
Das erste, was ich spüre, ist - Angst. Vor Schmerzen und Blut.
Aber Tom ist bei mir.
Der Mann hockt in den Schatten der großen Mülltonne. Sein Gestank macht mich schwindelig. Aber außer ihm ist niemand zu sehen.
Dann spüre ich unvermittelt Wut. Eine riesige Welle von rotem Zorn und den intensiven Wunsch ihn all das spüren zu lassen, was er und seine Freunde mir mit ihren Fäusten und ihren Füßen angetan haben.
Und dann ...
Dann habe ich Mitleid.
Es ist Weihachten. Er ist allein. Und diesmal blutet er selbst.
Er lehnt in der Ecke, starrt uns an und murmelt gedämpft vor sich hin.
Jetzt hat Tom ihn auch gesehen. Er will auf ihn los. Ich spüre es genau. Aber ich halte ihn zurück.
Heute Nacht sieht der Fremde nicht gefährlich aus.
Nur ängstlich.
Und einsam.
Ich gehe los, und obwohl Tom mich stützt, bin ich es die Geschwindigkeit und Richtung bestimmt.
"Na was! Mach schon! Sag deinem Futzi er soll mich zusammenschlagen und bring es hinter dich. Die halbe Arbeit haben diese Sackgesichter schon für dich erledigt. Los doch!"
Diesmal ist er nicht betrunken. Nur verbittert.
Und er stinkt nach Rauch.
Mir ist schlecht.
Aber ich weiß genau, was ich ihm sagen möchte.
Meine nächsten Worte spreche ich ruhig und deutlich aus, wähle sie mit Bedacht. "Ich möchte mich bei dir bedanken." Ich kann selbst nicht glauben, dass ich sie ausgesprochen habe.
Aber es ist nicht so, als ob ich sie zum ersten Mal gedacht hätte.
Er schaut mich an, als wäre ich aus einer Klapsmühle entsprungen und versucht auf die Beine zu kommen. Ich spüre Toms Finger an meinem Arm, aber ich beruhige ihn mit einem Druck.
Ein feuchtes Lachen schmatzt aus der Kehle des schwarzen Mannes "Sag mal, bist du völlig bekloppt? Ich hab dich besinnungslos geprügelt. Und du bedankst dich noch dafür?"
Ich bleibe aufrecht stehen, konzentriere mich, damit meine Stimme freundlich bleibt und nicht bricht. "Ja, das tue ich. Du hast mir das Leben gerettet. Wäre ich damals nicht ins Krankenhaus gekommen, dann wäre ich heute sicher schon tot."
Er schaut mich an, als hätte ich ihn tatsächlich geschlagen und bleibt still.
"Wir haben heute eine Weihnachtsfeier. Wenn du möchtest darfst du gerne kommen. Ich lass auch eine warme Dusche und ein paar frische Kleider springen." Bevor er allzu skeptisch drein blicken kann werfe ich schnell hinterher "- welche von Tom natürlich." Ich drücke Toms Arm und hoffe, er nimmt es mir nicht übel.
"Das ist nicht dein Ernst." Seine Stimme klingt rau und ich möchte mir einbilden, dass es vor Rührung ist. Ist es natürlich nicht, aber der Gedanke gefällt mir.
"Doch, das ist mein voller Ernst. Ich feiere heute Abend mit meinen Freunden, und der Mann, der das möglich gemacht hat, sollte nicht fehlen. Außerdem siehst du nicht aus, als ob du - anderweitige Verpflichtungen hättest."
Er starrt mich immer noch an. "Und was sagt dein Macker dazu?"
Oh bittebittebitte Tom! Schau ihn dir doch an. Das ist niemand, der verprügelt werden muss, das ist jemand, der ein Weihnachtswunder braucht.
Tom blickt von ihm zu mir und wieder zurück. Schließlich zuckt er mit den Schultern und sagt: "Es ist ihre Party, sie kann einladen, wen sie will."
Ich könnte ihn küssen.

2002

"He! Azubi! Scheiße fegen ist angesagt. Zimmer 0-0-12." Dass er mich blöd von der Seite anmacht, das ist mir wurscht. Dass ich die 'Drecksarbeit' machen soll, ist völlig in Ordnung. Ich bin immerhin froh, dass ich den Job hier habe. Aber was gar nicht geht, ist die Art, wie er über die Alten spricht. Das macht der Wichser schon den ganzen Tag.
"Halt endlich die Klappe, Arschloch."
"Wie meinen?"
"Ist dir eigentlich schon mal in den Sinn gekommen, dass die Menschen, die hier einsam in ihren Zimmern liegen auch Weihnachten haben? Klar wärst du lieber bei deiner Familie, aber so geht's ihnen auch. Sie können nur nichts dran ändern. Du dagegen hast die Wahl und wirst sogar noch dafür bezahlt. Da kann man schon erwarten, dass du ihnen wenigstens ein bisschen Respekt entgegen bringst." Mein Blick fällt auf den dicken Stapel Weihnachtspost. "Und die da solltest du vielleicht endlich mal verteilen, damit sie noch vor Ostern ankommen."
Ich kann verdammt furchteinflößend sein, wenn ich das will. Zwei Meter Zwei ist dafür mehr als ausreichend, auch ohne Rastazöpfe und Nietenjacke. Deshalb kuscht der kleine Scheißer und brummelt irgendwas vor sich hin, das nach ner Entschuldigung klingt. Ich hoffe, ich hab ihn wirklich was zum Nachdenken gebracht.
Ich schnapp mir den Reinigungscaddy und mach mich auf den weg zum Zimmer 0-0-12.
Der alte Mann weint. Ich lass ihn in Ruhe, mach erst ihn sauber, dann sein Bett. Er schweigt die ganze Zeit, aber dicke Tränen laufen ihm über die Wangen. Er sieht verdammt blass aus.
Als er wieder in seinem Bett liegt, kann ich nicht einfach so gehen.
"Ist doch alles nicht so schlimm."
Er winkt ab, weint aber weiter.
"Was ist denn los?"
"Ich bin nicht hingegangen."
"Hingegangen?"
"Sie hat mich zu ihrer Weihnachtsfeier eingeladen und ich bin - nie - hingegangen."
Ob er von seiner Frau spricht? "Sie hat ihnen bestimmt verzieh'n."
"Dieses Jahr hat sie mich nicht eingeladen."
"Die Post ist noch nicht durch."
Aber er hört mir gar nicht richtig zu. "Ich war so ein sturer Bock." Er schluchzt "Es tut mir so leid." er schluchzt wieder und plötzlich wird er ganz panisch "Sie müssen es ihr sagen! Bitte, sie müssen ihr sagen, dass es mir leid tut, dass ich sie liebe. Bitte ..."
Er wird immer leiser, aber die Angst frisst sich tief in seine Augen. Ich nicke und beschwichtige ihn, sage ihm, ich würde sie gleich morgen anrufen. Da wird er ganz ruhig und drückt sich in sein Kissen.
Ich gebe ihm ein Taschentuch und werfe einen Blick in sein Krankenblatt. Ja, ich überlege seine Tochter oder Frau gleich jetzt noch anzurufen. Ich traue meinen Augen nicht, als ich seinen Namen lese.

Ganz genau 24 Minuten nach dem Anruf stehe ich in der Tür des Krankenzimmers.
Papa liegt in seinem Bett. Ganz mager und grau ist er im Gesicht.
"Leon?", fragt er.
Meine Stimme birst fast, als ich ihm antworte "Eleonore - Elly."
Er bricht in Tränen aus "Oh, Elly! Es tut mir so leid."
Und dann liegen wir uns in den Armen.
Ich kann es nicht fassen.
Es ist Weihnachten.
Du hast in jedem Augenblick die Freiheit zu entscheiden was wichtig ist und wie du darauf reagierst.

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Re: Drei Mal Weihnachten [2/2] (Weihnachtswettbewerb 2014)

Beitragvon Arius » 31.12.2014, 15:31

Hi Jacky,
dann möchte ich einmal mein „vernichtendes“ Urteil über deine Weihnachtsgeschichte abgeben. :mrgreen:

1996

"Weihnachten ist das Fest der Liebe. Da macht man sowas eben."
"Ach Elly! Das glaubst du doch nicht wirklich", sagt Tom.
"Natürlich glaube ich das! Und was wäre das für eine trostlose Welt, wenn es nicht so wäre."
Ich schlinge mir die den Schal um den Hals und trete in die eiskalte Nachtluft. Mein Atem malt Weihnachtsgeister in die Luft.

Beginnen wir mit der Einleitung. Hier sind meine Gefühle gemischt.
Ratzfatz springst du in die Handlung und doch lässt du mich ein wenig verwirrt zurück. So weiß ich nicht, will ich die Geschichte überhaupt lesen?
Ich denke, es ist die erste Zeile, der das ganze bei mir in Frage stellt. Ich überlege mir, ob die Einleitung wirkungsvoller wäre, wenn du bei „Ach Elly! …“ beginnen würdest und das davor ein wenig nach hinten stellst. Die erste Zeile nicht als Dialog sondern als Gedankengang beim Verlassen der Kneipe.

Das könnte dann etwa so aussehen.
"Ach Elly! Das glaubst du doch nicht wirklich", sagt Tom.
"Natürlich glaube ich das! Und was wäre das für eine trostlose Welt, wenn es nicht so wäre."
Die Schultern straffend öffne ich entschlossen die Tür. Weihnachten ist das Fest der Liebe. Da macht man sowas eben, versuche ich mir selbst einzureden, während ich mir den Schal um den Hals schlinge und in die eiskalte Nachtluft hinaustrete. Mein Atem malt Weihnachtsgeister in die Luft.

Ich glaube, dass so mehr Fragen bleiben und die Neugier des Lesers mehr angeregt wird.
"Hey! Schätzchen! So einsam heute Abend?" Er nuschelt bedenklich.

Hier bin ich ein wenig irritiert. Zuerst waren es einige Kerle und nun ist es doch nur einer. Vielleicht solltest du hier ergänzen, dass einer von den Kerlen sie anspricht. Zumindest die Reaktion der anderen darauf erwähnen. Einfach so, dass der Leser weiß, das es immer noch mehrere Personen sind. Folgt nun doch eine längere Passage, die uns da im Unklaren lässt.
Schritte kommen näher.

Da die Männer bereits nahe sind, finde ich diesen Satz hier falsch, zerstört er doch das ganze Bild wieder, dass du vor deinen Lesern bereits aufgebaut hast. Und es ist ja nicht so, dass noch weitere Personen hinzukommen.
Da packt er mich an der Schulter. Das Glutende eines dicken Stumpen dicht an meinem Ohr. Er reißt mich herum.
Seine Faust trifft mich hart ins Gesicht. Sternregen. Dann gräbt er seine Knöchel in meinen Magen. Mir bleibt die Luft weg.

Auch hier ist das Bild für mich nicht ganz stimmig, da sie nicht weiß, wer sie angreift. Wir haben es mit mehreren Männern zu tun. Alles Unbekannte, sowohl für die Erzählerin als auch für die Leser. Daher ist mir das „Er“ zu persönlich, setzt es doch voraus, dass der Angreifer bekannt ist.
Er dachte, er hätte etwas gehört. Sicher nur eine Katze. Er öffnet trotzdem die Tür der "Violetten Blume" ein Stück und da sieht er Elly auf dem Boden liegen.

Das geht mir zu schnell. Meines Erachtens packst du in den letzten Satz auch zu viel aufs Mal.
Außerdem stört mich, dass du den Perspektivewechsel mit „Er“ einleitest. Geistig bin ich immer noch beim „Er“ des Angreifers. Daher würde ich es begrüßen, wenn du hier seinen Namen benutzt.
Weiterhin ist mir, gerade weil du die Perspektive gewechselt hast, das Ganze zu unpersönlich. Aus seiner Sicht sollten zumindest ein paar Gefühle zu spüren sein. Ansonsten könntest du gleich bei Ellys Perspektive bleiben.

Vorschlag:
Tom dachte, er hätte etwas gehört. Sicher nur eine Katze, versuchte er sich einzureden. Einer dunklen Vorahnung folgend öffnet er trotzdem die Tür der "Violetten Blume" ein Stück weit, um auf die Straße zu spähen. Da sieht er Elly auf dem Boden liegen. Fünf Männer stehen im Halbkreis um sie herum. Blut quillt aus ihrem Mund.
Einer ist direkt über ihr -Rastazöpfe, Stoppelbart, eine nietenbesetzte Lederjacke- er holt aus und tritt ihr mit voller Wucht zwischen die Beine.
Der Anblick trifft Tom wie ein Keulenschlag und schnitt ihm schmerzhaft ins Herz. Ohne sich der Tat bewusst zu werden, reißt er die Tür auf und stürmt schreiend los: "Verschwindet ihr blöden Wichser! ..."
Ihn kommen sehend, ergreifen die Angreifer die Flucht. Ohne sich weiter um die Fliehenden zu kümmern, verbannt Tom seine Furcht in die hinterste Ecke seines Bewusstseins und beugt sich über Elly, deren Augen geschlossen sind. Rasch zieht er das Handy aus seiner Tasche und ruft den Notarzt.

"Was bist du nur für eine Abomination?"
Das Wort kenne ich nicht mal.

Ging mir genauso – habe ich wieder etwas dazu gelernt. :XD:
"Was für ein abartiges Kabarett ist das? Kein Wunder, das du Krebs hast. Du bist selbst ein Geschwür, eine verkorkste Wucherung dieser ..."

Spoiler: Anzeigen
Spätestens ab diesen Moment ahnte ich, dass wir es mit einer Geschlechtsumwandlung zu tun haben. Was am Schluss ja auch bestätigt wird. So stellen sich mir nun doch einige Fragen.
Ich gehe davon aus, dass es sich hierbei um eine vollständige Umwandlung handelt. Dies wäre mit einigen Operationen verbunden. Da der Vater ihr seid der Umwandlung das erste Mal gegenübertritt (was jedenfalls seine Reaktion vermuten lässt), dürfte die Umwandlung noch nicht allzu lange her sein. Da frage ich mich, weshalb der Krebs erst jetzt entdeckt wurde und nicht bereits während den zahlreichen Untersuchungen davor?
Ich würde die Reaktion des Vaters ändern:
Mit vor Entsetzen weit aufgerissenen Augen starrt er Elly einen Moment lang an. Ohne ein Wort an sie zu richten, wendet er sich ab und eilt aus dem Raum. Mit einem leisen Klick fällt die Tür in ihr Schloss.
Ich denke, vielmehr braucht es nicht. So würde einiges mehr im Verborgenen bleiben und die Versöhnung am Schluss wäre überzeugender.

"Es ist eben Weihnachten. Und dieses Jahr kommt er bestimmt."

Überflüssiges Füllwort
Er hätte gar nichts gesagt, wenn es Elly nicht so aufregen würde. Sie tut zwar so, als wäre es nicht so, aber es bricht ihr jedes Jahr wieder das Herz, wenn ihr Vater die Einladung einfach ignoriert.

„erneut“ würde mir hier besser gefallen.
Es wird eine große Weihnachtsfeier, wie jedes Jahr, seit er mit Elly zusammen gekommen ist.

[zusammengekommen) laut Duden wird dieses Wort zusammengeschrieben.
Sie liebt Weihnachten, erst recht, seit es auch noch ihr Jahrestag ist.

„seitdem“
Wenn es nach ihr ginge, dann wäre jeden Tag das Fest der Liebe, des Verständnisses und der Vergebung.

Hier bin ich mir selbst unsicher … soll es „jeden“ oder „jeder“ heißen.
Das „dann“ kannst du streichen, da überflüssiges Füllwort.
Er schiebt sie ein Stück von sich und sieht ihr fest in die Augen "Aber nur, wenn du versprichst, dass du nicht überrascht bist, wenn er doch nicht kommt."

Wie die Erfahrung zeigt, wird es kaum eine Überraschung sein, wenn er nicht kommt. Im Gegenteil, wäre es überraschend, käme er. Daher ist dieses Wort hier falsch. Alternativ, „traurig, enttäuscht“, „frustriert“ oder ähnliches verwenden.

1999

Zu diesem Teil möchte ich gar nicht allzu viel bemerken. Im Großen Ganzen gefällt mir dieser Teil und so wäre es nur meinem persönlichen Geschmack geschuldet, würde ich mich zu jedem mir missfallendem Wort äußern.

2002

An und für sich habe ich auch gegen diesen Teil keinen Einwand. Was mich jedoch „grausig“ stört ist die zweite „Ich-Perspektive“. Klar erkennt der Leser mit der Zeit, wer dieses neue „Ich“ ist. Doch anfangs war ich gedanklich bei Elly und habe erst später begriffen, dass dem nicht so ist.
Der Schluss, was voraussehbar und hat daher nicht groß überrascht.

Fazit:
Deine Geschichte gefällt mir gut und ich hätte dafür 13; 13; 13; 10 gegeben, was dich an die Spitze meiner Wertung gebracht hätte (was natürlich außer Konkurrenz ist).
Die weihnachtliche Überraschung war der 1999 Teil, den ich am Besten gelungen finde.

Am meisten missfallen mir deine Perspektiven. Einerseits die Verwendung von zwei erzählenden „Ichs“ aber auch die Distanz zur (dritten) „Er-Perspektive“ (Tom). Von ihm kommt mir zu wenig, um eine eigene Perspektive zu benötigen. Vor allem der Teil in der 1999er Passage ist mir zu sehr eingeschoben und wirkt nicht ganz passend (nicht vom Inhalt, sondern vom handwerklichen aus betrachtet).

Zusätzlich habe ich ein Problem mit der Gegenwartsform. In Erzählungen grundsätzlich, aber noch mehr, wenn diese von ihrem Aufbau her, bereits in verschiedenen Zeiten spielt.
Ich habe immer in der Vergangenheitsform geschrieben. Es erschien mir ganz natürlich, denn alle Bücher, die ich gelesen hatte, waren ebenso geschrieben. Egal ob Unterhaltungsliteratur oder sogenannte "hohe" Literatur – kein ernsthaft schreibender Schriftsteller und keine ernsthaft schreibende Schriftstellerin schrieb ihre Romane im Präsens, das schien selbstverständlich und so auch mir.
Für mich ist eine Erzählung stets etwas Vergangenes. So halte ich das Präsens für die natürliche Form des Erzählens.
Heutzutage scheint diese Denkweise jedoch fremd zu sein. Nicht nur, dass viele im Präsens schreiben - wechseln sie auch noch wild zwischen den Zeiten hin und her, mal Gegenwart, mal Vergangenheit, manchmal vielleicht sogar Zukunft, und dann auch mal Indikativ und mal Konjunktiv, sogar mal Aktiv und mal Passiv, ohne jeden ersichtlichen Grund.
So bin ich mir bewusst, dass ich hier ein einsamer Rufer in der heutigen modernen Mediengesellschaft bin, wo alles nur noch, wie vom Bildschirm her gewohnt, im „Jetzt“ ablaufen soll. Kommen doch viele Schreiber aus der Rollenspielecke, wo die Gegenwartsform Pflicht ist. Daher muss dich dieser Punkt nicht groß stören. Du kannst meine Anmerkungen dazu, in dem Wissen ignorieren, dass es dafür genügend interessierte Leser gibt die diese Form bedenkenlos annehmen werden.

Bis auf die erwähnten Kleinigkeiten hast du jedenfalls ein ordentliches Handwerk mit einer stimmigen Geschichte abgeliefert.

Wünsche dir weiterhin alles Gute und viel Spaß am Schreiben.

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Re: Drei Mal Weihnachten [2/2] (Weihnachtswettbewerb 2014)

Beitragvon Jacky » 01.01.2015, 13:38

(Zum Teil) Gelesen, Antwort schaffe ich aber erst später ^^;
Auf jeden Fall schon mal Danke :)
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Re: Drei Mal Weihnachten [2/2] (Weihnachtswettbewerb 2014)

Beitragvon Quixotiz » 19.02.2015, 18:30

Hallo Jacky (die 2.),

ich mache doch schon mal mit dem zweiten Teil weiter, es fühlt sich so „unvollständig“ an, nur den halben Text durchgegangen zu sein, zumal der Text Spaß macht ;)

Als ich die Türe öffne, rieche ich Zigarre. Es ist wieder vor drei Jahren. Wintergeister. Teerglitzern. Stöckelschuhe.
Aber diesmal ist Tom an meiner Seite. Ich hake mich bei ihm unter, aber sonst bewege ich mich nicht. Ich brauche eine Weile, bis ich den glühenden Stumpen auf der anderen Straßenseite entdecke.
Das erste, was ich spüre, ist - Angst. Vor Schmerzen und Blut.
Aber Tom ist bei mir.
Der Mann hockt in den Schatten der großen Mülltonne. Sein Gestank macht mich schwindelig. Aber außer ihm ist niemand zu sehen.
Dann spüre ich unvermittelt Wut. Eine riesige Welle von rotem Zorn und den intensiven Wunsch ihn all das spüren zu lassen, was er und seine Freunde mir mit ihren Fäusten und ihren Füßen angetan haben.
Und dann ...
Dann habe ich Mitleid.
Es ist Weihachten. Er ist allein. Und diesmal blutet er selbst.


Die „Wintergeister, die Stöckelschuhe und das Glitzern“ hätte ich evtl. vor das „Es ist wieder vor drei Jahren“ gestellt. Der Wirkung wegen. Müsste man mal ausprobieren.

Das doppelte „aber“ (aber diesmal, aber sonst) stört. Ich weiß auch nicht genau, was dieses „sonst“ bedeuten soll. Komisches Wörtchen ;)

Ich verstehe nicht, warum die Angst einen extra Platz für sich bekommt. „Tom ist bei mir“ dieser Satz sagt eigentlich alles.

(Der Typ muss ja wirklich übel stinken, wenn er sogar die Mülltonne übertönt :lol:)

Bei der Welle fehlt mir irgendetwas, man erwartet, dass die Welle irgendetwas tut, da sie nicht konkret mit der Wut in Zusammenhang steht, sondern u.a. als Zorn definiert wird.


Er lehnt in der Ecke, starrt uns an und murmelt gedämpft vor sich hin.
Jetzt hat Tom ihn auch gesehen. Er will auf ihn los. Ich spüre es genau. Aber ich halte ihn zurück.
Heute Nacht sieht der Fremde nicht gefährlich aus.
Nur ängstlich.
Und einsam.
Ich gehe los, und obwohl Tom mich stützt, bin ich es die Geschwindigkeit und Richtung bestimmt.
"Na was! Mach schon! Sag deinem Futzi er soll mich zusammenschlagen und bring es hinter dich. Die halbe Arbeit haben diese Sackgesichter schon für dich erledigt. Los doch!"
Diesmal ist er nicht betrunken. Nur verbittert.
Und er stinkt nach Rauch.
Mir ist schlecht.
Aber ich weiß genau, was ich ihm sagen möchte.


Ich bin ratlos, ich finde, du beschreibst hier wieder sehr gedrungen, wie teilweise auch schon im ersten Teil. Es gibt zu viele Worte und zu wenig Bilder oder Emotionen. Der Text wirkt stellenweise zweidimensional.

… Da fällt mir was ein. Ich habe mich im Nachhinein noch über Toms Verhalten im ersten Teil geärgert. Je mehr ich darüber nachdachte, desto weniger erschloss sich mir, warum er Elly damals hat allein zum Auto gehen lassen bzw. warum er ihr nicht nachgesehen hat. Er ist doch in sie verliebt und Verliebte tun so etwas (scheint ein ganz schöner Stoffel zu sein.) Außerdem hat mich sein Ausruf geärgert „Verschwindet, ihr blöden Wichser!“, das klingt eher so, als wollte er ein paar Penner vertreiben, die seine Mülltonne durchsuchen, aber nicht, als wenn gerade mehrere Mann auf seine Frau losgehen.
… Hand aufs Herz, Elly wirkt sympathisch, sie hätte was Besseres verdient :lol:

Der Satz den der stinkende Type spricht, überzeugt mich nicht. Mich überzeugt im ersten Moment auch nicht, dass er sich noch an Elly erinnert. Wenn sie sich zwischenzeitlich wiederbegegnet sind (Gerichtsverfahren oder so) sollte das irgendwie aus dem Text hervorgehen oder bemerkt werden?


Meine nächsten Worte spreche ich ruhig und deutlich aus, wähle sie mit Bedacht. "Ich möchte mich bei dir bedanken." Ich kann selbst nicht glauben, dass ich sie ausgesprochen habe.
Aber es ist nicht so, als ob ich sie zum ersten Mal gedacht hätte.
Er schaut mich an, als wäre ich aus einer Klapsmühle entsprungen und versucht auf die Beine zu kommen. Ich spüre Toms Finger an meinem Arm, aber ich beruhige ihn mit einem Druck.
Ein feuchtes Lachen schmatzt aus der Kehle des schwarzen Mannes "Sag mal, bist du völlig bekloppt? Ich hab dich besinnungslos geprügelt. Und du bedankst dich noch dafür?"
Ich bleibe aufrecht stehen, konzentriere mich, damit meine Stimme freundlich bleibt und nicht bricht. "Ja, das tue ich. Du hast mir das Leben gerettet. Wäre ich damals nicht ins Krankenhaus gekommen, dann wäre ich heute sicher schon tot."
Er schaut mich an, als hätte ich ihn tatsächlich geschlagen und bleibt still.


Ich finde die Wendung „Ich kann selbst nicht glauben, dass ich sie ausgesprochen habe. Aber es ist nicht so, als ob ich sie zum ersten Mal gedacht hätte“ sehr seltsam.

Hier fängt die Sache endgültig an zu kippen. Ich hätte es besser gefunden, wenn der Typ sich nicht an Elly erinnert hätte.
Seine Worte bzw. seine Ungläubigkeit heben Ellys „Heldentum“ so stark hervor, dass ihre Geste fast schon wieder unsympathisch wirkt.

Ich möchte mich nicht an jedem einzelnen Satz hochziehen. Ich sage es einfach mal so, ich bin der Meinung, dass man den Absatz hätte schöner schreiben können, als Beweis dafür, führe ich folgenden Satz an: „Er schaut mich an, als wäre ich aus einer Klapsmühle entsprungen“ ;)

"Wir haben heute eine Weihnachtsfeier. Wenn du möchtest darfst du gerne kommen. Ich lass auch eine warme Dusche und ein paar frische Kleider springen." Bevor er allzu skeptisch drein blicken kann werfe ich schnell hinterher "- welche von Tom natürlich." Ich drücke Toms Arm und hoffe, er nimmt es mir nicht übel.
"Das ist nicht dein Ernst." Seine Stimme klingt rau und ich möchte mir einbilden, dass es vor Rührung ist. Ist es natürlich nicht, aber der Gedanke gefällt mir.
"Doch, das ist mein voller Ernst. Ich feiere heute Abend mit meinen Freunden, und der Mann, der das möglich gemacht hat, sollte nicht fehlen. Außerdem siehst du nicht aus, als ob du - anderweitige Verpflichtungen hättest."
Er starrt mich immer noch an. "Und was sagt dein Macker dazu?"
Oh bittebittebitte Tom! Schau ihn dir doch an. Das ist niemand, der verprügelt werden muss, das ist jemand, der ein Weihnachtswunder braucht.
Tom blickt von ihm zu mir und wieder zurück. Schließlich zuckt er mit den Schultern und sagt: "Es ist ihre Party, sie kann einladen, wen sie will."
Ich könnte ihn küssen.


Für mich liegt der Fall klar auf der Hand, der Typ sollte nicht wissen, warum Elly so nett zu ihm ist. Die Tatsache, dass er ihr das Leben gerettet hat, hätte man auch in ihren Gedanken unterbringen können.
Mir ist das alles zu sehr schwarz-weiß-Malerei. Aber gut, es ist Weihnachten ;)


2002

"He! Azubi! Scheiße fegen ist angesagt. Zimmer 0-0-12." Dass er mich blöd von der Seite anmacht, das ist mir wurscht. Dass ich die 'Drecksarbeit' machen soll, ist völlig in Ordnung. Ich bin immerhin froh, dass ich den Job hier habe. Aber was gar nicht geht, ist die Art, wie er über die Alten spricht. Das macht der Wichser schon den ganzen Tag.
"Halt endlich die Klappe, Arschloch."
"Wie meinen?"
"Ist dir eigentlich schon mal in den Sinn gekommen, dass die Menschen, die hier einsam in ihren Zimmern liegen auch Weihnachten haben? Klar wärst du lieber bei deiner Familie, aber so geht's ihnen auch. Sie können nur nichts dran ändern. Du dagegen hast die Wahl und wirst sogar noch dafür bezahlt. Da kann man schon erwarten, dass du ihnen wenigstens ein bisschen Respekt entgegen bringst." Mein Blick fällt auf den dicken Stapel Weihnachtspost. "Und die da solltest du vielleicht endlich mal verteilen, damit sie noch vor Ostern ankommen."


„… ist völlig in Ordnung. Ich bin immerhin froh …“ – Das Wort „immerhin“ erschließt sich mir in diesem Zusammenhang nicht.

Was mir hier besonders aufgefallen ist, war die Behauptung, dass das Arschloch eine Wahl hat. Das kann ich mir gar nicht vorstellen, denn dann wäre er ja bei seiner Familie, anstatt sich durch die Krankenhausflure zu stenkern. Mir gefällt überhaupt die ganze Argumentation nicht. Ich finde sie nicht schlüssig. Ich sehe den Zusammenhang zwischen den kranken Menschen, Weihnachten und dem Respekt nicht, ich sehe nicht, was die Bezahlung mit dem Respekt zu tun hat. Ich meine, man sollte doch grundsätzlich vor allem und jedem Menschen Respekt zeigen, egal wann und wo. Mitgefühl wäre vielleicht das treffendere Wort gewesen.

Ich habe übrigens überhaupt keinen Plan, wer hier eigentlich spricht. Liegt vielleicht an mir. Ich kapier‘s nicht.

Ich kann verdammt furchteinflößend sein, wenn ich das will. Zwei Meter Zwei ist dafür mehr als ausreichend, auch ohne Rastazöpfe und Nietenjacke. Deshalb kuscht der kleine Scheißer und brummelt irgendwas vor sich hin, das nach ner Entschuldigung klingt. Ich hoffe, ich hab ihn wirklich was zum Nachdenken gebracht.
Ich schnapp mir den Reinigungscaddy und mach mich auf den weg zum Zimmer 0-0-12.
Der alte Mann weint. Ich lass ihn in Ruhe, mach erst ihn sauber, dann sein Bett. Er schweigt die ganze Zeit, aber dicke Tränen laufen ihm über die Wangen. Er sieht verdammt blass aus.
Als er wieder in seinem Bett liegt, kann ich nicht einfach so gehen.


1. „kuscht und brummelt irgendetwas vor sich hin“ – sollte gleichzeitig stattfinden „Deshalb kuscht der kleine Scheißer. Er brummelt irgendwas vor sich hin…“
2. „Ich hoffe, ich habe ihn wirklich zum Nachdenken gebracht.“ – Womit denn?
3. Ich weiß immer noch nicht, aus wessen Perspektive diese Szene geschildert wird. Das heißt, gut, ich weiß es mittlerweile, weil ich gerade noch mal in den ersten Teil reingelesen habe, aber es bleibt verwirrend … mir ist auch nicht gleich klar, ob wir uns hier in einem Altenheim oder in einem Krankenhaus befinden. Es ist verwirrend. Elly arbeitet ja auch im Krankenhaus.

"Ist doch alles nicht so schlimm."
Er winkt ab, weint aber weiter.
"Was ist denn los?"
"Ich bin nicht hingegangen."
"Hingegangen?"
"Sie hat mich zu ihrer Weihnachtsfeier eingeladen und ich bin - nie - hingegangen."
Ob er von seiner Frau spricht? "Sie hat ihnen bestimmt verzieh'n."
"Dieses Jahr hat sie mich nicht eingeladen."
"Die Post ist noch nicht durch."
Aber er hört mir gar nicht richtig zu. "Ich war so ein sturer Bock." Er schluchzt "Es tut mir so leid." er schluchzt wieder und plötzlich wird er ganz panisch "Sie müssen es ihr sagen! Bitte, sie müssen ihr sagen, dass es mir leid tut, dass ich sie liebe. Bitte ..."
Er wird immer leiser, aber die Angst frisst sich tief in seine Augen. Ich nicke und beschwichtige ihn, sage ihm, ich würde sie gleich morgen anrufen. Da wird er ganz ruhig und drückt sich in sein Kissen.
Ich gebe ihm ein Taschentuch und werfe einen Blick in sein Krankenblatt. Ja, ich überlege seine Tochter oder Frau gleich jetzt noch anzurufen. Ich traue meinen Augen nicht, als ich seinen Namen lese.


Hm. Ne, tut mir leid. Ich steige nicht mehr durch ;)
Ich glaube übrigens nicht, dass Ellys Vater von ihr als „sie“ sprechen würde. Zumindest wage ich das anzuzweifeln, zumal er sie im nächsten Absatz auch noch mit „Leon“ anspricht.


Ganz genau 24 Minuten nach dem Anruf stehe ich in der Tür des Krankenzimmers.
Papa liegt in seinem Bett. Ganz mager und grau ist er im Gesicht.
"Leon?", fragt er.
Meine Stimme birst fast, als ich ihm antworte "Eleonore - Elly."
Er bricht in Tränen aus "Oh, Elly! Es tut mir so leid."
Und dann liegen wir uns in den Armen.
Ich kann es nicht fassen.
Es ist Weihnachten.


Was ist mit dem Vater, stirbt er? Du hast das im vorherigen Absatz angedeutet, als der mysteriöse Ich-Erzähler in das Krankenblatt gesehen und sich dazu entschieden hat, die Verwandten doch gleich zu informieren. Darf ein Azubi so etwas überhaupt? Oder war der Azubi der andere? Ach, es ist so verwirrend! ;) Na, egal.

Das der Vater Elly am Ende Elly nennt, hat keine so große Wirkung, wie es hätte haben können, wenn der Vater nicht zuvor schon von einer „sie“ gesprochen hätte, als der Pfleger bei ihm war.
Davon abgesehen ist das Ende so kurz, das man fast nichts dazu sagen kann. Mein Tipp wäre, die Vaterfigur vom Ende noch mal mit der vom Anfang abzugleichen. In meinen Augen sind das zwei verschiedene Charaktere.

Ich glaube, Arius hat angemerkt, dass man den Krebs schon früher hätte entdecken müssen, wenn Elly eine Geschlechtsumwandlung hinter sich hat. Das sehe ich anders. Für mich liegt der Hund eher im Aufbau begraben. Es war nicht ersichtlich, dass das erste Treffen, dass zwischen Elly und ihrem Vater stattfinden sollte, irgendwie besonders wäre. Was das angeht, hast du die Geheimniskrämerei übertrieben. Es wäre nichts verloren gewesen, wenn Elly der Begegnung mit ihrem Vater mit mehr Nervosität entgegen gesehen hätte und wenn klar ersichtlich gewesen wäre, dass sie sich seit längerer Zeit nicht mehr gesehen haben.
Ich meine auch, man hätte vage durchblicken lassen müssen, wie sich die Beziehung zwischen den Beiden in der Zeit davor gestaltet hat. Das hätte man mit ein paar Worten bewerkstelligen können.

Die Typen die Elly überfallen haben, finde ich seltsam. Warum haben sie das getan? Das verstehe ich nicht. Und warum lungert der eine Typ später bei ihr vor der Haustür zwischen den Mülltonnen rum? Das habe ich auch nicht verstanden.
Ich habe überlegt, ob Elly vielleicht gar keine Geschlechtsumwandlung hinter sich hat, sondern einfach nur als Frau lebt. Das hätte Toms Verhalten (sein Zögern) erklärt und auch seine Rede über die Liebe, aber wiederum nicht das Verhalten des Vaters, dann wäre er nicht so außer sich gewesen, als er ihr im Krankenhaus begegnet ist.


Tja, du siehst, es sind noch Fragen offen. Trotzdem hat mir der Text gefallen. Besonders die Themenzusammenstellung fand ich sehr schön und gelungen. Am meisten hadere ich noch mit den Raufbolden, der Rest ist interessant und vom Prinzip her auch stimmig … irgendwie ;)

Ich hoffe, bei meinem Gekritzel war die ein oder andere Anmerkung dabei, die du gebrauchen kannst.

Grüße von
Quixotiz
Quixotiz
 
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