[Nachdenk]Du kannst es dir leisten

Gesellschaft, Kritik, Philosophisches

[Nachdenk]Du kannst es dir leisten

Beitragvon EinfachIch » 15.01.2015, 21:10

Hallo ihr Schreiberlinge,

nachdem ich ja nun schon einige Werke lesen durfte und auch hier und da meinen Senf dazugab, traue ich mich nun auch etwas hier zu schreiben. Allerdings weiss ich leider nicht ob ich den Text hier im richtigen Forum plaziert habe.
Es wäre mein erster Text überhaupt, den ich sozusagen veröffentliche. Eine Übung... Ich bitte also um Nachsicht wenn es nicht dem vorherschenden standart entspricht. Ich gebe mir Mühe zu lernen. (Hab ich schon erwähnt das Rechtschreibung nicht meine Stärke ist?)

Bei dem Titel bin ich mir nicht sicher ob er gut gewählt ist... vielleicht weiss ja jemand einen besseren.
Nachtrag: Ich habe den Titel auf Vorschlag von Magico und Julia89 geändert.


Routine Du kannst es dir leisten

Es ist schon spät. Die Tür öffnete sich, wie so oft in dieser Nacht. Schwungvoll und ausgelassen betratest du und deine Freunde das Lokal. Ihr habt gelacht, du warst der lauteste. Vielleicht kamt ihr von einer Party oder aus einer Kneipe, das wusste sie nicht. Doch ihr hattet schon etwas getrunken. Das konnte jeder sehen und riechen.

Ihr habt euch an einen der runden Tische gesetzt. Du bestelltest eine runde für dich und deine Freunde. Das Bier kostete 4 Euro aber du kannst es dir leisten. Du kannst dir alles leisten, auch den überschwänglichen Klaps auf den Hintern des Mädchens das euch eure Getränke brachte. Sie lächelte, denn du kannst es dir leisten.

Es dauerte nicht lange und du hattest dein Opfer gefunden. Ein junges, hübsches Mädchen saß an der Bar. Du hast mit dem Kopf auf sie gezeigt. Ihr habt getuschelt und gelacht.
Dann hast du dich getraut. Bist selbstsicher aufgestanden und hast dich zu ihr gesetzt. Du hast genug Selbstbewusstsein, du kannst es dir leisten.

Deine Freunde beobachteten euch, sie nickten und gestikulierten. Lachten und tranken. Sie waren stolz auf dich, denn du hast dich getraut.
Sie lächelte dich an. Lachte über deine Scherze. Deine Hand lag auf ihrem Knie und es schien ihr zu gefallen.
Schnell wart ihr euch einig. Du brauchst nicht handeln, denn du kannst es dir leisten. Das Mädchen nahm deine Hand und stand auf. Zog dich vorsichtig zur Treppe die nach oben führte.
Du schautest zu deinen Freunden. Sie lachten und gaben dir ein „Daumen hoch“ gefolgt von anderen, beglückwünschenden, Kommentaren. Sie konnte sie hören aber sie lächelte nur.

An ihrer Hand führte sie dich den Flur entlang in ihr Zimmer. Du hast kurz in der Hosentasche deiner Marken Jeans gekramt und einen zerknüllten 50€ Schein auf die kleine Kommode gelegt. „Passt so“ hast du gönnerisch gesagt. Du kannst es dir leisten.

Sie lächelte und bedankte sich freundlich während sie etwas aus einer Schublade holte.
Du brauchtest keine Aufforderung um dich auf ihr Bett zu setzen. Sie lächelte nur und setzte sich neben dich, legte dir eine Hand auf dein Knie. Ihren anderen Arm legte sie um deinen Hals, wandte sich dir zu, schenkte dir ihre volle Aufmerksamkeit.
„Womit möchtest du anfangen?“ Fragte sie leise und gab dir das Gefühl der Mittelpunkt ihrer Welt zu sein.
Du warst still, hast nicht mehr gelacht. Du schautest sie an, deine Augen wurden rot und langsam löste sich die erste Träne. Wanderte langsam über deine Wange. Du legtest deinen Kopf an ihre Schulter und konntest das Meer an Tränen nicht mehr aufhalten.
Sie hatte dir nichts getan aber sie wusste es. Glaubte deinen Schmerz zu kennen. Du warst nicht der erste der es sich leisten konnte. Sie streichelte dir Sanft durchs Haar und wog dich wie ein kleines Kind in ihren Armen.

In den dreißig Minuten habt ihr kein Wort miteinander gewechselt. Sie hat dich gehalten während du an ihrer Schulter weintest. Es hat dich befreit, du konntest es dir leisten.
Dann bist du aufgestanden und hast dir dein Gesicht gewaschen. Nur kurz bist du in der Tür stehen geblieben als wolltest du etwas sagen. Aber du hast es nicht, kein Blick zurück. Aber du konntest es dir ja auch leisten.

Unten bist du grinsend auf deine Freunde zugegangen. Die Begrüßung war laut. Du hast geprahlt und sie schenkten dir Anerkennung. Einer klopfte dir auf die Schultern. Für sie warst du der Held der Stunde. Du hast es dir geleistet.

Sie kam hinter dir die Treppe hinunter, sie hat alles gehört und gesehen. Doch sie lächelte nur und setzte sich wieder an die Bar.
Zuletzt geändert von EinfachIch am 16.01.2015, 18:35, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Routine

Beitragvon magico » 16.01.2015, 10:52

Hallo EinfachIch,

dann will ich mal der Erste sein, der deinen ersten Text kommentiert.

Schwungvoll und ausgelassen betratest du und deine Freunde das Lokal.


Ein sehr komplizierter Satz. Zum einen durch das umständliche "betratest" und zum anderen, weil "du" Einzahl verlangt und "deine Freunde" Mehrzahl. Ich bin mir selbst unsichher ob es "... betraten du und deine Freunde ..." heißen müsste. Aber wahrscheinlich schon, da es ja mehrere Personen waren.

... du warst der lauteste.


* der Lauteste (groß)

... das wusste sie nicht.


Wer ist "sie"? An dieser Stelle hat der Leser noch keinen Bezug zur später auftretenden Person.

Du bestelltest eine runde ...


* Runde (groß)

Sie lächelte dich an. Lachte über deine Scherze. Deine Hand lag auf ihrem Knie und es schien ihr zu gefallen. Schnell wart ihr euch einig.


Ich weiß nicht, ob es beabsichtigt ist, aber spätestens an dieser Stelle war ich mir 100%ig sicher, dass es sich um eine Prostituierte handelt.

Du hast kurz in der Hosentasche deiner Marken Jeans gekramt ...


* Marken-Jeans oder Markenjeans

... legte dir eine Hand auf dein Knie.


Entweder das "dir" oder das "dein" streichen bzw. ersetzen, denn so ist es irgendwie doppelt-gemoppelt.

Du warst nicht der erste der es sich leisten konnte.


* der Erste (groß)

Sie streichelte dir Sanft


* sanft (klein)


Fazit:

Du schreibst in einer sehr umständlichen Vergangenheitsform mit all diesen "legtest, brauchtest, schautest" usw. Das macht es ein wenig stockend bzw. ungewöhnlich zu lesen. Allerdings ziehst du diesen Stil konsequent durch, wodurch man sich, etwa ab der Mitte, daran gewöhnt hat.

Mir gefallen die eingestreuten Wiederholungen "du kannst es dir leisten" und "sie lächelte".

Die paar Kommafehler, die mir aufgefallen sind, habe ich nicht angestrichen.

Thematisch hast du natürlich etwas aufgegriffen, was bei vielen männlichen Mitbürgern wohl lieber unter Verschluss bleiben soll. :mrgreen: Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es oft genau so abläuft.

Zum Titel: Am besten würde doch "Du kannst es dir leisten" passen.


Grüße - magico
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Re: Routine

Beitragvon julia89 » 16.01.2015, 13:01

Hallo EinfachIch :D

dann will ich mich mal an deinem Text austoben... Wie immer gilt: Nimm, was du brauchen kannst, den Rest vergiss einfach.

Der Einfachheit halber korrigiere ich zunächst mal Tipp-, Rechtschreib- und Kommafehler einfach direkt im Text. Ich schreibe gleich die (meiner Meinung nach) richtigen Formen und markiere dir das alles in grün (ja, absichtlich nicht rot :wink: ). Ich hoffe, man kann die eingefügten Kommas in Grün erkennen.

Es ist schon spät. Die Tür öffnete sich, wie so oft in dieser Nacht. Schwungvoll und ausgelassen betraten du und deine Freunde das Lokal. Ihr habt gelacht, du warst der Lauteste. Vielleicht kamt ihr von einer Party oder aus einer Kneipe, das wusste sie nicht. Doch ihr hattet schon etwas getrunken. Das konnte jeder sehen und riechen.

Ihr habt euch an einen der runden Tische gesetzt. Du bestelltest eine Runde für dich und deine Freunde. Das Bier kostete vier Euro, aber du kannst es dir leisten. Du kannst dir alles leisten, auch den überschwänglichen Klaps auf den Hintern des Mädchens, das euch eure Getränke brachte. Sie lächelte, denn du kannst es dir leisten.

Es dauerte nicht lange und du hattest dein Opfer gefunden. Ein junges, hübsches Mädchen saß an der Bar. Du hast mit dem Kopf auf sie gezeigt. Ihr habt getuschelt und gelacht.
Dann hast du dich getraut. Bist selbstsicher aufgestanden und hast dich zu ihr gesetzt. Du hast genug Selbstbewusstsein, du kannst es dir leisten.

Deine Freunde beobachteten euch, sie nickten und gestikulierten. Lachten und tranken. Sie waren stolz auf dich, denn du hast dich getraut.
Sie lächelte dich an. Lachte über deine Scherze. Deine Hand lag auf ihrem Knie und es schien ihr zu gefallen.
Schnell wart ihr euch einig. Du brauchst nicht handeln, denn du kannst es dir leisten. Das Mädchen nahm deine Hand und stand auf. Zog dich vorsichtig zur Treppe, die nach oben führte.
Du schautest zu deinen Freunden. Sie lachten und gaben dir ein „Daumen hoch“, gefolgt von anderen [Komma raus] beglückwünschenden [Komma raus] Kommentaren. Sie konnte sie hören, aber sie lächelte nur.

An ihrer Hand führte sie dich den Flur entlang in ihr Zimmer. Du hast kurz in der Hosentasche deiner Markenjeans gekramt und einen zerknüllten 50€-Schein auf die kleine Kommode gelegt. „Passt so“, hast du gönnerisch gesagt. Du kannst es dir leisten.

Sie lächelte und bedankte sich freundlich, während sie etwas aus einer Schublade holte.
Du brauchtest keine Aufforderung, um dich auf ihr Bett zu setzen. Sie lächelte nur und setzte sich neben dich, legte dir eine Hand auf dein Knie. Ihren anderen Arm legte sie um deinen Hals, wandte sich dir zu, schenkte dir ihre volle Aufmerksamkeit.
„Womit möchtest du anfangen?“, fragte sie leise und gab dir das Gefühl, der Mittelpunkt ihrer Welt zu sein.
Du warst still, hast nicht mehr gelacht. Du schautest sie an, deine Augen wurden rot und langsam löste sich die erste Träne. Wanderte langsam über deine Wange. Du legtest deinen Kopf an ihre Schulter und konntest das Meer an Tränen nicht mehr aufhalten.
Sie hatte dir nichts getan, aber sie wusste es. Glaubte deinen Schmerz zu kennen. Du warst nicht der Erste, der es sich leisten konnte. Sie streichelte dir sanft durchs Haar und wog dich wie ein kleines Kind in ihren Armen.

In den dreißig Minuten habt ihr kein Wort miteinander gewechselt. Sie hat dich gehalten, während du an ihrer Schulter weintest. Es hat dich befreit, du konntest es dir leisten.
Dann bist du aufgestanden und hast dir dein Gesicht gewaschen. Nur kurz bist du in der Tür stehen geblieben als wolltest du etwas sagen. Aber du hast es nicht, kein Blick zurück. Aber du konntest es dir ja auch leisten.

Unten bist du grinsend auf deine Freunde zugegangen. Die Begrüßung war laut. Du hast geprahlt und sie schenkten dir Anerkennung. Einer klopfte dir auf die Schultern. Für sie warst du der Held der Stunde. Du hast es dir geleistet.

Sie kam hinter dir die Treppe hinunter, sie hat alles gehört und gesehen. Doch sie lächelte nur und setzte sich wieder an die Bar.


Dann noch ein paar Einzelheiten:


EinfachIch hat geschrieben:Vielleicht kamt ihr von einer Party oder aus einer Kneipe, das wusste sie nicht.

Wie magico schon angemerkt hat, ist dem Leser an dieser Stelle nicht klar, wer "sie" denn sein soll. Ein Gast? Eine Kellnerin?
Ich frage mich, ob "sie" an dieser Stelle überhaupt schon erwähnt werden muss? Ich persönlich würde diesen Teil des Satzes einfach streichen.


EinfachIch hat geschrieben:Es dauerte nicht lange und du hattest dein Opfer gefunden.

Ich weiß nicht, ob ich "Opfer" passend finde. Im Nachhinein betrachtet hat das Mädchen ja sehr leichte 50€ verdient. :wink: Auch wenn seine Kumpels von anderen Ereignissen ausgehen.


EinfachIch hat geschrieben:Dann hast du dich getraut. Bist selbstsicher aufgestanden und hast dich zu ihr gesetzt. Du hast genug Selbstbewusstsein, du kannst es dir leisten.
Deine Freunde beobachteten euch, sie nickten und gestikulierten. Lachten und tranken. Sie waren stolz auf dich, denn du hast dich getraut.
Sie lächelte dich an. Lachte über deine Scherze. Deine Hand lag auf ihrem Knie und es schien ihr zu gefallen.

Hier hat man noch den Eindruck, als handle es sich um ein "ganz normales" Mädchen, das er anspricht. Eine Art Kneipen-Flirt. Im Nachhinein war ich dann etwas irritiert, dass es sich wohl eher um eine Prostituierte handelt?
Dann allerdings frage ich mich, weshalb er sich "trauen" muss. Eine Prostituierte anzusprechen ist ja nun nicht so die "Mutprobe". :lol: Zumal sie sich dann wohl eher in einem Bordell als in einer normalen Kneipe befinden oder?
Vielleicht kann ich das als Frau aber auch nur schwer nachvollziehen... :mrgreen:


Wie magico hatte ich auch die ersten paar Sätze lang ein wenig Probleme mit der Vergangenheitsform. Aber man gewöhnt sich tatsächlich daran, sodass ich dazu tendieren würde, diesen Stil beizubehalten. Es hat einen gewissen Reiz, auch wenn es eher umständlich zu lesen ist.

Insgesamt hat mir dein Text recht gut gefallen. Es ist jetzt nichts Spektakuläres, aber ein schöner Einblick ins "Männerleben". :wink:


magico hat geschrieben:Zum Titel: Am besten würde doch "Du kannst es dir leisten" passen.

Diesem Vorschlag würde ich ansolut zustimmen.
"Routine" finde ich etwas unpassend bzw. nichtssagend. Aber "Du kannst es dir leisten" würde perfekt den Kernpunkt der Geschichte aufgreifen.

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen.

LG
Julia
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Re: Routine

Beitragvon EinfachIch » 16.01.2015, 18:32

Hallo Magico! hallo Julia89!

Vielen lieben dank das ihr euch die Mühe gemacht habt mir eine Kritik zu geben! Das hilft mir wirklich ungemein weiter :) Danke

Ich werde mir eure Kritik zu herzen nehmen und den Text dementsprechend verbessern. (Nicht nur was meine alles überragende Rechtschreibung angeht :roll:)

EinfachIch hat geschrieben:Es dauerte nicht lange und du hattest dein Opfer gefunden.

julia89 hat geschrieben:Ich weiß nicht, ob ich "Opfer" passend finde. Im Nachhinein betrachtet hat das Mädchen ja sehr leichte 50€ verdient. :wink:


Aber mit dem "Opfer" wollte ich eigentlich auf etwas anderes hinaus. Wer seinen Körper, ich sage mal "verkauft", wird oft nicht mehr als Mensch gesehen sondern oftmals nur noch als "Ware". Und damit meine ich nicht nur die Käufer (Von einigen Kommentaren dazu sehe ich mal ab).
Auf der anderen Seite werden Prostituerte gerne in der Politik oder selbsternannten Schutzengeln als "Opfer" verkauft. Was ebenfalls nicht oder nicht immer, zutrifft. Vielleicht sollte ich da noch mal schauen ob ich es anders formulieren kann.

Was für den einen leicht verdientes Geld ist, ist für den anderen eher belastend. Sowas steckt man nicht einfach weg. Jedenfalls nicht alle. Ich will jetzt auch gar nicht zu weit ausholen nur vielleicht darum bitten darüber mal nachzudenken.

Hier hat man noch den Eindruck, als handle es sich um ein "ganz normales" Mädchen, das er anspricht. Eine Art Kneipen-Flirt. Im Nachhinein war ich dann etwas irritiert, dass es sich wohl eher um eine Prostituierte handelt?


Wie auch Magico schon festgestellt hatte... Das ist richtig.
Ich wollte nicht das es gleich offensichtlich ist.

[quote=]Dann allerdings frage ich mich, weshalb er sich "trauen" muss. Eine Prostituierte anzusprechen ist ja nun nicht so die "Mutprobe". :lol: Zumal sie sich dann wohl eher in einem Bordell als in einer normalen Kneipe befinden oder?[/quote]
Sollte es eigentlich nicht sein aber für viele ist es doch so. Da muss man(n) sich schon mal Mut antrinken.

Ansonsten spielt die Szene weder in einem Bordell noch einer normalen Kneipe. Es sollte eine Bar sein. Da gibt es einige Unterschiede. Ich kann das gerne auch genauer erläutern falls es hilft.
Ich habe die Umgebung und Charaktere mit absicht grau gelassen, jedenfalls was das Erscheinungsbild angeht. Ich bin mir nicht sicher... muss ich da noch mal nachbessern?

Zum Stil... ich habe mit Absicht versucht etwas stockender zu schreiben. Und auch die Wiederholungen so gestreut. Mein Anliegen war es schon das man es nicht "runter liest" sondern eben hier und da stockt und nachdenkt. Wohl etwas zu hoch gegriffen für mein level.

Was den Titel angeht habt ihr beide Recht. Dabei war es so offensichtlich das ich es nicht erkannt habe. Danke für den Tip! Ich werde sie umbennen.

Also nochmals vielen lieben Dank für eure Mühe! Ich werde den Text jedenfalls nochmal überarbeiten und eure Vorschläge mit einbeziehen. (Auch ein riesen DANKE für die Hilfe bei der Rechtschreibung und Grammatik)

Ihr habt mir beide mehr als geholfen :)
EinfachIch
 
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Re: Du kannst es dir leisten

Beitragvon Primeltoaster » 15.03.2015, 18:04

Hey EinfachIch!

Ich möchte gerne - mal unabhängig von den Rechtschreib- oder Grammatikfehlern - auch etwas zu deinem Text sagen.

Zunächst einmal finde ich die Art, wie der Text geschrieben ist, mir der "direkten Ansprache" des Lesers bzw. zweiten Person Singular sehr interessant. Die Erzählung bekommt so fast einen appellativen bzw. wesentlich persönlicheren Charakter, als wolle man den Leser auf etwas aufmerksam machen oder befände sich mit ihm in einer Konversation.

Entgegen der Meinungen meiner Vorredner finde ich diesen Teilsatz ...
das wusste sie nicht.
... eigentlich auch interessant bzw. passend, gut platziert. Dieser Bezug auf sie, also das Mädchen an der Bar, wie man später erfährt, ist für mich eine Art Begründung für die Unsicherheit, die der erste Teilsatz mit sich bringt. Das heißt, dieser Satz wirkt durch das "das wusste sie nicht" wie ein Gedanke des Mädchens. Eigentlich also eine ziemlich coole Idee.

Hier am Anfang:
Es ist schon spät.
ist aus irgendeinem Grund ein Sprung im Tempus, also ich verstehe nicht ganz, was es für eine Rolle spielt, dass es schon spät IST (demzufolge zum Zeitpunkt, an dem die Geschichte erzählt wird), da der Weiterverlauf der Geschichte ja offensichtlich in der Vergangenheit liegt. Ist das irgendwie beabsichtigt?

Bei den sich wiederholenden "Du kannst es dir leisten" bzw. "Du konntest es dir leisten"-Sätzen hingegen finde ich die Sprünge in der Zeitform sinnvoll platziert, also sie erschienen mir beim Lesen des Textes passend.

Du hast mit dem Kopf auf sie gezeigt.
hier würde ich in Erwägung ziehen, das gezeigt durch ein passenderes Wort, z.B. gedeutet, in die Richtung genickt oder ähnliches zu ersetzen. Mit dem Kopf zeigen erscheint umständlich bzw. mindestens unüblich.

Aber du hast es nicht, kein Blick zurück. Aber du konntest es dir ja auch leisten.
Hier finde ich die zweifache Wiederholung von Aber am Satzanfang etwas unschön. Vielleicht könnte man das erste aber durch den vorherigen Kontext auch einfach weglassen.

Die Begrüßung war laut.
klingt ein bisschen zu einfach/primitiv/"formulierungsfaul" :D finde ich, dass eine Begrüßung "laut ist". Da würde mir etwas wie "Die Begrüßung fiel lautstark aus" oder sogar eine einfache Ellipse wie "Lautstarke Begrüßung." besser gefallen.

Genau, ansonsten ist mir (außer der tatsächlich zahlreich vorhandenen Rechtschreib-, Grammatik- und Interpunktionsfehler (üben, üben, üben :roll: )) nichts weiter aufgefallen. Allgemein zum Inhalt des Textes würde ich aber noch sagen, dass ich diesen auch relativ interessant, vielleicht sogar "lebensnah" finde. Die Erzählung hat außerdem für mich diesen typisch-nebulösen Kurzgeschichtencharakter, der dazu anregt, über das Erzählte nachzudenken oder einen tieferen Sinn hinter dem sonst einfachen, kurzen Text zu erfassen. Von daher schon mal gute Arbeit finde ich. =)
Primeltoaster
 
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