Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Hier können Weltenbastler ihre eigene Welt erschaffen. Wenn du beim Welten bauen Unterstützung brauchst z.B. Namen für Charaktere, Orte, Wesen etc. suchst, ist hier der richtige Ort.

Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon anell » 21.07.2011, 15:20

Ich werde auch mal drauf antworten.
Ich hab zwar keine eigene Welt so wie Mittelerde, aber eine schicke, kleine Version unserer Welt.

1.Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Zuerst gab es die grobe Idee für die Geschichte, der Rest kam so nach und nach dazu.

2.Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Sie beginnt mit einem Friedensvertrag der sich lokal begrenzt auf ein bestimmtes Stück Welt sehr positiv auswirkt und viele negative Dinge auslöst. Mal so grob gesagt.

3.Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
Es nicht genau durchdenken. Vorallem das Magiesystem soll und muss perfekt ausgearbeitet sein. Man darf nicht sagen: Ja lari-fari mal sehen. Es müssen klar deffinierte Regeln gelten und keine Ausnahmen gemacht werden, weil man einen Char besonders mag. Die Regeln müssen straff ummessen sein. Ausnahmen führen dazu, dass alles in die Rabatten geht.

4.Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
Versuch etwas eigentständiges zu machen. Orientiere dich nicht an Autor XY, fürchte aber auch nicht davor Dinge die man als allgemeingültig ansehen kann zu verwenden eben weil Autor XY das auch tut. (Bsp. Zwerge leben unterirdisch, Schüler mit magischer Begabung besuchen Internate).

5.Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
Das wichtigste ist, dass sie stimmig ist. Abgerundet, dass alles was gesagt getan wird nachvollziehbar ist. Das die Kräfte gleichmäßig verteilt sind.

6.Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Keine Ahnung. Ich bin Autorin, das ist meine Begabung :wink: wie kommt ein Maler auf die Idee für ein neues Bild? Inspiration ist überall in allem was ich sehe, lese, höre.

7.Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
Beides ist toll. Selbst zu erschaffen ist natürlich deshalb einfacher, weil man sich an keine Regeln halten muss.

8.Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Aber auf jeden Fall. Es gibt nix tolleres, diese Welt gehört (bis jetzt) mir allein. Und ich darf mich darin austoben, in ihr wüten, sie zerstören und wieder aufbauen. Ich bin eine schrecklihce Göttin und wer in meiner Welt stirbt und tot bleibt, darf sich glücklich schätzen.

9.Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
Komplett? Sie ist noch längst nicht komplett. Wie die echte Welt, die echte Gesellschaften und Länder wächst, verändert und stirbt sie.


10.Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Außer zum Tagträumen nicht. Ich bin nicht so der neue Miter für alte Häuser Typ Mensch. Ich schlüpfe gern in die Welt anderer Autoren und mache mit ihren Figuren rum. Aber meine sind doch noch einen Tick besser. Wie gesagt zum tagträumen ja, zum mich kreativ austoben nein. Weil ich eben immer an die Grenzen stoße die ein anderer mir gesetzt hat. Und ich mag keine Grenzen in diesem Bereich.h :wink:
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Lebinoriel » 11.08.2011, 19:39

1.Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Zuerst kam eine kleine Geschichte, dann noch eine und noch ein paar mehr. Einige kleine Geschichten sind zu einer großen verwachsen und dabei haben sich auch die Charaktere und die Welt ein wenig ausgebildet. Andere kleine Geschichten erzählen ein wenig von der Geschichte der Welt. Ich schreibe immer das auf, was mir gerade in den Sinn kommt und so entstehen die Geschichte, die Charaktere und die Welt letztendlich alle zusammen. Im Augenblick ist meine Hauptarbeit, aus den ganzen Bruchstücken eine Weltkarte zu erstellen, damit ich mal einen Überblick bekomme.

2.Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Die Schöfpungsgeschichte beginnt bei mir, wie der Name schon sagt, bei der Schöpfung. Es gibt einen Gott, der alle Materie und die Naturgesetze erschaffen hat und somit auch die Welt, auf der meine Geschichte spielt. Im Moment endet die Vergangenheit der Welt noch bei der Entstehung intelligenten Lebens. Danach geht sie nur sehr Bruchstückhaft weiter, weil mir erst wenige historische Ereignisse eingefallen sind und ich das auch erst wieder in Angriff nehmen werde, wenn ich eine Landkarte habe auf der ich die Völkerbewegungen nachvollziehen kann.

3.Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
Das wüsste ich auch zu gern. Ich bin mir aber recht sicher mindestens die Hälfte schon gemacht zu haben. Bei mir herrscht völliges Chaos.
Einen wüsste ich allerdings doch. Wenn man eine Geschichte in einer eigenen Welt handeln lässt, sollte man auch diese Welt erschaffen und durchdenken, sonst kommt es früher oder später zu logischen Brüchen.


4.Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
Zuerst eine Welt zu erschaffen, davon eine Karte zu zeichnen und erst dann eine Geschichte darin spielen zu lassen. Die Vergangenheit und Bevölkerung der Welt sollte sich dann eigentlich zusammen mit der Geschichte entwickeln. Ich habe verkehrtrum angefangen, aber zumindest der letzte Punkt klappt.

5.Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
Ich sollte möglichst viel über die vorkommenden Völker und Länder wissen, damit meine Protagonisten abends am Lagerfeuer auch mal Geschichten oder Legenden erzählen können. Es ist notwendig, die Völker und Länder auf der Reiseroute der Protagonisten sehr gut zu kennen. Die nähere umgebung sollte man auch kennen, aber nicht so detailliert. Der Rest der Welt kann grob skizziert sein, große Teile können auch weiß bleiben, solange sie keinen direkten Bezug zur Geschichte haben. Generell sollte man aber immer danach streben so viel wie möglich über seine eigene Welt herauszufinden.


6.Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Ich male oder schreibe drauf los und lass mich überraschen was dabei raus kommt. Einige Orte habe ich auch irgendwann mal geträumt oder wirklich gesehen und lasse sie in die Welt einfließen. Davon abgesehen frage ich auch öfter andere, ob sie ihnen ein paar Sätze einer Geschichte einfallen. Aus den Sätzen schreibe ich dann Kurzgeschichten, die Teil der Weltgeschichte werden. Auf die Weise versuche ich dafür zu sorgen, dass auch mal grundlegend andere Geschichtsansätze meine Welt etwas aufmischen.


7.Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
Eine eigene Welt zu erschaffen ist komplizierter, als ich es mir zu Anfang vorgestellt habe, aber es ist dennoch sehr spannend. Ich weiß nicht, wie es ist in der echten Welt zu recherchieren, weil ich bis jetzt nur ausgedachte Geschichten geschrieben habe, aber wie einfach oder kompliziert es auch sein mag, ich finde eine eigene Welt zu erschaffen macht einfach viel mehr Spaß und schließlich schreibe ich genau deshalb, weil ich Spaß daran habe.

8.Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Definitiv. Ich bin jetzt schon froh über das bisschen, was ich bisher geschafft habe, weil ich darin nicht nur die eine Geschichte schreiben kann an der ich arbeite, sondern noch unzählige andere. Wenn sie fertig ist, habe ich für den Rest meines Lebens eine Welt, in der ich schreiben kann. Das ist die Mühe wert.
Außerdem ist die Welt für mich sowas wie ein Kind. Ich kümmere mich um sie, lasse sie wachsen, passe auf sie auf habe sie inzwischen sehr lieb gewonnen. Sie wird mit der Zeit eine zweite Realität, nur dass ich hin dieser meine Träume leben kann. Wenn mir die WIrklichkeit nicht gefällt flüchte ich mich ab und zu in diese Welt, die so ist wie ich sie gerade brauche. Je mehr ich für die Welt tue, desto mehr tut sie für mich, wenn ich sie brauche.

9.Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
Um eine grobe Vorstellung von der Welt zu haben bräuchte ich wenn ich will einen Tag, aber um sie fertigzustellen wohl ewig. Mit jeder Geschichte, die ich darin schreibe wird sie etwas vollständiger und es lassen sich immer hier und da noch weiße Flecken füllen, Städte und Dörfer in die Landschaft setzen, davon wiederum Stadtkarten malen, irgendwo im Meer ein paar Inseln erschaffen, neue Spezies kreieren und so weiter. Eine Welt ist meiner Ansicht nach nie fertig, aber nach ein paar Monaten ist sie bei mir hinreichend vollständig, um darin auch größere Geschichten zu erleben und anschließend aufzuschreiben.

10.Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Zum einen ja, weil mit die Welten in all den Büchern sehr gut gefallen (vor allem die Welten aus dem goldenen Kompass, meine Lieblingstrilogie). Immer wenn ich ein Buch lese habe ich das Problem, dass ich meine Welt dann schlecht finde und für eine Weile nicht an ihr weiter arbeite. Nachdem ich mit dem Buch durch bin stelle ich fest, dass meine Welt nicht schlechter ist, nur eben anders und noch nicht so ausgereift.
Zum anderen möchte ich die Welt am liebsten ganz alleine machen, weil es dann einfach meine ist, meine eigene Phantasie. Ich kenne später die Entstehungsgeschichte jedes Einzelnen Teils der Welt und es ist schon jetzt schön auf mein Erreichtes zurückblicken zu können. Das gibt mir auch die Motivation imemr ein bisschen weiterzumachen. Wie in Punkt 8 schon gesagt ist sie wie ein Kind (in meinem Fall noch ein Baby) und das eigene Baby wird man doch immer lieber haben als das eines anderen, und sei es auch noch so perfekt.




Und nun lese ich mir mal die anderen Beschreibungen durch. Ich bin gespannt, inwieweit meine Welt den anderne ähnelt oder sich unterscheidet.

LG, Lebinoriel
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Fianna » 28.08.2011, 17:15

1. Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Anfangs die Charaktere, jedoch bin ich so nicht vorangekommen. (Lag aber auch an meiner generellen Laienhaftigkeit beim Schreiben :D )
Inzwischen entwickele ich eigentlich erst die Welt bzw. das Land - die Grundtendenz des Charakters ist vorhanden, und danach schaue ich, in welchem Land ich den verorte oder aus welchem Land er stammt. Nach der Entwicklung des Landes wird dann Charakterborgen etc erstellt.


2. Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Die Schöpfung der Welt wird bei mir nicht thematisiert.
Ich beginne an dem Zeitpunkt der Handlung und gehe rückwärts: wie ist es zu der Situation gekommen? Waren die Länder mal autarker? Wie hat sich das Verhältnis der Länder und die innere Politik der Länder entwickelt (grob, oft ohne genaue Jahreszahlen)?
Wenn ich von der Schöpfung ausgehe, kann ich Jahre auf meine Welt verwenden; außerdem ist das bei vielen Geschichten nicht notwendig.


3. Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?

Sachen verwenden weil sie interessant sind, ohne darauf zu achten, ob dies alles stimmig zusammen passt.
Bsp: ein Land ohne geographische Grenzen mit starken Nachbarn kann keine längere Phase innerer Instabilität haben. Da kommt Nachbar A oder Nachbar B mit seinem Militär einmarschiert und macht sich diese Schwäche zunutze. => man muss also einen Hinderungsgrund haben; beispielsweise hat Nachbar A mit Nachbar B Krieg oder es gibt geographische Grenzen, die es A und B erschweren, einfach in das Land einzumarschieren, in dem die Handlung spielt.


4. Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?

Unbedingt auf Logik achten; alles hängt zusammen. (Geographie & Klima, Klima & Ressourcen, Klima & Kleidung --> können die bei diesen Ressourcen überhaupt hergestellt werden....)


5. Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?

Unwichtig: wie hat alles angefangen auf der Welt
Wichtig: was ist mit den angrenzenden Ländern? Wie ist die grobe Geschichte der letzten 100 Jahre (sowohl innerhalb des Landes, als auch im Zusammenspiel der Länder) Welche Technologie verwenden die Völker? Welche Ressourcen gibt es in dem Land? Passt das denn so zusammen?


6. Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Die zu erzählende Geschichte, die zwingenden Gegebenheiten des Landes (Geographie beeinflusst Klima etc) und Logik beeinflussen sich gegenseitig.
Wichtig ist in meinen Augen auch Recherche der realen, also dass man schaut, was möglich ist.
Bsp.: Ein dem klassischen Fantasybild entsprechender Ork wird nie mit einer Armbrust rumrennen - man hält zwar nur und schießt, insofern wirkt das wie eine primitive Waffe. Aber da steckt ein ganz komplizierter Mechanismus hinter. Gerade die einhändig zu benutzende Mini-Armbrust ist hochkompliziert und kam erst mit den letzten Kreuzzügen auf, weil sie einfach so saukompliziert zu fertigen ist. Sowas kann man keinem Ork mit Lendenschurz in die Hand drücken und sagen, er würde sie ja alle selber bauen.


7. Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?

Beides. Es ist einfacher, über unsere Welt zu recherchieren - aber es kann ganz schön langwierig sein, an die entsprechenden Informationen zu kommen (Bücher etc).
Also ist die Erschaffung einer eigenen Welt mit nur ein bisschen Recherche einfacher. Sollte etwas zu kompliziert in Erfahrung zu bringen sein, kann man es weglassen und einfach andere Elemente verwenden.


8. Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?

Auf jeden Fall!
Leser bemerken auch den Unterschied zwischen einer "funktionierenden" Welt und einer Welt, die einfach einige Dinge konstatiert, aber nicht wirklich logisch zusammen passt.


9. Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?

Das kommt drauf an, wie man das definiert. Ein Land (Geographie, Klima, Ressourcen, Gesellschaft, Politik, Architektur, Religion, jüngere Geschichte etc etc ) ist in sagen wir mal 1 Monat fertig. Wenn ich das Land auf einem bekannten Kontinent verorte gehts schneller.
Da ich aber einen Beruf und ein Studium nebenbei habe, dauert das natürlich länger, wenn man nur 2 x pro Woche Zeit dafür hat ^^


10. Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?

Nein, auf keinen Fall. Ich möchte meine eigenen Wesen und meine eigenen Gegebenheiten benutzen.
Meine Geschichten können nur in meiner Welt spielen, nicht in anderen, das ist beides (Geschichte und Welt) zu stark verzahnt.
Neueste Rubrik auf meinem Blog: Autoren-ABC
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Romantasy4ever » 12.12.2011, 17:47

So hab ich dann erstmal eine grobe Karte skizziert von der Welt.
Auf so ein Din A4 Blatt passte der Kontinet leider nicht ganz drauf, also erstmal nur die Osthälfte, reicht auch fürs erste. Also rechts das große Meer.

Ich hab dann überlegt, was so an geografischen Elementen rein sollte.
Großer Fluss, Wüste, Riesiges Gebirge, ein kleineres, Seen, Nadelwald, Urwald, Steppe, fruchtbare Böden, große und kleine Inseln..
Hab dann so drauf los gezeichnet und dann später auch ne "heilige" Urkarte gezeichnet, die heute immer noch nicht fertig ist.
Dabei hab ich versucht, das ganze erdkundlich korrekt zu machen. Der Nadelwald in den Norden, der Urwald in den Süden. Der große Fluss fließt vom großen Gebirge in das große Meer, nördlich davon Steppen , südlich eine Wüste, da ein kleines Gebirge den Wolken vom Meer den Weg versperrt.
Im Norden noch ein paar Seen, von denen ein Fluss nach Süden zum großen Fluss strömt, welcher wiederum in einem sumpfigen Delta im Meer mündet.

Hey!
Also ich bin ganz begeistert von deiner Art Welten zu erschaffen! Das Zeichnen macht dir warscheinlich auch sehr großen Spaß, oder? :D
Muss schon ein tolles Gefühl sein, zu wissen, du "erschaffst" mit deinen Händen gerade eine völlig neue Welt... :love: :froi:
Echt cool!!
LG R4E
Weil wir Engel ohne Flügel nicht Engel nennen können, nennen wir sie Freunde
"Amicus certus in re incerta cernitur - Einen wahren Freund erkennt man in der Not" --> aus "Die Hexen" von Lea Nicolai
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Glitzerherz2000 » 03.01.2012, 19:52

Hallo


Ich will jetzt auch mal meinen Senf dazugeben :D

Jacky hat geschrieben:
  1. Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
  2. Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
  3. Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
  4. Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
  5. Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
  6. Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
  7. Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
  8. Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
  9. Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
  10. Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Diese Fragen sind nur Denkanstöße, keine Dogmen ;)



Also:
1. Als erstes war da ein Chara, der in meinem Kopf herumgespukt ist, dann habe ich ihn auf eine Mission geschickt...in einer weißen Welt. Der beginn einer Geschichte. Diese weiße Welt wurde mir dann zu langweilig und so habe ich mir einen Welt erdacht und auf Papier gebannt. :D

2. Eine Schöpfungsgeschichte hab ich nicht, die Welt war schon da. :D
Ich habe mit einem großen Meer angefangen, dann eine Insel, und diese Insel ist immer größer geworden, bis sie ein Kontinent war. Dann habe ich sie aufgeteilt (in 3 Gebirge, die mit Wäldern eine Hochebene einkreisen, eine Wüste (auf der Hochebene, aber auch Platz für das Reich der Menschen) und mitten auf dem Kontinent habe ich einen See gesetzt. dann habe ich noch zwei Inseln, weil ich noch zwei Völker unterbringen musste...Dann war meine Welt vollendet (na ja fast) Habe einfach noch Städte hier und da hinzugefügt und...tadaaaa meine perfekte Welt!!! ;)

3. Eine Geschichte in einer anderen Welt zu schreiben, ohne sich Gedanken um eine Welt zu machen.
Heißt, sich irgenwie eine Welt zusammenmurksen, weil man sie ganz dringend braucht. Und sie dann aufs Papier klatschen...

4. Immer langsam mit den jungen Hühnern! :D :D
Heißt: Vorsicht mit den Eiern, sie gehen sonst kaputt. Man muss sich Zeit lassen, um eine ganze Welt erschaffen, das geht nicht an einem Tag.

5. Wo die Länder liegen, wie sie heißen, und wo die Städte liegen, die in der Geschichte vorkommen.
Naja, und man sollte natürlich wissen, welches Volk dieses Land bevölkert.
Der Rest ist nicht so wichtig!

6. Ich habe meinen Geist von einem Chara auf Entdeckungsreise geschickt... Dabei ist mir immer etwas eingefallen, was ich noch hinzufügen konnte.

7. Hmm...ich finde Beides. Ich habe nur seeehr wenig recherchiert, bevor ich mir meine Welt zusdammengebastelt habe.

8. Ja! Man kann es merken, wann der Autor sich Mühe mit der Welt gegeben hat, und wann er sie einfach hingeschmiert hat, sodass einige Unstimmigkeiten auftreten.

9. Schwer zu sagen... Meine Welt war relativ schnell fertig. ich habe sie mir im Kopf (auch während der Schulzeiten) ausgemalt, und dann eines Tages: So muss die bleiben! und habe sie auf Papier gebannt. Ich habe mit dem Meer angefangen. Dann der Kontinent und so weiter...und dann war die Welt doch anders, als ich es ursprünglich erdacht habe. Aber jetzt habe ich eine Urkarte vor mir liegen.

10. Niemals! Meine Charaktere könne nur in ihrer Welt so leben, wie sie es jetzt tun. Wenn, dann müsste ich meinen ganzen Plot umschreiben, oder ich müsste beides so rumbiegen, bis es halbwegs zusammenpasst. Aber dann passt einfach nichts zusammen (ich wiederspreche mir gerade selbst...). Welt und Charas müssen von Anfang an zusammenpassen. Wenn sie das nicht tun, kann ich die Welt nicht gebrauchen. Deshalb muss ich meinen Charas eine Welt zusammenschneidern :D

Lg
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If "Plan Z" didn't work either: You're probably f***ed.
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Zauberzunge » 03.04.2012, 00:05

Hallo!

Die 10-Fragen Idee finde ich gar nicht so schlecht, deshalb versuche ich es einmal damit. Außerdem hat das den Vorteil, dass ihr besser „mitkommt“ und die Fragen, die euch nicht so interessieren, besser überspringen könnt.

1. Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Dass ich eine Fantasygeschichte schreiben will, war mir von Anfang an klar. Aber trotzdem kam bei mir zuerst der Hauptcharakter, an der sich dann eine magischen Fähigkeit entwickelte. Die dazu nötigen Einschränkungen – wenn alles zu einfach wäre, wäre es ja langweilig – haben sich mit der Zeit entwickelt, genauso wie die Geschichte darum. Die magische Welt gehörte dann einfach dazu. Alles zusammen – Hauptcharakter und zugehörige magische Fähigkeit, magische Welt und Geschichte – sind seitdem eher parallel entstanden.

2. Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Eine Schöpfungsgeschichte wie in der Bibel oder eine, von der die Leuteglauben, dass sie so erschaffen wurden oder entstanden sind? So etwas hängt doch stark mit der Religion zusammen (wenn man daran glaubt). Oder auch mit der Wissenschaft oder ähnlichem. Die beiden Religionen, die ich bisher entworfen habe, haben da sicher Potenzial, darüber denke ich mal nach.
Meine Welterschaffung im Sinne von „überlegen-was-das-für-eine-Welt-ist-wo-meine-Geschichte-spielt“ ging vor allem mit den Völkern einher. Es kommen sechs verschiedene Völker vor: Menschen (logisch irgendwie), Elfen (darunter kann sich sicher auch jeder etwas vorstellen), Wapli, Wiefern, Eiwe und Garattakom. Hä? Ja, diese Völker habe ich selber erfunden und entwickelt. (Also alle Rechte bei mir (hehe)). Meine „Welt“ beruht eigentlich auf diesen sechs Völkern und wie sie miteinander umgehen; Religionen und Staatsformen etc. lassen sich ihnen gut zuordnen. Auch der geographische Teil, der noch vor mir liegt, werde ich fast ausschließlich von den Bedürfnissen und Eigenarten der Völker abhängig machen.

3. Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
Wenn man Regeln, die es in der Welt gibt, vergisst und dagegen verstößt. Natürlich kann man sie ändern – ist ja schließlich „deine“ Welt – aber dann muss man sich überlegen, was sich alles dabei verändert und das auch berücksichtigen.

4. Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
Den meiner Meinung nach gröbsten Fehler vermeiden, z.B. Und am Besten auch die Fehler, die die Anderen für den gröbsten Fehler halten. Ich finde, man sollte darauf achten, dass die Zusammenhänge, die Völker und Charaktere glaubwürdig und interessant genug bleiben, sodass man die Geschichte lesen möchte, weil man noch etwas erwarten kann. Es muss Spannung drin sein.

5. Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
Ich finde vor allem das Zusammenleben verschiedener Kulturen bzw. Arten (egal ob echt, fantasymäßig oder selbst erfunden) besonders wichtig. Wer kommt gut mit wem aus und inwiefern? Versteht man einander, hat man Vorteile/Nachteile von einem Verhalten gegenüber Anderen Völkern, kann man sich Feindschaft/Freundschaft/etc. aus bestimmten Gründen (nicht) leisten? Was ist früher passiert? Gab es einen Krieg ( warum, wie ist er verlaufen, wie hat er geendet, wie denken die Beteiligten heute darüber, etc.)? Welche Denkweisen, Sitten und Religionen haben die einzelnen Völker/Arten und kommen sie einander damit in die Quere?

6. Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Meistens fällt mir mehr dazu – und auch allgemein zu meiner Geschichte – ein, wenn ich über das nachdenke, was ich schon gesammelt habe. Ein Gedanke lässt sich meistens fortführen oder mit etwas Anderem in Verbindung bringen.

7. Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
Natürlich gehört es auch zu einer Fantasygeschichte dazu, dass man sich über die Themen, über die man schreibt, schlau macht – man kann ja nicht alles erfinden, wie soll einem der Leser da folgen? Oder, wie Elia es ausdrückt:
Auch Fantasywelten sind Menschenwelten und von Menschen geschaffen. Also muss man, um sie glaubwürdiger zu machen, Anlehnungen in der Realität finden.
Oder Foxy:
Natürlich hat man beim Schreiben von fiktionalen Werken immer die Möglichkeit, ein beliebiges Maß an künstlerischer Freiheit mit einfließen zu lassen. Doch selbst das schönste und außergewöhnlichste Bauwerk braucht ein festes Fundament, auf dem es stehen kann.

Ich finde, man sollte sich über diese „realen Hintergründe“ informieren – auch wenn ich da leicht schreiben habe, da ich damit noch nicht angefangen habe. Aber trotzdem finde ich es besser, eine eigene Welt zu erschaffen: Man muss nicht alles genau herausgefunden haben, man kann seine Kreativität entfalten und auf bestimmte Weise seine Meinung über etwas ausdrücken kann. Was meint ihr?

8. Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Also ich kann da natürlich nur für mich sprechen und das sollte man doch nicht verallgemeinern und überhaupt ist das ja immer auch Ansichtssache...
JA, VERDAMMT!!! Natürlich lohnt es sich! Man schafft eine eigene Welt, in der man sich zu Hause fühlen kann wie in seinen eigenen Gedanken! Das habe ich einmal in Tintenherz gelesen und mittlerweile selbst erfahren. Und das obwohl ich meine Geschichte kaum angefangen habe!

9. Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
Angefangen damit habe ich vor über zwei Jahren. Und noch immer fällt mir etwas Neues dazu ein, sei es ein neuer Aspekt einer Religion oder eine Staatsform einer Art. Die Welt ergänzt sich natürlich auch mit Handlung und Charakteren, sie sind ja in dieser Welt aufgewachsen, die sie geprägt hat. Natürlich dauert es dann seine Zeit, bis man eine Welt erschaffen hat. Und die Entwicklung der Welt ist mindestens genauso wichtig! Schließlich bin ich ja nicht wie die Bevölkerung meiner Welt in ihr aufgewachsen.
Ich kann HappyMephisto nur zustimmen, wenn er schreibt:
Mein Leben lang. Eine Welt ist niemals fertig.
Auch hier greife ich auf die Tintenwelt-Trilogie zurück: Eine Welt muss so echt werden, dass sie selber „atmet“, sich selbst weiterentwickelt, wie man in Tintenblut sehr schön erkennen kann.

10. Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
So etwas nennt man auch „Fanfiction“, oder? Ich stelle mir oft vor, was noch in einer Geschichte passieren könnte oder was passieren müsste, damit etwas Schlimmes verhindert wird (was für die Moral/Aussage/Handlung/Tiefe/Charaktere/etc. natürlich fatal werden könnte), manchmal durch mein persönliches Auftreten (ich kenn mich ja aus). Das Spiel lässt sich auch noch ausweiten, indem ich mir z.B. vorstelle, Elemente meiner eigenen Geschichte mischen sich in andere Geschichten. Was, wenn ein Wapli (siehe Frage 2) den Protagonisten meines Lieblingsbuches rettet?
Aber eine eigene Geschichte in der Welt eines Anderen schreiben? Das wäre sicher möglich, aber ist das nicht, wenn man es veröffentlicht, Ideendiebstahl? Ich jedenfalls hätte es nicht so gerne, dass irgendwer in meiner Welt herumpfuscht.

Das denke ich darüber. Danke für’s Lesen (auch für’s teilweise lesen. War ja echt viel, was?)

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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Akeyla » 16.04.2012, 10:51

Oh, das ist ein toller Thread (wieso seh ich die Unterkategorie erst jetzt?).
Na, dann schau ich mal, was ich ohne Kaffee hinbringe. Warnung vor Schwafel :D
Ich find die Fragen toll, sie unterteilen das ganze auch. Waren auch für mich ein Augenöffner, da ich mal wieder richtig in meiner Welt abgesoffen war.

1. Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Seltsamerweise waren mir meine Pferde zu langweilig, da hab ich ihnen Hörner gegeben. Das war so der erste Schritt gen eigene Welt, vorher war ich eher eine Unterkategorie von Urban.
2. Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Wenn ich Bio Fantasy mache so fange ich an einem Punkt der Welt an und arbeite mich weiter. Ich Fülle die Landschaft mit den Wesen, so, dass diese in die Welt passen. Nischen nutzen nennt es sich. Für die Welt selber nutze ich Bildvorlagen, die ich erweitere. Eines meiner Lieblingstricks ist das vergrössern/verkleinern verschiedener Elemente. Meist weiss ich bis dann auch schon, wie ich die Haupt-rasse/Hauptspielort brauche, um für den Plot zu passen. Dann geht es darum, die Figuren in die Landschaft zu bauen und Kleinanpassungen vorzunehmen. Oft kommt es vor, dass es sich dann gegenseitig ergänzt und ändert. Ich treffe im vorhinein den Entscheid, was ich alles ändere. Bei Therdeban fiel meine Wahl auf alles, was dann zB Brot backen schon mal schwerer macht. Hierbei sei bemerkt, dass ich mit Bio Fantasy arbeite, dh, ich kann nicht immer auf Magie zurückgreifen. Mittlerweile muss ich strikt Tabellen und Listen über alles führen, weil ich die übersicht verlor. Meine Ordner laufen mit eigenen Skizzen und Fotos über. Ich schlepp alles an, das mich entfernt an Therdeban erinnert, angefangen von Holz zu Esswaren zu Musikfetzen. Da ich nebenbei Freelance artist bin, zeichne, male und modeliere ich meine Wesen und Szenen. Teils X male. Bis hin auf die Knochen und Muskeln. Das ergänzt sich sehr gut, kann aber auch ein Fluch sein für das Hirn.
Mein Verlobter: Schatz, was ist das?
Ich: sieht aus wie XY aus Therdeban.
Mein Verlobter: Fall mir nicht in den Rhein, wenn du wieder da runterkraxelst. Was machst du mit dem grossen Stein da?
Ich: mitnehmen! <3

3. Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
- der gröbste: Vor den eigenen Grenzen halt machen. Sich nicht wagen, vergessen, kill your darlings zu betreiben
-Sich in einer Kultur zu sehr verankern
- „einseitig bauen“, „schön bauen“,
- Völker gezwungen anders machen und zB ein Wüstenvolk machen wollen und dabei in Klischees enden. Kurz, aufgezwungene Variation liest sich schrecklich.
Ich sag gerne, wer richtig Welten baut hat zwar Spass, aber es steckt harte Arbeit dahinter, man spielt ja schliesslich mehr als „nur“ Gott. Weltenbauer misst sich in meiner Meinung in Jahren, nicht in Grössen oder Originalitäten. Wie lange baut man daran, wie viel Kritik hat sie schon standgehalten, wie viele Spielflächen geboten.


4. Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
Immer mit der Frage:
Was wäre wenn?
arbeiten.
Regeln für die Welt erst setzen. Ist sie magisch, ist sie an XY angelehnt, etc.
Nicht wahllos alles neue nehmen, sondern auch wegwerfen. Im Schnitt bleiben von den Erstlingsideen 5%.

Viel Bildmaterial sammeln, Breit nach Bildmaterial suchen für Landschaften und Tiere und Figuren. Notizbuch mitnehmen, Fotos machen wenn’s inspiriert. Sich bewusst machen, wenn man sich müde fühlt, wenn man von X losem Gerümpel passend zur Welt umgeben ist und einfach die Übersicht verliert, dann ist man auf dem richtigen Weg.

Kleine Seitennotiz: Ich hab zwar Vogelansichten von meiner Welt gemalt, aber sowas wie eine Landkarte noch nie wirklich. In meiner Meinung ist sowas auch overrated.

5. Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
Sie braucht Reifezeit. Wie ein guter Wein. Dann kommt der Punkt, wo man merkt, dass sie in sich stimmig ist. Meist hat man dann vorher schon kopfschüttelnd vieles rausgeschmissen.
Lieber erst „Klein“ bleiben, in der Welt, in der Architektur aber auch in eingeplanten Plotlines. Grosse, Epische Schlacht will überlegt sein. Es braucht was, ehe die Völker aufeinander losgehen.

6. Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?

Ich sammle in der Natur und Alltag. Ich verschiebe aber auch Existentes und schlage vieles nach, höre mich in andere Kulturen rein. Gehe vor Ort, wenn ich kann. Ich koche auch Gerichte nach :D
Ich skizziere viele Sachen X mal. Wenn ich so was, sorry, langweiliges wie einen Drachen habe, schaue ich, wie ich ihn sonst noch abändern kann. Manchmal hol ich mir auch Ton, modelliere und verschiebe dann. Einige Sachen leite ich auch von Symboliken ab, was sollen die Wesen ausdrücken. Dabei schaue ich nach, was Gesten, Zeichen oder Attribute sind, die ich einbauen kann.
7. Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
Ich bin mittlerweile geübt, dass ich in kurzer Zeit eine Welt in den Groben Zügen aus dem Ärmel werfen kann. Das kommt aber nur davon, weil ich Recherchen bereits habe und vor allem das wichtigste, all diese „was wäre wenn“ Spiele so viele Male durchgeführt habe.

8. Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Ja. Ich empfinde es als das wertvollste am ganzen Fantasy Genre. Ein guter Weltenbau schreibt sich ganz anders und liest sich ganz anders. Es gibt auch nichts, was mich mehr ärgert, als schlecht geschriebene Welten, wo man merkt, das der Autor nur die Story vor Augen hatte. Das Haus kann noch so schön sein, wenn es auf sandigem Boden steht... dann

9. Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
Die komplette Welt ist nie fertig. Sie ist nur dann ansatzweise fertig, wenn das Buch fertig ist. Weil, nur wenn man schreibt merkt man, ob sie schon ansatzweise komplett war.

10. Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Ahh! Welches Kind will nicht nach Hogwarts? Aber da habt ihr die Antwort: gehen, besuchen, mal drin leben, OHJA!
Drüber schreiben, nein.

Vielen Dank fürs Lesen. Wer wegen den Illus neugierig wurde, kann einfach PM schicken. Ist ein Schreib und kein Art Forum, deswegen habe ich keine gepostet.

lg

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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Bonaventura » 16.04.2012, 11:58

Interessant: Bei näherem Nachdenken fielen mir auch einige "Welten" von mir sehr geschätzter Geschichten ein, in denen sich der Autor einen Dreck um die Stimmigkeit und geschichtliche/kulturelle Präzision seiner Welt schert. Drastischstes Beispiel ist für mich "Viriconium" von M. John Harrison: Die Welt, ihre Geschichte, ja sogar wichtige Figuren und Namen "oszillieren" von Geschichte zu Geschichte. Seltsame Bräuche, ganze Personengruppen werden in einer Geschichte erwähnt und spielen in der nächsten keinerlei Rolle mehr. Eine feste geschichtliche Zeitachse sucht man ebenfalls vergebens. Was aber, und das merkt man deutlich, pure Absicht, ja, Kern seiner Konstruktion ist.

Ein anderes gutes Beispiel finde ich die Gegenüberstellung der sehr ausgefeilten, detaillierten, stark an irdische Geografie, Völker und Mythen angelehnten "Conan"-Welt von Robert E. Howard und im Gegensatz dazu der mythisch-schwebenden, zum Großteil für den Protagonisten selbst fremd, dunkel und uncharakterisiert bleibenden Welt seiner "Kull"-Geschichten.

Ich finde, dass beide Ansätze funktionieren können. Wichtig ist doch an einer Welt nur, dass sie den gewünschten Tonfall, die gewünschte Stimmung und die gewünschte Grundaussage bestmöglich unterstützt. Sind Tonfall, Stimmung, Grundaussage gut gewählt und sprechen sie den Leser an, wird er sich auch in der dazu passenden Welt pudelwohl fühlen.

Ein weiteres interessantes Beispiel ist mir noch eingefallen: "Gormenghast" von Mervyn Peake. Die klaustrophobische, labyrinthhafte Welt des Schlosses wird zwar von klar festgelegten Ritualen bestimmt, deren Sinn jedoch für alle Protagonisten seit Generationen verlorengegangen ist. Die Charaktere sind sehr plastisch, obwohl ihre Motivation ihnen selbst weitestgehend unklar bleibt. Die Welt außerhalb des Schlosses bleibt für den Protagonisten ebenfalls ein völlig unzusammenhängendes Sammelsurium. Und genau davon lebt die Geschichte.
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Thasha » 19.04.2012, 14:48

Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Also, bei mir entstand zuerst die Welt. Schon als Teenager habe ich sie mir Stück für Stück zusammengebastelt und selber "darin gelebt". Erst viel später kam ich auf die Idee eine Geschichte zu erfinden die dort spielt.

Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
Ich glaube ein Fehler ist es, sich keine genauen Notizen bzw. Gedanken zu machen. Eine eigene Welt braucht Regeln, an die man sich halten muss. Sonst verwirrt das den Leser und er liest nicht weiter oder ist enttäuscht. Diese "Buch- bzw.Filmfehler" hasse ich persönlich wie die Pest. Spontanes Beispiel: Ghost Rider. Der Böse braucht jemanden der ihm den Vertrag gibt, weil er nicht auf geweihnten Boden kann, tötet aber in einer anderen Szene einen Priester in einer Kirche.

Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
Meiner Meinung nach muss ich ALLES wissen. Wie die Umgebung aussieht, riecht, sich anfühlt, die allgemeine Stimmung. Welche Völker es gibt, was sie tun, wie sie denken. Einfach Alles.

Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Hab es geträumt :).

Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
Ich finde, dank Google und Wikipedia ist recherchieren einfacher geworden. Jedoch bietet mir meine eigene Welt mehr Spielraum für "Fantastisches"und das gefällt mir so daran.

Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Na klar. Jede Geschichte ist es Wert geschrieben zu werdeen. Und wenn sie nur meine Freunde, Familie oder mich selber erfreut, hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Außerdem macht es Spaß sich neue Komponente auszudenken. Man kann seine Zeit also auch sinnloser verbringen.

Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
Da ich erst eine Welt erfunden habe, kann ich das gar nicht so genau sagen. Aber mit allem drum und dran (Völker, Götterkunde, Länder usw) sicher ein paar Monate, bis alles sitzt. Und sicher fallen einem beim Schreiben noch Sachen auf, die man vergessen hat, weil es in unserer Welt schon Selbstverständlcih ist (beispielsweise: Wo bekommen die ihre Kleidung her?)

Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Vielleicht. Ich liebe all diese Geschichten und kenne z.B. Harry Potter und Der goldene Kompass, seit meiner Kindheit. Da ist es mir natürlich passiert, das ich im Geiste die Geschichte "weitergesponnen" habe. ABer für einen eigenen Roman? Wohl eher nicht. Ich würde mich immer irgendwie an dem Original orientieren und das ist ja dann uninteressant, bei einer abgeschlossenen Story.
Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wäre nur deine Schuld, wenn sie so bleibt. (Die Ärzte)
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon TheWriter » 08.07.2012, 11:55

1.Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Die Welt

2.Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Ich erschaffe zum Beispiel Planeten mit eigenen Lebensformen.

3.Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
Das Gefühl es unbedingt fertig zu machen. Eine Welt ist nie fertig wenn sie lebt.

4.Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
Geduld,Zeit nehmen und Begeisterungfähig bleiben.

5.Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
Das wichtigste sind Optionen um frei in der Gestaltung zu bleiben und das man Grenzen erklären kann. Wenn es geographisch irgendwo nicht weitergeht erwarte ich eine nachvollziehbare Erklärung. Eine Welt darf Rätsel haben,aber sie müssen lösbar sein.

6.Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Ich navigiere in Gedanken durch meine Welt,dann geht der Stoff nie aus.
(Zoomfaktor)

7.Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
Eine eigene Welt,die zur Erklärung mancher Vorgänge auch mal Wissenschaften aus der wirklichen Welt zur Hilfe nimmt.

8.Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Alles was wächst lohnt sich.

9.Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
Es gibt nur eine Welt,die ständig wächst.

10.Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Nein,es macht Spass in der eigenen Welt zu navigieren und jede kleinste Ecke mit Informationen zu füllen.
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Xiombarg » 13.08.2012, 16:29

Hallo ihr Lieben,

na weil ich gerade auch in der Weltenkreation stecke meld ich mich doch auch einfach mal zu Wort :)
Vorneweg: Das ist mein erstes Buch, deshalb geh ich da vielleicht sehr anfängermäßig dran.


1 Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Zuerst habe ich meinen Charakter modelliert, mir dann einen groben Handlungsstrang ausgedacht und daran hangel ich mich vorwärts. Die Welt entwickelt sich irgendwie während der Handlung selbst. Mal sehen, wie lange das noch gut geht *gg*

2 Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Die Welt beginnt damit, dass mein Protagonist drin steht und sich umschaut. Je weiter das Buch wächst, desto größer wird auch die Welt.

3 Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
Einem guten Buch bricht es das Genick, wenn das Konzept der entwickelten Welt nicht konsequent durchgezogen wird. Noch schlimmer ist es, wenn man die Welt erst gar nicht versteht oder nicht erkennt, nach welchen Regeln die Welt aufgebaut ist. Denn auch irrationale Welten entstehen nach Regeln, die eingehalten werden müssen.

4 Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
Nun, da ich ja selbst zum ersten Mal dran sitz: Probieren geht über studieren. Ich denke, der grobe Teil einer Welt kommt ganz von alleine. Man definiert die Welt ja schon, indem man den Sprachstil definiert und Umgebungsbeschreibungen liefert (die bei mir ganz automatisch kommen). Wenn ich an einer Szene schreibe, dann hab ich die vor meinem inneren Auge und aufgrund der vorangegangenen Szenen (die ich ja auch "gesehen" habe) passt das dann auch alles wunderbar ins Konzept. Die Feinheiten müssen dann eben noch ein bisschen gefeilt werden.
Ich mach es zum Beispiel auch so, dass ich mir 5 Seiten in meinem Kritzelbuch offen halte, auf die dann immer mal wieder sporadisch Karten gekrickelt werden. Vor allem, wenn ich in meiner Geschichte neue Städte oder Landschaftselemente hinzugefügt habe (ein Wald, der beispielsweise zwischen 2 Städten verläuft). Das wird dann direkt eingezeichnet, sodass ich es nicht mehr vergesse. So kann ich immer auf die letzte (aktuellste) Karte schauen und mir überlegen, was ich mit dem noch vorhandenen Weißraum anstelle.

5 Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
Zuerst muss man sich überlegen, was alles in der Welt "herumhuscht". Die Wesen
prägen eine Welt sehr. MMn muss es für Greife tiefe Schluchten und weite Ebenen geben, in denen sie sich so richtig austoben können. Wesen aus Feuer würden sich vermutlich mit Vulkanen und einer sehr rauen Umgebung wohlfühlen und wenn Lordschaften und Gräfe die Welt bevölkern, dann stelle ich mir eine Mittelalterwelt vor. Der eigenen Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt - außer eben durch die eigene Fantasie selbst :)

6 Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Sie entwickeln sich während des Schreibprozesses durch die Darstellung der Charakter und die Weiterführung der Handlung. Außerdem zeichne ich viel und manchmal komme ich durch Formen oder Werke in meinem Skizzenbuch auf neue Ideen, weil sie mich inspirieren.

7 Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
Ich finde es leichter, eine eigene Welt zu erschaffen.

8 Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Das werden wir sehen ;)

9 Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
Bis ich mein Buch zuende geschrieben und zig tausend Mal überarbeitet habe :D

10 Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Nein, mit Sicherheit nicht. Ich möchte meinen Ideen freien Lauf lassen und sie nicht in ein Konstrukt zwängen, das einem anderen Kopf entsprungen ist.
Beim Lesen guter Bücher wächst die Seele empor.
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Re: Eigene Welten erschaffen

Beitragvon Chrysantheme » 23.12.2012, 22:29

Zur Abwechslung zu den anderen langen Kommentaren mache ich es etwas kürzer:

Generell entwickle ich sehr gerne Welten, allerdings ist es doch eine ganz frimelige Arbeit. Ich hänge mich gerne an Details auf, deshalb verzichte ich meist auf lange Vorplanungen. Meine Welt entsteht beim Schreiben.
Das funktioniert so:
Was für eine Geschichte will ich schreiben? Eine Weltraum- Sci-Fi-Geschi. Also brauche ich einen Startpunkt. Orbital, Raumschiff, Planet? *überleg überleg...*
Hm Planet, in den Weltraum kommt er ja erst später.
Schon entsteht beim Plotten eine grobe Vorstellung vom "Start-Planeten".
So. Plot steht, Geschichte geht los: Prota kommt von der menschenunwürdigen Arbeit zurück in seinen Heimatstadtteil: der Slum.
Welcher Planetentyp passt zur Stimmung...? *Überleg überleg* ja, ein Wüstenplanet. Das ist dann auch der Grund dafür, dass der Prota den Planeten nicht mag und ihn verlässt. Bingo! Hm. ich brauche auch einen Raumhafen, damit er überhaupt weg kommt. Also setzen wir mal einen Raumhafen in die Welt. :dasheye: Und weil sich die Slumbewohner unmöglich einen Raumhafen leisten können, kommt noch ein Reichen-Stadtviertel dazu.
Zudem hat mein Prota ein Haustier, das kommt...woher? Aus den Bergen in der Wüste. Hm, da der Prota aber selten seinen Slum -und die Stadt verlässt, setze ich die Berge mal in die Nähe des Raumhafens. Das gibt auch ein wunderbares Panorama und gute Aufwinde :mrgreen:
Und so geht das denn immer weiter :wink:
Natürlich mache ich nicht alles so. Eine grobe Vorstellung von der Welt, in der sich der Protagonist bewegt, habe ich schon vorher.Die zeichne ich dann auf und entwickle sie weiter. Aber ich mache es doch recht spontan...
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Kaelis Ra » 23.01.2013, 21:21

1. Bei mir immer die Welt. Das liegt aber auch daran, dass ich es liebe, eine extrem variationsreiche Welt, mit vielen verschiedenen Kulturen und Geschichten zu erschaffen.
2. Bei meiner Schöpfungsgeschichte halte ich mich gerne an Genre-Standars, die jedoch teilweise verkehrt werden. Auch wichtig: Man sollte bedenken, dass sich unterschiedliche Völker unterschiedliche Mythen erzählen und man als Autor keine als richtig und keine als falsch bezeichnen sollte.
3. Klischees sind meiner Meinung anch zu vermeiden. Auch schwache Klischees, ich habe diverse Fanatsy-Geschichten gelesen, die hoch spannend waren, aber wenn ein Kapitel gerade endet und der Hauptcharakter schwer verwundet zu Boden geht, hab ich mir gedacht "Den lassen sie bestimmt nicht sterben, der hat doch noch ne Bedeutung" und so kommt es dann auch. Die überraschenden Wendungen sollen auch überraschend kommen und sich nicht erahnen lassen, aber auch nicht vollkommen lächerlich und an den Haaren herbeigezogen sein.
4.Lies viele Fantasy-Bücher, und bilde dir in deinem eigenen Kopf die Fanatsy-Welt, die alle deine Bedürfnisse erfüllt. Ich bin sicher, keine bereits bestehende Welt, wird dir 100%ig zusagen, es wird immer etwas geben, dass in einer anderen Welt besser war, oder dass du selbst gerne so hättest usw.
So stoppelst du dir deine eigene "perfekte" Fantasy-Welt zusammen und es gibt bestimmt viele Leute, denen sie auch so gefallen wird.
5. Die Charaktere und Kulturen sind wichtig, ebenso die Flora und Fauna der Welt.
6. An einem verregneten Tag lesen, bis es einem langweilig wird und dann aus allen Quellen seien es Bücher, Filme, Spiele oder doch Bücher Ideen zsuammenfließen lassen, mit dem Willen, etwas Neues und Einzigartiges zu schaffen.
7. Recherchieren ist leichter, macht aber nicht annähernd so viel Spaß :wink:
8. Solange ich Freude bei der Arbeit hatte, ja. Das Gefühl der Genugtuung es geschafft zu haben ist viel wert. Und außerdem ahbe ich vor aus meiner momentanen Welt ein MMORPG zu formen, aber ob das was wird steht in den Sternen.
9. Es hat bisher zwei Monate gedauert, mit erheblichen Pausen und erheblichen Ideen-Flashs
10. Ich würde mir hier mal einen Brauch und dort mal einen architektonsichen Stil ausleihen, vielleicht sogar mal eine hübsche Formulierung, aber mehr nicht.
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Larissalein » 28.01.2013, 18:25

Jacky hat geschrieben:Hallo Schreibwerkstattler,

in der Hauptsache richtet sich die Frage an alle, die eine Fantasy Geschichte schreiben, und dazu eine eigene Welt entwickeln. Aber auch alle anderen sind herzlich zu dieser Diskussion eingeladen.

Du kannst gerne einfach, frei von der Leber weg, drauf los erzählen, wie du deine eigene Welt entwickelst. Oder, wenn dir das hilft, kannst du auf eine (oder alle) der folgenden Fragen eingehen:
  1. Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
  2. Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
  3. Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
  4. Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
  5. Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
  6. Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
  7. Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
  8. Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
  9. Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
  10. Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Diese Fragen sind nur Denkanstöße, keine Dogmen ;)

Die Frage ergab sich teilweise aus dem Thema "Die Macht deines Namens", wo Drachenreiter erzählte, dass er gerade eine eigene Welt für seine Geschichte entwickelt, und der Diskussion über "Fantasy", wo wir unter anderem darauf gekommen sind, dass Fantasy manchmal so schlecht ist, weil die Autoren (unter der fälschlichen Annahme, dass sie, bei einer erfundenen Welt, nicht recherchieren müssen) inkonsistente Weltmodelle entwickeln.

Ich bin sehr gespannt auf deine Antwort
Jacky ;)



Als totaler Anfänger, habe ich zwar noch keinen genauen Plan wie man so etwas macht, aber hier geht es ja darum wie ich es mache :)
Trifft sich gut, dass ich gerade an einer Fantasie Geschichte schreibe :D
1. Als Erstes war bei mir die Geschichte da. Nur ein paar kleine Gedankenfetzen und als ich so drauf los geschrieben habe, fiel mir auf, dass meine Geschichte kaum einen Sinn ergibt ohne eine eigene Welt.
2. Meine Protagonistin zieht in die fertige Welt ein und erkundet sie von Zeit zu Zeit und lernt sie mehr kennen.
3. Eine Welt erschaffen á la: Es gab viele rosa Einhörner mit pinken Hörnern. Sie standen auf der 5 Hektar großen lila Grasfläche und essen von den rot-weiß gepunkteten Hotdog Bäumen.
Also eine Welt, die aufgrund der nicht vorhandenen Realität kaum vorstellbar ist und fernab von der realistischen Welt.
4. Anders als ich, einen Plan erstellen, wie die Welt aussehen soll, zu mindestens im Kopf.
5. Welche Rollen die verschiedenen Figuren in meiner Welt haben, dadurch kann ich den Rest nach meinen belieben anpassen.
6. Ich fahre mit dem Bus. Im Bus kommen mir immer Ideen zu allem möglichen, oder ich stelle mir vor, wie es wäre jetzt in meiner Welt zu sein und was ich dort wohl gerade tun würde.
7. Eine eigene Welt erschaffen! Geographie war noch nie meine stärke...
8. Wie schon oben erwähnt, bin ich totaler Anfänger und bin gerade mitten in meiner ersten Geschichte. Ich würde aber sagen, Ja! Alleine schon, da ich meine Welt liebe.
9. Ja, totaler Anfänger :D
10. Nein! Um ehrlich zu sein, fand ich die Welt von Harry Potter sehr kompliziert :D
Ich bin da immer noch nicht durchgestiegen...
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon -Shiro- » 30.01.2013, 22:06

Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Die Geschichte; denn sie bedingt das Genre bei mir - und damit auch die Charaktere.

Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Ich lege die Grundregeln fest, die meine "Welt" braucht - und natürlich müssen diese im Plot eine Rolle spielen. Mit Regeln meine ich z.B. das politische System, aber auch Sachen wie "es gibt Magie - Magie kann gelernt werden" oder "Magie kann nichts erschaffen, was nicht schon da ist".

Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
Keine Regeln aufstellen, Regeln aufstellen, die keinen Einzug in die Geschichte finden, eigen aufgestellte Regeln nicht beachten.

Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
O.o Regeln aufstellen? (Langsam kommt es mir so vor, also ob ich ein Regelfreak bin ...)

Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
... die Regeln. Außerdem sollte man (weniger als Gott, eher als Autor) wissen, in welche Richtung man gehen möchte.

Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Ich leite sie von meiner Geschichte ab; für mich ist wichtig, dass nur so viel Fantasy eingebaut wird, wie der Plot es bedingt. Umgekehrt kann man natürlich auch sagen - wenn ich viel Fantasy einbaue, muss der Plot auch darauf ausgerichtet sein.
Die Idee selber ist dann eine Mischung aus spontanen Einfällen und alten Ideen, die ich so "realisiere".

Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
Jede fiktionale Welt ist "erschaffen"; sie ist fiktional. Auch wenn ich über die wirkliche Welt recherchiere, erschaffe ich letztendlich bloß ein fiktionales Abbild. Einfacher ist es für mich sicher, eine fiktionale Welt ohne Recherche zu erschaffen - da spar ich mir die Internetarbeit^^

Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Wenn sich auch nur eine Person daran erfreut - ja!

Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
Die Welt zu erschaffen dauert nicht lange - die Charaktere und den Plot zum Leben zu erwecken... das schon eher. Das Erschaffen hängt auch von vielen Kleinigkeiten ab, aber wenn die Idee da ist - vllt 10-15 Minuten, um sie geordnet niederzuschreiben.

Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Eher nein. An diesen Welten sind nicht die Welten an sich für mich das Interessante, sondern die Charaktere. Die Welt selbst - ohne die Charaktere - würde auf mich karg, leblos wirken. Und wenn ich meine eigenen Charaktere "hineinpflanze", käme es mir wie ein billiger Abklatsch vor. Sie könnten für mich diese Welten nicht zum Leben erwecken - weil sie da nicht hingehören. Meine Charaktere gehören in meine fiktionalen Welten.
Ich habe eine Geschichte zu erzählen - also schreibe ich.
Vielleicht möchte jemand sie lesen - also veröffentliche ich.
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