Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Hier können Weltenbastler ihre eigene Welt erschaffen. Wenn du beim Welten bauen Unterstützung brauchst z.B. Namen für Charaktere, Orte, Wesen etc. suchst, ist hier der richtige Ort.

Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Fafharad » 02.04.2013, 22:32

Interessanter Fred!
Mal schauen, ob die Beantwortung der Fragen zu einer gewissen theapeuthischen Selbsteinsicht führt :wink: .
Ich schreibe gerade an einer Fantasy-Geschichte, die eine eigene Welt erfordert. Diese soll aber auch einen gewissen Wiedererkennungswert haben und orientiert sich deshalb am England zur Zeit der Industialisierung (um 1800).

Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Hauptcharakter > Geschichte > Nebencharaktere > Welt

Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Die Welt formt sich nach den Erfordernissen der Geschichte um diese herum. Beim Voranschreiten der Handlung ergeben sich neue Aspekte der Welt, die ich nachträglich einfüge. Hin und wieder wird die Konstruktion wackelig und muss erneuert werden. Manchmal ändert sich dadurch der Lauf der Geschichte. Ich würde also sagen, Handlung und Weltenschöpfung entwickeln sich komplizit.

Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
Mir fällt einer ein: Sich in der eigenen Schöpfung zu verlieren. Die Welt wird nicht zum Selbstzweck erschaffen, sondern als Medium für eine gute Geschichte. Was jenseits des Horizonts geschieht, mag zwar reizvoll sein, hält mich aber von der eigentlichen Arbeit ab.

Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
Klein anfangen. Erst eine Geschichte, dann das Nötigste an Welt drumherum.

Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
Hmm. Ich passe. Ich baue ja keine komplette Welt, sondern beschreibe, was sich im Lichtkegel der Handlung befindet. Tja, und alles außerhalb ist nicht so wichtig :wink: .

Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Siehe oben. Alle Ideen purzeln irgendwie aus der Handlung raus.

Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
Recherchieren ist irgendwie einfacher, wenn man sowieso ein bißchen internetsüchtig ist :D .
Man surft und saugt auf, was einen interessiert - macht Spaß. Vor allem muss man sich keine tollen und aussagekräftigen Prota-, Länder- und Städtenamen aus den Fingern saugen.
Um ehrlich zu sein, recherchiere ich auch bei meiner eigenen Welt, sobald ich festhänge, und übertrage Irdisches mit leichten Modifikationen in die Geschichte. Es ist halt keine High Fantasy, da geht das ganz gut.

Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Das weiß ich, wenn die Geschichte fertig ist :D .

Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
Das wiederum kann ich beantworten: So lange, wie ich brauche, um die Geschichte zu schreiben.

Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Nöö. Ausnahme: Aventurien, da ich hin und wieder DSA-Abenteuer schreibe. Aber das sind keine Romane, eher Drehbücher und Materialsammlungen.

OK, jetzt weiß ich, welcher Weltenbau-Typ ich bin 8) .
Zurück an die Arbeit!
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Hallagar » 11.04.2013, 13:06

Moin moin, ich selbst arbeite seit 6 Jahren an meiner eigenen Fantasy-Welt, jedoch nicht sehr aktiv - immer ab und zu ein kleines Stückchen seit ich 12 Jahre alt bin. Ich habe also demnach auch Monatelang einfach mal gar nichts gemacht und dann immer mal wieder ein kleines bisschen.

1.Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Diese Frage muss wohl jeder für sich selbst beantworten. In meinem Fall war zuerst die Geschichte da. Allerdings basierten meine alten Fantasy-Geschichten auf der Welt "Aventurien" aus dem schwarzen Auge. Naja, und dann habe ich für mich beschlossen, dass eine eigene Fantasy-Welt her muss. Durch die Geschichte standen natürlich die Protagonisten, die in dieser Welt spielen sollten ebenfalls schon. Prinzipiell war bei mir die Welt also als letztes da. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Welt als Ganzes unterschiedlich komplex sein kann. Möchte ich eine Welt erschaffen, die nur für die eine Story benutzt wird? Dann brauche ich nur das zu beschreiben und zu überlegen, was der Leser sehen soll. Oder will ich ein GANZE Welt erschaffen? Für diesen Punkt habe ich mich letztlich entschieden. Geplant sind inzwischen 10 verschiedene Werke, welche meine Welt umrahmen sollen. Von Annalen über Chroniken, über richtige Fantasy-Geschichten und vielem mehr. Wenn mehrere Geschichten in einer Welt spielen sollen, die unabhängig voneinander funktionieren muss einiges beachtet werden. Deshalb baue ich momentan zuerst die Welt auf, um danach die Geschichten nach meiner geschaffenen Welt zu schreiben. Da ich selbst weiß, dass ich bei sowas nicht allzu aktiv bin dauert das vermutlich noch ein paar Jahr(zehnt)e. :D


Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?

Meine Welt wird wie alles andere vom Schicksal geschaffen, denn in meiner Religion ist das personifizierte Schicksal (in dem sich alles und nichts vereint) die oberste Person. Allerdings gibt es auch Götter & co, denn das Schicksal darf widerum nicht angebetet werden. Das Ganze wäre zu komplex um es jetzt hier auszuführen.

Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
Bei einer einfachen Welt, die nur für eine Geschichte geschaffen ist und bei der daher nur das "nötigste" gebraucht wird kann man nicht viel falsch machen. Hier sollte man nur aufpassen, dass es nicht zu unwirklich wird - dafür kann man sich prima Meinungen anderer Leute einholen, zum Beispiel hier in der Schreibwerkstatt. Bei einer komplexen Welt wie Mittelerde, wie Tolkien sie geschaffen hat gibt es nur einen groben Fehler, den man vermeiden muss. Wichtig ist hier wie schon gesagt, dass erst die Welt, danach die Geschichten geschaffen werden. Ansonsten kommt es zu Logikfehlern zwischen verschiedenen Geschichten die in der Welt spielen oder ähnlichem. Ansonsten liegen die Fehler in den Details, die eine Welt eigentlich realistischer, oftmals aber auch schnell unrealistisch machen können.

Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
Wenn du eine komplexe Welt erstellen willst, dann belese dich. Schau dir Religionen, Kulturen und ähnliches an. Wobei selbst das kein Muss ist (habe ich auch nicht gemacht). Wenn du eine Idee hast, dann schreibe sie auf. Und irgendwann hast du vielleicht eine Ansammlung von vielen Ideen. Übernimm dich nicht und versuche nichts zu erzwingen - das geht meist in die Hose und ist verschwendete Zeit.

Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
Obwohl im Normalfall Perfektionismus eigentlich etwas schlechtes ist, so ist er für eine eigene komplexe Welt fast ein Muss. Du als Schöpfer dieser Welt musst dafür sorgen, dass sie funktioniert, dass sie vollständig ist. Sobald du einmal den Überblick über deine eigene Welt verlierst, kannst du direkt nochmal auf Anfang gehen. Denn wenn du nicht mehr durchsteigst, wie sollen es dann die Leser - die nicht all deine Ideen kennen?

Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Ideen, Träume, Inspiration durch das was ich sehe und erlebe. Es ist bei der Welt genauso, wie bei allen meinen anderen Werken. Ich erzwinge es nicht. Irgendwann hatte ich die erste Idee, dann irgendwann mal die zweite und so weiter. Und mittlerweile ist das Konstrukt schon ganz gut vorangekommen. Ich suche auch nicht gezielt nach Ideen, ich finde sie spontan. Das dauert vielleicht länger, aber maximiert meinen Spaß am Ganzen.

Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
Die Fehler, die man in der wirklichen Welt machen sind beinahe unendlich. Gerade wenn die Geschichte im Mittelalter spielt. Wem das Recherchieren keinen Spaß macht und wer sich nicht gerne mit unserer Welt auseinandersetzt wird hier Probleme bekommen. Ich für mich finde deswegen jedoch eine eigene Welt nicht einfacher. Eine eigene Welt baut auf Kreativität auf, während die Verwendung der wirklichen Welt Wissen erfordert. Jeder muss für sich selbst entscheiden, was er lieber mag. Ich bevorzuge eine eigene Welt.

Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Ich bin noch lange nicht fertig mit der Welt, genau genommen habe ich gerade erst begonnen. Doch mit dem jungen Alter von 18 Jahren habe ich noch (fast) mein ganzes Leben vor mir. Und ich weiß jetzt schon, dass es sich lohnt. Als Schriftsteller geht es mir darum meinen Gedanken ein Leben einzuhauchen. Wenn man die Ausdauer und die Kreativität hat um eine wirklich große, komplexe Welt zu schaffen, so lohnt es sich auf jeden Fall. Denn das ist (meiner Meinung nach) etwas, auf das man wirklich stolz sein kann. Das ist etwas, auf das man am Ende seines Lebens zurückblicken kann, um dann zu sagen: "Das habe ich geschafft."

Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
Mein ganes Leben. Eine "Welt" kann man nicht "fertigstellen". Eine Welt verändert sich, eine Welt lebt von ihrer Schöpfung bis zu ihrem Untergang Milliarden Jahre, vermutlich sogar länger. Eine solche Zeitspanne kann ein Schrifsteller sein ganzes Leben nicht "erschaffen". Natürlich weiß ich, dass das nicht das Ziel ist, daher ist meine Antwort natürlich nicht die, die auf den Großteil der Schriftsteller zutrifft. Doch ich für mich habe mir meine eigene Fantasy-Welt als Aufgabe auf Lebenszeit gemacht. Prinzipiell kommt es natürlich aber darauf an, was ich schaffen möchte, und wann ich für mich sagen kann "Jetzt bin ich fertig". Demnach kann eine Welt zu erschaffen nur einen Monat, aber auch Jahrzehnte dauern. Das ist von Schriftsteller zu Schriftsteller unterschiedlich.

Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Nein. Eben aus diesem Grund schaffe ich ja schließlich meine eigene Welt - damit ich solche Welten nicht benutzen muss. Ich möchte etwas eigenes Schaffen. Aus eigener Kraft. Und nicht, indem ich die Ideen anderer verwende.

So, das war's von mir. Wie zu Beginn gesagt bin ich nicht der Typ Schrifsteller, der den ganzen Tag schreibt. Ich schreibe wenn ich eine Idee habe, sodass sich manchmal Tage oder Wochen nichts schreibe. Der Spaß steht im Vordergrund, nicht das Schaffen an sich.

Liebe Grüße,
Hallagar / Hendrik.
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon EnglishBreakfast98 » 27.05.2013, 14:44

Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?

Die Charaktere. Meistens zumindest.

Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?

Immer unterschiedlich. Meistens denke ich mir erst grobe Grundzüge aus (Aussehen oder besondere Fähigkeiten der Welt... kann man in ihr z.B. Fliegen? Danach die Bewohner der Welt.

Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?

Eine sehr, sehr fantastische Welt schlecht beschreiben.
Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?

Oft will man sofort die fantastischste aller Welten erschaffen, aber ich würde zuerst nicht ganz so viel an der richtigen Welt verändern.

Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?

Wichtig finde ich, welche/wie viele Arten von Bewohnern es gibt und wie diese miteinander umgehen (Krieg, Unterdrückung oder Frieden)
Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?

Oft überlege ich mir, was wäre, wenn etwas gravierendes an unserer Welt "anders" oder "einfach nicht mehr da" wäre. Das sit dann ein Anhaltspunkt.

Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?

Schwierig. Wenn deine Handlung "um die Ecke" spielt sicherlich letzteres. Aber wenn man sehr viel Recherche braucht, ist es oft einfacher, sich einfach alles ausdenken zu können.

Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?

Auf jeden Fall!

Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?

Manchmal eine Nacht, manchmal mehrere Monate.

Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?

Nein. Dann müsste ich meine Charas auch an diese Welt anpassen und meistens leben diese genau von den Gegebenheiten einer anderen Welt. Außerdem ist das billig, finde ich.
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon runner78 » 28.05.2013, 14:48

Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Verschieden, mal ist da ein Charakter, der eine Geschichte erzählen will, dann mal eine einfache Idee die nach einem Charakter und die dazugehörige Welt verlangt. Die Welt war bei mir aber nie als erstes da, die hat sich immer von alleine Entwickelt.

Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Das ist bei mir ein langsamer Prozess, der sich auch über Jahre hinstrecken kann. Meist beginnt es mit einer kleinen Idee, dem Grundgerüst einer Welt und langsam fügen sich immer mehr Details hinzu. Oft komme ich wieder zurück zu einer alten Welt, weil eine meiner Ideen da hineinpassen und die Welt wächst.

Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
Sie in seiner Welt nicht zu verlieren? Ich liebe es Hintergrundgeschichten zu Entwickeln, die Vergangenheit der Welt zu erfinden. Viele Details und Motivationen, die nicht vermutlich nie in eine Geschichte schaffen, aber als Basis vieler Handlungen dienen, und somit neue Ereignisse heraufbeschwören. Man sollte es aber nicht übertreiben. Der gröbste Fehler ist eigentlich nur, sich zu wenig Gedanken über die Welt zu machen.

Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
Der Fantasie einfach Freien Lauf lassen, selbst wenn es am ende nichts wird, man lernt dazu.

Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
Das Wie und Warum.

Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Sie entwickeln sich einfach aus der Geschichte, und die Ideen dazu kommen bei mir oft aus Träumen, manchmal auch das Grundgerüst einer neuen Welt.

Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
Meine Welten sind oft eine Mischung unserer Welt und eigenen Ideen oder baut darauf auf.

Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Ich schreibe für mich selbst, meine Welten sind im Grunde nie fertig, sie sind in ständiger Bewegung und Entwickeln sich weiter. Die frage ob es sich Lohnt habe ich mir noch nie gestellt.

Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
Oft Jahre... Wie oben schon beschrieben, ist es für mich ein langer nie endender Prozess. Ein loses Gerüst steht aber schon nach wenigen Stunden.

Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Habe mir schon mehrmals darüber Gedanken gemacht, zum einen wäre es mal ganz interessant, aber lieber erfinde ich eigene Welten, als das schreiben von FanFiction ;)
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Aeint » 07.06.2013, 16:21

Ich habe vor länger Zeit einen interessanten Link gefunden:

http://www.elfwood.com/farp/thewriting/ ... ergworlds/

Ist zwar auf Englisch, aber interessant.

Gruß,
Aeint

P.S. Was haltet ihr von dem Link?
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon MoonlightDragon » 19.07.2013, 12:04

So, dann äußere ich mich auch mal dazu.

Aeint hat geschrieben:P.S. Was haltet ihr von dem Link?

Auf den ersten Blick sah es ziemlich interessant aus. Werd mich später mal durch die einzelnen Kapitel lesen.

Nun aber zu der Welterschaffung.

"Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?"

Charas und Geschichte eigentlich so ziemlich gleichzeitig. Mit der Geschichte kommen die Charakter und mit den Charakteren die Geschichte, wenn ich erstmal eine Idee habe.
Die Welt aber wird danach erst erarbeitet.

Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?

Meine "Schöpfungsgeschichte" ist ein wirrer Haufen an Stoff, der sich über die Zeit weiterentwickelt hat.
Ich arbeite jetzt schon einige Zeit, bald zwei Jahre, an meiner Welt. Nachdem ich die grobe Idee für die erste Geschichte hatte, habe ich zuerst die Völker, die dort leben sollten, herausgesucht. Das waren damals noch die klassischen Elfen, Zwerge, Menschen, Drachen. Dann hab ich ein oder zwei Karten gezeichnet, wo sich die Story abhandeln sollte. Ich legte fest, wo die Völker lebten. Währenddessen habe ich die Story selbst immer weiter entwickelt, bis ich den ersten Teil in Steinzeitmanier mit bleistift zu Papier gebracht habe.
Während ich am PC das alles abtippte und überarbeitete gefiel mir die Idee dieser Klischeehaften Völker bald nicht mehr, daher tauschte ich sie irgendwann gegen neue, erfundene Völker um, die sich immer weiter entwickelten, bis ich einigermaßen zufrieden war. Dann begann ich eine Geschichte im Sinne von Historie zu entwickeln.
Ich nahm immer mal wieder Änderungen vor, und tue es immer noch, also ist dieser ganze Prozess immer noch im Gange.
Inzwischen habe ich vier andere humanoide Völker neben den Menschen, einen Haufen Karten von drei unterschiedlichen Kontinenten, eine Sammlung an Geschichten und Ideen, darunter eine Chronik der Welt, den Anfang einer Sprache und tausende Seiten an Papier. Und trotzdem bin ich immer noch in der Schöpfung drinne.
Es ist also ein unendlicher Prozess für mich, da es immer wieder Änderungen, Zusätze und Dinge gibt, die ich herausnehme.

Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?

Versuchen, alles neu zu erfinden, alle Naturgesetzte umzukrempeln, nur um eine möglichst außergewöhnliche Welt hinzubekommen.

Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?

Mach dir zu allem Notizen, orientiere dich nicht an meinem Schaffen, denn das ist das reinste Chaos. Aber du dir solltest trotzdem immer etwas Freiraum für Veränderungen lassen.

Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?

Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Welt als ein ganzes funktioniert, aber auch im Detail. Dass man sozusagen hinein und wieder hinauszoomen kann, ohne dass eine unscharfe Bildfläche vorkommt. :mrgreen: natürlich ist das unmöglich, weil es Jahrhunderte brauchte, aber es sollte zumindest für einen Leser so wirken. Fazit: Alles ist wichtig, aber natürlich kann man nicht alles beachten.

Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?

Durch vieles: Faszinierndes in der realen Welt, Träume, durch die Charaktäre in der welt, durch Kunst, Musik und andere Bücher. Es kann alles mögliche sein, manchmal fallen mir auch einfach Sachen während des Schreibens ein.

Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?

Ich denke, dass auch für eine eigene Welt Recherche unbedingt nötig ist, also hat man diese Arbeit bei beiden Welten. Für meinen Geschmack ist beides in irgendeinem Sinne schwer, aber ich ziehe die eigene Welt vor, da man einfach kreativer sein kann und weil ich Fanatsy liebe. :wink:

Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?

Ich glaube nicht, dass sie so schnell, wenn überhaupt, fertig wird, aber für mich hat es sich schon jetzt gelohnt, einfach weil es mir Spaß macht. Ob es sich in irgendeiner anderen Weise lohnt, oder ob ich die Idee später verwerfe, kann ich nicht sagen.

Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?

Keine Ahnung, aber so wie es jetzt aussieht, noch lange...

Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?

Natürlich ist es verlockend, aber es ist so, dass ich nie das selbe Wissen oder die selbe Einstellung haben werde, wie die Autoren. Von daher: Nein. ich würde es nie wagen, auch nur einen Roman über eine andere Welt zu schreiben.

Genug geschrieben, eigentlich wollte ich ja was ganz anderes schreiben, aber die Motivation ist weg. Ich geh sie besser suchen. :walkthedog:

lg
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Rutana » 02.10.2013, 02:32

Da ich ja selber auch meine eigene Welt erschaffen habe (bzw noch in den letzten Feinheiten der Schöpfung stecke), geb ich meine Antworten auch mal zum Besten :)

Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Nun, in meinem Fall ist das so ne "Huhn und Ei" Geschichte. Meine Geschichte nahm in einem Online-Spiel ihre Anfänge, dementsprechend war die Spielwelt zuerst da, meine Charaktere wurden dann nach und nach (als Spiel-Charaktere) erstellt, bekamen von mir ihre Persönlichkeit und ihre persönliche Geschichte. Als ich dann beschlossen habe, die Geschichte in ihre eigene Welt zu setzen, waren die Charaktere bereits da, und die Welt wurde darum herum aufgebaut.
Generell würde ich sagen, die Charaktere waren zuerst da :)

Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Als Autor, nehme ich jetzt mal an?
Nun, angefangen habe ich damit, bestimmte Orte des Spiels umzuplatzieren und umzugestalten, und sie dann nach und nach zu verändern, so dass sie zu ihren eigenen Ortschaften wurden und den Bedürfnissen meiner Geschichte entsprachen.
Ich habe nach der groben Geographie angefangen, die Gesetze und Bestimmungen festzulegen: Welcher Gott kümmert sich um welches Land, welche Regierungsform hat jedes Land, wie funktioniert Magie, wie funktioniert mein "Schnell-Reise-System", usw.
Zum Schluss fehlen jetzt noch kleinere Feinheiten, zB Namen für die einzelnen Orte und Schauplätze.

Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
Nicht alle Eventualitäten auszuschöpfen. Ich denke, man sollte soviel wie möglich über seine Welt wissen und festlegen. Wie funktioniert die Gesellschaft, welche Konflikte gibt es, gab es in der Vergangenheit und könnten in der Zukunft entstehen, wie werden verschiedene Berufe gelehrt und ausgebildet, usw.
Man braucht vielleicht nicht alles für die Geschichte, aber je mehr man über die Welt weiß, desto glaubhafter kann man sie beschreiben.

Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
Klein anfangen. Man sollte sich genau überlegen, welche Orte und welche Beschaffenheiten man für den Verlauf seiner Geschichte braucht, dann kann man anfangen, diese Orte so zu verteilen, dass sie Sinn ergeben. Danach kann man sich daran setzen, für alles Erklärungen zu finden ^^

Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
Grob gesagt, am Wichtigsten sind die Dinge, die eine Rolle in der eigentlichen Geschichte spielen. Weniger wichtig wären zum Beispiel Einzelheiten von Nachbarländern, die keine tragende Rolle spielen. Je größer die Relevanz zur Handlung, desto wichtiger :)

Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Da meine Welt seeeehr lose und frei interpretiert auf der nordischen Mythologie basiert, waren viele Ideen recht offensichtlich, also zB der mythologische Aufbau der sieben Welten um Yggdrasil und welche Götter eine Rolle spielen. Die restlichen Ideen entstanden mehr und mehr aus den Bedürfnissen, die ich erfüllen wollte, und die Erklärungen, die ich für meine Geschichte brauchte.

Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
Eine eigene Welt zu erschaffen. Da kann ich sicher sein, dass ich alles unter Kontrolle habe und alles weiß, was ich wissen kann. Man kann noch so viel über Spanien (zB) lesen - bevor man selber in dem Land war, bleibt es trockene Theorie.
Außerdem empfinde ich unsere wirkliche Welt, literarisch gesehen, wie einen Käfig. Sie schränkt mich und meine Kreativität ein. In einer eigenen Welt bin ich frei, da kann ich mich austoben wie ich es möchte.

Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Oh ja :)
Ich bin noch immer in der Planungsphase, aber schon richtig Stolz darauf, wie genau ich meine Welt kenne und wie viel Arbeit darin steckt.

Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
Sagen wir es mal so... der Entschluss, meine Geschichte als Buch in einer eigenen Welt nieder zu schreiben, kam Ende 2010 :)
Ich muss aber dazu sagen, dass ich mir Zeit lasse. Ich denke jeden Tag über meine Geschichte nach, Ideen kommen mir aber etwa jeden 4. Tag - und werden entsprechend geprüft und eingebaut - oder verworfen.

Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Da ich ursprünglich als FanFiction Schreiber angefangen habe und ein Fan jegliches "Storytellings" bin, also auch Spiele, Filme, Comics und Serien auf Grund ihrer Erzählweise wertschätze, würde es mich sogar sehr freuen, wenn ich offiziell für ein Fandom schreiben dürfte, dass mich interessiert.
Ich glaube, es wäre für mich die größte Ehre überhaupt, würde man mir anbieten eine Episode für "Doctor Who" zu schreiben ^_^
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Max S » 02.10.2013, 13:45

Ich weiß nicht wie passend mein Projekt ist, da es zwar durchaus in der echten Welt spielt, allerdings in fiktiven Städten/einer fiktiven Gegend:

1.Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Die Geschichte ist zuerst da, zumindest eine grobe Handlung.

2.Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Eine passende Gegend suchen, dortige Landschaft und dortige Städte anschauen.

3.Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
Zu sehr an eine bestimmte echte Stadt/Gegend anlehnen.

4.Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
Zeit nehmen, immer wieder durchgucken, nicht den ersten Entwurf als die definitiv beste Lösung nehmen.
Ich habe meine "kleine Welt" während der Arbeit am Projekt noch X-Mal verändert.

5.Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
Wichtig ist das man weiß wie die Welt aussieht, im Falle einer Stadt wie die Straßen und Häuser angelegt sind.
Nicht so wichtig ist kleinkram, etwa die genaue Größe, oder welche Landschaft welchen Anteil einnimmt.

6.Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Ich mache Listen/Notizen was ich brauche, schaue mir andere fiktive Welten an, oder auch echte Welten.
Das alles zusammen ergibt die Welt.

7.Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
Eigene Welt, da ich mich nicht an vorgaben halten muss, und auch niemandem auf die Füße trete wenn ich etwas in Schutt und Asche lege.
Und ich habe totale Freiheit was z.B. das Klima angeht.

8.Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Auf jeden Fall.

9.Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
Etwa eine Woche hat es gedauert, bei 3-4h am Tag, um die Welt zu erschaffen.
EIn paar Details ändere ich aber auch noch zwischendurch.

10.Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Eher nicht, da man die Geschichte immer mit der "Orginalgeschichte" vergleichen würde.

Max
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Lykos » 04.10.2013, 18:18

Hi ;)
Ich hatte mal angefangen eine Welt zu planen, ursprünglich für eine Geschichte, die ich aber doch noch verworfen habe. Aber ich bin wie folgt vorgegangen:
1. Ich habe mir eine Karte der eng einanderliegenden Kontinente gezeichnet (Vier Stück)
2. Dann habe ich die Karte eingescannt und am Computer vergrößert, an fünf verschiedenen Stellen. Die Karten habe ich mir dann einzeln ausgedruckt. Dann hatte ich sowas wie "Östlich der Wüste", "Nordlande" usw.
3. Ich hab angefangen, die Detailierten Karten mit Gebirgen und Wäldern zu bestücken. Als nächstes habe ich Städte eingezeichnet.

Für die folgenden Schritte habe ich von der Schneeflockenmethode geklaut :)
4. Für jede der Teilkarten einen Absatz (5 Sätze) Zusammenfassung der Geschichte. Ein Satz steht dabei für 500 Jahre. Also hatte ich jetzt eine grobe zusammenfassung, wie die Antike in den verschiedenen Teilen meiner Welt abgelaufen ist.
5. Als nächstes habe ich jeden dieser Sätze unterteilt in fünf Sätze, die entsprechend für 100 Jahre stehen. Also hat man an diesem Punkt pro Region:
- Fünf Sätze zu je fünfhundert Jahren
- Fünf mal Fünf Sätze zu je hundert Jahren

Das kann man in belieber Genauigkeit fortführen, also zum Beispiel auf zwanzig Jahre, oder das ganze ein zweites mal durchführen; Dann hat man nicht nur die Antike, sondern auch das Mittelalter seiner Welt geplant. Besonders wichtig sind aber die letzten hundert Jahre vor der Geschichte, denn da ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie innerhalb der Geschichte erwähnt werden (z.B. von Älteren)
Momentan überlege ich mir, wie ich die (bereits von der Vergangenheit festgelegten) groben Züge der Kulturen verfeinern kann, d.h. ich denke mir Rituale, Gebräuche, Legenden, Weltanschauungen, Architektur, Kleidungsstil, Persönlichkeiten usw. aus.
Lg,
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Chrysanthemum » 06.01.2014, 19:39

Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Das wechselt ab. Bei meiner "aktuellen" (und ersten) Welt kamen erst Bruchstücke der Geschichte mit dem ein oder anderen Charakter. Aber sonst eher erst die Geschichte bzw. einfach ein Plotentwurf.

Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Wie gesagt, einige Szenen hab' ich dann schon im Kopf. Darauf bau ich dann den Anteil der verschiedenen Geländearten (Also Wald, Wüste, Sumpf/Moor, etc.) auf. Also wenn z.B. alle Szenen, die ich schon im Kopf habe, im Wald stattfinden, wird ein Großteil des Landes/Der Welt von Wald bewachsen sein. Als nächstes zeichne ich den Küstenverlauf auf einem Schmierblatt auf und zeichne auch den Teil der Geländearten ein, genauso wie einige Knotenpunkte, wo eben ein Großteil meiner Geschichte stattfindet. Danach ist zwar noch viel weiß, aber meine "Karte" entwickelt sich mit meiner Geschichte weiter.
Bevor ich aber mit dem richtigen Schreiben meiner Geschichte anfange, schreibe ich die ein oder andere Kurzgeschichte (Höchstens 2-3 Din A 4 Seiten) über Geschichte, Städteentwicklung und Religionen meiner Welt. Dann kann es los gehen.

Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
Zu denken, dass eine Welt in fünf Minuten (oder eben wenig Zeit :) ) fertig ist und vor allem glaubwürdig ist. Wie einige hier schon gesagt haben, eine Welt ist niemals fertig. Und genug über seine Welt wissen kann man auch nicht. :wink:

Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
Hm... Ich denke, einfach alles aufzeichnen, aufschreiben, notieren was einem so einfällt. Frei nach dem Motto: "Aufräumen kann man später immer noch."

Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
Zumindest das grundlegendste sollte man wissen. Also z.B. Herkunft, Entstehung und ein paar wichtige Geschichtsdaten. Sowohl bei Städten als auch bei Völkern/Charakteren. Man sollte sich als "Gott" immer die Frage stellen "War es mal anders?"

Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Durch alles. Wenn ich z.B. spazieren gehe und einen außergewöhnlich geformten Baumstamm sehe kommt der (rein zufällig natürlich :wink: ) wahrscheinlich auch in meiner Geschichte/Welt/Land vor.

Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
Definitiv erschaffen. Vielleicht auch, weil ich oft zu faul zum recherchieren bin. :mrgreen:
Außerdem kann man in seiner eigenen Welt gewisse Dinge auch anpassen. Oder Dinge erfinden, die neue Sachen möglich machen.
Aber auch für die eigene Welt sollte und muss man das ein oder andere nachgucken, wie z.B. Besiedlungsmöglichkeiten bei bestimmten geographischen Gegebenheiten oder so. :) Allerdings ist das... Einfacher. :girl:

Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Natürlich. Zum einen bin ich dann irgendwie ziemlich stolz, das tut meinem Ego gut. :mrgreen:
Aber dann habe ich auch einen Ort, in dem ich nicht nur diese eine aktuelle Geschichte stattfinden lasse, sondern eben eine ganze Welt mit viel Platz für Geschichten. :D

Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
Lange. Allein schon weil eine Welt eben nicht fertig ist. Immer neue Leute, immer neue Länder, immer neue Kriege - stetige Veränderung eben. :girl:

Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Nein. Einmal, weil ein anderer sich die Arbeit gemacht hat und ich mir irgendwie (trotz Angebot) wie eine Schnorrerin vorkommen würde. Aber auch, weil meine Geschichten und Ideen einfach nicht in die Welt eines anderen passen wollen. Und wenn ich sie zu sehr ändere ist es ja letztlich nur eine Neuerzählung der Geschichte, die ursprünglich in dieser Welt gespielt hat.
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Kalea08 » 10.03.2014, 14:43

Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Die Geschichte sind fast gleichauf mit den Charakteren. Erst später entwickelt sich in meinem Kopf die Welt, je mehr und intensiver ich an der Geschichte arbeite.

Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Das ist ganz unterschiedlich. Je nach Kurz- oder langer Geschichte handle ich anders. Meist schreib ich erst mal bunt drauf los, wie ich mir die Geschichte vorstelle und dann kann ich langsam die Welt im "Hintergrund" entstehen lassen. So entwickel ich einfach ein besseres Gefühl für die Umgebung und die Natur, da sie schon ein Teil der Geschichte ist.

Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
Schnell eine Geschichte machen, nicht einmal drüberlesen, sich zu sehr an Vorlagen halten und keine neuen Ideen einbringen. Wer was veröffentlichen will muss schon Mühe und Zeit dahinter setzen, sonst wird nur ein Billig-Abklatsch einer guten Geschichte heraus.


Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
Überleg erst mal wo du anfängst mit deiner Geschichte und beginn langsam die Kapitel zu schreiben. Ich finde ein paar Kapitel Geschichte sind Vorraussetzung damit man sich die Welt besser vor Augen halten kann, da man mit dem Geschehen sich in der Welt bewegt und so entwickelt sich die Geschichte ganz von selbst. :wink:

Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
Alles was du denkst, dass es notwendig für die Geschichte ist und je mehr Details du in diese Welt hineinzauberst desto schöner und prächtiger wird die Welt. Für mich gehört in jedem Fall das Volk, der Glaube und ihr Verhaltenswesen und ihre Lebensweise dazu. Das hat für mich einfach eine sehr große Wichtigkeit.

Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Ganz spontan, wie die Geschichte selbst. Im Alltag, vorm PC oder auch in der Arbeit. Bei Musik gibt es meist dann keinen Halt mehr, aber auch unter der Dusche sind mir schon viele Ideen gekommen.

Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
Sowohl als auch. Kommt auf die Menge der Recherche an, aber ich glaube eine eigene Welt zu basteln ist in jedem Fall leichter, als die reele Welt abzupausieren.

Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Natürlich. Sie ist mein Herz und meine Seele und ich hatte viel Spaß daran gehabt sie zu erschaffen, daran zu schreiben und die Details anzufertigen, doch eins muss dir klar sein: Wenn du deine Welt lebensnah erschaffen willst wird das Ende der Geschichte nicht so bald sein, denn eine Welt braucht viele Wochen und Monate mühseliger Arbeit.
Es ist es in jedem Fall wert, da es dem Selbstwertgefühl und dem Ehrgeiz hilft. :D

Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
Ich hänge seit Jahren an einem Buch fest und bin immer noch fleißig am Basteln, aber ich sags mal so: Ich komme meinem Ziel immer näher, auch wenn es noch weit entfernt ist.

Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?

Hab ich schon. Auf Fanfiktion.de. War und ist immer noch ein Hobby von mir, aber so ernsthaft wie mein Roman wird es wohl nie sein, aber es bedeutet mir dennoch sehr viel.
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon Kelpie » 10.03.2014, 23:10

So, dann will auch ich mal ein wenig senfen!

Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Ich habe meine Welt erschaffen, um einer Geschichte Platz zu geben. Vor dieser Geschichte gab es allerdings schon die Charaktere, somit waren es wohl eher sie, die der Welt die Existenzberichtigung gaben. Mittlerweile formt die Welt allerdings alle meine anderen Geschichten, nie ist es umgekehrt.

Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Ich begann mit einem einzelnen Staat, dem ich Gebirge, Wälder, Flüsse und Städte gab. Schließlich kamen Grafschaften und andere Gebiete hinzu. Ich entwickelte sie weiter bis nach und nach sechs weitere Staaten entstanden (der erste sah inzwischen völlig anders aus), gefolgt von Völkern, verschiedenen Herrschaftssystemen, Religionen und schließlich die Geschichte des Landes. Vor einem Jahr habe ich auch Sternbilder geschaffen und die Schöpfungsgeschichte sozusagen bis zum "Urknall" zurückverfolgt.

Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
Zum einen sind da sicherlich logische Fehler, die man bedenken sollte. Häufig erwähnt in anderen Threads wurde beispielsweise das Erschaffen von Wüsten gleich neben Wäldern.
Was ich außerdem nicht leiden kann, sind Welten, in denen offensichtlich wird, dass sie nur zum Bergen einer Geschichte errichtet wurden. So wie auf unserer Erde der Planet die Geschichte beeinflusst hat, so sollte eine kreative Welt auch die Geschichte beeinflussen. Allgemein sollte allerdings beides in Wechselwirkung zueinander stehen.

Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
Puh, das ist schwierig, denn man lernt am besten aus eigenen Fehlern. Mir würde ich den Tipp geben, nicht so klein anzufangen, sondern gleich viel Platz zu lassen. Anderen Menschen müsste man vermutlich genau den gegenteiligen Tipp geben.
Wichtig ist auf jeden Fall, nicht einfach nur wild drauflos zu kritzeln, sondern Gebirge, Städte, Wälder, Flüsse etc. mit Verstand einsetzen.

Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
Ich finde, die Schlüssigkeit ist am wichtigsten. Dass Schneelandschaft nicht unbedingt neben einer glühenden Wüste liegt, beispielsweise. Auch an bestimmte innerweltliche "Regeln" sollte man sich halten. Wenn meine erfundenen Drachen Feuer speien, dann sollte ich sie vielleicht nicht in einen See setzen. Auch sollte die Geschichte der Welt Sinn ergeben und bestimmte Dinge nicht aus dem Nichts kommen. Was nicht heißt, dass man dem Leser diese Geschichte unter die Nase reiben muss.
Nicht so wichtig sind dagegen die Entstehung der Welt (Urknall, Schaffung durch Götter o.Ä.). Auch Sterne spielen eigentlich kaum eine Rolle, sind in meinen Augen aber ein interessanter Zusatz. Letztlich kann man es kaum übertreiben - jedes Detail (solange es gut durchdacht ist) bringt mehr Tiefe in die Welt.

Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Ich orientiere mich an der unseren und an geschichtlichen Epochen. Der raue Norden auf der Karte hat sicherlich Ähnlichkeit mit nordeuropäischen Landschaften, der Süden der Karte orientiert sich an Afrika. Oft sind es nur kleine Inputs, die dann so lange in meinem Kopf spuken, bis ich sie irgendwo zufriedenstellend eingebaut habe. So habe ich letztens über die Geschichte Griechenlands gelesen und von einem Palast mit zwei Thronsälen auf Knossos erfahren. In meinem Kopf arbeitet das nun schon seit einer Weile.

Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
Eine eigene Welt zu erschaffen, definitiv. Ich habe nur wenige Geschichten begonnen (und nie zu Ende geführt), die in unserer Welt spielen und dabei nur ein einziges Mal einen realen Ort genannt. Ansonsten bezeichnete ich die eine Stadt, in der die Geschichten spielten, immer nur als "Stadt", weil ich mich nicht an reale Vorgaben halten wollte. Letztendlich war stets die Furcht zu groß, mich nicht gut genug in diesen Städten auszukennen bzw. irgendwann nicht den geeigneten Platz für eine Szene zu finden.

Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Da ich meine Welt wieder und wieder verwende und verwenden werde lohnt es sich auf jeden Fall. Es macht mir Spaß und beinahe scheint mir, als hätte ich mir eine eigene große Heimat gebastelt.

Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
An meiner habe ich mittlerweile zehn Jahre gefeilt, wobei man gute 6-8 Jahre abziehen kann, in denen ich die Karte immer wieder verworfen habe. Aber auch heute würde ich trotz aller Details nicht sagen, dass sie fertig ist. Mann kann immer tiefer ins Detail gehen und wo ich früher Städte und Seen zeichnete, zeichne ich heute Dörfer, Höfe und Teiche. Da werden mir wohl nie Grenzen gesetzt sein und da ich nicht vorhabe, eine weitere Welt zu schaffen, weil diese hier umfassend genug ist, um Ideen verschiedenster Arten und Zeiten zu bergen, werde ich auch lange an der Welt basteln können.

Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Nein, ich finde das eigentlich unverschämt. All die Bücher, die sich Mittelerde bedienen ... ich weiß ja nicht. Vielleicht würde sich Tolkien geehrt fühlen, vielleicht würde es ihn aber auch eher ärgern, wie andere Menschen seine Vorstellung mit ihrer eigenen zerreißen. Außerdem wird man als Autor in einer fremden Welt niemals so heimisch sein wie in einer eigenen. Ich selbst wollte niemals, dass jemand meine Welt für seine Ideen hernehmen würde. Einfach weil es eine Utopie meines Geistes ist und die niemand so nachvollziehen kann, wie ich selbst.

Viele Grüße,
Kelpie
Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. (Franziska Alber)
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon AuroraBorealis » 26.11.2014, 08:17

1. Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Bei mir waren zuerst die Geschichte und eine Idee der Charaktere da. Außerdem hatte ich eine grobe Vorstellung, wie die Welt aussehen sollte. Nach und nach bin ich beim Schreiben über gewisse Probleme gestolpert, die ich beheben wollte. Erst da fing ich an mich intensiver mit dem Weltenbau und der Charakterentwicklung zu beschäftigen. Zwar ging ich von der Grundfrage aus „Wie muss meine Welt aussehen, damit ich da hinkomme, wo meine Geschichte nun ist?“, war aber dennoch bereit, sowohl die Charaktere, als auch die Geschichte anzupassen, sobald ein anderer Aufbau realistischer war. Beides entwickle ich nun parallel zur Geschichte weiter.
Konkret war es sogar so: Die ursprüngliche Geschichte fand eigentlich einige Jahre später statt. Bei der Charakterentwicklung habe ich mich mit der Vergangenheit dieser auseinander gesetzt und war schließlich so begeistert, dass ich anfing die „Vorgeschichte“ zu schreiben. Durch die Entwicklungen in dieser nahm die Welt genauere Formen an. Was der aktuelle Stand ist. Selbstverständlich ist es nun unumgänglich für mich, die erste Geschichte entsprechend anzupassen.
Möglich, dass es so rum aufwendiger ist, da es eine zusätzliche und mehrfache Überarbeitung erforderlich macht. Jedoch würde ich es jederzeit wieder so machen. Einfach aus dem Grund, dass die Geschichte selbst mir in den Fingern juckt und aufgeschrieben werden will.

2. Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Begonnen habe ich mich den Geographischen Bedingungen. Es folgten die Staatsformen, das Militär, die Schöpfungsgeschichte und damit verbunden die Religion, neue Tierarten (waren zwar schon durch die Geschichte selbst entstanden, tauchten aber in der Schöpfungsgeschichte wieder auf), die Dynastien der Herrscher (wo ich leider immer noch dran bin und was zu den Teilen gehört, die mir weniger liegen).

3. Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
Zum einen, das man nicht bereit ist, Änderungen vorzunehmen und zum anderen das man zu wenig recherchiert. Änderungen sind notwendig, gerade wenn man selbst feststellt, dass die Geschichte nicht mehr stimmig ist. Selbst zu einer erschaffenen Welt gehört eine gewisse Ausarbeitung von Details. Ohne diese wirkt eine Welt unglaubwürdig.

4. Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
Ich weiß noch, was ich zuerst gedacht habe „Das bekommst du im Leben nicht auf die Reihe.“ Aber es Funktioniert tatsächlich. Mein Tipp, einen Schritt nach dem anderen und manchmal auch einen wieder zurück. Es bringt nichts an einer Idee festzuklammern (egal wie toll sie sein mag), wenn sie sich für die Geschichte selbst als Sackgasse herausstellt.

5. Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
Seine eigene Welt sollte man so gut wie möglich kennen. Klar, dass nicht alle Details auch in der Geschichte genannt werden bzw. genannt werden können. Trotzdem sollte man sie selbst kennen. Wie Anfangs schon erwähnt, habe ich erst im Nachhinein mit der Vorgeschichte angefangen und da ist es mir öfters passiert, dass Fragen aufgetaucht sind, die für die zweite Geschichte keine direkte Relevanz hatten (zumindest in dem Moment nicht, als ich sie schrieb - nun muss ich auch in der zweiten Geschichte darauf eingehen).

6. Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Spontane Einfälle, oder durch Inspiration aus der Realität. Wobei die spontanen Einfälle auch irgendwann ihren Ursprung in der Realität hatten…
Es gibt genug wundersame/bemerkenswerte Dinge im richtigen Leben, man muss sie nur sehen können.

7. Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
In meinen Augen weder noch. Wie schon erwähnt, bin ich der Auffassung, dass man auch für eine erfundene Welt recherchieren muss. Bei dem einen Teil kam ich bei der Welterschaffung gut voran und bei einem anderen hingegen schien es sich endlos zu ziehen. Letzteres hat auch Überwindung gekostet, dennoch daran zu arbeiten. Bei der Recherche war es je nach Thema dasselbe.

8. Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Definitiv ja, auch wenn es viel Arbeit ist. Eine Erfahrung ist es allemal. Außerdem ist es, wie ich finde, unumgänglich, wenn man eine stimmige Welt erschaffen möchte.

9. Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
Ich bezweifle, dass er Prozess irgendwann abgeschlossen ist. Jedoch kann es sein, dass ich irgendwann einen Schlussstrich ziehe und aufhöre daran zu arbeiten, was nicht bedeutet, dass die Welt auch fertig ist. Insgesamt ist bisher viel Zeit hineingeflossen und wird auch noch mehr hineinfließen.

10. Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Nein. Meine Geschichten und Charaktere würden vermutlich genauso wenig in andere Welten passen, wie deren Charaktere in meine. Außerdem würde mir in dem Fall schlicht und ergreifend der Anreiz fehlen, daran zu arbeiten.


Im Endeffekt gibt es kein richtig oder falsch. Jeder muss seine eigene Erfahrung damit sammeln. Was für den einen funktioniert, ist für den anderen das pure Chaos und andersherum.

Liebe Grüße
Aurora Borealis
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon KingForcemode » 16.02.2015, 19:31

1. Für mich ist ganz klar die Welt als erstes, dann kommen Rassen, Völker, Kulturen und besondere Orte. Erst danach kommt die Geschichte und zuletzt die Charaktere.
Ich kann eine Geschichte besser aufbauen, wenn bereits eine Welt dasteht, da kann ich mir besser vorstellen wo was ist und wo es geschehen soll etc. Rassen, Völker, Kulturen kommen bei mir als nächstes, da ich dann feststellen kann, wer wo lebt und wie es dort aufgebaut ist(Also Kultur, Klima etc.). Sobald ich die Welt mit Pflanzen, Tiere, Berge, Wüsten, Orks, Elfen etc. aufgebaut habe werde ich mich mit der Geschichte befassen.
Klar, meine Welt ist nur grob dargestellt, aber immerhin so detailreich genug, dass der Leser genügend Informationen bekommt bzw. die Informationen bekommt die er nötig hat.

2. Genau gesagt entwerfe ich einfach eine Karte und füge es mit Details ein, die für eine Geschichte interessant wären und das geht solange bis die Welt voll gespickt von Details sind :D

3. Da muss ich nur ein Wort sagen: Unkreativität. Eine Welt zu erschaffen, nur damit ein Char darauf leben kann, ist einfach schlicht langweilig...(z.B. Die Karte von Die Zwerge hat mich sehr enttäuscht.)

4. Man soll sich einfach Zeit lassen. In dieser Kategorie ist es für mich wichtig, dass die Welt eigenständig erschaffen wird und nicht von irgendein Abklatsch von anderen Geschichten. Sobald du nicht mehr weißt, was du da noch hinzufügen willst, solltest du aufhören und erst wieder weitermachen, wenn du wieder eine Idee hast, sonst könntest du deine Welt "zerstören".

5. Eine Vorstellung wie die Welt aussieht. Wer wo lebt, z.B. Leviathane leben nur im Tiefsee. Wichtig wäre auch wie die Klima ist und vorallem wo die Charaktere sich gerade befinden. Auch dabei den Überblick halten.

6. Durch Träume, Vorstellungen und Erlebnisse an bestimmten Orten. z.B. Ich war mal im Südtirol und wandere durch eine schöne Berglandschaft, da dachte ich mir, so ähnlich sollte es auch in meiner fiktiven Welt vorkommen.

7. Puuh, darauf kann ich ehrlich gesagt nicht darauf antworten.

8. Natürlich, ersteres macht es Spaß und du hast einfach unendlich Möglichkeiten.

9. Welterschaffung ist ein Projekt, was eigentlich nicht beendet werden kann, dafür gibt es zu viele Details...

10. Nope. Keine Welt kann sich meiner Fantasy anpassen.
"Wissen ist Macht - Macht ist Wissen" -Francis Bacon
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Re: Eigene Welten erschaffen - Wie machst du das?

Beitragvon DatCheEta » 03.03.2015, 11:38

(ist zwar ein alter Thread, aber ich finde ihn trotzdem extrem interessant, darum auch meine Antwort dazu!)

Was ist zuerst da? Die Welt, die Charaktere oder die Geschichte?
Die Charaktere sind bei mir immer zuerst da, interagieren in meinem Kopf miteinander und langsam baut sich Welt und Geschichte im Hintergrund um sie herum auf.

Womit beginnst du die Welterschaffung, bzw. wie verläuft deine "Schöpfungsgeschichte"?
Ich beginne damit, dass ich mir überlege, was die wichtigsten Regeln dieser Welt sind. Gibt es Magie? Technologie? Gibt es zivilisierte Nicht-Menschen Rassen? Aus den Antworterschließen sich dann langsam die weiteren Fragen die gestellt werden müssen.
Und irgendwann steht dann auch ein ungefährer Plot, der ebenfalls Einfluss auf die Welt hat - um es spannender/logischer/etc zu machen, was braucht die Welt?

Was sind deiner Meinung nach die gröbsten Fehler die man machen kann?
An Ideen festhalten, die einfach nicht in die Welt oder die Geschichte passen. Es ist unangenehm Dinge zu kürzen, aber man muss jedes Detail mehrmals überdenken ob es wirklich nötig und sinnvoll ist.

Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der sich zum ersten Mal an eine Weltenschaffung macht?
Fang klein an und arbeite dich hoch. Z.B.: wenn es Magie gibt, mach sie simpel, einheitlich und einfach zu verstehen. Orientiere dich an unserer Welt - es gibt so viele unglaubliche Dinge, dass man sich eigent
Recherche ist auch sehr wichtig. Finde heraus ob das, was du dir gebaut hast, überhaupt Sinn ergibt.

Was ist das wichtigste bei einer eigenen Welt? Welche Dinge musst du als "Gott" auf jeden Fall wissen und was ist nicht so wichtig?
Wenn man sich so daran erinnert, was man in der Schule im Geschichtsunterricht gelernt hat... das ist so ungefähr der Detailgrad den ich brauche. Manche Themen werden detaillierter behandelt, weil sie den offensichtlich größten Einfluss auf *heute* haben (z.B. beide Weltkriege), andere gehören grob zur Allgemeinbildung, haben aber keinen Einfluss (mehr) auf die Geschichte (z.B. das alte Ägypten). So halte ich es auch mit meinen erfundenen Welten: das, was Einfluss hat, muss detailreicher und ausgearbeiteter sein als das, was nur "flair" ist. Kurz gesagt: gäbe es Geschichtsunterricht in dieser Welt, sollte ich in der Lage sein, diesen zu halten.

Wie kommst du auf die Ideen für die neue Welt?
Hauptsächlich durch plotten und/oder andere Inspirationen (Filme, Bücher, Bilder, Recherche über unsere eigene Welt). Speziellere Details werden durch Brainstorming und Logik bestimmt, und da hole ich auch hin und wieder Freunde als Brainstorming-Helfer mit rein.

Was ist für dich einfacher: Eine eigene Welt zu erschaffen, oder einfach über "die wirkliche Welt" zu recherchieren?
Ich recherchiere so wie so über die wirkliche Welt. Trotzdem finde ich es einfacher eine eigene Welt zu erschaffen und darin meine Geschichte spielen zu lassen, denn dann werden kleine Fehler leichter verzogen bzw gar nicht erst als Fehler bemerkt.

Lohnt es sich? Wenn die Welt am Ende fertig ist und die Geschichte geschrieben: Lohnt es sich dass du dir die Arbeit gemacht hast?
Ja <3

Wie lange brauchst du um eine komplette Welt zu erschaffen?
An der Welt, in der mein Haupt-Projekt spielt arbeite ich seit... 7 Jahren... mehr oder weniger. Sie begann als eine völlig unausgearbeitete Welt ohne sinnvolle Regeln mit einer einfachen Geschichte. Mittlerweile spielt eine neue Geschichte in einer ähnlichen Welt die an der ersten anlehnt, die Geschichte schreibe ich zum dritten und letzten Mal und die gesamte Zeit über iteriere ich die Details. Das wird auch bis zum Schluss so weiter gehen.

Würdest du auch die Welt eines anderen benutzen, wenn er sie dir anbietet? Würdest du die Welt aus einer berühmten Geschichte verwenden (z.B. Herr der Ringe, Harry Potter, Fluch der Karibik, Der goldene Kompass ...), wenn du dürftest?
Möglicherweise, wenn ich ein fettes Lexikon über die Welt bekomme, in dem alles drin steht was sich der Autor ausgedacht hat. Normalerweise weiß der Autor viel, viel mehr als in den Büchern steht, und ich würde nicht gerne meine eigenen Entscheidungen über Details treffen, die der Autor selbst schon anders für sich festgelegt hat.

LG,
Cheety
Error 404 - No signature found
"A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory." - Leonard Nimoy
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