Eigenleben der Charaktere

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Eigenleben der Charaktere

Beitragvon Mizuki » 21.03.2007, 23:24

Kennt ihr das, daß eure Figuren plötzlich so ganz anders handeln als ihr beabsichtigt habt, und ihr sie einfach nicht davon abhalten könnt den Lauf der Geschichte selbst zu bestimmen?
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Beitragvon fallen angel » 21.03.2007, 23:41

Ich schreibe meist über reale Personen, und Ereignisse, die ich nur so weit entfremde, dass niemandem mehr die Ähnlichkeite auffällt.
Deshalb wollte ich eigentlich schreiben, dass ich solch eine Entwicklung nicht kenne. Aber als ich dann genauer darüber nachdachte, viel mir auf, dass die Charaktere genau das tun. Sie beeinflussen die Geschichte.
Vielleicht ist das unfair, weil sie ja Spiegelbilder realer Menschen sind. Deshalb weiß ich einfach, wie sie reagieren würden. Weil ich sie genau deshalb ausgesucht habe, damit sie der Geschichte die Wendungen geben, die ich mir wünsche.
Aber ich denke es hat doch etwas Ähnlichkeit mit deiner Beobachtung?
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Beitragvon Mizuki » 21.03.2007, 23:46

Ohja, hat es.
Schreibst du über tatsächliche Geschehnisse, oder eher fanfictionmäßig? *neugierig bin*
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Beitragvon Erik » 22.03.2007, 00:40

Meine Charaktere sind vollkommen frei erfunden (es sind meistens Vampire :P ), und ja, ich hab zu Weilen ganz schön damit zu kämpfen, dass sie ihr ganz eigenes Leben führen.
In meiner Geschichte, die ich im Moment gerade versuche hier rein zu stellen z.B. macht mir die Hauptfigur ganz schön zu schaffen.
Ich wollte eigentlich gleich an einer interessanten Stelle beginnen, möglichst eine mit viel Blut, und Action. Eine kurze Einleitung, wer die Hauptfigur eigentlich ist, und lost geht's.
Aber dann kam Ally mir in die Quere. Sie flog in die Geschichte, und wirbelte auf ihre locker, flockig, spritzige Weise einfach durch ihre Welt, und bevor ich wusste wie mir geschah, war sie auch schon im Büro, beschwerte sich über die Abteilungsleiterin, starrte ihrem Chef auf den Po, verguckte sich in einen Typen und amüsierte sich auf einer Party.
Man hätte es fast schon arbeit nennen können, sie endlich an die richtige Stelle zur richtigen Zeit zu bugsieren, wenn sie mir nicht so viel Spaß gemacht hätte.
Und ich denke dem habe ich auch die relativ positiven Kommentare zu verdanken, und die ausdauernden Leser. Dadurch, dass sie einen Charakter hat, den sie auch auslebt, wird sie sympathisch und reißt einen mit (hoffentlich :oops: ).
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Beitragvon fallen angel » 22.03.2007, 01:14

Meistens halte ich mich an das alt bewehrte Konzept:
"Ein Teil erlebt, ein Teil erzählt bekommen, und ein Teil erfunden"
Oder ich versuche es wenigstens.

Aber eigentlich bleibe ich lieber dichter an der Wirklichkeit. Meiner Meinung nach ist die Realität für sich schon spannend genug, ohne das man sie mit Magie oder anderen Effekten "aufpeppen" muss.

Man könnte also generell sagen, dass ich über wirkliche Ereignisse schreibe, oder zumindest über Dinge, die wirklich passiert sein könnten.

Den Begriff Fanfiction kenne ich eigentlich nur von einem ehemaligen Freund, aus der Mangaszene. An was ich mich da dunkel erinnere, ist das man einen bestehenden Manga nimmt, und sich dazu eine eigene weiterführende Geschichte ausdenkt (mit vorliebe wohl Liebesbeziehungen, zwischen nicht unbedingt vom Autor gewollten, und gerne gleich geschlechtlichen Personen). Ich muss zugeben, dass ich in dieser Hinsicht etwas negativ vorbelastet bin, weil ich bisher nur ein paar wenige (wirklich schlechte) Fanfiction gelesen habe.

Allerdings lassen mich deine bisherigen Werke vermuten, dass du mich da eines besseren belehren kannst, ich beziehe mich natürlich auf deinen Post zu den Fingerübungen, und dein geplantes Werk.

Selber geschrieben, habe ich so etwas noch nicht.

PS: Nichts was ich geschrieben habe diente einem persönlichen Angriff. Ich habe nur über meinen bisherigen Erfahrungen berichtet, und bin bei gegebenem Anlass, stets gerne bereit, meine Meinung zu revidieren.
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Beitragvon Mizuki » 22.03.2007, 01:45

Hast recht, die meisten Fanfics sind grottig, kann man nicht anders ausdrücken.
Mir rollen sich jedesmal die Fußnägel hoch wenn ich "der Blonde, der Kleinere, der Dunkelhaarige, der Jüngere" lese...ahhhhhhh!!!!!

Aber es ehrt mich zu lesen, daß dir meine bisherigen Sachen wohl gefallen.
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Beitragvon Kim Possilbe » 22.03.2007, 10:07

Ich kenn das auch, und ich finde es toll!
Ich schreibe meistens Situationsgetriebene Geschichten. Das heißt ich nehme einen Charakter, bringe ihn in eine interssante Situation, und warte ab was er tut. :lol:
Ich finde es einfach viel zu langweilig, wenn ich schon vorher alles weiß, was passiert. Deshalb versuche ich mehr der Zuschauer, als "Gott" zu sein (Obwohl es definitiv auch was hat, wenn man manchmal ein bisschen helfend eingreifen kann "Was? Der Verbrecher hat freie Sicht für seinen Schuss? Wo ist der Kellner? Ich brauche eine Schutzschild :twisted:" :P :D 8) )

@Fanfics ohhh ja, ich war Mal eine Weile lang auf Animexx (falls das irgendwem was sagt), und hab da versucht die ein oder andere Fanfic zu lesen, .. Zehennägel hochkrempeln ist glaub ich noch gar kein Ausdruck :roll:
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Beitragvon Mizuki » 22.03.2007, 10:37

Kim Possible hat geschrieben:@Fanfics ohhh ja, ich war Mal eine Weile lang auf Animexx (falls das irgendwem was sagt), und hab da versucht die ein oder andere Fanfic zu lesen, .. Zehennägel hochkrempeln ist glaub ich noch gar kein Ausdruck :roll:


:lol: was ist auf Animexx auch anderes zu erwarten? :wink:
HP-Fanatiker lesen wenigstens (das färbt dann positiv auf den eigenen Stil ab), aber Visu-FFs hab ich erst 2 gelesen die "ok" waren *seufz*
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Beitragvon Kim Possilbe » 22.03.2007, 11:08

*räuspert sich verlgen* Also sooo genau kenn ich mich in der Szene auch nicht aus, ich hab zum Beispiel keine Ahnung was ein HP-Fanatikter oder ein Visu-FFs ist :oops:
Ich weiß nur, ich hab Mal eine FF zu Harry Potter gelsen, ... sagen wir angefangen, .. sie war schlecht keine Frage, aber man hofft ja immer dass es besser wird, ... als Draco dann über Harry herfiel, :shock: war ich so schnell verschwunden, das sie nicht Mal mehr sagen konnte "Harrys Popo" :roll:

PS: ohhh HP = Harry Potter LOL
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Beitragvon Mizuki » 22.03.2007, 19:56

Noch eine Frage, die irgendwie damit zusammenhängt (ihr seht, meine Geschichte fällt mir schwerer als erwartet):
Versucht ihr, eure Charaktere und deren Handlungsweise zu verstehen, oder schreibt ihr einfach im Vertrauen darauf, daß sie sich schon entsprechend ihres Wesens verhalten werden?

Bsp.: Ich kann nachvollziehen, wieso Charakter A so ein A**** ist, aber ich kann nicht verstehen wieso Charakter B sich das bieten lässt. Mir fällt keine Erklärung ein, obwohl ich angehende Heilpädagogin bin, und für die absonderlichsten Züge noch ne Erklärung finden kann.
Zuletzt geändert von Mizuki am 23.03.2007, 01:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Pia » 22.03.2007, 20:34

Natürlich kannst du versuchen, die Sache einfach laufen zu lassen, und zu sehen wohin sie dich führt, eventuell stellt sich ja am Ende ganz von alleine raus, warum er sich das die ganze Zeit hat gefallen lassen.

Aber generell würde ich immer sagen, man sollte versuchen seine Charaktere zu verstehen. Denn meist ist es ja doch so, das was ich nicht verstehe, kann mein Leser erst recht nicht begreifen, und wird es womöglich als meine Schwäche auslegen.

Vielleicht hilft es dir ja, über die Geschichte des Charakters nach zu denken. Was ist ihm in seinem Leben schon widerfahren? Wie versucht er Probleme zu bewältigen? Wie geht er mit Stress, großer Macht, oder Agressivität um? Warum ist das so?

Leider fällt mir dazu nicht viel mehr ein, ohne Genaueres über die Geschichte und die Charaktere zu wissen.
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Beitragvon Erik » 22.03.2007, 20:43

Natürlich ist das ganz ohne Storyinfo schwer zu sagen, aber vielleicht bewundert er das A****loch ja einfach nur. Schließlich sind es manchmal die merkwürdigsten Typen vor denen wir Respekt haben. Oder aber er ist einfach nur verdammt cool, und lässt sich nichts anmerken?
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Beitragvon Kim Possilbe » 22.03.2007, 20:57

Also wenn ich in so eine Situation komme, dann versuche ich mich immer in den Charakter hinein zu versetzen.
Ich stelle mich dann in meinem Zimmer auf, versuche die Haltung einzunehmen, die derjenige gerade hat, und dann fange ich laut an mit mir selber zu reden :oops:
Ich stelle mir vor was der Andere sagt, und dann versuche ich darauf zu reagieren, als wäre das alles Wirklichkeit.
So fällt mir meistens sehr schnell auf, was gar nicht passt, was der Charakter bestimmt nicht sagen würde, und so komme ich dann meistens auf die beste oder auch einzige Antwort/Lösung.
Ich gebe eigentlich immer dem Charakter den Vorzug, wenn er in dieser Situation so handeln würde, dann tut er das eben auch. Wenn das nicht in die Geschichte passen will, dann ist das mein Problem und nicht seins, dann liegt es an mir eine andere Situation zu schaffen, die das hervobringt, was ich möchte ;)

Hmm eigentlich bin ich nur für die Situationen zuständig, die Charaktere tun den Rest.
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Beitragvon Mizuki » 23.03.2007, 01:24

@ Kim Possible: Ich hab mich gestern auf den Boden gelegt und gegen meine Hand vor dem Mund gespuckt, weil ich wissen wollte, ob das physikalisch möglich ist...von demher^^
aber das nachspielen ist ein super Tip!

@ Erik: Ja...vielleicht hat er Respekt vor ihm...muss ich heute Nacht mal drüber nachdenken.

@ Pia: Das sind gute Anregungen, danke.
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Beitragvon Kim Possilbe » 23.03.2007, 10:23

LOL :lol:
Und klappt es? (Das mit dem Spucken :P )
Ich mein aber auch den Rest, hast du was gefunden was dir hilft?
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