[Tragik]Ein guter Mensch

Tragödien, Tragisches

[Tragik]Ein guter Mensch

Beitragvon Fiorell » 26.06.2013, 19:07

Liebe Schreibwerkstattuser,
dies hier ist mein erster Versuch zu schreiben, ich freue mich auf Kritik und Anregungen.


Ein guter Mensch

Mike saß in seinem Schreibtischstuhl und blickte sich in seinem Büro um. Der Mond schimmerte durch die Fensterfront, ab und an flog ein Vogel auf nächtlicher Jagd vorbei und die einzigen Geräusche stammten von selten vorbeifahrenden Autos. Gedankenverloren strich er mit seiner Hand über die makellos glatte Oberfläche seines Mahagoni-Schreibtisches, den er sich gekauft hatte als seine Firma ihm immer weiteren Wohlstand eingebracht hatte. Wieder einmal fragte er sich, ob er in seinem Leben alles richtig gemacht hatte. „Ich bin ein guter Mensch“, dachte er sich wieder und wieder, „ein guter Mensch“. Sicher, er hatte einige Mitarbeiter kündigen müssen, und er beschäftigte auch Viele zu ungerechten Konditionen, doch das war ganz normal, sagte er sich.
Ein weiteres Mal griff er nach der Flasche und füllte sein Glas mit Cognac. Während er trank lockerte er mit der freien Hand den Knoten seiner Krawatte, der sich heute so beengend anfühlte. Als er das Glas absetzte blieb sein Blick unwillkürlich an diesem verhassten Stück Papier hängen, und unendliche Traurigkeit überkam ihn. „Warum ich, ausgerechnet ich? Ich bin ein guter Mensch“.
Das Licht des Mondes fiel auf den Bilderrahmen, der neben der Orchidee auf seinem Schreibtisch stand. Aus ihm blickten ihn seine Frau und seine Tochter an, sich bei einem ihrer seltenen gemeinsamen Urlaube in den Armen haltend und lachend. Er liebte seine Tochter sehr, er erinnerte sich noch genau an den Tag vor sechs Jahren, als ihn bei der Arbeit die Nachricht erreichte, er sei Vater geworden. Oder war das vor sieben Jahren gewesen? Verdammt, er wusste nicht einmal genau, wie alt seine Tochter war. Auch seine Frau liebte er sehr, auch wenn er ihr dies zu selten sagte. Er hatte ihr nie von einem seiner Seitensprünge erzählt, das hätte sie nur unnötig aufgeregt. „Der Mensch ist nun einmal nicht für monogame Beziehungen geschaffen, das ist alles ganz normal“, versuchte er innerlich seine Zweifel zu übertönen.
„Ich bin ein guter Mensch“.
Seine Gedanken zogen Kreise, und er trank Cognac um Cognac, Stunden verstrichen, konstant begleitet vom leisen Ticken seiner Rolex. Als der Mond sich senkte und die Sonne sich erhob schien das penetrante Geräusch auf eine erdrückende Lautstärke anzuschwellen. Wie sollte es jetzt für ihn weitergehen? Sein Leben konnte noch nicht so einfach zuende gehen, er war doch noch so jung und wollte noch so viel erreichen.
Schwermütig stand er auf, stellte die nahezu geleerte Cognacflasche und das Glas an ihre angestammten Plätze in der Glasvitrine, stopfte den Zettel mit der ärztlichen Diagnose und das widerlich naiv-fröhliche Informationsprospekt „Den Krebs überwinden – Alles wird gut“ in seine Aktentasche und löschte das Licht in seinem Büro. Ein letztes Mal warf er einen Blick aus dem Fenster und beobachtete den tief unter ihm liegenden Firmenparkplatz, wo die ersten Angestellten sich im dämmernden Morgenlicht miteinander unterhielten und zusammen zur Arbeit aufbrachen, als sei dies ein Tag wie jeder Andere.
Erst dem Weg zum Fahrstuhl bemerkte er, dass er viel zu viel getrunken hatte, doch er versuchte es sich nicht anmerken zu lassen. Während seine unsichere Hand den Knopf für das Erdgeschoss drückte und die Türen des Fahrstuhls sich leise zischend schlossen, dachte er wieder an seine achtjährige Tochter. Mit jedem Stockwerk schoss es ihm durch den Kopf , „Ich war ein guter Mensch“, doch wer sollte ihm das glauben?
In der Empfangshalle seines pompösen Bürogebäudes traf er einen seiner Nachtwächter, der sich gerade anschickte seine Schicht zu beenden. „Guten Tag Mister Morgan!“, grüßte er gespielt freundlich, bevor er die Tür des Umkleideraums hinter sich schloss. „Heuchler!“, dachte Mike, wankte zu seinem Luxuswagen, stieg ein und startete den Motor.
Als Mike Minuten später in den unbefahrenen Waldweg einbog, den er so gerne fuhr, wusste er, dass er nicht zuhause ankommen würde.
Fiorell
 
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Re: Ein guter Mensch

Beitragvon brehb » 27.06.2013, 14:22

Hallo Fiorell,

ich saß mit Mike im Büro und habe mit ihm gebechert. (Irgendjemand muss ja dabei gewesen sein, wer hätte die Geschichte sonst im Imperfekt erzählen können, wenn Mike dabei draufgeht?)

Inhalt:
Ein als Unternehmer erfolgreicher Mike sitzt mit seinem Krebsbefund vor sich im Büro und trinkt die ganze Nacht. Er simmiliert über sich als "guten Menschen" und entlarvt sich dabei gleichzeitig als ganz normales Machoarschloch. Dann geht er (und wahrscheinlich kommt er nicht an)

Ok, das ist ein Monolog als eine Kurzgeschichte, durchaus lesenswert.

Formales:
Du schreibst ordentliches Deutsch, ohne gegen RS, Grammatik, Interpunktion oder Satzbau zu kämpfen. Die Optik passt. Prima.

Ausführung:
Mike saß in seinem Schreibtischstuhl und blickte sich in seinem Büro um

Dein Eröffnungssatz. Gut? Ginge es nicht ums Kommentieren, hätte ich hier wohl nicht weitergelesen. "Geschichte" kommt von "Geschehen" und Geschehen drückt man in "Tun-Worten" (und Hauptworten) aus. "sitzen" und "blicken" gehören sicher zu den Verben, die mehr vom "Nichtstun" sagen denn vom "Tun". und ein Zungenbrecher wie "seinem Schreibtischstuhl" trägt auch wenig zum Amusement bei. Und dann folgt ein Wetterbericht mit Geräuschen, die "von etwas stammten"
Der Mond schimmerte durch die Fensterfront, ab und an flog ein Vogel auf nächtlicher Jagd vorbei und die einzigen Geräusche stammten von selten vorbeifahrenden Autos.


Versuch:
Mike plumste zurück in den Sessel vor seinem Schreibtisch und malte mit dem Finger das Muster nach, das der Mond auf die Mahagoniplatte warf. Gedankenverloren...

...den er sich gekauft hatte als seine Firma ihm immer weiteren Wohlstand eingebracht hatte.

das ist im Deutschen (leider) so. Wenn man im Imperfekt erzählt und eine Rückblende einbaut, muss man dieses holperige Plusquamperfekt (hatte gekauft, hatte gebracht) benutzen. Lektoren sehen das deshalb nicht gerne zum Beginn einer Geschichte. Man versucht dann zumindest zwischen aktiv und passiv zu wechseln. Wie wäre

...den er gekauft hatte als er mit seiner Firma reich geworden war.

Wieder einmal fragte er sich, ob er in seinem Leben alles richtig gemacht hatte. „Ich bin ein guter Mensch“, dachte er sich wieder und wieder,

Ich nehme an, du erkennst, dass das nicht so recht klingt mit dem 3x "wieder"

Wie in letzter Zeit häufig, fragte er sich...

Ein weiteres Mal griff er nach der Flasche und füllte sein Glas mit Cognac. Während er trank ...

Erzählökonomie? (Kurzgeschichte!)

Ein weiteres Mal füllte er den Cognacschwenker. Während er trank...

...lockerte er mit der freien Hand den Knoten seiner Krawatte, der sich heute so beengend anfühlte

Das er das mit der "freien Hand" macht kann sich jeder Leser (der denkt) denken. Dass sich etwas "beengend anfühlt" lässt sich treffender mit einem einzigen Verb ausdrücken.

...lockerte er den Knoten seiner Krawatte, der ihn heute fast erwürgte.

...und unendliche Traurigkeit überkam ihn

Das ist eine (ausgelutschte) Floskel. Außerdem, wenn man die Wahl hat zwischen Hauptwort und Verb, sollte man das Verb wählen. Deutsch ist eh schon eine "Substantivierte" Sprache.

und wurde unendlich traurig.

Aus ihm blickten ihn seine Frau und seine Tochter an, sich bei einem ihrer seltenen gemeinsamen Urlaube in den Armen haltend und lachend.

Die Verlaufsform Präsenz (haltend, lachend) knödelt beim Sprechen, meist kann man darauf verzichten.

Aus ihm blickten ihn lachend seine Frau und seine Tochter an und umarmten sich, in einem ihrer seltenen gemeinsamen Urlaube.

Er liebte seine Tochter sehr, er erinnerte sich noch genau an den Tag vor sechs Jahren, als ihn bei der Arbeit die Nachricht erreichte, er sei Vater geworden.

Zwei verschiedene Gedanken-> zwei eigene Sätze.

Er liebte seine Tochter sehr. Er erinnerte sich noch genau an den Tag vor sechs Jahren, als ihn bei der Arbeit die Nachricht erreichte, er sei Vater geworden.

Auch seine Frau liebte er sehr, auch wenn er ihr dies zu selten sagte.

Zwei Mal "auch"? Man beginnt selten einen Satz mit "auch", es lässt sich leicht vermeiden.

Seine Frau liebte er genauso, auch wenn...

Schwermütig stand er auf, stellte die nahezu geleerte Cognacflasche und das Glas an ihre angestammten Plätze in der Glasvitrine, stopfte den Zettel mit der ärztlichen Diagnose und das widerlich naiv-fröhliche Informationsprospekt „Den Krebs überwinden – Alles wird gut“ in seine Aktentasche und löschte das Licht in seinem Büro

Ok, das gehört zusammen in einen Satz, weil es eine zusammenhängende Handlung wiedergibt. Aber... um ihn lesbar zu machen, könnte man auf unnötiges Beiwerk (wie ...in seinem Büro) weglassen. Erzählökonomie.

Schwermütig stand er auf, stellte die fast leere Flasche und das Glas an ihren Platz in der Vitrine, stopfte den Zettel mit der Diagnose und das widerlich naiv-fröhliche Prospekt „Den Krebs überwinden – Alles wird gut“ in seine Aktentasche und löschte das Licht.

Ein letztes Mal warf er einen Blick aus dem Fenster und beobachtete den tief unter ihm liegenden Firmenparkplatz, wo die ersten Angestellten sich im dämmernden Morgenlicht miteinander unterhielten und zusammen zur Arbeit aufbrachen, als sei dies ein Tag wie jeder Andere.

dto.

Ein letztes Mal blickte er aus dem Fenster auf den tief unten liegenden Parkplatz, wo sich im Morgenlicht erste Grüppchen unterhielten und zur Arbeit aufbrachen, als sei dies ein Tag wie jeder Andere.

Erst dem Weg zum Fahrstuhl bemerkte er, dass er viel zu viel getrunken hatte, doch er versuchte es sich nicht anmerken zu lassen

Bemerken und anmerken in einem Satz? (Und es fehlt ein "auf")

Erst auf dem Weg zum Fahrstuhl bemerkte er, dass er viel zu viel getrunken hatte, und er versuchte, nicht aufzufallen.
...traf er einen seiner Nachtwächter, der sich gerade anschickte seine Schicht zu beenden

Meist kann man das (unnötige) Konstrukt "beginnt...zu tun" durch das treffende Verb wirkungsvoll ersetzen.

...traf er einen seiner Nachtwächter kurz vor dessen Schichtende.

Fazit:
Das liest sich alles recht flüssig. Mitunter opferst du die Erzählökonomie, um Exaktheit zu zeigen, wo sie nicht nötig wäre. Alles kein Beinbruch, nur etwas zum Nachdenken.

LG brehb
Zuletzt geändert von brehb am 28.06.2013, 16:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ein guter Mensch

Beitragvon MarinaTempesta » 31.07.2013, 10:27

Hallo :-)
du hast einen sehr flüssigen Schreibstil und die Geschichte war angenehm zu lesen. Du hast die Gefühle, die in Mike vorgehen, sehr gut beschrieben und da ich anfangs nicht genau wusste, um was es geht, blieb es spannend, weil ich wissen wollte wie es weiter geht. :)
Mir gefällt die Thematik des Textes, das jeden ein solches Schicksal ereilen kann, egal ob man gut oder schlecht im Leben war.

Am Anfang der Kurzgeschichte, finde ich, wurde ein bisschen viel beschrieben. Weil manche Leute einfach nicht weiterlesen, wenn ihnen der Anfang nicht spannend genug ist, sollte man sich gerade mit den ersten Sätzen besonders Mühe geben, um den Leser zu fesseln.

Beim Lesen bin ich über folgenden Satz gestolpert:
"Sein Leben konnte noch nicht so einfach zuende gehen, er war doch noch so jung und wollte noch so viel erreichen."
Vielleicht könnte man das "noch" mit einem "doch" ersetzen, denn das "noch" fühlt sich unangenehm an.

"Schwermütig stand er auf, stellte die nahezu geleerte Cognacflasche und das Glas an ihre angestammten Plätze in der Glasvitrine, stopfte den Zettel mit der ärztlichen Diagnose und das widerlich naiv-fröhliche Informationsprospekt „Den Krebs überwinden – Alles wird gut“ in seine Aktentasche und löschte das Licht in seinem Büro."
Bei diesem Satz hört es sich vielleicht besser an, wenn man schreibt: "an ihre angestammten Plätze in die Glasvitrine...

Die Geschichte hat mir sonst sehr gut gefallen und das traurige Ende stimmt nachdenklich :)
Marina
Es gibt nie ein glückliches Ende, denn es endet nichts. Filmzitat
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Re: Ein guter Mensch

Beitragvon eingenickt » 26.12.2013, 22:57

Hallo Fiorell,

ich fange mal mit dem an, woran ich beim Lesen gedacht habe.

Am Anfang habe ich mir die Frage gestellt: Warum sitzt jemand im Büro wenn der Mond schon schient. Dachte an Überstunden und jemanden, dem es finanziell nicht so gut geht.

Das wurde dann rasch geändert, als klar wurde, dass es um jemanden geht, der finanziell gut da steht.

Dein flüssiger Schreibstil hilft dabei, sich die Situation bildlich vorzustellen. Das gefällt mir sehr gut.

Das Licht des Mondes fiel auf den Bilderrahmen, der neben der Orchidee auf seinem Schreibtisch stand. Aus ihm blickten ihn seine Frau und seine Tochter an, sich bei einem ihrer seltenen gemeinsamen Urlaube in den Armen haltend und lachend. Er liebte seine Tochter sehr, er erinnerte sich noch genau an den Tag vor sechs Jahren, als ihn bei der Arbeit die Nachricht erreichte, er sei Vater geworden. Oder war das vor sieben Jahren gewesen? Verdammt, er wusste nicht einmal genau, wie alt seine Tochter war. Auch seine Frau liebte er sehr, auch wenn er ihr dies zu selten sagte. Er hatte ihr nie von einem seiner Seitensprünge erzählt, das hätte sie nur unnötig aufgeregt. „Der Mensch ist nun einmal nicht für monogame Beziehungen geschaffen, das ist alles ganz normal“, versuchte er innerlich seine Zweifel zu übertönen.


der Teil gefällt mir extrem gut, er ist sehr emotional und man fühlt mit, man merkt, wie schwer er sich tut und dass ihm vieles leid tut.

Und dann die Klarheit: Es geht um eine Erkrankung. Wieder sehr emotional.
Dann die Wendung in der Formulierung:

„Ich war ein guter Mensch“
Als ob er schon abgeschlossen hätte und nur noch überlegt, wie er abtritt.


Das Ende finde ich sehr interessant.

Als Mike Minuten später in den unbefahrenen Waldweg einbog, den er so gerne fuhr, wusste er, dass er nicht zuhause ankommen würde.


Das hinterlässt viele offene Fragen. Stirbt er? Oder setzt er sich wegen der Krankheit zur Ruhe? Bringt er sich um? Oder ahnt er, dass ein Unfall passiert, weil er zu viel getrunken hat? Das sind sehr viele offene Fragen. Ich mag das, kann mir aber vorstellen, dass es für einige ein Problem sein kann. Vielleicht kann man die Möglichkeit, der er Ereignisse, die bei/ oder nach der Fahrt passieren können, etwas einschränken?

Das ist aber schon mein einziger kleiner Kritikpunkt, sonst gefällt mir die Geschichte sehr gut.

Ich hoffe mein Kommentar konnte etwas helfen.

Liebe Grüße,

Nick
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Re: Ein guter Mensch

Beitragvon talania » 21.01.2014, 20:22

Hallo Fiorell,

ich hab gerade ein wenig im Forum gestöbert und möchte jetzt deine Geschichte kommentieren.
Allerdings hab ich keinen der anderen Kommentare gelesen, deshalb sei mir bitte nicht böse, wenn ich etwas schreibe, was schon angesprochen wurde.

Also:
Inhalt :
Die Geschichte handelt von einem reichen Mann, der Krebs hat, der vermutlich unheilbar ist. Nach einer langen Nacht auf der Arbeit, die er damit verbracht hat Alkohol zu trinken und über sein bisheriges Leben nachzudenken, fährt er nach Hause. Auf dem Weg beschließt er dann, sich umzubringen?

Ok, ist jetzt nichts extrem Neues oder so, aber ganz nett zu lesen. Auch wenn ich es persönlich jetzt nicht so interessant fand, dass ist sicherlich Geschmackssache.

Form:
Dein Schreibstil ist sehr schön, du benutzt Absätze, was den Text leichter zu lesen macht, und hast auch sonst keine Fehler in der Grammatik, RS oder so. Zumindest sind mir beim Lesen keine aufgefallen, aber ich bin da auch kein Experte für;)
Deine Sätze sind relativ lang, wodurch der Text sehr leicht zu lesen ist.

Naja, soviel zu der Form, aber wie gesagt, da bin ich keine Expertin.

Persönliche Eindrücke beim Lesen:
Fiorell hat geschrieben:Mike saß in seinem Schreibtischstuhl und blickte sich in seinem Büro um. Der Mond schimmerte durch die Fensterfront, ab und an flog ein Vogel auf nächtlicher Jagd vorbei und die einzigen Geräusche stammten von selten vorbeifahrenden Autos.

Meiner Meinung nach muss eine Person in einer Kurzgeschichte nicht unbedingt einen Namen haben, wenn er nicht irgendwie wichtig ist. In deiner Geschichte ist er nicht wichtig, du benutzt trotzdem einen. Kann man machen, ich würde ihn weglassen, aber das ist vor allem Ansichtssache. Außerdem bin ich beim Lesen über "von selten vorbeifahrenden Autos" gestolpert, irgendwie klingt das in meinen Ohren nicht flüssig. Wie wäre es mit von den selten vorbeifahrenden Autos?

Fiorell hat geschrieben:Als er das Glas absetzte blieb sein Blick unwillkürlich an diesem verhassten Stück Papier hängen, und unendliche Traurigkeit überkam ihn

Der erste Teil in dem Satz gefällt mir wirklich gut und ich möchte wissen, warum er dieses Papier hasst. Allerdings wird diese Stimmung durch den zweiten Teil zerstört, da diese Formulierung mir einfach nicht gefällt. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich unendliche Traurigkeit in letzter Zeit zu oft gelesen habe.

Fiorell hat geschrieben:Verdammt, er wusste nicht einmal genau, wie alt seine Tochter war. Auch seine Frau liebte er sehr, auch wenn er ihr dies zu selten sagte.

Hm, irgendwie versteh ich diesen Abschnitt nicht so ganz, ich meine, er scheint seine Tochter doch nicht zu lieben, wenn er nicht einmal ihr Alter kennt. Warum schreibst du dann im zweiten Satz auch?

Fiorell hat geschrieben:Erst dem Weg zum Fahrstuhl bemerkte er, dass er viel zu viel getrunken hatte,

Hm, er trinkt die ganze Nacht durch Cognac und merkt nicht, dass er betrunken ist? Klingt für mich ein wenig unlogisch, aber vielleicht versteh ich davon auch einfach nichts :wink:

Fiorell hat geschrieben:Als Mike Minuten später in den unbefahrenen Waldweg einbog, den er so gerne fuhr, wusste er, dass er nicht zuhause ankommen würde.

Die Formulierung "den er so gerne fuhr" klingt meiner Meinung nach holprig. Wie wäre es mit den er so gerne entlang fuhr?

Fazit:
Herzlichen Glückwunsch zu deiner ersten Geschichte :D
Es gibt zwar noch ein paar Dinge zu verbessern aber ansonsten ist das gut.
Vor allem an deinem Stil ist nichts auszusetzen, weiter so!

Liebe Grüße, Talania
talania
 
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