[Nachdenk]Ein kleines Fenster Hoffnung

Gesellschaft, Kritik, Philosophisches

[Nachdenk]Ein kleines Fenster Hoffnung

Beitragvon Karmacode » 05.01.2015, 16:36

Ich öffne die Augen, zuerst langsam, weil ich die Umgebung nicht wahrnehmen will. Die kahlen Wände, das fahle Licht, die Fliegen, die mir ständig durch das Blickfeld surren. Die Luft ist abgestanden, es riecht nach Fäule und verwesendem Fleisch. Meine Peiniger lieben es mich zu quälen und das schon seit so langer Zeit. Das Schreien und Wimmern habe ich schon lange aufgeben, denn meine Kehle ist wund und meine Gedanken müde.

Ich hebe meinen Kopf, die Umgebung hat sich nicht verändert. Immer noch feuchte Wände und dieses kleine Fenster, durch das kaum Licht scheint und das mir weiterhin Freiheit suggeriert. Wie lang bin ich hier? Tage? Monate? Jahre? Ich weiss es nicht. Ich wünsche mir nicht zum ersten Mal zu sterben. Ich bete, dass die Last dieses qualvollen Lebens von mir abfällt und endlich alles einfach wird. Bewegen will ich mich nicht. Kann ich mich nicht! Selbst wenn meinem Verstand ein Funke Hoffnung entspringen würde, mein Körper hat schon lange den Kampf aufgegeben. Anfangs als ich hier landete, da habe ich mich gewehrt, Widerstand geleistet. Ich wollte mich auf keinem Fall meinem Schicksal fügen. Die Schläge, die auf meinen Körper niederprasselte, ertrug ich tapfer, nichts zu essen und zu trinken zu bekommen, sah ich als Herausforderung meinen Widerstand zu untermauern.

Doch wusste ich nicht, dass sie es nicht bei diesen Grausamkeiten beließen. Die Schläge wurden härter, sie brachen mir die Beine, zogen mir die Zähne und schnitten mir aus Spaß ein Ohr ab. Sie genossen es mich zu quälen.....mich, der doch Teil ihres Lebens war. Oder etwa nicht? War alles nur eine Farce?
........Ich spüre, dass es heute so weit ist. Ich sprenge die Ketten der Qual, ein letzter Atemzug. Noch einmal gleiten meine müden Augen zum kleinen Fenster. Wie schön wäre es dort dort draussen zu sein, unbeschwert und frei. Doch ich bin hier und ich sterbe. Und während Maden und Fliegen sich durch mein eitriges Fleisch fressen, lasse ich los.

Wenn man mich fragen würde, was ich war, als ich starb, Mensch oder Tier, dann wüsste ich es nicht. Ich weiß nur eins, ich war ein ganz armer Hund!
Zuletzt geändert von Karmacode am 05.01.2015, 21:32, insgesamt 2-mal geändert.
Wahre Stärke ist es nicht ein Leben zu nehmen, sondern eines zu bewahren!

Gandalf
Benutzeravatar
Karmacode
Geburtstagskind
Geburtstagskind
 
Beiträge: 72
Registriert: 05.01.2013, 17:17
Blog: Blog ansehen (2)

Re: Ein kleines Fenster Hoffnung

Beitragvon Kaethe » 05.01.2015, 20:49

Hallo Karmacode,

ich lasse mal ein paar Anmerkungen da:

Der Geruch erinnert mich an viele Dinge


Wie riecht es denn? Hier finde ich gar keine Beschreibung. Erst unten ist von eitrigen Beinen die Rede, da dürfte einem ruhig was in die Nase steigen.

Bewegen will ich mich nicht. Kann ich mich nicht!Selbst wenn meinem Verstand ein Funke Hoffnung entspringen würde, die Muskeln in meinen Beinen haben schon vor langer Zeit ihre Arbeit eingestellt.


Hier war ich irritiert, dass hier als Beweggrund für die unmögliche Bewegung die Muskelschwäche angeführt wird, wenn wenig weiter unten steht, dass die Beine gebrochen wurden und gerade wegfaulen.

mich der doch Teil ihres Lebens war. Oder etwa nicht? War alles nur eine Farce?


Damit kann ich nichts anfangen. Vielleicht verstehe ich es falsch, aber wenn es ein Hinweis auf die Umstände sein soll, wie der Mann in die Situation gekommen ist, bzw. wie sein Leben früher war, dann finde ich es sehr dünn und ein bisschen ärgerlich. Hier fände ich eine kurze Erklärung der Situation wirklich hilfreich.

Insgesamt finde ich das Thema interessant. Die Beschreibungen könnte aber aus meiner Perspektive viel intensiver und sinnhafter sein. Neben den Gerüchen fehlen auch die Geräusche (ein Ohr hat er ja noch). Du nimmst mich ohne Probleme mit in die Situation und lässt mich dann ein bisschen im Regen stehen. So habe ich das Gefühl, du setzt sehr auf die Schockeffekte und die Gewalt und vernachlässigst dabei exakt zu arbeiten.

Es fehlen einige Kommas. Ich weiß jetzt nicht so genau, wie ich das machen soll. Ich setze jetzt einfach noch mal den Text rein und markiere in Farbe. (Ich finde bestimmt nicht alle - überhaupt nicht meine Stärke)


Ich öffne die Augen, zuerst langsam, weil ich die Umgebung nicht wahrnehmen will. Die kahlen Wände, das fahle Licht, die Fliegen, die mir ständig durch das Blickfeld surren. Der Geruch erinnert mich an viele Dinge und keine davon sind angenehm. Meine Peiniger lieben es mich zu quälen und das schon seit so langer Zeit. Das Schreien und Wimmern habe ich schon lange aufgeben, denn meine Kehle ist wund und meine Gedanken müde.

Ich hebe meinen Kopf, die Umgebung hat sich nicht verändert. Immer noch feuchte Wände und dieses kleine Fenster, durch das kaum Licht scheint und das mir weiterhin Freiheit suggeriert. Wie lang bin ich hier? Tage? Monate? Jahre? Ich weiss es nicht. Ich wünsche mir nicht zum ersten Mal zu sterben. Ich bete, dass die Last dieses qualvollen Lebens von mir abfällt und endlich alles einfach wird. Bewegen will ich mich nicht. Kann ich mich nicht! Selbst wenn meinem Verstand ein Funke Hoffnung entspringen würde, die Muskeln in meinen Beinen haben schon vor langer Zeit ihre Arbeit eingestellt. Anfangs als ich hier landete, da habe ich mich gewehrt, Widerstand geleistet. Ich wollte mich auf keinem Fall meinem Schicksal fügen. Die Schläge, die auf meinen Körper niederprasselte, ertrug ich tapfer, nichts zu essen und zu trinken zu bekommen, sah ich als Herausforderung meinen Widerstand zu untermauern.

Doch wusste ich nicht, dass sie es nicht bei diesen Grausamkeiten beließen. Die Schläge wurden härter, sie brachen mir die Beine, zogen mir die Zähne und schnitten mir aus Spaß ein Ohr ab. Sie genossen es mich zu quälen.....mich, der doch Teil ihres Lebens war. Oder etwa nicht? War alles nur eine Farce?
........Ich spüre, dass es heute so weit ist. Mein Körper hat den Kampf schon lange aufgegeben und nun sprengt auch meine Seele die Ketten der Qual. Noch einmal gleiten meine müden Augen zum kleinen Fenster. Wie schön wäre es dort dort draussen zu sein, unbeschwert und frei. Doch ich bin hier und ich sterbe. Und während Maden und Fliegen sich durch mein eitriges Fleisch fressen, lasse ich los.

Wenn man mich fragen würde, was ich war, als ich starb, Mensch oder Tier, dann wüsste ich es nicht. Ich weiß nur eins, ich war ein ganz armer Hund!


Mir gefällt die Erzählperspektive sehr gut, die du gewählt hast.

Viele Grüße

Kaethe
Kaethe
 
Beiträge: 11
Registriert: 14.10.2013, 21:32
Wohnort: Mainz

Re: Ein kleines Fenster Hoffnung

Beitragvon Karmacode » 05.01.2015, 21:25

Huhu Kaethe,

erstmal vielen Dank für deinen Beitrag. Ja die Kommasetzung und ich wir werden wohl keine Freunde mehr. Vielen Dank für die Verbesserungen.

Der Geruch erinnert mich an viele Dinge



Wie riecht es denn? Hier finde ich gar keine Beschreibung. Erst unten ist von eitrigen Beinen die Rede, da dürfte einem ruhig was in die Nase steigen.

Da hast du allerdings recht man sollte davon ausgehen das es dementsprechend riecht wenn man länger irgendwo liegt. Ich werde es ändern:)

Bewegen will ich mich nicht. Kann ich mich nicht!Selbst wenn meinem Verstand ein Funke Hoffnung entspringen würde, die Muskeln in meinen Beinen haben schon vor langer Zeit ihre Arbeit eingestellt.



Hier war ich irritiert, dass hier als Beweggrund für die unmögliche Bewegung die Muskelschwäche angeführt wird, wenn wenig weiter unten steht, dass die Beine gebrochen wurden und gerade wegfaulen.

Auch das leuchtet natürlich ein :wink:

mich der doch Teil ihres Lebens war. Oder etwa nicht? War alles nur eine Farce?



Damit kann ich nichts anfangen. Vielleicht verstehe ich es falsch, aber wenn es ein Hinweis auf die Umstände sein soll, wie der Mann in die Situation gekommen ist, bzw. wie sein Leben früher war, dann finde ich es sehr dünn und ein bisschen ärgerlich. Hier fände ich eine kurze Erklärung der Situation wirklich hilfreich.


Der Grundgedanke der Geschichte war ein anderer. Der letzte Satz sollte das eigentlich ein bisschen aufschlüsseln, den da wird ja die Frage gestellt ob er ein Mensch oder ein Tier ist. Eigentlich sollte der Charakter der in der Geschichte so gequält wird ein Hund sein. Deswegen vorher auch der Satz, das er doch Teil des Lebens der Familie war.

Ich werde mir deine Kritik zu Herzen nehmen und das ganze noch einmal überarbeiten. Danke dafür:)
Wahre Stärke ist es nicht ein Leben zu nehmen, sondern eines zu bewahren!

Gandalf
Benutzeravatar
Karmacode
Geburtstagskind
Geburtstagskind
 
Beiträge: 72
Registriert: 05.01.2013, 17:17
Blog: Blog ansehen (2)

Re: Ein kleines Fenster Hoffnung

Beitragvon Kaethe » 05.01.2015, 21:36

Hej Karmacode,

Der Grundgedanke der Geschichte war ein anderer. Der letzte Satz sollte das eigentlich ein bisschen aufschlüsseln, den da wird ja die Frage gestellt ob er ein Mensch oder ein Tier ist. Eigentlich sollte der Charakter der in der Geschichte so gequält wird ein Hund sein. Deswegen vorher auch der Satz, das er doch Teil des Lebens der Familie war.


Ach komm, das habe ich wirklich nicht mitgeschnitten. Die Idee finde ich super - und sie macht den Geruchssinn des Protagonisten noch sensibler. :wink: .

Dann würde ich mit diesem Hintergrundwissen noch die Anfrage stellen, ob ein Tier religiös sein kann und betet.

Viele Grüße

Kaethe
Kaethe
 
Beiträge: 11
Registriert: 14.10.2013, 21:32
Wohnort: Mainz


Zurück zu Nachdenkliches

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste