[Sonstiges]Ein konstruktiver Korb

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[Sonstiges]Ein konstruktiver Korb

Beitragvon Basschihan » 06.04.2014, 12:33

A: Hallo, wunderschönes Wetter heute! Sehen Sie nur, die Sonne! Ich könnte weinen, bei solcher Schönheit, hätte ich nicht Sie hier neben mir, die mich alles vergessen lässt, selbst das Weinen! Nun suche ich schon seit gefühlten Ewigkeiten da vorne am Baum, neben dem ich Sie das erste Mal sah, nach Worten, mit denen ich Ihnen schmeicheln kann, doch schließlich bin ich vollkommen davon überzeugt, dass diese gar nicht zu finden sind, da jedes Wort ein Schatz für sich bleibt, und aneinandergereiht, immer einen anderen Schatz zur Seite drängt. Es muss immer ein Mangel übrig bleiben, doch Ihnen haftet kein einziger an! Und würde es möglich sein, dass mir in diesem Axiom jemand widerspräche, so würde ich diesen jemanden derart auslachen müssen, dass mir allein dadurch ein Leben voller Frohsinn und Glück gewiss wäre. Aber natürlich kann es einen solchen Menschen gar nicht geben. Selbst das kleine Trübsal, das Sie jetzt gerade vor sich herschieben, während Sie mich anblicken, ist so liebenswert, dass es da unbedingt hingehört, und ich es gar nicht mehr missen möchte. Aber sollte es mir doch vergönnt sein, daraus ein freundliches Lächeln zu zaubern, so wäre das…

B: Entschuldigung, kennen wir uns?

A: Leider Nein!

B: Also bitte, belassen wir es dabei!

A: Ach warum denn? Ich kann Ihnen versichern, dass ich einen sehr interessanten Gesprächspartner abgebe. Und dass ich in Ihnen einen gefunden habe, das weiß ich schon, sonst hätte ich mich gar nicht erst neben Sie gesetzt!

B: Na wenn Sie das schon wissen, brauche ich mich ja auch nicht weiter mit Ihnen zu unterhalten! Guten Tag! Ich möchte jetzt gerne weiter lesen.

A: Ja, das ist mir klar, dass Sie unser Verhältnis jetzt schnell wieder auflösen wollen! Das ist auch sehr verständlich, schließlich darf man von penetranten Menschen wie mir nichts Gutes erwarten! Das wäre geradezu fahrlässig und naiv, und so schätze ich Sie bei Gott nicht ein. Aber ich darf Sie jetzt nicht verlassen, und Ihnen die Chance entgehen lassen, einen so prächtigen Kerl kennenzulernen, wie den der gerade um Sie herumtollt. Denn dass ich um Sie herumtolle, das will ich sogar zugeben.

B: Oh, Sie machen es nur noch schlimmer. Sie glauben doch wohl mit Ihren Possen und Ihren Geständnissen von Offensichtlichkeiten, erschienen Sie mir fesch und originell? Nun, da haben Sie sich getäuscht! Damit beweisen Sie mir nur, dass Sie es wohl sehr nötig haben, dem nächstbesten schönen Gesicht im Eiltempo den Hof zu machen, und jegliche Art von Rücksicht gewillt sind zu übergehen, nur damit Sie wenigstens schnell Ihren Korb bekommen, um gleich im nächsten Moment dieselben giftigen Zeilen in ein neues Ohr zu träufeln!

A: Nein, nicht doch! Sowas Schreckliches! Jedes einzelne Wort war eine Entdeckung, zu der nur Sie mir verhelfen konnten. Das ist so sicher wie…

B: Genug!!! Ganz sicher hätten Sie mir jetzt schon wieder ein ganzes Buch voller erbärmlicher Schmeicheleien vorgetragen, würde ich Sie dabei nur nicht ständig unterbrechen. Denn genauso klingt es; als wohnten Sie in Bibliotheken gefüllt mit Büchern über umständliche Komplimente. Bestimmt hatten Sie in Ihrem Leben schon viele Unterhaltungen mit Damen, die Sie nicht ein einziges Mal zu Wort kommen ließen, bis Sie sich aus Verzweiflung stumm von Ihnen abwandten… Oh, hätte ich es ihnen doch gleich getan.

A: Oh hahaha ganz köstlich. Sie gefallen mir so sehr, meine……. Also vielleicht haben Sie recht und ich finde ungewöhnlichen Gefallen an großen Vokabeln, und dem Spiel, das man mit Ihnen beginnen kann. Allerdings sehe ich nun, mit dieser Leidenschaft, in Ihnen eine Gefährtin gefunden zu haben! Mmmmh ich bin ja schon so glücklich. Darf ich Ihnen die Hand halten?

B: Unterstehen Sie sich! Nicht genug, dass Sie mir verbal ans Mark gehen, so wollen Sie gleich nach zwei Augenblicken schlechter Bekanntschaft zu den ersten Körperlichkeiten überspringen? Also ich darf Sie beglückwünschen. Sie haben es geschafft mich sehr zu ekeln. Ich werde jetzt gehen. Sollten Sie mir folgen, werde ich den kräftigen Herrn dort hinten bitten, sich zwischen uns zu stellen, bis ich hoffentlich für immer aus Ihrem Dunstkreis entkommen bin.

A: Aber so sagen Sie mir, egal was ich tue, um Ihnen zu gefallen, es ist verkehrt! Was kann ich tun, um Ihnen mein Wohlwollen verständlich zu machen, ohne dass ich Sie zugleich kränke? Das macht mich ganz wirr!

B: Na das sind jetzt die ersten gescheiten Worte aus Ihrem Mund. Nur ist es dafür nun zu spät, mein Herr! Aber einen Rat möchte ich Ihnen doch noch geben. Denn Sie tun mir sogar ein bisschen leid, wie Sie da ganz weinerlich in meine Richtung gucken. Fast glaube ich, dass Sie die Essenz Ihres verhunzten Spieles gar nicht kennen. Ein Gespräch wird des Gegenübers wegen geführt. Mir scheint, Sie lauschten viel lieber der eigenen Stimme, als der meinigen. Das sollten Sie ändern, sonst gefallen Sie weiterhin sich selbst. Sagen Sie Ihrer nächsten Eroberung von mir doch bitte nur ein höfliches „Hallo“, ohne dieses durch einen grässlichen langen Schweif zu entstellen, und dann un-ter-halten Sie sich doch einfach, und wenn dann einer dem anderen nicht gefallen sollte, dann bitte: lassen Sie es gut sein! Und jetzt beherzigen Sie bitte meinen Rat und sagen Sie: „Leben Sie wohl“!

A: Ich danke Ihnen! Ich ähem… Auf Wiedersehen!

B: ...Auf Wiedersehen!
Zuletzt geändert von Basschihan am 11.04.2014, 18:24, insgesamt 6-mal geändert.
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Re: Ein konstruktiver Korb

Beitragvon magico » 08.04.2014, 10:35

Hallo Basschihan,

so wahnsinnig konstruktiv finde ich den Korb jetzt gar nicht, aber erstmal zu deinem Text:

...die mich alles vergessen lässt, selbst das weinen!


* das Weinen (groß)

...da jedes Wort ein Schatz für sich bleibt, und aneinandergeriet...


* soll sicher aneinandergereiht heißen

...dass mir in diesem Axiom jemand widerspräche...


Das Wort Axiom unterstreicht zwar die Bemühungen von "A", möglichst ungewöhnliche Worte benutzen zu wollen, aber über die Hälfte der Leser dürfte nachschlagen müssen, was ein Axiom ist.

...so würde ich diesen jemanden derart auslachen müssen...


* klingt seltsam, ich hätten diesen jemand geschrieben

Doch sollte es mir doch vergönnt sein...


* 2 x doch - eins davon würde ich durch ein anderes Wort ersetzen

Ich möchte jetzt gerne weiter Lesen.


* lesen = klein

Sowas schreckliches!


* Schreckliches = groß

zu der nur du mir verhelfen konntest.


Wieso plötzlich Du? Vor- und nachher reden sich die beiden weiterhin mit Sie an.

Mmmmh ich bin ja schon so glücklich, darf Ihnen die Hand halten?


Also entweder fehlt hier ein Wort oder es ist sonderbar ausgedrückt.
Für mich würde der Satz mit einem kleinen ich mehr Sinn machen.
--> Mmmmh ich bin ja schon so glücklich, darf ich Ihnen die Hand halten?

...werde ich dem kräftigen Herrn dort hinten bitten...


* den

...ohne dieses durch einen grässlichen langen Schweif zu entstellen...


* würde die Endung en weglassen

und dann Un-Ter-Halten sie sich doch einfach


Das macht für mich gar keinen Sinn. Wenn man die Deutlichkeit des Miteinander hervorheben möchte, wäre doch das Wort Mit-Ein-Ander viel praktischer.

Zum Schluss muss ich noch die Kommasetzung bemängeln. Ich habe sie nicht angestrichen, da ich dann gar nicht mehr fertig geworden wäre. (z.Bsp. ständige Kommata vor und ) Ich neige auch oft zu Schachtelsätzen und inflationärer Kommasetzung, aber mittlerweile achte ich schon sehr darauf, dies zu vermeiden. Mir ist klar, dass es hier um die eigenwillige Aussprache und Vorliebe von A geht, aber es sollte dennoch für den Leser nachvollziehbar bleiben. Das ist es allerdings nicht, wenn man einige Sätze oder Satzteile drei-, vier- oder fünfmal lesen muss, um den Sinn oder Zusammenhang zu erkennen.

Die direkte Anrede ist auch sehr variabel gestaltet. Mal groß, mal klein. Es ist auf die Schnelle kein Muster/System erkennbar.

Inhaltlich passiert ja nicht viel, außer das ein schmieriger, von sich selbst überzeugter Typ einer Frau den Hof macht. Die Grundidee ist ganz nett, aber die Umsetzung hat noch Optimierungsbedarf.


Grüße, magico
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Re: Ein konstruktiver Korb

Beitragvon Basschihan » 08.04.2014, 14:32

Hey magico,
uff, da habe ich aber mal wieder viele Schnitzer zusammengeklaubt. Vielen Dank, für die Aufdeckung! Werden großteils berichtigt!
"Wahnsinnig konstruktiv" ist der Korb wahrscheinlich nicht; nur ein wenig, und dabei eben ausformuliert (denn konstruktiv sind sicher viele Körbe). Dennoch ist mir kein anderer Titel eingefallen, als der zugegebenermaßen sehr einfallslose mit dem Adjektiv. Wird also vorerst beibehalten^^
Nochmal Danke und LG
Basschihan
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Re: Ein konstruktiver Korb

Beitragvon Sartea » 10.04.2014, 21:29

Sei mir gegrüßt Basschihan und eine Perle für dich. :)

Du. Der du zu den Menschen mit exotischen Nicks gehörst, die ich nicht aussprechen kann. Und die ich mindestens drei Mal darauf hin überprüfen muss, sie in voller Richtigkeit übertragen zu haben.

Welch anspruchsvolles Unterfangen!

Das Werk

Die Kurzgeschichte Ein konstruktiver Korb beschreibt die Begegnung zweier Seelen, welche unleugbar dieselbe Stufe der rhetorischen Romantik erklommen haben. Gleichwohl sie sich auf sehr unterschiedlichen Treppen zu befinden scheinen.

Idee, Charaktere, Geschichte und Logik

Ich mag fiktive Dialoge zwischen Mann und Frau und verbringe Stunden damit zu, mir alle möglichen Begegnungen auszumalen. Begegnungen, die mal besser und mal schlechter, für das eine oder andere Geschlecht ausgehen. Die Idee gefällt mir demnach sehr.

Sehen wir mal, wie die Umsetzung ausgefallen ist.

Deine Charaktere sind laut und unglaubwürdig. Doch darf ich dich an dieser Stelle beruhigen: Der Unterhaltungswert einer Kurzgeschichte hängt, vor allem in diesem Genre, nicht immer von der Glaubwürdigkeit der Charaktere ab. Ganz im Gegenteil.

Du müsstest einen Dialog rund um die Unbeholfenheit des männlichen Protagonisten stricken, der sich beim Versuch die anerzogene soziale Paranoia zu überwinden, eines gesellschaftsfähigen Katalysators (Alkohol) bedient, um dem Ganzen einen Hauch von Authentizität zu geben. Und die holde Maid sollte die Gratwanderung zwischen Weiblichkeit und Emanzipation hinbekommen. Der nervöse Versuch eines verwirrt frustrierten Rollenbildes gleichzeitig begehrt und respektiert zu werden. Wer will denn so was lesen?! Doch zurück zu deiner Geschichte. :mrgreen:

Schreibstil, Grammatik und Formatierung

Du bemühst dich um eine blumige Ausdrucksweise, was jedoch an der stellenweise ungeschickten Satzbildung scheitert. Auch Rechtschreibfehler trüben das Lesevergnügen. Es macht durchaus Laune deinem Charmeur und seiner Angebeteten zu lauschen. Aber man wird zu oft herausgerissen um zweifelsfrei sagen zu können, welche Laune genau beim Lesen im Vordergrund steht. Hier besteht Überarbeitungsbedarf.

Die Dialogzeilen sind übersichtlich aufgeteilt. Innerhalb eines Dialog jedoch, verzichtest du komplett auf Absätze. Was mir, deinem geneigten Leser, die Tränen in die Augen treibt. Ich mag keine Textblöcke. Und du solltest dich mit ihnen auch nicht anfreunden.

Einzelverweise

Basschihan hat geschrieben:Ich könnte weinen, bei solcher Schönheit, hätte ich nicht Sie hier neben mir, die mich alles vergessen lässt, selbst das Weinen!


Erlaube mir dich darauf hinzuweisen, dass dieser Satz seiner Absicht jemanden Honig ums Maul zu schmieren nicht gerecht wird. Beim Schleimen geht’s um Nachvollziehbarkeit. Um leicht erkennbare, nahe dem Zielobjekt gehaltene Lügen. Der Satz ist aber nicht nachvollziehbar.

Was will A sagen? Dass die Anwesenheit von B ihn derart ablenkt, dass er die Schönheit der Sonne nicht genießen kann? Wieso lässt sie ihn alles vergessen? Das wird nicht erwähnt. Die Überleitung zu B's Schönheit fehlt komplett. Wieso sollte er das Weinen überhaupt vergessen? Weinen ist gut. Sensibilität für Ästhetik der Natur ist sehr gut. Und Vergleiche auf dieser Basis sind sehr sehr gut.

Außerdem sind die meisten Kommata in dem Satz fehl am Platz.

Ich würde den Satz komplett anders schreiben und damit den Sinn umkehren:

Ich könnte weinen bei solcher Schönheit. Bittere Tränen könnte ich vergießen, ob der Unerreichbarkeit ihres hellen strahlenden Liebreizes. Ihrer Wärme. Ihrer Geborgenheit. Und ob des Gedankens, wie sehr Sie in meiner Vorstellung der Sonne gleichen.


Basschihan hat geschrieben:Nun suche ich schon seit gefühlten Ewigkeiten da vorne am Baum, neben dem ich Sie das erste Mal sah, nach Worten, mit denen ich Ihnen schmeicheln kann, doch schließlich bin ich vollkommen davon überzeugt, dass diese gar nicht zu finden sind, da jedes Wort ein Schatz für sich bleibt, und aneinandergereiht, immer einen anderen Schatz zur Seite drängt.


Okay, niemand hat so viel Luft. Der Satz gehört aufgeteilt. Außerdem klingt der Satz sehr merkwürdig. Vor allem der in kursiv gesetzte Teil. Hier würde ich „Doch schließlich bin ich zur Überzeugung gelangt“ schreiben.

Der Mann sagt, die Schätze würden aneinandergereiht die anderen Schätze zur Seite drängen. Was bildlich gesehen nur funktionieren kann, wenn sie nebeneinander liegen und nicht in einer Reihe. ^^

Nun suche ich schon seit gefühlten Ewigkeiten da vorne am Baum, neben dem ich Sie das erste Mal sah, nach Worten, mit denen ich Ihnen schmeicheln kann. Doch schließlich bin ich zur Überzeugung gelangt, dass diese gar nicht zu finden sind, da jedes Wort ein Schatz für sich bleibt, und nebeneinander gesprochen, immer einen anderen Schatz zur Seite drängt.


Basschihan hat geschrieben:Und würde es möglich sein, dass mir in diesem Axiom jemand widerspräche, so würde ich diesen jemanden derart auslachen müssen, dass mir allein dadurch ein Leben voller Frohsinn und Glück gewiss wäre.


Der Begriff Axiom stammt aus dem Wissenschaftlichen Bereich. Er wird von Wissenschaftlern, Nerds und Menschen verwendet, die sich aus solche aufspielen wollen. Nicht von peinlichen Möchtegernkünstlern die eine Dame für sich gewinnen wollen.

Außerdem: Glaub es mir. Es funktioniert nicht. :mrgreen:

Basschihan hat geschrieben:Und dass ich in Ihnen einen gefunden habe, das weiß ich schon, sonst hätte ich mich gar nicht erst neben Sie gesetzt!


Klingt sehr ungeschickt. Vielleicht so:

Und dass ich in Ihnen einen gefunden habe, weiß ich schon. Sonst hätte ich mich gar nicht erst neben Sie gesetzt!


Basschihan hat geschrieben:Ich möchte jetzt gerne weiter Lesen.

Lesen hier als Verb ohne Bezug oder Artikel, gehört natürlich klein geschrieben.

Basschihan hat geschrieben:Das ist auch sehr verständlich, schließlich darf man von penetranten Menschen wie mir nichts Gutes erwarten!


Umständlich konstruierter Satz. Nicht nötig. Machen wir zwei daraus:

Das ist auch sehr verständlich. Schließlich darf man von penetranten Menschen wie mir nichts Gutes erwarten!


Basschihan hat geschrieben:Das wäre geradezu fahrlässig und naiv, und so schätze ich Sie bei Gott nicht ein.


Auf das Komma kann man hier getrost verzichten.

Basschihan hat geschrieben:Aber ich darf Sie jetzt nicht im Stich lassen, und Ihnen die Chance entwischen lassen, einen so prächtigen Kerl kennenzulernen, wie den der gerade um Sie herumtollt.


Wortwiederholung: „lassen“. Außerdem würde ich ein wenig am Satz herumbasteln wollen:

Aber ich darf Sie jetzt nicht im Stich und ganz ohne die Chance entwischen lassen, einen so prächtigen Kerl kennenzulernen, wie den, der gerade um Sie herumtollt.


Basschihan hat geschrieben:Damit beweisen Sie mir nur, dass Sie es wohl sehr nötig haben, dem nächstbesten schönen Gesicht im Eiltempo den Hof zu machen, und jegliches Maß von Rücksicht gewillt sind zu hintergehen, nur damit Sie wenigstens schnell Ihren Korb bekommen, um gleich im nächsten Moment dieselben giftigen Zeilen in ein neues Ohr zu träufeln!


Die Charaktere deiner Geschichte scheinen sehr ausgeprägte Lungen zu haben. Dieser Schachtelsatz ist eindeutig zu lang und viel zu umständlich zu lesen. Auf einige Kommas kann verzichtet werden. Desweiteren hintergeht man weder Maß noch Rücksicht. Entweder man kennt kein Maß und keine Rücksicht oder man ignoriert sie einfach. ^^

Mein Vorschlag:

Damit beweisen Sie mir nur, dass Sie es wohl sehr nötig haben dem nächstbesten schönen Gesicht im Eiltempo den Hof zu machen. Jegliches Maß und jede Rücksicht über Bord werfend, nur damit Sie wenigstens schnell Ihren Korb bekommen, um gleich im nächsten Moment dieselben giftigen Zeilen in ein neues Ohr zu träufeln!


Basschihan hat geschrieben:Sowas schreckliches!


Sowas (etwas) Schreckliches. Ist eine Substantivierung. Muss also groß.

Basschihan hat geschrieben:Ganz sicher hätten Sie mir jetzt schon wieder ein ganzes Buch voller erbärmlichen Schmeicheleien vorgetragen, würde ich Sie dabei nur nicht ständig unterbrechen.


Ein Buch voller Schmeicheleien. Also muss es auch „Ein Buch voller erbärmlicher Schmeicheleien" heißen.

Basschihan hat geschrieben:Allerdings sehe ich nun, in dieser Leidenschaft, mit Ihnen eine Gefährtin gefunden zu haben! Mmmmh ich bin ja schon so glücklich, darf ich Ihnen die Hand halten?


Er hat also mit B zusammen eine Gefährtin gefunden? :P Wenn nein, dann muss es „in Ihnen“ heißen. Verbalisierte Laute wie „Mmmmh“ empfinde ich in einem Text immer als äußerst störend. Ich würde es anderes machen:

Allerdings sehe ich nun mit dieser Leidenschaft, in Ihnen eine Gefährtin gefunden zu haben! Hören Sie mein entzücktes Seufzen? Ich bin ja schon so glücklich, darf ich Ihnen die Hand halten?


Basschihan hat geschrieben:Das macht mich ganz wirr!?


Ich verstehe nicht was die Kombination aus einem Ausrufungs- und Fragezeichen in diesem Satz bedeuten soll. Handelt es sich bei dem Satz um eine Frage oder eine Aussage?

Basschihan hat geschrieben:Na das ist jetzt das erste gescheite Wort aus Ihrem Mund, nur ist es dafür nun zu spät, mein Herr!


Oh, der gute A hat viel mehr als nur ein Wort benutzt. Und dem sollte B auch Rechnung tragen. Außerdem gefällt mir der Aufbau des Satzes nicht:

Na das sind jetzt die ersten gescheite Worte aus Ihrem Mund. Nur ist es dafür nun zu spät, mein Herr!


Basschihan hat geschrieben:B: Auf Wiedersehen!


Sie erwidert sein „Auf Wiedersehen“ ohne auf das „Lebewohl“ zu bestehen. Scheint ja doch etwas Eindruck hinterlassen haben. :twisted:

Fazit

Kurzweilige Unterhaltung mit großen technischen Mängeln. So würde meine – zugegeben – recht knappe Zusammenfassung deiner Kurzgeschichte lauten, Basschihan. Es ist dir auf jeden Fall gelungen mir ein paar Schmunzler zu entlocken.

Wenn du an deinem Stil und deiner Rechtschreibung arbeitest, fehlt dir nur noch eine gute Idee und Ausdauer um etwas Großes auf die Beine zu stellen. Ich hoffe, dass ich dir auf deinem Weg etwas geholfen habe.

Viele Grüße und eine Gute Nacht
Sartea der Graue
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Re: Ein konstruktiver Korb

Beitragvon Basschihan » 11.04.2014, 18:54

Hallo Sartea,
vielen Dank für deinen ausführlichen und fast selbst schon literarisch gehaltvollen Kommentar :D
Sehr toll, dass du so viele sprachliche Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge gefunden hast, die allesamt sehr zutreffend und passend sind. Ich werde davon nur wenige (besonders schwerwiegende) Verbesserungen übernehmen, da ich in meinen Werken immer möglichst viel von meinen Mängeln, dem derzeitigen Entwicklungsstand entsprechend, "konservieren" möchte. Umso wichtiger ist es mir aber, sie in deinem Kommentar aufgedeckt zu finden, um sie überhaupt erst als Fehler zu erkennen! Ich habe wieder einiges gelernt!
Und - Schande über mich - natürlich auch vielen Dank für die immer noch notwendigen grammatikalischen und orthographischen Fehleranstreichungen. Einen kleinen Hau werde ich da wohl immer haben!
LG
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Re: Ein konstruktiver Korb

Beitragvon Robin Schreibt » 11.02.2015, 19:45

Hallo Basschihan,

Ist vielleicht schon etwas älter, also keine Ahnung ob du an der Szene noch dran bist, aber weil ich mich selber stark für Dramatik interessiere möchte ich dir trotzdem einen Kommentar dalassen.

Auch in der Dramatik ist Glaubwürdigkeit wichtig. Selbst Surrealismus braucht eine Glaubwürdigkeit. Aber Glaubwürdigkeit halt nicht in dem Sinne von "muss alles so sein wie ich das kenne, denn was der Bauer nicht kennt, dat frisst er nich." sondern eher im Sinne von Nachvollziehbarkeit. Es sollte in sich stimmig sein. Und wenn es das nicht ist, sollte dieser Bruch bewusst genutzt und ausgereizt sein. Nach meinem Verständnis, versteht sich. Du wirst gleich verstehen, was ich meine.

1. Figurenangemessene Sprache

Die Sprache deiner Figur A finde ich gut und passend. Die Sprache der Figur B wird anders eingeführt. Ihr erster Satz ist "Entschuldigung, kennen wir uns?" und der zweite "Also bitte, belassen wir es dabei." Im Theater wird der erste Satz einer Figur gerne ausführlich analysiert. Weil er das erste ist was der Zuschauer von der Figur hört. Seine ersten Informationen. Du weißt mit Sicherheit was man vom ersten Eindruck sagt... So ist es auch in der Kunst. Hin und her, zwischen allen Stühlen ist selten gut. Dann lieber "stick to your business". Wenn B einsilbig und direkt anfängt würde ich sie so belassen. Natürlich kann sie sich später in Rage reden, aber ich fände es interessanter, wenn sie nicht denselben Ton annehmen würde wie A (Blumig, mit Schachtelsätzen, ein Bisschen hochgestochen). Lass verschiedene Welten aufeinander prallen. Davon leben Geschichten. Konflikte. Und wenn sie schon im Charakter der Figur (der sich in der Sprache äußert) begründet sind, umso besser. Dann haben die Figuren viel mehr Motivation a) zu eskalieren, oder b) über sich selbst hinauszuwachsen.

2. Figurenentwicklung

Mir gefällt die Entwicklung von A besser als die von B. B verändert sich in meinen Augen nicht großartig. Ihren letzten Satz finde ich fragwürdig. Woher kommt er? Hat sie genug gefallen an A gefunden, dass sie ihm noch ein "Auf Wiedersehen" schenkt? Imponiert ihr dass, dass A sich nicht zu einem "Leb wohl" nötigen lassen will? Finde ich interessante Gedanken. Müsste dir aber schon klar sein, da es für den weiteren Verlauf deiner Geschichte von Bedeutung wäre. Vielleicht helfen auch Regieanweisungen zur Klarheit.

3.

Kleinteiliger möchte ich nicht werden, haben ja die Beiden anderen schon übernommen. Nur auf einen will ich noch genauer eingehen

A: Oh hahaha ganz köstlich. Sie gefallen mir so sehr, meine……. Also vielleicht haben Sie recht und ich finde ungewöhnlichen Gefallen an großen Vokabeln, und dem Spiel, das man mit Ihnen beginnen kann. Allerdings sehe ich nun, mit dieser Leidenschaft, in Ihnen eine Gefährtin gefunden zu haben! Mmmmh ich bin ja schon so glücklich. Darf ich Ihnen die Hand halten?


Führ dir diesen Satz nochmal genauer zu Gemüte. Also hier steht für mich: B und A sind beide Wortakrobaten. Aber wenn das stimmt dann finde ich die Einführung von B nicht gelungen. Dann müsste für mich schon bei ihrem ersten Satz, spätestestens beim zweiten ihre Linguphilie (ich weiß, dass Wort gibts nicht, aber ich schätze es wird klar was ich meine) herauskommen. Und ganz ehrlich, mir würde es besser gefallen wenn dem nicht so wäre. Gerade Mann und Frau die sich in Balzerei befinden sollten meiner Meinung nach eher verschieden sein. => Reibung => Spannung. Und zudem würde es für A mehr Motivation bedeuten um sie zu kämpfen. Wenn sich ein Hahn in ein Huhn verliebt ergibt das keine große Geschichte. Aber jetzt stell dir mal vor ein Hahn verliebt sich in eine Kreuzotter. Da ist direkt ein ganz anderes Potenzial für Probleme, Spannungen und Kämpfe. Und je größer das Problem, dass unsere Helden lösen, desto mehr lieben wir sie.

Also, solltest du diesen Kommentar lesen und sollter er für dich überhaupt noch interessant sein, dann hoffe ich meine Anregungen bringen dir etwas. Wenn ja, dann nimm bitte alles nicht absolut. Ist nur meine Meinung und mein Verständnis von Geschichten erzählen. Und in diesem Bereich gibt es kaum absolute Wahrheiten.

liebe Grüße,
Robin
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