[Tragik]Ein letzter Morgen...

Tragödien, Tragisches

Re: Ein letzter Morgen...

Beitragvon Johnny Sacrifice » 24.06.2012, 14:47

Nochmal ich...ich weiß, du findest das bestimmt zu k...en, aber so ist es eben.

Ein letzter Morgen

Es war kalt an diesem einen Morgen. Mit zerschlissenem Schuhwerk, stapfte das junge Mädchen durch den matschigen Schnee. An den spärlichen Lumpen, welche sie auf ihren zerfurchten Leib trug, leuchtet gelblich der Davidsstern, durch die sich langsam lichtenden, rußigen Nebelschwaden.

Zeit unkorrekt. Es müsste "leuchtete" heißen. Und dann: Adjektivitis. Es ist klar, das die im KZ kein Prada getragen haben. So etwas gehört zum Setting dazu, das ist immanent. Vielleicht solltest du dich mal damit beschäftigen, wie man eine Szene beginnt. Das ist alles zu voll, da passiert nichts. Kein Dialog.

Das Mädchen sah die Silhouetten der steinernen, gegen den Himmel gereckten Lagermauern, um sich herum. Sie vernahm das Knistern und Summen des Stacheldrahtes. Wie oft endeten hier die Fluchtversuche ihrer Leidensgenossen, erschlagen von der tödlichen Spannung, welche durch das geflochtene Netz aus Stacheln und Draht floss, erinnerte sie sich, bei diesem Anblick.

Wieso kann ein Stacheldraht knistern? Und dann hast du ein derbes Komma-Problem. Das liest sich null flüssig, immer wieder seltsame Pausen, Beschreibungen. Das muss sich aus dem Text irgendwie ergeben. Das ist auch kein guter Stil.


Der Begleiter an ihrer Seite, zwang sie mit einem kräftigen Stoss, zu einem schnelleren Schritt.

Begleiter? Kräftiger Stoss? Eventuell Bewacher und Tritt...

Durch die Baracken widerhallendes Gebell der Wachhunde, ließ sie zusammenzucken. Immer wieder jagte es ihr die Angst durch Mark und Knochen.

Und zwischendurch? Nippt die entspannt an einem Cocktail und raucht eine, oder wie?

Hektisches Treiben, wildes Gekläffe und kurze, knappe Anweisungen der Soldaten, wurden herüber geweht.


Da wurde nichts rübergeweht. Das ist nicht das, was du sagen willst.

Der Wind verstreute ahnungslos die allerletzten Reste der Asche von der Greul dieses letzten Morgen.

Zeig mir mal 'nen Wind, der "Ahnung" hat, denn will ich sehen!

Wieder ein Zug eingetroffen.
Wieder eine Selektion.
Wieder zerstörte Hoffnungen.
Warum beendet das Niemand?

Zerstörte Hoffnungen? Für was? Das die doch selektiert werden und noch bei Doc Mengele vorbeischauen dürfen oder als Zwangsarbeiter verdingt werden?

Nur zu gut wusste das Mädchen, was dies für die meisten Ankömmlinge bedeutet, wenn sie das Tor mit der Inschrift "Arbeit macht frei" passieren.

Woher weiß sie das?

Tränen stiegen in ihr empor, kullerten über das junge, dennoch angegraute Gesicht. Ihr ganzer Körper zitterte vor Wut, Hass und der elenden Verzweiflung. Eine neue Welle der Angst breitete sich aus.

Kitsch pur, sorry. Mal was von "Show, don't tell" gehört?

Angst über die Erkenntnis der Machtlosigkeit, die sie empfand.

Den Satz ausschneiden und für immer behalten. Sie erkennt, das sie machtlos ist. Da gibt es keene Angst.

Doch sie wird nicht aufgeben. Sie wird stark sein.

Warum steht der Satz da? Wie kann sie stark sein???

Tapfer wischte sich das junge Mädchen die Tränen aus ihrem Gesicht. Ihr Begleiter stieß sie erneut in den Rücken, diesmal schon härter.

"Komm, mach wa was hinne hier, hab nich ewig Zeit, nach dem Erschießen jibbet Blutwurst" So liest sich das.

Das Mädchen strauchelte, fing sich aber gleich wieder. Mutig und mit erhobenem Haupt, setzte sie, unbeirrt von der Pein, ihren Weg fort. Vorbei an Block 11, weiter zu einer kleinen hölzernen Mauer. Sie wusste was das bedeutet. Immer wieder hatte sie es sehen müssen. Immer wieder wurde hier die Exekutive tätig, sobald das Standgericht Kattowitz in Block 11 tagte. Und heute wird wieder so einer dieser Tage sein.
Wieder Angst.

Die Juden durften zusehen, wie Mama und Papa oder andere Glaubensgenossen erschossen wurden? Sicher???

Eine militärisch klingende Stimme befahl ihr, sich hinzuknien. Sie zögerte. Noch einmal der Befehl. Sie wurde zu Boden getreten. Als sich das junge Mädchen aufraffte, fiel ihr Blick auf ihren, bis dahin anonymen, Peiniger. Ein junger Soldat stand weit über sie gebeugt. Schussbereit hielt er eine Luger in seiner rechten Hand. Er sah ihr voller Hass entgegen. Dieser Hass verzog sein Antlitz so sehr zum Grotesken, das sie nichts Menschliches mehr in ihm erkennen konnte.
So sieht also mein Tod aus, dachte sie einen Moment.
Angewidert von dem was sie sah, wendete sie ihren Blick ab.
- Stille -
Kein hektisches Treiben mehr, kein Gebell, nur das leise, lodernde Brennen der Öfen und das schwere Atmen des Soldaten.
Ein Schuss - Ihr zierlicher Körper wurde nach vorn gerissen und sank zu Boden.
Keine Schmerzen mehr.
Keine Gedanken mehr.
Keine Hoffnung mehr.
Langsam schlossen sich die, mit Tränen gefüllten, Augen. Tiefrot tränkte sich der Schnee um ihren toten Körper, während ein Windhauch, erneut feine Asche auf sie hinab rieseln ließ.
Aktenvermerk: Auschwitz I Stammlager, 1943 - Februar
Name: Isabelle Scherbaum / Jüdisch
Alter beim Eintritt des Todes: 15 Jahre.
Art: Standgericht Kattowitz.

Den letzten Absatz lasse ich mal unkommentiert. Der geht aber gar nicht, aber ich habe da auch keinen Bock drauf jetzt.
Sorry, die Version ist keinen Deut besser als die erste. Die Schreibe...ich sag da nichts zu. Mein Tip: Besorg dir mal ein Buch über Stil und so einen Ratgeber, "Wie man einen Roman" schreibt oder so. Kein einziger Dialog drin, nichts Lebendiges.

Such dir auch einfach mal ein Thema aus, was nicht so derbe ist. Schreib mal ein paar Alltagsgeschichten, eventuell Horror oder so. Ich kenne wenige Autoren, die klischeefrei über den Holocaust schreiben können...

Gruss, J.
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Re: Ein letzter Morgen...

Beitragvon M-W-L » 24.06.2012, 19:26

Hallo Faye,

vielen dank dafür, das dir der Text zugesagt hatte.

Hallo Johnny,

da entwickelt sich ja bei uns so langsam schon eine Bekanntschaft :o .
Ich gebe zu, der neue Text sagt mir selber auch weniger zu. Wollte aber noch einmal anmerken, das ich alle zwei Versionen in verschiedenen Autorenforen eingestellt hatte.

Zwar gab es zu beiden Kritik, auch schon solche wie hier gefallen sind. Allerdings konnte auch schon ein Ansatz von stilistischem Schreiben gefunden werden.
Anscheinend bist du im großen weiten Netz, der einzigste, der so negativ über meine Texte denkt. Das diese kein Lobeshymne bekommen, war und ist mir als Neuling klar.
Leider kam von dir auch nicht ein Satz der Zustimmung, wie z.B "Hier sehe ich potenzial, arbeite daran weiter.. o.ä"
Dein kompletten Kommentare sind durchweg voller negativer Kritik. Das selbst stört mich nicht, nur deine Argumente dagegen sind Platt. Nur weil du das sagst, muss es so gemacht werden.
Ich bin als Neuling in dieses Forum gekommen, um hier Hilfe zu bekommen und auch Tipps, sowie Ratschläge. Ich bin nicht hierhergekommen, um Befehle entgegen zu nehmen.
Man lernt mit dem schreiben und nicht aus Büchern. Die Bücher, kann ich mir gern als Unterstützung kaufen, aber einen eigenen individuellen Schreibstil, bringen diese mir nicht bei.
Mal schauen was ich so finde.

Danke
mfg
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Re: Ein letzter Morgen...

Beitragvon Johnny Sacrifice » 24.06.2012, 20:01

Hallo MWL,

so, nochens :D

Zwar gab es zu beiden Kritik, auch schon solche wie hier gefallen sind. Allerdings konnte auch schon ein Ansatz von stilistischem Schreiben gefunden werden.

Stil ist natürlich subjektiv.

Anscheinend bist du im großen weiten Netz, der einzigste, der so negativ über meine Texte denkt. Das diese kein Lobeshymne bekommen, war und ist mir als Neuling klar.
Leider kam von dir auch nicht ein Satz der Zustimmung, wie z.B "Hier sehe ich potenzial, arbeite daran weiter.. o.ä"

Ich habe dir den Tip gegeben, eventuell mit einer etwas lockereren Thematik anzufangen. Weniger Adjektive zu verwenden. Was soll ich tun? Die Texte für dich schreiben?

Dein kompletten Kommentare sind durchweg voller negativer Kritik. Das selbst stört mich nicht, nur deine Argumente dagegen sind Platt. Nur weil du das sagst, muss es so gemacht werden.

Sie sind ehrlich, nicht negativ. Du möchtest dich verbessern, und an dir arbeiten. Deswegen stellst du doch die Texte hier ein. Du kannst es halt auch so halten und sagen: Ich mach das so! Gut. Wunder dich aber nicht, wenn dann jemand (ich zum Bsp) ankommt und sagt: Finde ich doof!

Ich bin als Neuling in dieses Forum gekommen, um hier Hilfe zu bekommen und auch Tipps, sowie Ratschläge. Ich bin nicht hierhergekommen, um Befehle entgegen zu nehmen.

Keine Befehle. Harte Kritik, ja.

Man lernt mit dem schreiben und nicht aus Büchern. Die Bücher, kann ich mir gern als Unterstützung kaufen, aber einen eigenen individuellen Schreibstil, bringen diese mir nicht bei. Mal schauen was ich so finde.

Das nicht. Aber Handwerkszeug.

Danke
mfg
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Bitte!
Johnny.
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Re: Ein letzter Morgen...

Beitragvon M-W-L » 24.06.2012, 20:32

Hey Johnny,

super, nun verstehe ich dich auch.
Mit Negativer Kritik, war halt gemeint, das du solche Bemerkungen wie, "mir wird schlecht, ich hab kein Bock mehr (den scheiß) zu Kommentieren", benutzt.

Also aus deinen Kommentaren entnehme ich:

Zu viele Adjektive, kaum show,don´t tell und zu lange Sätze(Kommas).
Kein Aufbau zum Protagonisten.

Mal schauen was ich finde.

Danke
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Re: Ein letzter Morgen...

Beitragvon DeutschFreak » 21.07.2012, 13:00

M-W-L hat geschrieben: Das diese kein Lobeshymne bekommen, war und ist mir als Neuling klar.
Leider kam von dir auch nicht ein Satz der Zustimmung, wie z.B "Hier sehe ich potenzial, arbeite daran weiter.. o.ä"
Dein kompletten Kommentare sind durchweg voller negativer Kritik. Das selbst stört mich nicht, nur deine Argumente dagegen sind Platt. Nur weil du das sagst, muss es so gemacht werden.
Ich bin als Neuling in dieses Forum gekommen, um hier Hilfe zu bekommen und auch Tipps, sowie Ratschläge. Ich bin nicht hierhergekommen, um Befehle entgegen zu nehmen.
Man lernt mit dem schreiben und nicht aus Büchern. Die Bücher, kann ich mir gern als Unterstützung kaufen, aber einen eigenen individuellen Schreibstil, bringen diese mir nicht bei.


Hallihalllo^^ Also ich weiss das hier ist vermutlich eine bereits abgeschlossene Sache, dennoch musste ich beim Durchlesen dieser Kommentare sehr schmunzeln, und wollte daher auch mal kurz meinen Senf dazugeben :dasheye: :XD:

Und zwar hat mir dieses Kommentar von dir M-W-L wirklich aus der Seele gesprochen! Es war als könntest du Gedankenlesen ;) Das hier soll jetzte kein zusätzlicher Seitenheib auf Johnny Sacrifice sein, aber dennoch hätte ich jedes einzelne Wort von dir auch selbst ausgesprochen! Auch allgemein gesehen fällt mir auf, dass man es insbesondere als Neuling in der SW oder als junger Autor (wie ich mit meinen 18 jahren) es wahrlich schwer hat. Ich denke seine Kommentare hätte man auch durch Smilyes entschärfen könne etc denn so wie er es geschrieben hat tast du mir erhlich gesagt wirklich Leid! Es ist schwierig immer einen geregelten Mittelweg zu finden zwischen "geschmäcker sind verschieden" und "das ist definitiv Mist" oder "dein Stil ist falsch/schlecht" und "das ist meine individualität" und ab wann werden Tipps und Ratschläge zu Befehlen und womöglich zu hart ausgedrückter Kritik? Zwischen all diese Dingen liegt eine sehr schmale Grenze und ich denke diese verwischt immemr merh zwischen Leser und Autor. Als Kommentator muss man auf der einen Seite auch das Negative rüberbringen, aber Meinung nach wird diese Kritik wesentlich besser aufgenommen wenn man vorher vllt ein Lobessätzchen einfügt (wie von dir auch schon erwähnt) ;) oder aber wenn man sich anders ausdrückt. Oder seine Ansichten einfach auf einer anderen Schreibebene rüberbringt. Als Beispiel kann ich ja mal das hier gelten lassen:
statt "boah ist das abgrundtief hässlich" sagt man ja auch lieber "das ist vielleicht nicht ganz so vorteilhaft".
Ich denke, wenn man sich dieses Beispiel vor Augen führt und versucht das beim kommentieren auch immer einzuhalten, sollten einige hitzigen Diskussionen vorgebeugt werden ;)

Was ich mit all dem sagen will: Als Neuer hat man es immer schwerer, aber gerade dann braucht man nicht das wie du es bereits geschrieben hast in deinem zitierten kommentar, sondern mehr, ich sage mal umschmeichelnde Tipps etc^^ Ich finde es also sehr gut das du das zur Sprache gebracht hast M-W-L, denn du hast es genau auf den Punkt gebracht, was die Problematik anbelangt, die wie mie mir aufgefallen ist nicht nur ihr beide hattet, sondern was ich als haupt"problem" ansehe ;)

Übrigens gefiel mir dein Text sogar richtig gut! Man konnte super mit dem Mädchen mitfühlen und iwie wirkte alles so...mmhh...episch würde ich sagen. Also besonders die Adjektive und dann die langen Sätze etc hat mir bezüglich dieses ernsten Themas sehr gefallen!! Herrlich! *schwärm*

Aber nach Johnny´s Meinung nach ist mein Schreibstil ja auch ich sag mal verkrüppelt also denke dir bei meinem Kommentar was du willst :XD:

Also ich weiss das dieses Kommentar, was sich in gewisser Weise auf euch beide bezieht aber iwie auch auf alle ;) für die meisten vllt nicht so viel Sinn ergibt aber ich wollte damit einfach mal dir, M-W-L deutlich machen dass du mit deiner Meinung definitv nicht allein bist und dass musste ich einfach mal loswerden. Mehr nicht^^

LG und viel Erfolg noch beim Schreiben euch beiden!
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Re: Ein letzter Morgen...

Beitragvon Johnny Sacrifice » 22.07.2012, 12:59

Hallo,

aha, warum muss den Kritik positiv verpackt sein - widerspricht sich das nicht?
Hier geht es doch um was anderes: was soll gesagt werden, wo ist der Konflikt, und was möchte der Autor dem Leser geben? Ich sehe da leider nichts, und dieses Thema "Holcocaust" is mir persönlich einfach zu ernst, um damit hausieren zu gehen. Würde er sagen, es sei Nazisploitation, wie Iron Sky, dann könnte man darüber reden. So leider nicht. Das ist meine Meinung, sorry.
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Re: Ein letzter Morgen...

Beitragvon DeutschFreak » 22.07.2012, 13:06

Johnny Sacrifice hat geschrieben:warum muss den Kritik positiv verpackt sein - widerspricht sich das nicht?


Nein eben nicht...sicherlich..negative Kritik ist nunmal nichts in dem Sinne positives, aber es ging mir darum, das negative Anmerkungen einfach netter ausgedrückt werden, sofern der Sinn erhaltenbleibt ;)

Und ja, das war deine Meinung, was ja auch volkommen in Ordnung ist, das habe ich nie bezweifelt. Ich denke M-W_L wird schon seine Gründe haben, warum er sich ein solch heikles Thema ausgesucht hat ;)

LG
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Re: Ein letzter Morgen...

Beitragvon Johnny Sacrifice » 22.07.2012, 13:11

Kritik ist entweder destruktiv oder konstruktiv, aber positiv nie, sonst wäre es keine Kritik.
Wenn sich einer ein solches Thema aussucht, dann soll er auch erklären können, warum er das tut. Sonst hat es immer den Anschein, man sucht den schnellen Effekt. Und das finde ich zum erbrechen und auch menschenverachtend. Das darf man doch wohl noch äußern, oder?
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Re: Ein letzter Morgen...

Beitragvon DeutschFreak » 22.07.2012, 14:02

Johnny Sacrifice hat geschrieben: Das darf man doch wohl noch äußern, oder?

Sicherlich darf man das äußern! So gesehen darf man alles äußern!

Trotzdem verstehst du immernoch nicht ganz worauf ich hinauswill ;)
Ich weiss, kritik ist in dem Sinne immer negativ, es geht aber darum wie man sie ausdrückt und rüberbringt ;)
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Re: Ein letzter Morgen...

Beitragvon Johnny Sacrifice » 22.07.2012, 15:05

Ich verstehe sehr wohl worauf du hinauswillst, wahrscheinlich ist es eher andersherum: Warum sollte ich meine Worte in Watte packen? Ich streite mich aber auch hier nicht wegen einer Kritik rum, das ist mir einfach zu dämlich. Zu dem Text habe ich alles gesagt. Für mich bleibt er einfach schwach, und vor allem die Motivation undurchsichtig.
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Re: Ein letzter Morgen...

Beitragvon DeutschFreak » 22.07.2012, 16:52

Johnny Sacrifice hat geschrieben:Warum sollte ich meine Worte in Watte packen? Ich streite mich aber auch hier nicht wegen einer Kritik rum, das ist mir einfach zu dämlich. .


Gegenfrage: Warum nicht?!
Was ist so schwer und schlimm daran, kritik, sei sie von mir aus auch noch so negativ, einwenig netter auszudrücken? es verlangt keiner, das man nicht mehr in der Lage sein soll zu kritisieren, im Gegenteil. Dafür sind ja die meisten hier. Aber dennoch ist es doch für die Autoren wünschenswert, wenn man sie praktisch nicht fertigmacht, sondern eher schonend das Negative beibringt. es geht um das rüberbringen, und ich denke es gibt einige hier, die sich freuen würden, wenn so manch einer seine kritik einwenig netter ausgedrückt hätte. Gerade Neulinge sind dann wie vor den Kopf gestoßen ;)

Und nur zu deinem Punkt dämlich: Mag sein, das es dämlich ist.Ja ich habe auch nicht vor mich jetzt auf kleinliche Art und Weise zu streiten, aber ich denke ich wäre nicht auf diesen Thread gestoßen, hätte ich mir mal deine anderen Kritiken durchgelesen ;) ;)

So, wie gesagt für mich ist das Thema hiermit beendet. Es sollte nur als kleiner Hinweis dienen, als Kommentator mehr an die Gefühle der Autoren zu denken, wenn man Kritik äußern möchte. Und negative Kritik kann man genauso gut auch schonend beibringen, da bricht sich niemand einen Zacken ab ;)
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Re: Ein letzter Morgen...

Beitragvon M-W-L » 27.07.2012, 10:27

Oha brisant, brisant.
Erst einmal ein lieben Dank und den Verständnis von dir DeutschFreak.
Ich kann Johnny schon verstehen und weiß auch, was er damit zum Ausdruck bringen wollte. Leider hat er aber nicht die Gabe seine Kritik mit angebrachten Worten zu schmücken, sondern schreibt er eher das plumpe direkte Wort. Ich hacke dies bei ihm mal als "Stilmittel" ab, sonst sehe ich für mich und evtl. auch anderen kein Sinn in seinen Kommentaren.
Sicherlich bringt er sehr viel Persönliches Empfinden in seiner Kritik, aber auch das ist für angehende Autoren sehr Hilfreich, dadurch gewinnt man die Eindrücke eines anderen Lesers.

Als dann, bevor es hier noch wegen Off Topic geschlossen wird :D
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Re: Ein letzter Morgen...

Beitragvon M-W-L » 01.09.2012, 23:24

Die Zugriffszahlen sprengen ja nun die durchschnittliche Grenze. Liebe Leser, dies Projekt steht noch. Über Tipps, Meinungen oder Verbesserungsvorschläge zu diesem Thema sind wünschenswert. Bei über 500 Zugriffen, wurden gerade mal von einer handvoll Leser Kritik geübt.
Was mich antreibt, weiter an diesem Projekt zu arbeiten sind wirklich diese ausschlaggebenden Zugriffszahlen, welche mir zeigen, das ein Interesse ja an dieser Geschichte besteht.
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Re: Ein letzter Morgen...

Beitragvon Tautologe » 05.02.2014, 18:10

Hallo M-W-L,

ich habe deinen Beitrag nun schon einige Male gelesen und schwer mit mir gerungen, ob ich hier einen Kommentar abgeben soll oder nicht. Ich habe mich nun dafür entschieden, denn es ist nicht fair, dass dein Projekt zwar viel Aufmerksamkeit jedoch nur wenig Resonanz erhält.

Ich will es zunächst einmal ganz kurz und klar ausdrücken: deine Geschichte kann dem Leid, das du beschreiben möchtest, bei weitem nicht gerecht werden.
Stilistisch möchte ich nicht allzu viel kommentieren, mir fällt lediglich auf, dass dein Text vor dem Hintergrund der großen Tragik dessen, was er beschreibt, seltsam ungelenk und naiv wirkt. Das mag darauf zurückzuführen sein, dass du noch nicht lange schreibst und ist letztendlich eine Frage der Übung.
Bedenkenswerter und schwerwiegender ist für mich jedoch die grundsätzliche Frage, ob man mit dieser Art von Geschichten dem Grauen des Holokaust überhaupt jemals nahe kommen kann. Ebenso wie das Erleben und Empfinden von Soldaten in einer Schlacht sind auch die Erfahrungen von Menschen im KZ ein emotionaler, rationaler, zivilisatorischer und emotionaler Grenzbereich, der sich dem verschließt, der ihn nie betreten hat. Nicht umsonst ist das Publikum hier so skeptisch gegenüber der fiktiven Erschließung dieses Themas. Das was Du und auch ich als schrecklich, als "Grauen" definieren würden und beschreiben könnten, ist Universen entfernt von dem, was ein Mensch in einem KZ durchmachen musste. Diese Welt ist in ihrer Extremität nur durch eigenes Erleben zugänglich und darum ist das Thema Holokaust bis heute auch ganz überwiegend durch Erinnerungen von Zeitzeugen erschlossen worden - und selbst diese stehen vor dem Problem, dass Worte, und seien sie auch noch so kraftvoll gewählt, von dem Erlebten weggeschwemmt werden wie vertrocknetes Laub von einem Sturzregen. Die größte Gefahr, die jedem Versuch innewohnt, sich dem Holokaust in einer literarischen Fiktion zu nähern, ist darum immer die Banalisierung der Ereignisse und damit eine erneute Herabsetzung und Entwürdigung der Leiden der Opfer - selbst wenn dies nicht in der Absicht des Autors liegt.

Viele Grüße:

Tautologe
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