[Spannung]Ein lohnender Vertrag (DÜ) Teil 1/2

Krimi, Thriller, Horror, Geistergeschichten, Abenteuer und alles andere, was die Nackenhaare zu Berge stehen lässt.

[Spannung]Ein lohnender Vertrag (DÜ) Teil 1/2

Beitragvon byron » 22.09.2014, 20:26

Hallo zusammen. Anbei ein Text zu der aktuellen DÜ. Ist ein wenig länger geworden, deswegen in 2 Teilen. Ich bin vermutlich auch so hart an der Kulanzrenze, deswegen verzichte ich im zweiten Teil auf Begrüßung etc. Man möge es mir verzeihen :):

Als Kind bin ich einmal nachts mit trockenem Mund aufgewacht. Da ich keine Wasserflasche neben dem Bett stehen hatte, schlich ich auf Zehenspitzen, um niemanden aufzuwecken, unsere Wendeltreppe runter, öffnete den Kühlschrank und griff nach einer Saftflasche, die mich verlockend anlächelte. Ich drehte den Schraubverschluss auf und trank mit großen gierigen Schlucken den roten kühlen Saft. Noch während ich trank wurde mir übel. Der Saft schmeckte nicht wie ich mir einen Multivitamin oder vielleicht auch Kirchsaft vorstellte. Er schmeckte metallisch. Mein Magen zog sich zusammen und ich ließ die Flasche fallen die auf den beigen Fliesen zersprang. Dann hastete ich zum Waschbecken und erbrach mich. Einmal, dann noch einmal. Danach trank ich Wasser. Ganz viel Wasser. Aber der metallische Geschmack, des mit Eisen angereicherten Kirchsafts, wollte einfach nicht mehr verschwinden.

Mit dem gleichen metallischen Geschmack im Mund wache ich auf. Desorientiert und unfähig meine Augen zu öffnen. Jeder Muskel in meinem Körper schmerzt und vor meinen geschlossenen Liedern tanzen helle Lichtblitze. Was zum Teufel ist passiert? Ich erinnere mich an den Morgen. Ich bin im Hotel aufgewacht, war duschen gegangen, eine Runde im Pool geschwommen, hatte ein reichhaltiges Frühstück eingenommen und wurde dann abgeholt. Abgeholt von wem? Ab da verdunkelt sich die Erinnerung, wird unscharf und bruchstückhaft. Eine lange Fahrt. Grüne Wiesen und dunkle Felsen. Dann wieder Stadt. Eine Fabrik und mein Auto.
Mit Gewalt öffne ich die Augen. Mein Kopf zahlt es mir mit heftigen Stichen hinter meinen Netzhäuten heim. Trotzdem zwinge ich mich die Augen aufzuhalten und sehe durch rote Schleier den Innenraum meines Wagens. Die Frontscheibe ist gesprungen und das Lenkrad hängt merkwürdig schief vor mir. Ich fahre mir mit dem Handrücken über die Augen und bemerkte eine zähflüssige rote Flüssigkeit. Kirschsaft? Nein, wohl eher Blut. Der metallische Geschmack ist Blut und nicht zu wenig davon läuft mir nun den Handrücken hinunter und besudelt meine Hose. Daran, an den Anzug, kann ich mich erinnern. Ich hatte morgens, nach dem Frühstück, einen teuren Anzug angezogen. Den teuersten Anzug den ich besaß und ich besaß einige. Mit einem Fluch auf den Lippen halte ich meine Hand von mir weg und blicke an mir hinab. Die Sorge um meine Anzughose war unbegründet. Ich bin nackt. Nun ja, nackt trifft es vielleicht nicht ganz. Ich trage eine verschlissene Boxershorts von Calvin Klein , deren weißen Stoff ich nun rot eingefärbt habe. Außerdem trage ich einen Pistolengürtel nebst 2 Waffen. Komischerweise wundere ich mich nicht über das tödliche Equipment. Ein Erinnerungsfetzen rauscht durch meinen Kopf.

Ich stehe in meine Hotelzimmer und binde mir den Waffengurt um. Ich verdecke die Pistolen mit meinem Sakko und trete durch die Tür in das Licht. Vor der Tür steht eine Frau. Sie lächelt mich an und ich lächele zurück. Endlich sehe ich sie wieder. Ich begrüße sie mit ihrem Namen, sie heißt - Der Gedanke entgleitet mir. Schuld daran ist ein ohrenbetäubender Knall, den ich aber erst höre nachdem ich mit meinem Kopf hart gegen das Lenkrad gekracht bin. Erneute Lichtblitze und hämmernde Kopfschmerzen. Vor der Windschutzscheibe regnet es Feuer. Ich blicke zurück. Hinter mir hat die Hölle ihre Pforten geöffnet. Eine tosende Feuerwand und dichter schwarzer Rauch, dahinter schemenhaft ein Gebäude. Die Explosion war so nah, dass sie mein Auto ein gutes Stück nach vorne katapultiert hat. Ich muss hier raus.
Der Gedanke und literweise Adrenalin das mein Körper in meinen Kreislauf pumpt lassen mich alle Schmerzen vergessen. Ich greife zu dem Türöffner, nicht passiert. Ich rüttele an der Tür, aber sie gibt nicht nach. Irgendetwas scheint sich verkeilt zu haben. Auf meiner Motorhaube kommt in dem Moment ein brennendes Stück Holz, eventuell ein Deckenbalken runter und die Frontscheibe knirscht bedenklich. Leichte Panik steigt in mir auf. Ich werfe mich gegen die Fahrertür, nichts. Die Beifahrertür. Ich muss es an der Beifahrertür versuchen. Während ich umständlich über die Mittelkonsole klettere, fällt mein Blick erstmalig auf eine rote Axt mit hölzernem Griff auf dem Beifahrersitz. Was zum Teufel fluche ich, schiebe die Axt in den Fußraum und versuche die Beifahrertür zu entriegeln. Nichts passiert, genau wie die Fahrertür scheint auch diese Tür verzogen oder sonst wie verschlossen. Dann eben doch mit der Axt. In dem Moment indem ich die Axt ergreife. spüre ich einen erneuten rasenden Scherz in meinem Kopf. Einen Moment kämpfe ich dagegen an das Bewusstsein zu verlieren. Ich muss hier raus. Raus aus diesem Auto, raus aus diesem Albtraum.

Sie steht vor mir. Sie ist unglaublich schön. Schwarze, schulterlange Haare umschließen ihr wohlgeformtes Gesicht. Obwohl sie lächelt strahlen ihre dunkelgrünen Augen eine tödliche Kälte aus. Ich nehme die Axt und schlage auf sie ein. Immer und immer wieder schlage ich auf sie ein, bis ihr Oberkörper nur noch ein fleischig breiiger undefinierbarer Haufen ist. In dem Moment gibt die Tür nach und ich falle auf den harten Asphalt. Zum dritten Mal innerhalb weniger Sekunden, Minuten, Ewigkeiten, wer kann das schon so genau sagen, explodieren dumpfe Blitze hinter meiner Schädeldecke. Ich rappel mich auf, versuche den Schmerz zu ignorieren und laufe geduckt einige Schritte von dem Auto weg. Jede Bewegung bereitet mir unheimliche Schmerzen. Mein geschundener Körper scheint dem Tod näher als dem Leben. Die Luft brennt in meinen Lungen und einen Moment denke ich ans aufgeben. Jetzt einfach fallen lassen, den Körper zur Ruhe kommen lassen und den Dingen ihren Lauf nehmen lassen. Der Gedanke ist real, auch wenn er keine Option darstellt. Nicht für mich, nicht an diesem Tag. Nicht wenn sie noch lebt.

Sie steigt neben mir ins Auto und flüstert mir das Ziel ins Ohr. Es ist das Richtige, Gott sei Dank. Dann werde ich meinen Trumpf ausspielen können. Andernfalls wäre mir zur Not die Axt unter dem Beifahrersitz geblieben. Eine schwache Alternative zu dem kleinen Kästchen in der Innentasche meinen Sakkos. Ich schaue sie an. Sie ist elegant gekleidet und ihre weiblichen Rundungen zeichnen sich unter ihrem schwarzen Kleid ab. Ich nicke, eine verspätete Antwort auf ihr flüstern und gebe Gas. Sie lehnt sich zurück und blickt mich amüsiert an. „Das zwölfte Treffen“, haucht sie mir entgegen. „Ich denke, auch wenn es zu Ende geht, war es eine lohnende Zeit. Der beste Vertrag deines Lebens. Und das Highlight steht ja noch aus.“ Ich schweige, rücke meine Krawatte zurecht und trete anschließend das Gaspedal durch.
byron
 
Beiträge: 17
Registriert: 24.02.2008, 01:20

Re: Ein lohnender Vertrag (DÜ) Teil 1/2

Beitragvon byron » 22.09.2014, 20:29

Für Teil 2 muss ich erst wieder 2 Werke kommentieren. Das werde ich aber heute nicht mehr schaffen und verschiebe das auf Morgen :) Hoffe bis hierhin gefällt's :)

Liebe Grüße
byron
 
Beiträge: 17
Registriert: 24.02.2008, 01:20

Re: Ein lohnender Vertrag (DÜ) Teil 1/2

Beitragvon julia89 » 25.11.2014, 16:40

Hallo byron,

da es noch gar keine Rückmeldung zu deinem Text gab, mache ich gerne mal den Anfang. :)

Insgesamt finde ich diesen ersten Teil recht spannend. Hast du den zweiten Teil schon eingestellt? Ich hab nichts gefunden...
Du arbeitest mit zahlreichen Rückblenden und auch die Tempuswechsel fordern eine gewissen Aufmerksamkeit vom Leser. Man muss mitdenken, um nicht den Faden zu verlieren. Ich mag solche Texte und finde auch, dass deiner sich durchaus in einem Rahmen bewegt, in dem es nicht zu verwirrend wird. Du könntest allerdings versuchen, die Rückblenden durch weitere Absätze noch ein wenig klarer hervorzuheben.

Die Emotionen deines Protagonisten machst du durch wohl dosiert eingesetzte, kurze, abgehackte Sätze deutlich. Durch detailierte Beschreibungen erscheinen die Explosion und die Panik deines Protas sehr real. Gefällt mir gut! Vorsicht aber bei Schachtelsätzen und zu vielen Adjektiven.
Insgesamt scheint dein Prota ein interessanter Charakter zu sein. Er weckt Interesse beim Leser und man will wissen, wie er in diese abstruse Situation gekommen ist.

Deinem Texteinstieg stehe ich ein wenig zwiegespalten gegenüber. Einerseits finde ich ihn gelungen, da der erste Satz so banal wirkt, die Geschichte sich dann aber in eine ganz andere Handlung entwickelt. Andererseits ist mir der erste Absatz insgesamt doch etwas zu langweilig. Von der Idee her, mit einer ganz alltäglichen Szene einzusteigen, super... nur an der Umsetzung haperts noch etwas. Ich merke gerade, dass es schwierig ist, zu erklären, was ich meine :lol: Vielleicht kannst du versuchen, von Anfang an etwas mehr Spannung zu erzeugen.
Hier mal ein Vorschlag:
"Als Kind bin ich nachts oft mit trockenem Mund aufgewacht. An sich nichts Besonderes, doch es gab eine Nacht, in der ich besser nicht an den Kühlschrank gegangen wäre. Um niemanden zu wecken, schlich ich auf Zehenspitzen die Wendentreppe hinunter. Eine Saftflasche im Kühlschrank lächlete mir verführerisch zu. Und so weiter..."
Ich hoffe, es wird klar, auf was ich hinaus will. :wink:

Soweit zum Gesamteindruck... Ich will versuchen, dir noch einige verbesserungswürdige Aspekte direkt an deinem Text aufzuzeigen.

byron hat geschrieben:Ich drehte den Schraubverschluss auf und trank mit großen gierigen Schlucken den roten kühlen Saft.

Das sind mir zu viele Adjektive. Gierige Schlucke implizieren für mich, dass sie groß sind. Auch "roten kühlen Saft" (da müsste ein Komma dazwischen) finde ich etwas unglücklich. Alternativ vielleicht: "Ich drehte den Schraubverschluss auf und tarnk mit gierigen Schlucken. Der Saft war tiefrot und angenehm kühl."

In den folgenden Sätzen fehlen Kommas:
Noch während ich trank, wurde mir übel.
Mein Magen zog sich zusammen und ich ließ die Flasche fallen, die auf den beigen Fließen zersprang.

Außerdem fehlt bei Kirschsaft in diesem Absatz zweimal ein S (KirSchsaft).

byron hat geschrieben:Was zum Teufel ist passiert? Ich erinnere mich an den Morgen. Ich bin im Hotel aufgewacht, war duschen gegangen, eine Runde im Pool geschwommen, hatte ein reichhaltiges Frühstück eingenommen und wurde dann abgeholt. Abgeholt von wem? Ab da verdunkelt sich die Erinnerung, wird unscharf und bruchstückhaft. Eine lange Fahrt. Grüne Wiesen und dunkle Felsen. Dann wieder Stadt. Eine Fabrik und mein Auto.

Den Schachtelsatz finde ich etwas unglücklich, mit all dem "bin", "war" und "hatte". Vielleicht könntest du ihn stilistisch an die folgenden Sätze anpassen. Diese finde ich nämlich sehr gelungen, um die bruchstückhafte Erinnerung zu verdeutlichen. Also etwa so: "Ich bin im Hotel aufgewacht. Eine kalte Dusche. Eine Runde im Pool. Reichhaltiges Frühstück am Buffet. Dann wurde ich abgeholt."

Im nächsten Absatz fehlt wieder Kommas:
Trotzdem zwinge ich mich, die Augen aufzuhalten...
Den teuersten Anzug, den ich besaß...

byron hat geschrieben:Außerdem trage ich einen Pistolengürtel nebst 2 Waffen.

Alle Zahlen bis zwölf werden ausgeschrieben, also "zwei". Präziser fände ich die Formulierung: "Außerdem trage ich einen Waffengürtel nebst zweier Pistolen."

Ich stehe ich meinem Hotelzimmer und...

byron hat geschrieben:Ich verdecke die Pistolen mit meinem Sakko und trete durch die Tür in das Licht.

Welches Licht?

Schuld daran ist ein ohrenbetäubernder Knall, den ich aber erst höre, nachdem...

byron hat geschrieben:Der Gedanke und literweise Adrenalin das mein Körper in meinen Kreislauf pumpt lassen mich alle Schmerzen vergessen.

Der Gedanke und literweise Adrenalin, das mein Körper in meinen Kreislauf pumpt, lassen mich alle Schmerzen vergessen.
Die Formulierung "literweise" finde ich für Adrenalin irgendwie unpassend. Auch dass der Körper das in den Kreislauf pumpt klingt für mich nicht so passend, da Körper und Kreislauf ja zusammen gehören :wink: Vielleicht: "Der Gedanke und das Adrenalin, das durch meinen Körper pumpt, lassen mich allen Schmerz vergessen."

byron hat geschrieben:Auf meiner Motorhaube kommt in dem Moment ein brennendes Stück Holz, eventuell ein Deckenbalken runter und die Frontscheibe knirscht bedenklich. Leichte Panik steigt in mir auf. Ich werfe mich gegen die Fahrertür, nichts.

Der erste Satz klingt etwas etwas umständlich und nimmt auch in sich die Spannung raus. Vorschlag: "In diesem Moment kracht ein brennendes Stück Holz in der Größe eines Dachbalkens auf die Motorhaube. Die Frontscheibe knirscht bedenklich."
In dieser Situation von "leichter Panik" zu sprechen finde ich auch etwas untertrieben. Lass das "leicht" raus.
Vor dem "nichts" würde ich außerdem einen Punkt setzen, um das "nichts" noch deutlicher hervorzuheben.

byron hat geschrieben:Was zum Teufel fluche ich, schiebe die Axt in den Fußraum und versuche die Beifahrertür zu entriegeln.

Die wörtliche Rede würde ich auch durch Anführungszeichen als solche kenntlich machen.

In dem Moment, in dem ich die Axt ergreife, spüre ich einen erneuten rasenden Schmerz in meinem Kopf.

Obwohl sie lächelt, strahlen ihre dunkelgrünen Augen eine tödliche Kälte aus.

byron hat geschrieben:Immer und immer wieder schlage ich auf sie ein, bis ihr Oberkörper nur noch ein fleischig breiiger undefinierbarer Haufen ist.

Um zu viele Adjektive zu vermeiden, würde ich vorschlagen: "..., bis ihr Oberkörper nur noch ein breiiger, undefinierbarer Fleischhaufen ist."

Die Luft brennt in meinen Lungen und einen Moment lang denke ich ans Aufgeben.

byron hat geschrieben:Jetzt einfach fallen lassen, den Körper zur Ruhe kommen lassen und den Dingen ihren Lauf nehmen lassen.

Es muss entweder heißen "den Dingen ihren Lauf lassen" oder "die Dinge laufen lassen".

... eine verspätete Antwort auf ihr Flüstern.

Das wär's erstmal von meiner Seite aus zu deinem Text. Insgesamt finde ich ihn ansprechend geschrieben. Er weckt Spannung und ich würde tatsächlich gerne auch den zweiten Teil lesen. :)

Die DÜ, auf die sich der Text bezieht, habe ich jetzt nur überflogen. Du scheinst aber soweit alle Vorgaben erfüllt zu haben. Es klingt nach Thriller, scheint auch einer zu sein und ich warte noch, ob du tatsächlich auch eine Liebesgeschichte eingebaut hast...

Ich hoffe, meine Anmerkungen helfen dir. Bei Fragen gerne melden :)
LG
julia89
Wenn du Kritik vermeiden willst, sag nichts, tu nichts, sei nichts.
Benutzeravatar
julia89
 
Beiträge: 122
Registriert: 09.11.2014, 20:37
Wohnort: Nähe Stuttgart


Zurück zu Nervenaufreibendes

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste