Hier also mal etwas von mir. Die Geschichte ist ein wenig zu lang, deshalb teile ich sie auf.
Über Kommentare, Kritik und Verbesserungsvorschläge würde ich mich freuen.
Hallo, ich bin Sam und ich dachte mir, vielleicht hat jemand von Ihnen Lust, meine Geschichte zu hören. Es ist eine wirklich lustige Geschichte, müssen Sie wissen. Nun ja, lustig aus meiner Sicht, nicht aus der Sicht des Feindes. Der Arme quält sich vermutlich immer noch mit seiner Niederlage herum und ich kann mir nicht verkneifen, deswegen ein wenig schadenfroh zu sein. Natürlich nur ein wirklich klitzeklein wenig, Sie verstehen schon.
Am allermeisten freut es mich, das muss ich ehrlich zugeben, dass ich in dieser Geschichte so sehr viel besser ausgesehen habe, als dieser Möchtegernmacho. Meine roten Haare haben sicherlich herrlich geschimmert im Sonnenlicht, während seine stumpfen Braunen einfach nur eben stumpf braun ausgesehen haben. Es ist mir dabei natürlich auch zugute gekommen, dass ich nur ungefähr sieben Kilogramm wiege, während der olle Hugo sicher mindestens mehr als das Doppelte auf die Waage bringt.
Was? Sie fragen sich, wie jemand nur sieben Kilo wiegen kann? Ach so, ich bitte um Entschuldigung, ich habe mich noch überhaupt nicht richtig vorgestellt, wie unhöflich von mir. Also, ich bin Sam – Sam Sonnig um genau zu sein, meines Zeichens Kater, mit einem wirklich, nicht geschwindelt, wunderschönen, roten Fell. Deshalb vermutlich mein Name – Sam Sonnig.
An besagtem Vormittag, an dem die oben erwähnte Geschichte passiert ist, saß ich mit meiner Freundin Klarinette Katzentatze ganz gemütlich auf der Mauer am Kai. Wir wohnen nämlich in einer Stadt am Meer müssen Sie wissen. Und es ist einfach nicht wahr, dass Katzen kein Wasser mögen, jedenfalls Klarinette und ich sitzen sehr gerne dort und lassen uns die Sonne auf den Pelz brennen. Wir mögen das Geschrei der Möwen und das Gewimmel der Menschen am Hafen. Ich will es einmal so formulieren; wir mögen das Wasser, solange wir nicht hineingehen müssen.
Falls Sie sich über den ungewöhnlichen Namen meiner Freundin Klarinette wundern sollten, nun, das ist einfach zu erklären. Ihr liebes Frauchen Mathilda Ohnesorge ist Lehrerin für Musik und fand diesen Namen für die bildschöne, schlanke, schwarzhaarige Katzendame äußerst passend. Wie ich übrigens auch. Sie denken, ich sei irgendwie voreingenommen und habe gerade wie ein verliebter Kater geschwärmt? Nun, vermutlich haben Sie recht, aber pssst, nicht an Klarinette weitersagen.
Ich schweife allerdings schon wieder vom Thema ab, denn ich wollte Ihnen ja von meinem Abenteuer erzählen. Wie Sie sich sicherlich bereits gedacht haben, ist der olle Hugo ein Hund. Und was für einer! Er ist einfach schrecklich! Aggressiv und laut! Wild und biestig! Und er bewacht eine Metzgerei! Können Sie sich das vorstellen? Dieses olle Muskelpaket sitzt Tag für Tag, Nacht für Nacht im Hof vor diesem Laden und hat die leckersten Gerüche in der Nase, darf aber niemals davon kosten. Da könnte er einem ja fast schon wieder ein wenig Leid tun.
Aber nur ein wenig, denn wie Sie sich sicher denken können sind die Sympathien zwischen Hund und Katze in der Regel etwas geringer gehalten und da sind Hugo und ich keine Ausnahme.
Der olle Hugo, der übrigens ein Vertreter der Bulldoggen ist, wie er bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit erwähnt, hängt im Normalfall an einer langen Laufleine, die ihm zwar Bewegungsfreiheit verschafft, ihn aber daran hindert, die Kundschaft der Metzgerei zu zerfleischen, was sicherlich nicht im Interesse des Geschäftsinhabers, also Hugos Herrchen, liegen würde.
An besagtem, wunderbar sonnigem Vormittag, saßen Klarinette und ich also auf unserem Lieblingsplätzchen auf der Kaimauer und ließen den lieben Gott einen guten Mann sein. Wir saßen da, unterhielten uns und beobachteten die Menschen um uns herum. Die meisten kannten wir, hatten sie zumindest schon einmal gesehen, denn wir kamen oft hierher und da unsere Stadt recht klein ist, lernt man die Leute ganz gut kennen, wenn man, so wie ich, eine Gabe zum Beobachten hat.
Die oben erwähnte Metzgerei, mit Hugo, dem Bulldoggen-Ekel, befand sich direkt in meinem, beziehungsweise unserem, Blickwinkel. Hugo lag im Schatten und schien zu dösen, was ich zwar nicht genau erkennen konnte, aber da er meistens in dieser Haltung daliegt und vor sich hin grunzt, ging ich davon aus, dass der Sandmann auch an diesem Tag sein Säckchen über ihm ausgeleert hatte.
Fortsetzung siehe Teil 2
