Super, der Eintrag passt exakt zu meinem aktuellen Problem

Nämlich, wie bekomme ich aus unzusammenhängenden Ideen eine fertige Geschichte?
Ich frage mich immer, was ist eigentlich eine Idee? Wann kann man eine Idee Idee nennen? Auch, wenn es nur eine Kleinigkeit ist, vielleicht etwas ganz Alltägliche?
Ich hatte früher mal die Erwartung, es müsste etwas Großes sein, etwas dass mir sofort die Welt erklärt und eine gesamte Geschichte vor mir ausbreitet. Tja, dass das nicht so ist, habe ich inzwischen gemerkt.
Die meisten Ideen, die mir kommen, sind Charaktere. An ihnen kann man sich beim Entwurf der Geschichte immer gut entlang hangeln.
Ich packe allerdings meistens viel zu viele Ideen in eine Geschichte. Sie passen dann zwar irgendwie zusammen, aber das ganze wird viel zu unübersichtlich, sodass ich während des Schreibens immer jede Menge damit zu tun habe, die Ideen zu ordnen, wieder neu die Regeln von einigen Dingen aufzuschreiben, um mich bloß nicht damit zu versehen.
Irgendwie habe ich es immer auf die Reihe bekommen bisher, aber ich weiß, dass ich mich in Zukunft mal auf das Wesentliche beschränken muss, besonders, da ich plane, diesmal ausführlicher zu plotten.
Es nützt auf jeden Fall nichts, so viele Ideen wie möglich reinzupacken, denn dann kann man das Schöne, das Wichtige an ihnen meistens gar nicht mehr so ausbreiten, wie man es gerne getan hätte.
Mindmapping hilft mir beim Ideensortieren ehrlich gesagt überhaupt nicht. Ich kam in der Schulzeit nicht damit zurecht und auch jetzt sitze ich dann nur vor einem leeren Blatt und fange schließlich, wenn mir was einfallen sollte, nur oben in der Ecke an ganz normal zu schreiben. Ich muss die Sachen ausformulieren, Stichpunkte helfen mir nicht, damit bleiben die Ideen für mich zu vage, nicht fassbar.
Was da schon eher hilft ist ein Spaziergang. Die meisten Ideen kommen mir unterwegs. Ich drehe und wende sie solange in Gedanken, bis ich nach Hause komme und sie dann meist sofort aufschreibe.
Es wäre schön, wenn einem die Hauptidee wirklich zuerst einfallen würde, aber bei mir ergibt sich die oft erst nach einer ganzen Weile, wenn ich schon ein paar Charaktere kennen gelernt habe. Manchmal frage ich mich noch während des Schreibens, worum es überhaupt im Kern geht
Mir ist gestern gerade aufgefallen, dass ich meistens, wenn ich einen Charakter erfunden habe, ihn bereits so gern habe, dass ich mir denke - auch wenn ich ihn vielleicht als Antagonisten ausgelegt habe... vielleicht hat er ja doch keine Schuld und will dem Protagonisten (den ich noch nicht mal kenne) doch helfen! Und dann stehe ich da: Gut, aber wer ist denn dann eigentlich dieser "Feind", woher droht die Gefahr?
Das ist mir schon mehrmals passiert, dass die Rolle des Gegenspielers immer schön an andere weitergeschoben wurde. Dabei wäre es glaube ich das beste für mich, wenn ich das von Anfang an wüsste
