Eine Idee macht noch keine Geschichte

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Eine Idee macht noch keine Geschichte

 
Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
Eine Idee macht noch keine Geschichte

Denkst du auch, dass eine Geschichte aus mehr als nur einer Idee besteht?
Hattest du schon mal eine Idee, die nie zu einer Geschichte geworden ist?
Wie machst du aus Ideen Geschichten?

von © Jacky

Re: Eine Idee macht noch keine Geschichte

 
Guter Beitrag, der endlich mal das in Worte fasst, was mich immer am Schreiben hindert:
Ich habe einfach keine Geschichte. Ich habe ein ganzes Notizbuch voller Ideen, die bestimmt gut sind und eine tolle Geschichte ergeben würden, aber die zu erschaffen habe ich bisher leider noch nicht geschafft...
Deshalb schreibe ich nur einfach so für mich, wenn ich gerade mal eine Szene im Kopf habe oder meine Gedanken festhalten will.
Ich hoffe, dass die Geschichten sich mit Zeit und Übung aus meinen Ideen entwickeln.
Bin mal gespannt, was ihr dazu noch so erzählt :)
Grüße
Lesezeichen

von © Lesezeichen

Re: Eine Idee macht noch keine Geschichte

 
Hi,

also dein Beitrag hat bei mir im ersten Moment irgendwie Erinnerungen an Cornelia Funkes Tintenherz (und die folgenden Bände) hervorgerufen, besonders die Passage über Geschichten und wie sie nach dem Lesen weiter existieren. Für mich an sich ein schöner Gedanke, vor allem wenn man denkt, dass man irgendwann auch einmal so etwas schaffen könnte.

Das, was du mit den Ideen schilderst, kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe seit etwas mehr als einem Jahr meine Ideen aufgeschrieben, wenn ich konnte und immer wieder angefangen, sie auszuformulieren, aber leider ist nie etwas daraus geworden. An Ideen hat es nie gemangelt, aber die einzelnen Ideen haben leider nie gereicht, um mehr als ein paar Seiten zu füllen.
Manchmal ging es natürlich etwas weiter, da sind mir ganze Szenen oder einfach nur Charaktere eingefallen, einige von denen gehen mir seither auch nicht mehr aus dem Kopf. Der Zusammenhang war bei mir immer das, was gefehlt hat.

Richtig angefangen zu schreiben, also mit Planung von Plot und Ereignissen, mit der Entwicklung von Charakteren, habe ich erst, seitdem ich mich heir durch die Foren wühle :D
Mindmapping zur Ideensammlung finde ich eine Superidee, mache es auch schon ziemlich lange. Das, was für mich am schwierigsten war, war der konkrete Plot, um wenigstens einige meiner Ideen umzusetzen. Ich habe am Anfang die Schneeflockenmethode gelesen, es aber nicht so richtig damit probiert, aber jetzt im Nachhinein muss ich sagen, dass es doch verdamt gut klappt. Ich hätte nie gedacht, dass es soviel Arbeit sein kann, einfach nur eine (oder mehrere) Idee(n) so auszubauen.

Natürlich hoffe ich, dass ich vor allem alle meine Charaktere irgendwie in der Geschichte unterbringen kann und auch einen Großteil der anderen Ideen aus meinem Sammelsurium, aber schon jetzt ist es absehbar, dass das nicht klappen wird. Manche sachen passen einfach nicht zusammen und manches wird sicher auch noch rausgestrichen. Ich hoffe sie finden in einer nächsten Geschichte Platz.

von © tenebrae

Re: Eine Idee macht noch keine Geschichte

 
Hallo,
Also eine Geschichte besteht auf jeden Fall aus mehreren Ideen. Eine Idee führt bei mir immer zu einer Geschichte, das ist zum Beispiel: "Ein Mädchen rennt durch den Wald", daraus ist eine ca. 16 seitige "Kurz"Geschichte geworden :oops:
Eine Idee, die nie zu einer Geschichte geführt hat... bestimmt. Dann habe ich sie aber nicht so genau beachtet, weil sie nicht so gut war. Ich habe sie nicht fertig geschrieben, weil sie sie nicht für die Geschichte gereicht haben, sondern weil sie nicht gut war. Wenn eine Idee gut ist, dann fällt mir immer noch mehr ein und ich habe eigentlich nie genug Ideen, es gibt immer mehr, die ich abarbeiten muss.
Wie ich aus Ideen Geschichten mache? Immer mehr Ideen ansammeln, aber die kommen immer von alleine und es macht mir fast noch mehr Spaß, Ideen zu sammeln anstatt sie dann auch aufzuschreiben. Dann suche ich mir einen Anfang und in der Mitte gibt es meistens die Anfangsidee und dann brauche ich noch ein Ende. Nur es passiert relativ oft, dass es dann immer mehr wird als geplant.
lg
cassie

von © cassie

Re: Eine Idee macht noch keine Geschichte

 
Hallo,

ich für meinen Teil kann sagen, dass ich erst mal mit einer Idee anfange. Diese Idee, wird dann gefüttert mit verschiedenen Eindrücken, Emotionen, Worten. Aber zu aller erst, denke ich mir immer zuerst, was für ein Thema ich ansprechen könnte in meiner Geschichte. Irgendetwas, was mich in letzter Zeit berührt hat bzw. an das ich mich (gerne/ungern) erinnere.

Mein Deutschlehrer sagt immer; Man kann nur das schreiben / denken, was man kennt. Dinge die man nicht kennt, schreibt man nicht. Aber einmal muss man es mindestens gelesen haben, damit man daran denkt.

Aber ob eine Geschichte aus mehr als einer Idee entspringt? Ich persönlich denke, die Idee über das ausgesuchte Thema eine Geschichte zu schreiben, ist die erste und einzige Idee. Ich weiß nicht wie ich es genau ausdrücken soll, aber alle weiteren Ideen die dann innerhalb des Schreibens kommen, sind ja nicht mehr die "Hauptidee" sondern für mich eben weitere kleine Mosaike um eine Geschichte aufzubauen.

Man kann es aber auch, was ich nicht mache, auch so verstehen, dass alles kleine Ideen sind und diese dann einbaut.


Aber meistens schreibe ich sowieso erst einmal nur drauf los, ohne großartig über Dinge nachzudenken und lasse es dann ruhen. Wenn ich es dann immer noch gut finde, die Idee, baue ich sie weiter mit Mosaiksteinchen aus.


Wie man aus Ideen eine Geschichte baut? Ganz spontan, so mach ich es. Immer vollkommen spontan und aus dem Bauch heraus, wenn ich eine Idee habe zum schreiben.

Da ich persönlich aber relativ wenig eigene Geschichten richtig Verfasse, bis zum Ende, bringe ich meistens auch meine Ideen so nicht unter. Außer eben bei meinem eigenen, persönlichen Zielprojekt, was ich für mich persönlich irgendwann einmal beendet wissen möchte. Da habe ich auch die Grundidee gehabt und über sehr, sehr, sehr viele Jahre gab es immer wieder neue Einschübe die eine Grundidee mit Erweiterungen auszubauen.


Blaudelp

von © Blaudelp

Re: Eine Idee macht noch keine Geschichte

 
tenebrae hat geschrieben:Natürlich hoffe ich, dass ich vor allem alle meine Charaktere irgendwie in der Geschichte unterbringen kann und auch einen Großteil der anderen Ideen aus meinem Sammelsurium, aber schon jetzt ist es absehbar, dass das nicht klappen wird.

Ich würde das auch nicht zu angestrengt versuchen (also wirklich alle/s unterzubringen).
Und zwar genau deswegen:
tenebrae hat geschrieben:Manche sachen passen einfach nicht zusammen [...] Ich hoffe sie finden in einer nächsten Geschichte Platz.

Vielleicht ist es sogar ganz gut, wenn du sie nicht untergebracht bekommst, denn dann hast du schon einen Samen für den nächsten Geschichtenwald :D

von © Jacky

Re: Eine Idee macht noch keine Geschichte

 
Super, der Eintrag passt exakt zu meinem aktuellen Problem :D Nämlich, wie bekomme ich aus unzusammenhängenden Ideen eine fertige Geschichte?

Ich frage mich immer, was ist eigentlich eine Idee? Wann kann man eine Idee Idee nennen? Auch, wenn es nur eine Kleinigkeit ist, vielleicht etwas ganz Alltägliche?
Ich hatte früher mal die Erwartung, es müsste etwas Großes sein, etwas dass mir sofort die Welt erklärt und eine gesamte Geschichte vor mir ausbreitet. Tja, dass das nicht so ist, habe ich inzwischen gemerkt.

Die meisten Ideen, die mir kommen, sind Charaktere. An ihnen kann man sich beim Entwurf der Geschichte immer gut entlang hangeln.
Ich packe allerdings meistens viel zu viele Ideen in eine Geschichte. Sie passen dann zwar irgendwie zusammen, aber das ganze wird viel zu unübersichtlich, sodass ich während des Schreibens immer jede Menge damit zu tun habe, die Ideen zu ordnen, wieder neu die Regeln von einigen Dingen aufzuschreiben, um mich bloß nicht damit zu versehen.
Irgendwie habe ich es immer auf die Reihe bekommen bisher, aber ich weiß, dass ich mich in Zukunft mal auf das Wesentliche beschränken muss, besonders, da ich plane, diesmal ausführlicher zu plotten.
Es nützt auf jeden Fall nichts, so viele Ideen wie möglich reinzupacken, denn dann kann man das Schöne, das Wichtige an ihnen meistens gar nicht mehr so ausbreiten, wie man es gerne getan hätte.

Mindmapping hilft mir beim Ideensortieren ehrlich gesagt überhaupt nicht. Ich kam in der Schulzeit nicht damit zurecht und auch jetzt sitze ich dann nur vor einem leeren Blatt und fange schließlich, wenn mir was einfallen sollte, nur oben in der Ecke an ganz normal zu schreiben. Ich muss die Sachen ausformulieren, Stichpunkte helfen mir nicht, damit bleiben die Ideen für mich zu vage, nicht fassbar.

Was da schon eher hilft ist ein Spaziergang. Die meisten Ideen kommen mir unterwegs. Ich drehe und wende sie solange in Gedanken, bis ich nach Hause komme und sie dann meist sofort aufschreibe.

Es wäre schön, wenn einem die Hauptidee wirklich zuerst einfallen würde, aber bei mir ergibt sich die oft erst nach einer ganzen Weile, wenn ich schon ein paar Charaktere kennen gelernt habe. Manchmal frage ich mich noch während des Schreibens, worum es überhaupt im Kern geht :oops:
Mir ist gestern gerade aufgefallen, dass ich meistens, wenn ich einen Charakter erfunden habe, ihn bereits so gern habe, dass ich mir denke - auch wenn ich ihn vielleicht als Antagonisten ausgelegt habe... vielleicht hat er ja doch keine Schuld und will dem Protagonisten (den ich noch nicht mal kenne) doch helfen! Und dann stehe ich da: Gut, aber wer ist denn dann eigentlich dieser "Feind", woher droht die Gefahr?
Das ist mir schon mehrmals passiert, dass die Rolle des Gegenspielers immer schön an andere weitergeschoben wurde. Dabei wäre es glaube ich das beste für mich, wenn ich das von Anfang an wüsste :roll:

von © Phillihi

Re: Eine Idee macht noch keine Geschichte

 
Antagonist heißt ja nicht unbedingt "böse". Es heißt ja nur, dass der Antagonist etwas Anderes (meist das Gegenteil oder auch als Konkurrent schon mal dasselbe) will, wie der Protagonist, das muss nicht immer die Weltherrschaft sein.

Beispiel: Bis(s)
Jacob ist der Antagonist (der Gegenspieler) von Edward. Trotzdem ist er nicht in dem Sinne Böse 8)

Vielleicht hilft dir das ja, deine Antagonisten, Antagonisten bleiben zu lassen ^^

lg
Jacky ;)

von © Jacky

Re: Eine Idee macht noch keine Geschichte

 
Jacky hat geschrieben:Antagonist heißt ja nicht unbedingt "böse". Es heißt ja nur, dass der Antagonist etwas Anderes (meist das Gegenteil oder auch als Konkurrent schon mal dasselbe) will, wie der Protagonist, das muss nicht immer die Weltherrschaft sein.

Vielleicht hilft dir das ja, deine Antagonisten, Antagonisten bleiben zu lassen ^^

Ja, stimmt, das weiß ich eigentlich auch... Aber mein Harmoniebedürfnis führt immer dazu, dass ich am liebsten möchte, dass alle sich gut vertragen. Und dann fehlt mir eben der Konflikt :? Oder er ist nur angedeutet und nicht spannend genug, habe ich das Gefühl. In dem Sinne meinte ich das.
Ich werde mir deine Blogeinträge dazu mal durchzulesen, danke. Ich stöbere jetzt schon seit Wochen/Monaten immerzu darin und immer noch gibt es jede Menge, was ich noch nicht gelesen habe :D

von © Phillihi

Re: Eine Idee macht noch keine Geschichte

 
Jacky hat geschrieben:Antagonist heißt ja nicht unbedingt "böse". Es heißt ja nur, dass der Antagonist etwas Anderes (meist das Gegenteil oder auch als Konkurrent schon mal dasselbe) will, wie der Protagonist, das muss nicht immer die Weltherrschaft sein.

Vielleicht hilft dir das ja, deine Antagonisten, Antagonisten bleiben zu lassen ^^

Ja, stimmt, das weiß ich eigentlich auch... Ich versuche ja sogar bewusst, niemanden wirklich "böse" sein zu lassen, sondern immer eine Motivation dahinter zu stellen, weil mich böse Herrscher o.ä. bei Büchern, die ich gelesen habe, immer gestört haben.
Aber mein Harmoniebedürfnis führt immer dazu, dass ich am liebsten möchte, dass alle sich gut vertragen. Und dann fehlt mir eben der Konflikt :? Oder er ist nur angedeutet und nicht spannend genug, habe ich das Gefühl. In dem Sinne meinte ich das.
Ich werde mir deine Blogeinträge dazu mal durchzulesen, danke. Ich stöbere jetzt schon seit Wochen/Monaten immerzu darin und immer noch gibt es jede Menge, was ich noch nicht gelesen habe :D

EDIT: Klasse, das waren genau die Beiträge nach denen ich immer gesucht habe! Also ist es gar nicht so falsch, immer nach dem "Guten" im vermeintlich "Bösen" Ausschau zu halten :) Wenn ich mir das vor Augen halte, hilft es mir vielleicht beim Plotten der nächsten Geschichte.

von © Phillihi

Am Anfang war die Sage ...

 
Inspirationen gibt es bekanntlich überall. Mir kommen die tollsten Ideen, wenn ich lese, da dann meine Phantasie auf Hochtouren arbeitet. Wie ein kleiner unbedeutender Gedanke zu einer Geschichte heranwachsen kann, erlebe ich derzeit bei meinem Buchprojekt. Mein Vorwort bzw. Nachwort wird nicht ohne Grund so beginnen: "Am Anfang war die Sage ..."
Eine Sage, die ich bereits als Kind kannte, hat als ich sie vor einigen Jahren wieder einmal gelesen habe, einen gewaltigen "Mosaikstein" ins Rollen gebracht. Ich gehe bei der Suche nach einer Idee - denn auch die kann man konkret suchen und finden - immer von etwas aus, das ich schon als passend für mein Buch akzeptiert habe. So reicht irgendwann eine Idee der anderen die Hand und ein regelrechter Epos wächst heran. Klarerweise bleibt es einem nicht erspart beizeiten auch einmal einen ordentlichen Kahlschlag vornehmen, denn nicht jede Idee ist es wert aufgenommen zu werden. Unterm Strich bin ich mit dem Plot meines Buches sehr zufrieden und das schönste ist, dass jene unbedeutende Sage aus jenem unbedeuteten Sagenbuch in der ganzen Geschichte mitschwingt, ohne sich unangenehm aufzudrängen.

von © Graf Cagliostro

Re: Eine Idee macht noch keine Geschichte

 
Definitiv!
Ob eine Geschichte nun aus mehreren Ideen besteht oder einer Hauptidee um die sich viele kleine Mosaike sammeln weiß ich nicht, aber letztendlich ist es auch so ziemlich das selbe.
Ich finde eine Geschichte schreiben ist ein wenig wie Puzzle spielen. Die ganzen kleinen Ideen/Mosaike müssen an den richtigen Platz der Geschichte gebracht werden. Die Hauptidee dient dabei als Grundlage, als Muster wo welches Teil hingehört. Neue (Teil-) Ideen zu sammeln ist ein wenig wie Memory spielen^, finde ich. Man kann aktiv über seine Geschichte nachdenken und immer "neue Karten aufnehmen" sie angucken und überlegen wo in dem riesigen Puzzle sie hingehören. Oder man wartet einfach darauf, dass die Ideen von alleine auf einen zukommen und man intuitiv weiß wo sie hingehören. Beides funktioniert, aber das zweite kann langwierig sein, meine ich. :wink:
Mir ist letztens klar geworden, wieso ich überhaupt mit dem Schreiben angefangen habe. nackte, einzelne (Grund-)Ideen hatte ich schon seit ich denken kann. Besonders abends im Bett hab ich meist mindestens eine Idee im Kopf über die ich nachdenke. Zu 99,9999 % bleiben diese Ideen in meinem Kopf. Sie gefallen mir nicht gut genug um daraus eine Geschichte zu machen, oder ich denke sie "einfach nur für mich selbst mal so durch". Die 0,00001 % dieser Ideen, die ich richtig gut finde werden dann entweder notiert oder gleich in eine Geschichte verfrachtet (natürlich nicht ohne vorher weitere Ideen zu der Geschichte zu sammeln). Letztens habe ich entgegen aller Vernunft mal versucht eine Idee, die ich eher nur für mich durchdacht habe, als eine Geschichte nieder zuschreiben, aber ich glaube das funzt nicht. Habe keine Lust auf Plotten und Charaktere entwickeln (na gut, ist eh ne FanFic), aber trotzdem klappt es irgendwie nicht. Ich hab nur die drei vier Sätze aufgeschrieben, die mir an der Idee gefallen haben. Mal gucken wie sich das "Projekt" entwickelt. Werde daran nur schreiben, wenn ich wirklich Lust dazu habe, vermutlich läuft's aber darauf hinaus, dass ich solche Dinge in Zukunft weiterhin nur für mich ausdenke. Will auch nicht, dass diese Sache mir zuviel Zeit für mein Masterprojekt (künftiges NaNoWriMo-Projekt) klaut. ^^

von © Brianna

Re: Eine Idee macht noch keine Geschichte

 
Wunderbares Thema.

Ideen sind für mich der spannendste Teil der Entwicklung einer Geschichte; zu Beobachtung wie sich eine Welt aus kleinen Bruchstücken wie von selbst zusammensetzt ist teils einfach faszinierend. Wilde, oft zusammenhangslose Elemente ergeben ein stimmiges Gesamtbild, nur weil sie sich gleichzeitig in den eigenen Gedanken befanden. Wundervoll, wie ein Puzzle von dem weder die Teile noch das Ergebnis bekannt sind.

Für mich selbst habe ich festgestellt, dass man Ideen nicht erzwingen kann, sie kommen meist von ganz alleine. Ein netter Spaziergang reicht dafür oftmals aus.
Ein netter Nebeneffekt einer jeder neuen Idee ist deren Eigenschaft weitere Ideen zu fördern. Kaum etwas ist mir so oft geschehen, wie die Entdeckung neuer Ideen nur aufgrund des Denkens an eine bestehende Idee. Existiert ein gewisser zeitlicher Abstand von der Erkennung einer Idee zum erneuten, durchdenken selbiger, ergeben sich oftmals ganz neue Möglichkeiten, die beim ersten Mal noch gar nicht zu existieren schienen. Ideen werden so eigentlich nie langweilig, es gibt zu viele Seiten an ihnen zu entdecken.
Es ist wie ein Stall voller Hasen, ehe man sich versieht, hat man gaaannnzz viel zum Knuddeln ;)

Der Wert von Ideen ist mir in letzter Zeit besonders bewusst geworden. Am Anfang suchte ich nach DER guten Startidee, welche ein oder mehrere Bücher tragen kann. Im Gesamten musste ich jedoch feststellen, dass soetwas meist wenig zielführend ist. Der Wert einer Idee ist nicht im wesentlichen die Idee selbst, sondern zu was sie führt. Betrachtet man die bekannten Bücher, so fällt auf das die Grundidee, auf der sie basieren, meist gar nicht so umwerfend ist. Es sind erst die Details, die aus einem eher langweiligen Ansatz eine packende Geschichte formen.

Ein gutes Beispiel ist hier Stephen King. Der meister des Horrors, und wie ich glaube auch der Meister der Nutzung langweiliger Grundideen. Viele seiner Geschichten basieren auf einer simplen Basis (Familie in einem einsamen Hotel eingeschneit, Killerauto, Schriftsteller von Fan entführt, Troll als Clowngestalt ...), welche alleine nicht ernsthaft für ein gutes Buch reicht, jedoch von ihm geschickt ausgefüttert wird, sodass der Spannungsbogen durch das gesamte Buch reicht (oder zumindest reichen sollte).
Die aktuelle Meisterin der Kleinstideen dürfte JK Rowling sein, die auf stärkeren Grundideen Bücher voller Details entwickelt. Alleine diese Details füllen alleine bereits lesenswerte Wikis. Allerdings ist auch hier zu erkennen, dass die Grundidee für ein Buch nicht reichen würde. Besonders die späteren Bücher sind vor allem an den Details gewachsen, nicht aber an der Grundstory. Teils würden sich aus den späteren Büchern Hunderte Seiten entfernen lassen, ohne dass die Geschichte an der Basis auch nur ein wesentliches Element verlieren würde.

Allgemein habe ich für mich festgestellt, dass viele Ideen sich organisch selbst verbinden. Aus einem Trog voller wirrer Ideen kann ein erst ansehnlicher, dann sogar leckerer Brei werden, der sehr stimmig in Form, Farbe und Geschmack ist, gibt man der Sache nur genug Zeit. Das stetige Lesen der eigenen Ideen, auch der ungenutzten, offenbar oft Zusammenhänge, wie vorher übersehen wurden. Damit dies geht, müssen die Ideen natürlich irgendwo festgehalten sein, im eigenen Verstand oder notiert. Ich selbst notiere meine Ideen pro Projekt in einer Textdatei, das größte Projekt hat eine Ideendatei von 400 KB bzw. knapp 60'000 Worten. Das ist eine mehr als umfangreiche Quelle für Anregungen und Entwürfe, die aktuell weiter wächst. Jeder halbwegs nutzbare Gedanke landet dort, auch Ideen zu winzigen Elementen der Story. Vergessen ist das Schlimmste, was einer Idee passieren kann.

Im Gegensatz zu anderen scheint meine Ideenausbeute relativ hoch zu sein. Von den Ideen, die ich notiere, landen am Ende auch ein wesentlicher Teil, wenn auch stark angepasst, durchaus in meinen weiteren Entwürfen. Das mag aber auch daran liegen, das ich meine größeren Ideen meist aus kleineren Ideen forme. Die kleineren Ideen sind oftmals leichter anderweitig zu nutzen, oder bieten zumindest über mehr als eine Ecke eine passende Inspiration für eine gesuchte Lösung.

von © shockflash

Re: Eine Idee macht noch keine Geschichte

 
Hey! ;3

Also ich weiß noch, wie das bei mir war. Ich hatte eine Idee, die sich einfach wie von selbst entwickelt hat, am Rande meines Gehirns, einzelne Schnippsel, als wollte die Idee dafür sorgen, dass ich sie wahr nehme, weshalb sie sich "erweitert" hat. Als ich zu Hause war, habe ich einfach die Schnippsel zusammen geschrieben und irgendwie hatte ich dann schon einen groben Plot.

Das ist bei mir immer so. Solange ich eine Geschichte nur lang genug zappeln lasse, erweitert sie sich wie von selbst und ich hab genug für 500 Seiten. Meistens sogar noch viel mehr.

Liebe Grüße, Asena

von © Asena

Re: Eine Idee macht noch keine Geschichte

 
hey ;)

Die Sache mit den Ideen und den Geschichten finde ich wirklich schwierig. Aber ich muss zugeben, ich bin nicht der Mensch, der alles durchplottet und ausarbeitet, ich schreibe eher drauflos. Nein, ich setze mich nicht hin und habe noch keine Ahnung von dem, was ich machen will und schreibe einfach mal, aber ich bin jetzt bei etwa 70 Seiten, die ersten Kapitel sind fertig aber weiter als zwei, drei Kapitel danach plane ich nicht.
Eine Idee ist meiner Meinung nach in gewisser Weise ein Handlungsstrang. Man braucht mehrere von ihnen um eine sinnvolle Geschichte zusammen zu bekommen. Ich zum Beispiel habe fünf, auch wenn sie sich alle um die Beziehung einer Person mit verschiedenen anderen drehen, es sind fünf verschiedene Handlungen. Ja, die Ideen hängen zusammen wie Pech und Schwefel, eine würde ohne die andere keinen Sinn ergeben, aber sie sind dennoch voneinander getrennt.
In sofern muss ich dir Recht geben, mit dem spalten und sammeln von Ideen. Allerdings bringt es mir nichts, wenn ich mich hinsetze und überlege, ich schreibe die erste Seite über eine, vielleicht zwei Ideen, die ich schon habe. Damit habe ich meinen Anfang.
Und so macht eine Idee eben doch eine Geschichte. Oder zumindest die erste Seite.
Liebe Grüße, Marie.

von © amityforever_

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