Einen guten Pitch schreiben

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Einen guten Pitch schreiben

Beitragvon Anchesa » 09.10.2015, 10:39

Hey ihr Lieben!
Momentan bin ich dabei, mein Exposé zu schreiben und beschäftige mich gerade mit dem Pitch. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es deshalb hier in das Forum oder unter das Thema "Rund ums Veröffentlichen" kommt, aber ich lasse es jetzt mal hier :)

Also. Die Frage lautet: Wie offen lasst ihr euren Pitch am Ende? Also macht ihr nur Andeutungen? In einem Satz dann? Und ist es okay, wenn im Pitch schon ein elementarer Plottwist verraten wird, der eigentlich erst gegen Mitte des Manuskripts deutlich wird? Der Pitch ist ja erstmal nur dazu da, um einen Vorgeschmack auf das Manuskript zu geben, die richtige Inhaltsangabe kommt dann ja eh noch. Also wäre es okay, wenn man im Pitch dann schon recht viel verrät (auch wenn es nur in einem Satz ist?)

Ich hoffe, die Frage ist deutlich geworden, sonst schreib ich hier noch einmal ein Beispiel hin :)
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Re: Einen guten Pitch schreiben

Beitragvon Milch » 09.10.2015, 13:28

Im Pitch sollte der USP stecken. Wenn das Alleinstellungsmerkmal die Mitte oder das Ende ist, solltest du dir überlegen, ob das so klug ist. Ich denke nicht, dass man da die Geschichte spoilern muss, aber du solltest schon verraten, was die Geschichte von anderen abhebt.
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Re: Einen guten Pitch schreiben

Beitragvon Pusteblume » 09.10.2015, 18:00

Ich glaube dazu gibt es - wie zu allem - verschiedene Meinungen. Ich hatte genau dieselbe Frage mal auf einer englischsprachigen Seite gestellt und dort war die Antwort, dass ein Pitch durchaus den Kern der Geschichte verrät - es geht ja an den Verlag, der darüber entscheiden sollen ob sie das Buch haben wollen oder nicht. Die Leser kriegen den Pitch ja nie zu Gesicht.
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Re: Einen guten Pitch schreiben

Beitragvon Anchesa » 09.10.2015, 19:37

Ja, stimmt schon. Und was ist, wenn der eigentliche Konflikt sehr komplex ist und nur schwer heruntergekürzt werden kann? Lieber ein zwei Andeutungen dann oder den Pitch oberflächlicher lassen?
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Re: Einen guten Pitch schreiben

Beitragvon Maggi1417 » 09.10.2015, 19:39

Ja, stimmt schon. Und was ist, wenn der eigentliche Konflikt sehr komplex ist und nur schwer heruntergekürzt werden kann?

Man kann Konflikte eigentlich immer irgendwie herunterbrechen. Erzähl es uns doch mal in der langen Variante, vielleicht können wir dir dann helfen, daraus die Essenz zu destillieren.
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Re: Einen guten Pitch schreiben

Beitragvon Anchesa » 09.10.2015, 20:06

Okay, danke :)

Mhm. Also. 3 Jugendliche werde ausgelost und dürfen ein neues Spiel ausprobieren: Silent despair. Es ist ein Horrorspiel, das etwas besonders birgt: die drei befinden sich in einer virtuellen Realität. Heißt sie können alles mchen, also reden, fühlen, sich bewegen, aber eben in diesem Spiel. Sie sind dabei in einem Kino und die Leute können das Spiel beobachten. Es ist praktisch eine Promotion Veranstaltung, alles ganz harmlos. In dem Spiel müssen sie durch verschiedene Level und Rätsel lösen. Sie spielen in einer alten Villa, jede Etage ist ein neues Level. Sie fangen also im Keller an bis zum Dachboden. Sie sollen das Rätsel der Villa lösen. Dabei haben sie einen Gegenspieler: einen Geist in Form einer Frau. Im Laufe des Manuskripts stellt sich heraus, dass der Programmierer des Spiels, Samuel, seine eigene Kindheit in dem Spiel verarbeitet hat: Er lebte mit seiner Schwester Amy und seinen Eltern in dieser Villa. Amy wurde immer misshandelt und irgendwann von der Mutter getötet. Die Eltern von den drei Jugendlichen waren darin verstrickt. Deshalb ist das ganze in Wirklichkeit uach kein Spiel, sondern eine Falle: es stellt sich heraus, dass die Jugendlichen das Spiel nicht abbrechen können, ohne ihre Eltern zu gefährden und dass sie (obwohl ihnen das vorher anders versprochen wurde) auch Schmerzen empfinden können. Der Geist (die Mutter Samuels) jagt sie durch die Villa und versucht alles, um zu verhindern, dass Amys Geheimnis rauskommt.

Soweit die grobe Zusammenfassung. Ich habe mich schon an verschiedenen Kurzzusammenfassungen versucht, aber bisher bin ich mit keiner zufrieden (aus verschiedenen Gründen).

Die drei Jugendlichen Eric, Marlon und Valerie dürfen als erste das neue Horror-Spiel Silent despair ausprobieren. Das Besondere: in Silent despair spielen die Drei in einer virtuellen Realität, beobachtet von einem Fernsehpublikum. Gemeinsam müssen sie Rätsel lösen und sich durch die verschiedenen Level einer alten Villa spielen – doch sie sind nicht alleine.

Dieser Pitch gefällt mir aus mehreren Gründen nicht: die wirkliche Story (das, was in der Villa passiert, der Background, der wichtig für die Lösung ist, der Konflikt der Geschichte) bleibt komplett im Verborgenen. Ich finde ihn zu oberflächlich.

oder:
Die drei Jugendlichen Eric, Marlon und Valerie dürfen als erste das neue Horror-Spiel Silent despair ausprobieren. Das Besondere: in Silent despair spielen die Drei in einer virtuellen Realität, beobachtet von einem Fernsehpublikum. Level um Level müssen sich die Drei durch eine alte Villa kämpfen, die ein dunkles Geheimnis birgt. Und schnell wird klar: es ist mehr, als nur ein Spiel.

Oder:

Drei Jugendliche. Gefangen in der virtuellen Realität einen Horror-Spiels. Nur, wenn sie das Rätsel der alten Villa und um Amy lösen, haben sie eine Chance zu gewinnen. Doch schnell wird klar, dass viel mehr auf dem Spiel steht. Und dass jemand alles tut, um die Drei davon abzuhalten. Das Spiel beginnt!

Den letzten finde ich sehr effekthascherisch. Was meint ihr so dazu? Oder was würdet ihr vielleicht anders machen?
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Re: Einen guten Pitch schreiben

Beitragvon Ankh » 09.10.2015, 20:37

Also wenn du ein bisschen mehr verraten willst, würde ich das so zusammenkürzen:

Die drei Jugendlichen Eric, Marlon und Valerie dürfen als erste das neue Horror-Spiel Silent despair ausprobieren. Doch während sie sich durch die virtuelle Realität bewegen, wird ihnen langsam klar, dass es mehr ist als ein Spiel: Sie sind gefangen in einer Geschichte, die vor vielen Jahren wirklich stattgefunden hat, und in der sie nun für die Sünden ihrer Eltern büßen sollen.


Das mit dem Fernsehpublikum würde ich auf jeden Fall rauslassen.
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Re: Einen guten Pitch schreiben

Beitragvon Anchesa » 09.10.2015, 20:43

Dein Vorschlag gefällt mir wirklich schon total gut, danke Ankh! Vor allem die ersten beiden Sätze sind super! Beim letzten sträube ich mich noch ein bisschen, weil er wirklich viel verrät - allerdings ja eigentlich auch egal, weil anschließend ja sowieso die komplette Inhaltsangabe folgt :D
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Re: Einen guten Pitch schreiben

Beitragvon Milch » 09.10.2015, 20:49

Ich habe es noch etwas eingedampft.

Ankh hat geschrieben:Die drei Jugendlichen Eric, Marlon und Valerie probieren als erstes das neue Horror-Spiel Silent despair aus. Während des Spiels wird ihnen langsam klar, dass sie in einer Geschichte gefangen sind, die sich vor vielen Jahren tatsächlich ereignet hat. Anscheinend sollen sie für die Sünden ihrer Eltern büßen.


Ob das als USP überzeugt?
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Re: Einen guten Pitch schreiben

Beitragvon Anchesa » 09.10.2015, 20:56

Ich weiß es nicht, was fehlt dir? Bzw meinst du, es ist zu langweilig? Oder trivial? Sticht nicht hervor?
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Re: Einen guten Pitch schreiben

Beitragvon Milch » 09.10.2015, 21:23

Anchesa hat geschrieben:Ich weiß es nicht, was fehlt dir? Bzw meinst du, es ist zu langweilig? Oder trivial? Sticht nicht hervor?


Es reißt mich nicht vom Hocker, es kann ein solides Produkt dabei entstehen, aber ich habe nicht das Bedürfnis, es sofort und unbedingt lesen zu müssen. Vielleicht weil man schon gelesen oder gesehen hat, wie ein Spiel sein Spielcharakter verliert.

Es scheint mir auch kein Buch gegen Gamifikation, was ja auch interessant sein kann.
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Re: Einen guten Pitch schreiben

Beitragvon Ankh » 09.10.2015, 21:26

Dein Vorschlag gefällt mir wirklich schon total gut, danke Ankh! Vor allem die ersten beiden Sätze sind super!


den ersten hab ich ja direkt von dir übernommen :wink:

Beim letzten sträube ich mich noch ein bisschen, weil er wirklich viel verrät - allerdings ja eigentlich auch egal, weil anschließend ja sowieso die komplette Inhaltsangabe folgt :D


Das ist wohl der Unterschied zwischen einem Pitch und einem Klappentext. Wenn das mit den Eltern erst im letzten Drittel des Buches herauskommt, wäre das natürlich als Klappentext denkbar ungeeignet. Aber als Pitch funktioniert es ganz gut finde ich, weil es grob die Handlung zusammenfasst und trotzdem neugierig macht: Was haben denn die Eltern verbrochen, und wer will sich da wie rächen (und warum an den Kindern)?

@Milch: Ja, die virtuelle Realität könnte man noch rauslassen. Aber ich denke, das ist so ein Schlüsselwort, bei dem der Verlag gleich weiß, an welche Zielgruppe das geht. Wenn du nur von "Spiel" schreibst, könnte das auch ein normales Computerspiel oder ein Live-action - Spiel oder sonstwas sein.
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Re: Einen guten Pitch schreiben

Beitragvon Anchesa » 09.10.2015, 21:57

Das mit der virtuellen Realität finde ich auch Essentiell eigentlich.

Ich denke, eine Geschichte oder einen Pitch zu schreiben, der jeden vom Hocker haut und neugierig macht, ist so gut wie unmöglich :D Meine Zielgruppe liegt bei Jugendlichen um die 13 Jahre. Was mich jetzt noch beschäftigt: es handelt sich um eine eher klassische Horrorgeschichte, also mit so Basic Gruselelementen sag ich mal, die sehr subtil sind. Deshalb frage ich mich: soll ich den Gegenspieler in Form des Geistes noch erwähnen oder eher nicht?

Aber schonmal ein großes Dankeschön an euch! Ich bin hier gerade viel am rumprobieren und rumschreiben und schon gleich viel motivierter wieder!
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