Also mir gefällt beides, allerdings habe ich meine Geschichte aus mehreren Perspektivesn geschrieben.
Als Hauptstrang verläuft die Geschichte um meine Protagonistin, als Nebenstränge laufen Personen, denen sie noch begegnen wird oder deren Schicksal durch ihre Handlungen stark beeinflusst werden.
So kann der Leser das Geschehen auch aus der Sicht des Bösen erleben, damit es seine Beweggründe versteht.
Sonst heißt es oft: "Ich reiße die Welt an mich! Wieso weiß ich eigentlich gar nicht, ich tu´s einfach, weil ich so böse und verrückt bin und fast jede Geschichte einen Antagonisten braucht."
Das war mir zu platt.
Aber ich hatte noch andere Gründe:
1.
Abwechslung
Ich liebe es einfach in die verrücktesten Personen zu schlüpfen und somit Schreibstil und Wahrnehmung zu ändern.
2.
Ein großes Ganzes
Ich denke, meine Geschichte erlangt dadurch an Plastizität. Ich habe eine Handvoll wichtiger Figuren, die, bevor sie meine Protagonistin treffen, dem Leser einen Eindruck von sich vermitteln. Wenn sich ihre Wege wieder trennen, kann der Leser hautnah erfahren, wie es mit diesen Figuren weitergeht.
Natürlich nicht von allen, man soll ja nicht zu viel verraten.
3.
Reibung und Konflikte
Dadurch, dass der Leser eigentlich die Motive jeder Person aus deren Sicht ich schreibe, verstehen kann (oder zumindest sollte

) , verschwimmen die Ränder von Gut und Böse. Man weiß nicht genau, auf wessen Seite man eigentlich sein soll und das erzeugt Spannung.
Z.B. der Junge, in den sich meine Protagonistin verliebt. Er scheint soweit ganz toll, etwas sturr vielleicht, aber sympathisch. Allerdings wird er von jemandem verfolgt, dem er den Arm abgeschlagen hat und dessen Hass der Leser in jeder Zeile aus seiner Sicht eingehämmert bekommt.
Nun muss der Leser hilflos mitansehen, wie die Begegnung der beiden immer näher rückt. Doch wem soll er den Sieg wünschen?
Klar kann es auch sein, dass es manch einen Leser verwirrt, weil er nicht so schnell von einer Person in die andere springen kann, aber meine Testleser fanden gerade das gut.
LG Holly