Einstieg in mein Science Fiction Projekt

Einstieg in mein Science Fiction Projekt

 
Ich muss wegen des kantigen und abstrakten Titel um Entschuldig bitten.
Ich hatte große Schwierigkeiten, den Text, den ich gleich präsentiere richtig in die Struktur des Fiktionbereiches einzusortieren. Die Idee, die hinter dem Text steht, fällt in die Kategorie "Science Fiction". Aber das sieht man der Passage, die gleich folgt, noch nicht an. Außerdem ist das eine ganz frische Idee, für die ich noch nicht einmal einen Arbeitstitel habe. Die Grundidee führt dahin, dass "ich" aus einem heute üblichen Alltag in verantwortlicher Position in den Weltraum befördert wird; zunächst ohne selbst recht zu begreifen, was da eigentlich abgeht.
Außerdem bin ich nicht unbedingt an einem science-fiction-bezogenen Urteil von Euch interessiert. Ich möchte vor allem wissen, ob der Einstieg auch für Menschen interessant und verständlich ist, die nicht gedient haben, und denen deshalb vielleicht einige Nuancen in den Dialogen entgehen könnten.
Trotzdem habe ich den Text hier einsortiert, weil die anderen Kategorien unter 'Fiktion' für diese Passage noch schlechter passen.

@Mods: Abenteuer könnte vielleicht auch passen, aber wenn man bedenkt, wie die Grundidee weitergeht, scheint das irgendwie falsch. Wenn ihr den Text aber dorthin verschieben wollt, habe ich nichts dagegen.

Eine letzte Vorabbemerkung noch. Natürlich weiß ich, dass Bundeswehrsoldaten Namensschilder tragen. Ich erwähne die Namen aber bewusst nicht, weil die beiden Soldaten, die in dieser Passage auftreten, im weiteren Verlauf der Idee keine Rolle spielen. Sie sind Handlanger, die keine Ahnung von dem haben, was auf den Ich-Erzähler zukommt.
Nun aber zum eigentlichen Text:
_______________________________

Es war eigentlich einfach nur surreal. Ich hatte einen toten Punkt in meinem Studium erreicht, als ein Leutnant und ein Feldwebel mit den orangenen Litzen der Feldjäger, aber ohne die Armbinden, vor meiner Tür warteten, als ich von der Uni kam. Die beiden Soldaten standen nicht militärisch, wie man es von ihnen erwartet hätte, sondern sie lümmelten an die Wand gelehnt vor der Tür meines Appartements herum. Sie hatten offensichtlich schon länger gewartet, denn ich hatte schon meine Tür aufgeschlossen, als der Leutnant sich nach meinem Namen erkundigte. „Der steht an der Tür; was wollen sie von mir, Herr Leutnant?“
„Ah, sie haben also gedient Herr Millier. Das erleichtert meine Arbeit erheblich. Sie sind mit sofortiger Wirkung dienstverpflichtet.“
„Was?“ antwortete ich entgeistert, „ich habe meine zehn Monate abgeleistet, lassen sie mich bitte in Ruhe!“ „Sie sehen nicht aus, als seien sie älter als fünfunddreißig. Ihre Wehrpflicht ist noch nicht beendet. Sie können jederzeit einberufen werden. Sie kommen mit.“
Während der Leutnant das sagte, baute sich der Feldwebel demonstrativ so vor mir auf, dass ich die Pistole, die er trug, unmöglich übersehen konnte.
Trotzdem hatte ich meinen Widerstand noch nicht aufgegeben: „Meines Wissen wurde der V-Fall nicht erklärt. Außerdem: Ohne irgendetwas schriftliches zu sehen, werde ich ihnen keine Folge leisten. Schon gar nicht, wenn sie sich nicht ausweisen. Also: Her den Wischen.“ Mir wurde ein Blatt Papier unter die Nase gehalten, auf dem stand, dass ich mich unverzüglich in der Oberfeldwebel-Schreiber-Kaserne in Immendingen einzufinden hätte. Der Schrieb sah echt aus. Die Ausweise der Männer auch.
„Immendingen? Das ist doch am Arsch der Welt! Was zum Geier soll ich da?“
„Ich bin im Moment nicht befugt, darüber zu sprechen,“ antwortete der Leutnant tonlos. „Sie haben fünf Minuten, das Notwendige zu packen.“
„Woher soll ich wissen, was notwendig ist, wenn ich nicht weiß, was der Zweck meiner Reise ist? Wie soll ich das Notwendige packen, wenn ich nicht weiß, wie lange ich weg sein werde?“ Der Leutnant schwieg.
„Außerdem wäre es nett, wenn sie mir sagen würden, wozu ich dienstverpflichtet werde. Ich habe nicht die Figur Adonis, eher als hätte ich hin verputzt. Für den Hindukusch tauge ich nicht. Zumindest nicht die nächsten Monate. Wieso sollte das Militär mich haben wollen?“
Der Leutnant schwieg weiter, bis er nach einer zu langen Pause bellte: „Feldwebel, Badezimmer.“
„Sie haben keine Ahnung, weshalb sie mich holen. Das muss ja extrem frustrierend sein, als Offizier Botengänge erledigen müssen, die Aufgabe von Unteroffizieren sind.“
„Schnauze, fangen sie an zu packen. Sie haben noch drei Minuten.“ Ich ging in mein Appartment und fing an, Unterwäsche in meine Reisetasche zu schaufeln, ein T-Shirt, einen Pullover, eine Paar Jeans, außerdem Stifte, Papier und ein paar Bücher. Als ich mein Handy nehmen wollte, hinderte er mich jedoch daran. „Das nicht.“ Ich legte es grummelnd auf den Tisch zurück, aber nur, um es gleich darauf doch in meine Hosentasche zu bugsieren. Eine schnelle Bewegung, ein gedrehtes Handgelenk, eine leichte Übung für jemanden, der gelegentlich an Kindergeburtstagen als Zauberer auftritt.
„Darf ich wenigstens mein Portemonnaie und meine Schlüssel mitnehmen?“
„Solange sie damit nicht kommunizieren können, ja.“
„Ich spreche manchmal mit meinem Geldbeutel, vor allem wenn er viel zu früh leer ist.“
„Sie haben nicht Adonis gefressen, sondern ein Clown. Und er ist ihnen nicht bekommen. Sie sind nicht witzig.“
‚Na toll,‘ dachte ich mir. ‚Ein Leutnant, der verbissen ist, wie ein Neckermann-Stuffz, der den Lehrgang nicht geschafft hat.‘ Als ich meine Reisetasche zu machte, und der Feldwebel nach ihr griff, konnte ich mir aber ein Grinsen nicht verkneifen.
„Wir machen hier keine Witze,“ fuhr mich der Leutnant an. „Stellen sie das blöde Grinsen ab.“
„Ach, ich hätte mir nur nie vorstellen, können, dass mal ein Feldwebel mir, einem Obergefreiten a.D. das Gepäck trägt. Die Welt hat Humor!“
Der Feldwebel ließ meine Reisetasche fallen. „Sie haben Recht Obergefreiter, sie tragen selber,“ sagte der Feldwebel.
Als ich nach Hause gekommen war, hatte ich dem uralten, matt-oliv lackierten Golf keine Beachtung geschenkt. Verschlissene Militärfahrzeuge werden versteigert und kosten dann nicht viel. Einiger meiner Kommilitonen haben sich so einen fahrbaren Untersatz beschafft, und eine Neulackierung wäre teuerer gewesen als das Auto. Aber die Rostlaube hatte einen taktischen Vorteil. Sie war ein Dreitürer. Nachdem ich meine Tasche in den Kofferraum gelegt hatte, schlug der Felwebel meinen Kopf an den Türrahmen und beförderte mich dann unsanft auf die Rückbank. Dann setzte er sich ans Steuer, und der Leutnant auf den Beifahrersitz. Ich konnte nicht entkommen. Mir blieb nichts anderes übrig, als es mir auf der Rückbank unbequem zu machen und mich auf eine gute Stunde Autofahrt einzustellen. Wenigstens war das Auto eng genug, dass der Leutnant meine Knie im Kreuz hatte.
Nachdem wir die Stadt hinter uns gelassen hatten, wurde der Leutnant plötzlich gesprächig: „Jetzt, da niemand mithören kann, bin ich befugt, ihnen zu sagen, wieso sie uns begleiten.“
„Na, da bin ich gespannt!“
„Unterbrechen sie mich nicht!“ er atmete durch und sprach ruhiger weiter, „Sie sind Soziologe, sie haben ein Paper über interkulturelle Kommunikationsschranken geschrieben. Damit haben sie Qualifikationen bewiesen, die im Rahmen eines geheimen Projektes nützlich wären. Ich kenne selbst keine Details, aber wenn die Gerüchte, die ich gehört habe, nur zu einem Bruchteil wahr sind, würde ich alles tun, um dabei zu sein. Erinnern sie sich noch an die Umgangsformen für Generäle?“
„Der Rang, den ich in meiner Dienstzeit tatsächlich gesehen habe, war ein Major; aber wenn ich mich recht erinnere, werden alle Generäle mit ‚Herr General‘ angesprochen, auch wenn es nur ein Brigadegeneral ist. Außerdem werden sie mit Marineoffizieren konfrontiert werden. Sind sie mit den Rangabzeichen der Marine vertraut?“
„Wieso haben die ihnen nicht meine Akte gegeben? Ich habe beim Heer gedient, und nur im Film ‚Das Boot‘ Marineabzeichen gesehen. Die dürften aber heute nicht mehr verwendet werden, und außerdem ist die Bandbreite in dem Film recht gering. In der Schicksalsgemeinschaft, die im Film dargestellt wird...“
„Schnauze,“ unterbrach mich der Leutnant. „Ein einfaches ‚nein ,Herr Leutnant‘ hätte genügt.“
Er kramte im Handschuhfach des Wagens. „Hier haben sie eine Tabelle. Studieren sie sie während der Fahrt. Und nehmen ihre Knie aus meinem Kreuz.“ Ich beäugte den kurz den Fahrersitz. Er stand noch weiter hinten, als der des Leutnants.
„Das kann ich nur, wenn sie ihren Sitz nach vorne stellen,“ ich ließ eine Sekunde verstreichen, ehe ich hinzufügte, „Herr Leutnant.“

von anby77

Re: Einstieg in mein Science Fiction Projekt

 
Ich fand den Text gut und auch leicht verständlich, wie man unten sehen kann, teilweise aber auch ein wenig zu verständlich. Ein wenig militärisches Vokabluar, dass jeder kennt, kann man schon einbringen.
Abgesehen von den unten aufgeführten Kritikpunkten fand ich es aber nicht schlecht. Ein Arbeitstitel wäre toll^^
Am besten hat mir die Darstellung des unbekannten Erzählers gefallen, seine Einstellung kommt gut rüber.

anby77 hat geschrieben:Die beiden Soldaten standen nicht militärisch,

Das ist eine etwas merkwürdige Formulierung. Wie steht man militärisch? Wäre "stramm" oder ähnliches nicht vielleicht angebrachter?

anby77 hat geschrieben:Sie sind mit sofortiger Wirkung dienstverpflichtet.“

Statt dienstverpflichtet vielleicht eher eingezogen? Das Wort klingt merkwürdig...

anby77 hat geschrieben:dass ich die Pistole, die er trug unmöglich übersehen konnte.

Ich glaube, Kommafehler, nach "trug" müsste noch eins kommen....

anby77 hat geschrieben:Meines Wissen wurde der V-Fall nicht erklärt. Außerdem: Ohne irgendetwas schriftliches zu sehen, werde ich ihnen keine Folge leisten. Schon gar nicht, wenn sie sich nicht ausweisen möchte ich, dass sie sich ausweisen.

Hier direkt ein wenig mehr: Meintest du vielleicht "geklärt" statt "erklärt"? Ich würde auch eher "nicht Folge leisten" statt "keine Folge leisten" verwenden. Besonders jedoch klingt der letzte Satz merkwürdig. Du könntest das einfach kürzer fassen, etwa: "Ich verlange ihre Ausweise" oder etwas in der Art.

anby77 hat geschrieben:Ich habe nicht die Figur Adonis

Ist Adonis nicht richtig der Name? Demnach müsste doch hier "Adonis´" stehen oder "Figur von Adonis" wenn ich mich nicht täusche.

anby77 hat geschrieben:Neckermann-Stuffz

Was ist das?

So, soviel dazu.^^
Liebe Grüße, Jeanne

von Jeanne87

Re: Einstieg in mein Science Fiction Projekt

 
Hallo anby

Sprachlich wurde schon bemerkt, was ich auch angemerkt hätte und ich habe den Text auch vergnüglich verschlungen, nur inhaltlich hätte ich eine Anmerkung.

Irgendwie wirkt das Vorgehen vom Militär ein wenig unrealistisch in meinen Augen.

Aus folgenden Gründen:
Man kann ja raten (vielleicht auch falsch raten) um was für einen Kontakt es sich handelt. Aber wieso sollte dann das Militär einen Studenten einziehen? Einen Proffesor anfragen würde mehr Sinn ergeben... es sei denn der Student hätte es wirklich drauf.
Nun kann man argumentieren, dass die Zeit zu knapp ist... aber wenn die Sache wirklich dringlich ist, dann hätten die Soldaten sich nicht begnügt vor der Haustür zu warten und auch die Fortbewegungsmethode per Auto wäre nicht effektiv genug. Die Zeit kann also nicht so das Problem sein.
Dann stellt sich also die Frage, wieso um alles in der Welt dann diese Unhöflichkeit... das ständige Schnauze, für gewöhnlich wären die Leute bei hinzugezogenen Fachleuten eher freundlich und würden sie, wenn die Zeit es erlaubt auch nicht hetzen. Normal wäre es einfach einen Proff anzuschreiben... es gäbe da sicherlich Möglichkeiten ihm "einen Kontakt" (in Gesprächen natürlich nicht direkt im Schreiben) (noch alles Vermutung) schmackhaft zu machen.
Gut man kann jetzt sagen, die Geheimhaltung verbietet eine vorige Anfrage des Militärs, aber das hielte ich für übertrieben, solange der Betreffende nur mutmaßen kann... natürlich kann man damit auch die Wiedereinziehung eines Studenten begründen, ein Proff könnte ja plappern, dann würde ich deinem Protagonisten, aber dennoch etwas mehr Zeit zur Verfügung stellen und einen höflicheren Abholservice, mit vorigem Anschreiben... Fahnenflucht scheint ja bei deinem Hauptcharakter eher unwahrscheinlich.

LG Maal

von Maal

Re: Einstieg in mein Science Fiction Projekt

 
Hallo ihr beiden und danke für die schnellen Kommentare, trotz des sperrigen Titels,

@Jeanne:

Ich habe in diesem Text militärischen Jargon verwendet. Deine Anmerkungen zeigen mir aber, dass das zu Missverständnissen führt.

anby77 hat geschrieben:Die beiden Soldaten standen nicht militärisch,


Das ist eine etwas merkwürdige Formulierung. Wie steht man militärisch? Wäre "stramm" oder ähnliches nicht vielleicht angebrachter?

Militärisch stehen ist das Gegensatz zu "schlaff wie der hinterletzte Zivilist". Man erkennt Soldaten normalerweise ganz an ihrer Haltung, auch wenn sie nicht so stehen, wie es im Formaldienst vorgesehen ist.
"Stramm" stehen, das klingt nach einer der beiden Standarten im Formaldienst. Da gibt die "Hab-Acht-Stellung" (Hacken zusammen, Hände an die Hosennaht und keine Regung zeigen. Atmen und Blinzeln werden nicht gerne gesehen aber notfalls toleriert). So zu stehen ist anstrengend. Bequemes Stehen (Füße je nach Körpergröße fünfzehn bis zwanzig Zentimeter auseinander, Hände hinter den Rücken, keine Regung zeigen, aber Atmen ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht) strengt nicht ganz so an, aber man hält es auch nicht ewig durch.
Mir kommt es hier darauf an, dass die beiden schon lange da gestanden sind, und wie die hinterletzten Zivilisten auf dem Flur herumlungern.
Aber Du hast Recht, ist sollte mir hier etwas klareres überlegen.

anby77 hat geschrieben:Sie sind mit sofortiger Wirkung dienstverpflichtet.“


Statt dienstverpflichtet vielleicht eher eingezogen? Das Wort klingt merkwürdig...

"Dienstverpflichtet" ist das beim Militär und in Behörden übliche Wort für "eingezogen". Der Leutnant will formell, amtlich und korrekt sprechen, um seine Autorität zu unterstreichen. Und dabei entstehen solche Ausdrücke. "Eingezogen" ist laxe und unpräzise Zivilistensprache, auch wenn mir nie ein Soldat begegnet ist, der mir den Unterschied zwischen "dienstverpflichtet werden" und "eingezogen werden" erklären konnte...

anby77 hat geschrieben:dass ich die Pistole, die er trug unmöglich übersehen konnte.


Ich glaube, Kommafehler, nach "trug" müsste noch eins kommen....

Mit dem Komma hast Du Recht.
anby77 hat geschrieben:Meines Wissen wurde der V-Fall nicht erklärt. Außerdem: Ohne irgendetwas schriftliches zu sehen, werde ich ihnen keine Folge leisten. Schon gar nicht, wenn sie sich nicht ausweisen möchte ich, dass sie sich ausweisen.


Hier direkt ein wenig mehr: Meintest du vielleicht "geklärt" statt "erklärt"? Ich würde auch eher "nicht Folge leisten" statt "keine Folge leisten" verwenden. Besonders jedoch klingt der letzte Satz merkwürdig. Du könntest das einfach kürzer fassen, etwa: "Ich verlange ihre Ausweise" oder etwas in der Art.

Der V-Fall (Verteidigungsfall; Euphemismus für Krieg) wird formell erklärt. Per Parlamentsbeschluss. "Geklärt" passt da überhaupt nicht.
Beim letzten Satz ist mir beim Umbauen mit Cut&Paste eine Panne passiert... Wird korrigiert.

anby77 hat geschrieben:Ich habe nicht die Figur Adonis


Ist Adonis nicht richtig der Name? Demnach müsste doch hier "Adonis´" stehen oder "Figur von Adonis" wenn ich mich nicht täusche.

Genitiv-Apostrophe sollten laut Duden nur verwendet werden, wenn das Genitiv-s zu Mehrdeutigkeiten führt. Wenn Andrea einen Grill eröffnet, könnte man dem mit dem von Andreas eröffneten Grill verwechseln. Deshalb kann man da Andrea's Grill bzw. Andreas' Grill schreiben. Hier ist das aber nicht der Fall (es gibt Adonis, nicht aber Adoni). Daher gehört da kein Apostroph hin.
anby77 hat geschrieben:Neckermann-Stuffz


Was ist das?

Anscheinend wieder zu militärisch.
Unter bestimmten Voraussetzungen wird man, wenn man sich bevor man den Grundwehrdienst antritt, für längere Zeit verpflichtet nicht als Schütze (oder Panzer, oder Funker, oder Jäger, oder Pionier oder, oder, oder) eingestellt, sondern im Rang eines Stabsunteroffiziers (kurz Stuffz gesprochen). Aber das ist, wie wenn man bei einem Versandhaus (z.B. Neckermann) bestellt. Man weiß erst sicher, ob die Ware was taugt, wenn man den Karton aufgemacht hat. Gelegentlich kommt es vor, dass ein solcher Stabsunteroffizier den Unteroffizierslehrgang nicht packt, und so trotz des Ranges nicht auf Planstellen für Unteroffiziere gesetzt werden darf. So jemand muss aber trotzdem die ganze Dienstzeit, für die er sich verpflichtet hat, ableisten; hat aber keine Aussichten auf Aufstieg und sitzt üblicherweise auf einer drögen Stelle ohne Verantwortung und wird nicht mal von Grundwehrdienstleistenden richtig ernst genommen (Im Vergleich zu einer Kaserne ist ein Friseursalon eine klatsch- und tratschfreie Zone, sowas lässt sich dort nicht geheim halten).

@Maal:
Das Militär will jemanden, der etwas Ahnung von Soziologie und Kulturwissenschaften hat. Da liegt ein Professor natürlich nahe. Aber der Kandidat muss sich auch auf einer eher untergeordneten Position in militärische Strukturen integrieren lassen, und sollte für unbestimmte Zeit von Bildfläche verschwinden können, ohne dass es groß auffällt. Das aber bei Professoren ziemlich problematisch. Ein Professor ist der unumstrittene Boss an seinem Lehrstuhl und wird sich nicht freiwillig unterordnen, außerdem sind Professoren ziemlich öffentliche Persönlichkeiten. Sie sind keine Promis, aber es gibt Forschungskooperationen, Tagungen, die Lehre an der Uni, Publikationen. So jemand kann nicht einfach so auf unbestimmte Zeit verschwinden, ohne dass es eine Menge Leute merken, die Fragen stellen könnten. Bei Studenten oder Doktoranden ist das mit dem Unterordnen kein so großes Problem und sie stehen auch nicht so in der Öffentlichkeit.
Das Auftreten der beiden Soldaten und die Tatsache, dass Herr Millier (einen Vornamen habe ich mir noch nicht ausgedacht; wird beim Militär ohnehin nicht benutzt) einfach so aus heiterem Himmel abgeholt sind ein Stück weit Inszenierung. Herr Millier soll ein wenig eingeschüchtert werden. Bevor er irgendetwas konkretes hört, muss er eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben und wird belehrt, dass es Landesverrat ist, wenn er irgendjemandem erzählt, was an dem Tag passiert ist. Und wenn man von bewaffneten Feldjägern abgeholt wird, die recht barsch mit einem umgehen, obwohl es dafür eigentlich gar keinen Grund gibt, überlegt man sich mehrfach, ob man riskieren will, dass sie richtig böse werden.
Allerdings provoziert "ich" die beiden ja auch. Sie sind genervt, weil sie warten mussten, dann ist der Kerl auch noch vorlaut und widerspenstig, sie selbst sind nur Handlanger, die auch nichts genaues wissen. Sie haben den Auftrag bekommen, Herr Millier in diese Kaserne zu eskortieren. Dem Leutnant wurde gesagt, was er sagen soll, wenn nach dem Grund gefragt wird, über das Projekt selbst wissen sie aber nichts. Nur dass jede Menge Geld da rein fließt und ein ganz großes Geheimnis darum gemacht wird. Deshalb malen sie sich aus, dass es unglaublich spannend sein dürfte und sind neidisch, das so ein Schluffi von Zivilist da reinkommt, und sie drögen Alltag schieben müssen. Das schlägt sich halt auf die Umgangsformen nieder. Tatsächlich verhalten sie sich nicht ganz befehlskonform und werden deshalb auch eins auf den Deckel kriegen.

Im Verlauf des Tages wird mein Protagonist erfahren, dass unter Führung der Bundeswehr ein geheimes Forschungslabor im Schwarzwald aufgebaut worden ist (wenn ich die Handlung in die Staaten verlegen würde, würde von area 51 reden) und spätestens ab da wird es mit dem Realismus ohnehin sehr schwierig...


Nochmals danke für Eure Kommentare,

Gruß

Anby

von anby77

Re: Einstieg in mein Science Fiction Projekt

 
Hallo Anby,

deine Geschichte liest sich wirklich sehr amüsant, und ich kann mir das sehr bildhaft vorstellen, wie ein Student der naja, es mit der Disziplin vielleicht nicht allzusehr hat, dann plötzlich von zwei Militärs aufgegriffen wird ;) Ich musste echt die ganze Zeit grinsen dabei...

ich finde nicht dass die militärische Sprache zu unverständlich ist, bis auf den Neckermann-Stuffz (der eine deutsche "Spezialität" zu sein scheint, in Österreich ist mir sowas noch nicht untergekommen) hab ich alles verstanden.

Aber etwas ist mir aufgefallen, im letzten Absatz, sind die direkten Reden etwas verwirrend, mir scheint du hast einmal ein Anführungszeichen ausgelassen.
ICh zitiere jetzt mal deinen Text und darunter wie ich annehme dass es gemeint ist...

„Sie sind Soziologe, [...]Erinnern sie sich noch an die Umgangsformen für Generäle?“
„Der Rang, den ich in meiner Dienstzeit tatsächlich gesehen habe, war ein Major; aber wenn ich mich recht erinnere, werden alle Generäle mit ‚Herr General‘ angesprochen, auch wenn es nur ein Brigadegeneral ist. Außerdem werden sie mit Marineoffizieren konfrontiert werden. Sind sie mit den Rangabzeichen der Marine vertraut?“
„Wieso haben die ihnen nicht meine Akte gegeben? Ich habe beim Heer gedient, und nur im Film ‚Das Boot‘ Marineabzeichen gesehen.[...]


„Sie sind Soziologe, [...]Erinnern sie sich noch an die Umgangsformen für Generäle?“
„Der Rang, den ich in meiner Dienstzeit tatsächlich gesehen habe, war ein Major; aber wenn ich mich recht erinnere, werden alle Generäle mit ‚Herr General‘ angesprochen, auch wenn es nur ein Brigadegeneral ist."
"Außerdem werden sie mit Marineoffizieren konfrontiert werden. Sind sie mit den Rangabzeichen der Marine vertraut?“
„Wieso haben die ihnen nicht meine Akte gegeben? Ich habe beim Heer gedient, und nur im Film ‚Das Boot‘ Marineabzeichen gesehen. [...]

Also das Anführungszeichen vor der Fraga nach den Marineoffizieren, weil da spricht ja wieder der Leutnant.

Ansonsten bin ich schon gespannt auf die Fortsetzung!!

von Concorde

Re: Einstieg in mein Science Fiction Projekt

 
Ich kann zum Schreibstil auch nichts gravierend negatives berichten.

Und daß was du da geschrieben hast hat mich neugierig auf mehr gemacht. Also bitte die Fortsetzung posten :mrgreen:

von schreiberling

Re: Einstieg in mein Science Fiction Projekt

 
Hallo anby,

insgesamt fand ich den Text sehr gut lesbar und bis auf den schon erwähnten Neckermann-Stuffz (unter dem ich mir ohne deine Erklärung absolut nichts vorstellen konnte), fielen mir auch keine militärischen Formulierungen negativ auf. Falls das "der den Lehrgang nicht bestanden hat" den Neckermann-Stuffz erklären soll, hat mir das wenig genützt. Wenn dort stände ein "Quasimodo, der den Lehrgang nicht bestanden hat" hieße das für mich auch nicht, dass Quasimodo beim Bund das Wort für nicht bestandene Ofiiziersanwärter (oder wie auch immer) ist.

Was mir beim Lesen noch so aufgefallen ist:
anby77 hat geschrieben: was notwendig ist, wenn ich nicht weiß, was der Zweck meiner Reise ist?
Im Gegensatz zu der Sprache die er vorher benutzt, redet er jetzt eher gestelzt. Ist das Absicht? Zwei Minuten früher hätte er wohl eher gesagt “was ich benötige, wenn ich nicht weiß, worum zum Teufel es eigentlich geht”
anby77 hat geschrieben: Ich habe nicht die Figur Adonis
"Figur eines Adonis" fände ich auch besser, sonst ist es meiner Meinung nach nicht völlig auszuschließen, dass man es missversteht.
anby77 hat geschrieben:„Sie haben nicht Adonis gefressen, sondern ein Clown.
Abgesehen davon, dass ich den Satz nicht mag, müsste es doch eher “einen Clown” heißen. (Da es wörtliche Rede ist, überträgt sich das “nicht mögen” auf den Sprecher, nicht auf den Autor - soll also nicht heißen, dass du das ändern müsstest.)
anby77 hat geschrieben:Mir blieb nichts anderes übrig, als es mir auf der Rückbank unbequem zu machen .. Wenigstens war das Auto eng genug, dass der Leutnant meine Knie im Kreuz hatte.
Das gefällt mir sehr gut!

Dass vor dem „Außerdem“ in der wörtlichen Rede ein Anführungszeichen fehlt, hat ja schon Concorde angemerkt.

Was ich nicht kapiere, ist, warum die Soldaten so extrem unfreundlich mit dem Studenten umgehen. Wenn er dem Militär helfen soll, geht es meiner Meinung nach mehr als ein bisschen zu weit, dass sie ihn mit dem Kopf an den Türrahmen schlagen. Das Szenario wirkt auf mich eher wie eine Verhaftung als wie eine Dienstverpflichtung. Wenn man mich so behandeln würde, wäre ich danach nicht gerade kooperativ....

Insgesamt ließ sich der Text flüssig lesen, der Stil ist mir stellenweise ein kleines bisschen zu flapsig, aber der Ich-Erzähler ist ja Student und damit einige Jährchen jünger als ich. Würde mich aber nicht abhalten weiterzulesen (zumal ich Geschichten mit nicht-menschlichen intelligenten Lebensformen recht gerne mag).

Gruß
sb

von sb

Re: Einstieg in mein Science Fiction Projekt

 
Huhu Anby,

Na dann will ich doch auch mal loslegen.
Ich hab übrigens die Kommentare vorher nicht gelesen, da ich mich nicht beeinflussen lassen wollte. Einiges wurde ja schon geklärt, wie ich nachträglich gerade sehe. Also einfach ignorieren :wink:
Schnell vorab, ich habe überhaupt gar keine Ahnung vom Militär und die unterschiedlichen Ränge sagen mir nichts. Also nur schon mal als Tipp, falls das ein Buch werden würde, irgenwo im Buch die Möglichkeit die hierachischen Strukturen nachschlagen zu können, wäre gut.
So dann zum Text, ich muss sagen stilistisch ist mir kaum was aufgefallen. Kompliment, es ist schön flüssig geschriebenm nur die lustigen Szenen könnten vielleicht noch etwas mehr bieten? Manche Sätze sind gut, bei anderen hab ich das Gefühl, das ginge noch knackiger...

Ich hatte einen toten Punkt in meinem Studium erreicht, als ein Leutnant und ein Feldwebel mit den orangenen Litzen der Feldjäger, aber ohne die Armbinden, vor meiner Tür warteten, als ich von der Uni kam.

Also den Satz find ich etwas umständlich, hmm, ist das mit den Armbinden wichtig? Wenn das nicht weggelassen werden kann, dann vielleicht der letzte Teil des Satzes. Es ist ja eigentlich nicht wichtig von wo er kommt, oder?

Sie hatten offensichtlich schon länger gewartet, denn ich hatte schon meine Tür aufgeschlossen, als der Leutnant sich nach meinem Namen erkundigte.

Das versteh ich nicht, wieso warten sie solange, bis sie in ansprechen? Und was hat das mit der Wartezeit zutun? *verwirrtbin*

„Der steht an der Tür; was wollen sie von mir, Herr Leutnant?“
lol, das seh ich so richtig vor mir!
„Ah, sie haben also gedient Herr Millier. Das erleichtert meine Arbeit erheblich. Sie sind mit sofortiger Wirkung dienstverpflichtet.“
Ist das realistisch, dass er nicht weiss ob der Prota gedient hat oder nicht?
Trotzdem hatte ich meinen Widerstand noch nicht aufgegeben

Das trotzdem find ich etwas unelegant. Vorschlag: "So leicht würde ich meinen Widerstand aber nicht aufgeben."
„Meines Wissen wurde der V-Fall nicht erklärt.

Ähm, blöde Frage, was ist der V-Fall??? *undwegduck* :wink:
Her den Wischen
Fehlt da nicht ein 'mit' ?
„Ich bin im Moment nicht befugt, darüber zu sprechen,“ antwortete der Leutnant tonlos.
das 'tonlos' stört mich etwas, 'ohne eine Miene zu verziehen' oder 'kühl' wär für mein empfinden passender.

„Sie haben fünf Minuten, das Notwendige zu packen.“
„Woher soll ich wissen, was notwendig ist, wenn ich nicht weiß, was der Zweck meiner Reise ist? Wie soll ich das Notwendige packen, wenn ich nicht weiß, wie lange ich weg sein werde?“ Der Leutnant schwieg.
*g* klasse!

„Außerdem wäre es nett, wenn sie mir sagen würden, wozu ich dienstverpflichtet werde. Ich habe nicht die Figur Adonis, eher als hätte ich hin verputzt. Für den Hindukusch tauge ich nicht. Zumindest nicht die nächsten Monate. Wieso sollte das Militär mich haben wollen?“
Muss nicht entweder vor Adonis ein 'von' oder ein ' dahinter?
hier ist bei mir so eine Stelle wo ich denke, die geht besser. Vielleicht durch ein etwas saloppere Ausdrucksweise in der Sprache? "Ich habe nicht gerade die Figur von Adonis, eher eine, als hätte ich ihn verputzt."
Der Leutnant schwieg weiter, bis er nach einer zu langen Pause bellte: „Feldwebel, Badezimmer.“
Steht ihr da noch vor der Wohnung? Und ich versteh auch den Sinn nicht? Warum soll der Feldwebel ins Badezimmer? Soll er überhaupt dahin? Hilfe, ich nix verstehn...?
„Darf ich wenigstens mein Portemonnaie und meine Schlüssel mitnehmen?“
„Solange sie damit nicht kommunizieren können, ja.“
„Ich spreche manchmal mit meinem Geldbeutel, vor allem wenn er viel zu früh leer ist.“
„Sie haben nicht Adonis gefressen, sondern ein Clown. Und er ist ihnen nicht bekommen. Sie sind nicht witzig.“
hihi, super szene! Nur mit 'gefrühstückt' statt 'gefressen' würde sie mir noch besser gefallen. Aber ich hab auch eine totale Abneigung gegen das Wort fressen in Bezug auf Menschen.
‚Na toll,‘ dachte ich mir. ‚Ein Leutnant, der verbissen ist, wie ein Neckermann-Stuffz, der den Lehrgang nicht geschafft hat.‘
Hmm ich hab keine Ahnung was du mit dem 'Neckermann-Stuffz' meinst. Aber das ist wohl auch nicht so wichtig?

Als ich meine Reisetasche zu machte, und der Feldwebel nach ihr griff, konnte ich mir aber ein Grinsen nicht verkneifen.
Das 'aber' könnte gestrichen werden, finde ich.
„Ach, ich hätte mir nur nie vorstellen, können, dass mal ein Feldwebel mir, einem Obergefreiten a.D. das Gepäck trägt. Die Welt hat Humor!“
Vielleicht eine spöttische Entschuldigung noch an den Anfang?
Einiger meiner Kommilitonen haben sich so einen fahrbaren Untersatz beschafft
und da ist ein Zeitfehler passiert, es müsste doch 'hatten' heißen?
Ich konnte nicht entkommen.
Hier würde ich ein Füllwort einfügen: "Ich konnte also nicht entkommen." Ohne das wirkt es irgendwie leicht abgehakt.

Mir blieb nichts anderes übrig, als es mir auf der Rückbank unbequem zu machen und mich auf eine gute Stunde Autofahrt einzustellen. Wenigstens war das Auto eng genug, dass der Leutnant meine Knie im Kreuz hatte.
:twisted: hihi, herrlich

„Der Rang, den ich in meiner Dienstzeit tatsächlich gesehen habe, war ein Major; aber wenn ich mich recht erinnere, werden alle Generäle mit ‚Herr General‘ angesprochen, auch wenn es nur ein Brigadegeneral ist. Außerdem werden sie mit Marineoffizieren konfrontiert werden. Sind sie mit den Rangabzeichen der Marine vertraut?“

Da fehlt was, das sagt doch nicht alles der Prota?
Studieren sie sie während der Fahrt.
Ich würde das 'während der Fahrt streichen, denn das versteht sich ja eigentlich von selbst und es würde die Schroffheit des Leutnants unterstreichen.

So ein bisschen was ist doch zusammen gekommen. Vielleicht kannst du mit dem einen oder anderen ja was anfangen...

Ich muss sagen, alles in allem ist dein Schreibstil schön flüssig und sehr erfrischend. Ich würd gern weiterlesen.
Der Charakter des Protas in einer militärischen Geheimaktion, das hat Potential!

lg
cass

von cass

Re: Einstieg in mein Science Fiction Projekt

 
Danke, dass du mir das mit dem militärischen Vokabular nochmal erklärt hast, ich bin wohl einfach zu Film-geprägt ;)

von Jeanne87

Re: Einstieg in mein Science Fiction Projekt

 
Ach ja es gibt übrigens schon einen Film mit einem ähnlichen Szenario, Sphere...

Da ist es ein Psychologe der dem Militär aufgrund seiner theoretischen Arbeiten helfen soll eine ausserirdisch verursachte Notlage durch ein im Meer gefundenes Raumschiff zu lösen.

Schau dir den bitte an und sorge dafür daß du nicht zu nah an dessen Handlung dran bist.

von schreiberling

Re: Einstieg in mein Science Fiction Projekt

 
hmm... der Neckermann-Stuffz scheint die Gemüter zu bewegen ;)
abgesehen davon dass ich den Ausdruck einfach urwitzig finde, würde ich dir raten, Ausdrücke die vielleicht nicht jeder verstehen kann im rahmen einer Fußnote zu erklären. Oder, wenn die Geschichte mal in Buchform erscheint, eine Art Anhang zu schreiben, wo du hintergründe, Vokabular etc erläuterst. Da du dich im militärischen Bereich ziemlich gut auzukennen scheinst wäre das für den interessierten Leser sicher auch eine Bereicherung.

von Concorde

Re: Einstieg in mein Science Fiction Projekt

 
Ich fand es eigentlich sehr flüssig und witzig geschrieben, die Kommentare bin ich hier auch durchgegangen, man sollte die Story noch mal überarbeiten.
Mit dem Millitärjargon kenn ich mich auch nicht aus und ehrlich kann ich mir unter einem Neckermann-Stuffz nix vorstellen, dieser Abkürzungswahn ist wohl typisch deutsch und erinnert mich an den Titel von Fanta Vier : MFG.
Ein Feldwebel , Major..oder Bataillon ist mir durchaus ein Begriff.
Mich würde ein Fortsetzung dieser Geschichte interessieren.

von citoyen

Re: Einstieg in mein Science Fiction Projekt

 
Was mir hier auffällt: Der Jargon

Ich finde es etwas unpassend, dass ein Student sich nach (längerem) Studium noch immer mit den verschiedenen Dienstgraden und den allgemeinen Gepflogenheiten auskennt.

Die beiden Soldaten benehmen sich auch eher wie dumpfe Schläger. Sicherlich ziemlich egal, was aus den beiden wird, aber auch das ist aus meiner Sicht irgendwie unpassend.

Sicherleich kann man ersteres durchaus auch mit dem einen oder anderen Satz erklären (eher Nebensatz, ich denke allerdings nicht, dass das wirklich ein wichtiges Detail ist).

Selbst nach extrem langen Wartezeiten ist das Verhalten der beiden Soldaten für mich nicht so wirklich nachvollziehbar. Was vielleicht helfen würde... Steig hier nicht direkt in den Konflikt starten sondern lass sich das Ganze aufbauen. So von wegen zuerst korrekt und höflich, darauf eine patzige Antwort. Danach wieder eine entsprechende Reaktion. Jemanden gleich so anzufahren ist wirklich eine Aktion von dumpfen Schlägern und nicht von halbwegs vernünftig denkenden Soldaten. Das ist aber auch so das einzige, was mich inhaltlich ein wenig stört.

Die Geschichte beginnt aber auf jeden Fall sehr unterhaltsam, würd mir auch gern die nächsten Teile davon durchlesen.

von Draghir

Re: Einstieg in mein Science Fiction Projekt

 
Hallo Anby,

nun auch noch einen kleinen Kommentar von mir :oops:

Also, als "Mädchen" verstehe ich schon den Großteil, bis auf diesen V-Fall, was Jeanie schon gesagt hat...und dann, warum darf er eigentlich niemanden anrufen oder so? Also, wenn zu mir zwei Typen kämen und mich irgendwohin nehmen wöllten, dann würde ich jemandem bescheid geben wollen...erst recht als Student.
Und dann, du schreibst so schön aus der Ich-Perspektive, aber da fehlen mir noch ein paar Gefühle von deinem Protagonisten...ist er verwirrt? genervt? hat Angst usw.? Mir hilfte es immer viel, wenn ich weiß, wie sich jemand fühlt, um mich in ihn hineinzuversetzen.

Aber sonst gute Story...weiter so :-)

LG Franny

von Franny13

Re: Einstieg in mein Science Fiction Projekt

 
Hallo Anby,

auch von mir mal ein paar Sätze zu Deinem Projekt. Mir ist folgendes aufgefallen:
Während der Leutnant das sagte, baute sich der Feldwebel demonstrativ so vor mir auf, dass ich die Pistole, die er trug, unmöglich übersehen konnte.

Ist das vielleicht aus irgendeinem Krimi ?
Wenn sich jemand demonstrativ vor mir aufbaut, egal ob Militär oder Polizei, dann achte ich doch nicht darauf, was Derjenige am Gürtel hängen hat (die haben kein Schulterhalfter!). Und wenn man mir die Waffe dort zeigen will, dann müßte Derjenige sich quer zu meiner Front aufstellen, was wohl so nicht gedacht ist oder ?

Ich habe nicht die Figur Adonis, eher als hätte ich hin verputzt.

Und auch diesen Satz verstehe ich überhaupt nicht.

Gruß Dieter

von bludie