[SciFi]Epic SF Romananfang

[SciFi]Epic SF Romananfang

Beitragvon Rooibos » 20.07.2013, 01:59

Ahoi ihr Raumratten,
hier mal was von mir.
Soll der Anfang einer epischen SF-Reihe sein, voller Intrigen, Raumkämpfe, diplomatischen Verwicklungen undunund.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir, neben allgemeiner Kritik, zwei Fragen beantworten könntet:
1. Wen macht ihr als Prota aus?
2. Würdet ihr weiterlesen wollen?

Danke und viel Spaß!

---

"Passt gut auf da draußen", knarzte es aus dem Digikom des Cockpits. "Die Piraten haben gestern einen asjethischen Frachter überfallen."
"Vielleicht stillt das ja auch ihren Hunger auf uns. Teban 114 Ende und aus." Hadar legte den Schalter um, der das Schürferboot von der Raumstation abkoppelte. Da das Boot zum Einladen mit dem Heck angelegt hatte, offenbarte ein Blick aus den runden Sichtluken nur ein paar Antennen, die neben dem Hangar in den Raum hineinragten. Doch der Schein trügte: Vor dem Boot lag ein mächtiges Asteroidenfeld, dessen Felsen und Trabanten vom schwarzen Schatten des Planeten Gal Fa'ad verschluckt waren.
"Autopilot ist online", sagte der Informationssklave in seinem Sitz neben Hadar.
"Anschnallen, Sklaven. Start in acht Sekunden. Auf dass wir fette Beute machen", hörte R-2017 im Maschinenraum den Lautsprecher quäken. Sie nickte ihrem Kollegen S-8920 zu und beide nahmen auf den spartanischen Metallsitzen Platz.
Hadar drückte daraufhin einen weiteren Schalter, und die Teban 114 entglitt der Sphäre der Raumstation, hinein in das schwarze, tiefe Nichts, das zwischen der Station und dem Asteroidenfeld lag.

***

Es war ihr erster Flug mit S-8920, also versuchte sie, sich mit ihm gut zu stellen. Eine Woche Flug konnten eine lange Zeit sein auf einem Boot mit so wenig Rückzugsraum, und sie wusste, dass im Notfall ihr Leben von ihm abhängen würde und seines von ihr.
"Du musst neu im Geschäft sein", merkte R-2017 an.
"Ich bin bereit für meine Aufgabe", gab er trotzig zurück.
Ohje, dachte die Reparatursklavin. Das war wohl kein guter Start.
"Das bezweifle ich auch nicht. Ich meine, an deiner Nummer kann man es ablesen. Du bist kräftig und groß - " tatsächlich überragte sie der Schürfersklave um zwei ganze Köpfe - "und damit wie geschaffen für die schwere Arbeit."
Er reckte den Hals und lehnte sich zurück. "Sind alle Reparatursklaven so klein?"
"Nein. Aber es hat viele Vorteile - man kommt überall hin. Lüftungsschächte, enge Stellen, unter die Antriebe. Aber so klein bin ich auch nicht." Sie zwinkerte ihm zu, er schmunzelte und das Eis war gebrochen.
"Wie lange bist du hier?", fragte R-2017.
"Seit zwei Wochen. Ich hasse es. Ich war früher Soldat und gewohnt, Befehle zu empfangen. Aber ich hatte meinen eigenen Willen. Jetzt habe ich dieses Ding im Kopf" - er tippte sich auf die Schläfe, wo eine frische Narbe prangte - "und es bleibt uns nichts anderes übrig, als zu gehorchen. Sie degradieren uns zu Maschinen."
R-2017 nickte verständnisvoll und strich ihm über den Arm. "Es gibt einen Weg, ein Mensch zu bleiben."
"Und der wäre?"
Sie reichte ihm die Hand. "Ich heiße Alev. Alev Ragh."
"An Quy", sagte der Schürfersklave. "Ich stamme von den Monden von Bog'dor."

***

Die Tage vergingen. Die Besatzung verbrachte sie mit Kartenspielen und wilden Erzählungen.
"Ich war Korporal der sejethischen Armee", sagte An Quy. "Bevor der Krieg endete, erhielt meine Einheit einen letzten Befehl - ein Himmelfahrtskommando. Ich bin desertiert, so kam ich in diesen Teil der Galaxis. Piraten nahmen mich gefangen und haben mich an die Tebaniumföderation verkauft. Jetzt also bin ich ein Schürfersklave."
"So ähnlich klingt die Geschichte aller Sklaven in der Föderation", sagte I-466. "Nur meine nicht. Ich bin auf den Monden von Gal Fa'ad geboren. Habe immer dort gelebt."
"Deshalb hat Viersechssechs auch keinen Loyalitätschip", sagte Alev und klopfte ihm auf die Schulter. "Er kennt nichts anderes und will auch nirgendwo anders hin. Aber eines Tages wird er seine Meinung vielleicht ändern."
"Das glaube ich nicht", sagte der Infosklave. "Abgesehen davon ist es unmöglich, ein Schiff zu finden, das die Föderation jemals verlassen würde."
"Das stimmt nicht ", widersprach Alev. "Irgendwie muss das Tebanium ja an den Rest der Galaxis geliefert werden. Also muss es auch Schiffe geben, die es dort hinliefern. Als Infosklave müsstest du das doch am Besten wissen."
An Quy fixierte ihren Blick. "Und hast du jemals ein solches Schiff gesehen?", fragte er.
"Nein." Ihr Atem stockte. "Aber das heißt nicht, dass es sie nicht gibt."
Im gleichen Moment knarzte Hadars Stimme durch das Digikom.
"Schluss mit dem Gerede, aufrührerisches Pack. Wir nähern uns unserem Ziel. Alle auf ihre Stationen!"
I-466 eilte ins Cockpit und Alev stand auf, um zu gehen. Doch An Quy ergriff ihr Handgelenk.
"Wenn es diese Schiffe gibt, muss ich sie finden", sagte er. "Und ich brauche dafür deine Hilfe."
Ihr Blick huschte zum Cockpit und sie schaltete das Digikom am Handgelenk aus. "Darauf stehen hohe Strafen", sagte sie und lehnte sich zu ihm vor. Sie wisperte in sein Ohr: "Und wenn es einen Weg hier weg gäbe, hätte ich ihn schon genutzt."
"Lass uns das auf meine Art regeln."
"Natürlich - auf die Art eines Sklaven." Sie tippte an seine Schläfe und schüttelte den Kopf.
An Quy reckte das Kinn vor. "Auf die Art eines Deserteurs..."
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Re: Epic SF Romananfang

Beitragvon Lyli » 21.07.2013, 10:14

Hallo Rooibos,

dann mache ich mich mal ans Kommentieren deines Textes. 8)
Nimm dir was dir gefällt, den Rest lass liegen.

Zunächst einige kleinere Anmerkungen und abschließend beantworte ich deine beiden Fragen.

"Vielleicht stillt das ja auch ihren Hunger auf uns.


Wieso das "auch"? Würde ich rausschmeißen.

Vor dem Boot lag ein mächtiges Asteroidenfeld,

Hier stelle ich mir vor, dass das Boot sobald es ablegt schon fast im Asteroidenfeld drin ist, dass das schwarze Nichts nur so aussieht und die Felsen versteckt, wie du es ja auch beschreibst ...
die Teban 114 entglitt der Sphäre der Raumstation, hinein in das schwarze, tiefe Nichts, das zwischen der Station und dem Asteroidenfeld lag.

und hier gibt es plötzlich doch ein ganzes Stück an "Nichts" zwischen ihnen und dem Asteroidenfeld ... :thinking:

"Anschnallen, Sklaven. Start in acht Sekunden. Auf dass wir fette Beute machen", hörte R-2017 im Maschinenraum den Lautsprecher quäken.

Wenn ich das richtig sehe springst du hier im Raum des Geschehens. War zunächst noch Hadar in seinem Cockpit Handlungsort bin ich nun plötzlich bei R-2017 im Maschinenraum. Mich als Leser hat das etwas verwirrt. Vielleicht von Anfang an im Maschinenraum sein und R-2017 alles über den Lautsprecher mithören lassen?
Aber das ist natürlich Geschmackssache.

Es war ihr erster Flug mit S-8920, also versuchte sie, sich mit ihm gut zu stellen. Eine Woche Flug konnten eine lange Zeit sein auf einem Boot mit so wenig Rückzugsraum, und sie wusste, dass im Notfall ihr Leben von ihm abhängen würde und seines von ihr.
"Du musst neu im Geschäft sein", merkte R-2017 an.

Hier wird zunächst nicht eindeutig klar, dass "sie" R-2017 ist. Du könntest es dem Leser einfacher machen, in dem du das "sie" im ersten Satz durch R-2017 ersetzt. Also folgendermaßen:
Es war ihr erster Flug mit S-8920, also versuchte R-2017 sich mit ihm gut zu stellen. ...

Ohje, dachte die Reparatursklavin. Das war wohl kein guter Start.

Der Satz stört mich irgendwie. Zuerst schilderst du die Vorgänge in Alev in direkter Form (siehe erster Absatz) und jetzt benötigst du diesen Zwischenschub "dachte die Reperatursklavin". Finde ich unnötig. Solltest du es eingebaut haben um deutlich zu machen, dass sie eine Reperatursklavin ist dann möchte ich dazu anmerken, dass du es nicht brauchst. Es wird auch so deutlich. Darum würde ich den Satz etwas umformulieren:
Vielleicht in einer Art direkter Gedankenrede ? : Ohje, das war ja mal kein guter Start. Dann auch im Text kursiv gesetzt.

R-2017 nickte verständnisvoll und strich ihm über den Arm. "Es gibt einen Weg, ein Mensch zu bleiben."
"Und der wäre?"
Sie reichte ihm die Hand. "Ich heiße Alev. Alev Ragh."
"An Quy", sagte der Schürfersklave. "Ich stamme von den Monden von Bog'dor."

Gefällt mir.

Noch eine Frage zu der Szene. Würde jemand, der zum Sklavendasein gezwungen wurde und es eigentlich nicht will, wirklich so
"Ich bin bereit für meine Aufgabe"
antworten?
Beim ersten Lesen ist es mir nicht aufgefallen aber beim Nachdenken im Nachhinein kam es mir dann doch eigenartig vor. Man sollte meinen, dass er diesen "Job" hasst und es ihm doch ganz egal ist, ob er ihn nun gut oder schlecht ausführt. Würde so jemand einen Stolz auf seine Arbeit entwickeln? :?:

Nun zu deinen Fragen.

Wen macht ihr als Prota aus? R-2017.
Würdet ihr weiterlesen wollen? Ja.

Alle Anmerkungen meinerseits beziehen sich nur auf Kleinigkeiten. Im Großen und ganzen gefällt mir dein Schreibstil sehr und ich würde gerne weiterlesen.

Lg
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Re: Epic SF Romananfang

Beitragvon Jason » 22.07.2013, 12:46

Hallo Rooibos! Vielen Dank für deinen Text, den ich mir gerne durchgelesen habe.

Ich komme direkt zu deinen Fragen:
1: R-2017 / Alev Ragh
2: Vermutlich nicht

Du schreibst flüssig und ohne Fehler. Der einzige Punkt an dem ich gestutzt habe, war der auch schon von Lyli festgestellte Sprung im ersten Absatz. Ich würde dann im zweiten Absatz einfach den Funkspruch wieder aufgreifen.

Nach dem metallischen Plärren des Lautsprechers nahm R-2017 auf einen der spartanischen Sitze platz, direkt neben S-8920, dessen massiver Körper sie um mindestens zwei Köpfe überragte.


Und als Einstieg in die weitere Szene nutzen.

Mir gefällt die Welt, die du beschreibst und ich kann mich mit den bisher vorgestellten Charakteren gut identifizieren.Der Hintergrund hat viele interessante Elemente: Sklaven mit Implantaten im Gehirn, Schürfboote in Asteroiden, eine Föderation, und die Andeutung des Grundkonflikts, nämlich dem, dass die Sklaven fliehen wollen und dafür eine bestimmte Art von Schiff finden müssen.

Warum würde ich trotzdem eher nicht weiterlesen? Nun es liegt für mich an der Präsentation deiner Geschichte, durch die bei mir das Wichtigste nicht richtig aufkommen will: Spannung!

Der Grundkonflikt ist zwar da, aber es werden mir zu wenig Fragen aufgeworfen, zu wenig Konflikte präsentiert, als dass ich darauf brenne zu wissen, wie es weitergeht. Mir werden die Informationen präsentiert, aber ich kann sie nicht richtig erleben. Die Gespräche wirken für mich aufgesetzt und scheinen primär die Funktion zu haben, mir als Leser, Informationen über deine Welt mitzuteilen.

Das wird vor allem bei den Gesprächen zwischen den Sklaven mehr und mehr deutlich. Sie sprechen mir zu offen miteinander, niemand hält sich zurück, zögert, ist misstrauisch. Dabei sprechen sie relativ offen über Rebellion und ihr Kapitän und vermutlich Besitzer hört das Ganze auch noch mit und es scheint ihn überhaupt nicht zu stören. Hier würde ich erwarten, dass das Vertuschen der Aktivitäten mehr im Vordergrund steht. Dass erst am Ende das Digikom ausgeschaltet wird, fällt da nicht mehr ins Gewicht, sie haben ja schon davor offen über die Suchen nach einem Fluchtschiff gesprochen.

Du breitest alle Informationen offen aus, ich muss mich nicht anstrengen, mir nicht selber etwas zusammen suchen oder Vermutungen oder Spekulationen anstellen. Es hätte mir besser gefallen, wenn du einzelne Informationen weggelassen hättest. Zusätzlich fehlen mir die Details, die das ganze lebendiger machen.

Vielleicht ein paar Beispiele, was ich damit meine, was ich in der zweiten Szene spannend empfunden hätte.

Die rote Digitalanzeige zählte die Sekunden herunter und die ersten Vibrationen der startenden Maschinen rüttelten sie durch.

[...]

Der Sklave neben ihr war kräftig und muskulös, seine Haare waren kurz geschoren und er blickte stur gerade aus. S-8920 stand auf seinem Overall.

"Du musst neu im Geschäft sein."

"Ich bin bereit für meine Aufgaben." Sein Blick war immer noch nach vorne gerichtet.

[...]

"Ich bin es gewohnt Befehle zu empfangen, aber nicht so." S-8920 deutete auf seine Schläfe, die von einer frischen Narbe verunziert wurde.

R-2017 konnte es ihm nicht verübeln, kein Sklave gewöhnte sich an den kleinen Schalter im Kopf, der sie zwang ihrem Besitzer bedingungslos zu gehorchen. Sie nickte verständnisvoll.

"Sie degradieren uns zu Maschinen und wir müssen die wahnwitzigsten Sachen ausführen. Genau wegen so einer Scheiße, bin ich damals desertiert!"


Ich wollte jetzt nicht die gesamte Szene umschreiben, aber ich hoffe es ist klar geworden, was ich meinte. Andeutungen, Informationsfetzen, so dass ich nach und nach mehr erfahren möchte. Gleiches bei der Szene danach.

An Quy schaute auf seine Karten und verzog irritiert das Gesicht, kein Wunder dass er so häufig verlor. I-466 schien es auch bemerkt zu haben und lachte laut auf: "Keine guten Karten Acht-Neun-Zwanzig?"

Der Schürfsklave sah mit zusammengekniffenen Augen zu I-466, bevor sie sich plötzlich weiteten: "Wieso hast du eigentlich keine Narbe?"

"Viersechssechs ist auf den Monden von Gal Fa'ad geboren. Der braucht keinen Loyalitätschip, stimmt doch Viersechsechs."


Die Enden der letzten beiden Szenen gefallen mir in der Hinsicht sehr gut. Die Freundschaft wird gut etabliert und die unterschiedliche Herangehensweise an die Flucht kommt gut rüber, nur wie die beiden jeweils dort hinkommen, gefällt mir nicht.

So bin ich zwar gespannt auf den Konflikt, habe aber die Befürchtung, dass mich die Darstellung nicht begeistern wird.

Natürlich ist das nur meine Meinung und anderen mag deine Art viel besser gefallen. Ich behaupte auch nicht, dass meine vorgeschlagenen Alternativen besser sind, für mich wären sie aber spannender und ich würde eher weiterlesen wollen, deshalb meine ausführlichen Beispiele.
Wenn das nicht dein Stil ist oder für dich nicht in Frage kommt ist das auch in Ordnung. Wie bereits erwähnt, ist es nur meine persönliche Meinung.

Ich hoffe, sie konnte dir trotzdem helfen.
Jason
 
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Re: Epic SF Romananfang

Beitragvon AnTBensOr » 23.07.2013, 16:15

Jo Rooibos,

zu deinen Fragen:
1. Entweder Alev oder An. Vielleicht beide? Im zweiten Absatz liegt der Fokus eher auf Alev, weswegen ich sie zuerst genannt habe. Allerdings gibt dieser kleine Ausschnitt für meinen Geschmack nicht genug Stoff für ausreichend gestützte Hypothesen her.
2. Ich würde vielleicht weiter lesen wollen. Aber erst einmal möchte ich mehr Text sehen. Der Ausschnitt ist mir einfach zu kurz.

Eigentlich mag ich es nicht, zu kurzen Texten eine Meinung zu schreiben. Allerdings tue ich es hier, weil ich die Idee gut finde.
Erst einmal das Schürferboot. Ich finde alles toll, was mit Minen zu tun hat! Allerdings würde ich es schön finden, wenn dies ein bisschen mehr beschrieben wird (besonders wenn ich jemand wäre, der bei dem Wort "Mine" einen langen Hals bekommt). Das Einzige was ich weiß ist, dass es einen "Abkopplungs-Schalter", Metallsitze, "Gleit-Schalter", runde Sichtluken und
ein paar Antennen hat.
Ganz ehrlich: ich finde es unheimlich schwer, ein Raumschiff ohne Klischees zu beschreiben. Ich hätte mir aber eine genauere Beschreibung gewünscht.

Statt "Digikom" las ich "Digimon". Ist das "Digikom" es wehrt, einer so abstrusen Verwechslung zu unterliegen? Vielleicht habe ich auch einfach eine Abneigung gegen dieses Wort...
Warum sagst du nicht einfach Intercom? Das ist auch "Digi"tal.
Vielleicht solltest du meine Überlegung aber einfach wegstreichen, da es sich vermutlich nur um eine persönliche Abneigung gegen das Wort "Digikom" handelt.

Teban 114 Ende und aus.

-reicht nicht einfach "Ende"? "Ende und aus" hört sich sehr abgedroschen an. Ich bin kein Funker, aber sagte man früher nicht "Ende UND aus.", damit die andere Seite wusste, dass
keine Antwort mehr erwartet wird und der Frequenzbereich nicht weiter abgehört wird?
Du kannst es selbstverständlich so lassen, ich spreche es nur an, weil es sich für mich wie ein
Klischee anfühlt. Heutzutage sagt das niemand mehr, warum sollte man das in einer Welt in
der Zukunft sagen...

Jemand hat etwas zu dem Asteroidenfeld geschrieben. Ich habe nichts gegen Asteroidenfelder, nur in diesem Fall ist mir nicht die Bedeutung klar geworden. Wäre es nicht besser, mehr auf die Charaktäre einzugehen oder das Raumschiff zu beschreiben, als eine mögliche Gefahr darzulegen, an der das Schiff einfach vorbei fliegt?
Dasselbe gilt für die Piraten, wobei ich diese eher akzeptiere und nicht direkt bemängle wie das Asteroidenfeld, denn Piraten sind interessanter als Gesteinsbrocken im All.

"Anschnallen, Sklaven. Start in acht Sekunden. Auf dass wir fette Beute machen", hörte R-2017 im Maschinenraum den Lautsprecher quäken.

1. "Auf dass wir fette Beute machen."
-begreift der Kapitän die Sklaven in sein "wir" ein? Eigentlich macht ER doch die Beute. Entweder das Verhältnis zwischen Sklaven und Sklaventreiber ist sehr interessant oder nicht sehr ausgefeilt
2. R-2017 hört sich für mich an wie ein Roboter. Wird sie vorher schon vorgestellt? Dann solltest du ihren echten Namen benutzen. Besonders, weil kurz darauf ihr Kollege vorgestellt wird und diese Buchstaben- und Nummerkombinationen nicht gerade leicht zu merken sind und für Verwirrung sorgen.
Außerdem habe ich mich gefragt, wie diese Nummern zustande kommen.... Werden sie in einer universalen Sklavenliste vergeben oder tut dies der Besitzer. Warum bekommen sie überhaupt Nummern, nur, damit sie sich weniger menschlich fühlen?

Eine Woche Flug konnten eine lange Zeit sein auf einem Boot mit so wenig Rückzugsraum, und sie wusste, dass im Notfall ihr Leben von ihm abhängen würde und seines von ihr.

Ich habe allgemein nichts gegen deinen Schreibstil, aber folgende Formulierung finde ich einfach angenehmer zu lesen:
Eine Woche Flug konnten auf einem Boot mit so wenig Rückzugsraum eine lange Zeit sein und sie wusste, dass im Notfall ihr Leben von ihm abhängen würde und seines von ihr.

Die Persönlichkeit der Sklavin wird hier übrigens Recht interessant, wenn man zwischen den Zeilen liest: sie glaubt nicht daran, jemals aus diesem Leben heraus zu kommen, aber andererseits denkt sie daran, zu überleben.
Hier frage ich mich, wer sie nun wirklich ist. Und hier ärgere ich mich, dass ich nicht mehr über sie erfahre, da der Ausschnitt einfach zu kurz ist.

"Nein. Aber es hat viele Vorteile - man kommt überall hin. Lüftungsschächte, enge Stellen, unter die Antriebe. Aber so klein bin ich auch nicht." Sie zwinkerte ihm zu, er schmunzelte und das Eis war gebrochen.

Warum ist das Eis gebrochen? Weil die Reparatursklavin so klein ist und womöglich beim "großen Soldaten" ein paar "Schaltkreise richten" könnte?

"Seit zwei Wochen. Ich hasse es. Ich war früher Soldat und gewohnt, Befehle zu empfangen. Aber ich hatte meinen eigenen Willen. Jetzt habe ich dieses Ding im Kopf" - er tippte sich auf die Schläfe, wo eine frische Narbe prangte - "und es bleibt uns nichts anderes übrig, als zu gehorchen. Sie degradieren uns zu Maschinen."

Wurde vorher schon angesprochen: vollgepackte Dialoge mit einer Menge Story. Schau dir einfach mal an, wie viel Inhalt du in diesen kleinen Abschnitten verpackt hast. Mich stört nicht die Masse an Informationen, sondern wie sie verpackt sind.
Ein kleiner Vorschlag: denk nicht in Fakten, denk in Szenen. Wie sieht der Alltag der Sklaven aus und wie könnte man darin zum Beispiel einbringen, dass An im Gehirn herum gefuscht wurde.
Ich glaube, dass dies auch meinen Vorgänger an deinem Text störte, weswegen er nicht weiter lesen wollte: eben weil dem Leser alles in den Bart geworfen wird und er nicht langsam hinein kömmt.
Besonders der Übergang vom zweiten Abschnitt zum letzten:
Die Tage vergingen.

Dies ist für den Leser zu angenehm. Wie soll man sich in die Situation von Sklaven hineinversetzen, die gemütlich über ihre Vergangenheit reden. Lass sie leiden, darauf willst du immerhin hinaus, oder nicht?

"Natürlich - auf die Art eines Sklaven." Sie tippte an seine Schläfe und schüttelte den Kopf.
An Quy reckte das Kinn vor. "Auf die Art eines Deserteurs..."

Damit ist vermutlich das erste Ziel deiner Geschichte eingeführt, nicht wahr? Irgendwie die Fesseln los zu werden.
An sich ist das ja gut. ABER (hier kommt das große "ABER" mit Gelaber): wenn dies die ersten
vier Seiten deines Buches sind, dann werden viele Leser den Schinken an die Wand klatschen.
Lass dir mehr Zeit darin, eine Idee auszubauen. Lass die Personen nicht nur einen Schalter umlegen und den Rest der Zeit quasseln, lass sie handeln und die Gespräche an der Handlung orientieren.
Das ist genauso auch mein Fehler. Du willst keinen Ausschnitt aus der ersten Fassung meiner Geschichte lesen, denn dies ist ein halbes Sachbuch geworden.


An sich finde ich die Idee gut, sofern du sie weiter ausarbeitest. Das heißt konkret:
1.ein größerer Textausschnitt
2.mehr Beschreibung (Umwelt, Personen, Gefühlswelt)
3.Ausbreitung der Informationen auf den größeren Textausschnitt

Also, falls du noch mal etwas hier hineinsetzen solltest: sag mir Bescheid, ich lese mir dies gerne durch!

Viele Grüße,
Antbensor
AnTBensOr
 
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Re: Epic SF Romananfang

Beitragvon Ojinaa » 26.07.2013, 18:12

Hallo Rooibos,


Vorab:
1. Wen macht ihr als Prota aus?
Alev und/oder An. Aber das entnehme ich nur der Tatsache, dass sie so oft "spielen", nicht der Figurenzeichung oder dem „Potential“ (ich seh nämlich keins).
2. Würdet ihr weiterlesen wollen?
Nein. Erstens weil mich "epische SF-Reihen" nerven (selbst wenn sie gut wären, was sie selten sind). Zweitens, weil mich an diesen Plotskizzen hier nichts zum Weiterlesen reizt. Wenn das so problemlos weiterplätschert, sind die Sklaven bald alle frei – na gut, ein paar "epische Kämpfe" gibt es vermutlich, aber echtes Drama wohl eher nicht.

Und da bin ich schon mitten in der Kritik. Es klang ja schon bei den anderen an: Da entsteht kein Bild. Du spulst einen Plot ab und das so schnell wie möglich. Das hier geht kaum über die Dialogaufzeichnung Marke Drehbuch hinaus. Bilder fehlen, Stimmung fehlt.
Charaktere fehlen. Die Typen, die da agieren sind so glatt und (trotz der Betonung optischer Unterschiede) so gleich und gleichermaßen emotionslos … Pappkameraden nennt man das im Schreibschulenjargon. Klingt das zu hart? Nun ja, es ist auch das größte Problem dieser Textprobe. Sparsame Kulisse kann man verkraften, wenn wenigstens Vollblutschauspieler darin agieren.
Schau mal: Du willst etwas „Episches“ machen. Also so richtig groß und gewichtig. Und die erste Begegnung zweier offenbar sehr wichtiger Figuren beginnt mit einem Vier-Rede-Geplänkel (sie sagt was, er sagt was, sie sagt was, er sagt was – fertig) und schon ist das Eis (war da Eis????) gebrochen. Dann vergehen Tage. In denen offenbar nichts passiert, auch nicht zwischen den beiden. Dann treffen A&A weitere Sklaven. Auch mit denen wird der Neue sofort warm. Oder auch nicht „warm“, das alles ist so stimmungsfrei, ich sehe nur, dass es es nicht rumst. (Was merkwürdig ist, denn ein Sklave sollte einem, der freiwillig Sklavendienst tut, mehr als nur "nicht zugetan" sein. Nur mal als Beispiel.) Und schon plaudert man über Flucht, und niemand nimmt Anstoß daran. Alles geht so glatt durch, wie ein heißes Messer durch warme Butter. Dramatik oder Spannung geht anders. Klar weiß man, dass die nicht einfach den Daumen rausstecken und mit dem nächstbesten Erzfrachter desertieren werden, aber darüber hinaus … Keine Ahnung, was da „episch“ werden könnte.

Langer Rede, kurzer Sinn: Ich glaube, du bist mit den Gedanken viel zu sehr bei der schier unüberblickbaren Zahl ganz grandioser Schlachten, und viel zu wenig bei der im Moment stattfindenden Geschichte. Erzähl doch die erstmal, diese erste wichtige Anfütter-Story! Die, in denen der Leser Kontakt zu den Figuren bekommt, sie kennenlernt und nicht nur kurz mal ein paar Dialoge aufsagen hört. Erzähl uns was von Alev und An – wer sind sie, wie sind sie und wie stehen sie (anfangs und später) zueinander? Wie stehen sie zu den anderen? Und wie sind die so?

Gruß von
jon/Ojinaa
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt. (Klaus Klages)
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Re: Epic SF Romananfang

Beitragvon Rooibos » 26.07.2013, 20:44

Ojinaa hat geschrieben:Langer Rede, kurzer Sinn: Ich glaube, du bist mit den Gedanken viel zu sehr bei der schier unüberblickbaren Zahl ganz grandioser Schlachten, und viel zu wenig bei der im Moment stattfindenden Geschichte.

Hehe, kann die Kritik gut verstehen :mrgreen: auch wenn ich mit episch eher "lang angelegt", "über galaktische Ausmaße" etc. meine. Klar gibt's da auch Schlachten, aber ich intrigiere lieber, und im ersten Teil soll es demnach mehr um Alev gehen, die an bestimmte Mit-Protas der weiteren Handlungsfäden gerät.

Ich finde, ihr habt Recht, dass alles noch sehr schemenhaft und drehbuchartig ist. Vielleicht ist das Problem, dass ich beim Schreiben nicht über diese drei Szenen hinaus geplant hatte und daher die Charaktere noch nicht den Tiefgang haben, den sie bräuchten.

Also plane und plotte ich eifrig weiter, und wenn die Zeit gekommen ist, kommt eine neue Version oder vielleicht gar ein anderer Anfang.

Vielen Dank für's Kommentieren :)
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Re: Epic SF Romananfang

Beitragvon HerrGesangsverein » 13.03.2014, 02:29

Eines vorne weg. Ich bin vollkommen verrückt auf Space Operas!
Um deine zweite Frage also zuerst zu beantworten, ja ich würde das wahrscheinlich zu ende lesen. :D

Was die erste Frage angeht, es ist recht offensichtlich das Alev, bzw. An deine Protagonisten sind. Wobei du natürlich auch einfach nur erst das Augenmerk auf die beiden lenken könntest und dieser Hadar Bursche ist in echt dein Held. Und die beiden Sklaven sind Spione die ihm untergejubelt worden sind um ihn daran zu Hindern seine Freundin aus den Fängen der bösen Mienensklavenhalter zu retten.
Was ich damit meine ist das der Abschnitt viel zu kurz ist um den Protagonisten zu bestimmen. Zumindest wenn es ein längerer Text sein soll. Und das es auch nicht schlau ist all dein Pulver gleich in der ersten Szene zu verschießen. Ich weiß ja jetzt schon was passieren wird!

Besonders schön finde ich aber das du offensichtlich eine Vorstellung von deinem Universum hast, auch wenn so früh im Text das Namedropping eher störend ist.
Für den Anfang wäre ich viel eher interessiert wie das da auf diesem Schiff ist.
Ist das ein modernes Schiff oder ein Schrotthaufen? Ist es laut und schmutzig im Maschinenraum oder eher klinisch sauber wie in Star Trek? Warum hindert der Sklavenchip die beiden nicht daran ihr subversives Gespräch zu führen?
Wozu brauchen die eigentlich Sklaven auf dem Kahn wenn die Zeit zum plaudern haben?
Wäre es nicht viel spannender wenn das Gespräch während der arbeit ablaufen würde?
Stell dir vor Alev hockt irgendwo im Antriebskern und muss schreien um sich mit An zu unterhalten.

Warum erzählt er ihr denn eigentlich von seinem Fluchtplan? Wenn der immer so unvorsichtig ist wird das wohl nie klappen. Und wäre es nicht viel schöner wenn sie es heraus findet und ihn erpresst sie mit zu nehmen?
Vielleicht hat er ja eine Methode gefunden den Sklavenchip zu deaktivieren.

Wenn es wirklich ein längerer Text werden soll lass dir doch viel mehr Zeit, oder soll das wie in Perry Rodan werden wo auf 150 Seiten auch 150 Jahre vergehen?
Wenn du uns so schnell mit Informationen über deine Figuren und dein Universum bombardierst nimmst du uns doch die ganze Spannung.

Wenn ich Sci Fi lese will ich das jeweilige Universum erkunden, um das echte zu sehen bin ich ja leider in der falschen Zeit geboren worden. Ich will Fragen stellen können und wenn ich darauf Antworten bekomme will ich das diese Antworten neue Fragen auf werfen.
"Mein Junge, du riechst wie ein frischer Schinken an einem Sommermorgen!"
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