[Ort] Fiktionale oder reale Handlungsorte?

Hier können Weltenbastler ihre eigene Welt erschaffen. Wenn du beim Welten bauen Unterstützung brauchst z.B. Namen für Charaktere, Orte, Wesen etc. suchst, ist hier der richtige Ort.

Wo siedelst du deine Geschichten an?

An realen Orten
65
28%
An fiktiven Orten
79
34%
In eigenen Welten
86
37%
 
Abstimmungen insgesamt : 230

Re: [Ort] fiktiv oder real - was passt besser?

Beitragvon Yllen07 » 24.08.2014, 19:02

naph hat geschrieben:Also, was denkt ihr? Würde ein fiktiver Handlungsort besser passen als ein realer? Oder ist es ebenso möglich da ganze nach bspw. England zu packen? Und wenn real, wie könnte man die magischen Aspekte abgrenzen/ geheim halten?


Ich denke, beides hat seine Vor- und Nachteile, die du selbst ja auch schon angeführt hast. Ich persönlich bevorzuge die reale Welt. Aber andere Leser wollen genau das Gegenteil. Es wird sicher ein ganzes Stück Arbeit werden, wenn du wirklich eine Welt neu aufbauen willst. Wenns nicht komplett ausgereift ist, könnte das Unstimmigkeiten hervorrufen.

Was den Bezug zur realen Welt angeht: In Chroniken der Unterwelt gibt es eine Art Zauberglanz, die den Menschen die magische Welt verbirgt, obwohl sie direkt vor deren Nase liegt. Eine einfache Möglichkeit, die Magie verschwinden zu lassen. Eine andere wäre, dass die Menschen vllt. genetisch bedingt nicht in der Lage sind, etwas Übernatürliches reell wahrzunehmen. Oder sie haben eine Art sechsten Sinn, der sie vor solchen Dingen schützt und daher jede Begegnung mit Magie, etc. einfach direkt wieder vergessen lässt.

Man könnte daraus natürlich auch einen Konflikt kreieren. Niemand darf je etwas davon erfahren, sie müssen ihr Geheimnis gut hüten, wie bspw. in Twilight.

Oder Menschen sind einfach ganz bewusst Teil der magischen Welt. In Chicagoland Vampires outen sich die Vampire, andere Rassen folgen später. Und auch in der Sookie Stackhouse Reihe werden die Übernatürlichen einfach der Öffentlichkeit präsentiert, was natürlich riskant ist, aber andererseits auch Verbündete schafft.

Hoffe, das hilft dir irgendwie weiter.
Wo wir am tiefsten lieben, sind wir am leichtesten verwundbar;
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Re: [Ort] fiktiv oder real - was passt besser?

Beitragvon LucretiaLancetta » 24.08.2014, 19:19

Hi!

Für mich persönlich ist sowohl das eine als auch das andere vorstellbar. Ich möchte einfach ein paar Vorschläge/Gedanken zum realen Schauplatz in den Raum werfen.

Zum einen könnte in deiner alternativen Realität kein Grund bestehen, Magie etc. geheim zu halten. Dabei müsstest du allerdings überlegen, inwieweit die Gesellschaft grundlegend anders wäre als jetzt (also ein wenig alternative Geschichtsschreibung ...).
Zum anderen zur Geheimhaltung: Dafür braucht es einen Grund. Wäre zumindest schön. :wink: Warum nutzen Magier nicht ihre Kräfte, um sich selbst Vorteile/Machtpositionen zu schaffen?
Meistens wird eine Art Geheim- oder Scheingesellschaft aufgebaut, die sich von der "normalen" Gesellschaft abschottet (hier die Frage: gibt es Berührungspunkte? [Magier aus Nichtmagierfamilien/Mischehen/...] Wie sieht es mit Verwaltung/Regierung aus? etc); das geschieht in verschiedenen Graduierungen (recht extrem zum Beispiel bei Harry Potter, wo die Zauberer angeblich gar keine Ahnung von den Nichtmagiern haben und ich mich immer frage, woher sie Sachen für den täglichen Bedarf nehmen, die anscheinend in der Winkelgasse nicht verkauft werden, oder ob sie offizell gemeldet sind oder quasi "illegale" Einwohner).
Geheimhaltung kann durch Magie funktionieren: den Leuten suggerieren, gewisse Orte würden nicht existieren/ganz anders aussehen, oder dass die seltsamen Dinge um sie herum gar nicht so seltsam sind; die Leute blind für Magie machen oder sich auf andere Dinge konzentrieren lassen. Das größte Problem hieran sind die Mitglieder der Scheingesellschaft selbst, was passiert, wenn die sich verquatschen? Wacht einer darüber und bestraft sie dann dafür? Was passiert, wenn ein Normalo doch das Übernatürliche entdeckt? Muss er sich den Magiern anschließen, oder den Magiejägern, oder wird ihm ein Loch ins Gedächtnis gerissen? Muss er fliehen und sich den Rest seines Lebens verstecken?

Soweit erst mal :wink:
LG
Lucretia
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Re: [Ort] Fiktionale oder reale Handlungsorte?

Beitragvon naph » 26.08.2014, 09:40

Vielen Dank für die interessanten Aspekte, ihr zwei. Daran, dass die Magier und normalen Menschen miteinander leben ist interessant. Hab ich schon lange nicht mehr "gesehen" (oder es kommt mir nur so vor :')) und schon gar nicht dran gedacht.

Gewiss würde es einiges erleichtern, als auch Konflikte schaffen. Eifersüchtige und begeisterte Menschen, ängstliche Könige/Führungspositionen die dem Frieden nicht ganz trauen, und dann eh die magischen Aspekte. Ja, sehr interessant.

Mit der alternativen Geschichtsschreibung meinst du die Frage nach dem Warum, oder? Also, warum die beiden Gesellschaften zusammen leben?
Beispielsweise gegenseitige Vorteile, gemeinsam gewonnene Kriege, Verträge wie 'Wir bieten euch Schutz, ihr uns Akzeptanz und einen Platz zum bleiben' etc.

Der Konflikt im Plot (Tod des Königs) würde dann gleichzeitig die Menschen ängstigen. Schließlich ist etwas passiert, was niemand für möglich gehalten hat...

Definitiv etwas, was ich sehr interessant finde. Vielen Dank dafür!

- naph
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Re: [Ort] Fiktionale oder reale Handlungsorte?

Beitragvon LucretiaLancetta » 26.08.2014, 11:13

naph hat geschrieben:Mit der alternativen Geschichtsschreibung meinst du die Frage nach dem Warum, oder? Also, warum die beiden Gesellschaften zusammen leben?
Beispielsweise gegenseitige Vorteile, gemeinsam gewonnene Kriege, Verträge wie 'Wir bieten euch Schutz, ihr uns Akzeptanz und einen Platz zum bleiben' etc.

Unter anderem. Auf der anderen Seite könnten durch den Einsatz bzw. das Vorkommen von Magie auch einige Sachen anders abgelaufen sein (müssen aber nicht) oder sich andere politische Verflechtungen ergeben haben. Wenn Magie allseits bekannt ist, werden dann auch Nichtmagier in gewissen theoretischen Aspekten unterwiesen? War Napoleon Magier und hat deshalb die letzten Schlachten verloren (oder gewonnen, das zeiht allerdings einen ganzen Rattenschwanz an Folgen nach sich ...)? Hat die Mondlandung nie stattgefunden, weil die Magier die Entwicklung der Raketen verhindert haben oder war sie vielleicht erst möglich, weil die Magie der Technik unter die Arme griff etc?
Über so was nachzudenken kann Spaß machen (aber auch ausufern) :wink:
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Re: [Ort] Fiktionale oder reale Handlungsorte?

Beitragvon Max S » 20.09.2014, 11:40

Bei mir kommt es auf die Handlung an.
In meinem letzten Projekt ging eine Menge schief (Krieg), und das macht natürlich kein gutes Image für irgendeine Stadt.
Also habe ich für das Projekt eine Stadt konstruiert.
Bei meinem neuen Projekt spielt der Ort nur eine untergeordnete Rolle, also habe ich die Handlung in meiner Heimatstadt angesiedelt.
Dadurch kann ich meine Ortskenntnis einfließen lassen, wodurch die Story meiner Meinung nach gewinnt.

Max
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Re: [Ort] Fiktionale oder reale Handlungsorte?

Beitragvon Bonaventura » 20.09.2014, 11:59

Eigentlich immer fiktive Orte, angelehnt an reale. Für mich die ideale Kombination aus Freiheit in der Gestaltung, bei der man sich nach Belieben an realen Orten bedienen und Unpassendes abändern kann, ohne die Notwendigkeit, eine ganze "Welt" zu entwerfen (die dann doch häufig wieder nur an die reale angelehnt ist), und ohne Lokalkenner mit "Aba das is doch ganz anders..." auf den Plan zu rufen. Ein bißchen wie Lovecrafts Neuengland, dem er einfach nur Städte, Flüsse und Landschaften nach seinem Geschmack hinzugefügt hat. Oder wie die Autoren der Romantik, die ihre Geschichten häufig einfach lapidar in der Stadt "B." "G..." oder "K" stattfinden lassen.
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Re: [Ort] Fiktionale oder reale Handlungsorte?

Beitragvon KaLis1988 » 01.10.2014, 09:29

In meinen Geschichten die ich bis jetzt angefangen habe bin ich immer sehr in der Realität gelandet. Ich habe eine Zeit lang versucht fiktive Welten zu erschaffen was dann dazu geführt hat dass sie nachher ewig viel Zeit in Anspruch genommen haben und doch fast zu 75% der Realität entsprachen. Deswegen bevorzuge ich einen Mix aus Realität dem eine Priese Kreativität die zu Originalität verhilft :lol: . Aber Spaß bei Seite ich mache es so das immer wenn ich einen Ort verwenden will an dem ich nie war mache ich entweder eine Virtuelle Führung (danke Google Maps) oder ich bemühe einen meiner Verwandten oder Bekannten die alle vom Fernweh geplagt sind und sogar schon bis auf Bohrinseln vorgedrungen sind, mir alles zu erzählen oder sogar Bilder zu bekommen. Letztendlich muss es sich doch richtig anfühlen beim Lesen, und ich hatte auch schon Szenen die ich kurzer Hand umziehen lassen musste weil sie absolut nicht da hin gepasst haben.


Fazit von mir : Mix aus Realität mit einer Priese Fiktion.

Hoffe mein erster Kommentar ist gelungen :oops:
einen schönen Tag noch
KaLis
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Re: [Ort] Fiktionale oder reale Handlungsorte?

Beitragvon Ruvanna » 18.01.2015, 20:31

Ich buddel mal diesen alten Thread wieder aus, weil ich beim Kramen im Forum darüber gestolpert bin.
Für mich kommen nur reale Orte in Frage, aus dem einfachen Grund, weil ich zu faul bin, mir meinen Kopf über Dinge neu zu zerbrechen, die es schon in interessanter Form gibt. Die kleinen Kuhkäffer in Deutschland, USA oder Schottland haben den Vorteil, dass sie keiner kennt, und sie klingen, als wären sie eh ausgedacht. Benutzt man eine große bekannte Stadt, reicht es, einige allgemein bekannte Plätze zu erwähnen, dann weiß jeder, wo die Geschichte spielt, während gleichzeitig jede Stadt über unbekannte, verruchte Ecken verfügt, in denen man selbst Vampire und Drogengangster aussetzen kann.
Ausgesprochen spannend finde ich ja den Widerspruch zwischen "langweiligen" Dörfern, in denen plötzlich etwas Außergewöhnliches passiert und "interessanten" Städten, in den die Zeit dahintröpfelt wie Senf aus der Tube.
Für meine Geschichte (Werwolf) finde ich den Kontrast zwischen dem wilden Hauptcharakter und dem ruhigen schottischen Dorf besonders reizend.
Und ja: ich kenne Schottland wie meine Handfläche und liebe es, meine Geschichte ausgerechnet hier spielen zu lassen.
Zum Schluss zieht es alle nach Kanada (wegen der unendlichen Wälder) aber da werde ich mal Tante Google um Hilfe bitten... :lol:

LG und sorry wegen des Ausbuddelns
Ruv
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Re: [Ort] Fiktionale oder reale Handlungsorte?

Beitragvon unkompliziert » 21.01.2015, 11:29

Freche Bemerkung am Rande:

Erwähnst du irgend ein kleines Kaff, dass bisher keine Aufmerksamkeit bekommen hat, kannst du wenigsten sicher sein, dass sich ein paar von den Anwohnern dort für das Buch "ködern" lassen, weil es ja in IHRER STADT spielt.

Ich wohne in einer Mittelstadt, und es gibt wenigsten 4 Bücher die dort spielen und die eigentlich kaum was taugen. Trotzdem wurden sie gedruckt. Es gibt Verlage, die sich darauf spezialisiert Städte mit ihren eigenen Lokalkrimis zu versorgen. Es ist halt ein Werbeschachzug.
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Handlungsort - real, fiktiv- die Mischung macht's?

Beitragvon Zukunftsträumer » 06.04.2015, 20:56

Moin, moin!

Ich habe da mal eine Frage, die vielleicht nicht ganz so einfach zu verstehen ist.
Dennoch stelle ich sie mal möglichst verständlich:

In der Geschichte, in dessen Entwicklungsphase ich gerade stecke, geht es darum, dass der Prota nach dem Tod seiner Eltern zu einem ihm unbekannten Verwandten, in diesem Falle einem Onkel, der sich schon lange vor der Geburt des Protas von der restlichen Familie abgewandt hat, geschickt werden soll. Da der Prota noch minderjährig ist, wird er gar nicht lange gefragt und von den Verwandten, die er zwar kennt, die ihn aber nicht bei sich haben wollen, als Spielball hin- und hergespielt und dem ahnungslosen Onkel praktisch untergeschoben. (In ähnlicher Manier halt wie bei Heidi und dem Großvater :mrgreen: )

Aber darum soll es gar nicht gehen. Sondern...der Onkel lebt auf einer kleinen Insel, vielmehr einer Hallig in der Nordsee. Und meine Frage ist nun, was besser rüberkommt: soll ich mir eine reale Hallig als Vorbild nehmen, sie beschreiben und so weiter (ich selbst war bisher nur auf einer), wäre es schlimm im Falle einer Veröffentlichung (ich bin jetzt mal so verrückt und errichte dieses Luftschloss), wenn ich eine komplett neue Insel erfinden würde und die dann praktisch als Mischung mit der realen Hallig, die mir am besten gefällt, aufbaue?
Hauptsächlich geht es mir darum, dass ich die Umgebung, in der die Geschichte spielen soll, möglichst realistisch rüberbringen will, was ja nicht sonderlich verwundert, oder? Es geht um die Beschreibung. Und da ich nicht die Zeit habe, mal da eben hinzufahren, aber bruchstückhafte Erinnerungen an eben jene mir bekannte Hallig habe und mir Informationsquellen via Internet zur Verfügung stehen, wollte ich halt wissen, ob ihr zwanghaft eine reale Hallig als Handlungsort haben wollen würdet oder ihr mit einer fiktiven Hallig leben könntet, die, so war es geplant, aus mehreren realen Halligen/Inseln zusammengebaut bzw. aus den jeweiligen Eigenschaften und Besonderheiten gebildet werden soll und die im Großen und Ganzen realistisch rüberkommen soll?

So, ich hoffe, es ist klar, was ich wissen wollte. Falls nicht, einfach nachfragen.

Ich hoffe, ihr könnt mir helfen!

MfG

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Re: [Ort] Fiktionale oder reale Handlungsorte?

Beitragvon Arminius » 06.04.2015, 22:27

Mir als Leser wäre es ziemlich egal, ob die Hallig real existent ist oder nicht. Viele Leser wissen nicht einmal, dass es sowas gibt, geschweige denn wie sie heißen. Auch sehe ich das Problem, dass auf Halligen nun recht wenig Menschen dauerhaft wohnen. Meistens gibt es dort ja nur eine Handvoll Bauernhöfe, so dass man sich untereinander kennt. Ein Hansen auf Hooge ist dann eher bekannt, als irgendein Hansen in Hamburg, Bremen oder Kiel. Ich weiß nicht, ob es da evtl. Probleme geben könnte. Deshalb wäre ich schon dafür, du würdest eine Hallig erfinden. Dann hättest du auch nicht das Problem mit der genauen Beschreibung der "Miniinsel".

Ich sehe aber noch ein weiteres Problem: Du schriebst, dein Prota sei noch nicht volljährig. Wie alt ist er/sie? Halligen haben zwar eine kleine Dorfschule. In der werden aber nur Grundschulkinder unterrichtet. Sollte dein Prota also aus dem Grundschulalter heraus, aber noch schulpflichtig sein, so ginge er am Festland zur Schule, wohnte dort im Internat und käme nur am Wochenende und den Ferien nach Hause.
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Re: [Ort] Fiktionale oder reale Handlungsorte?

Beitragvon Ratsherr » 07.04.2015, 09:41

@Zukunftsträumer:

Ich kann mich grundsätzlich Arminius anschließen. Entscheide dich für das, was dir passender erscheint, aber achte dabei darauf, bitte entweder einen eigenen Namen für eine Hallig zu erfinden und diese nach deinem Vorschlag darzustellen oder eine bestehende Hallig wahrheitsgetreu in die Geschichte einzubauen und keine Kombination der beiden Optionen, also keine falschen Fakten aus den Fingern zu saugen (z.B. einen Seglerhafen auf die andere Seite der Hallig verfrachten, nur weil es sich für die Geschichte besser eignet) - meiner Meinung nach gibt es nichts Schlimmeres, als in einem Buch von einem Ort zu lesen, dann als Leser nach diesem Ort im Internet zu suchen - was ich z.B. schon mal ganz gerne mache - und dann festzustellen, dass der Autor falsche Informationen verbreitet hat, ob nun aufgrund von fehlender Recherche oder aus dem schlichten Gedanken heraus: "Ach, die Leser werden mir das schon so glauben, wie das hier steht." Das will ich dir natürlich nicht unterstellen, aber so etwas hat es schon oft genug gegeben. ;-)

Eine fiktive Hallig hätte andererseits natürlich auch ihre Vorteile, gerade wenn man (wie ich auch) erst ein- oder zweimal auf einer solchen war und sie nicht so gut kennt wie die Einheimischen. Da würde man als Leser auch bei dem von dir vorgeschlagenen Alternativmodell merken, dass du dir Gedanken gemacht hast. Eine realistische Abbildung ist da mit ein bisschen Google-Hilfe kein Problem, aber ich finde es auch wichtig, das Setting bildlich darzustellen, da - gerade wenn man noch nie an der Nordsee war - von vielen Seiten aus Unwissen über Klima, Landschaft etc. an der Nordsee besteht. Ich erwähne besser gar nicht, wie oft ich vor einem Urlaub an der Nordsee schon von anderen belächelt wurde - "wieso fährt du denn nicht wie ich nach Spanien oder Griechenland? Da hättest du wenigstens schönes Wetter" -, und letzten Endes hatte ich an der Nordsee wesentlich schöneres Wetter als andere am Mittelmeer. ;-) Es ist halt etwas rauer und Stürme können durchaus heftig ausfallen, wenn der Wind mal auffrischt, aber dafür ist auch die Sonne sehr stark und kann für schöne Sommertage sorgen (da kommt es dann darauf an, zu welcher Jahreszeit du die Geschichte spielen lässt, aber das ist ohnehin ein anderes Thema).
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Re: [Ort] Fiktionale oder reale Handlungsorte?

Beitragvon ixti » 27.05.2015, 16:14

Ich gebe meinen Geschichten meistens keinen genauen Handlungsort. :D
In der aktuellen ist es zum Beispiel eine beliebige (eher alte) Stadt mit einer Universität, einem Friedhof, einem Einkaufszentrum, einem Fluss, einem Wald.
Viel näher lege ich mich da nicht fest (eventuell haben Universität oder Einkaufszentrum einen Namen, meistens aber einen, der an dem Gründer mit internationalen Namen (nicht John Smith oder Gerhard Schäfer) orientiert ist). Meine fiktiven Städte könnte man theoretisch sowohl in Amerika, als auch in Deutschland, Österreich oder den Niederlanden ansiedeln. Auch die Namen meiner Charaktere sind deshalb meistens bunt gemischt (entweder internationale Namen oder z.B spanisch/osteuropäisch/... weil eingewandert).

Jetzt meine Frage: findet ihr das problematisch oder könnt ihr euch das vorstellen?
Ich möchte keine pseudo-amerikanische Geschichte schreiben von wegen High School und so, weil meine Geschichte ja auf Deutsch geschrieben ist, aber in Deutschland sehe ich sie auch nicht :roll:
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Re: [Ort] Fiktionale oder reale Handlungsorte?

Beitragvon Julestrel » 28.05.2015, 07:55

Jetzt meine Frage: findet ihr das problematisch oder könnt ihr euch das vorstellen?

An sich finde ich es nicht problematisch, wenn die Stadt keinen Namen hat und nicht genauer definiert ist, wo sie liegt.

Aber du vergisst etwas bei deiner Idee: Das Verhalten, die Kultur, gesellschaftliche Regeln und Rituale. All das zeigt, wo die Geschichte spielt. Ich kenne z.B. Geschichten, die laut Namen und Orten in den USA spielen sollen, aber das ganze Gefühl für mich als Leser schreit "deutsch".

Von dem her glaube ich nicht, dass es einfach umzusetzen ist, dass der fiktive Handlungsort im Prinzip überall auf der Welt sein könnte.


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Re: [Ort] Fiktionale oder reale Handlungsorte?

Beitragvon ixti » 28.05.2015, 14:16

@Julestrel
Erstmal danke für deine Antwort :)
Das mit den kulturellen Elementen ist hier in der Diskussion oft schon aufgetaucht, aber ich muss zugeben, dass ich es nicht ganz verstehe. :oops:
Wenn ich ein Buch lese, habe ich eigentlich nie im Kopf, wo es spielt (es sei denn, es wird ständig beschrieben :roll: ) und merke das auch nicht an Kultur oder Verhalten.
Da mein bevorzugtes Genre Fantasy ist, bringe ich jetzt mal daraus ein Beispiel:
Ein amerikanischer, ein holländischer und ein deutscher Charakter würden auf die Erkenntnis, dass Werwölfe, Feen, Hexen, (was auch immer :D ) existieren, wahrscheinlich alle unterschiedlich reagieren. Bei zwei deutschen Charakteren wäre das ja aber nicht anders? :thinking:
Hängt das Verhalten nicht viel mehr von der Persönlichkeit als von der Herkunft ab?

Und solange ich keine ländertypischen Elemente wie beispielsweise Politik (Königsfamilie oder Bundeskanzler oder Präsident) erwähne, kann ich mir nicht richtig vorstellen, wie sich das Land auf meine Geschichte auswirken würde.

Ich habe den Eindruck, dass ich unterbewusst einfach Elemente aus verschiedenen Kulturen zusammen mische, die mir gefallen.
Die bisherigen Leser meiner Geschichten haben sich daran nicht gestört, allerdings waren das auch Bekannte :lol:

Vielleicht übersehe ich hier auch etwas ganz offensichtliches? :oops: :thinking:
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