[Tragik]Fingernägel

Tragödien, Tragisches

[Tragik]Fingernägel

Beitragvon Eleny » 25.06.2013, 20:28

Ich war genervt von den alten Männern, die mich im Bus immer vernichtend anstarren.
Freu mich wie immer über jede Art von Kritik :)


Ihm war zu kalt, um die Menschen anzusehen. Ihm war zu kalt für ihre gelangweilten Blicke, die Dunkelheit hinter den stumpfen Augen. Im Winter war es besonders schlimm, dann, wenn ihnen nicht einmal der Sonnenschein ein Lächeln ins Gesicht treiben konnte. Manchmal hasste er dieses Land. Hasste es für die langen, dunklen Winter und die Armut, die sich hinter den touristischen Fassaden der Hauptstadt versteckte. Dann wünschte er sich, dass er fort gegangen wäre, als er noch jung genug war. Irgendwohin, wo es besser war. Nach Deutschland vielleicht oder nach Amerika. Jetzt fand er sich zu alt für solche Träume und das Geld hatte er auch nicht. Sie hatten ihm alles genommen, damals als die Sowjetunion zusammen gebrochen war, und auch wenn er sein Leben lang gearbeitet hatte, war die Rente mickrig. Das war hart, besonders im Winter.
Der Bus stoppte und das Ruckeln ließ ihn gegen die Haltestange taumeln. Seine zitternden Hände schlossen sich fester um das rostige Metall. Er hörte das Klicken hoher Schuhe und als der Bus anfuhr, legte sich eine schmale Frauenhand locker auf seine Haltestange. Sie war nicht behandschuht. Deutlich konnte er ihre spitzgefeilten Fingernägel sehen, rosig und mit kleinen Blümchen bemalt. Heute taten die Mädchen solche Dinge, das wusste er. Malten sich kleine Bilder auf ihre Nägel und machten sich unbrauchbar für jede Arbeit, die ein bisschen Handbenutzung erforderte. Sie mussten verzückt von ihrer eigenen, lebensfernen Nutzlosigkeit sein.
Seine Jelena hatte schöne Hände gehabt. Klein und kräftig, rau vom Waschen und hart von der Feldarbeit. Sie hatten viel Blut gesehen und viel Schmerz, genau wie seine eigenen. Doch abends hatten sie die Hände in einander gelegt und manchmal hatten sie sich Geschichten mit ihnen erzählt, wenn die Nachtlampe besonders hell zu scheinen schien. Ohne Jelena blieben seine Hände stumm.
Er konnte den Blick der Nagelanmalerin auf sich spüren. Sie hüstelte leise und begann sich mit irgendeinem Duftwasser einzusprühen. Wie dumm sie war, dass sie sich Teile von sich selbst nahm und mit Parfüm und Lack bedeckte. Nun hob er doch den Blick und schaute einen Moment in ihr junges Gesicht. Vielleicht war sie sechzehn, auch wenn man das bei den Mädchen von heute kaum noch sagen konnte. Sie hatten ihre blauen Augen in tintener Schwärze ertränkt und ihre schmalen Lippen schienen unter der Last der Schminke müde herabzuhängen. Es ist wirklich zu kalt, um die Menschen anzusehen, dachte er und wollte sich abwenden. Für einen Wimpernschlag verschoben sich die Mundwinkel des Mädchens. Sie lächelte und hinter ihrem Lächeln sah er etwas Bekanntes. Es war nicht wirklich da, das wusste er. Vor einigen Jahren hatte er es überall gesehen. In jedem Frauengesicht, in jedem Wort. Er erwiderte den Blick des Mädchens finster und senkte den Kopf zu Boden. Seine Jelena war fort und nichts von ihr war übrig geblieben, in keinem Lächeln dieser Welt. Seine Jelena war fort und sie hatte allen Händen ihren Zauber genommen, allen Wintern ihre Wärme. Seine Jelena war fort und mit ihr war die Liebe gegangen, die er für dieses Land noch übrig gehabt hatte.
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Re: Fingernägel

Beitragvon Juliena » 25.06.2013, 21:31

Hallo Eleny,

bitte, bitte lösch deinen Einführungssatz - der macht die Magie deines Textes total kaputt.. :(

Es ist wirklich eine wunderbare Geschichte. Mir gefällt dein Stil - denn ich finde es beachtlich, wie du dich als doch recht junge Autorin in ein komplett anderes Alter hineinversetzen kannst und den Leser mitziehst. In eine Situation, die man eigentlich gar nicht kennt. Sich nicht wirklich vorstellen kann. Du erzählst sehr autentisch. Der Schmerz gepaart mit Verachtung, Gram - das bringst du gut rüber, ohne es direkt als Worte zu schreiben.

Gut finde ich, wie du den Bogen spannst und am Ende nochmal darauf zurückkommst, dass es doch zu kalt ist, sich die Menschen anzusehen. Das macht die Geschichte rund.

Was mich etwas stört ist das Ende. Die Aufzählungen, wie schmerzlich er seine Jelena vermisst, ist dir an sich recht gut gelungen. Ich würde die Sätze kürzer gestalten, so kommt die Bitterkeit und Trauer besser rüber - denn wenn ein Mensch gefühle hat, denkt er nicht in langen Sätzen - er denkt kurz und schmerzlich.
Ich will dir nichts vorreden, aber zeigen was ich damit meine. Vielleich so:

Seine Jelena war fort. Sie war fort und nichts von ihr war übrig geblieben. In keinem Lächeln dieser Welt. Sie war fort und sie hatte allen Händen ihren Zauber genommen (übrigens eine sprachlich sehr schöne Passage!). [...]


Der Schlusssatz ist wieder inhaltlich toll. Vielleicht würde ich auch den kürzer machen, prägnanter, damit er hängen bleibt und nachwirkt.

Alles in sich eine runde Sache, sehr schöne Geschichte und eine wunderbare Sprache!
Schreib weiter, vielleicht öfter aus solchen Perspektiven. Ich würde mich freuen, mehr davon zu lesen!

Grüße
Juliena

Aber lösch diesen ersten Satz! :D
Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben. Marcus Aurelius
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Re: Fingernägel

Beitragvon Siaska » 21.02.2014, 16:28

Ich kann Juliena nur zustimmen, bitte streiche doch den erklärenden Satz am Anfang.
Es zerstört irgendwie die Stimmung des Textes und wirft ein falsches Licht darauf.

Dein Text gefällt mir aber sehr gut.
Ich konnte mich während dem Lesen richtig in den Mann hineinversetzen und du baust die Spannung wunderbar auf.
Man merkt dem Mann richtig die Verbitterung an und wie er das "Neue" und das "Andere" in der heutigen Welt verabscheut. Die Fingernägel sind da Stellvertretend für diese Andersartigkeit.

Für meinen Geschmack ist der Schluss Inhaltlich zwar sehr gut, aber die Wortwahl gefällt mir nicht so. Ich würde dort nicht dreimal den gleichen Satzanfang (Seine Jelena war fort und ...) verwenden, sondern das anders formulieren. :-)

Aber das ist einfach Geschmackssache, ich würde das nicht tun.

Ansonsten finde ich es eine sehr schöne und traurige Geschichte und ich möchte gerne wissen, was Jelena widerfahren ist.

Lg Sia
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Re: Fingernägel

Beitragvon magico » 21.02.2014, 17:21

Hallo Eleny,

sehr guter Text, bei dem man sich wirklich in die Gedankenwelt des alten Russen einfühlen kann. (großer Pluspunkt)

Ein paar Kleinigkeiten sind mir aufgefallen:

Malten sich kleine Bilder auf ihre Nägel und machten sich unbrauchbar für jede Arbeit, die ein bisschen Handbenutzung erforderte.


Sollte das "sich" nicht durch ein "sie" ersetzt werden? (die Hände, die Nägel)

"Handbenutzung" ist ein seltsames Wort. Gibt es das überhaupt?

Sie hatten viel Blut gesehen und viel Schmerz...


Die Hände hatten Blut gesehen? (klar, soll eine Metapher sein) Eventuell "gespürt" oder besser "spüren müssen".

...wenn die Nachtlampe besonders hell zu scheinen schien.


"scheinen schien"

Wie dumm sie war, dass sie sich Teile von sich selbst nahm und mit Parfüm und Lack bedeckte.


Sie nimmt "sich" Teile von sich selbst?
--> Sie bedeckt Teile von sich selbst mit Parfüm.
Sonst liest es sich, als wären Lack und Parfüm aus ihren Teilen hergestellt.


Alles andere wurde ja schon erwähnt.


Grüße, magico
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Re: Fingernägel

Beitragvon Kelpie » 21.02.2014, 18:24

Grüß dich Eleny,

dein Text hat mich gerade tief getroffen. Ich habe nicht daran gedacht, dass es eine "traurige Geschichte" sein könnte, weil ich nicht über die Rubrik darauf gestoßen bin. Umso überraschender kam es dann. Ich stimme meinen Vorrednern zu, den ersten Satz eventuell zu streichen. Ich sehe in ihm keine Notwendigkeit für die Geschichte, mich hat er eher verwirrt. Lässt er darauf schließen, dass dieses Mädchen du bist? Wenn dem so ist, dann hat es zumindest insofern eine Wirkung, da ich es erstaunlich finde, dass du dich dennoch in diesen alten Mann hineinfühlen kannst.

Dein Gebrauch von Worten ist sehr speziell und äußerst einprägsam. Durch Sätze, die man so nicht gewohnt ist (und die dir so mancher Deutschlehrer rot anstreichen würde), bringst du weit mehr rüber, als es jede Phrase schafft, die man heutzutage in Büchern wieder und wieder und wieder findet.

Im Folgenden die Sätze und Absätze, die mir besonders gut gefallen haben bzw. zu denen ich etwas anmerken möchte:
Ihm war zu kalt, um die Menschen anzusehen. Ihm war zu kalt für ihre gelangweilten Blicke, die Dunkelheit hinter den stumpfen Augen.
Ein Anfang, der mich sofort in den Bann schlug.
Das war hart, besonders im Winter.
(Dieser Gedankengang, das Grübeln und der Abschluss mit dem Winter ... sehr gelungen.
Malten sich kleine Bilder auf ihre Nägel und machten sich unbrauchbar für jede Arbeit, die ein bisschen Handbenutzung erforderte. Sie mussten verzückt von ihrer eigenen, lebensfernen Nutzlosigkeit sein.
Ich habe gesehen, dass dir dieses "sich" angemerkt wurde, aber ich vermute, du hast weniger die Nägel gemeint, als die Mädchen selbst, die sich unbrauchbar machen. Das Wort "Handbenutzung" dagegen finde ich auch nicht so schön. Der letzte Satz ist wieder ein Schlag ins Schwarze.
Seine Jelena hatte schöne Hände gehabt. Klein und kräftig, rau vom Waschen und hart von der Feldarbeit. Sie hatten viel Blut gesehen und viel Schmerz, genau wie seine eigenen. Doch abends hatten sie die Hände in einander gelegt und manchmal hatten sie sich Geschichten mit ihnen erzählt, wenn die Nachtlampe besonders hell zu scheinen schien. Ohne Jelena blieben seine Hände stumm.
In meinen Augen der beste Absatz der Geschichte.
Wie dumm sie war, dass sie sich Teile von sich selbst nahm und mit Parfüm und Lack bedeckte.
Was du ausdrücken willst, finde ich in allen Teilen sehr schön, allerdings finde ich die Formulierung nicht so gelungen. Nachdem ich den ganzen Text gelesen habe, bin ich mir sicher, dass du das besser kannst ;)
Sie hatten ihre blauen Augen in tintener Schwärze ertränkt und ihre schmalen Lippen schienen unter der Last der Schminke müde herabzuhängen. Es ist wirklich zu kalt, um die Menschen anzusehen, dachte er und wollte sich abwenden.
Auch dieser Absatz ein Meisterwerk der Beschreibung, lass es mich dir so überschwänglich sagen.

Ich glaube, ich brauche nicht weiter darauf einzugehen, wie gut mir deine Geschichte gefiel. Das ist eine jener, deren Link ich mir merken werde, um sie wieder und wieder lesen zu können. Auch die Wahrheit dahinter stimmt äußerst nachdenklich.

Viele Grüße,
Kelpie

EDIT: Um kein neues Kommentar zu beginnen und mir so irgendwelche Privilegien zu erstehlen:
@craX

Wenn ich die „für jede Arbeit unbrauchbare“ Hand des Mädchens mit die einer Feldarbeiterin vergleiche, wäre wohl die erstere die schönere, weil eben makellos und nicht so rau, wie die von Jelena. Also wenn sie trotzdem schöne Hände gehabt hatte (oder der Erzähler es so empfindet), würde ich das Wort „ebenfalls“ einfügen. Stimmiger würde es sich für mich allerdings anhören wenn du schreiben würdest: „Seine Jelena hatte nicht so schöne Hände gehabt“. Das würde auch noch einmal den Unterschied zwischen der hart arbeitenden und der scheinbar unberührten Jugend von Heute hervor heben.

Ehrlich gesagt glaube ich, dass die Autorin gerade das herausheben wollte: Jelenas Hände wären für die meisten von uns nicht so schön wie jene der 16jährigen, weil sie eben nicht gepflegt waren, sondern rau und von Arbeit gezeichnet. Aber gerade das scheint der alte Mann zu schätzen. Gerade deswegen empfand er ihre Hände als schöner, denn Jelenas Hände waren brauchbar, vielleicht sogar lebendig gewesen. Würde er sagen, Jelena hätte nicht so schöne Hände gehabt, würde er 1. seine Frau in irgendeiner Weise degradieren und 2. dieses Mädchen, das er ja sonst eher abfällig betrachtet, bewundern.
Zuletzt geändert von Kelpie am 22.02.2014, 14:53, insgesamt 1-mal geändert.
Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. (Franziska Alber)
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Re: Fingernägel

Beitragvon CraX » 22.02.2014, 13:09

Hallo Eleny,

Eine schöne, schwermütige Stimmung, die ich wunderbar nachvollziehen kann. (Diese ernsten, griesgrämigen Gesichter in Bussen und Straßenbahnen sind schon ein eigenartiges Phänomen, auch bei und in D.)

Eigentlich habe ich nur ein paar Kleinigkeiten anzumerken:
Im Winter war es besonders schlimm, dann, wenn ihnen nicht einmal der Sonnenschein ein Lächeln ins Gesicht treiben konnte.

Der Winter ist meistens grau, Sonnenstrahlen kommen selten durch. Hier klingt es eher so, als wäre es normal, dass die Sonne (jeden Tag) scheint.

Seine Jelena hatte schöne Hände gehabt.

Wenn ich die „für jede Arbeit unbrauchbare“ Hand des Mädchens mit die einer Feldarbeiterin vergleiche, wäre wohl die erstere die schönere, weil eben makellos und nicht so rau, wie die von Jelena. Also wenn sie trotzdem schöne Hände gehabt hatte (oder der Erzähler es so empfindet), würde ich das Wort „ebenfalls“ einfügen. Stimmiger würde es sich für mich allerdings anhören wenn du schreiben würdest: „Seine Jelena hatte nicht so schöne Hände gehabt“. Das würde auch noch einmal den Unterschied zwischen der hart arbeitenden und der scheinbar unberührten Jugend von Heute hervor heben.

Er konnte den Blick der Nagelanmalerin auf sich spüren.

„Nagelanmalerin“ ist ein kompliziertes Wort. Vielleicht in dieser Richtung: „Er konnte den Blick, der zu den angemalten Nägeln gehörte, auf sich spüren.

Sie hüstelte leise und begann sich mit irgendeinem Duftwasser einzusprühen.

Ich fand es ein wenig übertrieben, dass sie sich im Bus einsprüht. (Wirkt so, als wolle sie um jeden Preis die Aufmerksamkeit auf sich ziehen) Meiner Meinung würde es reichen, wenn sie einfach auffällig nach Parfüm riecht.

Wie dumm sie war, dass sie sich Teile von sich selbst nahm ...

Statt „nahm“ ev. „verleugnete“.

Seine Jelena war fort und sie hatte allen Händen ihren Zauber genommen, allen Wintern ihre Wärme.

... allen Wintern ihre Wärme“ hatte mich zuerst etwas irritiert (hatte den Bezug zu den Händen verloren, in dem Sinn, „Wo und warum ist es im Winter denn warm?) und erst beim zweiten mal richtig verstanden. Vielleicht sollte man die Stelle etwas ausführlicher beschreiben.
„Seine Jelena war fort und sie hatte allen Händen ihren Zauber genommen, allen Wintern ein warmes Zuhause.“

Bitte verstehe die Anmerkungen nur als solche und nicht als Kritik. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, die Szenen sind gekonnt umschrieben, vor allem der Zoomblick auf die Hände hat mir gefallen – und derselbe Blick in der Erinnerung auf Jelenas Hände.
Die wahren Abenteuer sind im Kopf und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo.
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Re: Fingernägel

Beitragvon MaraTheCherry » 23.02.2014, 17:49

Hey,
das ist die erste Kurzgeschichte, die ich hier lese und ich wurde gleich überwältigt.
Der Einleitungssatz hat mich etwas stutzig gemacht. Ich habe mich gefragt, was da wohl jetzt kommt und wenn ich ehrlich bin, dann habe ich nichts gutes erwartet. Normalerweise hätte ich wahrscheinlich weggeklickt :oops: :?
Aber diesmal bin ich hängengeblieben und das war auch gut so, finde ich zumindest.
Du hast einen schönen Stil, der sich sehr flüssig liest. Die Geschichte ist rund, das gefällt mir. Sie ist nicht zu lang und nicht zu kurz, einfach perfekt.
Größtes Manko ist für mich tatsächlich der Einleitungssatz.

Ich finde es toll, wie du mich in eine andere Zeit ziehst. Ich kann mir wirklich vostellen, wie es damals für ihn gewesen sein muss, auch, wenn ich soetwas nichteinmal in der Art gehört habe.
Es wirkt auch, als würdest du etwas Sozialkritisches eingebaut haben (dass Mädchen sich viel zu sehr schminken). Ist das Absicht oder tatsächlich nur die Sicht des Mannes?

Ich kopiere mal rein, was mir besonders gefällt:

Malten sich kleine Bilder auf ihre Nägel und machten sich unbrauchbar für jede Arbeit, die ein bisschen Handbenutzung erforderte. Sie mussten verzückt von ihrer eigenen, lebensfernen Nutzlosigkeit sein.

Super Ausdruck! Auch, wenn mir das sich irgendwie nicht so recht gefallen mag, aber ich wüsste keine bessere Alternative, sie würde sicher besser klingen, aber du meinst doch die Mädchen, die sich unbrauchbar machen, oder?

Sie hatten viel Blut gesehen und viel Schmerz, genau wie seine eigenen. Doch abends hatten sie die Hände in einander gelegt und manchmal hatten sie sich Geschichten mit ihnen erzählt, wenn die Nachtlampe besonders hell zu scheinen schien. Ohne Jelena blieben seine Hände stumm.

Wunderschön. Man spürt die Liebe förmlich!

Er konnte den Blick der Nagelanmalerin auf sich spüren. Sie hüstelte leise und begann sich mit irgendeinem Duftwasser einzusprühen.

Nagelanmalerin, Duftwasser. Die Worte bringen perfekt zum Ausdruck, was er gegenüber solchen Mädchen empfindet.

Seine Jelena war fort und mit ihr war die Liebe gegangen, die er für dieses Land noch übrig gehabt hatte.

Seufz. Herzschmerz.

Die letzten Sätze sind mir etwas zu lang, wenn du sie kürzen würdest, käme der Schmerz vielleicht etwas besser rüber (so mache ich es immer, wenn ich Schmerz ausdrücken möchte).

Subjektiv gesehen ist es mir etwas zu kitschig aber sonst ist es schön.

Ich kann nochmal eben meine zwei größten Mängel zusammenfassen:
• Der Einleitungssatz passt nicht. Es ist nett, dass du beschreibst, wie du auf die Idee kamst, aber das könntest du vielleicht etwas schöner machen oder es ans Ende schreiben, damit dem text der Zauber nicht genommen wird.
• Das sich klingt nicht ganz stimmig
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Re: Fingernägel

Beitragvon Dysfunktion » 24.02.2014, 00:33

Hallo Eleny,

vorweg: Mich stört Deine einleitende Bemerkung nicht wirklich. Eigentlich ist es ganz interessant die Beweggründe zu erfahren, welche den Ausschlag für eine solche Geschichte geben. Einer Geschichte, die - wie bereits mehrfach erwähnt - außerordentlich gelungen ist. Wobei ich fast noch faszinierender finde, dass das Genervtsein von löchernden Blicken in derartige Melancholie mündet. Die meisten Menschen haben nicht den Blick für denjenigen, der sie anstarrt, sondern fragen sich bestenfalls, warum sie angestarrt werden. Sich in dieser Situation von seinem Ego zu lösen und die andere Person in den Vordergrund zu rücken - chapeau.

Auf etwaige Rechtschreibfehler gehe ich mal nicht weiter ein, innerhalb solcher Zeilen verkommen sie eh zu Makulatur. Ob Du nun "zusammen gebrochen" oder "zusammengebrochen" schreibst - völlig nebensächlich.

Dein Schreibstil gefällt auch mir unwahrscheinlich gut, bis auf die paar wenigen plastischen Wortverwendungen, die ebenfalls bereits angesprochen wurden. Der Kontrast zwischen jung und alt, der "Generationenkonflikt", wenn man so mag, wird sehr schön veranschaulicht, ohne dass Du Dich dabei auf gängigen Klischees ausruhst.

Meine Hochachtung.
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Re: Fingernägel

Beitragvon Eleny » 12.03.2014, 22:10

Hallo ihr lieben Kommerntierer,

erst einmal tut es mir wirklich Leid, dass die Antwort so spät kommt. Ich hatte ehrlich gesagt nicht erwartet, dass die Geschichte noch einmal auf Interesse stößt. Vielen Dank also. (Besonders, weil ihr sie trotz des Einleitungssatzes gelesen habt. )

@Juliena,

vielen Dank für deinen Kommentar. :) Es freut mich, dass die Geschichte dir gefallen hat.
Und du hast Recht, über das Ende sollte ich vielleicht noch einmal nachdenken.

@Siaska,

auch dir vielen Dank.
Was mit Jelena passiert ist, kann ich dir auch nicht sagen, das darfst du ganz deiner Phantasie überlassen.

@magico,

und nochmal Danke!
Gedankenwelt des alten Russen einfühlen kann.

Ui, freut mich ganz besonders, dass du das findest.

Sollte das "sich" nicht durch ein "sie" ersetzt werden? (die Hände, die Nägel)

"Handbenutzung" ist ein seltsames Wort. Gibt es das überhaupt?

Das "sich" bezieht sich in dem Fall tatsächlich auf die Mädchen, nicht auf die Hände. Aber das scheint wohl wirklich nicht so deutlich zu werden.
Und nein, das Wort gibt es nicht. Mir fällt nur kein passenderes ein.

@Kelpie

Lässt er darauf schließen, dass dieses Mädchen du bist? Wenn dem so ist, dann hat es zumindest insofern eine Wirkung, da ich es erstaunlich finde, dass du dich dennoch in diesen alten Mann hineinfühlen kannst.

Ich sage mal, dass ich es zumindest sein könnte. Und vielleicht sollte ich den Satz wirklich löschen. (Andererseits bin ich ziemlich überrascht davon, wie oft er in den Kommentaren erwähnt wird...)

Ich glaube, ich brauche nicht weiter darauf einzugehen, wie gut mir deine Geschichte gefiel. Das ist eine jener, deren Link ich mir merken werde, um sie wieder und wieder lesen zu können. Auch die Wahrheit dahinter stimmt äußerst nachdenklich.

Ich fühle mich gerade sehr geschmeichelt. Also, dankeschön!
Und über angemerkten Passagen denke ich noch einmal gut nach. :)

@ CraX

„Seine Jelena hatte nicht so schöne Hände gehabt“. Das würde auch noch einmal den Unterschied zwischen der hart arbeitenden und der scheinbar unberührten Jugend von Heute hervor heben.

Kelpie hat das im Prinzip schon gesagt. Es geht mir ja nicht um die heutigen Schönheitsideale. Der alte Mann mag Natürlichkeit mehr als Herausgeputztheit. Und er idealisiert seine Jelena. :)

Ich fand es ein wenig übertrieben, dass sie sich im Bus einsprüht. (Wirkt so, als wolle sie um jeden Preis die Aufmerksamkeit auf sich ziehen) Meiner Meinung würde es reichen, wenn sie einfach auffällig nach Parfüm riecht.

Natürlich hast du Recht. Das ist etwas überspitzt. Andererseits sind das Szenen, die man in Lettland (da spielt die Geschichte) wirklich beobachten kann. Und zwar nicht unbedingt, weil die Mädchen so eitel sind, sondern weil manch ein Mifahrer dermaßen streng riecht, dass man am liebsten aus dem Fenster springen würde.

Statt „nahm“ ev. „verleugnete“.

Klingt wirklich besser, dankeschön. :)

Auf jeden Fall vielen Dank für den Kommentar und die Anmerkungen. Hat mich sehr gefreut.

@MaraTheCherry

Es wirkt auch, als würdest du etwas Sozialkritisches eingebaut haben (dass Mädchen sich viel zu sehr schminken). Ist das Absicht oder tatsächlich nur die Sicht des Mannes?

Wenn es für dich sozialkritisch ist, kannst du es gerne so sehen. Freut mich, dass du da so viel reininterpretieren kannst.
Ich habe kein Problem mit den Schminkgewohnheiten der Mädchen und hab es deshalb auch nicht so beabsichtigt. :)

Subjektiv gesehen ist es mir etwas zu kitschig aber sonst ist es schön.

Haha, ja, darauf habe ich gewartet. Ich finde es auch ziemlich kitschig. :D

Auf jeden fall auch dir ganz lieben Dank für die Anmerkungen und die netten Sachen. :)

@Dysfunktion,
Auf etwaige Rechtschreibfehler gehe ich mal nicht weiter ein, innerhalb solcher Zeilen verkommen sie eh zu Makulatur. Ob Du nun "zusammen gebrochen" oder "zusammengebrochen" schreibst - völlig nebensächlich.

Ui, ich sollte es wohl trotzdem verbessern. Aber danke :D

Dein Schreibstil gefällt auch mir unwahrscheinlich gut, bis auf die paar wenigen plastischen Wortverwendungen, die ebenfalls bereits angesprochen wurden. Der Kontrast zwischen jung und alt, der "Generationenkonflikt", wenn man so mag, wird sehr schön veranschaulicht, ohne dass Du Dich dabei auf gängigen Klischees ausruhst.

Ja, manchmal bin ich ein bisschen schnell damit, einfach irgendwelche Wörter reinzuklatschen.
Und ansonsten, dankeschön. :)

Liebe Grüße,
Eleny
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Re: Fingernägel

Beitragvon MariaMagdalena » 06.04.2014, 01:25

Liebe Eleny,

wunderschön, einfach nur wunderschön. Hier sind meine Lieblingsstellen:

"Ihm war zu kalt, um die Menschen anzusehen."


- Das kann man innerlich wie äußerlich interpretieren.
"Heute taten die Mädchen solche Dinge, das wusste er."

Das zeigt die Einsamkeit, er scheint keine Tochter oder Enkelin zu haben.
"Seine Jelena hatte schöne Hände gehabt." -

Er findet arbeitstüchtig schöner als bemalt und verziert. Was für ein liebenswerter Gedanke.

"Ohne Jelena blieben seine Hände stumm."

- Wieder ein tolles Bild für die Einsamkeit.

Und hier sind ein paar Sätze, von denen ich glaube, dass sie gar nicht mehr notwendig sind, da sie schon durch die anderen Bilder ausreichend beschrieben wurden:

"Nach Deutschland vielleicht oder nach Amerika."
"Sie war nicht behandschuht."
"Sie mussten verzückt von ihrer eigenen, lebensfernen Nutzlosigkeit sein. "
"Sie hüstelte leise und begann sich mit irgendeinem Duftwasser einzusprühen. Wie dumm sie war, dass sie sich Teile von sich selbst nahm und mit Parfüm und Lack bedeckte."
"Sie hatten ihre blauen Augen in tintener Schwärze ertränkt und ihre schmalen Lippen schienen unter der Last der Schminke müde herabzuhängen.
"

Ich glaube, der Text funktioniert auch ohne diese Sätze gut, oder vielleicht sogar besser, denn sie ziehen für meinen Geschmack die Geschichte nur etwas in die Länge, ohne wirklich den Plot voranzubringen.

Doch alles in allem kann ich mich den Vorkommentatoren nur anschließen: Eine wunderschöne, magische Geschichte, die Du sehr zart und einfühlsam geschildert hast. LG
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Re: Fingernägel

Beitragvon winterdoe » 13.11.2014, 14:35

Liebe Eleny,

deine Kurzgeschichte ist zwar schon länger hier veröffentlicht, jedoch bin ich jetzt erst durch den Lobeshymnenthread darüber gestolpert. Und ja, dein Text verdient wirklich jedes Lob.

Ich habe wirklich nichts an diesem Text zu zu bemerken oder gar zu kritisieren. Ich finde ihn wunderschön, so wie er ist. Dein Text reißt einen sofort in die Situation, du beschreibst den alten Mann mit so einer Sänfte und mit einer Behutsamkeit, dass man nicht anders kann, als mit ihm zu fühlen und zumindest ich hatte stellenweise wirklich einen Kloß im Hals. Bei mir hast du definitiv einen Nerv getroffen mit deiner Geschichte.

Du webst Bilder mit deinen Worten, die sich sofort ins Gehirn brennen, ich habe dazu ein paar herausgepickt:

Ihm war zu kalt, um die Menschen anzusehen. Ihm war zu kalt für ihre gelangweilten Blicke, die Dunkelheit hinter den stumpfen Augen. Im Winter war es besonders schlimm, dann, wenn ihnen nicht einmal der Sonnenschein ein Lächeln ins Gesicht treiben konnte. Manchmal hasste er dieses Land.


Dieser Einstieg fesselt einen sofort, man spürt regelrecht die Einsamkeit und die Verbitterung des Mannes.

Seine zitternden Hände schlossen sich fester um das rostige Metall. Er hörte das Klicken hoher Schuhe und als der Bus anfuhr, legte sich eine schmale Frauenhand locker auf seine Haltestange.


Dass er die Haltestange als seine betitelt, zeigt mir deutlich, wie in sich gekehrt er ist. Auch die Beschreibung seiner zitternden Hände um das rostige Metall beschreibt die Situation sehr deutlich. Man sieht deinen Protagonisten förmlich vor sich.

Sie mussten verzückt von ihrer eigenen, lebensfernen Nutzlosigkeit sein.
Einfach große Klasse.

Seine Jelena hatte schöne Hände gehabt. Klein und kräftig, rau vom Waschen und hart von der Feldarbeit. Sie hatten viel Blut gesehen und viel Schmerz, genau wie seine eigenen. Doch abends hatten sie die Hände in einander gelegt und manchmal hatten sie sich Geschichten mit ihnen erzählt, wenn die Nachtlampe besonders hell zu scheinen schien. Ohne Jelena blieben seine Hände stumm.


Dieser Abschnitt hat mich tatsächlich sehr tief berührt. Man kann nicht anders, als mit dem alten Mann um seine Jelena zu trauern. Du sprichst nur von Händen und doch transportiert dieser Abschnitt eine tiefe Liebe.

Seine Jelena war fort und nichts von ihr war übrig geblieben, in keinem Lächeln dieser Welt. Seine Jelena war fort und sie hatte allen Händen ihren Zauber genommen, allen Wintern ihre Wärme. Seine Jelena war fort und mit ihr war die Liebe gegangen, die er für dieses Land noch übrig gehabt hatte.


Ich finde nicht, dass die Sätze zu lang sind, genauso wenig stört mich der gleiche Anfang. Im Gegenteil, es unterstützt für mich die Wirkung, wie er die Welt nun wahrnimmt ohne seine Jelena.

Ich danke dir, dass du so einen wunderschönen Text mit uns geteilt hast. Ich hoffe, mein Kommentar konnte dir eine weitere Sicht auf deine tolle Geschichte zeigen.

LG :)
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Re: Fingernägel

Beitragvon JengaJenga » 19.11.2014, 02:13

Ok, ok, ich weiß - hierzu gibt es schon eine Menge Kommentare. Und viel zu sagen außer Lob habe ich auch nicht. Aber manchmal muss man eben seine Begeisterung ausdrücken.

Wie mine vielen Vorredner schon gesagt haben: Ein absolut wunderbarer Text! Die Gefühle des alten Mannes kommen so toll rüber - ich kann das Geläster von (vorwiegend älteren, vorwiegend männlichen) Leuten über Kosmetik/Jugend/etc nun wirklich nicht ausstehen, aber du beschreibst es so toll, dass man den Mann versteht. - Gleichzeitig behältst du aber dennoch eine gewisse Distanz, durch die es möglich ist, den Mann eben verständnisvoll, aber nicht unkritisch zu betrachten.
Ich finde gerade den Absatz über die "schönen Hände" von Jelena toll - wird da doch noch einmal deutlich, dass dies eben nicht einfach ein nörgelnder Rentner ist, sondern jemand, der etwas verloren hat. Er missbilligt die fremde Hand nicht wegen ihrer Schönheit, er sieht sie einfach nicht als schön.

Es ist wirklich zu kalt, um die Menschen anzusehen, dachte er und wollte sich abwenden.

Ich glaube, das ist mein Lieblingssatz - weil er noch einmal das deutlich macht, was ich so toll an der Geschichte finde: Dieser Mann will eigentlich niemandem etwas Böses, das sieht man daran, dass er sich abwenden, die Situation verlassen will, anstatt die junge Frau anzupöbeln. Dass er es dann nicht schafft, freundlich zu sein, ist zwar nicht nett, aber menschlich-verzeihlich.

Was mich ganz persönlich mitgerissen hat war außerdem, dass ich selbst sofort so eine ratternde alte Rigaer Straßenbahn vor mir gesehen habe. Gut, bei dir ist es dann ein Bus - aber auch das Bild der Armut, des kalten und dunklen Winters und dann natürlich die Erwähnung der Sowjetunion hat mich direkt an Lettland denken lassen, und dann war's natürlich lustig zu lesen, dass das genau dein Gedanke war. Insofern: Hut ab für die treffende Beschreibung!
In dem Zusammenhang eine kleine Anmerkung - ich sage "kleine Anmerkung", vielleicht ist es auch einfach Korinthenk***erei:
Seine Jelena war fort und mit ihr war die Liebe gegangen, die er für dieses Land noch übrig gehabt hatte.

Wenn er das Land geliebt hat, ist der Mann Lette? War Jelena dementsprechend Lettin? Den Namen würde ich eher nach Russland oder Jugoslawien stecken. Sorry für die Kleinkariertheit, ist auch wirklich nicht als Kritik gemeint, mich würd's nur echt interessieren, was du dir dabei gedacht hast ;)

Malten sich kleine Bilder auf ihre Nägel und machten sich unbrauchbar für jede Arbeit, die ein bisschen Handbenutzung erforderte.

Wie schon gesagt stolpert man hier ziemlich über die "Handbenutzung". Vielleicht stattdessen:
"...unbrauchbar für jedes Handwerk, jede Tätigkeit, die ein bisschen körperliche Arbeit erforderte."
"...jede Handarbeit, jede körperliche Tätigkeit."
Bzw. eine Variante hiervon?

So, tut mir leid, dass ich nicht mehr zu sagen habe, alles andere wurde schon gesagt. Gratulation für den tollen (wenn auch ein bisssschen kitschigen;)) Text - und ich muss doch mal fragen: Lebst du gerade in Lettland? Mich erinnert deine Beschreibung so krass an meine eigenen Erfahrungen dort.
Hoffe, ich konnte wenigstens ein kleines bisschen beitragen ;)
JengaJenga
 
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Re: Fingernägel

Beitragvon Eleny » 19.11.2014, 22:54

Hallo ihr Drei,

vielen Dank für eure Kommentare. Ich bin immer ein bisschen irritiert, wenn ich einen Kommentar zu dieser Geschichte vorfinde, aber ich weiß das natürlich sehr zu schätzen. :)

MariaMagdalena,
Ich glaube, der Text funktioniert auch ohne diese Sätze gut, oder vielleicht sogar besser, denn sie ziehen für meinen Geschmack die Geschichte nur etwas in die Länge, ohne wirklich den Plot voranzubringen.

Vielleicht hast du recht, ich weiß es nicht. Bei anderen Geschichten hat man mir oft gesagt, dass ich zu knapp schreibe, mehr ins Detail gehen sollte.
In jedem Fall vielen Dank für die Anmerkung und das Lob. :)
Und eine Entschuldigung für die späte Antwort.

winterdoe,

auch dir vielen lieben Dank.
Dass er die Haltestange als seine betitelt, zeigt mir deutlich, wie in sich gekehrt er ist.

Du hast dir sogar mehr gedacht als ich. Deshalb freut es mich auch immer, verschiedene Meinungen und Wahrnehmungen zu hören. :D

jengajenga,

ach, Lob ist auch was Schönes, das höre ich auch gerne 20mal. Kritik natürlich auch. :)

Wenn er das Land geliebt hat, ist der Mann Lette? War Jelena dementsprechend Lettin? Den Namen würde ich eher nach Russland oder Jugoslawien stecken. Sorry für die Kleinkariertheit, ist auch wirklich nicht als Kritik gemeint, mich würd's nur echt interessieren, was du dir dabei gedacht hast.

Ich glaube er ist Lette. Vielleicht ist Jelena aber Russin. Oder sie ist Lettin mit einem russischen Namen.
Habe ich nicht drüber nachgedacht. Ich mag den Namen und habe ihn auch bei Letten des Öfteren gehört.
Historisch mag das nicht so gut passen, da hast du wohl recht. :)

Wie schon gesagt stolpert man hier ziemlich über die "Handbenutzung". Vielleicht stattdessen:
"...unbrauchbar für jedes Handwerk, jede Tätigkeit, die ein bisschen körperliche Arbeit erforderte."
"...jede Handarbeit, jede körperliche Tätigkeit."
Bzw. eine Variante hiervon?

Mhm, keine schlechten Vorschläge :)
Ich weiß nicht, ob ich an dieser Geschichte noch viel verändere, aber ich werde das Wort "Handbenutzung" nie wieder in einer Geschichte verwenden. :D

Lebst du gerade in Lettland? Mich erinnert deine Beschreibung so krass an meine eigenen Erfahrungen dort.

Ich war dort im Auslandsjahr. :) Aber vielen Dank! Wenn du magst, kannst du mir ja mal per PN schreiben, was dich dorthin verschlagen hat. Finde das immer sehr interessant, da es wohl nicht das typischte Ziel ist.

Viele Dank und liebe Grüße,
Eleny
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