Fingerübung: Morgenseiten

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Re: Fingerübung: Morgenseiten

Beitragvon Malemmy » 12.07.2013, 18:54

Kampfschreiber hat geschrieben:ch bin ja noch nicht so lange beim Morgenseiten schreiben dabei und ich hoffe doch, dass ich mir die Disziplin, die ich mir in der Schulzeit mühsam aufgebaut habe, nicht wieder verloren geht.

Ich weiß nicht wie lange bei dir "nicht lange" ist. Mehr als 6 Wochen?

Nun, das doofe ist, es braucht eine Zeit, bis du den Rhythmus, also das regelmäßige Schreiben drinne hast. Viele Ratgeber reden von 4- 6 Wochen, in denen du das was du möchtest intensiv tust, danach nicht mehr darüber nachdenkst ob du es tun sollst.

So ging es mir mit dem Fahrrad fahren. Die ersten Wochen waren blöd, aber jetzt geht das automatisch, morgens aufstehen, schreiben, Zähne und Körperwäsche, aufs Fahrrad und zur Arbeit, so der Ablauf.
Klar lasse ich die Morgenseiten auch ausfallen, aber meistens tritt mir mein Schweinehund dann am Abend auf die Füße. Dann schreibe ich sie halt abends :-)
Du kannst auch Abends schreiben, lass dich von dem Wort "Morgen" beeinflussen. Jedoch für mich ist es doppelt schwer, wenn ich müde bin und eigentlich meine Couch küssen könnte noch zu schreiben.
Sozusagen belohne ich mich damit, dass ich morgens schreibe, dann brauche ich es abends nicht zu tun
:oops: Falls dies überhaupt einen Sinn für dich ergibt denn ich muss es ja nicht wenn ich nicht möchte.


Und wenn du dir einfach erlaubst, während den Ferien nicht morgens, sondern Mittags zu schreiben? Oder auch am Abend, wenn du das besser schaffst.
Danach, wenn du wieder zur Schule gehst machst du es eben wieder morgens.

Du solltest dich aber auf keinen Fall unter druck setzen, dir Vorwürfe machen warum du so ohne Disziplin bist.
Du darfst die Morgenseiten auch einmal aussetzen(halt innerhalb der ersten Wochen blöd)
Du darfst den Morgen genießen, erst danach schreiben (halt blöd, weil dein Zensor dann immer größer wird, je länger du wartest).

Hoffe ich konnte dir weiterhelfen.
Lieben Gruß
Lemmy
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Re: Fingerübung: Morgenseiten

Beitragvon Drachenschwinge » 12.07.2013, 23:16

Bislang schaffe ich es immer noch, mich an die Morgenzeiten zu halten (ist aber auch einfacher, wenn man nicht früh morgens aufstehen muss). Aber es ist oft auch noch ein Überreden wirklich den Block und den Stift in die Hand zu nehmen und anzufangen. Es sind bei mir leider auch erst vier Wochen, aber noch bin ich glücklicherweise nicht gewillt, aufzugeben. Obwohl mir schon mehrfach danach war, vor allem, wenn mir ständig die Augen zufallen wollen und irgendwie nichts mehr im Kopf ist, das ich aufschreiben könnte. Da hat's dann auch mal etwas länger gedauert. Aber sonst schaffe ich es mittlerweile meist auf eine Zeit zwischen 20 und 25 Minuten, allerdings kann ich das hinterher auch recht schwerlich entziffern. Aber gut zu wissen, dass ich das notfalls auch mal zu einer anderen Zeit machen kann, trotzdem will ich es morgens beibehalten, dann ist es durch.
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Re: Fingerübung: Morgenseiten

Beitragvon Malemmy » 13.07.2013, 06:58

Jup
Morgens ist ja ein dehnbarer Begriff. Wenn ich nachts arbeite und erst um 14:00 aufstehe, dann ist für mich 14:00 morgens.

Die Morgenseiten sollten nach dem Schlafen/Aufwachen gemacht werden, dann, wenn der Geist eben noch nicht wach ist, noch schwach. Ist man wach, ausgeschlafen, wird man sich viel leichter davor drücken, ist der Zensor dagegen stark. Ich hatte mir damals 12 Wochen Zeit gegeben. Währenddessen habe ich mich von dem Buch "der Weg des Künstlers", von Julia Cameron motivieren lassen.
Für alle die einen Hänger haben kann ich das Buch empfehlen. Mich würde interessieren, ob man es auch in der Bibliothek ausleihen kann falls man es sich nicht kaufen kann/möchte.

20 Minuten habe ich noch nicht geschafft, jedoch 25 Minuten ist mit einer entzifferbaren Handschrift schon drin :-)

Lieben Gruß
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Re: Fingerübung: Morgenseiten

Beitragvon EnglishBreakfast98 » 15.07.2013, 13:14

Ich schreibe auf weißen Papier, deshalb wird es immer total schief... aber seit ein paar Tagen merke ich, wie schön es ist, mal nicht am Computer zu schreiben sondern ganz klassisch per Hand.
Und ups, heute hab ich's vergessen :oops: Aber wie habt ihr gesagt? "Morgen" ist ein dehnbarer Begriff... notfalls eben bis zum Abend.
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Re: Fingerübung: Morgenseiten

Beitragvon Fantasy4ever » 23.07.2013, 16:37

Ich habe über die Morgenseiten gestern das erste Mal gelesen und bin sofort neugierig geworden, also hab ich es heute gleich ausprobiert - und es ist echt eine tolle Sache - vor allem nach einer (fast) durchgehend zweijährigen Schreibpause (!). Also Danke für den Ratschlag ich bin gespannt was sich die nächsten Wochen in meinem Schreibfluss tut :)
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Re: Fingerübung: Morgenseiten

Beitragvon ftranschel » 25.06.2014, 12:22

Fantasy4ever hat geschrieben:Also Danke für den Ratschlag ich bin gespannt was sich die nächsten Wochen in meinem Schreibfluss tut :)


Versuch bitte, Dir selbst keine übertriebenen Erwartungen aufzuerlegen - sich etwas Neues anzugewöhnen ist schwierig, und solange bis Du es wirklich verinnerlicht hast, *muss* es ausreichen, einfach nur geschrieben zu haben, egal was dabei herumkommt. Es spielt wirklich eine Rolle, was Du schreibst, solange die drei Seiten am Ende voll sind. Wenn es eines morgens eben mal nicht geht, dann ist es auch erlaubt, stattdessen was zu malen, eine Seite vollzukritzeln bis Dir was in den Sinn kommt oder dich eben schriftlich darüber aufzuregen, dass Dir nichts einfällt.
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Re: Fingerübung: Morgenseiten

Beitragvon watercage » 21.02.2015, 11:52

So, ich greife den Beitrag hier mal auf, weil ich mit den Morgenseiten ein Problem habe. Ich hab das Buch: Schreib Dich schlank von Julia Cameron, das wohl die teilweise die selben Grundtechniken wie das Buch "Der Weg zum Künstler" hat.
Morgenseiten, Tagebuch, Kulinarischer Künstlertreff "HALT" und "Seelenverwandte"

Das frühe Aufstehen, wie so oft hier beschrieben, sehe ich nun bei mir nicht als Problem an.
Was mir Probleme beschert ist, dass ich vor dem Blatt Papier sitze und nicht weiß, was ich nun Schreiben soll. Ich schreibe seit einer Woche: "Mir fällt nichts ein. Mir fällt nichts ein. Wieso mache ich, das nur?"
Abends ärgere ich mich dann wieder, dass ich nichts geschafft habe.

Kann mir diesbezüglich jemand helfen? Oder muss ich einfach nur dranbleiben und Geduld haben, dass ich demnächst doch eine Eingebung habe.

Was schreibt Ihr so in den Morgenseiten? Fangt Ihr immer mit dem selben Satz an?

Danke für euer Antworten

watercage
Liebe Grüße

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Re: Fingerübung: Morgenseiten

Beitragvon unkompliziert » 21.02.2015, 22:41

Ich bin kein Morgenseitenspezialist, aber ich würde gerne versuchen dir zu helfen.

Könntest du dir nicht dein Ideenglas bereitstellen?
Wenn man untertags eine gute Idee hat, z.B. einen guten Dialog, eine gute Plotidee, irgendetwas, dann schreibt man es schnell auf und sammelt diese Papierstückchen in einem Glas.
Auf dieses Glas kann man dann zurückgreifen, wenn man zwar Zeit zum Schreiben hat, aber keine guten Ideen.

Alternativ könntesst du dir auch das Thema einer Schreibübung bereitlegen. Oder eine Szene aus einem beliebigen Buch, die du besser oder ganz anders ablaufen lassen möchtest.

Ich dachte, ich könnte beim Schreiben nicht Musik hören, weil mich das zu sehr ablenkt. Das ist jetzt zwar kein Allheilmittel, aber wenn die Schreibblockade besonders schlimm ist, dann ist es einen Versuch wert, das schreiben mal mit Musik zu probieren.
(Ich bin sonderlich genug, auch den selben Song in Endlosschleife laufen zu lassen, damit es nicht immer Stimmungswechseln kommt.)

Du könntest auch einen Tagebucheintrag von dir schreiben und dann Variationen zu diesem Tagebucheintrag. Was wäre gewesen ich stattdessen eine bestimmte Person getroffen hätte? Alles optimal gelaufen wäre? Alles schief gegangen wäre? Clark Kent meinen Tag erlebt hätte?

Oder du denkst dir Lästergeschichten über deine Nachbar oder irgendwelche Vips aus, die je nach deinem Geschmack nah an der Realität sind, oder gar nicht.

Toi toi toi -- Du bist mit deinen Durststrecken nicht allein!
Liebe Grüße
Unki
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Re: Fingerübung: Morgenseiten

Beitragvon ftranschel » 22.02.2015, 12:28

watercage hat geschrieben:Was schreibt Ihr so in den Morgenseiten? Fangt Ihr immer mit dem selben Satz an?


Ich schreibe, was mir in den Kopf kommt. Neulich habe ich mit Heinrich Lübke begonnen ("Guten Abend meine Damen und Herren, liebe N****"), weil der mir so in den Kopf kam, ab und zu begrüße ich mich selbst aber auch mit "Guten Morgen alter Bratwurstlump". Grundsätzlich gilt: Schreib, was Du denkst.

Nicht filtern.

Nicht kritisieren.

Nicht korrigieren.

Nicht nachdenken.


Schreib drei Seiten voll mit den Gedanken, die Dir kommen. Egal was. Der Sinn versteckt sich im Unsinn, so wie Ordnung sich im Chaos befindet. Ich gebe zu, dass dieses Loslassen die vielleicht größte Herausforderung für den Schriftsteller und Künstler überhaupt ist, aber genau das macht die Morgenseiten so wertvoll.

Übrigens: In diesem Thread scheint mir manchmal die Lesart hervorzukommen, dass zwingend etwas "Brauchbares" aus den Morgenseiten herauskommen muss. Muss es nicht! Ich habe seit zwei Jahren keinen einzigen Tag ausgelassen und bis auf ein paar Ideen und Gedichtentwürfen rein gar nichts "Produktives" daraus gezogen - es geht um den Weg und nur den Weg allein. Sieh' es als eine Art Meditation oder Aufwärmübung - der ganze Klump ist aus den Gehirnwindungen gespielt, und nach einer Pause kann man sich dann an 'was Richtiges machen.
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Re: Fingerübung: Morgenseiten

Beitragvon Zitronenfalter9 » 12.04.2015, 18:04

Ich bin ein großer Fan von den Büchern von Julia Cameron. Außer "der Weg des Künstlers" und "Von der Kunst des Schreibens" habe ich gelesen "The miracle of Morning Pages". Bei den Seiten handelt es sich nicht um drei DIN A4 Seiten, sondern um 3 Seiten im Format 8,5cm x 11 cm. Ist ein kleineres Format als DIN A4.
Ich habe demzufolge selber seit 2011 "zu viel" geschrieben.
Ein Buch muss die Axt für das gefrorene Meer in uns sein. - F. Kafka
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Re: Fingerübung: Morgenseiten

Beitragvon ftranschel » 14.04.2015, 08:04

Zitronenfalter9 hat geschrieben:[...] Ich habe demzufolge selber seit 2011 "zu viel" geschrieben.


Wie kann ein Autor jemals zu viel schreiben?
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