[Spannung]Fred Jenkins (Kapitel 1, Szene 1)

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[Spannung]Fred Jenkins (Kapitel 1, Szene 1)

Beitragvon AlexB » 18.08.2015, 21:08

Hallo zusammen, dann versuch ich mich hier auch mal mit einem Ausschnitt aus meinem aktuellen Projekt, ein apokalyptischer Roman, dessen erste Kapitel jedoch in der heutigen Zeit spielen. :-)

Anm.: Fred Jenkins ist nur ein Arbeitstitel, und bezieht sich streng genommen nur auf einen der zwei Haupthandlungsstränge.

Jegliche Form von Anmerkungen sind willkommen. Allerdings ist der Text nur eine Rohfassung, d.h. in Zeichensetzung, das Aufspüren von schwachen Verben, Wortwiederholungen und Passivkonstruktionen sollte nicht zuviel Zeit investiert werden. Darüber werde ich sicher nach der 2. Überarbeitung nochmal genauer nachdenken. Ich meine, wer will kann natürlich gern, aber es könnte halt sein daß eh noch einiges umgestellt und grundlegend verändert wir.

Besonders interessiert mich zu diesem Zeitpunkt: Ist es leicht lesbar, macht es Spaß, den Text zu lesen? Kann man sich die Szene bildlich vorstellen? Macht sie neugierig, so dass man gern weiter lesen würde?
Man wird halt betriebsblind bei seinem eigenen Kram :geek:


»Mr. Jenkins?«, hörte Fred eine tiefe Stimme wie aus der Ferne. »Mr. Jenkins, hören sie mich?«
     Er lag in einem Bett, sein Kopf dröhnte, ihm war speiübel, und überhaupt schien alles in seinem Körper zu schmerzen. Langsam öffnete er die Augen. Wie durch einen Schleier sah er eine hünenhafte, weiße Gestalt mit einem schwarzen Kopf. Wo zur Hölle war er? Langsam erkannte er etwas mehr und schaute auf zwei Reihen grinsender, makellos weißer Zähne in einem viel zu runden, tiefschwarzen Gesicht.
     »Mr. Jenkins, ich weiß, dass sie mich hören können. Sie sehen mich ja schon an und bewegen den Kopf.«, der Mann klang begeistert. Seine Lippen schienen sich nicht synchron mit seinen Worten zu bewegen. Zum Teufel, was war nur mit ihm los? Fred versuchte, sich zu konzentrieren und schloss wieder seine Augen, das Licht schmerzte und alles drehte sich. Dazu kam dieser ekelhafte, alkoholische Gestank von Desinfektionsmittel.
     »Verstecken gilt nicht!«, hörte er sein Gegenüber laut lachend sagen, »Kommen sie, reden sie mit mir, ich beiße auch nicht. Versprochen!« Der Mann ließ nicht locker, und redete mit ihm, wie mit einem kleinen Kind. Fred wollte protestieren, er fühlte sich nicht ganz ernst genommen. Zwar rauschten die Sätze noch viel zu schnell an ihm vorüber, aber sein aufkommender Ärger half ihm, wieder etwas klarer zu denken.
     »Nun brüllen sie doch nicht so«, war allerdings alles, was er leise und mühsam als Antwort hervorbrachte.
     »Wunderbar. Unser Patient kann sprechen«, dröhnte es weiterhin viel zu laut aber immer noch freundlich, fast belustigt. »Oh Verzeihung, ich sollte mich vorstellen. Auch wenn Sie sich weigern, mich anzusehen. Ich bin Dr. Niclas Thomson, Spezialist für«, er machte eine kurze Pause, »nun ja, sagen wir: Spezialist für seltene Erkrankungen. Ich bin Arzt.«
     Fred fasste an seine linke Armbeuge. Er spürte, dass dort eine Kanüle steckte, mit einem Klebeband fixiert. Ein Wort hatte er ganz klar erfasst:
     Arzt, der laute Mann ist Arzt. Bin ich in einem Krankenaus?, frage er sich.
     »Ich habe spannende Neuigkeiten für sie, Frederic – ich darf sie doch Frederic nennen, Mr. Jenkins?« Ohne auf eine Antwort zu warten, fuhr Dr. Thomson mit begeistertem Ton fort: »Sie haben eine ganz besondere und außergewöhnliche Freundin.«
     »Was?«, krächzte Fred schwach und verwirrt. Er hatte keine Freundin, da war er sich sicher. Was redete dieser Mann bloß. Es wagte es, vorsichtig wieder die Augen zu öffnen. Diesmal war ihm das grelle Licht zum Glück weniger unangenehm.
     »Yersinia«, Dr. Thomson strahlte ihn an. »Yer-si-ni-a« Das zweite Mal klang es irgendwie feierlich.
Fred schaute den Arzt mit leerem Blick an. Er verstand kein Wort. Sein Gehirn arbeitete zwar noch etwas langsam, aber er konnte wieder halbwegs klar denken. Nein, es lag nicht an ihm, es lag an diesem seltsamen Arzt. Verdammt! Er hasste es, wenn er nicht ernst genommen wurde, und er hasste es noch mehr, wenn die Leute in Rätseln sprachen. Doch bevor er sich noch mehr aufregen konnte, ging es schon weiter:
     »Ach ich vergaß, sie sind ja nicht vom Fach.« Dr. Thomson lächelte ihn an. »Yersinia Pestis. Frederic, sie haben die Pest!«
     Das saß! Fred riss die Augen weit auf und starrte den Arzt an. Sein Gehirn hatte sich durch diesen Schock erstaunlich schnell erholt: Die Pest – diese tödliche Seuche aus dem Mittelalter. Landstriche hatte sie dahingerafft, Städte entvölkert. Aber die Pest gab es doch gar nicht mehr, nicht im einundzwanzigsten Jahrhundert!
     Und wenn es sie doch noch gab? Er, Frederic Jenkins, war infiziert, und diesem Verrückten im weißen Kittel fiel nichts Besseres ein, als ihn dämlich anzugrinsen, und einen Freudentanz zu vollführen? Er richtete sich wütend auf, nein, eigentlich war es nur ein kurzes Aufbäumen und schon sackte er wieder rücklings auf das Bett. Dr. Thomson sah ihn zum ersten Mal sorgenvoll an und lächelte nicht mehr.
     »Muss ich ... sterben?«, war alles, was Fred schwach hervorbrachte; dabei sah er den Arzt ängstlich an. Doch dieser lachte nur laut auf und grinste dann wieder breit.
     »Nein, um Himmels willen! Wie kommen sie denn darauf? Sie sind gerade mal 22, ansonsten völlig gesund und haben einen stabilen Kreislauf. Heutzutage gibt es Antibiotika, da stirbt man nichtmehr so schnell an der Pest. Aber sie hatten allerdings schon Glück, dass mein Kollege das so schnell diagnostiziert und sie sofort zu uns überwiesen hat.«
     »Wie bin ich hierher gekommen? Ich kann mich an nichts erinnern.«. Fred klang schon wieder etwas erleichtert, aber noch sichtlich verwirrt.
     »Oh je!«, meinte Dr. Thomson mit mitleidsvollem Blick. »Da haben wir sie aber ganz schön vollgepumpt. Das sind die Nebenwirkungen. Keine Sorge, sie werden sich bald wieder an alles erinnern können.« Er grinste. »Außerdem hat ihre neue Freundin Yersinia bereits wieder Schluss mit ihnen gemacht. So sind sie, die Frauen. Unberechenbar.«
     »Ich fühle mich wirklich erbärmlich«, Fred sah den Arzt vorwurfsvoll an, »und sie wollen mir sagen ich sei gesund?«
     »Wissen sie, Frederic, wie bei jeder Trennung ist auch diese schmerzhaft. Sie leiden noch unter den Nachwirkungen einer Sepsis, ausgelöst durch die Toxine der abgestorbenen Pest-Erreger.« Dr. Thomson fuhr fort: »Sie können vermutlich niemanden mehr anstecken, aber wir werden sie noch etwas zur Beobachtung und Stabilisierung hier behalten müssen, ein oder zwei Wochen vielleicht. Sie sind im Prinzip aber jetzt schon über den Berg. Keine Sorge.«
     Dann holte er tief Luft, grinste wieder, und meinte: »Sie werden bald gesund sein. Und wissen sie, was das Gute für sie ist? Sie haben nun Antikörper, sind somit fast immun gegen die Pest. Auch wenn ich nicht glaube, dass sie ein zweites Mal mit ihr in Kontakt kommen. Yersinia ist in diesem Land sehr sehr selten.«
     Fred lächelte müde. Er versuchte noch, seine Gedanken zu ordnen, als der Arzt bereits auf seine Uhr sah.
     »Ich muss sie jetzt erst einmal wieder verlassen, Frederic. Wir sehen uns später wieder. Und falls sie sich wundern, wo sie eigentlich sind: Dies ist die Isolierstation unseres schönen, neuen Instituts für Pandemieforschung.« Mit diesen Worten öffnete sich die Tür und schon hastete er hinaus. Kurz darauf schloss sie sich wieder mit einem leichten Zischen.
     Fred war nun allein.

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Re: [Spannung]Fred Jenkins (Kapitel 1, Szene 1)

Beitragvon Oragon » 20.08.2015, 01:10

Huhuu,
da du so einen schönen Kommentar unter meinem Werk gelassen hast, und du erwähnt hast, dass du ebenfalls an einem apokalyptischen Roman schreibst, dachte ich mir ich schaue hier mal rein :D

Gleich zu Anfang muss ich schon meckern. Du sagst bereits, dass Fred Jenkins nur der Arbeitstitel ist, trotz allem will ich anmerken, dass ein anderer besser geeignet wäre. Titel, die den Namen des Protagonisten tragen, sind immer etwas langweilig und nichts-sagend meiner Meinung nach. Nur durch den Titel weiß ich zum Beispiel hier gar nichts, es kann ein Science-Ficiton, ein Fantasy oder ein Krimi-Roman sein. Das nur so als kleine Anmerkung.
Auch dachte ich, dass der Name Fred Jenkins vielleicht etwas zu gewöhnlich ist für den Hauptprotagonisten? Ich meine, das ist so ein Name den man finden könnte, wenn man "typische englische Namen" googlet :D

So nun zum Geschriebenen:

»Mr. Jenkins?«, hörte Fred eine tiefe Stimme wie aus der Ferne.


»Mr. Jenkins?«. Fred hörte eine tiefe Stimme aus der Ferne. - So klingt es etwas schöner finde ich.

Seine Lippen schienen sich nicht synchron mit seinen Worten zu bewegen. Zum Teufel, was war nur mit ihm los?


Mit diesem "ihm" denkt man, du meinst den Arzt. Ich denke zumindest, du meintest Fred mit diesem Satz, oder? :shock:

»Ich habe spannende Neuigkeiten für sie, Frederic – ich darf sie doch Frederic nennen, Mr. Jenkins?«


Hier nennt er ihn erst Frederic und dann plötzlich wieder Mr. Jenkins. Lass das "Mr. Jenkins" am Ende einfach weg.

»Außerdem hat ihre neue Freundin Yersinia bereits wieder Schluss mit ihnen gemacht.


Verstehe ich nicht so ganz. Ein paar Zeilen weiter oben meinte der Arzt noch, dass Fred die Pest habe und hier sagt er in anderen Worten, dass er sie nicht mehr hat. Auch wenn er noch unter Erregern und Nachwirkungen leidet hat er sie nicht mehr, oder verstehe ich etwas falsch?



Das war es auch schon. Nun noch ein paar Sachen:

- Den Arzt beschreibst du sehr schön, man kann ihn sich sehr gut verhaltensmäßig vorstellen, ein verrückter, fröhlicher Kerl eben. Dass mit dem "schwarzen" Gesicht verstehe ich nur nicht ganz, ist er afroamerikanischer Herkunft oder wie? Wenn, würde ich vielleicht ein anderes Wort für "schwarz" finden.

- Wie bereits gesagt, beschreibst du den Arzt sehr gut, dafür den guten Fred so gut wie gar nicht. Ich hatte kein Bild vor den Augen, keinen Menschen einfach nichts. Bestimmt wird noch etwas folgen.

- Es ist auf jeden Fall sehr interessant geschrieben. Deine bildlichen Beschreibungen finde ich vor allem super ("Langsam erkannte er etwas mehr und schaute auf zwei Reihen grinsender, makellos weißer Zähne in einem viel zu runden, tiefschwarzen Gesicht."). Wirklich super geschrieben, top :)
Mit dem Pest und Krankheitsthema hast du definitiv schon mal mein Interesse geweckt. Ich werde weiterhin bei dir vorbei schauen und hoffentlich mit weiteren Kapiteln rechnen dürfen.

Das war es auch schon von mir, ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen mit diesem Kommentar. Dir noch einen schönen restlichen Tag! :D

Viele liebe Grüße,
Oragon
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Re: [Spannung]Fred Jenkins (Kapitel 1, Szene 1)

Beitragvon AlexB » 20.08.2015, 11:03

Danke für den Kommentar, Oragon
Wegen der Genre-Verwandschaft hate ich mich auch gleich auf Deinen gestürzt ;-)

Gleich zu Anfang muss ich schon meckern. Du sagst bereits, dass Fred Jenkins nur der Arbeitstitel ist, trotz allem will ich anmerken, dass ein anderer besser geeignet wäre. Titel, die den Namen des Protagonisten tragen, sind immer etwas langweilig und nichts-sagend meiner Meinung nach. Nur durch den Titel weiß ich zum Beispiel hier gar nichts, es kann ein Science-Ficiton, ein Fantasy oder ein Krimi-Roman sein. Das nur so als kleine Anmerkung.


Gebe ich Dir vollkommen recht! Aber es ist halt nur ein Arbeitstitel, ich habe ganz andere Titelideen, die deutlich mehr andeuten. Aber auch nur, wenn man sich mit der Apokalypse auskennt. Also nicht so ganz offensichtlich. Aber es sollte deutlich neugieriger machen als ein Titel aus dem Namen des Protagonisten.

Fred ist übrigens auch nur der Protagonist eines Handlungsstranges, es gibt einen zweiten und die beiden werden lange Zeit nicht miteinander interagieren. Allein deshalb läuft der Roman nicht Gefahr "Das aufregende Leben des Frederic J." oder so ähnlich zu heissen ;-)

Auch dachte ich, dass der Name Fred Jenkins vielleicht etwas zu gewöhnlich ist für den Hauptprotagonisten? Ich meine, das ist so ein Name den man finden könnte, wenn man "typische englische Namen" googlet :D


Danke, dass Du das so siehst! :-) Das beruhigt mich, denn es ist 100% beabsichtigt.
Zwar spielt der Roman in den USA, aber ich habe in Grossbritannien gelebt, und ja, es ist zumindest dort ein Allerweltsname. Fred ist intelligent, manchmal etwas unsicher, hat grosses vor im Leben, aber er ist eben auch total unauffällig.

»Mr. Jenkins?«. Fred hörte eine tiefe Stimme aus der Ferne. - So klingt es etwas schöner finde ich.


Hast Du vielleicht recht. Der erste Satz ist ja auch etwas ganz wichtiges. Da werde ich nochmal nachdenken.

Seine Lippen schienen sich nicht synchron mit seinen Worten zu bewegen. Zum Teufel, was war nur mit ihm los?


Mit diesem "ihm" denkt man, du meinst den Arzt. Ich denke zumindest, du meintest Fred mit diesem Satz, oder? :shock:


Hmmm, hier meinte ich in der Tat den Arzt! Fred's Sinneswahrnehmung ist subjektiv verzerrt. Muss ich vielleicht eindetiger formulieren.

»Ich habe spannende Neuigkeiten für sie, Frederic – ich darf sie doch Frederic nennen, Mr. Jenkins?«


Hier nennt er ihn erst Frederic und dann plötzlich wieder Mr. Jenkins. Lass das "Mr. Jenkins" am Ende einfach weg.


Guter Hinweis. Muss mal nachdenken, ob das komplizierte Gerede eine Eigenart des Arztes sein könnte.

»Außerdem hat ihre neue Freundin Yersinia bereits wieder Schluss mit ihnen gemacht.


Verstehe ich nicht so ganz. Ein paar Zeilen weiter oben meinte der Arzt noch, dass Fred die Pest habe und hier sagt er in anderen Worten, dass er sie nicht mehr hat. Auch wenn er noch unter Erregern und Nachwirkungen leidet hat er sie nicht mehr, oder verstehe ich etwas falsch?


OK, das Zeigt mir, wo man selbst einen kurzen Moment stutzt, da ist meist was dran und es klingt unlogisch. Der Arzt hat vorher etwas übertrieben und dramatisiert, das macht er oft (später). In der Tat hat er die Pest inzwischen nicht mehr. Aber da muss ich wohl noch eine Entschuldigung des Arztes Einbauen, dass er wieder mal übertrieben hat.

- Den Arzt beschreibst du sehr schön, man kann ihn sich sehr gut verhaltensmäßig vorstellen, ein verrückter, fröhlicher Kerl eben. Dass mit dem "schwarzen" Gesicht verstehe ich nur nicht ganz, ist er afroamerikanischer Herkunft oder wie? Wenn, würde ich vielleicht ein anderes Wort für "schwarz" finden.


Er ist Afroamerikaner. Und tiefschwarz, das ist der eindruck bei Manchen, wenn sie sonst weiss tragen, und in einem weissen Raum sind. Ich beschreibe hier 100% visuell. Kenne den Eindruck von einem Ex-Kollegen.

- Wie bereits gesagt, beschreibst du den Arzt sehr gut, dafür den guten Fred so gut wie gar nicht. Ich hatte kein Bild vor den Augen, keinen Menschen einfach nichts. Bestimmt wird noch etwas folgen.


Kommt ausführlich zu Beginn der nächsten Szene, ich weiss, man sollte den Leser da nicht zu lang warten lassen :-) Die erste Szene ist mehr oder weniger komplett aus Freds Sicht, da reflektiert er noch nicht über sich selbst.

Danke auch für die positiven Anmerkungen. Ist immer wichtig, zu erfahren ob man den Nerv der Leser trifft.

Den ganzen Roman werde ich hier sicher nicht reinstellen, aber die ein oder andere Szene bestimmt. :mrgreen:

VG,
Alex
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Re: [Spannung]Fred Jenkins (Kapitel 1, Szene 1)

Beitragvon Twippie » 21.08.2015, 10:48

Hallo AlexB,

gerne wage ich mich an deine apokalyptische Geschichte. Auf Rechtschreibfehler und Grammatik verzichte ich.

Anm.: Fred Jenkins


Der Titel ist nur ein Arbeitstitel. Mir geht es auch nur um den Namen Fred Jenkins. Für einen deutschen erachte ich den als ziemlich ungewöhnlich. Ist dieser Name von Relevanz, weil er nordamerikanischer Herkunft ist? Oder spielt die Geschichte überhaupt nicht im deutschsprachigen Raum? Wenn nein, ist es wichtig für die Geschichte, wo sie spielt? Sollte es nicht relevant sein, würde ich die Geschichte in Deutschland ansiedeln lassen mit einem herkömmlichen deutschen Namen. Sonst schürt das Verwirrung.

Besonders interessiert mich zu diesem Zeitpunkt: Ist es leicht lesbar, macht es Spaß, den Text zu lesen? Kann man sich die Szene bildlich vorstellen? Macht sie neugierig, so dass man gern weiter lesen würde?


Der Anfang lässt sich gut und flüssig lesen. Er wirft viele Fragen auf. Und du hast einen schönen bildlichen Schreibstil, weshalb man sich die Szene gut vorstellen kann. Also insgesamt ein sehr positiver Ersteindruck!

»Mr. Jenkins?«, hörte Fred eine tiefe Stimme wie aus der Ferne. »Mr. Jenkins, hören sie mich?«


Der erste Satz wirft auf jeden Fall Fragen auf. Er klingt nur etwas holprig wegen der Wiederholung von "hören".
Die Frage ist auch, ob die Wiederholung seines Namens gleich zu Beginn sein muss. Mit nur einer Nennung könnte man das ganze deutlich straffen.

und überhaupt schien alles in seinem Körper zu schmerzen.


Ich mag das Verb "scheinen" überhaupt nicht. Das entkräftigt jede Aussage. Tut ihm alles weh? Dann lass das "schien" weg!

hünenhafte, weiße Gestalt mit einem schwarzen Kopf.


Ist er dunkelhäutig oder kann der Protagonist bloß noch nichts richtig erkennen? Das wird hier nicht ersichtlich.

»Mr. Jenkins,


Der Doktor sagt ziemlich oft seinen Namen. Das zeichnet eine Eigenart von ihm, was ich gut finde. Auf Dauer könnte die Wiederholung aber nerven.

Fred versuchte, sich zu konzentrieren und schloss wieder seine Augen, das Licht schmerzte und alles drehte sich.


Ich finde, es kommt meistens besser rüber, wenn man eigenständige Geschehnisse in eigene Sätze verpackt. Zum Beispiel hier: "Fred versuchte sich zu konzentrieren, indem er seine Augen schloss. Das Licht schmerzte. Alles drehte sich."

Der Mann ließ nicht locker, und redete mit ihm, wie mit einem kleinen Kind.


Du zeigst es anhand der wörtlichen Rede. Lass solche nichtssagenden Beschreibungen doch weg.

Dr. Niclas Thomson


Wieder ein amerikanischer Name. Gewollt? Wichtig?

     »Was?«, krächzte Fred schwach und verwirrt.


Ich mag keine Adverbien, wenn sie überflüssig sind. Wie hier: krächzen ist nach meiner Auffassung immer schwach. Und dass er verwirrt ist, geht ja aus seiner Frage hervor.

Es wagte es, vorsichtig wieder die Augen zu öffnen.


Kleine Anmerkung für deine Korrektur später. Du magst das Wort "wieder" sehr gern. Kommt ziemlich oft in dem kurzen Text vor. Indem du so etwas straffst, beschleunigst du das Tempo und machst deinen schon angenehmen Schreibstil noch besser.

Ach ich vergaß, sie sind ja nicht vom Fach.« Dr. Thomson lächelte ihn an. »Yersinia Pestis. Frederic, sie haben die Pest!«


Jetzt kann ich mir doch eine Rechtschreibkorrektur nicht verkneifen. Jedes Sie in der Höflichkeitsform schreibst du seltsamerweise klein.
Aber eine überraschende Wendung! Klasse!

[tab]Das saß! Fred riss die Augen weit auf und starrte den Arzt an. Sein Gehirn hatte sich durch diesen Schock erstaunlich schnell erholt: Die Pest – diese tödliche Seuche aus dem Mittelalter. Landstriche hatte sie dahingerafft, Städte entvölkert. Aber die Pest gab es doch gar nicht mehr, nicht im einundzwanzigsten Jahrhundert!


Da fehlt mir ein bisschen der innere Konflikt. Würde man mir eröffnen so eine Krankheit zu haben, würde es in meinem Innern drunter und drüber gehen. Nutz dieses Konfliktpotential. Und lass ihn dann ruhig den Gedankengang kriegen, dass es die Pest doch längst nicht mehr gibt.

Heutzutage gibt es Antibiotika, da stirbt man nichtmehr so schnell an der Pest. Aber sie hatten allerdings schon Glück, dass mein Kollege das so schnell diagnostiziert und sie sofort zu uns überwiesen hat.«[/tab]
     »Wie bin ich hierher gekommen? Ich kann mich an nichts erinnern.«. Fred klang schon wieder etwas erleichtert, aber noch sichtlich verwirrt.


Hier merkt man teilweise sehr, dass es noch die Rohfassung ist. Einige Füllwörter, Rechtschreibfehler und ähnliches.
Und du wechselst kurz die Perspektive. Du schreibst doch sonst aus Sicht von Fred. Warum dann auf einmal nicht mehr? ("Frend klang ...")

Keine Sorge, sie werden sich bald wieder an alles erinnern können.« Er grinste. »Außerdem hat ihre neue Freundin Yersinia bereits wieder Schluss mit ihnen gemacht. So sind sie, die Frauen. Unberechenbar.«[/tab]


»Ich muss sie jetzt erst einmal wieder verlassen, Frederic. Wir sehen uns später wieder.


"Wieder" ist wirklich dein Lieblingswort. In dem kurzen Text kommt das bestimmt über 10 Mal vor.
Aber der Vergleich mit den Frauen ist super!

Zusammengefasst:
Die Grundidee von deinem Roman finde ich spitze. Du schreibst kurzweilig und szenisch. Es liest sich flüssig und du wirfst genug Fragen auf, um den Leser zum Weiterlesen zu animieren.
Stilistisch merkt man aber, dass es noch die Rohfassung ist. Viele Wiederholungen, holprige Sätze u. ä. stören den Lesefluss. Potential ist auf jeden Fall vorhanden!
Twippie
 
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Re: [Spannung]Fred Jenkins (Kapitel 1, Szene 1)

Beitragvon AlexB » 21.08.2015, 11:41

Hallo Twippie,
danke für die schön verpackte Kritik :-)
Ich geh mal auf ein paar Dinge ein:

Der Titel ist nur ein Arbeitstitel. Mir geht es auch nur um den Namen Fred Jenkins. Für einen deutschen erachte ich den als ziemlich ungewöhnlich. Ist dieser Name von Relevanz, weil er nordamerikanischer Herkunft ist? Oder spielt die Geschichte überhaupt nicht im deutschsprachigen Raum? Wenn nein, ist es wichtig für die Geschichte, wo sie spielt? Sollte es nicht relevant sein, würde ich die Geschichte in Deutschland ansiedeln lassen mit einem herkömmlichen deutschen Namen. Sonst schürt das Verwirrung.


Der Anfang der Geschichte spielt in NYC, und das ist wichtiger Teil des Gesamtwerkes. Es gibt auch Schweizer, Japaner, Deutsche, ...
Falls es mal einen Teil zwei gibt, so spielt dieser eventuell in Europa.
Fred Jenkins ist Farmerssohn aus Nebraska.

und überhaupt schien alles in seinem Körper zu schmerzen.


Ich mag das Verb "scheinen" überhaupt nicht. Das entkräftigt jede Aussage. Tut ihm alles weh? Dann lass das "schien" weg!


Vollkommen richtig!

Ist er dunkelhäutig oder kann der Protagonist bloß noch nichts richtig erkennen? Das wird hier nicht ersichtlich.


Er ist Afroamerikaner. Im Kontext New York und USA war es den Offline-Probelesern sofort klar. Wenn man natürlich ein eher europäisches Setting im Kopf hat, stolpert man hier. Mal sehen, wie ich das löse.

»Mr. Jenkins,


Der Doktor sagt ziemlich oft seinen Namen. Das zeichnet eine Eigenart von ihm, was ich gut finde. Auf Dauer könnte die Wiederholung aber nerven.

Ich finde, es kommt meistens besser rüber, wenn man eigenständige Geschehnisse in eigene Sätze verpackt. Zum Beispiel hier: "Fred versuchte sich zu konzentrieren, indem er seine Augen schloss. Das Licht schmerzte. Alles drehte sich."


Krankheit von mir, erstmal einfach immer nur mit Komma abtrennen :/


     »Was?«, krächzte Fred schwach und verwirrt.


Kleine Anmerkung für deine Korrektur später. Du magst das Wort "wieder" sehr gern. Kommt ziemlich oft in dem kurzen Text vor. Indem du so etwas straffst, beschleunigst du das Tempo und machst deinen schon angenehmen Schreibstil noch besser.


Du hast da vollkommen Recht! Ich habe ein paar solcher Wörter, und ich nehme sie gar nicht wahr, wenn ich auf den Text sehe ... es sei denn, jemand färbt sie rot ;-)

Jetzt kann ich mir doch eine Rechtschreibkorrektur nicht verkneifen. Jedes Sie in der Höflichkeitsform schreibst du seltsamerweise klein.
Aber eine überraschende Wendung! Klasse!


Da fehlt mir ein bisschen der innere Konflikt. Würde man mir eröffnen so eine Krankheit zu haben, würde es in meinem Innern drunter und drüber gehen. Nutz dieses Konfliktpotential. Und lass ihn dann ruhig den Gedankengang kriegen, dass es die Pest doch längst nicht mehr gibt.


Hier hab ich vielleicht mit der Reihenfolge geschlampt. Später hat er ja Todesangst, aber stimmt, eigentlich sollte diese zuerst kommen.


Was die höfliche Anrede angeht, ich bin immer noch nicht in der neuen Rechtschreibung angekommen, und gehe dann oftmals einen Schritt zu weit. Wie hier: Sie klein. Stimmt.

Keine Sorge, sie werden sich bald wieder an alles erinnern können.« Er grinste. »Außerdem hat ihre neue Freundin Yersinia bereits wieder Schluss mit ihnen gemacht. So sind sie, die Frauen. Unberechenbar.«


»Ich muss sie jetzt erst einmal wieder verlassen, Frederic. Wir sehen uns später wieder.


"Wieder" ist wirklich dein Lieblingswort.


Das stimmt leider wieder ;-)

Allerdings habe ich ein Problem: Die wörtliche Rede soll salopp sein, eben nicht stilistisch perfekt. Aber wie du schon richtig erkennst, schadet das trotzdem dem Gesamttext. Hier muss ich wohl ein Mittelmaß finden.

Zusammengefasst:
Die Grundidee von deinem Roman finde ich spitze. Du schreibst kurzweilig und szenisch. Es liest sich flüssig und du wirfst genug Fragen auf, um den Leser zum Weiterlesen zu animieren.
Stilistisch merkt man aber, dass es noch die Rohfassung ist. Viele Wiederholungen, holprige Sätze u. ä. stören den Lesefluss. Potential ist auf jeden Fall vorhanden!


Super, damit wäre zumindest ein Ziel schonmal erreicht.:-)

Danke für die genaue Betrachung!

Alex
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Re: [Spannung]Fred Jenkins (Kapitel 1, Szene 1)

Beitragvon ESchen » 27.08.2015, 19:52

Hallo Alex

Apokalyptisch? Immer her damit :mrgreen:
Beschäftige mich derzeit selbst mit einem Thriller, ist also immer interessant zu sehen, wie das die anderen machen. :mrgreen:

Ich gebe dir mal meinen generellen Eindruck. Ich hoffe, du kannst es ertragen, ich bin immer ne ganz Böse und Pingelige. :wink:
Ich fand die Szene etwas unterkühlt. D.h. ich habe nicht wirklich gespürt, was Fred durchmacht. Du hast mir zu wenig Anzeichen gegeben, wie er sich fühlen könnte. Auch die Info, dass er die Pest zu haben scheint, hat er mir viel zu leichtfertig aufgenommen, à la, "Ach ja, dann habe ich mal die Pest. Ist etwas aussergewöhnlich, aber ich hab sie halt." :XD:
Er scheint mir zu wenig beunruhigt. Fragt er sich nicht, wie er da hin gekommen ist? Was mit ihm los ist? Ich wäre da viel panischer, er scheint jedoch ganz ruhig zu sein. Wenn er denn benebelt ist, dann könntest du ab und zu darauf hinweisen. Z.Bsp. versucht er vergeblich die Augen aufzusperren, wird aber immer wieder übermannt und muss kämpfen, bei Bewusstsein zu bleiben. Gleichzeitig tobt in ihm die Panik.

Dann scheint mir der Arzt etwas eigenartig zu sein. Ich weiss nicht, was deine Intention dahinter ist. Möchtest du ihn bloss schrullig wirken lassen, oder soll da was Grosses und "Böses" dahinter stehen. Mit dem Bösen könntest du mich ködern und das Buch wäre gekauft, aber das scheint mir hier noch etwas zu wenig ausgeprägt und zu wenig linear zu sein. Diese Institution macht mir noch keine Angst. Ich will als Leser aber Angst haben, in diesem Krankenhaus oder in diesem Pandemiezentrum zu liegen, weil genau das der Nervenkitzel ist, den ich mir wünsche. Wo ist die einschüchternde Sterilität des Krankenhauses, oder wo sind die Wassertropfgeräusche, wenn es sich um eine heruntergekommene Anstalt handelt? Weisst du wie ich meine? Wo ist die Panik in Fred, dass er die Pest hat (und damit die klare Andeutung, dass mit dieser Welt etwas nicht stimmt), denn der Arzt relativiert das Ganze als harmlos. Das Drumherum fehlt mir ein wenig.
Sonst wird es zu einer Patient-versteht-schrulligen-Arzt-nicht-Geschichte, die ich weniger interessant finde, als das obige Szenario (vermutlich Geschmacksache). Den Witz mit der Freundin finde ich jetzt nicht so gelungen und Fred scheint irgendwie auch nicht darauf einzugehen, da er 1. benebelt ist und 2. denkt er nicht gross darüber nach, dass er den Arzt etwas eigenartig findet, oder dass der Witz daneben war, oder besonders originell. :wink:
D.h. also generell etwas mehr Suspense, Mystery und Atmosphäre reinbringen.

Vom Lesefluss her konnte ich keine grossen Mängel feststellen, lief flüssig. Wie du gesagt hast, habe ich mich mal nicht auf Satzstellungen, Wörter und Orthographie versteift. Ob es Spass macht, kann ich noch nicht sagen, da mir die obigen drei Schlagworte fehlen :mrgreen:, aber wenn du das noch etwas feilst, ist das eine interessante Szene.

Ich hoffe, du kannst meine Anmerkungen einigermassen gebrauchen, ansonsten ignorieren :mrgreen:

Liebe Grüsse
ESchen
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Re: [Spannung]Fred Jenkins (Kapitel 1, Szene 1)

Beitragvon AlexB » 28.08.2015, 08:36

ESchen hat geschrieben:Hallo Alex

Apokalyptisch? Immer her damit :mrgreen:
Beschäftige mich derzeit selbst mit einem Thriller, ist also immer interessant zu sehen, wie das die anderen machen. :mrgreen:


OK, apokalyptisch hat hier bei Dir offenbar automatisch das Wort "Thriller" im Gepäck. Ein Thriller wird es aber gar nicht. Ich denke hieraus resultiert eine Erwartungshaltung, die ich schlichtweg nicht bediene. Daraus resultiert dann vermutlich auch deine massive Kritik :wink: Das meiste, was dich stört, ist genau so gewollt.

Heute früh ist grad wenig Zeit, aber trotzdem schonmal eine Schnellantwort, auf einige Details:

Er scheint mir zu wenig beunruhigt. Fragt er sich nicht, wie er da hin gekommen ist? Was mit ihm los ist? Ich wäre da viel panischer, er scheint jedoch ganz ruhig zu sein. Wenn er denn benebelt ist, dann könntest du ab und zu darauf hinweisen. Z.Bsp. versucht er vergeblich die Augen aufzusperren, wird aber immer wieder übermannt und muss kämpfen, bei Bewusstsein zu bleiben. Gleichzeitig tobt in ihm die Panik.


Für allzu komplexe Gedanken ist er anfänglich noch zu verwirrt. Aber generell wollte ich die erste Reaktion auf die Pest eh noch mal überarbeiten, ganz ideal ist das in der Tat auch in meinem Szenario nicht, welches viel harmloser als Deines ist ;-)

Dann scheint mir der Arzt etwas eigenartig zu sein. Ich weiss nicht, was deine Intention dahinter ist. Möchtest du ihn bloss schrullig wirken lassen, oder soll da was Grosses und "Böses" dahinter stehen.


Der Arzt ist total schrullig, hat wenig Sozialkompetenz ... aber ist einer der harmlosesten und nettesten im ganzen Roman. Auch das Institut ist überhaupt kein bedrohlicher Ort und Fred auch auch keine besonders negativen Assoziationen mit dem Thema Krankenhaus generell.

dass er die Pest hat (und damit die klare Andeutung, dass mit dieser Welt etwas nicht stimmt)


In der überarbeiteten Fassung werde ich hier noch stärker drauf eingehen: Das ist keine Andeutung, dass mit der Welt etwas nicht stimmt. Ein Teil der Nagetierpopulation in den USA trägt Yersinia pestis in sich. In einigen Regionen sogar ziemlich weit verbreitet. Und jedes Jahr kommt es in den USA zu Pestinfektionen. Allerdings stirbt man eben nicht mehr daran. Anders sieht es in anderen Regionen der Welt aus, Madagaskar zum Beispiel. Dort streben immer wieder Menschen in kleineren Ausbrüchen der Krankheit. Auch, weil sie Angst haben, zum teuren Arzt zu gehen.

Sonst wird es zu einer Patient-versteht-schrulligen-Arzt-nicht-Geschichte, die ich weniger interessant finde, als das obige Szenario (vermutlich Geschmacksache).


Genau das ist es aber an dieser Stelle ersteinmal!

Ich hoffe, du kannst meine Anmerkungen einigermassen gebrauchen, ansonsten ignorieren :mrgreen:


Jede Anregung hilft, also Danke :-)
Aber ich glaube wirklich, dass Du einen harten Thriller erwartest. Das ist es aber nicht.
Klar werden in dem Roman auch schlimme Dinge geschehen, aber nicht so sehr auf der düsteren Mystery-Thriller Schiene. Sowas mag ich zwar durchaus, aber das hier ist was ganz anderes.

LG,
Alex
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Re: [Spannung]Fred Jenkins (Kapitel 1, Szene 1)

Beitragvon MacYesabi » 31.08.2015, 20:48

Ich freue mich, dieses Werk kommentieren zu dürfen, wie schon in deinem Blog erwähnt möchte ich unbedingt weiterlesen! Hoffentlich kann ich dir mit meinen Anmerkungen weiterhelfen.

»Mr. Jenkins?«, hörte Fred eine tiefe Stimme wie aus der Ferne. »Mr. Jenkins, hören sie mich?«
Obwohl dieser erste Satz künstlerisch unspektakulär ist, fängt er den Leser ein - was ist da passiert?

Langsam erkannte er etwas mehr und schaute auf zwei Reihen grinsender, makellos weißer Zähne in einem viel zu runden, tiefschwarzen Gesicht.
Mir gefällt, wie " hier beschreibst, dass sich die Sehfähigkeit erst langsam einstellt. Was mir nicht so gut gefällt ist dieses "viel zu runde Gesicht". Mir erscheint zwar gleich ein Mann mit afrikanischen Wurzeln vor dem geistigen Auge - aber m.E. hat das so einen klischeehaften Beigeschmack à la "Zehn kleine Negerlein". Besser gefallen würde mir, wenn der Kopf nicht "viel zu rund" wäre, sondern Fred Jenkins im Augenblick vielleicht gar keine geometrische Form festmachen könnte, weil sein Blick noch nicht fokussiert ist.

»Mr. Jenkins, ich weiß, dass sie mich hören können. Sie sehen mich ja schon an und bewegen den Kopf.«, der Mann klang begeistert. Seine Lippen schienen sich nicht synchron mit seinen Worten zu bewegen.
Das Komma nach den Anführungsstrichen weg und dann natürlich groß weiter.
Ich würde die beiden Sätzen verbinden: Der Mann klang begeistert, doch seine Lippen schieken sich nicht synchron mit seinen Worten zu bewegen. Du hast hier sonst zu viele kurze Sätze, was mit dem nachfolgenden Satz zu abgehackt klingt.

Zum Teufel, was war nur mit ihm los?
Gefällt mir gut! Mir war sofort bewusst, dass du den Arzt meinst (der sie ja irgendwie nicht mehr alle hat :lol: ) aber manch einer könnte auch glauben, Fred meint sich selbst. Du könntest das lösen indem du schreibst: Zum Teufel, was war nur mit dem (Kerl) los?

Fred versuchte, sich zu konzentrieren und schloss wieder seine Augen, das Licht schmerzte und alles drehte sich.
Statt des zweiten Kommas wär´ hier ein Semikolon schick.

»Verstecken gilt nicht!«, hörte er sein Gegenüber laut lachend sagen, »Kommen sie, reden sie mit mir, ich beiße auch nicht. Versprochen!«
Das zweite Komma weg. "Laut lachend sagen" ist unnötig gedoppelt. "Verstecken gilt nicht!", hörte er sein Gegenüber lachen. Oder: "Verstecken gilt nicht!" Sein Gegenüber lachte laut. Das klingt doch viel geschmeidiger.

»Nun brüllen sie doch nicht so«, war allerdings alles, was er leise und mühsam als Antwort hervorbrachte./quote] Sehr schön! Gefällt mir, wie du hier das Satzzeichen weglässt - da merkt man gleich, wie schwach er noch ist.

»Wunderbar! Unser Patient kann sprechen«, dröhnte es weiterhin viel zu laut aber immer noch freundlich, fast belustigt
Hier würde ich nach Wunderbar aber ein Ausrufezeichen setzen. Der Arzt ist immerhin schwer begeistert!

Ein Wort hatte er ganz klar erfasst:
Arzt. Der laute Mann ist Arzt. Bin ich in einem Krankenaus?, frage er sich.
Hinter Arzt würde ich einen Punkt setzen. Immerhin ist es das Wort, dass Fred verstanden hat und über das er sich nun Gedanken macht.

»Ich habe spannende Neuigkeiten für Sie, Frederic – ich darf Sie doch Frederic nennen, Mr. Jenkins?«
Find ich gut, das Mr. Jenkins am Ende. Das ist so eine verrückte Mischung aus professioneller Distanz und dem Wunsch, mit seinem Forschungsprojekt/Patienten auf eine vertraute Ebene zu gelangen. (Das "sie" ist natürlich nur ein Flüchtigkeitsfehler, den ich im weiteren Verlauf nicht mehr zur Kenntnis nehme :wink: )

Was redete dieser Mann bloß?


»Yersinia«. Dr. Thomson strahlte ihn an. »Yer-si-ni-a«


Fred schaute den Arzt mit leerem Blick an. Er verstand kein Wort. Sein Gehirn arbeitete zwar noch etwas langsam, aber er konnte wieder halbwegs klar denken.
Hmm...nicht schlecht, aber ein paar Zeilen vorher hast du das so ähnlich:
Fred wollte protestieren, er fühlte sich nicht ganz ernst genommen. Zwar rauschten die Sätze noch viel zu schnell an ihm vorüber, aber sein aufkommender Ärger half ihm, wieder etwas klarer zu denken.
Einen der beiden Sätze solltest du ändern.

Dann holte er tief Luft, grinste wieder, und meinte: »Sie werden bald gesund sein. Und wissen sie, was das Gute für sie ist? Sie haben nun Antikörper, sind somit fast immun gegen die Pest. Auch wenn ich nicht glaube, dass sie ein zweites Mal mit ihr in Kontakt kommen. Yersinia ist in diesem Land sehr sehr selten.«
Toll!Hier gibst du dem Patienten - und dem Leser - Infos mit auf den Weg, die für den späteren Verlauf und das Verständnis der Geschichte wichtig sind. Diese Information erhält der Leser durch den Dialog, durch das, was der Arzt Fred erzählt. Gut gemacht!

Mit diesen Worten öffnete sich die Tür und schon hastete er hinaus.
Mit diesen Worten klingt für mich, als würde der Arzt da ein "Sesam-öffne-dich" für die Tür von sich geben und glaube, dass "bei diesen Worten" passender wäre (- ist aber evtl. auch nur Geschmackssache).

Ich bin wirklich gespannt, ob Yersinia es sich noch einmal anders überlegt und wieder zu ihm zurück will...

LG
MacYesabi
Ich habe ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe.
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Re: [Spannung]Fred Jenkins (Kapitel 1, Szene 1)

Beitragvon AlexB » 01.09.2015, 17:34

Na endlich seh ich auch Dich hier ;-)

MacYesabi hat geschrieben:Ich freue mich, dieses Werk kommentieren zu dürfen, wie schon in deinem Blog erwähnt möchte ich unbedingt weiterlesen! Hoffentlich kann ich dir mit meinen Anmerkungen weiterhelfen.


Hört man gern! Aber wie schon angemerkt, werde ich kaum die ganzen 400-500 Normseiten hier ablegen können ;-)


Langsam erkannte er etwas mehr und schaute auf zwei Reihen grinsender, makellos weißer Zähne in einem viel zu runden, tiefschwarzen Gesicht.
Mir gefällt, wie " hier beschreibst, dass sich die Sehfähigkeit erst langsam einstellt. Was mir nicht so gut gefällt ist dieses "viel zu runde Gesicht". Mir erscheint zwar gleich ein Mann mit afrikanischen Wurzeln vor dem geistigen Auge - aber m.E. hat das so einen klischeehaften Beigeschmack à la "Zehn kleine Negerlein". Besser gefallen würde mir, wenn der Kopf nicht "viel zu rund" wäre, sondern Fred Jenkins im Augenblick vielleicht gar keine geometrische Form festmachen könnte, weil sein Blick noch nicht fokussiert ist.


Verstehe ich irgendwo, aber es gibt auch in diesem Umfeld die verschiedensten Kopfformen. Daher finde ich nicht, das rund besonders afroamerikanisch klingt. Er hat halt unabhängig von der Abstammung ein wirklich sehr rundes Gesicht.

Die Afrikaner in meinem Freundeskreis haben jedenfalls Null Probleme mit runden Gesichtern. Bei manchen Asiaten heissen wir ja auch Langnasen. Und das eben als Reduzierung auf allein das Merkmal. Das ist schon härter. ;-)


Ich würde die beiden Sätzen verbinden: Der Mann klang begeistert, doch seine Lippen schieken sich nicht synchron mit seinen Worten zu bewegen. Du hast hier sonst zu viele kurze Sätze, was mit dem nachfolgenden Satz zu abgehackt klingt.


Da gibt es inzwischen schon Ideen zur Umgestaltung. Die Stelle hat ja einige stolpern lassen ;-)


Zum Teufel, was war nur mit ihm los?
Gefällt mir gut! Mir war sofort bewusst, dass du den Arzt meinst (der sie ja irgendwie nicht mehr alle hat :lol: ) aber manch einer könnte auch glauben, Fred meint sich selbst. Du könntest das lösen indem du schreibst: Zum Teufel, was war nur mit dem (Kerl) los?


In die Falle tappe ich manches Mal!


Fred versuchte, sich zu konzentrieren und schloss wieder seine Augen, das Licht schmerzte und alles drehte sich.
Statt des zweiten Kommas wär´ hier ein Semikolon schick.


Beim ersten Runterschreiben bin ich einfach der Kommakönig. Das Komma als Universalsatzzeichen.

Auch die weiteren Anmerkungen haben schon einen wahren Kern :-)

Ein Wort hatte er ganz klar erfasst:
Arzt. Der laute Mann ist Arzt. Bin ich in einem Krankenaus?, frage er sich.
Hinter Arzt würde ich einen Punkt setzen. Immerhin ist es das Wort, dass Fred verstanden hat und über das er sich nun Gedanken macht.

Find ich gut, das Mr. Jenkins am Ende. Das ist so eine verrückte Mischung aus professioneller Distanz und dem Wunsch, mit seinem Forschungsprojekt/Patienten auf eine vertraute Ebene zu gelangen. (Das "sie" ist natürlich nur ein Flüchtigkeitsfehler, den ich im weiteren Verlauf nicht mehr zur Kenntnis nehme :wink: )


Das 'sie' ist mir total peinlich! Das ist das erste Mal, dass ich mich an einem Werk in neuer Rechtschreibung versuche. Und da schwimme ich halt beliebig. In der alten hätte ich es immer groß geschrieben, aber hier schieße ich über das Ziel hinaus und unterstelle der neuen Dinge, die gar nicht so sind ;-)

Meine Abneigung gegen die neue Rechtschreibung ging übrigens so weit, dass ich meine Dissertation einfach auf Englisch geschrieben habe, als die Uni verlangen wollte, dass ich sie in der neuen Rechtschreibung einreiche. ;-)

Hmm...nicht schlecht, aber ein paar Zeilen vorher hast du das so ähnlich:


Mist, stimmt!


Toll!Hier gibst du dem Patienten - und dem Leser - Infos mit auf den Weg, die für den späteren Verlauf und das Verständnis der Geschichte wichtig sind. Diese Information erhält der Leser durch den Dialog, durch das, was der Arzt Fred erzählt. Gut gemacht!


Danke :-) Wobei, vielleicht ist es gar nicht wichtig? Wer weiss ;-)

klingt für mich, als würde der Arzt da ein "Sesam-öffne-dich" für die Tür von sich geben und glaube, dass "bei diesen Worten" passender wäre (- ist aber evtl. auch nur Geschmackssache).


Wär ich gar nicht drauf gekommen. Aber vielleicht hast Recht. Man will es dem Leser ja auch möglichst leicht machen :-)


Ich bin wirklich gespannt, ob Yersinia es sich noch einmal anders überlegt und wieder zu ihm zurück will...


Erstmal braucht er ne richtige Freundin, dann sehen wir weiter ;-)

Danke für das genaue Lesen :-)

LG,
Alex
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Re: [Spannung]Fred Jenkins (Kapitel 1, Szene 1)

Beitragvon jansenbusch » 11.09.2015, 13:17

Hallo Alex,
als Newbie hier im Forum möchte ich mich gerne an den Textkritiken beteiligen, dauert noch bis ich mich traue meine Texte hier einzustellen.
In Kürze:
Was mir gefällt:
    Einstieg: Mann wacht im Krankenhaus auf und weiß nicht wie er dorthin gekommen ist, was er hat, ein übertrieben freundlicher Arzt erklärt es ihm auf interessante Weise.
    Einige (leider wenige) schöne „MRU’s“ (Motivation-Reaction-Units.) wie „Fred fasste an seine linke Armbeuge. Er spürte, dass dort eine Kanüle steckte, mit einem Klebeband fixiert“, oder „Wie durch einen Schleier sah er eine hünenhafte, weiße Gestalt mit einem schwarzen Kopf. Wo zur Hölle war er?“ und „ „Arzt, der laute Mann ist Arzt. Bin ich in einem Krankenaus?, frage er sich“
    Die Analogie von Krankheit und Frau. „Schön“ verstörendes Bild.

Was du noch besser machen kannst:
    Vereinfachung: „krächzte Fred schwach und verwirrt“. Krächzen ist zumeinst schwach.
    Weniger Behauptungen, die nicht sichtbar sind: „leerer Blick“, „ängstlich ansehen“, „verwirrt klingen“. „mitleidsvoller Blick“, „scheint“, „vorwurfsvoll ansehen““
    Abschwächende und abstrakte Füllsel: „allerdings“, „überhaupt“, „etwas“, „zwar…aber“
    Steif: „dieser“, ´“diese“
    Dinge sind so, sie „scheinen“ nicht irgendwie zu sein.

Was ist nicht verstehe:
    Die äußere Struktur. Der Einstieg muss ja eine „Scene“ sein (Ziel, Konflikt, Desaster ) das „Sequel“ (Reaktion, Dilemma, Entscheidung) kommt danach. Aber wo ist das Desaster? „Ziel“ noch erkennbar (Mann will wissen, wo er ist und was er hat), „Konflikt“ gut eingeführt von einem humorvollen Arzt, der was von Pest erzählt, aber statt „Desaster“ ein „happy end“. Er hat keine Pest mehr. Schöne Kurzgeschichte, kein Antrieb zum Weiterlesen.
    WER ist der Protagonist Fred? Außer, dass er 22 ist und keine Freundin wissen wir NIX über ihn. Vom Arzt wissen wir viel mehr. Wird der Arzt der Protagonist, und Fred stirbt am nächsten Tag an Heuschnupfen und wird deshalb nicht eingeführt?

Ich hoffe, die Kürze ist ok für dich.
jansenbusch
 
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Re: [Spannung]Fred Jenkins (Kapitel 1, Szene 1)

Beitragvon AlexB » 12.09.2015, 22:44

jansenbusch hat geschrieben:Hallo Alex,
als Newbie hier im Forum möchte ich mich gerne an den Textkritiken beteiligen, dauert noch bis ich mich traue meine Texte hier einzustellen.


Hallo, einfach machen, würde ich sagen :-)

Wobei ich meinen Text etwas früh hier eingestellt habe. Also nicht zu früh bezogen auf mich, aber eben als erste Rohfassung mit vor allem vielen von Dir richtig erkannten sprachlichen Schwächen. Aber ich wollte halt frühzeitig wissen, wie der Inhalt ankommt.

    Abschwächende und abstrakte Füllsel: „allerdings“, „überhaupt“, „etwas“, „zwar…aber“


Meine typische Krankheit wenn ich drauflos tippe ;-)

    Steif: „dieser“, ´“diese“


Benutze ich oft selbst in meiner gesprochenen Umgangssprache, genauso wie "welcher" usw. . Ist vielleicht etwas ungewöhnlich, weiss ich. Habe mich noch nicht entschieden, wie ich da später mit umgehe.

Was ist nicht verstehe:
    Die äußere Struktur. Der Einstieg muss ja eine „Scene“ sein (Ziel, Konflikt, Desaster ) das „Sequel“ (Reaktion, Dilemma, Entscheidung) kommt danach. Aber wo ist das Desaster? „Ziel“ noch erkennbar (Mann will wissen, wo er ist und was er hat), „Konflikt“ gut eingeführt von einem humorvollen Arzt, der was von Pest erzählt, aber statt „Desaster“ ein „happy end“. Er hat keine Pest mehr. Schöne Kurzgeschichte, kein Antrieb zum Weiterlesen.


Ich kenne das Szene und Sequel Spiel natürlich auch, spiele es aber nicht konsequent. Bei den Testlesern von Kapitel 1 und 2 hat es funktioniert, durch Neugier auf Fred und durch das Fehlen von Informationen neugierig zu machen. Allerdings muss ich eine Sache zugeben, ich habe aufgrund des Wörter-Limits diese Szene für das Forum gekürzt. Es fehlt in dieser Version eine dunkle Andeutung für die Zukunft, die, wenn auch auf schwache Weise, neugierig macht.

    WER ist der Protagonist Fred? Außer, dass er 22 ist und keine Freundin wissen wir NIX über ihn. Vom Arzt wissen wir viel mehr. Wird der Arzt der Protagonist, und Fred stirbt am nächsten Tag an Heuschnupfen und wird deshalb nicht eingeführt?


Ich mag dieses massive Überhäufen mit Informationen über den Protagonisten in der ersten Szene gar nicht. Auch, nein, vor allem als Leser nicht. Die erste Szene ist komplett aus der Sicht von Fred angelegt, und er reflektiert noch in keiner Weise über sich selbst. Die nächste Szene erklärt dann schon viel mehr über Fred. Wirklich kennen wird der Leser ihn aber erst etwa ab der Mitte von Kapitel 3. Aber der Arzt bleibt auch wichtig, wenn auch her im Hintergrund.

Ich hoffe, die Kürze ist ok für dich.


Klar, every little counts. Und Gedanken hast Du Dir ja einige gemacht! :-)
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Re: [Spannung]Fred Jenkins (Kapitel 1, Szene 1)

Beitragvon Milvayne » 21.09.2015, 16:27

Hallo Alex,
ich habe mich mal an das Lesen deines Textes gewagt und muss sagen, dass macht durchaus Lust auf mehr. Der Gesamteindruck ist also schon mal sehr positiv. Ich mochte den Humor des Arztes sehr und musste selbst hin und wieder schmunzeln. Der Vergleich der Pest mit einer Beziehung war sehr interessant und erheiternd. Auch wenn ich in der Tiefe ein paar Anmerkungen machen möchte (falls ich auf Dinge eingehe, die schon mal gesagt wurden kannst du das ja gerne einfach ignorieren. Um eine unvoreingenommene Sicht auf deinen Text zu haben habe ich nämlich die anderen Anmerkungen nicht gelesen.)

Sie sehen mich ja schon an und bewegen den Kopf

Den Satz fand ich persönlich etwas merkwürdig. Ich hätte es geschickter gefunden zu sagen: "Sie sehen mich doch schon an und bewegen den Kopf." Das hat meiner Meinung nach eine andere Wirkung.

Zum Teufel, was war nur mit ihm los?

Da war ich mir unsicher, wen du genau meinst. Jenkins oder den Arzt?
Dazu kam dieser ekelhafte, alkoholische Gestank von Desinfektionsmittel.

Hier würde ich vielleicht noch dazu schreiben, was dieser Geruch bei ihm auslöst. Vielleicht Übelkeit oder Unbehagen? Vielleicht hat Jenkins ja unangenehme Erfahrungen mit Krankenhäusern gemacht?

»Verstecken gilt nicht!«,

Ich hatte nicht es nicht im Kopf, dass sich Jenkins irgendwie verstecken wollte, daher hab ich die Aussage des Arztes nicht verstanden. Entweder du erwähnst vielleicht, dass Jenkins sich zum Beispiel die Decke über das Gesicht ziehen will (auch wegen dem grellen Licht) oder du formulierst es vielleicht anders?

Diesmal war ihm das grelle Licht zum Glück weniger unangenehm.

Ich mochte den Ausdruck zum Glück nicht so gerne an dieser Stelle. Ich würde es wohl einfach weglassen.

Er hasste es, wenn er nicht ernst genommen wurde und er hasste es noch mehr, wenn die Leute in Rätseln sprachen. .


Diesen Satz mochte ich sehr gerne. So was kann man ja auch durchaus mal sagen. ^^

Die Pest – diese tödliche Seuche aus dem Mittelalter. .

Hinter den Satz würde ich ein Fragezeichen setzen.

Ansonsten denke ich, dass das durchaus eine solide Grundlage ist, die wirklich Spaß gemacht hat zu Lesen.
Ich hoffe du kannst mit meinen Anmerkungen etwas anfangen
Liebe Grüße
Mari
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