[Liebe]Fünfwortgeschichte: Hey bist Du's? Oh, tschuldigung.

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[Liebe]Fünfwortgeschichte: Hey bist Du's? Oh, tschuldigung.

Beitragvon kassiopeia123 » 22.03.2014, 00:03

Nach langer Zeit versuche ich mich wieder mit einer etwas älteren Fünfwortgeschichte, die ich damals begonnen hatte. Viel Spaß wünsche ich Euch, und mir viel Feedback :wink:

„Hey, bist du's? ... Oh tschuldigung"

Sie sah sich im Spiegel an. Hübsch war sie. Vor allem ihre kleinen Brüste. Darauf war sie stolz. Nicht so groß wie Pias, aber groß genug, um die B-Körbchen eines hübschen SpitzenBHs zu füllen.

Die Spaghettiträger ihres schwarzen Tops unterstreichten die schlanken Schultern. Das kleine Muttermal auf dem linken Schlüsselbein konnte entzücken. Das wusste sie.
Macht so etwas die Jungs nicht an?

Nun zog sie ihre knappe Jeans an. Heute abend würde sie ihn sich nehmen.

Dirk hatte sie heute in Deutsch angeschaut und sie in der Pause gefragt, ob sie auch auf die Party kommen würde.

„Na klar“, versuchte sie, so cool wie möglich rüber zu kommen. Es war ihr nicht geglückt, sie lief rot an. Er lächelte.

Den Lidstrich war perfekt. Geheimnisvolle Augen. Ihre dunkelaschblonden Locken glänzten mit jedem Bürstenstrich mehr. Sie sah hinreißend aus. Heute muss es einfach klappen!

Ihre Mutter rief von unten. Pia war schon da, um sie abzuholen. Ich bin noch nicht fertig! Keine Zeit mehr. Egal, ich krieg ihn heute! Ich weiß es ganz genau.

Später am Abend konnte man von draußen schon das Dröhnen der Musik hören, als sie hinter Pia zur Haustür lief. Die Tür öffnete sich. Dirk hatte sie wohl schon erwartet. Er begrüßte zuerst Pia mit Küsschen, ihr hauchte er ins Ohr: “Komm später zu mir! Ich erwarte dich.“ Ihr Herz hämmerte gegen das Brustbein, der Kloß im Hals ließ kein Wort heraus. Sie sah ihm einfach nach, als er zu seinen anderen Gästen zurück ging. Er drehte sich noch einmal nach ihr um und zwinkerte.

Die ganze Klasse war eingeladen. Dirks Eltern hatten ihm sturmfreie Bude gewährt. Und so war es klar, dass man sich im Laufe des Abends näher kam. Die Musik wurde etwas langsamer, ruhiger. Das Licht wurde gedimmt und man tanzte eng umschlungen.

Pia wurde von Sebastian zum Tanz aufgefordert, also saß sie alleine auf der dunklen Ledercouch und lehnte jede Aufforderung ab. Sie hatte es auf Dirk abgesehen, keiner sollte ihm in die Quere kommen.

„Komme gleich zu mir. Ich warte auf Dich oben im Schlafzimmer meiner Eltern.“ flüsterte er ihr ins Ohr. Ihr Herz galoppierte, als sie wenige Minuten später auf die Treppe zulief.

Soll ich mich ihm wirklich heute hingeben? Was denkt er von mir, wenn ich es zulasse. Stufe für Stufe schossen Gedanken durch ihren Kopf. Was ist, wenn ich es vermassele? Was ist, wenn ich ihm nicht sexy genug bin?

Im Obergeschoss angekommen, schaute sie sich um. Alle Türen bis auf eine waren zu. Durch den Spalt konnte sie nur Dunkelheit erkennen. Dort wartet er auf mich. Sie ging auf die Tür zu, stieß sie auf, ging hinein und schloss die Tür hinter sich zu. Es steckte ein Schlüssel im Schloss.

Vom Fenster auf der rechten Seite des Raumes drang Licht zwischen den Lamellen des Rolladens von draußen. Vermutlich eine Straßenlaterne. Sie erkannte das Bett und eine Gestalt darin nur silhouettenhaft vor sich.

Zögernd zog sie das Oberteil aus. Will ich das wirklich? Zwischen ihren Beinen pochte es wild. Ihr Körper bereitete sich darauf vor. Doch, ich will ihn an und in mir spüren. Sie öffnete den Knopf ihrer Jeans, den Reißverschluss, setzte sich auf das Bett und zog die Jeans aus. Sie hörte seine ruhige Atmung.

In ihrer schwarzen Spitzenunterwäsche legte sie sich zu ihm. Ihr Herz raste, sie atmete stoßweise, ihre Scham fühlte sich vor Erregung warm und feucht an. Sie stöhnte auf vor dem Verlangen, ihre Beine zu spreizen und ihn zwischen ihren Schenkeln an ihre Scham zu halten.

Ihre Finger suchten die Knöpfe seines Hemdes. Die weiche Haut darunter, fest. Der Bauch. Sie suchte seine Lippen. Sein Kinn, zart.

Die Gestalt bewegte sich. Plötzlich leuchtete die Nachttischlampe den Raum aus. Ihre Augen stachen vor Grellheit. Was ist hier los?

„Hey, bist du's?“, stammelte sie verwirrt.

Als sie sich an das Licht gewöhnt hatte, bemerkte sie den lebendgroßen Teddybär auf der Kommode neben dem Fenster und das Poster mit Bob der Baumeister dahinter.

Er war es nicht.

„Oh, tschuldigung“.


ENDE
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Re: Fünfwortgeschichte: Hey bist Du's? Oh, tschuldigung.

Beitragvon Sylvia » 23.03.2014, 14:48

Hallo Kassiopeia,

ich hab mir gerade deine Geschichte durchgelesen und hoffe, du kannst mit konstruktiver Kritik umgehen :-)

Ich fand sie sehr durchsichtig. Man ahnte schon was kommt und damit war dann die Spannung weg. Der Titel war ja schon der Spoiler. Zudem könntest du noch viel mehr zeigen, um den Leser in die Handlung zu ziehen.

Hübsch war sie. Vor allem ihre kleinen Brüste. Darauf war sie stolz. Nicht so groß wie Pias, aber groß genug, um die B-Körbchen eines hübschen SpitzenBHs zu füllen.
Hier zum Beispiel. Das klingt für mich zu sehr nach Infodump und ich finde es gerade am Anfang der Geschichte nicht so geschickt, um den Leser in die Handlung zu ziehen. Die ersten Sätze werfen keine Fragen auf, dafür wird nur etwas behauptet.

Die Spaghettiträger ihres schwarzen Tops unterstreichten die schlanken Schultern.
Es muss "unterstrichen" heißen ;-) Schade, dass es gleich mit Infodump weitergeht.

Heute abend würde sie ihn sich nehmen.
Wie wäre es, alle Sätze davor zu streichen und diesen Satz als Einstieg zu wählen? Der macht neugierig und wirft Fragen auf.

„Na klar“, versuchte sie, so cool wie möglich rüber zu kommen. Es war ihr nicht geglückt, sie lief rot an. Er lächelte.
Wie sieht es denn genau aus, wenn sie versucht, cool rüberzukommen? Wie verhält sie sich? Wie ist ihre Mimik, ihre Körpersprache? Was genau hat sie getan oder gesagt, dass es missglückt ist? Zeig es mir :-)

Den Lidstrich war perfekt.
"Der"

Ihr Herz hämmerte gegen das Brustbein, der Kloß im Hals ließ kein Wort heraus. Sie sah ihm einfach nach, als er zu seinen anderen Gästen zurück ging. Er drehte sich noch einmal nach ihr um und zwinkerte.
Hier zeigst du, statt zu behaupten, sehr schön :-) Du könntest das noch ausführlicher tun, indem du uns noch detaillierter an ihren Reaktionen und Gedanken teilhaben lässt. Was passiert mit ihr, als er ihr zuzwinkert?

Die ganze Klasse war eingeladen. Dirks Eltern hatten ihm sturmfreie Bude gewährt. Und so war es klar, dass man sich im Laufe des Abends näher kam. Die Musik wurde etwas langsamer, ruhiger. Das Licht wurde gedimmt und man tanzte eng umschlungen.
Diesen Absatz finde ich relativ ungeschickt. Dadurch, dass du "man" benutzt, hältst du mich als Leser draußen. Ich fände es schön, wenn du mir zeigst, wie laut es in der Wohnung ist, wonach es riecht, wie man ständig jemanden anstößt, weil einfach sehr viele Leute da sind.

Pia wurde von Sebastian zum Tanz aufgefordert, also saß sie alleine auf der dunklen Ledercouch und lehnte jede Aufforderung ab. Sie hatte es auf Dirk abgesehen, keiner sollte ihm in die Quere kommen.
Auch hier kannst du mir zeigen, wie jemand auf sie zukommt und sie auffordert, welche Gedanken sie dabei hat, als sie ihm eine Abfuhr erteilt. Zeig mir, wie wichtig ihr Dirk ist, so dass ihr jeder andere völlig egal ist. Zeig mir, wie sie mit ihren Gedanken gar nicht bei sich ist, sondern nur an den einen Moment denken kann.

Sie erkannte das Bett und eine Gestalt darin nur silhouettenhaft vor sich.
Spätestens bei diesem Satz ist auch dem letzten Leser klar, dass er es nicht ist.

Zögernd zog sie das Oberteil aus. Will ich das wirklich? Zwischen ihren Beinen pochte es wild. Ihr Körper bereitete sich darauf vor. Doch, ich will ihn an und in mir spüren. Sie öffnete den Knopf ihrer Jeans, den Reißverschluss, setzte sich auf das Bett und zog die Jeans aus. Sie hörte seine ruhige Atmung.
Auch hier kannst du noch mehr draus machen, um mich ihre Unsicherheit und Aufregung spüren zu lassen. Zittern ihr Finger? Findet sie es nicht seltsam, dass er nichts sagt, als sie reinkommt?

Sie stöhnte auf vor dem Verlangen, ihre Beine zu spreizen und ihn zwischen ihren Schenkeln an ihre Scham zu halten.
Hier ist "Scham" zum zweiten Mal kurz hintereinander. Vielleicht stattdessen "an ihre Mitte"? Was meinst du mit "ihn"? Dirk? Sein bestes Stück?

Als sie sich an das Licht gewöhnt hatte, bemerkte sie den lebendgroßen Teddybär auf der Kommode neben dem Fenster und das Poster mit Bob der Baumeister dahinter.
Hm, hat sie jetzt tatsächlich ein Kind sinnlich berührt? Finde ich ein bisschen ... bedenklich. Ich würde da eher eine erwachsene Schwester oder so nehmen. Und wenn es ein Kind ist, das hätte sie doch sofort merken müssen.

Dein Schreibstil hat mir gut gefallen, du könntest halt noch viel viel mehr ins Detail gehen. Mehr zeigen, weniger behaupten. Lass den Leser hautnah dabei sein bei ihrer Vorfreude auf diesen Abend. Ich erfahre z.B. auch nicht, was an Dirk so faszinierend ist. Auch das könntest du noch ausbauen.

Gruß,
Sylvia
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Re: Fünfwortgeschichte: Hey bist Du's? Oh, tschuldigung.

Beitragvon tattoo99 » 23.03.2014, 19:17

Hallo Kassiopeia,
interessanter Titel muss ich als erstes mal sagen ;) Ich habe noch nie etwas von einer Fünf- Wort- Geschichte gehört. Wieder etwas Neues gelernt.

Die Spaghettiträger ihres schwarzen Tops unterstreichten die schlanken Schultern.
-> Unterstrichen muss es heißen :)

Nun zog sie ihre knappe Jeans an. Heute abend würde sie ihn sich nehmen.
-> Da habe ich eine Frage: Du hast geschrieben, eine knappe Jeans. Meinst du damit eine Hot Peans?
Und dann musst du Abend groß schreiben.

Den Lidstrich war perfekt.
-> Der Lidstrich.

Geheimnisvolle Augen.
-> Hier könntest du noch besser schreiben. Was für Augen er hat. Klar er hat geheimnisvolle Augen, aber was ist daran so geheimnisvoll und hier könntest du gut miteinbringen welche Augenfarbe das ist.

Ihr Herz galoppierte,
-> Schöne Beschreibung mit dem Wort `galoppiert´. :lol:

„Komme gleich zu mir. Ich warte auf Dich oben im Schlafzimmer meiner Eltern.“ flüsterte er ihr ins Ohr.
-> So: „Komm gleich zu mir. Ich warte auf Dich oben im Schlafzimmer meiner Eltern", flüsterte er ihr ins Ohr.


Dein Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Du beschreibst die Personen also das Aussehen der Personen sehr gut :). Aber Sebastian und Dirk hättest du meiner Meinung nach noch ein bisschen näher beschreiben können. Was ist zum Beispiel an Dirk so faszinierend? Hat er tolle Augen? Einen tollen Körper? Auf all so etwas kannst du noch ein bisschen mehr eingehen. Aber ein großes Lob an dich, denn du hast das Zimmer richtig schön und mit vielen Details beschrieben. Dann hast eine tolle Kurzgeschichte. Ansonsten wirken die Charaktere sehr authentisch und auch die Gefühle der Charaktere und die Aufregung hast du sehr gut beschrieben.
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Re: Fünfwortgeschichte: Hey bist Du's? Oh, tschuldigung.

Beitragvon kassiopeia123 » 25.03.2014, 22:06

Vielen Dank an Sylvia und tattoo99 für Eure Kritik. Ich weiß durchaus konstruktive Kritik zu schätzen.

Da sieht man mal, wie schnell man einrostet, wenn nicht fleißig geübt wird. Ich habe es eine Zeit lang schleifen lassen und dann so was...

Zur Fünfwortgeschichte: Eigentlich besteht die FWG aus (man staune) fünf Wörtern. Ich habe aber gedacht, ich schreibe mal auf, was mir dabei einfällt. Das war etwas länger her. Als ich meine Dateien durchgegangen bin, habe ich die angefangene Geschichte wieder entdeckt und einfach drauf losgetippt.

Hübsch war sie. Vor allem ihre kleinen Brüste. Darauf war sie stolz. Nicht so groß wie Pias, aber groß genug, um die B-Körbchen eines hübschen SpitzenBHs zu füllen.

Ich finde nicht, dass dieser Satz nach Infodump klingt, da ich das Gefühl darstellen wollte, mit Stolz auf den eigenen Körper in sinnlicher Hinsicht zu schauen. Und das aus der Sicht einer 15Jährigen. Aber ich gebe Dir recht, besser steigt man ein mit dem Satz
Heute abend würde sie ihn sich nehmen.


Hm, hat sie jetzt tatsächlich ein Kind sinnlich berührt? Finde ich ein bisschen ... bedenklich.

Letztlich ist nichts passiert, da der Junge aufgewacht ist und sie nur die Bauchhaut gespürt hat. Aber vielleicht probiere ich die Geschichte mit einer älteren Schwester oder weiterer "wartender" Mädels o.ä. :wink: :wink:

Auch werde ich versuchen, die Jungs und die Party zu beschreiben.

Vielen Dank für Eure Tipps. Ich denke, dass ich einfach wieder Übung brauche...

LG
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