[UrFan]Gartenprobleme

Die ganze Bandbreite phantastischer Literatur: High Fantasy, Low Fantasy, Urban Fantasy, Dark Fantasy

[UrFan]Gartenprobleme

Beitragvon Hark » 26.06.2015, 00:15

Version vom 17.07.2015

„Hör zu, Schnullerbacke! Ich habe drei schlechte Eigenschaften. Die erste: Ich verfüge über keinerlei Geduld. Zweitens: Ich bin leicht reizbar. Und drittens: Ich habe einen Vorschlaghammer“, versuchte ich dem Idioten klar zu machen. Mein Blut kochte. Er grinste. Da schlug ich zu.
Ich hatte ihn gewarnt. Er mich provoziert. Und tja, so war es dann halt passiert.

Ich habe ihn im Garten vergraben. So wie die anderen auch.
Das funktioniert gut, weil das Gestrüpp hinter meiner maroden Einfamilienhütte völlig undurchlässig ist. Ein Aushub fällt im Finsterlicht der zahlreichen Bäume kaum auf. Brennnessel, Hartriegel und Efeu sind meine Verbündeten. Man sieht nichts.

Ich weiß, dass man es so eigentlich nicht machen darf. Also, ich meine halt Konflikte lösen und so ein Scheiß. Aber was machst Du, wenn Dir so ein Arschgesicht dummes Zeug erzählt, und dabei so unglaublich doof grinst? Hab ich nicht die Geduld für, sorry.

Zum Beispiel dieser bärtige Heckenpenner. Vom Rundfunk, sagte er. Zufriedenheitsumfrage. Ob er mal die Glotze. Ganz kurz. Glatt gelogen! Ein Arschgesicht von der GEZ war es. Ich hab schon gemerkt, wie ich auf 180 gehe, hab aber nichts gesagt. Er zur Tür rein. Vorschlaghammer in der Garderobe. Muss ihn dort vergessen haben.
„Nett haben Sie’s hier … „.
Geht ihn ja einen Scheißdreck an. Aber ist jetzt auch egal. Er liegt einen guten Meter unter dem Boden neben der Weide. Man sieht nichts.

Dass man nichts sieht, ist gut. Aber auch schlecht. Ich meine, es kann passieren, dass ich versehentlich ein Arschloch vergraben muss, aber an der Stelle bereits ein solches eingebuddelt habe. So, wie vor 'nem halbem Jahr oder so. So ein Rasenfetischist in Sandalen, mein Nachbar. Ob ich endlich die Haselsträucher. Sein Salat bekäme so wenig Licht. Klar, das kann ich schon so machen, aber dann ist es halt Kacke für dich. Ich hab ihn gleich beim Hasel eingegraben. Das heißt, ich wollte es. Aber da bin ich auf die Leiche von der Schwiegermutter gestoßen. Und das war mal richtig blöd. Deshalb ist mir der Gedanke gekommen, mir die Orte mit einem Spazial-Code zu merken. Der Idiot von der Rentenberatung zum Beispiel liegt bei „B/L“. Also weiß ich, dass ich zwischen Birke und Linde schon ein Arschloch eingegraben habe.

Trotzdem. Es wird halt langsam eng. Die Tussi vom Sozialamt.
„Wo sind denn ihre Frau und die sechs Kinder?“
Wir sind in den Garten und ich hab ihr das Grab von Susanne gezeigt, aber die Olle hat nur mißtrauisch geglotzt.
"Und die Kinder ?"
Hat es halt nie gegeben. Die Kohle, mein Gott. Was gibt es denn daran nicht zu kapieren? Sie hat „G/B“ bekommen. Garage, Birnbaum. Aber genau das ist es halt: Die Plätze gehen mir aus.

Erst vorgestern wieder. Es läutet. Eine Oma und eine jüngere Schreckschraube. Über die Bibel reden. Bin ich nicht der Typ für, sorry. Zwei auf einem Haufen hatte ich noch nicht. Aber es hat ganz gut geklappt, man sieht nichts.

Allerdings ist das Ausheben einer so tiefen Grube eine verdammte Schinderei, kann ich dir sagen. Und glaub' mir: Hätte mich dabei einer gestört – ich hätte ihn umgebracht.
Zuletzt geändert von Hark am 18.07.2015, 23:26, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Gartenprobleme

Beitragvon Sheyla » 27.06.2015, 09:57

Guten Tag Hark

Ich finde in der Geschichte toll, da man merkt, wie krank diese Person ist. Sein Charakter kommt sehr gut zu Licht.
Als Leser empfinde ich dabei eine Art ekel, gegenüber der Person. :? Innerlich werde ich sauer und denke, wann fängt ihn die Polizei, oder wann hat er genug von seinen Taten usw.

Hark hat geschrieben: Mein Blut raste. Da grinste er. Und ich schlug zu.

So ein Kretin! Ich hatte ihn gewarnt. Er mich provoziert. Und tja, so war es dann halt passiert.

Ich habe ihn im Garten vergraben. So wie die anderen auch.
Das funktioniert gut, weil das Gestrüpp hinter meiner maroden Einfamilienhütte völlig undurchlässig ist. Ein Aushub fällt im Finsterlicht der zahlreichen Bäume kaum auf. Brennnessel, Hartriegel und Efeu sind meine Verbündeten. Man sieht nichts.

Ich weiß, dass es eigentlich nicht gut ist. Aber was machst Du, wenn Dir so ein unglaubliches Arschgesicht grinsend dummes Zeug erzählt? Hab ich nicht die Geduld für, sorry.

Neulich auch wieder: So ein Unscheinbarer. Vom Rundfunk, sagt er. Zufriedenheitsumfrage. Ob er mal die Glotze. Ganz kurz. Glatt gelogen! Ein Arschgesicht von der GEZ war es. Ich hab schon gemerkt, wie ich auf 180 gehe, bin aber ganz ruhig geblieben. Er zur Tür rein. Vorschlaghammer in der Garderobe. Muss ihn dort vergessen haben.

„Nett haben Sie’s hier … „.

Geht ihn ja einen Scheißdreck an. Aber ist jetzt auch egal. Er liegt einen guten Meter unter dem Boden neben der Weide. Man sieht nichts.

Dass man nichts sieht ist gut. Aber auch schlecht. Ich meine, es könnte mal sein, dass ich versehentlich ein Arschloch vergraben muss, aber an der Stelle bereits ein solches eingebuddelt habe.

Irgendwie ist mir deshalb der Gedanke gekommen, mir die Orte mit einem geheimen Code zu merken. Der Idiot von der Rentenberatung zum Beispiel liegt bei „B/L“. Also weiß ich, dass ich zwischen Birke und Linde schon ein Arschloch eingegraben habe.

Trotzdem. Es wird halt langsam eng. Die Tussi vom Sozialamt.

„Wo sind denn ihre Frau und die sechs Kinder?“

Wir sind in den Garten und ich hab es ihr gezeigt. Sie hat „G/B“ bekommen. Garage, Birnbaum. Aber genau das ist es halt: Die Plätze gehen mir aus.

Erst vorgestern wieder. Es läutet. Eine Oma und eine jüngere Schreckschraube. Über die Bibel reden. Zwei auf einem Haufen hatte ich noch nicht. Aber es hat ganz gut geklappt, man sieht nichts.

Allerdings ist das Ausheben einer so tiefen Grube eine verdammte Schinderei, kann ich Euch sagen. Und glaubt mir: Hätte mich dabei einer gestört – ich hätte ihn umgebracht.


Hier habe ich den ganzen Text rein kopiert, um die Darstellung unter die Lupe zu nehmen. Mir ist aufgefallen, du nimmst immer neue Abschnitte. Neue Abschnitte geben mir das Gefühl, dass es nun zu einem späteren Zeitpunkt weiter geht oder sogar am nächsten Tag. Es ist wie mehrere Unterbrüche in einer laufenden Geschichte.
Hier anders dargestellt:

Mein Blut raste. Da grinste er. Und ich schlug zu.
So ein Kretin! Ich hatte ihn gewarnt. Er mich provoziert. Und tja, so war es dann halt passiert. Ich habe ihn im Garten vergraben. So wie die anderen auch. Das funktioniert gut, weil das Gestrüpp hinter meiner maroden Einfamilienhütte völlig undurchlässig ist. Ein Aushub fällt im Finsterlicht der zahlreichen Bäume kaum auf. Brennnessel, Hartriegel und Efeu sind meine Verbündeten. Man sieht nichts. Ich weiß, dass es eigentlich nicht gut ist. Aber was machst Du, wenn Dir so ein unglaubliches Arschgesicht grinsend dummes Zeug erzählt? Hab ich nicht die Geduld für, sorry.
Neulich auch wieder: So ein Unscheinbarer. Vom Rundfunk, sagt er. Zufriedenheitsumfrage. Ob er mal die Glotze. Ganz kurz. Glatt gelogen! Ein Arschgesicht von der GEZ war es. Ich hab schon gemerkt, wie ich auf 180 gehe, bin aber ganz ruhig geblieben. Er zur Tür rein. Vorschlaghammer in der Garderobe. Muss ihn dort vergessen haben.
„Nett haben Sie’s hier … „.
Geht ihn ja einen Scheißdreck an. Aber ist jetzt auch egal. Er liegt einen guten Meter unter dem Boden neben der Weide. Man sieht nichts. Dass man nichts sieht ist gut. Aber auch schlecht. Ich meine, es könnte mal sein, dass ich versehentlich ein Arschloch vergraben muss, aber an der Stelle bereits ein solches eingebuddelt habe. Irgendwie ist mir deshalb der Gedanke gekommen, mir die Orte mit einem geheimen Code zu merken. Der Idiot von der Rentenberatung zum Beispiel liegt bei „B/L“. Also weiß ich, dass ich zwischen Birke und Linde schon ein Arschloch eingegraben habe. Trotzdem. Es wird halt langsam eng.
Die Tussi vom Sozialamt. „Wo sind denn ihre Frau und die sechs Kinder?“
Wir sind in den Garten und ich hab es ihr gezeigt. Sie hat „G/B“ bekommen. Garage, Birnbaum. Aber genau das ist es halt: Die Plätze gehen mir aus.
Erst vorgestern wieder. Es läutet. Eine Oma und eine jüngere Schreckschraube. Über die Bibel reden. Zwei auf einem Haufen hatte ich noch nicht. Aber es hat ganz gut geklappt, man sieht nichts. Allerdings ist das Ausheben einer so tiefen Grube eine verdammte Schinderei, kann ich Euch sagen. Und glaubt mir: Hätte mich dabei einer gestört – ich hätte ihn umgebracht.

Ein paar Dinge sind mir in dem Text noch aufgefallen.

Hark hat geschrieben:„Hör zu, Schnullerbacke! Ich habe drei schlechte Eigenschaften. Die erste: Ich verfüge über keinerlei Geduld. Zweitens: Ich bin leicht reizbar. Und drittens: Ich habe einen Vorschlaghammer“, versuchte ich dem Idioten klar zu machen.


Mit Aufzählen fängt es hier so an: „Die erste“
Plötzlich kommt eine Total andere Art: „Zweitens“ - und bei dieser Art bleibst du dann. Es erscheint unpassend, zuerst die erste zu verwenden und dann Zweitens. Den Aufbau stört es auf eine Art und Weise, die einem aufmerksamen Leser auffallen.
Mein Verbesserungsvorschlag:
Ich habe drei schlechte Eigenschaften. Die Erste : Ich verfüge über keinerlei Geduld. Die Zweite : Ich bin leicht reizbar. Und die Dritte : Ich habe einen Vorschlaghammer“, versuchte ich dem Idioten klar zu machen.

Hark hat geschrieben:Neulich auch wieder: So ein Unscheinbarer. Vom Rundfunk, sagt er. Zufriedenheitsumfrage. Ob er mal die Glotze. Ganz kurz. Glatt gelogen!


„Ob er mal die Glotze“
Ich verstehe hier leider überhaupt nicht, was du damit sagen willst oder was du meinst… Kann hier nicht mehr sagen

Hark hat geschrieben:Ich hab schon gemerkt, wie ich auf 180 gehe, bin aber ganz ruhig geblieben.


Wie kann er auf 180 gehen und gleichzeitig ganz ruhig bleiben? Das ist für mich ein unvorstellbarer Punkt. Er kann Innerlich vielleicht auf 180 sein und gegen aussen cool wirken. Ich denke auch, dass du das gemeint hast, allerdings würde ich das dann etwas anders schreiben.
„Ich habe schon gemerkt, wie ich auf 180 gehe, liess mir aber nichts anmerken.“

Hark hat geschrieben:Trotzdem. Es wird halt langsam eng. Die Tussi vom Sozialamt.

„Wo sind denn ihre Frau und die sechs Kinder?“


Darstellungstechnisch möchte ich hier noch hervorheben, dass bei „Die Tussi vom Sozialamt“ angefügt sein sollte an ihre Frage und nicht an „Es wird langsam eng.“ Es hat zu wenig mit dem eng werden zu tun, um es da zu belassen.
Hier also die andere Art:
„Trotzdem. Es wird halt langsam eng.
Die Tussi vom Sozialamt. „Wo sind denn ihre Frau und die sechs Kinder?““


Ich hoffe meine Kritik hat dir weitergeholfen :wink:
Sheyla
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Re: Gartenprobleme

Beitragvon Zukunftsträumer » 28.06.2015, 22:15

Guten Abend, Hark!

Oh, eine Geschichte, deren Titel sich augenscheinlich mit dem Thema Garten beschäftigt? Da musste ich doch gleich einmal reinschauen und sehen, was sich dahinter verbirgt. :roll:

Und ich kann sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde. Eine witzige, perfide Geschichte, die mich einerseits amüsiert, gefallen hat, mich andererseits an der Glaubwürdigkeit zweifeln lässt. Warum dies so ist, möchte ich dir im Folgenden mitteilen:

Hark hat geschrieben:Hör zu, Schnullerbacke!


Da habe ich mich gleich gefragt, was das denn für einer war, den man Schnullerbacke nennt. Ein Schüler, ein Student oder irgendein junger Beamter, der mit seinen wenigen Lenzen auf schlau machen wollte? Ich bezweifle, dass es der Typ von der Rentenberatung war. :wink:

Hark hat geschrieben:Mein Blut raste


Das Blut raste? Ich kenne den Ausdruck, dass der Puls rast und das das Blut zu "kochen" beginnt. Aber diese Version?

Hark hat geschrieben:Ich habe ihn im Garten vergraben. So wie die anderen auch.


Naja, der Gärtner ist ja immer der Mörder, oder? :mrgreen:

Hark hat geschrieben:Das funktioniert gut, weil das Gestrüpp hinter meiner maroden Einfamilienhütte völlig undurchlässig ist.


Hier stört mich das Wort "undurchlässig" im Bezug auf die Beschaffenheit des Geländes. Dieses benutzt man doch eher im Bezug auf irgendwelche Baumaterialien der ähnlichem.
Wie wäre es mit: ...meiner maroden Einfamilienhütte völlig undurchdringbar ist.

Hark hat geschrieben:Ein Aushub fällt im Finsterlicht der zahlreichen Bäume kaum auf. Brennnessel, Hartriegel und Efeu sind meine Verbündeten. Man sieht nichts.


Das mag ja sein, aber hier ist für mich der Punkt, wo ich an der Realität deines Textes zweifle. Schon mal in der Nähe von Bäume versucht ein Loch zu graben? Ein Loch, das tief genug ist, um eine einzige Leiche verbergen zu können? Oder dort ein Loch zu graben, wo Efeu wächst? Und das alles, ohne großes Aufsehen zu erregen?
Also, da tue ich mich echt schwer, dir zu glauben!

Hark hat geschrieben:Ich weiß, dass es eigentlich nicht gut ist. Aber was machst Du, wenn Dir so ein unglaubliches Arschgesicht grinsend dummes Zeug erzählt? Hab ich nicht die Geduld für, sorry.


Mein Gott, der Typ gehört eingesperrt! :nodsad:

Hark hat geschrieben:Er liegt einen guten Meter unter dem Boden neben der Weide.


Glaube ich dir nicht! Schon mal neben einer Weide gegraben? In der Regel ist die Weide ein Baum, die ein derart weites und dicht verzweigtes Wurzelsystem bildet und den Boden so austrocknet, dass man schon ein Typ ohne Hobbies und Freunde sein muss, um dort zu graben, selbst wenn es sich dabei um die Arbeit handelt, eine Leiche zu vergraben!

Hark hat geschrieben:Dass man nichts sieht ist gut. Aber auch schlecht. Ich meine, es könnte mal sein, dass ich versehentlich ein Arschloch vergraben muss, aber an der Stelle bereits ein solches eingebuddelt habe.


Was die angesprochenen Probleme meinerseits zusätzlich verschlimmern würden...

Hark hat geschrieben:Also weiß ich, dass ich zwischen Birke und Linde schon ein Arschloch eingegraben habe.


Ey, das kannst du vergessen. Beides Bäume mit Herzwurzeln. Ich würde deinem Prota eher dazu raten, sich einen großen Kompost anzulegen. :mrgreen:

Hark hat geschrieben:Allerdings ist das Ausheben einer so tiefen Grube eine verdammte Schinderei, kann ich Euch sagen


Ja, das glaube ich. Und dennoch kann ich dir deine Geschichte SO nicht abnehmen. Und ein zweiter Punkt dabei ist, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es einfach so "hingenommen" wird, wenn eine "Tussi" vom Sozialamt und ein Typ von der GEZ einfach so verschwinden. Das wird man doch bemerken und die Polizei wird Untersuchungen einleiten und man wird früher oder später herausfinden, dass die einen Termin bei deinem Prota hatten und dann...ja, man kann sich ja denken, was dabei herauskommt.
Und was bringt es dem Prota letztendlich, dass man nicht sieht, wenn doch alles herauskommt? Und selbst wenn er einen Polizisten auch noch erschlägt, am Ende hat er nichts davon!

Hark hat geschrieben:„Wo sind denn ihre Frau und die sechs Kinder?“


Ach, die hat er auch noch beseitigt? Wo denn? Unter der Garage vielleicht? :mrgreen:


Mein Fazit habe ich oben ja schon verkündet. Eine witzige Geschichte, mit deren realistischem Hintergrund ich aber so meine Schwierigkeiten habe und die ich dir in solch einer Form nicht wirklich abkaufen würde. Ich habe mich anfangs auch gefragt, warum du sie im Forum der Urban Fantasy untergebracht hast. Aber jetzt, nach dem Kommentieren finde ich, dass du es richtig eingeordnet hast. Das ist wirklich Fantasy. Die Geschichte über die Fantasie eines hilfebedürftigen Mannes, um es mal liebevoll auszudrücken. :mrgreen:

Trotz allem eine Geschichte, die ich gerne gelesen und kommentiert habe. Auch deswegen, weil ich mich auch mal ein wenig "auskotzen" konnte. :D

Ich hoffe, ich konnte dir dennoch helfen.

MfG

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Re: Gartenprobleme

Beitragvon Hark » 28.06.2015, 23:33

@ Sheyla

Vielen Dank für die Auseinandersetzung mit dieser Geschichte, die mir weitergeholfen hat. Einen Teil davon habe ich auch übernommen.

@Zukunftsträumer

Als Gärtner hast Du es natürlich gleich durchschaut. In so einem Gestrüpp und völlig durchwurzeltem Boden zu graben wäre...wahnsinnig! Naja, andererseits habe ich ja aber auch nicht behauptet, dass das Erzähler-Ich sich wirklich im Griff hätte ... :wary:

Zukunftsträumer hat geschrieben:Also, da tue ich mich echt schwer, dir zu glauben!


Na Gott sei Dank! :mrgreen:

Zukunftsträumer hat geschrieben:Das ist wirklich Fantasy.


Wenn es den Bereich Psycho/Horror gäbe hätte ich es dort eingestellt. Auch Dir vielen Dank für die Vorschläge zur Textverbesserung.

Gruß,
Hark
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Re: Gartenprobleme

Beitragvon Sasskia » 29.06.2015, 09:37

Servus, Hark!

Da Gärten für mich sowieso ein "Problem" sind, hab ich mich sehr gerne deiner Geschichte gewidmet :XD:

Wie realistisch es ist, neben einer Weide ein Loch zu graben oder nicht, interessiert mich persönlich gar nicht. Mir ist eine spannend und flott geschriebene Geschichte viel wichtiger. Erst, wenn die Story nicht überzeugt, such ich nach Logik-Fehlern :twisted:

So, dann mal zu deinem Gartenproblem:

Auch wenn die Com nun völlig enttäuscht ist, ich mag deinen Prota :love:

„Hör zu, Schnullerbacke! Ich habe drei schlechte Eigenschaften. Die erste: Ich verfüge über keinerlei Geduld. Zweitens: Ich bin leicht reizbar. Und drittens: Ich habe einen Vorschlaghammer“, versuchte ich dem Idioten klar zu machen. Mein Blut raste.


Mit deiner Aufzählung hab ich kein Problem, mit dem Nachsatz allerdings schon.

... versuchte ich, den Idioten zu warnen.
Ob jetzt das Blut oder der Puls rasen muss, ist deine Entscheidung. Mir würde der Hinweis nicht fehlen.

Da grinste er. Und ich schlug zu.


Jaaaaaaa .... gib ihm! :groggy:
Ein Faustschlag zur rechten Zeit erspart stundenlange Diskussionen ... Alternativ ist natürlich auch ein Vorschlaghammer ziemlich effizient.

So ein Kretin! Ich hatte ihn gewarnt. Er mich provoziert. Und tja, so war es dann halt passiert.


Den roten Teil würde ich streichen. Der ergibt sich aus dem Einstieg.

Das funktioniert gut, weil das Gestrüpp hinter meiner maroden Einfamilienhütte völlig undurchlässig ist. Ein Aushub fällt im Finsterlicht der zahlreichen Bäume kaum auf. Brennnessel, Hartriegel und Efeu sind meine Verbündeten. Man sieht nichts.


Okay, das Gestrüpp gleicht der Dornenhecke um Dornröschen, also undurchdringlich.
Der Begriff "Finsterlicht" ist mir nicht geläufig, hab ihn bei google auch nicht gefunden, gefällt mir aber :XD:
Brennnessel und Co sind deine Verbündeten. Statt "Man sieht nichts" möchte ich "Sie gedeihen durch den Dünger hervorragend" vorschlagen.

Ich weiß, dass es eigentlich nicht gut ist.


Quatsch! Hier geht es nicht um "gut" oder "böse" sondern .... Mag sein, mein Vorgehen fällt nicht unter die übliche Verhaltensweise.

Neulich auch wieder: So ein Unscheinbarer. Vom Rundfunk, sagt er. Zufriedenheitsumfrage. Ob er mal die Glotze. Ganz kurz. Glatt gelogen! Ein Arschgesicht von der GEZ war es. Ich hab schon gemerkt, wie ich auf 180 gehe, bin aber ganz ruhig geblieben. Er zur Tür rein. Vorschlaghammer in der Garderobe. Muss ihn dort vergessen haben.


Ganz grosses Kino! Hab mir Popcorn geholt und Cola und mir die Szene sofort vorstellen können. :2thumbs:
Nur eine winzige Anmerkung:

Ich hab schon gemerkt, wie ich auf hundertachzig gehe. Mir gefällt die ausgeschriebene Variante besser.

Er liegt einen guten Meter unter dem Boden neben der Weide. Man sieht nichts.


Um diese "Wiederholungen" zu vermeiden ein Vorschlag:

Ich hab ihn neben der Weide tiefergelegt. Der Hartriegel blüht inzwischen.

Erst vorgestern wieder. Es läutet. Eine Oma und eine jüngere Schreckschraube. Über die Bibel reden. Zwei auf einem Haufen hatte ich noch nicht. Aber es hat ganz gut geklappt, man sieht nichts.


Wie gesagt, die Wiederholungen des "man sieht nichts" stören mich ein wenig. Ich, als waschechter Psycho, würde mich darüber freuen, wie sehr meine "Verbündeten" den Dünger zu schätzen wissen.

Und glaubt mir: Hätte mich dabei einer gestört – ich hätte ihn umgebracht.


Ein würdiger Schlusssatz. Es ist alles gesagt! :yoda:

Fazit:
Ich hab mich köstlich unterhalten. Dein Schreibstil spricht mich total an und ... ich liebe deinen Prota :love:

Liebe Grüße aus Wien

Sasskia :girl:
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Re: Gartenprobleme

Beitragvon Waldrapp » 06.07.2015, 21:49

Salut, Monsieur Hark!

Vorweg: Groteske Kurzgeschichten mit gehässigen Protagonisten sind genau mein Ding, deshalb bin ich in der Sache wohl etwas befangen. Ich hatte jedenfalls großes Vergnügen beim Lesen der Untaten dieses namenlosen Gartenbaumeisters, der sein Treiben mit lakonischer Gleichgültigkeit begleitet.

Eine allgemeine Anmerkung zum Stil: Ich gehe davon aus, dass die kurzen Hauptsätze dein bewusst gewähltes Stilmittel sind, meiner Ansicht nach ließe sich der Lesefluss durch mehr Nebensätze aber noch deutlich optimieren. Ein Beispiel:

„Hör zu, Schnullerbacke! Ich habe drei schlechte Eigenschaften. Die erste: Ich verfüge über keinerlei Geduld. Zweitens: Ich bin leicht reizbar. Und drittens: Ich habe einen Vorschlaghammer“, versuchte ich dem Idioten klar zu machen. Mein Blut raste. Da grinste er. Und ich schlug zu.
So ein Kretin! Ich hatte ihn gewarnt. Er mich provoziert. Und tja, so war es dann halt passiert.


Den letzten Satz würde ich so schreiben: "So ein Kretin! Ich hatte ihn gewarnt, aber er musste mich ja provozieren. Tja, so war es dann halt passiert."

Zwei kleine Details noch: "Ich verfüge über keinerlei Geduld." klingt zu gewählt für eine so verrohte Gestalt. Etwas Schlichtes wie "Ich habe keine Geduld." oder "Ich bin nicht sehr geduldig." reicht völlig. Und Blut rast nicht, es kocht.

Ich weiß, dass es eigentlich nicht gut ist. Aber was machst Du, wenn Dir so ein unglaubliches Arschgesicht grinsend dummes Zeug erzählt? Hab ich nicht die Geduld für, sorry.

Ich finde auch, dass die Gewissensbisse an dieser Stelle irgendwie deplatziert wirken, so geistig verwahrlost wie dieser Psychopath schon ist. Seine angedeuteten Selbstzweifel kannst du ruhig streichen.

Neulich auch wieder: So ein Unscheinbarer. Vom Rundfunk, sagt er. Zufriedenheitsumfrage. Ob er mal die Glotze. Ganz kurz. Glatt gelogen! Ein Arschgesicht von der GEZ war es. Ich hab schon gemerkt, wie ich auf 180 gehe, bin aber ganz ruhig geblieben. Er zur Tür rein. Vorschlaghammer in der Garderobe. Muss ihn dort vergessen haben.

„Nett haben Sie’s hier … „.

Geht ihn ja einen Scheißdreck an. Aber ist jetzt auch egal. Er liegt einen guten Meter unter dem Boden neben der Weide. Man sieht nichts.

Wie eingangs erwähnt: Ich hätte im ersten Absatz mehr Nebensätze und Kommata verwendet: "Neulich war da auch wieder so ein unscheinbarer Sesselpuper vom Rundfunk; so sagt er jedenfalls. Er mache angeblich eine Zufriedenheitsumfrage und wolle mal einen Blick auf meine Glotze werfen - nur ganz kurz."
Ansonsten ein echt gutes, schwarzhumoriges Timing an dieser Stelle.

Dass man nichts sieht ist gut. Aber auch schlecht. Ich meine, es könnte mal sein, dass ich versehentlich ein Arschloch vergraben muss, aber an der Stelle bereits ein solches eingebuddelt habe.

Das Wort "versehentlich" einzuschieben war eine gute Entscheidung, unterstreicht es doch den Hang des Protagonisten zur Realitätsverweigerung. Gefällt mir.

Irgendwie ist mir deshalb der Gedanke gekommen, mir die Orte mit einem geheimen Code zu merken. Der Idiot von der Rentenberatung zum Beispiel liegt bei „B/L“. Also weiß ich, dass ich zwischen Birke und Linde schon ein Arschloch eingegraben habe.

Trotzdem. Es wird halt langsam eng. Die Tussi vom Sozialamt.

„Wo sind denn ihre Frau und die sechs Kinder?“

Wir sind in den Garten und ich hab es ihr gezeigt. Sie hat „G/B“ bekommen. Garage, Birnbaum. Aber genau das ist es halt: Die Plätze gehen mir aus.

Erst vorgestern wieder. Es läutet. Eine Oma und eine jüngere Schreckschraube. Über die Bibel reden. Zwei auf einem Haufen hatte ich noch nicht. Aber es hat ganz gut geklappt, man sieht nichts.

Allerdings ist das Ausheben einer so tiefen Grube eine verdammte Schinderei, kann ich Euch sagen. Und glaubt mir: Hätte mich dabei einer gestört – ich hätte ihn umgebracht.

Vier Morde auf einmal, sozusagen als Crescendo zum Schluss - ein gutes Ende.

Ich habe die Geschichte übrigens nicht als Fantasy, sondern als Groteske aufgefasst. War das auch in deinem Sinne? Ich hoffe mal - hinter meinem Brombeerstrauch hab ich auch noch Platz, nur zur Information. :twisted:
»O wär' ich doch ein Narr! Mein Ehrgeiz geht auf eine bunte Jacke.« (aus "Leonce und Lena")
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Re: Gartenprobleme

Beitragvon Hark » 18.07.2015, 23:40

@ Sasskia

Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich freue mich, dass Du Sympathie für den Prota empfindest. Seltsamerweise haben mir das schon einige Leser berichtet. Offenbar gibt es viel Zustimmung für die praxisorientierte Problemlösung :mrgreen:

Waldrapp hat geschrieben:Salut, Monsieur Hark!
Ich habe die Geschichte übrigens nicht als Fantasy, sondern als Groteske aufgefasst. War das auch in deinem Sinne? Ich hoffe mal - hinter meinem Brombeerstrauch hab ich auch noch Platz, nur zur Information. :twisted:


Tja, eine Kombination aus Horror und Humor, wo steckt man die hin? Unter "Lustiges" (was eine eher unglückliche Genrebezeichnung darstellt, Satiren oder auch Grotesken wäre sicher besser) sicher nicht. Dann halt unter Dark Fantasy, so skurril dürfte der Text wohl sein. Klar, es ist keine typische Geschichte, aber so was will ich ja auch überhaupt nicht schreiben.

Komm in den Garten, in den Garten,
da liegt Marie Antoinette.

Ich schlug ihr den Kopf ab, Kopf ab.
Ich schlug ihr den Kopf ab...

Ich wollt' sie nicht haben, haben.
Ich konnt' sie nicht leiden, leiden.

Komm in den Garten, komm
leg Dich ins Gras.

Über alles wächst Gras. über alles
wächst doch Gras.


(Foyer des Arts)

P.S.: Ich habe ein Update eingestellt. Viele Kritikpunkte von hier, aber auch von Lesern der Leselupe und bei den Wortkriegern sind nun korrigiert. Enjoy!

Gruß,
Hark
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