Gefühle einbauen

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Gefühle einbauen

Beitragvon Aldena » 12.12.2009, 12:51

So leuts ich hab dann auch mal wieder ein Problam...

Also erst mal vorweg, in meiner Geschichte gelangen zwei Mädchen unfreiwillig in eine andere Welt, wollen zurück aber können nicht.

Mein Problm ist jetzt, dass ich deren Gefühle nicht richtig ausgedrückt bekomme. eigentlich müssten die ja total Panik haben, aber das krieg ich irgendwie nicht hin.
Ich versuche auch schon immer mich in deren Lage reinzuversetzen, aber weil ich die geschichte kenne und weiß, dass die keine Angst haben brauchen klappt das nicht so recht.
Ich wollte jetzt mal fragen ob vielleicht einer von euch eine Idee hat, wie ich mir helfen könnte. Mit den Gefühlen bin ich nämlich in meiner ganzen Geschichte unzufrieden, abe rich habe keine Idee wie ich das ändern soll.
Hilfe wäre echt nett.

Lg Aldena
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Re: Gefühle einbauen

Beitragvon Holly » 12.12.2009, 14:19

Mhmmm, schwierig.
Mir scheint es so, als könntest du dich nicht recht in ihre Situation hineinversetzen und hast deswegen Probleme, ihre Gefühle darfzustellen.
Ich versuch es mal mit einem kleinen Trick. :wink:

Stell dir vor, du läufst durch eine Stadt. Deine Gedanken sind ganz woanders und du merkst nicht, wohin dich deine Schritte tragen. Langsam kommst du in ein Viertel, dass dir total unbekannt ist. Es wird dunkel. Du bist allein. Schritte hinter dir.
Was fühlst du?
Du bist unsicher, weil du nicht weißt, wo du bist, oder wie dich deine Füße an einen solchen Ort tragen konnten.
Du bekommst es mit der Angst zu tun. Diese Schritte hinter dir klingen nicht gerade vertrauenserweckend.
Du läufst schneller, an irgendwelchen dunklen Gebäuden vorbei. Das Licht der Straßenlampen flackert, wird schwächer. DIe Schritte kommen näher.
Du rennst los. Spürst, wie deine Lungen brennen. Du stolperst, fällst hin. Dein rechtes Knie ist aufgeschlagen und blutet. Die Schritte kommen näher. Plötzlich fühlst du eine Hand auf deiner Schulter und schreist auf.
Du willst dich losreißen, doch da fängt der Fremde auf einmal an zu reden.
Es ist ein guter Freund von dir, der dich bereits gesucht hat. Er hängt dir seine Jacke um, bringt dich zu ihm nach Hause und macht dir eine duftende Pizza mit extra Käse.
Siehst du? Alles gut gelaufen. :mrgreen:

Aber was sollte das jetzt?
Ich habe versucht, dich in eine bestimmte Stimmung zu versetzen. Dazu habe ich eine bekannte Situation gewählt. Und nun schnapp dir ein Blatt Papier. Geh die Situation nochmal im Kopf durch. Versuche so genau wie möglich aufzuschreiben, was du fühlst und wie sich diese Gefühle zeigen z.B. durch das Verkrampfen der Hände oder dass sich die Nackenhaare aufstellen.
Anschließend versuch dir deine beiden Mädels vorzustellen. Wie sehen sie aus? Ist eine vielleicht größer als die andere? Wie würden sie in dieser Situation reagieren?
Würde sich die eine an die andere krallen? Würde eine der beiden so tun, als hätte sie gar keine Angst, aber sobald ein seltsames Geräusch ertönt, würde sie losschreiben?
Versuch es dir GENAU vorzustellen.
Und dann schreibst du deine Szene.

Erzähl mir, ob's funktioniert hat. :wink:
LG Holly
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Re: Gefühle einbauen

Beitragvon Aldena » 12.12.2009, 16:09

vielen vielen Lieben Dank.

Mein Problem erstreckt sich zwar über meine ganze Geschichte ( zwar nicht genau das Problem aber trotzdem die Sache mit den gefühlen) aber trotzdem hast du mich auf ein paar tolle Ideen gebracht. Ich denke ich hab jetzt einen blassen Schimmer wies weiter geht^^
Vielen Dank nochmal.
Ich würde mich natürlich noch über andere Vorschläge freuen, denn die nächste Falle mit Gefühlen lauert wahrscheinlich schon auf mich, und Holly kann sich ja nicht für jede Situation eine kleine geschichte ausdenken xD
danke noch mal Holly.

Lg Aldena
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Re: Gefühle einbauen

Beitragvon Holly » 12.12.2009, 20:22

Gern geschehen. :mrgreen:

Also wenn es ein generelles Problem ist, würde ich mutmaßen, dass es an deinen Charas liegt.
Womöglich kennst du sie noch nicht gut genug und hast deswegen Probleme, ihre Gefühle zu beschreiben. Ganz einfach, weil du nicht genau weißt, was sie in der und der Situation fühlen würden. (Berichtige mich, wenn ich falsch liege. Erst wenn man ein Problem richtig analysiert hat, kann man es auch lösen. :wink: )
Dabei kann es helfen, nochmal genau festzuhalten, wie deine Charas gestrickt sind.
(>Aussehen, Familie, Vergangenheit, hervorstechende Eigenschaften, Wünsche, Ängste, Stärken, Schwächen....)

LG Holly
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Re: Gefühle einbauen

Beitragvon Foxy » 12.12.2009, 22:39

Ich würde vermuten, du denkst zu realistisch. Normale Kinder würden vor Angst vermutlich zusammen, aber ich kenne kaum Romancharaktere, die man als normal bezeichnen könnte. Viele Kinder entwickeln in Fantasygeschichten plötzlich Fähigkeiten zum Krisenmanagement, lernen unter den widrigsten Umständen zu überleben usw. Das liegt daran, dass auf den Leser Rücksicht genommen werden muss.
Stell dir vor, deine Protagonistinnen kommen in die neue Welt und fangen erstmal zu heulen an. In der Realität könnte man das verstehen, doch in einem Buch wirkt das lächerlich, zumal es dem Fortgang der Geschichte nicht hilft. Hollys Beispiel funktioniert in meinen Augen nur deshalb so gut, weil der Charakter ("du") trotzdem aktiv ist und Spannung wird durch die Horror-Stilmittel erzeugt.

Um es kurz zu machen: Ich glaube, du stellst dir deine Mädchen zu realistisch vor. Wenn du ihre Angst mit Aktionen konbinierst, dann erscheinen starre Szenen schon wieder in einem ganz neuen Licht. Aber die normale Reaktion eines Kindes (Zusammenkauern oder hilflos durch die Gegend wandern und alles wie in Trance wahrnehmen) funktionieren in einem Buch einfach nicht so ohne Weiteres.
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Re: Gefühle einbauen

Beitragvon moon » 13.12.2009, 11:10

Hallo!

Also ich muss Foxy ein bisschen wiedersprechen. Ich denke, dass zu mindest am Anfang gerade so ein Verhalten wie Foxy es beschrieben hat in einem Buch relativ gut funktionieren, wenn sie nur nicht wie im realen Leben Stunden andauern.

Wenn die Kinder noch relativ jung sind, dann könnten sie ja anfangennach der Mutterzu schreien, und schließlich hilflos durch die Welt rennen, bis sie zusammensacken und dann könnte eine versuche der anderen Mut zumachen und ihre eigene Angst zu überspielen. Du könntest die beiden immer wieder über die Schulter gucken lassen, sie zusammen zucken lassen und die Hand des anderen Kindes fester drücken lassen.

Holly muss ich mich hingegen anschließen da auch ich befürchte das du deinen Charaktern noch zu fern bist, um zu wissen wie sie reagieren würden. (Ich hoffe ich liege nicht falsch, wenn ja dann nicht böse sein :) )
Wenn ich richtig liege halte dich erstmal an das was Holly geschrieben hat. Du könntest sie auch noch näher kennen lernen wenn du sie einen gewöhnlichen Tag durch laufen lässt, wo rein gar nichts außergewöhnliches passiert, sondern es einfach wie jeder andere Tag ist. Dadurch erkennst du vielleicht noch die Eigenschaften besser, kommst ihm näher um dich auch in extrem Situationen auseinander zusetzen.
Zuletzt könntest du deine Charaktere entweder in deine eigentliche Geschichte loslassen oder du versuchst dich zunächst an ein paar normalen Situationen (wie sie sich verhalten wenn sie auf dem Schulhof beschimpft werden, wenn sie ihre Hausaufgaben vergessen haben und es verschweigen; wenn eine Prüfung bevorsteht, ein Arzttermin). Dadurch hast du vielleicht einen schon einen besseren Einblick in die Gefühlswelt der Charaktere.

Aldena hat geschrieben:Ich versuche auch schon immer mich in deren Lage reinzuversetzen, aber weil ich die geschichte kenne und weiß, dass die keine Angst haben brauchen klappt das nicht so recht.

Jetzt wird es kompleziert! Sperr dich selbst weg, stell dir das ganze in Wirklichkeit vor. Klappt es? Nein?
So jetzt sage ich dir was: Du weißt gar nicht was passiert überhaupt nicht, du denkst immer nur das es so ausgeht, aber in Wirklichkeit ist das nur eine falsche Hoffnung, damit du in dieser Situation nicht vollkommen in Panik gerätst hast du es dir immer und immer wieder eingeredet, dass es gut ausgeht, aber in Wirklichkeit, tut es das nicht, in Wirklichkeit hättest du genügend Gründe um in Panik zu geraten und dir zu Wünschen das du nie darüber nachgedacht hättest.

Spoiler: Anzeigen
Ähm, also natürlich weißt du wie es ausgeht, aber versuch dir einfach vorzustellen, dass du es nicht weißt. (Ich weiß doofe Idee, versuch es aber mal)


Ich hoffe ich konnte dir wenigstens etwas helfen.

lg moon
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Re: Gefühle einbauen

Beitragvon Aldena » 13.12.2009, 11:42

Vielen dank schon mal für eure Tipps

@ Holly

Ich denke du hast recht, meine geschichte steht noch relativ am Anfang und deshalb kenne ich die vielleicht wirklich noch nicht gut. ich habe mich bis jetzt eher auf die geschichte an sich beschränkt und bin nicht so auf meine Caras eingegangen. Zum mindest nicht auf meine beiden Hauptcaras.

@ Foxy

das mit dem realistisch denken weiß ich net so genau. Ich finde die sollten schon am anfang Angst haben. Ich mein in einer unbekannten Welt und können nicht mehr zurück.
Aber ich schau mal. Vielleicht hast du recht^^

@ moon

Die beiden sind 14 jahre alt. Also nicht mehr so in dem Alter "Mutter Mutter hilf mir"
Aber ich denke ich werde deinen Vorschlag mal probieren. Die einfach mal in einem normalen tag kennen zu lernen. Wahrscheinlich hilft das was^^

Euch allen vielen Dank noch mal. ihr habt mir echt geholfen. Ich werde mal versuchen was sich daraus machen lässt, aus euren Ideen. Vielleicht krieg ich das ja doch mit dem Gefühlen hin.

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Re: Gefühle einbauen

Beitragvon Foxy » 13.12.2009, 13:36

Aldena hat geschrieben:@ Foxy

das mit dem realistisch denken weiß ich net so genau. Ich finde die sollten schon am anfang Angst haben. Ich mein in einer unbekannten Welt und können nicht mehr zurück.
Aber ich schau mal. Vielleicht hast du recht^^

Angst haben, ist klar. Ich kenn das Problem aber halt so, dass sich meine Charaktere in den Emotionen verlieren. In der Realität kommt das zwar vor, aber in einem Buch wirkt das überzogen.
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