Gesellschaftliche Ränge für Fantasy-Prosa

Hier können Weltenbastler ihre eigene Welt erschaffen. Wenn du beim Welten bauen Unterstützung brauchst z.B. Namen für Charaktere, Orte, Wesen etc. suchst, ist hier der richtige Ort.

Gesellschaftliche Ränge für Fantasy-Prosa

Beitragvon Samira-Jessica » 25.07.2015, 21:35

Heya zusammen,

ja, auch ich bin endlich unter die Weltenbastler gegangen, nachdem ich mich so lange dagegen gesträubt habe, weil ich bisher der Meinung war, das braucht doch niemand und es ist unnötig, weil es um die Handlung und nicht um die Welt geht.
Aber als ich jetzt endlich den richtigen Ansatz und damit auch die Motivation dazu gefunden habe, macht es mir sogar richtig Spaß! :D

Im Laufe des gestrigen Abends bzw. der Nacht (ich bin eher eine Nachtaktive und es war ungefähr halb eins, als ich aufhörte zu schreiben) habe ich mir Gedanken zu folgenden Fragen gemacht:

1. Welche gesellschaftlichen Schichten gibt es?

I. Die Adelsschicht: Menschen aus der Adelsschicht werden entweder in diesen Rang hineingeboren, oder erhoben. Die Ränge der Adelsschicht setzen sich wie folgt zusammen:

  • Landesoberhaupt bilden der König und die Königin mit dem Prinzen und der Prinzessin, falls in der Königsfamilie vorhanden.
  • ...

II. Die Mittelschicht: Zugehörige dieser Schicht sind all diejenigen Menschen, die weder dem Adel noch der Unterschicht angehören.

III. Die Unterschicht: Setzt sich aus Menschen in armen Verhältnissen, Verstoßene aus den oberen Schichten, Menschen die in jeweilige Orte einreisen und keinen Status bekleiden, Bettler, Huren, Diebe, … Sie leben an den Stadträndern und außerhalb.


IV. Die Lichtebene: Ebene der Guten Menschen, Magier und Wesen. Menschen erhalten nur Zugehörigkeit wenn sie aufgrund vergangener Ereignisse oder ihrer schwach ausgeprägten Fähigkeiten aufweisen sowie besonderes Interesse und Begabung in Disziplinen wie dem Heilen besitzen. Ziel der Lichtebene ist es, alle guten Dinge den Menschen näherzubringen und sie zu beschützen, vor den Mächten des Bösen.

V. Mittelerde/Der Mittlere Rat: Zusammenschluss aus Menschen, Magiern und Wesen, die versuchen den Krieg zwischen den Ebenen aufzuhalten, zu beenden und das Gleichgewicht zu wahren. Sie regeln auch Verstoße der Gesetze und schlichten bei Streitigkeiten zwischen den Ebenen und Welten. Bei Widerstand gegen Befehle wird mit Sanktionen bestraft, welche das sind, wird in jedem Fall extra entschieden.

VI. Die Schattenebene: Ebene der Bösen Menschen, Magier und Wesen. Sie versuchen stets mit allen Mitteln die Menschen, Magier und Wesen der anderen Ebenen auf die ihre zu locken und die Herrschaft und Macht über Mysterica sowie die Menschenwelt zu gewinnen

2. Wer wacht über die Einhaltung der Gesetze?

Während des Schreibens habe ich gemerkt, dass es, entgegen meiner Erwartungen, doch durchaus Spaß macht, sich über die eigene Welt und wie diese denn aussehen soll, Gedanken zu machen! ^^

Wobei ich nun Eure Hilfe brauche, lässt sich vielleicht schon erkennen.Mit dem Adelsgeschlecht kenn ich mich nicht wirklich aus, besser gesagt mit den Rängen zwischen dem König/der Königin und dem allgemeinen Volk. Ich weiß, dass es neben den Ratgebern des Königs noch u.a. Herzoge und Fürsten gibt, aber nicht was dieser Stand genau bedeutet, welche Aufgaben diese in der Gesellschaft haben. Dass der König das Sagen hat und über alle im untergeordneten Ränge bestimmt ist klar aber bei den anderen hab ich ehrlich gesagt keine Ahnung.
Um die 2. Frage zu beantworten, brauche ich erstmal die verschiedenen Ränge des Adels und ihre Aufgaben.

Jetzt möchte ich gerne fragen, ob mir da ein wenig helfen könnt.

Grüße, Samira-Jessica
Zuletzt geändert von Samira-Jessica am 26.07.2015, 17:33, insgesamt 1-mal geändert.
Schöne Grüße Samira-Jessica
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Re: Gesellschaftliche Ränge für Fantasy-Prosa

Beitragvon Ankh » 25.07.2015, 22:14

Im Grunde hat sich der Adel aus Erblehen entwickelt. Der König vergab Land als Belohnung an Leute, und dieses Land durften sie auch an ihre Kinder vererben. Sie waren dadurch Herrscher über die Bauern etc, die auf ihrem Land gelebt haben, waren verpflichtet, dort Steuern einzutreiben (wovon sie einen Teil für sich behalten konnten), dort für Ordnung zu sorgen und im Falles eines Krieges ein Heer zusammenzustellen und auszurüsten, um den König zu unterstützen. Mit dem Land wurde auch der Titel und die Pflichten an deren Kinder vererbt, so dass nach und nach ein eigener "Stand" entstand, der hauptsächlich mit Verwaltungsaufgaben und der Landverteidigung betraut war (Wehrstand).

Die Rangfolge untereinander und wie man was wurde kannst du dir hier https://de.wikipedia.org/wiki/Adelstitel anlesen.

Weitere "Stände" im Mittelalter waren der Klerus (Alles, was mit Kirche zu tun hat: Bischöfe, Priester, Mönche... der sogenannte "Lehrstand", weil das so ziemlich die einzigen waren, die eine anständige Bildung hatten und sich auch der Bewahrung und erforschung von Wissen verplfichtet fühlten), und der Bürger- und Bauernstand ("Nährstand"). Die Bauern waren damit beschäftigt, Nahrung und Rohstoffe zu beschaffen, die Bürger waren meist Handwerker, die sich das Recht verdient hatten in den entstehenden Städten zu leben, und alle möglichen Waren produzierten.

Eine "Unterschicht" wie du sie interpretierst gab es nicht. Bettler, Wohnsitzlose und Verbrecher waren nirgendwo geduldet und wurden entweder vertrieben oder in Arbeitsdienste gezwungen. Daraus erklärt sich, warum es in den damals noch ausgedehnten Wäldern zwischen den Siedlungen so viele Räuberbanden gab, und warum die ehrbaren Leute tunlichst in ihren Siedlungen blieben, die von ihrem Fürsten beschützt wurden.
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Re: Gesellschaftliche Ränge für Fantasy-Prosa

Beitragvon anby77 » 26.07.2015, 21:47

Adelstitel kannst Du auch erfinden. Das würde den Exotik-Faktor einer Fantasywelt steigern. Man darf sich das allerdings nicht wie die Rangstruktur einer modernen Armee vorstellen. Dass zwei Menschen denselben Adelsrang innehaben, bedeutet noch lange nicht, dass sie gleichrangig sind. Adelstitel sind nur ein Element eines fein austarierten Gleichgewichtes aus Prestige, Würde, Macht und Reichtum. Und wenn dann informelle, persönliche Beziehungen mit hineinspielen, ist das Chaos komplett. Ein beliebter Ritter, der zudem ein enger Vertrauter des Königs ist, kann mehr Macht und Einfluss haben als Fürst, der mit dem König und dem Rest des Adels auf Kriegsfuß steht. Konstrukte wie "Großfürst" oder "Erzherzog" sind dem geschuldet. Sowas wurde gemacht, um Leuten zu belohnen und ihnen Status zu verleihen, ohne ihre Macht in einem Maße zu vergrößern, das das Gleichgewicht im Reich durcheinander bringen würde.

Wer über die Einhaltung der Gesetze wacht, musst Du entscheiden. In Feudalsystemen liegt die Gerichtsbarkeit beim Adel; als Faustregel dem niedrigsten, dem beide Streitparteien tributpflichtig sind. Wenn zwei Bauern zum Gut desselben Ritters gehören, ist der Ritter zuständen, wenn sie zu verschiedenen Rittern gehören, ist es der örtliche Freiherr und wenn es verschiedene Freiherren haben sie wahrscheinlich Pech, weil dem dann zuständigen Adel seine Zeit zu schade ist, um sie mit dem Plebs zu verplempern. In freien (bzw. reichsunmittelbaren) Städten wurden schon recht früh Richter eingesetzt. Von wem und nach welchen Kriterien war unterschiedlich. Zum Teil wurden von Königen Bürgermeister eingesetzt, die wiederum Richter und was sonst so an städtischen Personal gebraucht wurde einsetzten, zum Teil haben sich Städte sich aber auch selbst nach mehr oder weniger demokratischen Regeln verwaltet.

Polizei ist historisch gesehen eine recht neue Sache. Auf dem Land gab es keine direkten Vorläufer. Da hat der jeweils für die Gerichtsbarkeit zuständige Adlige bei Bedarf Leute aus seinem Gefolge beauftragt. Wobei das weniger in Richtung "finde raus wer das war und was passiert ist" sondern eher in Richtung: "Bring den Beschuldigten her, damit er nicht abhaut"
In Städten wurden die meisten Aufgaben, die wir heute "polizeilich" nennen würden - anders als oft angenommen - nicht von Stadtwachen übernommen, sondern von Bütteln bzw. Gerichtsdienern und ggf. Nachtwächtern. Stadtwachen waren eher eine Kombination aus Militär und Zoll. Sie haben sich wenn z.B. ein Kneipenhändel ausartete, nicht unbedingt rausgehalten, aber es war nicht ihre primäre Aufgabe.

Und auch wenn Du dazu keine Frage gestellt hast, drängt es sich mir auf:
So wie Du Licht- und Schattenebene und den Mittleren Rat beschreibst, sind das keine gesellschaftlichen Schichten sondern Interessenverbände. Das so als Gegensatz darzustellen, finde ich ein bisschen altbacken - auch wenn Du einen Puffer zwischen Gut und Böse setzt. Niemand würde sich selbst ernsthaft als "böse" beschreiben. Und dass jemand seinen Lebensunterhalt mit der Heilkunst bestreitet, macht ihn nicht automatisch zu einem guten Menschen. Auch Heiler sind in der Lage böse Dinge zu tun - so könnte eine Heilerin z.B. ihren Ehemann betrügen und ihm ein Kuckuckskind unterjubeln... Ich denke es würde nicht schaden, über diese "Ebenen" noch ein wenig nachzudenken.
Je größer der Dachschaden, desto schöner der Ausblick zum Himmel.
(Karlheinz Deschner)
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Re: Gesellschaftliche Ränge für Fantasy-Prosa

Beitragvon Padrion » 26.07.2015, 23:32

In einem Lehenssystem hatten die Adeligen unterhalb des Königs meistens die Funktion von Regionalverwaltern. Wie autonom sie dabei waren, hing auf der Erde von Zeit und Ort ab. Manche Reiche hatten eine relativ starke Zentralgewalt, in anderen hatte der König gar nicht so viel mitzureden. Welche Ränge, Titel etc. du in deiner Welt benutzt, ist dir im Grunde freigestellt. Du kannst dich an einem historischen Vorbild orientieren (eine Übersicht gibt es z.B. hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Adelstitel) oder dir eigene Bezeichnungen ausdenken. Natürlich geht auch eine Mischung aus beidem.

P.S. Ich würde den Begriff "Mittelerde" vermeiden
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