[Tragik]Gewitternacht

Tragödien, Tragisches

[Tragik]Gewitternacht

Beitragvon Siaska » 26.02.2014, 14:54

Hei zusammen...

Ich poste mal wieder eine Geschichte hier.
Habe sie erst vor kurzem geschrieben und es kann deswegen sein, dass es noch die eine oder andere Unschönheit drin hat, die ich im Moment noch nicht erkenne, weil ich noch nicht genug Abstand dazu habe.

Ich freue mich auf Eure Anregungen und Kritiken. :-)

Lg Sia

p.s: ich weiss, dass ich zum Teil ß-Fehler drin habe. Aber in der Schweiz kennen wir dieses Zeichen nicht... :-D

Gewitternacht

In der letzten halben Stunde, hatte leichter Nieselregen eingesetzt und dunkle Wolken am Himmel künden noch mehr Regen an. Marianne steht am Fenster und blickt hinaus in den Garten. Draussen auf der Wiese spielt ein kleiner Junge mit einem braunen Labrador. Der Junge wirft einen Ball und der Hund springt laut bellend hinter ihm her. Als er ihn geschnappt hat, rennt er in Windeseile zurück zu dem blonden Jungen. Doch der Hund hat seine Geschwindigkeit falsch eingeschätzt und so prallt er gegen das Kind und beide fallen ins nasse Gras. Freudig mit dem Schwanz wedelnd, fährt der Braune dem Jungen mit der Zunge übers Gesicht. Dieser lacht. Sein lautes Kinderlachen, dringt an Mariannes Ohr und sie muss unwillkürlich lächeln.
Vor sich hin summend dreht sie sich um und geht zurück in die Küche, um das Abendessen vorzubereiten. In der Spüle stapeln sich schmutzige Teller. Marianne ist verwundert. Hatte sie heute Mittag nicht abgewaschen? Ein Blick auf die Uhr sagt ihr, dass sie noch ein wenig Zeit hat, bis ihr Mann nach Hause kommt. Sie zuckt mit den Schultern und macht sich an den Abwasch. Die Essensreste auf dem Teller sind hart und vertrocknet. Marianne lässt heisses Wasser auf die Teller laufen und geht dann hinaus um nach ihrem Sohn zu sehen.
Doch auf dem Weg zum Fenster scheint sie es sich plötzlich anders zu überlegen. Auf einmal schwenkt sie nach rechts und lässt sich auf das Sofa fallen. Der Fernseher ist eingeschaltet und es läuft irgendein Horrorfilm. Obwohl der Ton ausgeschaltet ist, fürchtet Marianne sich. Sie zieht die Beine an die Brust und wiegt sich beruhigend vor und zurück. So wie sie es immer tut. Das ist das einzige was hilft, gegen diese Leere. Was wollte sie vorher gerade tun? Marianne weiss es nicht mehr. Aber es erscheint ihr auch gar nicht wichtig.
Einige Minuten lang sitzt sie bewegungslos da. Starrt einfach nur auf den flackernden Bildschirm. Ein plötzlicher Lichtblitz, gefolgt von einem schallenden Donner reisst Marianne aus ihrer Trance. Draussen hört sie Regen auf das Pflaster prasseln. Wieder ein Blitz, dichtgefolgt von einem so ohrenbetäubenden Donner, dass Marianne sich die Hände auf die Ohren presst. Schniefend wiegt sie vor und zurück, ist versunken in ihrer eigenen Welt.
Das Gewitter erinnert sie an etwas, etwas was sie vergessen hat, jedoch nicht hätte vergessen dürfen. Ihr Kopf ist so schwer, eigentlich will sie nur schlafen. Aber etwas in ihrem Innern hält sie wach, es ist die gleiche Unruhe, die sie immer spürt, wenn es draussen so fest regnet. „Es ist fast wie ein Déjàvu“, denkt sie.
Jäh richtet Marianne sich auf. Vor Schreck und Angst sind ihre Augen weit aufgerissen. „Leon!“, stösst sie zwischen zwei Atemzügen hervor.
Der Regen durchnässt sofort ihre Kleidung, als sie hinaus auf die Terrasse tritt und sich suchend nach dem kleinen Jungen umsieht. Von diesem fehlt jedoch jede Spur. Genauso wie von dem braunen Labrador. Panik erfasst Marianne. „Leoon!“, ruft sie. Sie bekommt keine Antwort. „Leeoon!“, versucht sie es erneut, doch ihre Stimme geht im nächsten grollenden Donner unter.
Mit schnellen Schritten durchquert Marianne den Garten. Das Wasser läuft ihr übers Gesicht und tropft von ihrer Nase. Das Gartentor ist fest verschlossen. Dennoch öffnet sie es, sie will sicher sein, dass Leon nicht da draussen ist.
Das grosse Einfamilienhaus steht etwas ausserhalb des Dorfes auf einem Hügel, und ca. 50 Meter weiter fällt eine Klippe 30 Meter in die Tiefe.
Hektisch schaut Marianne nach links und nach rechts, doch auch hier fehlt von Leon jede Spur.
Einer plötzlichen Eingebung folgend rennt sie los. Dorthin, wo die Klippen sind.
Das Atmen fällt ihr schwer, als sie die letzten Meter zurücklegt, doch Marianne bleibt nicht stehen. Es regnet noch immer, doch Marianne kümmert sich nicht darum. Keuchend bleibt sie schliesslich in sicherer Entfernung von dem gefährlichen Abgrund stehen. Leon ist nirgends zu sehen. „Leon!“, diesmal kommt nur ein Flüstern über Mariannes Lippen. Auf einmal kommt ihr ein furchtbarer Gedanke. Ihr Herz verkrampft sich und sie hat das Gefühl, es müsse zerspringen. Sie macht noch einige weitere Schritte und späht über den Rand der Klippe.
Nichts. Nur das Meer, das regelmässig gegen den Fels schlägt. Marianne spürt Erleichterung in sich aufsteigen. Trotzdem bleibt das ungute Gefühl, sie kann nicht genau sagen warum, aber irgendetwas bereitet ihr Unbehagen. Rückwärts entfernt sie sich von der Klippe. Sie hält nicht an, geht einfach weiter, den Blick starr auf den Rand der Böschung gerichtet. Das Déjà-vu-Gefühl verstärkt sich. Marianne macht noch einen Schritt und stolpert über einen Stein am Boden.
Als sie den Blick hebt, sieht sie in einiger Entfernung ein kleines Kreuz stehen. Auf Händen und Knien rutscht Marianne darauf zu. Ohne sich um den Schlamm zu kümmern, der ihre Jeans durchweicht und ihr zwischen den Fingern hervorquillt. Ihre Hände zittern. Vorsichtig fährt Marianne mit der Hand über das einfache Holzkreuz. Und als ein weiterer greller Blitz die Dämmerung durchbricht, kann sie die eingebrannten Buchstaben deutlich erkennen. Tränen sammeln sich in Mariannes Augen und laufen über ihre Wangen, als sie die Buchstaben liest: „Leon, 2007 – 2012 und Gino 2000 – 2012“.
Zuletzt geändert von Siaska am 03.03.2014, 09:53, insgesamt 1-mal geändert.
~Neun von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen mir, dass ich nicht verrückt bin. Die zehnte Stimme summt die Melodie von Tetris~
Benutzeravatar
Siaska
 
Beiträge: 15
Registriert: 13.02.2013, 13:46
Wohnort: Schweiz

Re: Gewitternacht

Beitragvon brehb » 26.02.2014, 18:27

Hallo Siaska,

ich habe deinen Text durchforstet.

Du titelst "Gewitternacht".
Das mit dem Gewitter stimmt. Das mit der Nacht will mir nicht recht einleuchten. Der Junge spielt noch im Garten, das Abendessen hat noch Zeit? Dann kann es normalerweise noch nicht Nacht sein.

Du startest:
In der letzten halben Stunde, hatte leichter Nieselregen eingesetzt und dunkle Wolken am Himmel künden noch mehr Regen an.

Abgesehen davon, dass ca. 25% aller Geschichten hier mit einem Wetterbericht beginnen, würde ich etwas exakter sein. Der Regen hat "vor" nicht "in" der letzten halben Stunde eingesetzt (einsetzen geschieht zu einem Zeitpunkt, nicht in einer Zeitspanne, meine ich) Und beinhaltet "Nieselregen" nicht schon das "leicht"?
Und dass Wolken "am Himmel" stehen, wird jeder Leser bereits wissen. Du könntest das knackiger gestalten.

Vor einer halben Stunde hatte leichter Regen eingesetzt und dunkle Wolken künden von mehr.

Aber ein guter Satz ist das auch nicht, denn er steht in der falschen Zeitform. Du erzählst im Präsenz also müsste die Vorvergangenheit (Vor einer halben Stunde...) im Perfekt stehen (und nicht im Plusquamperfekt)
Wie wäre:

Es nieselt seit einer halben Stunde und der Himmel wird dunkler.

Dann brauchst du diesen Zeitwechsel garnicht, nieseln ist ein prima Verb, der Satz ist kürzer und das "wird dunkler" macht ihn spannender.

Marianne steht am Fenster und blickt hinaus in den Garten. Draussen auf der Wiese spielt ein kleiner Junge mit einem braunen Labrador. Der Junge wirft einen Ball und der Hund springt laut bellend hinter ihm her. Als er ihn geschnappt hat, rennt er in Windeseile zurück zu dem blonden Jungen.

Das ist eigentlich ein ordenliches Bild, man kann sehen, was geschieht. (Außer dass ich mich frage, warum eine Mutter ihr Kind im Regen im Garten spielen lässt) Aber dieses ist eine Kurzgeschichte. Da könnte man einiges straffen

Marianne steht am Fenster. Draussen auf der Wiese wirft ein blonder Junge einen Ball und ein zottiger Labrador tobt ihm hinterher. Er schnappt den Ball und hetzt zurück.

Doch der Hund hat seine Geschwindigkeit falsch eingeschätzt und so prallt er gegen das Kind und beide fallen ins nasse Gras.

Das kann so gewesen sein. Aber Hunde können nicht schätzen! Also: Umbauen

Viel zu schnell ist er bei dem Jungen, kommt nicht zum Halt, und reißt ihn um, beide fallen ins nasse Gras

Dieser lacht. Sein lautes Kinderlachen, dringt an Mariannes Ohr und sie muss unwillkürlich lächeln.

Erneut. Das ist eine Kurzgeschichte. Da lässt man alles weg, was nicht sein muss. Das doppelte Lachen ist unnötig, es ginge in einem. Und (sprachlich) ist das zweimelige Lachen, das ein Lächeln produziert nicht so toll, meine ich. Wie wäre:

Marianne sieht und hört ihn lachen und sie freut sich.

Vor sich hin summend dreht sie sich um und geht zurück in die Küche, um das Abendessen vorzubereiten.

Wenn jemand "summt" kann er das anders als "vor sich hin"? Und warum geht sie "zurück" zur Küche? War sie vorher da? Wäre das wichtig?

Summend geht sie in die Küche, um das Abendessen zu richten.

In der Spüle stapeln sich schmutzige Teller. Marianne ist verwundert. Hatte sie heute Mittag nicht abgewaschen?

Das ist für die Geschichte von Bedeutung...
Die Essensreste auf dem Teller sind hart und vertrocknet.

...das aber nicht. Weglassen

Doch auf dem Weg zum Fenster scheint sie es sich plötzlich anders zu überlegen. Auf einmal schwenkt sie nach rechts...

"Sich etwas anders zu überlegen" benötigt kein "plötzlich" ebensowenig wie "nach rechts schwenken" ein "auf einmal"

Doch auf dem Weg zum Fenster scheint sie es sich anders zu überlegen. Sie schwenkt nach rechts...

Ein plötzlicher Lichtblitz, gefolgt von einem schallenden Donner reisst Marianne aus ihrer Trance.

Auch ein Blitz benötigt kein "plötzlich" und Donner sicherlich kein Personalpronomen, meine ich.

Ein Blitz, gefolgt von schallendem Donner, reißt Marianne aus ihrer Trance.

„Es ist fast wie ein Déjàvu“, denkt sie.

Ein "Déjàvu" ist ein backflash auf etwas, das (fast) genauso war, wie das eben Erlebte. Man denkt in dem Moment also nicht: Das ist fast ein Dejavu, sondern man erlebt ein Dejavu

Sie erlebt ein Déjàvu.

Der Regen durchnässt sofort ihre Kleidung, als sie hinaus auf die Terrasse tritt und sich suchend nach dem kleinen Jungen umsieht

Kurzgeschichte. Das hier klingt viel zu behäbig, finde ich.

Sie ist sofort klatschnass, als sie auf die Terrasse stürmt und nach ihrem Soh sucht.

Von diesem fehlt jedoch jede Spur. Genauso wie von dem braunen Labrador.

Auch das. "fehlt jede Spur" ist eine abgedroschene Floskel und das der Hund ein Labrador und braun ist, weiß der Leser bereits. Kürzen

Aber der ist weg! Genauso, wie der Hund.

Mit schnellen Schritten durchquert Marianne den Garten. Das Wasser läuft ihr übers Gesicht und tropft von ihrer Nase. Das Gartentor ist fest verschlossen. Dennoch öffnet sie es, sie will sicher sein, dass Leon nicht da draussen ist.

Nee, nee. Das ist viel zu brav und zu behäbig. Eine Mutter vermisst im Gewitter ihren Sohn. Vorher war sie noch träge, aber jetzt kommt das Adrenalin. Das sollte sich auch im Text bemerkbar machen, finde ich.

Sie rennt quer durch den Garten, das Wasser rinnt ihr von der Nase. Das Gartentor ist zu, dennoch will sie sicher gehen, dass Leon nicht draußen ist.

Einer plötzlichen Eingebung folgend rennt sie los

Auch das ist eine verschlissene Floskel, das kannst du besser.

Sie ahnt Schlimmes und rennt los.

Das Atmen fällt ihr schwer, als sie die letzten Meter zurücklegt, doch Marianne bleibt nicht stehen. Es regnet noch immer, doch Marianne kümmert sich nicht darum. Keuchend bleibt sie schliesslich in sicherer Entfernung von dem gefährlichen Abgrund stehen

Das soll doch dramatisch sein. Warum nimmst du hier das Tempo heraus? z.B. mit dem erneuten lahmen Bezug zum Regen? Auch das kannst du spannender.

Das Atmen fällt ihr schwer, doch Marianne läuft weiter. Der Regen peitscht. Keuchend bleibt sie meterweit vor dem gefährlichen Abgrund stehen.

Auf einmal kommt ihr ein furchtbarer Gedanke. Ihr Herz verkrampft sich und sie hat das Gefühl, es müsse zerspringen. Sie macht noch einige weitere Schritte und späht über den Rand der Klippe.

Hallo. Nochmals eine Dramatikbremse.

Ihr kommt ein furchtbarer Gedanke. Ihr Herz verkrampft sich. Ein Schritt, noch einer. Dann starrt sie über den Klippenrand.

Und ab hier ist es richtig gut!

Fazit:
Das ist ordentlich geschrieben, du kennst dich aus in RS, Grammatik und Satzbau. Meist wählst du die passenden Ausdrücke. Prima. Mitunter lässt du die Disziplin vermissen, die es für Kurzgeschichten braucht. Und deine sprachliche Dramaturgie hält nicht 9immer Schritt mit deiner inhaltlichen Dramaturgie, meine ich. Das ist aber alles leicht zu beheben, wenn man will.

LG brehb
[SigNat] Zu spät. Sich sputen bringst nichts
brehb
 
Beiträge: 2076
Registriert: 01.12.2009, 21:08

Re: Gewitternacht

Beitragvon Noire » 02.03.2014, 18:32

Liebe Siaska,

ich möchte dir auch gern meine Kritik zu deiner traurigen Kurzgeschichte da lassen.
Zuerst möchte ich dir sagen, dass mir deine Kurzgeschichte sehr gut gefallen hat. Besonders den leichten Anfang fand ich sehr schön, mit dem Jungen und dem Labrador. Man konnte sich die Leichtigkeit wirklich schön vorstellen und die Verzweiflung der Mutter, die sich im Laufe der Geschichte immer mehr und mehr gesteigert hat.

Ein paar Kleinigkeiten, die ich ändern würde:

Freudig mit dem Schwanz wedelnd, fährt der Braune dem Jungen mit der Zunge übers Gesicht. Dieser lacht. Sein lautes Kinderlachen, dringt an Mariannes Ohr und sie muss unwillkürlich lächeln.


Die Wiederholung gefällt mir jetzt nicht so sehr. Es war der erste Punkt, wo ich etwas gestutzt habe. „Dieser lacht.“, würde ich komplett streichen.

Ein plötzlicher Lichtblitz, gefolgt von einem schallenden Donner_ reisst Marianne aus ihrer Trance.


Hinter „Donner“ ein Komma.

Wieder ein Blitz, dichtgefolgt von einem so ohrenbetäubenden Donner, dass Marianne sich die Hände auf die Ohren presst.


Also „dichtgefolgt“ auseinander, klar. Sicher nur ein kleiner Tippfehler, nichts Wildes.

Schniefend wiegt sie vor und zurück, ist versunken in ihrer eigenen Welt.


Schöner Satz.

Das Gewitter erinnert sie an etwas, etwas was sie vergessen hat, jedoch nicht hätte vergessen dürfen.

Würde ich ein ganz klein wenig ändern.
„Das Gewitter erinnert sie an etwas. Etwas, dass sie vergessen hat, jedoch nicht hätte vergessen dürfen.“

Aber etwas in ihrem Innern hält sie wach, es ist die gleiche Unruhe, die sie immer spürt, wenn es draussen so fest regnet.


Würde hinter „wach“ einen Punkt setzen. Das Wort „fest“ finde ich irgendwie unpassend. Gängigere Worte würden mir persönlich besser gefallen. Worte, die man mehr mit dem Regen verbinden kann. Du kannst natürlich auch "so fest" ganz streichen, wäre auch eine Möglichkeit.

Das Gartentor ist fest verschlossen. Dennoch öffnet sie es, sie will sicher sein, dass Leon nicht da draussen ist.


Wie kann sie es denn öffnen, wenn das Tor fest verschlossen ist? Vielleicht deutlich machen, wie sie es öffnet. Z.B. dass sie mit zitternder Hand den Schlüssel ins Schlüsselloch schiebt oder Mordskräfte entwickelt und es aufbricht. Ich als Leser frage mich nämlich, wie sie das genau anstellt.

Nur das Meer, das regelmässig gegen den Fels schlägt.


Mir würde „ die Felswand“ besser gefallen. Oder eben „gegen die Felsen“.

Trotzdem bleibt das ungute Gefühl, sie kann nicht genau sagen warum, aber irgendetwas bereitet ihr Unbehagen.


Hm, das wäre fast schon eine Wiederholung, weil wir wissen ja, dass sie sich ungut fühlt.
„Sie kann den Grund nicht nennen, aber irgendetwas bereitet ihr Unbehagen.“
Würde dann das mit dem unguten Gefühl weglassen, aber auch wieder eine Ansichtssache.

Ihre Hände zittern. Vorsichtig fährt Marianne mit der Hand über das einfache Holzkreuz.


Würde die Sätze tauschen, also den ersten hinter den nächsten schreiben. Wäre von der Reihenfolge passender.

Was mir noch aufgefallen ist, dass du ziemlich häufig das Konjunktiv „doch“ benutzt. Noch nicht so oft, dass es mich wirklich gestört hat, aber es ist mir aufgefallen. Ansonsten finde ich deine Geschichte sehr schön, ziemlich spannend und traurig. Man geht davon aus, dass sich das Geschehen in der Gegenwart abspielt, es sich um eine depressive Mutter handelt und der kleine Junge sowie der Labrador noch am Leben sind. Deshalb hat mich das Ende ziemlich überrascht, was du wohl auch bezwecken wolltest. Also: Ziel erreicht. :)

Fazit: Solide Geschichte mit traurigem Ende.
Noire
 
Beiträge: 3
Registriert: 02.03.2014, 11:18

Re: Gewitternacht

Beitragvon Träumerin25 » 22.03.2014, 23:41

Hallo Siaska!

Mir hat deine Geschichte auch sehr gut gefallen. Besonders schön fand ich (entgegen aller Schreibtipps und Kritier), dass du mit dem Wetter angefangen hast. Durch deinen Titel hatte ich mich schon ein bisschen in das Gewitter und den Regen eingedacht, und mit deinem Anfang hast du dieses Gefühl noch verstärkt, in dem du näher darauf eingegangen bist. Finde ich persönlich sehr gelungen. :2thumbs:

brehb hat geschrieben:
Vor sich hin summend dreht sie sich um und geht zurück in die Küche, um das Abendessen vorzubereiten.

Wenn jemand "summt" kann er das anders als "vor sich hin"? Und warum geht sie "zurück" zur Küche? War sie vorher da? Wäre das wichtig?

Ich finde es schon wichtig zu erwähnen, dass sie in die Küche ZURÜCKgeht. Da bekommt man das Gefühl, als ob sie sich wirklich nur kurz ans Fenster gestellt hätte, um ihrem Sohn beim Spielen zuzusehen. Als hätte sie vorher schon etwas in der Küche gemacht. Aufgeräumt, zum Beispiel. Ich finde, dieses Wort schafft auch so ein bisschen Hintergrundgeschichte bzw. Vorgeschichte. Man kann sich also denken, was Marianne vorher getan hat.

Also alles in allem finde ich deinen Text richtig gut gelungen. Mich spricht vor allem das Wetter an. :lol: Ich liebe solche Gewitter! :mrgreen:
Aber eine Frage habe ich trotzdem noch: Hat Marianne vielleicht Alzheimer oder so? Denn es kommt mir irgendwie so vor, als würde sie alle paar Minuten das vergessen, was sie gerade getan oder erlebt hat. Anders könnte ich mir auch das Ende nicht erklären. Du hast ja geschrieben, dass sie ein Déjàvü-Erlebnis hatte. Dass sie also das kleine Grab ihres Sohnes schon mal auf die selbe Art und Weise gefunden hat, wie in deiner Geschichte. Sie hat also durch Alzheimer vergessen, dass ihr Sohn gestorben ist, und immer wenn ein schreckliches Unwetter über das Dorf hinwegzieht, drängt sich diese Erinnerung in ihrem Gedächtnis wieder nach oben und sie erlebt die ganze Szenen noch einmal.
So würde ich es mir zumindest erklären. Wenn ich daneben liege, kannst du mich ja berichtigen. :D Ist ja auch nur eine Vermutung.

Lg Träumerin25
:nano: Mit Silence und Ashitaka durch den NaNo!!! :plotfeder:
Benutzeravatar
Träumerin25
 
Beiträge: 383
Registriert: 18.10.2013, 14:26
Wohnort: In meiner eigenen Welt
Blog: Blog ansehen (29)

Re: Gewitternacht

Beitragvon Mailea » 23.03.2014, 00:14

Hallo Siaska! :)

Also ich werde mich mit Grammatik-korrektur zurückhalten. (Weil mri Fehler meistens einfach nciht auffallen...)
Also, erstmal muss ich sagen, das ist wirklich eine Kurzgeschichte nach allen Regel der Kunst,w ie wir sie in der Schule eingeflößt bekommen. Keine Einleitung, sondern einfach mitten in der Szene beginnen, schließlich am Ende ein "Schocker".
Auch sonst gefällt mir dein TExt gut, man kann ihn ohne Probleme lesen und stolpert nciht über ellenlange Sätze oder unpassende Wörter.
Alles, was ich auszusetzen habe ist wohl soetwas wie "persönliche Kritik".
Die geschichte ist traurig, ja, aber bei mir zumindest könnte man den "ohmeinGottneinichwerdenichtweinenaberdaslebenistunfair"-Faktor noch verstärken, wenn du noch etwas von Mariannes Gefühlen/ Gedanken hineinbringen würdest.
(Sowas in die Richtung: Wie oft hatte sie ihn schon ermahnt, nicht zu nahe an den Klippen zu spielen?) Aber, das würde vielleicht ienfach nicht zu dem Stil der Geschichte passen, und, wie gesagt, persönliches empfinden. Andere würden bei sowas vielleicht nur die AUgen verdrehen.
Mailea
 
Beiträge: 16
Registriert: 28.07.2012, 17:48

Re: Gewitternacht

Beitragvon CrazyTeebeutel » 22.07.2014, 21:20

Hey Siaska
Ich finde deine KG wirklich richtig toll.
Ich habe mir die Kommentare der anderen nicht durchgelesen, also kann es sein, dass ich Dinge wiederhole.
So, dann fang ich mal an:
Zuallererst fällt mir da der Titel auf. Ich finde "Gewitternacht" sehr passend. Der Titel fürt nämlich ein wenig in die Irre (soweit ich das richtig verstanden habe) Man geht von einer einzigen Nacht aus und erwartet, dass in dieser Nacht etwas passiert (beispielsweise der Blitz für irgendein Unglück sorgt)...aber man erwartet nicht das, was am Ende herauskommt.

Siaska hat geschrieben:In der letzten halben Stunde, hatte leichter Nieselregen eingesetzt und dunkle Wolken am Himmel künden noch mehr Regen an.

Hier fallen mir gleich zwei Sachen auf: 1. Ich persönlich finde es schöner wenn du das mit der halben Stunde einfach weglassen würdest --> Leichter Nieselregen hatte eingesetzt...
2. "am Himmel" würde ich weglassen, da es ja klar ist, wo die Wolken sind und das für meine Ohren sonst ein wenig seltsam klingt ^^

Siaska hat geschrieben:Dieser lacht.

Mhm... mir würde hier: "Er lacht", oder "der Junge lacht", besser gefallen, denn so klingt dass zu formell.

Siaska hat geschrieben:Die Essensreste auf dem Teller sind hart und vertrocknet.

Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube den Satz kannst du auch einfach weglassen.

Siaska hat geschrieben:Marianne lässt heisses Wasser auf die Teller laufen und geht dann hinaus um nach ihrem Sohn zu sehen.

Sie geht ja nicht wirklich hinaus... vielleicht schreibst du hier:"...und will dann hinaus gehen um nach ihrem Sohn zu sehen" (ok, klingt auch nicht besser^^), oder "und macht sich dann auf den Weg nach draußen, um nach ihrem Sohn zu sehen"

Siaska hat geschrieben:Sie zieht die Beine an die Brust und wiegt sich beruhigend vor und zurück. So wie sie es immer tut. Das ist das einzige was hilft, gegen diese Leere. Was wollte sie vorher gerade tun? Marianne weiss es nicht mehr. Aber es erscheint ihr auch gar nicht wichtig.

Die Passage gefällt mir besonders gut :nod:

Siaska hat geschrieben:Ein plötzlicher Lichtblitz, gefolgt von einem schallenden Donner reisst Marianne aus ihrer Trance.

Gemeinsam mit dem "ein" bei Lichtblitz, hört sich das für mich ein wenig bizarr an. Mein Vorschlag: "Ein plötzlicher Lichtblitz, gefolgt von schallenden Donner"

Siaska hat geschrieben:Schniefend wiegt sie vor und zurück, ist versunken in ihrer eigenen Welt.

Gefällt mir absolut... macht die Geschichte und den Umstand irgendwie dramatischer^^

Siaska hat geschrieben:Das grosse Einfamilienhaus steht etwas ausserhalb des Dorfes auf einem Hügel, und nur ca. 50 Meter weiter fällt eine steile Klippe 30 Meter in die Tiefe.

Ich persönlich würde hier noch etwas einbauen: blau markiert.

Siaska hat geschrieben:Hektisch schaut Marianne nach links und nach rechts

Hier kannst du vielleicht das zwite "nach" einfach weglassen.

Siaska hat geschrieben:Das Atmen fällt ihr schwer, als sie die letzten Meter zurücklegt, doch Marianne bleibt nicht stehen. Es regnet noch immer, doch Marianne kümmert sich nicht darum. Keuchend bleibt sie schliesslich in sicherer Entfernung von dem gefährlichen Abgrund
stehen.

Ich weiß nicht, ob du diese Wiederholung dieses "dochs" extra gemacht hast um es dramatischer wirken zu lassen oder nicht... jedenfalls passt das meiner Meinung nach, hier nicht hin und hört sich an wie eine Wiederholung. Mach aus dem einen doch vl ein "aber", oder so etwas.
Und auch bei dem "stehen" kannst du vl beim zweiten Mal schreiben: "Keuchend machte sie schließlich aus sicherer Entfernung vor dem gefährlichen Abrund halt"

Siaska hat geschrieben:Ihr Herz verkrampft sich und sie hat das Gefühl, es müsse
zerspringen

Hier würde ich schreiben: "es würde zerpsringen"

Siaska hat geschrieben:Rückwärtsgehend entfernt sie sich von der Klippe.


Siaska hat geschrieben:Und als ein weiterer greller Blitz die Dämmerung durchbricht, kann sie die eingebrannten Buchstaben deutlich erkennen.

Alleine die Vorstellung lässt mir einen Schauder über den Rücken laufen :wink:

Fazit:
Ich finde deine Geschichte richtig toll. Vorallem das Ende, weil dies so überraschend und unerwartet kommt! Mehr kann ich eigentlich nicht dazu sagen... ^^
Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen.

LG
das verrückte Teebeutelchen
:island: :cap:
Sans livres je ne peux pas vivre...
___________________________________________________

"MMA ist kein Verbrechen!"
___________________________________________________

Ein Tag ohne ein Lächeln, ist ein verlorener Tag
Benutzeravatar
CrazyTeebeutel
 
Beiträge: 39
Registriert: 06.11.2012, 16:35
Wohnort: Irgendwo im Nirgendwo


Zurück zu Trauriges

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast