[Humor]Grün in Grau

Komödie, Satire, Parodie

[Humor]Grün in Grau

Beitragvon Gger » 07.07.2013, 15:16

Unseren winzigen Balkon hatte ich mit Rasenteppich ausgelegt, um etwas Grün zu besitzen. Unten war ja nur grau. Die Straßenlaternen, die Dächer mit ihren Satellitenschüsseln, die Rollos vor den Fenstern und die Bushaltestelle. Alles grau. Nur das Unkraut versuchte das Bild zu retten. Vergeblich.
Wer war eigentlich dafür verantwortlich?
Waren andere Farben so teuer geworden?
Vielleicht war ich ja auch nur farbenblind – im Alter kann das vorkommen.
Ich verwarf die Gedanken. Mein Schädel brummte schon. Ich ging zurück in die Wohnung.

Meine Beine hatten Schwierigkeiten mich zu tragen und so schlenkerte ich mit dem Einkaufswagen durch die Dunkelheit. Der Rotwein war schuld! Ich prustete einen kleinen Lacher aus. Der war so schön rot gewesen! Ich hob den Farbeimer aus dem Wagen – was gar nicht so leicht war. Mein Gleichgewicht wollte nicht mitmachen.
Ich riss den Deckel ab und ließ den Eimer vorsichtig auf den Boden sinken. Dabei geriet ich ins Wanken und ein kleiner Fleck sprang auf meine Schuhe. Neongrün. Da hatte ich dran gedacht! Neongrün, damit die Autofahrer im Dunkeln auch alles sehen konnten.
Dann ein kurzer Schwindelanfall. Ich stützte mich mit einer Hand auf dem Asphalt ab und setzte mich hin. Mein Blick flirrte kurz durch die Gegend und traf dann die Inschrift des Farbeimers. „Neongreen“ war die englische Bezeichnung. „Neongreen“. Ich lachte. Wie bescheuert das klang! Ich las es laut vor, versuchte es englisch auszusprechen. „Neongreen“ Ich kicherte vor mich hin.
Schluckauf unterbrach mich. Ich schaute in den Einkaufswagen. Die Pinsel waren verschwunden! Hatte ich überhaupt welche gekauft? Ich hob die Schultern. Mein Gehirn war schon ganz schwammig.
Dann tauchte ich meine Hände in den Farbeimer und streichelte den Asphalt.
Neongrün machte sich gut auf dem Grau. Das grelle Licht der Straßenlaternen ließ es richtig zur Geltung kommen.
Wie wohl ein paar Handabdrücke auf dem Auto der Nachbarn aussehen würden?
Oder noch besser: Fußabdrücke!
Die Trappmanns! Die Gesichter würde ich nur zu gerne sehen. Mein Lachen schwoll an und ich stieß einen kurzen Schrei aus.

Der schwankende Schein einer Fahrradlampe kam näher. Eine Frau hüpfte vom Sattel
„Hallo? Geht es ihnen gut?“ Sie runzelte besorgt die Stirn. Ich versuchte mein Lachen zu unterdrücken.
Dann zückte sie ihr Handy. Meine Finger malten weiter die Straße an.
„Arnold?“ Die Frau sprach verängstigt ins Telefon.
„Arnold? Hier liegt jemand auf der Straße!“ Ich presste meine Lippen aufeinander.
„Arnold?“ Arnold antwortete anscheinend nicht.
„ Aaaarnold?“ Jetzt platzte alles aus mir heraus.
„ Aaaaaaaarnold!“schrie ich ihr entgegen und haute auf meine Schenkel. Was ein beknackter Name. Sie starrte mich entgeistert an. Mein Bauch tat schon weh vom vielen Lachen. Ich ließ mich nach hinten fallen. Mein Kopf knallte auf den Boden.
Dann wurde alles schwarz. Schwarz und neongrün.

Ich stieg auf den Balkon.
Irgendwo im Hintergrund fluchte Marianne. Ich zog die Tür zu. So war sie leiser.
Ich blickte hinunter auf die Kreuzung. Sie war so bunt heute! Ich muss fleißig gewesen sein, gestern Abend, denn der neongrüne Farbfleck war kaum zu übersehen.
Ein Mann im orangenen Overall kniete in meinem Kunstwerk und schrubbte mit einer Bürste drin rum. Sah anstrengend aus. Armer Kerl. Rot-weißes Klebeband sperrte die Fläche ab.
Herr Trappmann stand am Straßenrand und schüttelte entsetzt den Kopf. Ich wusste genau, was er dachte. Welcher Vollidiot macht den sowas? Einfach die Straße anzumalen … schlimm!
Ja, ich war vielleicht ein Vollidiot.
Oder ein Held.
Die Nachbarschaft war noch nie so bunt wie heute.
Neongrün, orange, rot-weiß und eine Sonne, die so gelb am Himmel schwebte, wie schon lange nicht mehr. Dank mir! Alles mein Verdienst!
Es klingelte.
Ich beugte mich über den Balkon.
Dunkelgrün stand vor der Haustür.
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Re: Grün in Grau

Beitragvon frizze09 » 09.07.2013, 11:55

Hallo Gger,

warum deine putzige Geschichte immer noch nicht kommentiert wurde, wundert mich. Jetzt bin ich mal die erste, was nicht so oft vorkommt in meinem Leben. Also, wolln mer e mal:

Im Blätterwald der Gazetten machte letztens eine Meldung die Runde, dass viele männliche Ruheständler die Droge Alkohol zum letzten allerbesten Freund – sozusagen - auserkoren haben. Vermutlich basiert deine Geschichte auf diese Meldung.

Der Plot: Im tristen Plattenbau, vermute ich, sticht dem Prota nach gewaltigem Weingenuss plötzlich der Hafer und er begibt sich zum Fachgeschäft für Farben und Pinsel. Der Alkoholspiegel legt infolge der frischen Luft das Gehirn vollständig lahm und der namenlose Protagonist verliert die Übersicht, macht Sachen, die ein wenig mehr als erlaubt neben `Gut und Böse` angesiedelt sind. Am nächsten Morgen gibt es in „Dunkelgrün“ die Konsequenz!

Na gut, vermutlich nicht jedermanns Geschmack.

Beim ersten Lesen deiner Geschichte fällt mir auf, dass du deinen ausgewählten Schreibstil nicht durchgängig und konsequent durchhältst; ich meine damit die salopp-schnoddrige Art, wie du die Geschichte dem Leser gern vermitteln möchtest.
Doch das ist leider nicht die ganze Wahrheit. An deinem Schreibstil, lieber Gger habe ich einiges zu bemängeln, bzw. anzumerken. Mein Rat: Schau dir jeden Satz ganz genau an und überprüfe, ob du die effektivsten Wörter gefunden hast, um den Leser bei der Stange zu halten.
Ich suche mir ein paar wenige Sätze aus und dir zeige dir, was ich meine...

Jetzt kommt mir in dem Sinn, ob du überhaupt Wert legst auf meine recht ruppigen Kommentar.

Gib mir bitte ein Zeichen, ob ich weitermachen darf

LG
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Re: Grün in Grau

Beitragvon Gger » 09.07.2013, 13:21

Hallo frizzie09 :D

Danke erstmal für deine Antwort :)

JA! Du darfst und solltest am besten direkt weitermachen! Sag mir was dich stört! :D

Mit meinem Schreibstil habe ich so oft Probleme .... Du kannst mir sicher etwas helfen

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Re: Grün in Grau

Beitragvon frizze09 » 11.07.2013, 20:56

Hallo Gger,

deine Flash-Fiction „Grün in Grau“ mit 600 Wörtern bringst du straff am Plot formuliert ohne langatmige Abschweifungen (Infodump) durch die Handlung zum Ende. Allerdings gibt es einige Kommafehler, die vermeidbar sind. Auch die Zeichen- und Absatzregeln in deinen Dialogen solltest du konsequent anwenden. Einige Fehler habe ich einfach kommentarlos verbessert in den Kopien deiner Textpassagen.

In erster Linie möchte ich nochmals zurückkommen auf meinen ersten Kommentar:

An deinem Schreibstil, lieber Gger habe ich einiges zu bemängeln, bzw. anzumerken. Mein Rat: Schau dir jeden Satz ganz genau an und überprüfe, ob du die effektivsten Wörter gefunden hast, um den Leser bei der Stange zu halten.
Ich suche mir ein paar wenige Sätze aus und dir zeige dir, was ich meine...


Zuerst ein kommentarloser Hinweis:

Alles war grau, nur das Unkraut versuchte, das Bild zu retten. Vergeblich.
Wer war eigentlich dafür verantwortlich?
Waren andere Farben so teuer geworden?
Vielleicht war ich ja auch nur farbenblind?




Meine Beine hatten Schwierigkeiten mich zu tragen und so schlenkerte ich mit dem Einkaufswagen durch die Dunkelheit. Der Rotwein war schuld! Ich prustete einen kleinen Lacher aus. Der war so schön rot gewesen! Ich hob den Farbeimer aus dem Wagen – was gar nicht so leicht war. Ich prustete einen kleinen Lacher aus.


Stilistisch unkluge Formulierungen
Meine Beine hatten Schwierigkeiten mich zu tragen
Ich prustete einen kleinen Lacher aus
Vorschlag: Wie auf Schmierseife wankte ich weiter und prustet immer wieder kleine Lacher aus

Dabei geriet ich ins Wanken und ein kleiner Fleck sprang auf meine Schuhe. Neon grün. Da hatte ich dran gedacht!


Ein kleiner Fleck sprang auf den Schuh? Vielleicht besser: Ein kleiner, vorwitziger Farbspritzer machte es sich auf meiner rechten Schuhspitze bequem.

Im folgenden Absatz habe ich mal nur die Wörter gekennzeichnet, wo man vielleicht mit anderen Synonymen besser wegkommt:

„NeonGreen“ war die englische Bezeichnung. „NeonGreen“. Ich lachte. Wie bescheuert das klang! Ich las es laut vor, versuchte es englisch auszusprechen. „Neongreen“(?) Ich kicherte vor mich hin.
Schluckauf unterbrach mich. Ich schaute in den Einkaufswagen. Die Pinsel waren verschwunden! Hatte ich überhaupt welche gekauft? Ich hob die Schultern. Mein Gehirn war schon ganz schwammig.
Dann tauchte ich meine Hände in den Farbeimer und streichelte den Asphalt.
Neon grün machte sich gut auf dem Grau. Das grelle Licht der Straßenlaternen ließ es richtig zur Geltung kommen.
Wie wohl ein paar Handabdrücke auf dem Auto der Nachbarn aussehen würden?
Oder noch besser: Fußabdrücke!
Die Trappmanns! Die Gesichter würde ich nur zu gerne sehen. Mein Lachen schwoll an und ich stieß einen kurzen Schrei aus.


(?) Du schreibst aussprechen! So schreibt man tatsächlich, wie man spricht, nämlich „Neon Griin“

Der schwankende Schein einer Fahrradlampe kam näher. Eine Frau hüpfte vom Sattel
„Hallo? Geht es ihnen gut?“, sie runzelte besorgt die Stirn.
Ich versuchte mein Lachen zu unterdrücken.
Dann zückte sie ihr Handy.
Meine Finger malten weiter die Straße an.
„Arnold?“ Die Frau sprach verängstigt ins Telefon,
„Arnold? Hier liegt jemand auf der Straße!“
Ich presste meine Lippen aufeinander.
„Arnold?“, Arnold antwortete anscheinend nicht.
Aaaarnold?“ , platzte es aus mir heraus, „ Aaaaaaaarnold!“schrie ich ihr entgegen und haute auf meine Schenkel.
Was ein für beknackter Name.
Sie starrte mich entgeistert an. Mein Bauch tat schon weh vom vielen Lachen. Ich ließ mich nach hinten fallen. Mein Kopf knallte auf den Boden.
Dann wurde alles schwarz, schwarz und Neon grün.


Eine Frau hüpfte vom Sattel: Ein Vogel hüpft, Kinder möglicherweise, doch erwachsenen Menschen? Eigentlich nicht, es sei denn, sie sind in nervenärztlicher Behandlung.

Mein Vorschlag: wenn du starke Wörter suchst, so prüfe diese an Hand von Synonymen beispielsweise, ob sie wirklich gut passen.

Das wären kurz mal einige wenige Anmerkungen zu deinem Werk.

Nun warte ich mal auf deine nächste Geschichte.

Liebe Grüße
frizze09
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Re: Grün in Grau

Beitragvon Richter_Di » 09.08.2013, 17:03

Hallo Gger,

Ich möchte dir mal meine Gefühle während des Lesens deiner Geschichte schildern.

Unten war ja nur grau. Die Straßenlaternen, die Dächer mit ihren Satellitenschüsseln, die Rollos vor den Fenstern und die Bushaltestelle. Alles grau.



Toller Anfang. Unten war ja nur grau. Ein kleiner Satz, aber ich konnte mich sofort in die Seele des Prota einfühlen.

Nur das Unkraut versuchte das Bild zu retten.


Gefällt mir stilistisch nicht so richtig. Vielleicht besser: Nur das Unkraut wehrte sich verzweifelt gegen das farblose Einerlei.

Die Geschichte hat ein stark tragikkomisches Element.
Mir hätte es besser gefallen wenn nicht der Alkohol, sondern Verzweiflung oder Einsamkeit zu der Malaktion geführt hätten.


Ja, ich war vielleicht ein Vollidiot.



Das sollte der Prota nicht denken. (Ist nur mein Gefühl, meine Sympathie für den Helden)

Ich bin bestimmt kein Vollidiot. Schon eher ein Held

Dunkelgrün stand vor der Haustür.
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In Uniform!
Das Ausrufezeichen hat das Ende und die ganze Geschichter verdient

Grüße und viel Freude am Schreiben, Richter Di
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Re: Grün in Grau

Beitragvon Mila Stern » 22.08.2013, 21:48

Hallo,
zunächst einmal möchte ich sagen, dass mir die Geschichte sehr gut gefällt. Die Handlung und das Verhalten des Protagonisten sind originell.
Gleich am Anfang wird deutlich, dass er Alkoholiker ist. Doch statt in Resignation zu verfallen agesichts der grauen Welt greift er zur Aktion und zum Farbeimer. Sehr erfrischend.
Ein paar Kleinigkeiten sind mir aufgefallen:
Der Anfang, in dem beschrieben wird, dass alles Grau ist, steigt gleich gut ein ins Thema. Etwas holprig erscheint mir folgende Stelle:
Nur das Unkraut versuchte das Bild zu retten. Vergeblich.

Und auch den nachfolgenden Fragegesatz
Wer war eigentlich dafür verantwortlich?
könnte für meinen Geschmack weggelassen werden, dann wirkt der Text auf mich flüssiger und klarer.

Du benutzt einige Wörter auf ungewöhnliche Art, was die Originalität des Protagonisten, der aus der Ich- Perspektive erzählt, unterstreicht, wie z.B.
und so schlenkerte ich mit dem Einkaufswagen durch die Dunkelheit.

ein kleiner Fleck sprang auf meine Schuhe

Mein Gehirn war schon ganz schwammig

Dann tauchte ich meine Hände in den Farbeimer und streichelte den Asphalt.


Einen Satz habe ich nicht verstanden:
Da hatte ich dran gedacht!
Soll damit ausgedrückt werden, dass er sie die Farbe sich genau so vorgestellt hatte?

In diesem Absatz fiel mir auf, dass drei Mal kurz hintereinander den gleichen Satzanfang benutzt:
[quote]Ich stieg auf den Balkon.
Irgendwo im Hintergrund fluchte Marianne. Ich zog die Tür zu. So war sie leiser.

Großartig finde ich den Schluss, wo die Ankunft der Beamten konsequent als neue Farbe beschrieben wird. Der Held bereut nichts und bewahrt sich seine gute Laune, Respekt.
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Re: Grün in Grau

Beitragvon einflueglig » 16.12.2013, 13:54

Hallo,

die Geschichte hat mir auch sehr gut gefallen!

Was ich besonders mag ist die Art und Weise, wie du stellenweise eigentlich unpassende Begriffskombinationen einsetzt um den umnebelten Geist des Ich-Erzählers darzustellen. Wie das Mila schon erwähnt hat, gehört: "Asphalt streicheln" oder "ein Felck springt" dazu. Ich tu das auch sehr gern, habe jedoch bei Buchreviews schon erlebt, dass sich gewisse Leser an dem seltsamen Gebrauch stören. Was ich dann mache: ich überzeichne es noch mehr, damit man merkt, dass die Begriffe bewusst seltsam gewählt wurden; also z.B. "er streichelte den Aspahlt liebevoll..." oder "der Fleck springt wie ein bunter Gumiball". Es ist immer noch lustig & man versteht es.

Noch was zur direkter Rede. Ich finde immer wieder Texte, in denen die direkte Rede den Lesefluss stören, weil man nicht sofort merkt, wer denn da spricht. Mir ist es so mit dem Arnold-Absatz gegangen. Insbesondere wenn du einen Zeilenumbruch machst, erwarte ich eigentlich, dass ein neue Person spricht, was hier jedoch nicht der Fall ist. Ich würde zudem lieber einmal mehr "sagte sie" hinschreiben, denn der Leser liesst da normalerweise darüber hinweg. Also z.B.

„Arnold?“ Die Frau sprach verängstigt ins Telefon. „Arnold, hier liegt jemand auf der Straße!“
Ich presste meine Lippen aufeinander.
„Arnold?", tönte es erneut, doch Arnold antwortete anscheinend nicht.
Aaaarnold?“ , platzte es aus mir heraus...

Ansonsten aber wie gesagt, sehr gut gelungen! Weiter so :D

LG
Dominic
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Re: Grün in Grau

Beitragvon HoRu12 » 22.12.2013, 13:04

Hallo Gger.
Ich werde nun mal versuchen, meinen ersten Kommentar abzugeben. Rechtschreibung u.ä. werde ich unberücksichtigt lassen. Das wurde bereits von anderen korrigiert.

Mir gefällt die Geschichte sehr gut. Ich wurde in zweifacher Sicht richtig hineingezogen.

Die Geschichte ist in drei Abschnitte geteilt.
1.Sie beginnt in der Wohnung.
2.Plötzlich der Wechsel in die eigentliche Geschichte.
3.Und wieder der Wechsel zurück in die Wohnung. Dann wissen wir auch, warum ihm oder ihr der Schädel brummt. Nicht (nur) vom Alkohol sondern auch vom Schlag auf die Boden.)
Man könnte in diesem Fall auch von der Geschichte in der Geschichte sprechen.

Weiters bin ich fasziniert, das du in der kurzen Geschichte mit dem Alkohol/Farbenexzess, also den zweiten Punkt, einen Spannungsbogen eingebaut hast, der mich zum weiterlesen animiert. Hochachtung. Es ist mir schon bewusst, das es sich bei der Geschichte in erster Linie um das Thema, Alkohol und Farbe konzentriert. Dennoch bleiben bei mir am Ende noch Fragen offen. Ist der Prota nun männlich oder weiblich? Warum hat er sich angetrunken? Für was brauchte er die Farbe? usw. Die eigene Phantasie macht da, so wie bei frizze09 zu sehen, eigene Geschichten, Vermutungen, Annahmen daraus.

Die Kombination aus beiden ergibt dennoch eine genüsslich, unterhaltene Geschichte.
LG
HoRu12
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Re: Grün in Grau

Beitragvon aiee » 04.11.2014, 23:34

Hallo Gger,

die Idee hinter der Geschichte finde ich sehr amüsant und gut, aber deine Sprache könnte etwas flüssiger sein.
Deine Überschrift macht neugierig und passt zum Text!
Dein Einstieg hat mir gut gefallen,und dein Schluss ist dir auf jeden Fall gelungen! :D


"Unseren winzigen Balkon hatte ich mit Rasenteppich ausgelegt, um etwas Grün zu besitzen. Unten war ja nur grau. Die Straßenlaternen, die Dächer mit ihren Satellitenschüsseln, die Rollos vor den Fenstern und die Bushaltestelle. Alles grau. Nur das Unkraut versuchte die Langeweile zu retten. Vergeblich."


Diesen Teil hast du gut geschrieben! :wink:

Darf ich dir hier ein paar Verbesserungsvorschläge machen?

Aber wer war eigentlich dafür verantwortlich?
Waren andere Farben so teuer geworden?
Vielleicht war ich ja auch nur farbenblind gewordenim Alter kann sowas vorkommen.
Ich verwarf die Gedanken. Mein Schädel brummte schon. Ich ging zurück in die Wohnung.


Den letzten Satz würde ich auch noch umändern, z.B: ich verwarf die Gedanken wieder, sie brachten mir nur Kopfweh ein.

Meine Beine hatten Schwierigkeiten mich zu tragen und so schlenkerte ich mit dem Einkaufswagen durch die Dunkelheit. Der Rotwein war schuld! Ich prustete einen kleinen Lacher aus. Der war so schön rot gewesen! Ich hob den Farbeimer aus dem Wagen – was gar nicht so leicht war. Es viel mir schwer nicht um zu fallen, den Gleichgewichtssinn hatte ich wohl soeben versoffen (Mein Gleichgewicht wollte nicht mitmachen.)


Die Sache mit dem Wein hast du schön formuliert, den letzten Satz müsste man etwas flüssiger schreiben.

Ich riss den Deckel ab und ließ den Eimer vorsichtig auf den Boden kommen. Dabei geriet ich ins Wanken und ein kleiner Fleck geriet auf meine Schuhe. Neongrün.


Da hatte ich dran gedacht! Neongrün, damit die Autofahrer im Dunkeln auch alles sehen konnten.

Hier ist die Formulierung nicht ganz stimmig :|

Mein Gedankengang wurde durch einen Schluckauf unterbrochen Schluckauf unterbrach mich. )


Ich schaute in den Einkaufswagen. Die Pinsel waren verschwunden! Hatte ich überhaupt welche gekauft? Ich hob die Schultern. Mein Gehirn war schon ganz schwammig.


Das Adjektiv schwammig (gibt es das überhaupt?) ist leider unpassend, den letzten Satz würde ich ganz weglassen.

Dann tauchte ich meine Hände in den Farbeimer und streichelte den Asphalt.


Asphalt streicheln? Vielleicht solltest du ein anderes Verb suchen :wink: Es wird durch diesen Ausdruck meiner Meinung nach in das Lächerliche gezogen.

Neongrün machte sich gut auf dem Grau. Das grelle Licht der Straßenlaternen ließ es richtig zur Geltung kommen.
Wie wohl ein paar Handabdrücke auf dem Auto der Nachbarn aussehen würden?
Oder noch besser: Fußabdrücke!
Die Trappmanns! Die Gesichter würde ich nur zu gerne sehen. Mein Lachen schwoll an und ich stieß einen kurzen Schrei aus.


Dieser Teil ist dir wieder viel besser gelungen!

Der schwankende Schein einer Fahrradlampe kam näher. Eine Frau hüpfte vom Sattel
„Hallo? Geht es ihnen gut?“ Sie runzelte besorgt die Stirn. Ich versuchte mein Lachen zu unterdrücken.
Dann zückte sie ihr Handy. Meine Finger malten weiter die Straße an.
„Arnold?“ Die Frau sprach verängstigt ins Telefon.
„Arnold? Hier liegt jemand auf der Straße!“ Ich presste meine Lippen aufeinander.
„Arnold?“ Arnold antwortete anscheinend nicht.
„ Aaaarnold?“ Jetzt platzte alles aus mir heraus.
„ Aaaaaaaarnold!“schrie ich ihr entgegen und haute auf meine Schenkel. Was ein beknackter Name. Sie starrte mich entgeistert an. Mein Bauch tat schon weh vom vielen Lachen. Ich ließ mich nach hinten fallen. Mein Kopf knallte auf den Boden.
Dann wurde alles schwarz. Schwarz und neongrün.


Dieser Teil hat mich etwas verwirrt, zum nächsten Teil fehlt der Bezug, was war nachdem er mit dem Kopf auf den Boden geknallt war?

Ich stieg auf den Balkon.
Irgendwo im Hintergrund fluchte Marianne. Ich zog die Tür zu. So störte sie mich nicht mehr.
Ich blickte hinunter auf die Kreuzung. Sie war so bunt heute! Ich muss fleißig gewesen sein, gestern Abend. Der neongrüne Farbfleck war kaum zu übersehen.


[Ein Mann im orangen Overall kniete in meinem Kunstwerk und schrubbte mit einer Bürste rum. Sah anstrengend aus, de arme Kerl. Rot-weißes Klebeband sperrte die Fläche ab.
Herr Trappmann stand am Straßenrand und schüttelte entsetzt den Kopf. Ich wusste genau, was er dachte. Welcher Vollidiot macht den sowas? Einfach die Straße anzumalen,unerhört
Vielleicht war ich ein Vollidiot, aber zumindest war ich nicht langweillig, das ist doch viel schlimmer!
Die Nachbarschaft war noch nie so bunt wie heute.
Neongrün, orange, rot-weiß und eine Sonne, die so gelb am Himmel schien.
Dank mir! (Alles mein Verdienst!Ich habe leben in unsere Straße gebracht!
Es klingelte.
Ich beugte mich über den Balkon.
Dunkelgrün stand vor der Haustür.
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Ich hoffe es stört dich nicht dass ich auch etwas Eigenes eingebracht habe, ich fand es nur passend. Die Korrekturen sind meine Meinung, ich verstehe wenn du es anders siehst :)
Ich hoffe meine Kritik bringt dir etwas!

Deine Geschichte an sich, ist sehr originell, aber an einzelnen Stellen müsste man noch feilen.

Liebe Grüße!
aiee
 
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